Archiv der Kategorie: Motorflug-News

Übersichtliche Kurznachrichten aus dem Motorflug.

Traum-Flugtag gewinnen

Jetzt letzte Chance, einen Traum-Flugtag zu gewinnen, in wenigen Tagen läuft die Ausschreibung aus: alle flieger-Newsletter-Empfänger nehmen am Wettbewerb des Jahres 2020 teil. Sie können dabei folgende Preise gewinnen:

  • 1. Preis: TMG-Traum-Flugtag zum Matterhorn und zu einer Pizza ins Tessin im Wert von CHF 500.-
  • 2. bis 10. Preis: je ein flieger.news-Polo-Shirt
  • 11. bis 25. Preis: je ein flieger-news-Souvenir

So machen Sie mit: einfach hier den monatlichen Newsletter anfordern – und Sie nehmen am Wettbewerb 2020 teil. Die Verlosung findet am 31.12.2020 statt. Die GewinnerInnen werden persönlich benachrichtigt und hier publiziert. Keine Korrespondenz. Keine Barauszahlung. Rechtsweg ausgeschlossen.

Ehe unter Verzweifelten

Lufthansa soll Piloten für Lilium-Flugtaxis ausbilden: Erst kürzlich forderte die Lufthansa ihren Pilotennachwuchs auf, sich wegen der Corona-Krise einen anderen Job zu suchen. Nun hat immerhin der Schulbetreiber Lufthansa Aviation Training ein neues Geschäftsfeld gefunden. Ob das der kriselnden Airline wirklich hilft, ist allerdings fraglich. Der Elektro-Flugtaxi-Entwickler Lilium will die Piloten seiner geplanten Senkrechtstarter von der Lufthansa-Flugschule ausbilden lassen. „Gemeinsam werden Lilium und Lufthansa Aviation Training ein Pilotenauswahl- und Trainingsprogramm entwickeln, um Piloten für den Lilium Jet zu qualifizieren“, teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch in München mit. In der ersten Phase würde dann bereits qualifizierten Verkehrspiloten eine Zusatzausbildung zum Lilium-Piloten angeboten. Das Start-up bemüht sich derzeit um die Entwicklung eines Elektro-Flugtaxis mit fünf Sitzen. Während die meisten Konkurrenzmodelle wie übergroße Drohnen konzipiert sind, soll der Lilium Jet senkrecht starten und landen und die Strecke mithilfe von Tragflächen wie ein konventionelles Flugzeug zurücklegen. 2025 soll laut Unternehmen die Serienproduktion und der Betrieb regionaler Flugdienste starten. Zu den Gesellschaftern des Münchener Startups zählen der chinesische Internetkonzern Tencent und der Tesla-Investor Baillie Gifford. Lilium beschäftigt derzeit rund 350 Mitarbeiter.

Lufthansa notgedrungen auf der Suche nach neuen Ertragsquellen
Lufthansas Flugschule bildet für rund 200 Fluggesellschaften Cockpit- und Kabinenpersonal an weltweit zwölf Trainingsstandorten aus. Ende September hatte der Schulbetreiber Lufthansa Aviation Training seine rund 7000 Flugschüler an der Verkehrsfliegerschule in Bremen aufgefordert, sich einen neuen Berufsweg zu suchen. Auf Jahre hinaus gebe es wegen der Corona-Krise bei den Konzern-Airlines keinen Bedarf an Nachwuchspiloten, begründete ein Sprecher des Schulbetreibers Lufthansa Aviation Training den Appell. Die Lufthansa leidet erheblich unter den Folgen der Corona-Pandemie. Nach drei Quartalen weist das vom Staat gerettete Unternehmen im laufenden Jahr bereits einen Verlust von 5,6 Milliarden Euro aus, Vorstandschef Carsten Spohr (53) streicht Tausende Stellen. Nicht verwunderlich also, dass sich der hauseigene Schulbetreiber nach Wachstumsmöglichkeiten umschaut.

Zweifel an der Machbarkeit
Ob Flugtaxis allerdings wirklich jemals in Serie abheben werden, ist nach wie vor fraglich. Unter Branchenkennern und Wissenschaftlern mehren sich die Zweifel. Schließlich verbrauchen der senkrechte Aufstieg und die Landung viel Energie – und die Leistung der ohnehin schweren Batterien ist noch recht gering, was die Reichweite senkt. Lilium hat bei seiner letzten Finanzierungsrunde umgerechnet 224 Millionen Euro eingesammelt, neue Investoren sind dabei nicht eingestiegen. Die bisherigen Finanziers Tencent, Atomico, Freigeist und LGT beteiligten sich in unbekannter Höhe. Der Fahrdienstvermittler Uber hat schon jetzt offenbar genug von dem Geschäft. Wie das Unternehmen in der Nacht zu Mittwoch mitteilte, werde die Flugtaxi-Sparte Uber Elevate an den Flugtechnikentwickler Joby verkauft.

Welche Unternehmen Flugtaxis entwickeln
Noch hoffen allerdings zahlreiche Unternehmen und Investoren auf das große Geschäft. Der Plan klingt ja auch gut: Angesichts der zunehmend überlasteten Straßen in den Metropolen der Welt sollen die Flugtaxis Pendler in kürzester Zeit ans Ziel bringen. Der elektrische Antrieb soll die Umwelt schonen, der Luftverkehr Staus auflösen.

So ist auch der europäische Flugzeugbauer Airbus mit dabei und testet derzeit seinen City-Airbus auf einem Flugplatz in der Nähe von Ingolstadt. Der City-Airbus ist ein elektrisches Luftfahrzeug mit acht Rotoren, das senkrecht starten und landen kann. Es soll ohne Piloten bis zu vier Passagiere auf festen Routen transportieren und beispielsweise von Stadtzentren zu Flughäfen bringen. Ein echtes Flugtaxi wäre der kleine Passagier-Airbus somit nicht. Denn die Flugroute kann nicht von den Passagieren frei gewählt werden. Die Autobauer Daimler und Geely sind an dem Start-up Volocopter beteiligt, das in Stuttgart bereits Testflüge durchgeführt hat. Die Volocopter-Flugtaxis mit ihren 18 Propellern sollen einmal autonom fliegen – allerdings mit nur einem Passagier. Das badische Unternehmen will seinen ersten kommerziellen Flugtaxi-Dienst innerhalb der nächsten drei Jahre in Singapur auf die Beine stellen. Nach zwei Jahren enger Zusammenarbeit mit der Stadt habe man eine entsprechende Zusage gemacht, teilte das Unternehmen aus Bruchsal am Mittwoch mit. Das erste Angebot werde voraussichtlich eine touristische Route entlang der Küste des Stadtstaates sein. Später könnten dann auch grenzüberschreitende Verbindungen folgen. Die Genehmigung der Behörden für den Flugtaxi-Dienst steht den Angaben zufolge noch aus. Der Stadtstaat wäre das erste Land weltweit, das den regulären Betrieb von Flugtaxis erlaubt. Quelle: ‚Manager Magazin‚.

Die kuriosesten Meldungen 2020

Das Jahr 2020 stand ganz im Zeichen von Corona. Zu lachen gab es da nichts. Stimmt nicht so ganz. Immer wieder schrieb – wie so oft – das Leben die schönsten Geschichten. Viele auch zum Schmunzeln und Kopfschütteln. Eine Auswahl aus Baden-Württemberg.

Odysse: Ein Hobbypilot verliert bei einem Rundflug die Orientierung – und landet im Hunderte Kilometer entfernten Prag. Der 79-Jährige startet im Mai in Rottweil und kommt in Tschechien drei Stunden später an – auf einer Landebahn, die wegen Wartungsarbeiten gesperrt ist. Auf Funksprüche und rote Lichtsignale reagiert er nicht.

Trockner: Eine Frau scheitert im Januar in der Teeküche eines Altenheimes in St. Georgen (Schwarzwald-Baar-Kreis) mit dem Versuch, ihr nass gewordenes Telefon in einer Mikrowelle zu trocknen. Das schnurlose Gerät verschmort, der Rauch löst den Brandmelder aus.

Fehlgriff: Ein Einbrecher plündert im Oktober eine Vitrine mit Goldbarren in einer Bankfiliale in Bad Herrenalb (Kreis Calw). Doch bei dem vermeintlichen Edelmetall handelte es sich um Attrappen.

Geldregen: In Pforzheim fallen im Februar Geldscheine vom Himmel. Wind wirbelt die mehr als 3000 Euro aus einer Ledermappe durch die Luft. Ein Autofahrer erschrickt und bremst so stark ab, dass ein weiteres Fahrzeug auf seinen Wagen auffährt.

Flaschenpost: Die 13-jährige Paula aus Freiburg gibt im Nordseeurlaub 2002 eine Flaschenpost auf den Weg ins Meer vor Langeoog. Acht Jahre später taucht die wieder auf – hat es aber nicht weit geschafft: Eine Bewohnerin derselben Insel entdeckt den inzwischen zerfledderten Brief. Dank des Internets wird aber auch die Autorin aufgestöbert.

Wäsche: Auf Brautkleider hat es ein Dieb in Freiburg offensichtlich abgesehen. Geschätzt 40 Kleider stehlen der oder die Einbrecher im September aus einem Brautladen.

Entschuldigung: Ein Einbrecher steht im Juli in Sankt Blasien (Kreis Waldshut) plötzlich nachts in einem Gästezimmer. Als er das Paar darin sieht, sagt er kurz „Sorry“ und sucht ohne Beute das Weite.

Entdeckungsreise: Ein Waschbär hat es sich im Dezember in einem Schaufenster eines Modegeschäfts in Heidelberg zwischen den Kleidern gemütlich gemacht. Eine Spaziergängerin hat das Tier dort vor Ladenöffnung entdeckt.

Motorradausflug: Mit einem Camping-Hocker und Schwimmhilfen baut ein Mann sein Motorrad zum Familienfahrzeug um. Mit seinen drei Kindern auf der Maschine braust der 51-Jährige im Juli über eine Bundesstraße in der Nähe von Backnang (Rems-Murr-Kreis).

Schilderwald: Zum Schutz des Straßenbahnverkehrs vor Falschparkern setzt Karlsruhe auf Schilderwald. Auf einem kurzen Straßenabschnitt erklären 80 identische Schilder im Sommer, dass Parkende die weiße Linie zwischen Parkplatz und Straßenbahnschienen respektieren sollen. Wegen Bauarbeiten an anderer Stelle fahren für einige Wochen mehr Linien als sonst hierher. Dabei soll kein Stau entstehen.

Himmelserscheinung: Die Netzgemeinde spekuliert im November wild über eine vermeintlich frivole Erscheinung am Himmel über Baden. Zwei Kringel und ein langgezogener Bogen aus Kondensstreifen – hat da jemand etwa einen Penis ins Blau gemalt? Die Auflösung bieder: Zwei Kampfflugzeuge der Bundeswehr haben ein Abfangmanöver simuliert.

