Archiv der Kategorie: Motorflug-News

Übersichtliche Kurznachrichten aus dem Motorflug.

Spanische Luftwaffe erhält ersten PC-21

Am 14. September 2021 wurden die ersten beiden PC-21 übergeben. Total 24 PC-21 wird Pilatus bis im Juni 2022 nach Spanien liefern. Anlässlich der Auslieferung sagte León-Antonio Machés, stellvertretender Generaldirektor für Beschaffungsprogramme des Ministerio de Defensa de España (DGAM): «Wir freuen uns sehr, dass wir ein so fortschrittliches Trainingssystem integrieren können. Der PC-21 wird nicht nur unsere Pilotenausbildung revolutionieren und auf ein völlig neues Niveau heben, er wird uns auch ermöglichen, die Kosten unserer Pilotenausbildung zu senken.» André Zimmermann, VP Government Aviation von Pilatus, ergänzte: «Wir freuen uns sehr, dass ab sofort der erste PC-21 in den Nationalfarben Spaniens offiziell unterwegs sein wird.” Spaniens Luftwaffe ist die dritte Luftwaffe Europas, die auf das Pilatus-Trainingssystem setzt. Quelle: ‘Pilatus‘.

Abschiedstour der Transall

Am 17. August setzte die C-160 Transall mit der Kennung 50+40 ihre Abschiedstour fort und war als letzte Maschine ihrer Art unter anderem über Nordrhein-Westfalen zu sehen. Der Flug führte vom Fliegerhorst Hohn in Schleswig-Holstein mit Zwischenlandung in Münster (ehemaliger Standort des Lufttransportkommandos), über Kalkar (Standort des Zentrums für Luftoperationen), Geilenkirchen (Standort der NATO Airborne Early Warning and Control Force E-3A) und zur Landung auf dem Fliegerhorst in Nörvenich (Standort des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 „Boelcke“). Anschließend ging es über Köln (Standort der Flugbereitschaft des BMVg) in Richtung Mosel und Frankfurt am Main (ehemaliger Standort des Amtes für Flugsicherung der Bundeswehr) mit abschließender Landung an diesem Tag in Laupheim, dem Standort des Hubschraubergeschwaders 64. Am Folgetag, dem 18. August, wurde der Abschiedsflug der 50+40 über Standorten in Süd- und Ostdeutschland fortgesetzt und endete in Hohn, dem alten Standort des LTG 63.

Diese letzte der einst 90 Maschinen wird im November als Denkmal in der Offizierschule der Luftwaffe in Roth bei Nürnberg aufgestellt. Das LTG 63 in Hohn wurde im Dezember offiziell außer Dienst gestellt. Die durch die Außerdienststellung der Transall entstandene Fähigkeitslücke beim geschützten taktischen Lufttransport unter Nutzung von Flugplätzen mit geringer Infrastruktur und unbefestigten Pisten wird durch den Aufbau der deutsch-französischen Lufttransportstaffel in Evreux/Frankreich mit insgesamt zehn Luftfahrzeugen vom Typ C-130J „Super Hercules“ geschlossen. Sie dienen unter anderem der Wahrnehmung von Aufgaben im Rahmen des Nationalen Risiko- und Krisenmanagements (NatRKM) sowie der Unterstützung von Operationen von Spezialkräften. Quelle: ‘esut.de‘.

Frequenzen von Europas Flugplätzen

Hier finden Sie eine kostenlose, aktuelle PDF-Datei mit allen europäischen Flugplatz-Frequenzen zusammengestellt. Durchsuchbar, alphabetisch sortiert und zum Ausdruck vorbereitet (Registrierung bei flieger.news).

Neue Plattform für Drohnenpiloten

Mit UAS.gate hat das BAZL eine neue Plattform für Drohnenpilot/innen aufgeschaltet. Sie können sich hier auf noch freiwilliger Basis registrieren sowie einen Onlinelehrgang mit Test absolvieren. Vorläufig ist diese Dienstleistung noch kostenlos. Das Zertifikat wird im europäischen Ausland noch nicht anerkannt. Die Schweiz kann bekanntlich die neue europäische Drohnenregulierung noch nicht übernehmen. Diese sieht für Drohnen ab 250g Fluggewicht eine Registrierung des Piloten sowie ein Onlinetraining und eine Onlineprüfung vor. Seit dem 16. August ist es nun trotzdem möglich, sich auf freiwilliger Basis über die Plattform UAS.gate auch in der Schweiz zu registrieren und den Onlinekurs sowie den Onlinetest zu absolvieren.

Das momentan noch freiwillige Zertifikat ist allerdings in der EU nicht gültig, da die Schweiz die dazugehörende EU-Verordnung noch nicht übernehmen konnte. Wer im Ausland eine Drohne oder ein Modellflugzeug betreiben will, muss sich grundsätzlich in dem EU-Staat registrieren, in welchem die erste Operation stattfinden soll. Das Training und die Prüfung kann aber je nach Muttersprache auf einer anderen europäischen Plattform absolviert werden, für Deutschsprachige beispielsweise in Deutschland oder Österreich.

Eine Registrierung auf freiwilliger Basis lohnt sich nicht nur aus Kostengründen. Wer nach der Registrierung das momentan ebenfalls kostenlose Onlinetraining und den Test absolviert, kann sich intensiver sowohl mit allgemein gültigen Sicherheitsthemen wie den spezifischen Vorschriften der neuen EU-Regulierung auseinandersetzen. Zudem bietet das Register auch Vorteile für alle, die am Swiss U-space Programm teilnehmen. Wenn die Schweiz die europäische Drohnenregulierung übernehmen kann, wird die freiwillige Registration selbstverständlich in der Schweiz wie in der EU akzeptiert. Registrierung und Onlinetest werden ab diesem Zeitpunkt aber kostenpflichtig. Quelle: ‘BAZL‘.

Die Plattform UAS.gate bietet zwei Services an:

  • Registration als Drohnenbetreiber/in
  • Zertifizierung als Drohnenpilot/in

Wingwalker plane crashes in Poole Harbour

Eyewitnesses say it was a “miracle” no one was seriously injured after a wing walker biplane crashed in Poole Harbour, just feet from numerous pleasure craft. The aircraft, part of the Aerosuperbatics display team, had been thrilling the crowds at the Bournemouth Air Festival just minutes earlier. Both of the people on board, the pilot and the wing walker, were rescued safely. Source: ‘BournemouthEcho.co.uk‘.

Doppeldecker überschlägt sich

Im Aargau musste am Sonntag, 5. September, ein Doppeldecker zu einer Notlandung ansetzen. Dabei überschlug sich die Maschine – der 51-jährige Pilot blieb unverletzt. Der Flug von Beromünster LU hätte eigentlich zum Flugfeld Birrfeld AG geführt. Doch während dem Flug stellte der Pilot (51) einen Leistungsabfall des Motors fest. Er entschloss sich daher für eine Notlandung. Laut der Kantonspolizei Aargau überschlug sich die Maschine beim Landemanöver. Der Pilot blieb unverletzt. Er wurde dennoch zur näheren Abklärung in Spitalpflege verbracht. Die Ursache des Leistungsabfalls ist bislang unbekannt. Quelle: ‘Blick‘.

Online-Tool für Genehmigung von ‘unmanned aircraft’-Flügen im kontrollierten Luftraum

Skyguide hat den digitalen Flugplanungs- und Luftraumgenehmigungsdienst für Drohnen und andere Sonderflüge schweizweit eingeführt. Nach einer Einführungsphase in Genf, Lugano, Dübendorf und Zürich ist der Online-Dienst in der ganzen Schweiz verfügbar und ist Teil der Schweizer U-Space-Einführung. Die Online-Abwicklung erleichtert Skyguide die Bearbeitung von Anträgen für Flüge im kontrollierten Luftraum.

Betreiber von unbemannten Luftfahrzeugsystemen (Englisch: UAS – Unmanned Aircraft Systems) in der ganzen Schweiz können mit einer einfach zu bedienenden Webanwendung Online-Anträge für die Genehmigung von Flügen im kontrollierten Luftraum stellen. Skyguide kann sowohl Ein-Klick- wie auch mehrstufige Genehmigungen verarbeiten und digitale Ausnahmegenehmigungen ausstellen.

Die digitale Lösung zur Koordinierung und Genehmigung von Sonderflügen reduziert die Bearbeitungszeit für Genehmigungen, verringert den Verwaltungsaufwand des Büros für Sonderflüge von Skyguide und ermöglicht den Betreibern von UAS und anderen Sonderflügen einen sicheren und effizienten Zugang zum kontrollierten Luftraum. Quelle: ‘Skyguide‘.