Hinweis: „Für alle Autofahrer, die nur ‚Singen und Klatschen‘ in der Schule hatten: Dies ist ein Reisemobilstellplatz. Auch wenn Sie Ihren Namen tanzen können: Hier ist für Pkw Parken verboten.“ Mit diesem Hinweisschild will Michelbach an der Bilz (Kreis Schwäbisch Hall) zwei für Wohnmobile gedachte Parkplätze an der Gemeindehalle von Autos frei halten. „Wir wollen die Menschen humoristisch darauf hinweisen“, erklärt Bürgermeister Werner Dörr im Februar.

Genmaterial: Ein Lokführer entdeckt bei einem Kontrollgang durch eine S-Bahn am Heidelberger Hauptbahnhof eine Kühlbox aus Styropor. Darin: drei Ampullen voller Hamster-DNA. Weil das am Anfang aber unklar ist, rückt im August der Entschärfungsdienst der Bundespolizei an.

Brandheiß: Mitten auf der Autobahn 6 bei Weinsberg (Kreis Heilbronn) fängt die Handtasche einer Mitfahrerin auf einem Motorrad plötzlich Feuer – doch weder die 15-Jährige noch der ein Jahr ältere Fahrer bemerken das. Die Tasche berührte den immer heißer werdenden Auspuff, bis sie zu brennen begann. Ein Autofahrer muss die beiden Teenager im September auf den Brand aufmerksam machen.

Abgeladen: Anstatt sie an ihre Empfänger zu liefern, lädt ein Paketbote im Kreis Konstanz 19 Pakete einfach in einem Gebüsch ab. Die Polizei rätselt im November, was das soll.

Verlust: Auf der Flucht vor der Polizei verliert ein betrunkener Motorradfahrer in Murr (Kreis Ludwigsburg) seinen Beifahrer. Der 29 Jahre alte Sozius erleidet beim Sturz im Juli leichte Verletzungen.

Versenkt: Eigentlich will er nur sein Motorboot ins Wasser lassen – doch rutscht einem Mann im Hafen in Langenargen gleich sein Auto mit in den Bodensee. Als er im Juni noch etwas am Anhänger überprüfen will, setzt sich das Gespann in Bewegung. Zwar taucht das Motorboot wieder auf der Wasseroberfläche auf, das Auto aber bleibt am Grund.

Sportlich: Mitten auf einer Kreuzung in Leonberg (Kreis Böblingen) macht ein betrunkener Mann im März Liegestütze. Eine Polizeistreife entdeckt den 50-Jährigen, der mehr als zwei Promille intus hat.

ABGEWÄHLT: Obwohl sie keinen einzigen Gegenkandidaten hat, verliert Amtsinhaberin Tanja Steinebrunner die Bürgermeisterwahl in Fröhnd (Kreis Lörrach). Der Großteil der Wähler schreibt im November einfach einen anderen Namen auf den Stimmzettel. Auch bei der Neuwahl zwei Wochen später verliert die Bürgermeisterin erneut – diesmal hat sie aber ganz offiziell zwei Gegenkandidaten.

Bunt: Mitten auf die Rasenfläche eines Stadions in Sandhausen (Rhein-Neckar-Kreis) pflanzen Unbekannte im März bis zu Hundert Frühlingsblumen und ein Bäumchen. Rasenpfleger schaffen es, den Platz rechtzeitig vor einem Fußballspiel wieder bespielbar zu machen.

Foto: Ein Traktorfahrer fährt in Leutkirch (Kreis Ravensburg) im April einen Blitzer um und nimmt ihn mit seinem Frontlader mit.

Geköpft: Ein Karlsruher entdeckt im Mai in seinem Garten den abgetrennten Steinkopf einer Statue. Ein Anrufer schildert der Polizei, dass er den Kopf mit engelsähnlicher Optik nahe einer Psychiatrie entdeckt und mitgenommen habe. Weil er keinen Garten besitze, habe er den Fund im Garten des Anwohners in Karlsruhe abgelegt.

Abgedüst: Eine Frau bittet einen Zeitungsausträger in Bermatingen (Bodenseekreis) um eine Mitfahrgelegenheit – und macht sich nach dessen Absage kurzerhand allein in seinem Auto davon. Den Zündschlüssel hatte der Mann stecken sowie die Tür offen gelassen. Die Frau düst im Oktober laut Polizei „mit quietschenden Reifen“ weg und fährt wenig später in Friedrichshafen auf eine Verkehrsinsel.

Gefecht: Mit Klappstühlen gehen zwei Gruppen in Waldenbuch (Kreis Böblingen) aufeinander los. Alle sieben Beteiligte werden bei der Schlägerei im Mai leichte Verletzungen, einer muss ins Krankenhaus.

Eingenickt: Ein Einbrecher bedient sich im April in einer Bäckerei in Hochdorf (Kreis Esslingen) an Getränken und Gebäck – und schläft dann auf einer Bank ein. Mitarbeiter finden den schlafenden 35-Jährigen. Quelle: ‚Schwarzwälder Bote‚.

Businessjet schlittert über Landebahn

Am Freitag, 4. Dezember, machte eine Schweizer Cessna am Flughafen Annecy-Mont Blanc wegen Schnees auf der Landebahn eine Bruchlandung. Drei Personen wurden verletzt. Am Freitagnachmittag kam es am Flughafen Annecy-Mont Blanc zu einem Unfall mit einem in der Schweiz registrierten Flugzeug, wie «20 Minuten» berichtet. Wegen des Schneetreibens verfehlte die Cessna die Landebahn und schlitterte über eine Strasse. Erst auf einem Veloweg kam die Maschine zum Stillstand. Verletzt wurden drei Personen, darunter auch der 60-jährige Pilot, der schwere Verletzungen davontrug. Er musste durch die Feuerwehr aus der verunfallten Cessna befreit werden. Bei den beiden anderen Verletzten handelt es sich um zwei französische Passagiere im Alter von 26 und 28 Jahren. Eigentlich hätte der Flug, der in Marseille-Marignane startete, in Genf enden sollen. Wegen der schlechten Wetterverhältnisse musste der Pilot in Annecy zwischenlanden. Quelle: ‚TeleBasel‚.

Geld von Bill Gates und Jeff Bezos für Wasserstoff-Flugzeug

Das Startup ZeroAvia will bis 2023 serienreife Technik für Wasserstoffantriebe liefern können. Nun hat ZeroAvia eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Das kalifornische Startup ZeroAvia, das wasserstoffbetriebene Antriebssysteme für Flugzeuge entwickelt, bekommt in einer Finanzierungsrunde Geld von Fonds, in die Microsoft-Mitgründer Bill Gates und Amazon-Chef Jeff Bezos involviert sind. 21,4 Millionen US-Dollar seien in einer Finanzierungsrunde zusammengekommen, an der Gates‘ Breakthrough Energy Ventures und Bezos‘ Amazon Climate Pledge Fund beteiligt sind, heißt es in einer Mitteilung. ZeroAvia ging außerdem eine Partnerschaft mit British Airways ein und erhielt von der britischen Regierung eine Genehmigung für eine neue Finanzierung um weitere 16,3 Millionen US-Dollar, teilte das Startup mit. Es habe somit seit seinem Bestehen knapp 50 Millionen US-Dollar Investments eingesammelt.

20 Sitze, 800 Kilometer
ZeroAvia will ab 2023 Antriebsstränge für Jets mit bis zu 20 Sitzen und 800 Kilometern Reichweite auf den Markt bringen. Mit dem frischen Geld könne es die Entwicklungsarbeiten beschleunigen, teilt ZeroAvia mit. Derzeit zeigten sich gut zehn Airlines interessiert an der Technik des Unternehmens. Bis 2026 sollen Flugzeuge für 80 Passagiere und 800 Kilometer und bis 2030 für 100 Passagiere und 1600 Kilometer Reichweite mit der Wasserstoff-Technik ausgerüstet werden können, lautet die Ziele.

Jets, die mit Brennstoffzellen betrieben werden, will auch Airbus bauen. Der Flugzeughersteller hat dafür kürzlich eine Kooperation mit dem deutschen Automobilzulieferer Elring Klinger geschlossen. Im Rahmen des Projekts ZEROe soll bis 2035 das erste emissionsfreie kommerziell betriebene Flugzeug fertig sein. Ein reiner Batterieantrieb stoße in der Luftfahrt auf längeren Distanzen oder für größere Flugzeuge wegen der eingeschränkten Leistungsdauer und des Gewichts an seine Grenzen, wirbt Elring Klinger für seine Technik. Brennstoffzellen seien hingegen eine leistungsfähige Alternative. Quelle: ‚Heise.de‚.

Abzug der Flugsicherung?

Für heftige Kritik sorgen Pläne von Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne), die Flugüberwachungsbehörde Austro Control in Wien zu zentralisieren. SPÖ und Gewerkschaft wehren sich gegen den möglichen Abzug vieler Fluglotsen aus den Bundesländern – auch aus Salzburg. Laut internen Briefen gibt es auch Sicherheitsbedenken. Die Flugsicherheit über weiten Teilen Österreichs sei durch die neuen Pläne in Gefahr, betonen die Chef-Fluglotsen der fünf großen Bundesländer-Flughäfen Österreichs in internen und vertraulichen Briefen an die Geschäftsführung von ACG. Diese liegen dem ORF vor. Demnach sollen laut Wiener Management der Austro Control GesmbH (ACG) die fünf Anflugkontrollstellen auf den Airports in Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt, Linz und Graz nach Wien zentralisiert werden. Das ruft massive Sicherheitsbedenken in Kreisen von AC-Lotsen hervor. Dazu kommt nun offizielle Kritik aus der Politik.

Besonderheit alpiner Flughäfen
Nicht nur würden drei Viertel der Arbeitsplätze am Standort Salzburg wegfallen, sondern auch die für diesen Flughafen nötige Expertise, heißt es. Mehr und mehr Fluglotsen würden für den Flughafen Salzburg von Wien aus arbeiten. Das sei vor allem für alpine Flughäfen wie Salzburg und Innsbruck eine Katastrophe, kritisiert der Salzburger SPÖ-Landesparteivorsitzende David Egger. Gerade bei schwierigem Wind und Wetter seien Piloten auf die Unterstützung von regionalen Lotsen mit genauen Ortskenntnissen angewiesen, sagt Kajetan Uriach von der Gewerkschaft Vida: „Es ist wichtig, dass man gerade in der Flugsicherung die Fachleute lokal verankert hat. Sie können Lagen schneller und besser einschätzen als Fachkräfte aus der Ferne – aus Wien über technische Systeme. Deshalb wäre diese Zentralisierung ein Wahnsinn.“

Ressortchef wartet auf Antwort aus Wien
Eigentümer des Salzburger Flughafens sind Stadt und Land Salzburg. Man habe bisher noch keine zufriedenstellende Antwort aus Wien bekommen, sagt der für den Flughafen in der Landesregierung zuständige LHstv. Christian Stöckl (ÖVP): „Aber wir fordern immer wieder ein, dass die Sicherheitsbedenken ernst genommen werden. Entscheidung ist bisher keine gefallen.“

Laut Austro Control wackeln Salzburger Jobs nicht
Aktuell arbeiten auf dem Standort Salzburg 21 ACG-Mitarbeiter. Übrig würden zwischen fünf und zehn Jobs bleiben, befürchtet Uriach. Für das Bundesland wichtige und hochwertige Arbeitsplätze würden wegfallen. Laut Austro Control wackeln jedoch aktuell keine Arbeitsplätze in Salzburg. Generell würden noch verschiedenste Konzepte diskutiert – unter Abwägung der Flugsicherheit und Effizienzsteigerung, sagte dazu ein Sprecher von Austro Control am Donnerstag dem ORF.

Interne Briefe an AC-Management bekannt geworden
Die Chef-Lotsen der fünf großen Flughäfen in den Bundesländern betonen in ihren internen Briefen an die Wiener ACG-Geschäftsführung, dass die seit vielen Jahren bewährte ineinandergreifende Zusammenarbeit zwischen Tower- und Anfluglotsen künftig bundesweit in Gefahr sein könnte. Auf allen Airports seien hochqualifizierte Lotsen miteinander tätig. Diese hätten jeweils mehrfache behördliche Zulassungen für beide Aufgabenbereiche: „Tower“ sowie „An- und Abflugkontrolle“. Diese Teams seien perfekt eingespielt, würden sich abwechseln und ergänzen, so die regionalen Chef-Fluglotsen in ihren vertraulichen Briefen nach Wien. Auf Anfrage des ORF gab es von keinem der Autoren eine Antwort oder Bestätigung.

Sicherheitsbedenken, CO2-Debatte
Eine einzige Zentralstelle in Wien wäre mit den schwierigen Bedingungen über Österreich rasch überfordert, heißt es in einem dieser Schreiben weiter.
Lokale Kompetenz und Wissen gingen verloren. Bei dem neuen Konzept sei aus Kostengründen geplant, dass künftig ein Fluglotse gleichzeitig mehrere Airports in den Bundesländern betreuen soll. Dabei bestehe die Gefahr, dass ein Lotse in Wien etwas übersieht, während er zeitgleich bei einem anderen Airport mit eigener Problemlösung beschäftigt sei. Daran würde auch modernste Computer-Technik nichts ändern. Die geplante Zentralisierung in Wien bringe zudem höhere Belastungen für Umwelt und Klima. Um aus der Ferne in Wien mehr Zeit für Entscheidungen und Anweisungen zu gewinnen, würden Luftfahrzeuge mehr Warteschleifen fliegen oder vor dem Abflug länger auf dem Boden mit laufenden Triebwerken warten müssen. Resultate seien Zeitverluste, höhere Lärmbelastung, zusätzliche CO2-Emissionen und mehr Spritverbrauch.

Neues Konzept „nicht ratsam“
Der Leiter der Salzburger Fluglotsen argumentiert in seinem internen Brief mit massiven Sicherheitsbedenken. Auch in Salzburg stünden Hoch- und Mittelgebirge im direkten Nahbereich des Airport, was gelegentlich sehr rasche Entscheidungen und Anweisungen erfordere. Das sei aus der Ferne mit der nötigen Effizienz nicht möglich. Auch der automatisierte Instrumentenanflug in Salzburg habe hohe Sichtflug-Anteile, was die Verfahren schwieriger mache. Dazu komme ein einzigartiger Verkehrsmix von internationalen Verbindungen, heimischen Linien und privaten Flugzeugen – neben dem Hubschrauberbetrieb von Rettungsorganisationen, Polizei und Privaten und der international bekannten Oldtimer-Flotte im Hangar 7. Der intensive Ski-Charter-Verkehr im Winter erfordere in Salzburg sehr viel lokale Kompetenz bei Flugsicherung und Meteorologie. Das von Wiener Zentralstellen geplante Konzept sei „widersinnig und nicht ratsam für den Standort“, so der Tenor aus Salzburg.

Tiroler, Salzburger verweisen auf schwierige Anflüge
Große Sorgen macht sich zum Beispiel auch der leitende Fluglotse in Innsbruck angesichts des Wetters, das in Westösterreich harten und schnellen Wechseln unterliege. Dazu komme die weltweit einzigartige geografische Lage Innsbrucks im langgezogenen Flusstal-Kessel des Inn. Allein der Anflug von Osten her über Rattenberg sei mehr als 45 Kilometer lang, gesäumt von Hochgebirgen auf beiden Seiten, die im Fall des Falles von der Flugsicherung schnelle Reaktionen erfordern. Dazu kämen extreme Föhn-Wetterlagen, Sommer- und Winterstürme über den Bergen und im Inntal. Weiters seien allein in Tirol der internationale und nationale Flugverkehr mit dem regionalen Betrieb von 35 Hubschrauber-Basen zu koordinieren. Quelle: ORF.

AERO 2021 mit vollem Programm am Start

Die Internationale Luftfahrtmesse findet nach einem Jahr Corona-Pause im kommenden Jahr von 21. bis 24. April 2021 auf dem Messegelände in Friedrichshafen statt. Das Projektteam am Bodensee rechnet mit einer sehr guten Belegung. Wichtige Branchengrößen wie Diamond, Tecnam, Piper, Junkers, Textron sowie Rheinland Air Service (DAHER, Hondajet, Bell-Partnerschaft) haben ihre Präsenz bereits zugesagt und nutzen gerne die AERO, welche eine der wichtigsten internationalen Branchentreffs darstellt: „Wir freuen uns über den lauten, positiven Ruf aus der Branche. Dies unterstreicht die Relevanz der AERO und die Notwendigkeit, sich persönlich auszutauschen“, erklärt Roland Bosch, Bereichsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung. AERO-Projektleiter Tobias Bretzel ist sicher, dass die Fachmesse – unter Beachtung der entsprechenden Hygienevorschriften, mit Maskenpflicht und verpflichtendes Online-Ticketing – gut organisiert stattfinden kann.

Das AERO-Team verzeichnet bereits Mitte Dezember 2020 einen sehr guten internationalen Anmeldestand. Rund 60 Prozent der gemeldeten Aussteller kommen aus dem Ausland. Einen hohen Stellenwert nimmt die e-flight-expo im kommenden Jahr ein. Unter dem Oberbegriff „Nachhaltige Luftfahrt“ werden hier besonders innovative Flugzeuge, alternative Antriebsarten sowie das Thema Ladeinfrastruktur gezeigt. Aktuell prüft der an das Messegelände angrenzende Flughafen Friedrichshafen in einem Pilotprojekt die Umsetzung von Ladestationen für Flugzeuge mit Elektroantrieb. Ziel ist, bereits zur kommenden AERO 2021 eine solche Ladestation in Betrieb zu haben, da bereits konkrete Anfragen seitens Schweizer Piloten bei den AERO-Veranstaltern vorliegen. Diese möchten u.a. mit der neuen Pipistrel Velis Electro, die in der Schweiz bereits zu Schulungszwecken verwendet wird, Friedrichshafen (EDNY) anfliegen.

Die AERO bietet ein komplettes Angebot für alle Bereiche der Allgemeinen Luftfahrt. Präsent sind Fluggeräte von der zivilen Drohne über Segelflugzeuge, Ultraleichtflugzeuge und Gyrocopter, Helikopter und leichte Flugzeuge mit Kolbenmotor oder Propellerturbine bis hin zu Businessjets. Neue Antriebssysteme, modernste Avionik, Dienstleistungen und Zubehör für Piloten sind weitere Schwerpunkte. Diese Themenbereiche finden auch in den AERO Conferences statt und machen Europas größte Veranstaltung der Allgemeinen Luftfahrt dadurch auch zu einer wichtigen Plattform für Wissensaustausch und Weiterbildung.

Auch das neue Datum der AERO South Africa ist nun fixiert, nachdem die Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie für dieses Jahr ebenfalls abgesagt wurde: Die Luftfahrtmesse findet von 8. bis 10. Juli 2021 auf dem Flughafen Wonderboom in Pretoria statt. Die AERO Friedrichshafen präsentiert sich zusätzlich außerhalb der klassischen Messezeit im regelmäßigen Turnus mit digitalen Konferenzinhalten. „Damit halten wir den Kontakt zu unseren Ausstellern, Besuchern und sämtlichen Netzwerken bis zum kommenden Messetermin aufrecht und teilen mit der Branche unter #wearega und #aerofriedrichshafen ganzjährig die Faszination Luftfahrt“, erklärt AERO-Projektleiter Tobias Bretzel.

Stimmen zur AERO 2021:
Johannes Graf von Schaesberg, Geschäftsführer Rheinland Air Service:
„Die AERO ist für Rheinland Air Service einer der wichtigsten überregionalen Branchentreffpunkte in unserem europäischen Vertriebsgebiet und deshalb sind wir natürlich auch im kommenden Jahr wieder live vor Ort. Nach einem Jahr auf unfreiwilliger ,Distanz‘ freuen wir uns nun ganz besonders darauf, wieder persönlich mit unseren Kunden ins Gespräch zu kommen. Nichts geht über den gemeinsamen Blick auf unsere Ausstellungsflugzeuge, um sich selbst von der Qualität unserer Flugzeuge zu überzeugen. Und so blicken wir nun voller Vorfreude auf die kommende AERO. Als offizieller Händler für den HondaJet, die TBM Serie von DAHER und die vielseitige Kodiak haben wir unseren Stammplatz in Halle A3 natürlich bereits wieder gebucht und freuen uns auf ein Wiedersehen mit allen interessierten Messebesuchern. Als neuer Händler für den Bell 505 Helikopter in Deutschland freuen wir uns in 2021 ganz besonders auf unseren Messestand in der Halle B5 – hier möchten wir das Publikum einladen, einen Blick auf den hochmodernen Bell 505 Jet Ranger X zu werfen, Fragen zu stellen und sich umfassend zu informieren.“

Vincent Fischer, Leiter Marketing Piper Deutschland AG:
„Die Firmengruppe der Piper Deutschland AG freut sich, dass die AERO in 2021 unter Berücksichtigung eines neuen Hygienekonzeptes vorangetrieben wird. Piper Aircraft, Inc. USA und Piper Deutschland unterstützen das Messeteam und haben gern ihre Teilnahme bestätigt. Wir freuen uns auf die AERO 2021, um mit Partnern, Kunden und Lieferanten neue Wege zu beschreiten.“

Ivo Boscarol, Gründer und General Manager Pipistrel Group:
„Pipistrel hat die AERO Friedrichshafen immer als eines der wichtigsten Events zur Förderung der ‚light and general aviation‘ angesehen. Daher haben wir die Messe von Anfang an nie verpasst – außer in diesem Jahr, als das Corona-Virus uns alle an der Teilnahme hinderte. Wir freuen uns somit auf die AERO 2021, wenn die Veranstaltung wieder in ihrer ganzen Pracht zum Leben erweckt wird, nicht nur zum Erfolg von uns Ausstellern, sondern auch zur Förderung der Luftfahrt im Allgemeinen mit der Europäischen Leitmesse in diesem Bereich. Die AERO Expo, die durch Begleitveranstaltungen wie Konferenzen oder Präsentationen eine einzigartige Anerkennung erhält, ist für uns unverzichtbar. Deshalb werden wir gemeinsam mit den Organisatoren unser Bestes geben, um eine Veranstaltung auf dem Niveau der Vorjahre vorzubereiten, oder sogar besser. Und wussten Sie, dass Pipistrels Flugzeuge den Slogan „Infected by Pipistrel“ tragen? Es ist nicht umsonst – wenn Sie sie einmal probiert haben, sind Sie für Ihr ganzes Leben überwältigt. Die AERO Friedrichshafen hat Pandemien wie Aids und Ebola überlebt und wird sicherlich auch Covid-19 überleben. Wir glauben daher, dass das Pipistrel-Virus-Flugzeug das einzige ,Virus‘ auf der AERO 2021 sein wird!“ Die AERO 2021 beginnt am 21. April und dauert bis zum 24. April 2021.