Unsichere Zukunft von Avgas 100LL

Mit Hilfe der „Piston Aviation Fuels Initiative“ versuchen die Luftverkehrsbehörde FAA und die Industrie in den USA bereits seit Jahren einen neuen bleifreien Nachfolgekraftstoff zu entwickeln, um dann das Avgas 100LL, das von verschiedenen Umweltgruppen angegriffen wird, vom Markt nehmen zu können. Allerdings liefert das PAFI-Projekt trotz jahrelanger Forschung und Entwicklung noch nicht die gewünschten Ergebnisse, die Aufgabe einen ohne weiteren Aufwand 1:1 austauschbaren Nachfolger zu finden ist offenbar nicht trivial.

Im besten Fall hat das für den Endkunden gar keine Konsequenzen: Die Authorisierung für TEL erfolgt, die Substanz darf weiter importiert und verarbeitet werden, in der Zwischenzeit wird entweder bei PAFI in den USA oder in Europa eine längst überfällige bleifreie Treibstoffalternative entwickelt und am Markt eingeführt.

Im schlechtesten Fall erfolgt eine Authorisierung von TEL nicht, weil sie entweder nicht von der Industrie beantragt, oder von den Behörden nicht gewährt wird. Auch ein das Gesamtproblem auflösender bleifreier Nachfolgetreibstoff wird nicht rechtzeitig entwickelt. In diesem Fall dürfte TEL nach einer Übergangszeit, ab dem sog. „Sunset Date“ im Herbst 2024, nicht mehr als reine Substanz in die EU eingeführt werden, nur noch als 1 Promill-Verdünnung im Avgas. Das wiederum hätte zur Folge, dass das europäische Avgas 100LL in der nächsten verfügbaren Raffinerie außerhalb der EU – die wäre derzeit in den USA – produziert und dann nach Europa verbracht werden müsste. Das könnte nach ersten Schätzungen den Preis von Avgas 100LL um bis zu einem Euro pro Liter verteuern und damit aus dem Markt nehmen.

Was sollten Sie als Betroffene machen? Sie sollten sich erkundigen, ob Ihr Motor vielleicht schon mit unverbleitem Avgas UL 91/96 betrieben werden kann. Vor der Anschaffung eines neuen Flugzeugs sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob Sie das unbekannte Ausfallrisiko der Avgas 100LL Versorgung auf sich nehmen, oder auf ein Flugzeug zurückgreifen, das kein Avgas 100LL benötigt. Dann sind Sie auf der sicheren Seite. Die nächsten Wochen und Monate werden uns einer Entscheidung näherbringen. Wir werden uns weiterhin gemeinsam mit den anderen Verbänden Gehör verschaffen und Sie informiert halten. Quelle: ‘AOPA‘.

Touch & go mit Kontrollverlust

Beim dritten touch-and-go verliess das Flugzeug nach einer unauffälligen Landung die Pistenmittellinie nach links, kurz nachdem der Flugschüler wieder Gas gegeben hatte. Das Flugzeug bewegte sich sodann auf den linken Pistenrand zu. Als der Flugschüler feststellte, dass ein Überrollen des linken Pistenrandes nicht mehr zu verhindern war, brach er den Startvorgang ab und betätigte die Radbremse. Dabei kippte das Flugzeug nach vorne rechts und es kam zum Bodenkontakt des rechten Flügelrandbogens und des Propellers. Kurz nach dem Verlassen der Piste überschlug sich das Flugzeug nach vorne und kam auf dem Rücken liegend zum Stillstand. Der Pilot konnte das Flugzeug unverletzt und aus eigener Kraft verlassen. Quelle: ‘SUST‘.

Hermeline helfen, den Luftraum zu sichern

Der Flugplatz Meiringen hat neue tierische Helfer. Im Rahmen eines Projekts angelockte Hermeline jagen Mäuse und halten so Greifvögel aus dem Luftraum fern. Der Militärflugplatz zwischen Meiringen und Unterbach im Berner Oberland hat mehrere Pisten umgeben von grasgrünen Wiesen. Diese sind jedoch ein idealer Lebensraum für Feld- und Wühlmäuse, die ihrerseits Raubvögel anziehen. Um das zu verhindern, setzen die Betreiber seit einigen Jahren eine neue Wunderwaffe ein: Hermeline. Milane und andere geschützte Greifvögel im Luftraum des Flugplatzes können jedoch schnell zum Problem werden: Wo ein Zusammenstoss für einen Milan tödlich endet, kann er auch ein Risiko für Pilot und Flugzeug darstellen. Wie die «Berner Zeitung» (BZ) berichtete, hat man daher im Jahr 2019 rund um den Flugplatz Meiringen Steinhaufen angelegt. Diese ziehen als idealer Unterschlupf Wiesel an, die dann ihrerseits die Mäusepopulation reduzieren. Nun wurde überprüft, ob das Projekt ein Erfolg war. Schon 2020 fanden die Spezialisten, dass in drei Vierteln aller Steinhaufen Spuren von Hermelinen gefunden. Und diese erledigten ihren Job als Mäuse-Wächter für den Flugplatz Meiringen tadellos. Gemäss BZ beobachteten die Pistenwarte seit dem Einzug der Wiesel «weniger oder zumindest nicht mehr Vögel». Quelle: ‘nau.ch‘.

Neuer Flieger macht weniger Lärm

Jahrelang haben Anwohner in den Maintalgemeinden rund um den Flugplatz am Schenkenturm in Würzburg über Lärm geklagt. Doch mit dem neuen Schleppflugzeug für Segelflieger hat sich die Situation nun offenbar verändert. Der Flugsportclub Würzburg (FSCW) hat sein neues Schleppflugzeug für Segelflieger offiziell vorgestellt. Der Ultraleicht-Flieger soll deutlich leiser sein als das bisherige Modell. Zu der Anschaffung kam es unter anderem, weil sich seit Jahren Anwohnerinnen und Anwohner in den Maintalgemeinden rund um den Würzburger Flugplatz Schenkenturm über Ruhestörungen beklagt haben. Ralf Petzold von der Bürgerinitiative “Leiser” beschreibt es so: “Die Hauptprobleme waren an Sonn- und Feiertagen, wenn man im Sommer im Garten sein wollte, aber dann ungefähr alle zehn Minuten eine alte Knatterkiste über die Gärten geflogen ist.”

Keine Ruhestörung mehr durch das neue Flugzeug
Michael Hoffmann, der Vorsitzende des Flugsportclubs Würzburg, kann die Beschwerden sogar nachvollziehen: “Es ist eigentlich immer ein großer Disput zwischen den Flugplätzen und den Leuten, die an den Flugplätzen wohnen. Es ist einfach Lärm, wenn die Flieger starten und landen.” Aber mit dem neuen Schleppflugzeug hat sich das laut Hoffmann geändert. “Wir haben, seitdem wir die neue Maschine haben, bereits 330 Schlepps gemacht und keine einzige Beschwerde gehabt.” Sonst sei es üblich, dass sich jedes Wochenende jemand telefonisch beim Verein beschwere.

Hoffmann: “Das neue Flugzeug ist halb so laut”
Die Maintalgemeinden haben sich an der Finanzierung beteiligt. Insgesamt hat die Anschaffung des neuen Schleppflugzeugs rund 160.000 Euro gekostet. Finanziert wurde der Flieger zur Hälfte vom Flugsportclub und zur anderen Hälfte von den Gemeinden Veitshöchheim und Margetshöchheim sowie der Stadt und dem Landkreis Würzburg. Thomas Ort vom Bürgerverein Unterdürrbach freut sich darüber. “Es war auf jeden Fall eine sehr gute Investition. Auch wenn es schwierig war, weil es laute Stimmen gab, die dagegen waren, kommunale Steuergelder in einen privat geführten Flugsportclub zu investieren. Aber es ging bei der Sache nicht um die Investition in einen Flugsportclub, sondern um die Bevölkerung. Von daher war das ein enorm wichtiges Projekt”, meint Ort.

Bürgerinitiative wünscht sich ein angepasstes Flugverhalten
Ralf Petzold von der Bürgerinitiative “Leiser” wünscht sich, dass sich in Zukunft nicht nur die Maschine bewährt, sondern auch das Flugverhalten angepasst wird. “Wie man landet und startet, ist eine Sache, bei der man viel beeinflussen kann. Die Leute in der Umgebung sollten dabei berücksichtigt werden”, sagt Petzold. Quelle: ‘BR24.de‘.