Hugo Junkers – mit Wellblech zum Ruhm

Am 12. Dezember 1915 hob erstmals ein Flugzeug ab, das vollständig aus Metall gebaut war: Die J1 von Hugo Junkers. Es folgten Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und erste Passagiermaschinen mit Kabinen – und dann die berühmte „Tante Ju“. Junkers kam am 3. Februar 1859 als Sohn eines Webereibesitzers im nordrhein-westfälischen Rheydt zur Welt. Genau 76 Jahre später, am 3. Februar 1935, starb er im bayerischen Gauting, von den Nationalsozialisten enteignet und gedemütigt. Dazwischen liegt eine fulminante Ingenieurs-Karriere: Bis zu seiner Enteignung durch die Nazis gründete Junkers rund vierzig verschiedene Betriebe und meldete zahllose Erfindungen beim Patentamt an. Darunter waren neben Gasbadeöfen und Metallmöbeln auch zahlreiche Flugzeugmodelle.

Die J1 – das erste Flugzeug ganz aus Metall
1915 entwickelte Junkers das weltweit erste Flugzeug ganz aus Metall: die J1. Am 12. Dezember 2015 hob die J1 zu ihrem Erstflug ab, vom Flugplatz Döberitz in der Nähe Berlins. Drei weitere Testflüge folgten im Jahr 2016. Danach hieß Hugo Junkers als Entwickler des ersten Ganzmetallflugzeugs er bei Fachleuten nur noch „der Mann, der Wellblech fliegen ließ“.

Der Nachfolger mit der Werksbezeichnung J4, entwickelt im Jahr 1916, wurde als J.1 im Jahr darauf das erste in Serie hergestellte Ganzmetallflugzeug. Rund 200 Maschinen der J.1 wurden gebaut und als Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg eingesetzt. 1919 verließ das erste Ganzmetall-Kabinen-Verkehrsflugzeug, die F13, das Dessauer Junkers Flugzeugwerk. Der Tiefdecker aus Duraluminium bot Platz für zwei Piloten und bis zu vier Passagiere und gilt als Vorfahre des Verkehrsflugzeugs. Großer Vorteil: Die Passagiere hatten endlich Kabinen und mussten nicht mehr in warmen Decken eingehüllt in offenen Flugzeugen reisen. Ihren Erstflug absolvierte die F13 am 25. Juni 1919. In den frühen 20er Jahren bewältigten die „F13“-Modelle zeitweilig bis zu siebzig Prozent des europäischen Luftverkehrs. Junkers ließ sie in Serie produzieren.

Junkers Maschinen flogen weltweit
Als die Fluggesellschaft Junkers-Luftverkehrs-AG 1926 mit der Deutschen Aero Lloyd zur Deutschen Luft-Hansa AG fusionierte, bestand fast die Hälfte ihrer Flotte aus Junkers-Typen. Seine Flugzeuge flogen auch für Gesellschaften im europäischen Ausland, in Asien, Südafrika, Australien, Kanada und den USA.

Erfolgreichstes Flugzeug der 1930er-Jahre: „Tante Ju“
Aus der F13 entstand eine ganze Familie erfolgreicher Flugzeuge bis hin zur legendären Ju 52, der berühmten „Tante Ju“, die die Lufthansa und viele internationale Luftverkehrsgesellschaften einsetzten. Die Ju 52 gilt als erfolgreichstes Verkehrsflugzeug der 30er-Jahre: Insgesamt wurden weit mehr als 4.000 Maschinen des Typs gebaut. Dass die Nationalsozialisten das Modell später mit der Legion Condor als Bomber im Spanischen Bürgerkrieg und in den 40er-Jahren als Kriegsinstrument missbrauchten, musste Junkers nicht mehr erleben. Für kriegerische Zwecke hatte er die Flieger nicht gebaut.

Nazis enteigneten Junkers
Die Nazis enteigneten den Industriellen kurz vor seinem Tod am 3. Februar 1935. Junkers, der in der Weimarer Republik zahlreiche liberale Freunde hatte, war ihnen immer zu pazifistisch gewesen. Nach der „Machtergreifung“ 1933 stand er den Aufrüstungsplänen der Nationalsozialisten im Wege. Sie stellten ihn in einem Geheimverfahren vorübergehend unter Hausarrest. Seine Firmen durfte er nicht mehr betreten; kurz darauf starb er.

Flugzeug- und Möbelbauer
Über 30.000 Maschinen verschiedenster Typen verließen bis 1945 die Junkers-Werke. Doch Junkers war mehr als „nur“ Flugzeugbauer. Die Metallbauweise für Flugzeuge wandte er zum Beispiel auch für Möbel und Häuser an. Der Industrielle hatte enge Verbindungen zum Bauhaus-Gründer Walter Gropius, der 1925 mit dem Bauhaus von Weimar nach Dessau umgezogen war. In Junkers Fabriken wurden viele dort entworfene Stahlmöbel gebaut.

Dank Junkers: Warmwasser für alle
Junkers Name ziert aber auch profanere Metallgegenstände: Noch heute findet man ihn auf Thermen, Heizungen und Wärmepumpen. Der Ingenieur hatte 1895 in Dessau sein erstes Unternehmen gegründet, in dem später auch der berühmte Junkers-Gasbadeofen produziert wurde. Seine „Volkstherme“ war vor allem bei der einfachen Bevölkerung beliebt, die nun auch endlich in den Genuss von warmem Leitungswasser kam. Quelle: ‚br Wissen‚.

Luftfahrtschau in Le Bourget 2023 geplant

Die Pariser Luftfahrtschau im Sommer 2021 ist wegen der Coronakrise abgesagt worden. Die „unvermeidliche Entscheidung“ sei getroffen worden angesichts der internationalen Gesundheitssituation und der Besucherzahlen, die so eine Messe generieren würde, teilte der Veranstalter am Montag mit. Die Pariser Luftfahrtschau auf dem Flughafen Le Bourget bei Paris zählt zu den bedeutendsten internationalen Luftfahrtmessen der Welt. Sie hätte vom 21. bis 27. Juni 2021 stattfinden sollen. Die nächste Luftfahrtschau in Le Bourget ist nun für 2023 angesetzt. Quelle: ‚oe24‚. Bild: ‚Le Figaro‘.

Uber stößt Flugtaxi-Sparte ab

Mit der Entwicklung fliegender Taxis gibt Uber sein zweites Zukunftsprojekt innerhalb weniger Tage auf. Dem einst überaus aggressiv auftretenden Unternehmen macht die Corona-Pandemie zu schaffen. Uber hat nur einen Tag nach seinen Roboterautos auch sein Flugtaxi-Projekt abgestoßen. Die Sparte Uber Elevate wird vom Flugtechnik-Entwickler Joby übernommen, wie die Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch mitteilten. Uber wollte mit Elevate seine Plattform zur Fahrdienst-Vermittlung auf Flugtaxis übertragen. Dazu sollten Landeplattformen und sonstige Infrastruktur gehören. Aktuell entwickeln diverse Start-ups, aber auch Branchen-Schwergewichte wie Airbus elektrische Fluggeräte für wenige Passagiere, die in der Luft den Stadtverkehr umgehen sollen. Joby wollte ursprünglich seine Flugtaxis als einer der ersten Anbieter zum Jahr 2023 auf die Uber-Plattform bringen.

Die einst überaus aggressiv auftretende Firma aus San Francisco stößt damit auch ihr zweites kostspieliges Zukunftsprojekt mit unklaren Aussichten ab. Am Montagabend hatte Uber schon mitgeteilt, die hauseigene Einheit zur Entwicklung selbstfahrender Autos an das amerikanische Unternehmen Aurora zu verkaufen. Gleichzeitig erwirbt Uber für 400 Millionen Dollar einen Anteil von 26 Prozent an Aurora. Zudem soll der Vorstandsvorsitzende von Uber, Dara Khosrowshahi, in den Aurora-Aufsichtsrat einziehen. In dem kombinierten Unternehmen wollen Aurora und Uber künftig gemeinsam an der Technik für selbstfahrende Autos arbeiten. Quelle: ‚FAZ, Frankfurter Allgemeine Zeitung‚.

David Monks neuer FAI-Präsident

Die Generalversammlung der Fédération Aéronautique Internationale (FAI) hat David Monks zum neuen Präsidenten gewählt. Der 53-jährige Brite wird sein neues Amt für die kommenden zwei Jahre ausüben. Die Wahl fand im Rahmen der 114. FAI General Conference statt, die vom 2. bis 15. Dezember digital abgehalten wurde. Monks folgt auf Bob Henderson, der dem Weltverband des Luftsports zwei Jahre als Präsident vorgestanden hatte. David Monks ist von Haus aus Elektroningenieur und wurde mit dem „Aviation Bug“ Mitte der 1990er Jahre infiziert, als er das Hubschrauberfliegen lernte. Der 53-Jährige ist seitdem aktives Mitglied verschiedener europäischer Luftsportorganisationen. Zum Zeitpunkt der Wahl war Monks bereits Vorsitzender des Royal Aero Club of the United Kingdom und des Helicopter Club of Great Britain. Mit den Abläufen der FAI ist der neue Präsident bereits vertraut, schließlich gehört er dort seit 2009 der Rotorcraft Commission und der Air Sport General Commission an.

„Ich bin sehr erfreut über die Wahl und dass mir ein frisch gewählter Vorstand zur Seite steht. Wir werden alles darauf verwenden, um die Vision einer FAI, wie wir sie uns vorstellen, zu verwirklichen – besonders im Angesicht der aktuellen Herausforderungen“, versprach der neue Präsident. Ebenfalls zum Gremium gehört DAeC-Präsident Stefan Klett, der erneut zum Vizepräsidenten berufen wurde. Klett vertritt im Weltluftsportverband die Interessen der deutschen Luftsportler. Das Amt des DAeC-Präsidenten füllt Klett seit April 2018 aus. Traditionell im Herbst treffen sich die Präsidenten der mehr als 100 nationalen Aeroclubs zur FAI-Generalkonferenz. Die Mitgliederkonferenz 2020 sollte in Wuhan, China stattfinden, aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Versammlung digital abgehalten. Quelle: ‚DAeC‚.

Luftfahrt in Corona-Krise: Pilot berichtet

Eigentlich hätte Kapitän Harald Wesch auf seinem Flug von Lübeck aus eine Sportmannschaft begrüßt. Weil ihr Auswärtsspiel aber aufgrund eines Corona-Falls in der gegnerischen Mannschaft abgesagt wurde, starten lediglich drei Gäste in Richtung Stuttgart. Seit August bietet die Fluggesellschaft Lübeck Air Flüge nach München und Stuttgart an – auch Geschäftsreisende will das Unternehmen ansprechen. Durch die aktuellen Corona-Beschränkungen haben die meisten Unternehmen genau diese Reisen aber stark eingeschränkt. Die Lübecker Airline dünnte deshalb, wie viele andere auch, ihren Flugplan etwas aus.