Lärmstreit um Schwabacher Flugplatz

In den Ortsteilen um den Schwabacher Flugplatz gärt seit Jahren ein Lärmstreit. Anwohner sagen, es werde immer schlimmer. Die Piloten dagegen beteuern, sich an die Regeln zu halten. Jetzt droht sich der Konflikt erneut zuzuspitzen. Wenige Kilometer südlich von Schwabach liegt der Flugplatz Schwabach-Büchenbach. Der Lärm der Propellermaschinen ist einigen Anwohnerinnen und Anwohnern der umliegenden Ortsteile seit Jahren ein Dorn im Auge. Sie werfen den Pilotinnen und Piloten vor, sich oftmals nicht an die geltenden Regeln zu halten. Die Fliegerinnen und Flieger dagegen beteuern, den Lärmschutz ernst zu nehmen und sich nachweislich an die Vorgaben zu halten.

Massive Klagen über Fluglärm
Seit Jahren klagen Anwohnerinnen und Anwohner der umliegenden Ortschaften über den Fluglärm. Sie haben sich zu einer Interessensgemeinschaft zusammengeschlossen. Der Lärm betreffe unter anderem Gauchsdorf, Breitenlohe und Aurau. Vor allem aber Götzenreuth. Hier wohnen auch Gerhard und Ute Preißinger. Am etwa eineinhalb Kilometer entfernt liegenden Flugplatz würden vor allem am Wochenende viele Flieger starten, sagen sie. “Es sind Stunden dabei, da haben wir zwischen fünf und zwölf Starts”, schildert Gerhard Preißinger. Teils würden selbst an Sonntagen die Flieger “im Drei-Minuten-Takt” in die Luft gehen. Das Hauptproblem sei die Dauerbelastung. Teils könne man sich am Wochenende wegen des Fluglärms nicht mehr normal auf der Terrasse unterhalten, sagt Ute Preißinger.

Piloten weisen Vorwürfe zurück
Angesichts der jährlich rund 4.000 bis 5.000 Starts und Landungen am Flugplatz Schwabach-Büchenbach beteuern die Pilotinnen und Piloten, sie seien sich des Lärmproblems prinzipiell bewusst. Deshalb habe man sich in den vergangenen Jahren “sehr bemüht, auf die Probleme der Anwohner einzugehen”, so Hans Rogenhofer, Vorstand der Fliegervereinigung Schwabach e.V. Das sei unter anderem der Grund dafür gewesen, dass man vor ein paar Jahren rund 300.000 Euro investiert habe, um die Landebahn ein Stück weit vom Ort weg zu verlegen.

Beschwerden und Anzeigen ohne Ergebnis
Seit Jahren gehen beim zuständigen Luftamt Nordbayern immer wieder Beschwerden und Anzeigen ein, etwa weil die Flieger laut den Anwohnerinnen und Anwohnern direkt über die Ortschaften geflogen seien. Die Pilotinnen und Piloten weisen diesen Vorwurf von sich. “Bisher war in keinem einzigen Fall dieser Anzeigen ein Pilot der Fliegervereinigung beteiligt. Das konnte nie nachgewiesen werden”, so Hans Rogenhofer. Er könne aber nicht ausschließen, dass ortsfremde Piloten teils von der sogenannten Platzrunde abweichen und der Wohnbebauung zu nahekommen. Die Platzrunde gibt eine Route vor, bei der die umliegenden Ortschaften umflogen werden.

Wie gut sind Flugverstöße nachweisbar?
Wenn Beschwerden eingehen oder Anzeigen erstattet werden, werden diese vom Luftamt Nordbayern geprüft. Im vergangenen Jahr war das laut der Behörde zehn Mal der Fall. Dabei wurden “keine Verstöße” festgestellt. In den Vorjahren ohne corona-bedingte Einschränkungen habe es zwar mehr Beschwerden gegeben, heißt es. Ein Fehlverhalten der Pilotinnen und Piloten habe man aber so gut wie nie feststellen können. Laut Anwohner Gerhard Preißinger liegt das auch daran, dass viele Flieger ihren Transponder ausschalten und somit die Flugroute nicht aufgezeichnet wird. Dann sei es für die Anwohner kaum möglich, ein Fehlverhalten nachzuweisen. Laut Luftamt Nordbayern ist die Flugroute aber auch bei ausgeschaltetem Transponder nachvollziehbar: über das sogenannte Primärradar. Dieses Radar erfasse bis auf Ausnahmen – etwa topografisch bedingt – “Flugbewegungen aller Luftfahrzeuge”.

Entspannung oder Zuspitzung?
Trotz vieler Gespräche ist der Streit um den Fluglärm am Flugplatz Schwabach-Büchenbach nicht aus der Welt. Immerhin: seit Anfang August gilt eine neue Platzrunde. Diese soll die Flieger künftig an Götzenreuth vorbeiführen und so für weniger Lärm sorgen. Dem Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohner nach flugfreien Tagen am Wochenende hat die Fliegervereinigung bereits eine Absage erteilt. Die lärmgeplagten Bürgerinnen und Bürger überlegen indessen, ob sie wegen der verhärteten Fronten nicht gar auf eine Schließung des Flugplatzes pochen.

Bundesumweltamt: Lärm kann krank machen
Dass Lärm prinzipiell krank machen kann, bekräftigte das Bundesumweltamt zuletzt im März. “Schall wirkt auf den gesamten Organismus, indem er körperliche Stressreaktionen auslöst”, heißt es auf der Internetseite der Behörde. Die Folge sein könnten unter anderem Bluthochdruck, Schlafstörungen oder ein höheres Herzinfarktrisiko. Quelle: ‘BR24.de‘.

Ferry-Pilot Margrit Waltz

Margrit Waltz hat sich mit ihrem Beruf einen Traum erfüllt. Sie ist sogenannte Ferry-Pilotin und überführt Kleinflugzeuge rund um den Globus. Mit nur einem Propeller und einem Motor fliegt sie oft tausende Kilometer durch Gewitter und Eisregen – eine lebensgefährliche Arbeit. Niemand hat den Atlantik in kleinen Propellermaschinen öfter überquert als sie. Auch deshalb wurde Margrit zur Ikone, in einer sonst rauen Männerwelt. Zu Beginn ihrer Karriere hatte man nicht an ihren Erfolg geglaubt – inzwischen wird sie von ihren Kollegen ehrfurchtsvoll „Queen of the Sky“, Königin des Himmels, genannt. Quelle: ‘Youtube‘.

Bugrad knickt weg

Beim Landen auf dem Bodensee-Airport in Friedrichshafen ist ein Rad am Fahrwerk eines Leichtflugzeugs weggeknickt. Die Cessna sei am Donnerstag auf dem Bug liegen geblieben, teilte die Polizei mit. Pilot, Copilot und drei Passagiere seien unverletzt geblieben. Den Sachschaden am Bugfahrwerk, an der Front und am Propeller schätzten die Beamten auf rund 70.000 Euro. Ein Gutachter soll klären, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Die Maschine sei am Vormittag in Friedrichshafen zu einem Rundflug gestartet. Bei der Rückkehr ereignete sich der Vorfall während des Abrollens. Der Flugverkehr sei nicht beeinträchtigt worden. Quelle: ‘Südkurier‘.

Transall findet “Alterssitz”

Der Betreiber des Flgplatzes Rotenburg (Wümme) hat 50.000 Euro an Spenden gesammelt, um die Maschine in Rotenburg dauerhaft ausstellen zu können. Die Maschine ist Baujahr 1971 und war unter anderem bei Hilfseinsätzen in Nordwestafrika und Äthiopien im Einsatz, aber auch im Sudan, Afghanistan und in Mali. Die Bundeswehr mustert ihre Transall-Maschinen nach und nach aus und ersetzt sie durch den Airbus-Transporter A400M. Video. Quelle: ‘NDR‘.

Notlandung nach Hagelschlag

Am Sonntag, 15. August musste eine einmotorige Cessna auf dem Flug von Nürnberg in die Schweiz bei Ludwigsburg eine Notlandung durchführen. Das teilt die Polizei mit. Die beiden Schweizer Staatsangehörigen, der 64-jährige Pilot und sein 32-jähriger Sohn, blieben dabei unverletzt. Durch den Hagelschaden und die Notlandung entstand an der Cessna Totalschaden in Höhe von rund 110.000 Euro. Quelle: ‘Schwäbische‘.

Notlandung auf einem Rad

Am Mittwoch, 11. August 2021, kam es auf der Piste 26 des EuroAirports Basel-Mulhouse zu einer Notlandung mit unserer Piper Archer HB-PQL. Der Fluglehrer und Flugschüler an Bord der HB-PQL starteten zunächst ohne besondere Auffälligkeiten in Basel zur Durchführung eines Schulungsfluges mit dem Ziel Schupfart, um dort einige «touch-and-goes» durchzuführen. Einige Sekunden nach dem ersten und notabene vorbildlich sanften «touch-and-go» in Schupfart, bei welchem lediglich trotz Einsatzes des rechten Fusses ein gewisser Drall nach links auffiel, wurde die Crew der HB-PQL dann via Funk von Schupfart darüber informiert, dass das linke Rad, der linke «strut» und die linke Bremse (nachfolgend wird zugunsten der Leserlichkeit lediglich vom linken Rad gesprochen) fehlen würden. Die Crew der HB-PQL bestätigte zunächst den Erhalt der Meldung und führte in der Folge einen weiteren Anflug – selbstredend ohne Landung – in Schupfart durch, um sich während eines low passes über der Piste von den auf dem Flugplatz anwesenden Piloten das Fehlen des linken Rades bestätigen zu lassen.

Umgehend nach dem low pass in Schupfart setzte die Crew der HB-PQL Kurs in Richtung Basel und informierte den Tower über die beabsichtigte Rückkehr mit fehlendem linken Rad. Nach einem weiteren low pass über der Piste 15 in Basel zur nochmaligen Vergewisserung über das Fehlen des Rades und zur Bestätigung, dass das in Flugrichtung linke Rad fehlte, kreiste die HB-PQL einige Minuten über dem «Echo-Point», um das Vorgehen während der bevorstehenden Notlandung auf der Piste 26 zu besprechen. Die Notlandung war schliesslich exzellent durchdacht und verlief glücklicherweise einwandfrei, sodass auch die bereitstehende Feuerwehr lediglich zu Abschleppzwecken eingesetzt werden musste und sowohl der Fluglehrer als auch der Flugschüler die Maschine unverletzt verlassen konnten. Der Schaden am Flugzeug beläuft sich auf rund CHF 35’000.-.

Wir möchten bei dieser Gelegenheit hervorheben, dass sich sowohl der Fluglehrer als auch der Flugschüler während dieser gesamten Ausnahmesituation höchst professionell verhalten haben. Beide blieben ruhig und besonnen, behielten die Übersicht, handelten gemäss nachvollziehbaren und strukturierten Gedankengängen und vermieden Panik in allen Situationen – dies verdient Respekt und Hochachtung und ist gleichzeitig die einzige Art und Weise, wie mit einer solchen Situation umzugehen ist. Der- oder demjenigen, der sich für den genauen Ablauf im Cockpit interessiert, sei folgendes Video empfohlen

Nun aber zum zweiten Punkt, den es hervorzuheben gilt: Das linke Rad ging auf dem Weg von Basel nach Schupfart verloren, womit auch der erste Landeanflug bereits ohne linkes Rad erfolgte und was auch den Drall nach links trotz Einsatzes des rechten Fusses zwischen dem Aufsetzen und dem erneuten Abheben erklärt. Zur Befestigung des Rades dient ein Radbolzen, den unsere Maintenance gemäss dem Piper Maintenance Manual alle 100 Flugstunden zu kontrollieren hat und dies auch tut. Somit drängt sich der schier unerschütterliche Verdacht auf, dass seit der letzten 100-Stunden-Kontrolle der HB-PQL eine derart harte Landung stattgefunden haben muss, welche diesen Radbolzen anzureissen vermochte, sodass sich das linke Rad schliesslich letzten Mittwoch während des Fluges verabschiedete und glücklicherweise niemanden erschlagen hat. Schuldzuweisungen bezüglich der (über)harten Landung sind hier nicht angebracht und wenig nützlich. Allerdings muss sich diejenige Pilotin oder derjenige Pilot, der diese (über)harte Landung nicht gemeldet, sondern vielmehr während des Abschlusses der Reservation unter der Rubrik «Troubles and Observations» «NIL» (= «nothing is listed») angekreuzt hat, gewisse Vorwürfe gefallen lassen.

Wie dem auch sei, es bleibt uns nichts anderes übrig, als vorwärts zu schauen und Lösungen zu finden, die einen weiteren solchen Vorfall ausschliessen. Namentlich wurden bereits alle Radbolzen unserer Piper-Flotte kontrolliert und wir beabsichtigen, in Kürze alle unsere Flugzeuge mit g-Kräftemessern auszurüsten, welche die Belastungen aufzeichnen und bei allfälligen Überbelastungen direkt unsere Maintenance informieren. Quelle: ‘Newsletter der Flugschule Basel‘. Zusätzliche Fotos.

Löschflugzeuge im Dauereinsatz in Italien

In Süditalien tobten heftige Brände. Besonders betroffen sind die süditalienische Region Kalabrien und die Insel Sizilien. Ein großes Feuer wütete in der Nacht auf Freitag in der Provinz Rieti nördlich von Rom. Die Flammen erreichten einige Häuser. 2 Hubschrauber und ein Canadair-Löschflugzeug des Zivilschutzes waren bei den Löscharbeiten im Einsatz, berichteten Medien.

Ein Großbrand zerstörte Dutzende Hektar mediterraner Wälder an einem der schönsten Küstenabschnitte des Salento in der süditalienischen Adria-Region Apulien. Viele Badegäste, die sich am Donnerstagnachmittag auf den Stränden aufhielten, strömten auf die Straße. Der Verkehr in Richtung Santa Maria di Leuca wurde sowohl auf der Hauptstraße als auch auf der Küstenstraße unterbrochen und auf andere Strecken umgeleitet, um die Löscharbeiten zu ermöglichen, die durch den Wind erschwert wurden. Am kritischsten war die Lage in der Nähe von Santa Cesarea Terme, wo die Gäste eines Resorts von der Hotelleitung vorsorglich evakuiert und in eine andere Unterkunft verlegt wurden.

Weiter hohe Alarmbereitschaft
Angesichts der Rekordtemperaturen der letzten Tage herrscht auf der gesamten Halbinsel nach wie vor höchste Alarmbereitschaft. 3 französische Canadair-Löschflugzeuge sind bei der Brandbekämpfung im Dauereinsatz. Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi, der die Situation aufmerksam verfolgt, führte am Donnerstagabend ein Telefon mit dem Bürgermeister der süditalienischen Stadt Reggio Calabria, Giuseppe Falcomata. Die Umgebung der Stadt ist schwer von den Flammen betroffen. „Präsident Draghi rief mich an und sicherte unserer Gemeinde und ganz Kalabrien seine volle Unterstützung zu. Wir haben uns auf Entschädigungen für die von den Bränden betroffenen Gemeinden, einen außerordentlichen Plan zur Sicherung des Gebiets und die Wiederaufforstung der zerstörten Grünflächen geeinigt“, schrieb Falcomata auf Twitter. Der Chef des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio, wird am heutigen Freitag in Reggio Calabria erwartet, um die Lage vor Ort zu prüfen.

Seit 15. Juni hat die Feuerwehr in Italien 48.656 Einsätze durchgeführt, über 20.000 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (28.160). Nach Angaben der nationalen Einsatzzentrale der Feuerwehr muss man, um ähnliche Zahlen zu finden, bis ins Jahr 2017 zurückgehen, wo es bis zum 11. August 50.004 Einsätze gab. Auch die Zahl der Canadair-Einsätze hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt: 879 gegenüber 359. Die Canadair-Maschinen und Hubschrauber der staatlichen Flotte haben allein am Donnerstag 33 Einsätze geleistet, um beim Löschen der Brände zu helfen. Quelle: ‘STOL.it‘.