Auswirkungen von Corona-Pandemie überall spürbar
In ganz Deutschland sind seit dem Frühjahr fast eine Million Passagierflüge ausgefallen. Das bekommt der Pilot aus Husby bei Flensburg deutlich zu spüren: „Hier auf der Frequenz ist eigentlich Stille. Es sind kaum andere Flugzeuge zu hören“, erzählt er, während er die Maschine steuert. Besonders in der Nähe von Großstädten herrsche sonst eigentlich reger Funkverkehr. Nach anderthalb Stunden landet das Flugzeug in Stuttgart. Auch hier sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich spürbar. Vor der Krise wurden pro Tag etwa 200 Flugzeuge abgefertigt – jetzt sind es noch 25.

Pilot: Das ist noch nicht das Ende
Nach einiger Zeit ist die Crew bereit für den Rückflug nach Lübeck. Wieder heben nur drei Gäste ab. Damit bleiben 57 Plätze an Bord frei – ökologisch betrachtet ist das keine gute Bilanz. Die gesamte Luftfahrt-Branche ist im Krisenmodus. Im Lufthansa-Konzern bleiben einige Airlines dauerhaft am Boden. Allein dadurch sind laut Pilotenvereinigung Cockpit etwa 450 Pilotenstellen weggefallen. Wesch befürchtet: Das ist noch nicht das Ende. Der Vater von zwei Kindern ist allerdings froh, zumindest im Moment noch regelmäßig für Lübeck Air abheben zu dürfen. Traumberuf Pilot? Eine Flugausbildung würde er unter den derzeitigen Umständen nicht erneut absolvieren. Quelle: ‚NDR‚.

Geschichten, die das Fliegen schrieb

Was wenn das Flugzeug plötzlich zum fliegenden Kreisssaal wird? Wie ergeht es der Crew, wenn unerwartet ein VIP mitfliegt? Was unternimmt ein Captain, wenn sein Flugzeug überfallen wird? Und weshalb nimmt er 180’000 USD im Cockpit mit nach Los Angeles? Es sind «Geschichten, die das Fliegen schrieb». Und genau diese wahren Storys werden im gleichnamigen Buch erzählt. 350 Seiten, 140 Kurzgeschichten, 50 Autoren, viele Bilder – Erinnerungen aus fünf Jahrzehnten Swissair und Swiss. In «Geschichten, die das Fliegen schrieb» geht es um Erlebnisse bei Flügen und Erlebnisse bei Aufenthalten in fremden Ländern. Das Buch bietet nicht nur einen spannenden Blick hinter die Kulissen aus verschiedenen Flug-Bereichen, sondern mildert, gerade in Zeiten wie diesen, auch das Fernweh.

Auch beim Buch als Team operiert
Mit der Idee ein Buch zu veröffentlichen kam Christine Hüssy auf Heiner «Henry» Lüscher zu. Sie beide sind pensioniert. Christine Hüssy war Maître de Cabin, Heiner Lüscher Pilot. «Auch ich selbst hatte schon den Gedanken, meine Erlebnisse in ein Buch zu verpacken. Ich war deswegen schnell mit an Bord und somit im Herausgeber-Team», erzählt Heiner Lüscher. Es zählten aber nicht nur die eigenen Geschichten, weitere Autoren, sowohl von Seiten der Kabinencrew als auch aus dem Cockpit mussten gefunden werden – und der Zeitplan war optimistisch bemessen. «Am 10. November 2019 sollte die Vernissage stattfinden, im Frühling 2019 holte mich Christine ins Team. Ja, ich hatte zu tun», sagt Heiner Lüscher lächelnd. Und es hat sich gelohnt. «Das Zusammentragen der Geschichten war eine schöne Erfahrung. Niemand hat sich daran gestört, wenn wir etwas abgeändert oder weggestrichen haben. Das hat sicherlich damit zu tun, dass wir darauf trainiert sind, als Team zu operieren.»

Das Fliegen: ein Bubentraum
Das Fliegen war für den heutigen Aarauer Heiner Lüscher ein Bubentraum. Mit 17 Jahren gründete er die Fluggruppe Zofingen, ein Modellflugverein, dessen Präsident er heute noch ist. Das Fliegen hat ihn auch nach seiner Pension weiter begleitet. Denn bis heute ist er zudem Freelancer bei Lufthansa Aviation Training und bildet die jungen Piloten in Sachen Luftrecht aus. Und er schreibt als Mitglied der Redaktion in der «Aeropers-Rundschau». «Pilot sein, dass wäre auch heute noch mein Traumberuf», sagt er. Umso schöner, kann er nun auch mit einem Buch an seine Pilotenzeit zurückdenken.

Lese-Tour bald fortsetzen
Nach der Vernissage im vergangenen Jahr waren verschiedene Lesungen geplant, auch in der Landanzeiger-Region. Diese sind ganz speziell, wird doch bei der Lesung ein Flug simuliert. Doch die Lese-Tour musste wegen Corona unterbrochen werden. Heiner Lüscher und Christine Hüssy hoffen, sie können diese bald fortsetzten. «Geschichten, die das Fliegen schrieb», erscheint im Verlag tredition und ist im Buchhandel erhältlich oder direkt bei: he.luescher(a)hispeed.ch. Quelle: ‚Landanzeiger.ch‚.

Gewerbegebiet auf dem Flugplatz Lahr wird erschlossen

Die Planung für die Erschließung des nördlichen Teils des Gewerbegebiets Rheinstraße Nord auf dem Flugplatzareal hat Udo Lau, Leiter der Abteilung Tiefbau, dem Ortschaftsrat Hugsweier vorgestellt. Im Bereich David-Schieni- und Rainer-Haungs-Straße in Richtung Europastraße werden Kanäle verlegt und dann die Straße ausgebaut. Laut Vertrag zwischen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) und der Stadt Lahr müssen die Kanalarbeiten bis 2021 abgeschlossen sein. Dafür stehen 1,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Geplant seien auf dem 16,5 Meter breiten Teilabschnitt ein beidseitiger Geh- und Radweg von jeweils 3,75 Metern, eine 6,50 Meter breite Fahrbahn sowie ein einseitiger Parkstreifen von 2,50 Metern Breite. Der Parkstreifen solle auf der Ostseite entstehen, da man hier mehr Parkplätze schaffen könne, so der Leiter des Lahrer Tiefbauamtes. Beginnen sollen die Tiefbauarbeiten in der Rainer-Haungsstraße bis zum Teilstück Europastraße, danach ist die David-Schieni-Straße an der Reihe. Der Mischwasserkanal werde gegen einen Regen- und Schmutzwasserkanal getauscht. Auch das E-Werk und die Badenova verlegten neue Leitungen, bei Bedarf auch Gasleitungen. Zudem würden Leerrohre verlegt für die Telekommunikation beziehungsweise das Internet.

Die endgültige Asphaltdeckschicht werde noch nicht aufgebracht. Udo Lau rechnet mit einer Zeitspanne von fünf bis sieben Jahren. Es gelte die weiteren Ansiedlungswünsche abzuwarten, so der Leiter des Lahrer Tiefbauamts. Die Entwurfsgestaltung werde den Ortschaftsräten vorstellen, wenn die Ingenieurarbeiten vergeben seien, was im Dezember im Gemeinderat geschehen soll. Dass nur einseitig an der Ostseite Parkraum geschaffen wird, begründete Lau mit den größeren Gewerbeansiedlungen wie Zehnder. Quelle: ‚Badische Zeitung‚.

Motorkunstflieger trotzen scheinbar der Physik

Eine halbe gerissene Rolle, bei der das Flugzeug in der Langachse auf den Rücken gedreht wird, eingebaut in ein 45 Grad aufwärts Flugmanöver: Solche Kunstflugfiguren, die der Physik vermeintlich ein Schnippchen schlagen und die Zuschauer am Boden staunen lassen, sind genau Dr. Benjamin Schaums Kragenweite. Der 43-jährige Gelnhäuser ist Sportflieger beim Aero-Club Gelnhausen und hat in diesem Jahr im Motorkunstflug mit seiner Yak-54 seine größten Erfolge gefeiert: Dritter bei den deutschen Meisterschaften und Sieger bei den brandenburgischen Meisterschaften – jeweils in seiner Klasse. Dabei sagt er über sich selbst: „Eigentlich bin ich kein Wettbewerbskämpfer, sondern fliege lieber Shows, aber nach den Erfolgen juckt es mich doch in den Fingern.“

Die Fliegerei wurde Benjamin Schaum in die Wiege gelegt. Sein Papa Wolfgang Schaum war von 1977 bis 2011 Vorsitzender des Aero-Clubs Gelnhausen und wurde danach zum Ehrenpräsidenten ernannt. Kein Wunder also, dass seine beiden Söhne in jungen Jahren viel Zeit auf dem Flugplatz Gelnhausen verbracht haben. Zusätzlich wurde ihnen das Fliegen vom Papa schmackhaft gemacht. „Er war Unfallchirurg und wollte uns davon abhalten, Motorrad zu fahren, weil er das für zu gefährlich hielt. Daher hat er das Fliegen aktiv gefördert“, erzählt Benjamin Schaum.

Eigene und technische Grenzen kennen
Für seinen Papa und für ihn selbst ist die Fliegerei sicher, solange der Pilot sie sicher gestaltet. „Bei den meisten Unfällen sitzt das Problem zwischen dem Headset. Man muss die persönlichen und technischen Grenzen kennen und respektieren, dann stellt das Fliegen keine Gefahr dar“, sagt der Gelnhäuser, der auch beruflich dem Pfad seines Vaters gefolgt ist. Er ist Facharzt für Allgemeinmedizin mit einer Praxis in Gelnhausen sowie Fliegerarzt. Lange bevor Benjamin Schaum Arzt wurde, lernte er Fliegen. Mit 14 Jahren fing der Gelnhäuser seine Karriere im Cockpit an. „Mein Bruder und ich waren schon immer mit auf dem Flugplatz und konnten es kaum erwarten, endlich selbst fliegen zu dürfen“, erinnert sich der 43-Jährige zurück. Am Fliegen gefällt dem Allgemeinmediziner, dass er sich vom Alltag ausklinken und alles hinter sich lassen kann. Ins Cockpit zu steigen und mit seiner Yak-54 in die Lüfte aufsteigen, das bedeutet für den Vater eines Sohnes Erholung. Außerdem eröffne das Fliegen einen anderen Blickwinkel. Dieser Perspektivwechsel bedeute Freiheit.