Kleinflugzeug landet auf Highway

Auf der Interstate 5 bei San Diego ist ein Kleinflugzeug notgelandet. Es gab mehrere Leichtverletzte und massive Staus auf der Autobahn. Ein Kleinflugzeug hat in San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien für Chaos gesorgt. Offenbar aufgrund technischer Probleme landete der Pilot einer Piper PA-32 am Dienstag auf dem Highway Interstate 5 nördlich der Metropole. Bei der Notlandung touchierte er mehrere Autos, verletzte dabei einige Insassen und krachte dann in die Trennwand zwischen den Fahrbahnen, wo er zum Stehen kam. Zwei Leichtverletzte wurden in ein Krankenhaus gebracht. Der Pilot und sein Mitreisender blieben laut Autobahnpolizei unverletzt. Ein Autofahrer dokumentierte die Landung der Piper. Der Flieger war gegen Mittag vom Flughafen Montgomery-Gibbs gestartet. Der Pilot soll ursprünglich geplant haben, auf einem Feld zu landen, wich aber dann auf die Autobahn aus. Dane und Sarah Tribett aus Austin im US-Bundesstaat Texas wollten eigentlich in San Diego ihren achten Hochzeitstag feiern, als ihr Pkw von der Piper gerammt wurde. »Plötzlich sahen wir das Flugzeug direkt vor uns«, sagte Sarah Tribett dem Sender KSWB-TV. »Wir waren außer uns vor Angst.« Die Leute im Auto hinter ihnen hätten berichtet, dass der Flieger buchstäblich auf ihrem Autodach gelandet sei. Das Innere des Wagens sei voller Treibstoff und zerbrochenem Glas gewesen. Ein Teil der Tragfläche des Kleinflugzeugs brach bei der Landung ab. Die Autobahn musste für mehr als vier Stunden gesperrt werden, die Piper wurde abtransportiert. Die Bundesluftfahrtbehörde FAA erklärte, in dem Fall würden die Ermittlungen aufgenommen. Quelle: ‘Der Spiegel‘.

19jährige startet Solo-Weltumrundung

In ihrem Ultraleichtflugzeug ist Zara Rutherford von Belgien aus zu ihrem Flug rund um die Erde gestartet. Drei Monate wird sie voraussichtlich unterwegs sein – und wenn alles nach Plan läuft, einen neuen Weltrekord aufstellen. Die 19-jährige Zara Rutherford hat von Belgien aus ihren Flug um die Erde gestartet. Die belgisch-britische Pilotin hob in ihrem Ultraleichtflugzeug aus der Stadt Kortrijk ab. Wenn alles nach Plan läuft, wird sie rund drei Monate unterwegs sein und in 90 Stopps den Planeten umrunden. “Ich bin sehr nervös, glaube ich”, sagte Rutherford vor dem Start, “mein nächster Schritt ist es, das Wetter nochmal zu prüfen”. Rutherford startete unter ungünstigen Wetterbedingungen. Normalerweise würde sie am Abend Schottland erreichen, aber sie sei sich nicht sicher, ob das funktionieren würde. “Aber ich werde mein Bestes geben, während ich auf Sicherheit achte”, so die junge Pilotin weiter.

Fünf Kontinente, 52 Länder
Rutherford möchte den Rekord der Amerikanerin Shaesta Waiz brechen, die 2017 mit 30 Jahren den bisherigen Rekord für die Weltumrundung der Frauen aufgestellt hat. Rutherford will dafür über fünf Kontinente und 52 Länder fliegen. Sie wäre dann die jüngste Frau, der eine Solo-Weltumrundung gelingt, womit sie nach eigenen Angaben ein Signal an alle Mädchen und Frauen auf der Welt aussenden will. Männlicher Rekordhalter ist ein 18-jährige Brite Travis Ludlow.

Das Fliegen in die Wiege gelegt
Rutherford selbst wurde das Fliegen in die Wiege gelegt. Sowohl ihre belgische Mutter als auch ihr englischer Vater sind Piloten. Schon mit wenigen Monaten wusste sie deshalb, wie das Cockpit eines Flugzeugs von innen aussieht. Etliche Flugmeilen folgten. Mit 14 lernte die Schülerin, wie man einen Flieger steuert, und arbeitete auf ihren ersten Flugschein hin. “In dem Moment, in dem ich abhebe, vergesse ich alles andere”, erzählte Rutherford einige Tage vor ihrem Start. Das Ultraleichtflugzeug, das die Schulabgängerin um die Welt fliegen will, gehört zur “Shark”-Serie und damit laut Herstellerangaben zu den schnellsten der Welt. Es wurde extra für die Weltumrundung umgebaut. Normalerweise hat das Modell zwei Sitze. Auf einem davon befindet sich in Rutherfords Flugzeug ein zusätzlicher Treibstofftank. Finanzieren wird Rutherford ihre Reisen mithilfe von Sponsoren und Ersparnissen. Quelle: ‘Tagesschau.de‘.

Doppel-Absturz in den Hautes-Alpes

Zwei einmotorige Flugzeuge stürzten am Sonntag, dem 22. August, im Abstand von nur wenigen Stunden in der Region Vars in den Hautes-Alpes ab. Fünf Verletzte, vier Männer und eine Frau aus Deutschland, sind dabei zu beklagen. Sie gehören zu einer Gruppe, die in Richtung Barcelonnette geflogen ist. Bei den Rettungsdiensten herrschte anfangs Unsicherheit, ob eines oder sogar ein zweites Flugzeug abgestürzt sei? Die Ungewissheit legte sich jedoch schnell: Die Rettungsdienste mussten in der Tat noch am selben Nachmittag einen zweiten Flugzeugunfall bewältigen, es handelte sich um ein zweites Flugzeug, das zur gleichen deutschen Gruppe gehörte. Beim ersten Absturz um 13.30 Uhr wurden zwei Personen verletzt, beim zweiten gegen 16.30 Uhr dann drei weitere Personen. Quelle: ‘LeDauphiné‘ sowie ‘BFM‘.

Electrifly in Grenchen

14 Flugteams, 14 Aussteller, 1000 Besucher, sechs Fachreferenten, Premiere des eTALK mit 70 Teilnehmern. Das sind die Fakten des letztjährigen erfolgreich durchgeführten Electrifly-In Switzerland. Noch nie wurden an einem Flugplatz so viele elektrische Luftfahrzeuge gezeigt; darunter der erste von der EASA zertifizierte Pipistrel Velis. Die fünfte Auflage des einzigen Fly-In für elektrisch- oder hybridangetriebene Luftfahrzeuge in Europa ist «ready for take-off». Der Anlass wird am 11. & 12. September 2021 erneut auf dem Airport Grenchen stattfinden. Das Electrifly-In Switzerland, eTrophy & Symposium bietet wiederum ein abwechslungsreiches Programm. Neben den Flugvorführungen, dem statischen Display und der Ausstellung darf der Besucher sich auf interessante Symposiums-Vorträge freuen sowie gespannt sein auf den diesjährigen eTALK. Die Podiumsdiskussion steht unter dem Motto: «Generation Y – der nächste Schritt in der Fliegerei». Moderiert wird dieser eTALK von unserer Botschafterin Dominique Gisin, die sich mit jungen Menschen aus dem Bereich Aviatik austauschen und aufzeigen wird, warum die Fliegerei nach wie vor ein spannendes Berufsfeld ist. Das ausführliche Programm finden Sie hier.

Löschflugzeug abgestürzt

Bei Löscharbeiten in der Türkei gab es ein tödliches Unglück: Ein russisches Löschflugzeug stürzte ab, mindestens acht Menschen starben. Im Norden ringt man derweil mit den Folgen der Überschwemmungen. Beim Absturz eines russischen Löschflugzeuges in der Türkei sind acht Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu mit. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, an Bord hätten sich fünf russische Soldaten und drei Türken befunden. Laut russischen Regierungsangaben war die Maschine im Einsatz gewesen, um einen Waldbrand in der Provinz Kahramanmaras nahe der Grenze zu Syrien zu löschen. Die Ursache für den Absturz ist unklar. Nach russischen Angaben ereignete sich das Unglück bei der Landung. Luftaufnahmen der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zeigten Feuer und Rauch, die aus dem mutmaßlichen Wrack des Flugzeugs aufstiegen. Seit Ende Juli gab es landesweit etwa 300 Brände. Die meisten konnten mittlerweile gelöscht werden. Mehrere Länder – darunter Russland, Spanien und Katar – unterstützten die Löscharbeiten. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Die Spezialisten aus beiden Ländern seien an einem wichtigen humanitären Einsatz beteiligt gewesen. Quelle: ‘Tagesschau.de‘. Foto: ‘TASS‘.