Perspektivwechsel am Himmel
Und Perspektivwechsel gibt es beim Motorkunstflug einige. Denn präzise, aber trotzdem mit Tempo, müssen die jeweiligen Figuren in einer vorher festgelegten Abfolge an den Himmel gemalt werden – das Ganze auch noch in einem begrenzten Luftraum, der sogenannten Box. Als Benjamin Schaum mit dem Kunstfliegen begann, hatte er durchaus etwas Angst davor. Dennoch wirbt er dafür, den Kunstflug im Besonderen und die Fliegerei im Allgemeinen einfach mal auszuprobieren und mal mitzufliegen. Möglichkeiten in Gelnhausen und Langenselbold gebe es in der heimischen Region genügend. Bei der Ausbildung zum Kunstflieger sitzt zuerst ein Trainer mit im Flugzeug. In den ersten Trainingseinheiten werden die Steuereingaben geübt, denn die Handgriffe müssen sitzen. Zusätzlich muss der Pilot ein Gefühl dafür bekommen, wie sich das Flugzeug bei bestimmten Manövern verhält. Außerdem ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn das Flugzeug beispielsweise genau auf 90 Grad zu halten, sei „schwierig zu fühlen“.

Flugmanöver müssen lange geübt werden
Um bei Wettbewerben konkurrenzfähig sein zu können, ist also viel Übung nötig. „Ich bin eher Showprogramme bei zum Beispiel befreundeten Flugplätzen geflogen und habe das eher repräsentativ für den Sport gemacht. Bei Showflügen musst du nicht ganz so präzise sein. Da kommt es nicht drauf an, ob der Winkel 90 oder 85 Grad beträgt. Das heißt: Fliege ich Showprogramme, habe ich im Wettbewerb keine Chancen“, hatte der Gelnhäuser eigentlich nicht mit einer Teilnahme an der brandenburgischen Meisterschaft, die in der Kunstflieger-Szene eine Traditionsveranstaltung und so eine Art kleine deutsche Meisterschaft ist, geplant. Urlaub in den USA stand stattdessen auf dem Plan der Familie Schaum, der aber durch die Corona-Pandemie gestrichen wurde. „Meine Frau Melanie hat mich dann motiviert, die frei gewordene Zeit in das Training zu investieren und doch bei der Meisterschaft zu starten“, musste sich der Familienvater erst von seiner Frau überreden lassen. Der Lohn war der erste Platz.

Die Leidenschaft für die Fliegerei teilt also auch seine Frau, die ausgebildete Pferdewirtin ist und damit das andere Hobby der Familie aktiv betreibt – jeweils zwei Pferde und Hunde vervollständigen die Familie Schaum. „Reiten ist ein wunderschöner Ausgleich und hat auch Parallelen zur Fliegerei. Mit einem Flugzeug muss man umgehen wie mit einem sensiblen Tier“, sagt Benjamin Schaum, der seine Passion für das Fliegen und die Technik auch schon an seinen Sohn Emil weitergegeben hat.

Sohn Emil ist oft mit auf dem Flugplatz
Der zweieinhalbjährige Emil kann nämlich schon „fehlerfrei eine Maschine alleine am Motorengeräusch erkennen“, erzählt der stolze Papa von einem Tag mit dem Junior auf dem Gelnhäuser Flugplatz. Die nächste Fliegergeneration der Familie Schaum steht also schon in den Startlöchern. Quelle: ‚OP-Online.de‚.

US-Fliegerlegende Chuck Yeager ist tot

Der US-Fliegerveteran und ehemalige Testpilot Charles Elwood „Chuck“ Yeager, der 1947 als erster Mensch mit einem Flugzeug die Schallmauer durchbrach, ist tot. Er starb am Montag im Alter von 97 Jahren, wie seine Frau Victoria auf dem offiziellen Twitteraccount Yeagers mitteilte. „Amerikas größter Pilot“ sei gestorben, schrieb Yeagers Gattin. Er hinterlasse ein unvergessliches Erbe von „Stärke, Abenteuer und Patriotismus“. Yeager war im Zweiten Weltkrieg Flieger und blieb nach dem Kriegsende als Testpilot in der US Air Force. Am 14. Oktober 1947 unternahm er mit dem raketengetriebenen Flugzeug Bell Aircraft X-1 den Rekordflug. Er erreichte eine Geschwindigkeit von 1125 km/h und durchbrach damit die Schallmauer. Auch später erreichte Yeager als Flieger noch weitere Bestmarken. Der Schriftsteller Tom Wolfe setzte Yeager sowie anderen Piloten und US-Raumfahrern mit dem Roman „The Right Stuff“ (deutscher Titel „Die Helden der Nation“) 1979 ein literarisches Denkmal. Das Buch wurde vier Jahre später verfilmt, wobei Sam Shepard die Rolle von Chuck Yeager spielte. Quelle: ‚Tagesspiegel‚.

Tilo hebt ab

Michael Meints erfüllt Sechsjährigem nach Tod des Vaters den Traum vom Fliegen. Der Flug ist gebucht. Ende März 2021 geht der Wunsch von Tilo Jehl aus Hemslingen in Erfüllung. Der Sechsjährige hat vor knapp einem Jahr, am 11. Dezember 2019, seinen Vater Benny bei einem Autounfall verloren. Seitdem möchte der Junge fliegen, um seinem Vater noch einmal ganz nah zu sein – doch wegen der Corona-Pandemie platzt die für Oktober geplante Reise nach Mallorca. Für Tilo eine große Enttäuschung. „Für ihn besteht kein Zweifel daran, dass sein Papa da oben im Himmel ist“, erklärt Mutter Ina Jehl, die sich an die Wunschbox-Redaktion der Rundschau gewandt hat.

Etwa 50 Piloten melden sich nach dem Aufruf am vergangenen Wochenende, und Tilo trifft eine Herzensentscheidung für Michael Meints aus Heeslingen. Denn im Sommer 2019 kam dessen Sohn Marek bei einem Unfall ums Leben. „Michael weiß deshalb am besten, wie ich mich fühle, und ich weiß, wie er sich fühlt – niemand sollte so früh einen lieben Menschen verlieren“, findet Tilo, dessen Vater nur 42 Jahre alt geworden ist.
Der Erstklässler und seine Mutter erhalten in den vergangenen Tagen viel Zuspruch, tröstende Worte bei Facebook, per E-Mail, telefonisch, aber auch persönlich. „Es ist für mich ungewohnt, dass mich so viele Menschen ansprechen, und beeindruckend, dass so viele bereit sind, mich mitzunehmen. In der Schule haben mich sogar einige Kinder gefragt, wie man in die Zeitung kommt, und hatten selbst ganz viele Ideen, was sie sich wünschen würden“, berichtet Tilo. Auch ein pädagogischer Mitarbeiter der Schule bietet ihm an, ihn in seinem Segelflugzeug mitzunehmen. Doch da ist die Entscheidung bereits gefallen.

Tilo freut sich riesig auf seinen großen Tag. „Wenn wir da oben sind, dann möchte ich mit Mama und meinem Schnuffeltuch Nils kuscheln und Papa am Himmel suchen. Engel sind zwar unsichtbar, aber vielleicht kann ich ihn spüren“, hofft der Junge. Seine Mutter ist gerührt von der großen Hilfsbereitschaft der Menschen: „Uns bedeutet es wirklich viel, dass so viele Piloten uns ganz selbstverständlich und selbstlos mit in Lüfte nehmen möchten. Ich bin dankbar und sprachlos. Seit Sonntag läuft das Postfach heiß. Ich hatte gedacht, es wäre schon toll, wenn wir überhaupt Antworten bekommen, aber mit 50 tollen Flugangeboten haben wir wirklich nicht gerechnet. Leider konnten wir uns nur für eins entscheiden, aber es gab auch nach der Absage unsererseits noch einige tolle Angebote, die Tilo in Zukunft wahrnehmen kann.“ Der Grundschüler freut sich zudem über ein Geschenk: Ein Paar hat ihm ein knallblaues Sparschwein namens Fritz-Jochen überreicht, das mit Kleingeld gefüllt ist und in sein Kinderzimmer eingezogen ist. „Tilo kann sich damit einen kleinen Extra-Wunsch erfüllen“, freut sich Ina Jehl. Als Michael Meints von Tilos Wunsch erfahren hat, war für den 50-Jährigen sofort klar, dass er helfen möchte: „Zum einem, weil ich selbst Pilot bin, und zum anderen, weil ich mich durch den frühen Unfalltod meines Sohnes ein wenig in die Situation von Tilo hineinversetzen kann.“

Es sei für ihn und seine Ehefrau wichtig, dem Leben weiterhin einen Sinn zu geben, Tilo ein wenig Ablenkung zu ermöglichen, aber auch mit der Trauer aktiv umzugehen sowie scheinbar Unmögliches möglich zu machen. „Mit seinen sechs Jahren hat Tilo sein ganzes Leben noch vor sich und wird sich immer an den Dezember 2019 erinnern, aber hoffentlich auch an den Flug mit mir in den Himmel.“ Meints arbeitet für die in Hannover ansässige HDI Versicherung. Als Ausgleich zur Arbeit dort fliegt er gerne mit seiner Frau zu den Inseln oder nach Dänemark, fährt gerne Motorrad und verbringt dazu noch etwas Zeit auf dem Golfplatz. „Haus und Garten gibt es auch noch, wo es immer etwas zu tun gibt“, sagt Meints. Wie Tilos großer Tag verlaufen soll, hat er sich bereits genau überlegt: „Ich werde mit dem Flugzeug zum Flugplatz nach Rotenburg kommen und Tilo den Flieger zeigen.“ Dort erwartet den Jungen auch Achim Figgen, Geschäftsführer des Flugplatzes: „Wir können uns dann die Start- und Landebahnen anschauen, die eine oder andere Flugzeughalle und natürlich auch den Flugleitungs-Tower, bevor es dann in die Luft geht.“ Meints fliegt mit Tilo, Mutter Ina und Schnuffeltuch Nils über Rotenburg zunächst nach Hemslingen, wo der Junge sein Wohnhaus von oben anschauen kann. Über Bremen hinweg geht es weiter zum dortigen Flughafen, wo Meints eine Landung simulieren möchte, ehe es dann wieder in die Höhe geht. „Die Welt wird dann ganz klein und Tilo ist ganz nah bei seinem Papa“, so Meints. Mit ihm hat Tilo einen erfahrenen Piloten an seiner Seite. Nachdem der Heeslinger 2007 auf dem Flug von Karlshöfen nach Wangerooge mit seinem Piloten ins Gespräch kommt, erwirbt er selbst eine Privatpilotenlizenz. Die Ausbildung schließt er im Mai 2008 erfolgreich ab. Seitdem fliegt er mit Begeisterung und Routine – aber wenn er Ende März mit Tilo abhebt, wird es für beide etwas ganz Besonderes. Quelle: ‚Dennis Bartz in der Rotenburger Rundschau‚.

Ursache für Eurofighter-Absturz gefunden

Im Sommer 2019 krachen zwei Flugzeuge der Bundeswehr bei einer Flugübung ineinander und stürzen über einem Waldstück in der Mecklenburgischen Seenplatte ab. In einem Abschlussbericht wird nun davon ausgegangen, dass der Verunglückte selbst den Pilotenfehler begangen hat. 17 Monate nach dem Eurofighter-Unglück mit einem getöteten Piloten über der Mecklenburgischen Seenplatte hat die Staatsanwaltschaft alle Ermittlungen zu dem Fall eingestellt. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass einer der beiden anderen Piloten einen Fehler gemacht habe, sagte Andreas Lins als Sprecher der Behörde nun der Deutschen Presse-Agentur. Die Entscheidung stütze sich auf eigene Ermittlungen und den Abschlussbericht des Generals Flugsicherheit. Demnach sei ein Pilotenfehler des tödlich Verunglückten die Ursache des Absturzes vom 24. Juni 2019.