Fahrwerk weggeknickt

Am 9. Juli 2019 flog der Pilot mit dem einmotorigen Ultraleichtflugzeug JMB Aircraft VL-3, eingetragen als D-MPCS, alleine an Bord vom Flugplatz Saarmund (EDCS) in Deutschland nach Locarno (LSZL). Nach einem ereignislosen Flug begann er den Anflug auf die Hartbelagpiste 26R in LSZL und fuhr wie üblich zuerst das Fahrwerk und anschliessend die Landeklappen aus. Gemäss Pilot wechselte die Fahrwerksanzeige sowohl für die beiden Hauptfahrwerke als auch für das Bugfahrwerk von Rot auf Grün, was der Anzeige für ein ausgefahrenes und verriegeltes Fahrwerk entspricht. Der Ausschwebevorgang (landing flare) erfolgte normal, ebenso die darauffolgende Landung um 11:21 Uhr auf der Piste 26R, die zuerst auf dem Hauptfahrwerk erfolgte. Der Pilot gab an, dass er anschliessend auch das Aufsetzen des Bugrades auf der Piste aufgrund einer leichten Unwucht im Rad wahrnehmen konnte.

Als er die Radbremsen betätigte, begann das Bugfahrwerk langsam einzuknicken. Er habe sofort den elektrischen Fahrwerksschalter kurz nach oben in die Stellung für ein eingefahrenes Fahrwerk und zurück nach unten in die Stellung für ein ausgefahrenes Fahrwerk gebracht. Damit habe er die Hydraulik für das Fahrwerkssystem aktivieren wollen, um dem Einknicken des Bugfahrwerkes entgegenzuwirken. Dies gelang aber nicht, so dass der Propeller den Boden berührte und das Flugzeug auf dem vorderen Rumpfboden schleifend nach kurzer Distanz auf der Piste zum Stillstand kam. Der Pilot blieb unverletzt und konnte das Flugzeug aus eigener Kraft verlassen. Es brach kein Feuer aus. Das Flugzeug wurde am Bugfahrwerk, am vorderen Rumpfboden, am Propeller und am Motor schwer beschädigt. Quelle: ‘SUST‘.

Leichtsinn des Piloten

Der Absturz der T-28 Trojan der Flying Bulls in Tschechien am 20. Juni dieses Jahres ist auf menschliches Versagen zurückzuführen. Das geht aus einem Bericht der tschechischen Unfallermittler hervor. Das Flugzeug der Flying Bulls befand sich gemeinsam mit mehreren anderen Flugzeugen auf dem Rückflug von einer Flugschau in Polen, als die T-28B in ein Waldstück stürzte. Der Pilot, Rainer Steinberger, kam dabei ums Leben, der mitfliegende Fotograf Miro M. erlitt schwerste Verletzungen. Mittlerweile konnte er in seine slowenische Heimat überstellt werden und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der tschechische Luftfahrtexperte Pavel Krejčí hatte kurz nach dem Unglück von einem Triebwerksproblem und einer missglückten Notlandung gesprochen, wir berichteten.

Doch jetzt veröffentlichte die tschechische Flugunfalluntersuchungskommission eine Zusammenfassung von Flugunfällen im ersten Halbjahr 2021. Darin sind auch die bisher bekannten Fakten zum Absturz der T-28B Trojan der Flying Bulls bei Jickovice okr. Písek angeführt. Die Ermittler kommen zu einem klaren Ergebnis: Ein Fehler des Piloten der Trojan hat den Absturz verursacht.

Kontrolle verloren, Absturz nach Rolle in niedriger Höhe
Demnach habe der Pilot in niedriger Höhe in der Formation hinter der B-25 verschiedene Manöver geflogen, die von der B-25 aus gefilmt worden seien. Laut Augenzeugen sei schließlich in nur etwa 60 Metern über dem Grund ein Kunstflugmanöver (Faßrolle) eingeleitet worden. Bei diesem Manöver verlor die Pilot die Kontrolle über das Flugzeug und kollidierte schließlich mit dem Boden. Dieses Szenario deckt sich auch mit der Schilderung von Personen, die in Tschechien an der Absturzstelle waren. Diese Zeugen berichteten in tschechischen Fliegerkreisen, dass die Maschine mit hoher Geschwindigkeit und kinetischer Energie aufgeschlagen sein müsse. Bei einer Notlandung infolge von Motorproblemen oder Triebwerksausfall dagegen wäre die Geschwindigkeit im kontrollierten Flug deutlich geringer gewesen. Ein endgültiger Abschlussbericht der tschechischen Behörden wird voraussichtlich für 2022 erwartet. Quelle: ‘Austrianwings.info‘.

Diese Maschinen allein löschen kein Feuer

Flugzeuge zur Bekämpfung von Bränden sind hoch spezialisiert und können nur mit der richtigen Strategie effektiv sein. Ob sie auch in Deutschland einsetzbar sind, ist ungewiss. In diesen Wochen scheinen die Helden der Lüfte an ihre Grenzen zu stoßen. Waldbrände, wie sie jetzt Teile Südeuropas verheeren, sind eigentlich die Stunde der Löschflugzeuge: Da tauchen sie plötzlich im dichten Rauch auf, werfen Löschmittel ab und verschwinden wieder, um Nachschub zu holen. Doch das Bild vom himmlischen Helfer bekommt in diesem Sommer Risse.

So warteten Menschen im Norden Euböas, Griechenlands zweitgrößter Insel, vergeblich auf Luftunterstützung, während ihre Häuser ein Raub der Flammen wurden. Bürgermeister warfen der Regierung in Athen vor, zu spät Flugzeuge geschickt zu haben. Am Montag verlegte die EU drei Löschflugzeuge in die Türkei – nur um zwei am nächsten Tag wieder abzuziehen. Nach Medienberichten wurden sie in Kroatien und Griechenland dringender gebraucht. Aber auch wo es Flugzeuge gab, konnten sie nicht immer helfen. Einer griechischen Zeitung erzählte ein Feuerwehrmann von abgeworfenem Wasser, das in der Luft verdunste, bevor es die Flammen erreiche. Ähnliches erlebten im Juli Feuerwehrleute in Kalifornien. Und vielerorts kamen die Maschinen wegen schlechter Sicht gar nicht zum Einsatz.

Nun sind Löschflugzeuge keine Wunderwaffen. Es sind hoch spezialisierte Werkzeuge, die ihre Fähigkeiten nur ausspielen können, wenn sie in die richtigen Strategien eingebettet sind – Strategien, die sich als Folge der globalen Erwärmung derzeit ändern. Der Vorteil von Löschflugzeugen ist ihre Geschwindigkeit. „Die ursprüngliche Idee hinter der Brandbekämpfung aus der Luft ist der sogenannte schnelle Erstangriff“, erklärt Alexander Held vom European Forest Institute. Dafür muss man die Gegend überwachen und kleine Löschflugzeuge stationieren. „Wenn wir die ersten 3000 Liter Wasser an einen Brandherd kriegen, solange er zwei auf zwei Meter groß ist, dann ist das effektiv“, sagt Held. Ganz allein schaffen es die Flugzeuge aber nicht. Im Anschluss muss eine Bodenmannschaft aufkreuzen, überprüfen, ob das Feuer wirklich aus ist und es falls nötig komplett löschen.

Was diese Art von Einsatz bewirken kann, zeigt das Beispiel Polens. Die Verwaltung der dortigen nationalen Wälder unterhält 37 kleine Löschflugzeuge und fünf Helikopter. 2019 meldete das Land 9635 Waldbrände an die Europäische Kommission – nur Spanien und Portugal hatten mehr Feuer registriert. Was die verbrannte Fläche anbelangt, lag Polen jedoch noch nicht mal unter den zehn am schlimmsten betroffenen europäischen Staaten. „Die schaffen es mit ihrem System, die Lage schnell in den Griff zu bekommen“, sagt Alexander Held.

Von solchen Erfolgen erfahre die Öffentlichkeit jedoch nichts. Sie tauchten kaum in den Statistiken auf – und schon gar nicht in den Nachrichten. Was dort zu sehen ist, seien die katastrophalen Brände. In diesen Fällen löschen Löschflugzeuge nicht mehr. „Wenn man erst mal Flammenlängen von acht Metern hat, da kann man noch so viel Flugzeuge am Himmel haben, unten kommt kaum noch etwas an“, sagt Held. Stattdessen unterstützen die Maschinen Feuerwehrleute am Boden. Das tun sie auf zwei Arten, die sich auch in den Bauformen der Flugzeuge widerspiegeln.