Damals waren über dem Fleesensee bei einem Luftkampfmanöver drei Eurofighter-Kampfflugzeuge eines Geschwaders aus Laage (Landkreis Rostock) unterwegs. Zwei Maschinen stießen zusammen. Der dritte Pilot flog zurück nach Rostock-Laage. Die brennenden Wracks stürzten nur wenige hundert Meter neben Nossentiner Hütte auf ein Feld und nahe Silz und Nossentin in ein Waldstück an einer Straße mit touristischem Radweg. Ein 27 Jahre alter Pilot starb. Dieser habe offenbar nicht den Sicherheitsabstand zu den anderen beiden Eurofightern, die an der Flugübung beteiligt waren, eingehalten und sei in deren Flugbahnen eingeflogen. Dabei kollidierten zwei Maschinen. Die Staatsanwaltschaft kam damit zum selben Ergebnis wie der Abschlussbericht des Generals Flugsicherheit der Bundeswehr. Der Pilot des zweiten abgestürzten Eurofighters, ein 51-jähriger Fluglehrer, konnte sich mit dem Schleudersitz aus seiner Maschine katapultieren. Er wurde mitsamt seinem Fallschirm von Rettungskräften in einer Baumkrone gefunden. Quelle: ‚NTV‚.

Pilot landet zwischen Autos

Das Flugzeug wurde in der Dunkelheit mitten im laufenden Verkehr sauber aufgesetzt. Der Flieger hatte einen Motorschaden. Ein Pilot hat sein Kleinflugzeug in der Dunkelheit mitten im laufenden Verkehr auf einer Autobahn im US-Bundesstaat Wisconsin gelandet. Die einmotorige Maschine setzte sauber in einer Lücke zwischen fahrenden Autos auf, wie auf Bildern einer Verkehrskamera zu sehen ist, die am Donnerstag (Ortszeit) von der Verkehrsbehörde veröffentlicht wurden. Danach fuhr das abbremsende Flugzeug auf einen Wagen auf, der nicht schnell genug Platz machen konnte. Niemand wurde verletzt.

Flugzeug hatte Motorschaden
Später stellte sich heraus, dass der Pilot ein erfahrener Luftakrobat war. Der 52-Jährige habe die USA bei mehreren internationalen Wettkämpfen vertreten, berichtete der TV-Sender CBS. Nach ersten Erkenntnissen habe sein Flugzeug einen Motorschaden gehabt, berichtete bei Facebook eine örtliche Polizeigewerkschaft, die Fotos von dem Auffahrunfall veröffentlichte. In den USA passiert es immer wieder mal, dass Kleinflugzeuge bei Problemen auf Autobahnen landen. Quelle: ‚Kleine Zeitung‚. Video.

US-Militärflugzeug auf dem Gauligletscher

Im November 1946 stürzte die «Dakota» auf dem Gletscher des Gemeindegebiets Innertkirchen ab. Ein Forschungsteam hat nun berechnet, dass die grössten Teile des Wracks bereits in den kommenden Jahren auftauchen werden. Vor 74 Jahren, am 19. November 1946, stürzte bei dichtem Nebel eine amerikanische Militärmaschine des Typs Dakota C-53 auf den Gauligletscher des Gemeindegebiets Innertkirchen ab. Das Flugzeug befand sich auf dem Flug von Tulln bei Wien via Marseille nach Pisa. Bei dem Unfall gab es Verletzte. Die Rettungsaktion, welche gleichzeitig auch die Geburtsstunde der fliegerischen Gebirgsrettung war, fand weltweit sehr grosse Beachtung und Anerkennung. Das Flugzeugwrack wurde danach eingeschneit und versank im Eis – und verscholl. Im August 2012 entdeckten drei Bergsteiger einen Propeller der Dakota, welcher durch die Luftwaffe geborgen wurde. Seither tauchten stückchenweise Teile wieder auf. Dass der Gletscher bald noch mehr Teile des Wracks freigeben wird, fand ein Team von Forschenden der ETH und Universität Zürich gemeinsam mit dem Labor Spiez und der Schweizer Armee anhand von radioaktivem Material in Eisproben heraus.

Halbe Tonne Eis entnommen
Die Atomwaffentests der USA und Russland der 1950er- und 1960er-Jahre hinterliessen radioaktive Spuren im Gletschereis. Diese Rückstände erlauben Wissenschaftlern, das Eis zu datieren und die Fliessbewegung des Gletschers zu rekonstruieren. Mit einem Computermodell berechneten die ETH-Forschenden, wo die Soldaten in den Gletscher bohren mussten, um Eis aus der Zeit des Kalten Krieges zu gewinnen. Während die Forschenden für die erste Bohrkampagne mit ihren Vorhersagen die richtigen Stellen nicht tupften, gelang dies bei der zweiten Kampagne im Sommer 2019, wie die ETH Zürich mitteilte. So entnahmen die Soldaten dem Gletscher fast eine halbe Tonne Eis an insgesamt 200 Punkten, das anschliessend auf radioaktive Elemente untersucht wurde. «In den Bohrkernen der zweiten Kampagne sind die zwei Hauptpeaks der Verschmutzung mit radioaktiven Stoffen aus den Jahren 1957 und 1962 gut zu erkennen, bevor die Kontamination dann nach 1963 abrupt abbricht», sagte Guillaume Jouve von der ETH und der Uni Zürich.

Schneller als gedacht
Die Daten erlaubten es den Forschenden, ihr Fliessmodell für den Gauligletscher zu verfeinern. Demnach bewegen sich die Eismassen schneller talwärts, als man bisher dachte, wie sie im Fachmagazin «The Cryosphere» berichten. Und: Die Daten lassen die Herzen mancher Gletscherarchäologen höherschlagen. Denn das Team kam zum Schluss, dass die grössten Teile des Dakota-Wracks nahe der bisherigen Funde wohl eher als vermutet wieder zum Vorschein kommen werden. Quelle: ‚Jungfrau Zeitung‚.

Elektroflug-Pionier im Interview

Marco Buholzer ist mit einem Elektroflugzeug von Schänis bis nach Norddeutschland geflogen und hat dabei sechs Weltrekorde aufgestellt. Hier finden Sie das ausführliche Interview aus der ‚Südostschweiz‚ mit ihm.

»Landshut« soll doch nach Friedrichshafen

Unerwartete Wende einer Regierungsposse: Das Wrack der 1977 entführten Lufthansa-Maschine »Landshut« soll jetzt doch am Bodensee ausgestellt werden. Die Haushälter des Bundestags gaben in der Nacht 15 Millionen Euro frei. Jahrelang hatte die Bundesregierung nach einem geeigneten Standort für die legendäre Lufthansa-Maschine gesucht, jetzt zeichnet sich eine Lösung ab: Die »Landshut« soll in Friedrichshafen am Bodensee ausgestellt werden. Das habe der Haushaltsausschuss des Bundestages entschieden, teilte der stellvertretende Vorsitzende Martin Gerster (SPD) mit. »In seiner heutigen Sitzung hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages 15 Millionen Euro zur Umsetzung des Ausstellungskonzepts zur ›Landshut‹ in Friedrichshafen zur Verfügung gestellt«, schrieb Gerster. SPIEGEL-Informationen zufolge hatte sich das Bundesinnenministerium in den Streit um die »Landshut« eingemischt, nachdem die Suche der zuständigen Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) ergebnislos verlaufen war. Grütters hatte zuletzt sogar das Bundesverteidigungsministerum um Amtshilfe gebeten und das militärhistorische Museum der Bundeswehr in Berlin-Gatow als Standort prüfen lassen.

Doch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sperrte sich gegen den Bundeswehr-Standort, wie der SPIEGEL berichtete. Hintergrund waren Bedenken der Überlebenden des Geiseldramas, die ein Militärmuseum für unangemessen hielten, schließlich wurde das Flugzeug im Oktober 1977 von der GSG-9, einer Elitetruppe der Polizei, befreit. Dem Vernehmen nach hat der Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, hinter den Kulissen mit daran gearbeitet, dass sich das für die GSG-9 zuständige Bundesinnenministerium der »Landshut« annimmt. Regierungskreise bestätigten dem SPIEGEL, dass Friedrichshafen jetzt doch den Zuschlag erhalten könnte.

Es wäre in mehrerlei Hinsicht eine überraschende Wende. Das Wrack der Lufthansa-Maschine wurde 2017 vom damaligen Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) aus Brasilien nach Deutschland zurückgeholt. Gegen den Rat seiner Beamten entschied sich Gabriel voreilig für das Dornier-Museum in Friedrichshafen. Doch der damalige Museumsdirektor David Dornier, Enkel des berühmten Flugzeugbauers Claude Dornier, konnte die Betriebskosten nicht schultern. Weil auch das Kulturstaatsministerium die Kosten nicht übernehmen wollte, erteilte Grütters Dornier eine Absage.

Nachdem die Haushälter das Geld freigegeben haben, ist David Dornier jetzt zurück im Spiel. Allerdings in einer etwas anderen Konstruktion als ursprünglich mit Sigmar Gabriel vereinbart. Als Direktor des Familienmuseums wurde er nämlich kürzlich abgesetzt, der Ausstellungshangar für die »Landshut« soll jetzt auf einem Grundstück neben dem Dornier-Museum errichtet werden, das David Dornier gehört. Unterstützung kommt von Überlebenden und Historikern. »Das ist die vernünftigste aller denkbaren Lösungen«, sagt Martin Rupps, der sich schon vor Jahren für einen Erinnerungsort an die dramatischen Ereignisse des sogenannten Deutschen Herbsts starkgemacht hatte. Quelle: ‚Spiegel‚.

Thüringen: Kleinflugzeug-Absturz

„Beim Absturz eines Kleinflugzeugs bei Ronneburg ist am Samstag ein Mensch ums Leben gekommen“, sagte ein Polizeisprecher. „Die Ermittlungen zur Unfallursache und zur Identität des Toten laufen noch.“ Das Flugzeug war am frühen Nachmittag auf einem Feld zwischen Großenstein und der Autobahn 4 abgestürzt. Als Feuerwehr und Polizei am Unfallort eintrafen, konnten sie für den Piloten nichts tun: Er war nach ersten Informationen sofort tot. Die Untersuchungen des Flugzeugabsturzes vom 21. November zwischen Ronneburg und Großenstein dauern an. Bei dem Unglück war der Pilot ums Leben gekommen. „Drei unserer Mitarbeiter waren gleich am Samstag vor Ort“, so Roger Knoll von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) Braunschweig. Er leitet diesen Fall. Viel kann Knoll noch nicht sagen. „Teile des Wracks sind inzwischen im Labor. Der Datenspeicher ist sehr verbrannt und kaum auslesbar. Radardaten wurden angefordert.“ Ende des Jahres soll ein Zwischenbericht vorliegen. Quellen: ‚Bild-Zeitung‚ und ‚Ostthüringer Zeitung‚.