Zum einen werfen sie Wasser ab, wo die Bodentruppen gerade arbeiten. Das senkt die Intensität der Flammen. Wie eine Auswertung von knapp 28 000 Abwürfen über Wäldern in den Vereinigten Staaten zeigt, übernehmen dort vor allem Helikopter und Amphibienflugzeuge diese Aufgabe (siehe Diagramme rechts), denn bei dieser Taktik kommt es darauf an, möglichst viel Wasser in kurzer Zeit zum Einsatzort zu schaffen. Diese Maschinen müssen zum Nachfüllen nicht auf Flugplätzen landen. Die Hubschrauber haben Tanks oder Eimer, die sie in Seen oder dem Meer auffüllen. Amphibienflugzeuge wiederum setzen auf dem Wasser auf und saugen ihre Tanks voll. Die wohl bekannteste dieser Maschinen, die Canadair CL-415, kann ihren Rumpf im Tiefflug leicht ins Wasser tauchen. An der Unterseite öffnen sich dabei zwei Klappen, durch die innerhalb von zwölf Sekunden mehr als 6000 Liter in die Tanks fließen. Der Hersteller berichtet, dass eine CL-415 im Juli 2018 bei einem Waldbrand in Italien auf 207 Wasserabwürfe an einem Tag gekommen sei und dabei insgesamt 1200 Tonnen Wasser transportiert habe.

Alexander Held hat selbst erlebt, wie es ist, Hilfe von oben zu bekommen. Er ist auch Feuerwehrmann. In Südafrika war er beim Aufbau einer Waldbrandtruppe dabei, in Katalonien hat er bei einer Fortbildung mit dortigen Einheiten gelernt, die Ausbreitung von Vegetationsbränden vorherzusagen. Die Feuerbekämpfung war Handarbeit. Mit Laubblasgeräten und Hacken habe er Material abgegraben, Brandnester mit Feuerpatschen – einer Art Metallbesen – gelöscht. Wenn das Feuer zu heiß gewesen sei, haben er und die Kollegen in einigem Abstand arbeiten müssen. „Da war es angenehmer, wenn das Flugzeug über uns sauste, auf den nächsten 40 Metern sein Wasser abwarf und wir zügig das verbliebene Feuer ausmachen konnten“, erinnert sich Held. Es seien vor allem kleine Maschinen und Helikopter gewesen. Allein ihre Motoren in der Ferne zu vernehmen habe gutgetan. „Wer mal an einem Vegetationsbrand am Boden gearbeitet hat, weiß, wie wahnsinnig erleichternd das auf der emotionalen Ebene ist, wenn man die Hubschrauber und Löschflugzeuge kommen hört.“ Dabei ist die Luftunterstützung für die Feuerwehrleute nicht ungefährlich. „Wenn einer aus 40 Meter Höhe drei Tonnen Wasser abwirft, kann man sich schon was brechen“, sagt Held. Sobald die Maschine kommt, ziehen sich die Bodentruppen zurück. Damit die Piloten sie bemerken, tragen sie gelbe Waldbrandjacken. Die Piloten fliegen generell auf Sicht, da sie tief in teils bergigem Gelände unterwegs sind. Zudem müssen sie erkennen, wo sie ihre Ladung abgeworfen haben, um die nächste zu planen. Daher arbeiten sie nicht in der Nacht oder bei schlechter Sicht.

Die andere Taktik, mit der Löschflugzeuge die Bodentruppen unterstützen, ist es, die Ausbreitung des Brandes zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen. Das geht mit Wasser, jedoch verliert es seine Wirkung, sobald es verdunstet. Daher nutzt man Flammenschutzmittel. Es wird vor allem von „Airtankern“ versprüht, also von Löschflugzeugen, deren Tanks auf Flugplätzen befüllt werden. „Die Mittel basieren auf Ammoniumpolyphosphat, das mit der Zellulose der Pflanzen reagiert“, sagt Roberto Wurst von Perimeter Solutions, einem Hersteller von Chemikalien für die Brandbekämpfung. Bei einem Waldbrand stehe zunächst nicht die Vegetation selbst in Flammen, sondern die Gase, die bei der großen Hitze aus den Pflanzen entweichen. Dadurch steige die Temperatur, und die Zellulose der Pflanzen fange schließlich Feuer. „Die Reaktion mit dem Ammoniumpolyphosphat sorgt dafür, dass die Zellulose schon bei niedrigeren Temperaturen verkohlt“, erklärt Wurst. Dadurch kann das Gas nicht mehr entweichen, was den Brand hemmt.

Die Mittel funktionierten seit über 50 Jahren nach diesem Prinzip, sagt Wurst, jedoch habe man über die Zeit die Zusatzstoffe angepasst, um sie umweltverträglicher zu machen – schließlich werden allein in den Vereinigten Staaten pro Jahr über 100 Millionen Liter davon abgeworfen. Da wäre zum einen die Farbe. Die Flammenschutzmittel sind rot. Das ist wichtig, damit die Piloten sehen, wo sie bereits gesprüht haben, wenn sie etwa in mehreren Anflügen eine durchgehende Linie legen wollen. Früher habe man Eisenoxid als Farbstoff genutzt. „Das war aber noch Jahre später in der Landschaft zu sehen“, sagt Wurst. Inzwischen nutze man Stoffe, die als Lebensmittelfarbe zugelassen seien und nach einigen Wochen in der Sonne verblassen. Bis vor einigen Jahren waren den Flammenschutzmittel auch noch industrielle Stärken beigemischt. Diese Verdickungsmittel verbessern die Flugeigenschaften der abgeworfenen Flüssigkeit. Heute nutze man dafür Tonerden.

Die eigentliche Arbeit beginnt lange bevor ein Löschflugzeug überhaupt abhebt. „Ich habe die Feuerbekämpfung aus der Luft immer auf die Lieferkette runtergebrochen“, sagt Jeff Berry, der 36 Jahre bei der Forstverwaltung der kanadischen Provinz British Columbia gearbeitet hat. Ab Mitte der Neunziger war er für die Löschflugzeuge zuständig, bis er vor acht Jahren zur privaten Conair Group wechselte, die Löschflugzeuge ausrüstet und betreibt. Die Lieferkette geht so: Zunächst muss jemand erkennen, dass ein Einsatz überhaupt der Luftunterstützung bedarf. Dann muss er sie anfordern, was wiederum jemand entgegennehmen und die Flugzeuge informieren muss. Die müssen schließlich irgendwo bereitstehen und starten. „Das alles muss in kürzester Zeit passieren, damit man die besten Chancen zum Gewinnen hat, denn darum geht es bei diesem Spiel“, sagt Berry, „gewinnen.“

Das bedeutet, dass man sein Ziel erreicht – etwa bestimmte Gebäude vor dem Feuer schützt oder die verbrannte Fläche nicht zu groß werden lässt. „Als ich für die Verwaltung gearbeitet habe, hatten wir mal 277 neue Brände an drei Tagen“, erinnert Berry. Jedes Feuer nacheinander abzuarbeiten, das könne man vergessen. Man muss priorisieren. „Man trägt die Brände auf einer Karte ein und gibt jedem mithilfe von Echtzeitdaten eine strategische Priorität“, erklärt Berry. Dann müsse man die Positionen der Flugzeuge mit den Bränden abgleichen und entscheiden. Im Notfall müsse man in der Lage sein, die Maschinen noch in der Luft umzuleiten. „Wenn die Strategie ist, Löschflugzeuge aufzutreiben, wenn die Feuer schon brennen, ist man in großen Schwierigkeiten.“

Was dann am Feuer geschieht, bezeichnet Berry als eine Art Ballett. An Bord einer Leitmaschine, „Dog Bird“ genannt, macht sich ein erfahrener Feuerwehrmann ein Bild der Lage und spricht über Funk mit den Bodentruppen und dem strategischen Lagezentrum. Dann nimmt er die ankommenden Löschflugzeuge und Helikopter in Empfang, stapelt sie in der Luft übereinander und gibt ihnen Anweisungen, wo sie ihre Ladung abwerfen sollen. Das tut er entweder per Funk, oder er leitet das Löschflugzeug physisch zum Abwurfort.