Autonom über Gleise fliegen

Quantum Systems baut leichte Drohnen für zivile und wohl bald auch für militärische Einsätze. Mit dem „Drone Port“ sollen künftig eigenständig operierende Flotten ausschwärmen. Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist 33.499 Kilometer lang. Regelmäßig wird es inspiziert; zweimal im Jahr zumindest, einmal, wenn Bäume Blätter tragen, und einmal, nachdem sie im Herbst das Laub abgeworfen haben. Unregelmäßig kommen Kontrollen etwa nach Stürmen hinzu, um beispielsweise Gleisbett und Oberleitungen auf Schäden durch Baumbruch zu überprüfen. Es ist eine Sisyphosarbeit für die DB-Inspektoren. Geht es nach Florian Seibel, übernehmen diese Aufgabe bald Drohnen. Die sollen per Autopilot gesteuert in Flottenstärke ausschwärmen und über weite Distanzen Kontrollflüge vornehmen. Seit September 2019 entwickelt der Gründer und Vorstandsvorsitzende von Quantum Systems mit der DB Fahrwegdienste, einer Tochtergesellschaft der DB Netz, eine autonom fliegende Langstreckendrohne. Das Projekt „Freerail“ wird unterstützt durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Quelle: ‚FAZ, Frankfurter Allgemeine Zeitung‚ (mit Registrierung).

Kleinflugzeug verunfallt in Memmingen

Mehrere zehntausend Euro Schaden sind am Donnerstag, 26. November, bei einem Flugzeugunfall auf dem Memminger Flughafen entstanden. Der Unfall selbst lief glimpflich ab. Aufgrund von Fahrwerksproblemen kam es am Donnerstagnachmittag auf dem Memminger Flughafen zu einem Unfall mit zwei Personen. Wie die Polizei Kempten mitteilt, wollten gegen 16 Uhr der Pilot und der Co-Pilot einer Zwei-Takt-Motor-Propellermaschine in Memmingen einen Zwischenstopp einlegen, als es beim Landeanflug zu Problemen mit dem Fuhrwerk kam. Das Kleinflugzeug landete mit dem Bauch der Maschine auf dem Rollfeld. Dabei entstand ein Schaden in Höhe von mehreren Zehntausend Euro. Aufgrund auslaufender Betriebsflüssigkeit war die Flughafenfeuerwehr im Einsatz. Die beiden Insassen wurden nicht verletzt und konnten sich selbstständig aus dem Flugzeug befreien. Quelle: ‚Südwest Presse‘.

Flugschüler erfasst bei der Landung ein Reh

Ein ungewöhnlicher Wildunfall hat sich am Sonntagabend auf dem Flugplatz Genderkingen ereignet. Ein Flugschüler absolvierte im Rahmen einer Flugausbildung mit seinem Fluglehrer eine Nachtflugstunde. Der Flug startete laut Polizeibericht um 17.15 Uhr und um 18.20 Uhr sollte das Sportflugzeug am Zielflughafen Genderkingen im Landkreis Donau-Ries wieder landen. Unmittelbar nachdem die Maschine auf der Landebahn aufsetzte, kreuzte jedoch ein Reh die Landebahn. „Das Reh kollidierte frontal mit dem Flugzeug und wurde durch den Propeller tödlich verletzt“, teilt die Polizei mit. Die Maschine konnte vom Flugschüler trotz der Kollision sicher auf der Landebahn zum Stehen gebracht werden. Am Propeller entstand ein Sachschaden von mindestens 5000 Euro. Quelle: ‚Stadtzeitung.de‚.

Liebherr-Manager Schoenemann wird DFS-Chef

5’600 Mitarbeiter kontrollieren den deutschen Luftraum. Ihr neuer Chef kommt vom Flugzeugausrüster Liebherr – und muss fehlende Gebühreneinnahmen ausgleichen. Der Liebherr-Manager Arndt Schoenemann wird neuer Chef der Deutschen Flugsicherung. Der 55-Jährige löst Klaus-Dieter Scheurle ab, der nach acht Jahren an der DFS-Spitze zum Jahresende in den Ruhestand geht, wie das bundeseigene Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Aufsichtsrat bestellte Schoenemann zum Vorsitzenden der Geschäftsführung der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH. Ihm stehen drei weitere Geschäftsführer zur Seite. Die Gesellschaft gehört vollständig dem Bund und hat ihren Hauptsitz in Langen bei Frankfurt. Mit rund 5600 Mitarbeitern kontrolliert sie den zivilen und militärischen Flugverkehr im deutschen Luftraum. Die rund 2200 Fluglotsen in den vier Zentralen sowie in den Towern an 16 internationalen Verkehrsflughäfen leiten täglich bis zu 10.000 Flüge. Schoenemann war bisher kaufmännischer Geschäftsführer des Flugzeugausrüsters Liebherr-Aerospace Lindenberg und außerdem Vize-Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Die DFS-Aufsichtsratsvorsitzende und Verkehrs-Staatssekretärin Tamara Zieschang (CDU) wies auf die besonderen Herausforderungen in der Corona-Pandemie hin. Schoenemann bringe neben einer ausgeprägten unternehmerischen Erfahrung und Führungskompetenz auch eine hohe persönliche Affinität für technische Innovationen und Luftfahrtthemen mit. Wegen der zahlreichen Ausfälle fehlen der Flugsicherung Gebühreneinnahmen in Millionenhöhe. Quelle: ‚WirtschaftsWoche‚.

Fieseler-Storch-Sammlung kommt nach Deutschland

Die berühmte Sammlung mehrerer Fieseler Störche des Schweizers Reiner Vondruska ist nach dessen überraschendem Tod im Frühjahr nun wohl en bloc verkauft worden. Der Fieseler Fi156, besser bekannt unter seinem Spitznamen Storch, ist wegen seiner Kurzstart- und Landeeigenschaften legendär. In der Schweiz hatte sich der Aviatikenthusiast Reiner Vondruska und sein Verein «Freunde des Fieseler Storch» aus Oetwil am See zum Ziel gesetzt, eines Tages eine Formation von bis zu neun Fieseler Störchen an Airshows in der Schweiz vorzuführen. Nach dem überraschenden Tod von Reiner Vondruska im Frühjahr 2020 ist die Sammlung jetzt von seinen Erben anscheinend en bloc nach Süddeutschland verkauft worden.

Technische Unterschiede
Auch wenn fast alle der insgesamt wohl bis zu neun Störche umfassenden Sammlung durch die originalgetreue Schweizer Militärlackierung aus den 1940er Jahren fast gleich aussehen, unterscheiden sie sich in der Technik teilweise deutlich. Denn ein Grossteil aller Störche wurde im Zweiten Weltkrieg nicht bei Fieseler in Kassel, sondern beim französischen Flugzeugbauer Morane-Saulnier mit einem deutschen Argus V8 gebaut. Nach dem Ende des Krieges entstanden diese Störche der Baureihen MS500 bis MS506 als Lizenzbauten mit dem Namen Criquet und französischen oder amerikanischen Sternmotoren. Zudem besitzen zwei Störche der Sammlung auch Lycoming-Motoren.

Und der «Held von Gauli»?
Was mit einem weiteren Fieseler Storch A-97 HB-EHJ, der als «Held vom Gauli» durch einen spektakulären Rettungseinsatz im November 1946 im Hochgebirge berühmt wurde, geschieht, ist derzeit wohl ungewiss. Dieses Flugzeug hing 50 Jahre im Verkehrshaus Luzern und wurde dem Oetwiler Verein «Storchenfreunde» vom Bund lediglich als Leihgabe vor einigen Jahren überlassen. Quelle: Jürgen Schelling in ‚Cockpit‚.

F/A-18 Hot Mission vor Beech-Notlandung in Sion

Am Montag, 23. November, stellten die Piloten auf einem Flug nach Frankreich Probleme am Fahrwerk fest und mussten umkehren. Die Maschine war am Montagmorgen, 23. November von Sitten aus mit Ziel St. Tropez, Frankreich gestartet. An Bord waren der Pilot und sein Co-Pilot. Während des Fluges stellten die beiden Probleme am Fahrwerk fest, wie die Kantonspolizei Wallis berichtet. Daraufhin drehte der Pilot um und flog zurück Richtung Wallis. Um das Risiko einer Explosion bei der Landung zu minimieren wurde entschieden, die Menge des Treibstoffes zu reduzieren. Das Flugzeug kreiste während mehrerer Stunden über dem Gebiet um den Flugplatz herum. Nach internationalem Standard eskortierten zwei F/A-18 der Schweizer Luftwaffe das Flugzeug. Wie die Armee auf Twitter schreibt, konnte das Flugzeug auch dank der Unterstützung durch die Luftwaffe in Sion kontrolliert notlanden. Laut dem Newsportal nouvelliste.ch soll es sich bei der Maschine um eine Beechcraft King Air 200 gehandelt haben. Das ist ein zweimotoriges Geschäftsreiseflugzeug mit Turboprop-Antrieb, einem Dutzend Sitzplätzen und einer maximalen Abflugmasse von knapp 5,7 Tonnen. Auf der Landebahn errichteten die Feuerwehr, das medizinische Personal und die Polizei ein Dispositiv, um eine möglichst sichere Landung gewährleisten zu können. Gegen 14:30 Uhr setzte das Flugzeug schliesslich zur Landung an. Das Hauptfahrwerk konnte zwischenzeitlich ausgefahren werden. Das Bugfahrwerk blieb hingegen blockiert wodurch die Maschine nach vorne auf die Nase kippte. Personen wurden beim Vorfall nicht verletzt. Quelle: ‚20 Min.‘

Flugplatz Arnsberg-Menden zwei Wochen dicht

Am Flugplatz Arnsberg-Menden wird die Start- und Landebahn erneuert und verbreitert. Deshalb heben von heute bis Ende des Monats keine Flugzeuge mehr auf dem Verkehrslandeplatz ab. Im Notfall dürfen aber noch Hubschrauber landen. Der Flugplatz Arnsberg-Menden ist 50 Jahre alt. Die Sanierung und Verbreiterung der Start- und Landebahn sollen die Sicherheit erhöhen. Das gilt für die Starts und Landungen von Propellermaschinen, wie auch von kleinen Düsenjets von einem maximalen Gesamtgewicht bis 5,7 Tonnen.

Nicht mehr Flugverkehr
Der Verkehrslandeplatz Arnsberg-Menden ist einer von zehn Schwerpunkt-Verkehrslandeplätzen für den Geschäftsreiseluftverkehr in Nordrhein-Westfalen und wird auch im Zusammenhang mit Rettungs- und Ambulanzflügen genutzt. Aus diesem Grund wird die aktuelle Baumaßnahme durch Landesmittel gefördert. An der Anzahl der Flugbewegungen pro Jahr und der Begrenzung bei der Größe der auf dem Westerberg zwischen den Dörfern Echthausen und Voßwinkel abgefertigten Maschinen ändere sich dadurch nichts. Quelle: ‚Radio Sauerland‚.