Während seiner Laufbahn hat Berry bemerkt, dass sich die Feuer verändert haben. Eigentlich könne man 80 bis 85 Prozent der Brände komplett ohne Unterstützung aus der Luft löschen. Doch mittlerweile sinke diese Zahl. Als er anfing, nutzte man in British Columbia ausschließlich Airtanker mit Brandschutzmitteln. „Wir machten einen Ring um das Feuer, und die Bodencrews erledigten den Rest“, erinnert er sich. Doch irgendwann sah er immer wieder Fehlschläge. „Wir brauchten plötzlich das Doppelte oder Dreifache an Brandschutzmittel, denn die Intensität der Feuer nahm zu“, sagt er. So begannen sie auch Helikopter und amphibische Löschflugzeuge zu nutzen, um Wasser zu den Bränden zu schaffen. Irgendwann war die Basis für die Löschflugzeuge zu klein und musste erweitert werden. Dann wurde der Sprit teuer. „Ich weiß nicht, wie man das in Zahlen fassen könnte, aber: Egal, wie schnell man Verbesserungen einführt – die Anforderungen steigen und übertreffen sie“, sagt Berry. Er führt das auf den Klimawandel zurück – und nicht zuletzt der soeben veröffentlichte sechste Sachstandsbericht des Weltklimarats unterstützt diese Einschätzung: Die Wahrscheinlichkeit von Dürren und Waldbränden dürfte in einigen Regionen der Welt steigen. „Ich glaube“, sagt Jeff Berry, „in Europa wird man ähnliche Symptome sehen, wie wir sie in Kanada gesehen haben.“

Alexander Held meint, auch Deutschland, wo es bislang keine Löschflugzeuge gibt, solle sich rüsten. Das hieße vor allem, Feuerwehren besser zu schulen, Waldbrandprävention zu betreiben – und auch die Bekämpfung aus der Luft ins Auge zu fassen. Seine Strategie wäre, in waldbrandgefährdeten Bundesländern jeweils eine einstellige Zahl kleiner Löschflugzeuge zu stationieren. „Bei hoher Waldbrandwarnstufe sitzen die Piloten quasi schon im Cockpit oder fliegen sogar nachmittags Patrouille“, schlägt Held vor. Dann wären die Maschinen bereit für den schnellen Erstangriff und hätten gute Chancen, Brände früh unter Kontrolle zu bekommen.

Die Innenminister der Länder, die einen Plan umsetzen müssten, scheinen davon nicht viel zu halten. Sachsen-Anhalt teilt mit, das Einsatzgeschehen in Deutschland rechtfertige bislang die erforderlichen Investitionen nicht. Das Land setzt stattdessen auf vier Außenlastbehälter, die man mit Wasser füllen und von Polizei- oder Bundeswehrhubschraubern zum Feuer bringen könne. Ähnlich sieht man das in Bayern, wo man 18 Feuerwehrstandorte mit derartigen Behältern ausgestattet habe, wie das dortige Innenministerium mitteilt. Sachsen verweist ebenfalls auf die Zusammenarbeit mit der Polizei und deren Hubschraubern. Das Innenministerium des Landes Brandenburg teilt mit, dort würden Brände grundsätzlich vom Boden aus bekämpft. Auch hier habe man aber die Möglichkeit, nötigenfalls Hubschrauber der Bundespolizei einzusetzen. Die Zusammenarbeit sei „etabliert und reibungslos“. Man verfolge jedoch die Entwicklungen der luftgestützten Technik zur Brandbekämpfung. Jeff Berry glaubt, Länder wie Deutschland dürften in Zukunft mit Waldbränden fertig werden müssen, die sie mit den bisherigen Methoden nicht mehr in den Griff bekommen werden. Der Klimawandel, so prophezeit er, werde sich den Behörden offenbaren, sobald sie Fehlschläge erleben, wo sie früher Erfolg hatten. Quelle: ‘FAZ, Frankfurter Allgemeine Zeitung‘.

Das Austrian Aviation Museum feiert

Ort/Datum: BAD VÖSLAU vom 10. bis 12. September 2021. Beginn: Vormittag des 10.09.2021 – Ende: Nachmittag des 12.09.2021. Gastflugzeuge sind von der ersten Landegebühr und der Parkgebühr für den gesamten Zeitraum befreit. In entspannter Atmosphäre bei Spanferkel und Musik gemütlich zusammensitzen und mit Gleichgesinnten neue Bekanntschaften schließen. Übernachtung in Hotels bzw. Pensionen im Umkreis von 2-5 km sowie Transfer ist geregelt. Zur Planung wird um baldige Anmeldung gebeten: office@austrian-aviation-museum.com oder +43 664 30 17 899. Quelle: ‘Aeroclub.at‘.

Programm:

  • FÜHRUNGEN im AAM
  • Das ÄLTESTE FLUGZEUG und die
  • LÄNGSTE ANREISE werden prämiert

Der Traum vom Fliegen

Die Ottenschlagerin Brigitte Danzinger fasziniert das Fliegen seit der Kindheit, es wurde ihre Leidenschaft, brachte sie zu vielen Großevents – und jetzt zur Segel-Kunstflug-WM. Brigitte Danzinger, die im Lebensresort in Ottenschlag als Physiotherapeutin arbeitet, hat ihre Begeisterung für das Segelfliegen schon seit der Kindheit, als sie einmal mitfliegen durfte. Sie wusste damals: „Das will ich auch machen.“ Ihre Familie – vor allem ihr Vater Franz Danzinger, der als Segelfluglehrer in Dobersberg tätig war – war ursprünglich dagegen. Doch mit Ferialjobs verdiente sie ihr eigenes Geld und konnte so mit 18 Jahren den Segelfliegerschein machen. Nur ihr Großvater Franz Danzinger, der ehemalige Bürgermeister von Ottenschlag, unterstützte sie und war auch bei ihrem ersten internationalen Auftritt, der Europameisterschaft 1996 in Ungarn, dabei.

Hoffnung auf eine Einzelmedaille. Ihre größten Erfolge bisher waren der Vizestaatsmeistertitel 2018 und der vierte Platz mit der österreichischen Mannschaft bei der letzten Weltmeisterschaft 2019 in Rumänien. Bei der diesjährigen WM, die vom 24. Juli bis 7. August in Leszno in Polen stattfindet, erhofft sie sich eine Einzel-Medaille. Für eine Medaille mit der Mannschaft, die grundsätzlich aus drei Teilnehmern besteht, gibt es kaum Chancen, da die Österreicher heuer nur zu zweit antreten. An den ersten Tagen finden nur die offiziellen Trainings statt. Wer dabei zu riskant fliegt, wird schon vor dem Wettbewerb disqualifiziert. Es ist also nicht so, wie man vielleicht vermuten könnte, dass nur „wilde Hunde“ fliegen.

Der perfekte Kreis. Das Reglement für die Wertung erklärt Brigitte Danzinger folgendermaßen: „Man muss das vorgegebene Programm in einem Würfel von jeweils 1 Kilometer Seitenlänge fliegen. Um mit diesem Platz auszukommen, muss man sich für die Abfolge schon vorher überlegen, wo man anfängt. Verlässt man diesen Bereich, gibt es Strafpunkte. Die zu fliegenden Figuren sind auf einem Plan vorgegeben. Es geht dabei um die Präzision dreidimensional in jede Richtung. Auch die Winkel des Fluges und die Richtungen – mit bzw. gegen die Windrichtung – sind vorgeschrieben, und für Abweichungen gibt es Punkteabzüge. Ein Looping muss kreisrund sein, darf also keine Ellipse sein. Jede Figur hat einen bestimmten Schwierigkeitsfaktor, den sogenannten K-Faktor. Dafür bekommt man Noten und für jeden Fehler Abzüge.“

Akribische Vorbereitung. Bei der Vorbereitung auf einen Wettkampf gibt es zwei Schwerpunkte: Einerseits macht man viel Mentaltraining, das heißt, man trainiert die Figurenabfolge ohne Flugzeug, wie es gesteuert werden soll und wie man mit dem Platz und der Höhe auskommt. Andererseits wird mit dem Flieger trainiert, doch das ist in Österreich schwierig, weil es hierzulande ein reiner Amateursport ist mit begrenzten zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten. Man benötigt dafür Sponsoren, für die eine entsprechende Medienpräsenz und ein Angebot an Flugvorführungen wichtig sind. Brigitte Danzinger: „Bei einer Weltmeisterschaft nehmen auch Leute teil, die das hauptberuflich gegen Bezahlung machen und 400 Trainingsflüge haben. Ich muss halt mit etwa 30 Trainingsflügen auskommen“. Brigitte Danzinger hat auch den Motorflugschein, doch ihre Faszination gehört dem Segelfliegen. Es sei vor allem die Stille und das Spielen mit Bewegungen in der Atmosphäre, was sie so begeistert. „Es ist eine Art von Entspannung, und man kommt weg von dem, was einen herunten stresst. Toll ist auch, dass die Vögel und Störche mit dem Segelflieger spielen. Es macht Spaß, mit dem Kopf nach unten oder Figuren zu fliegen und den Flieger mit den Kräften, die auf den Körper einwirken, präzise zu steuern.“ Brigitte Danzinger ist Mitglied der Unionsportfliegergruppe Ottenschlag, die etwa 10 Mitglieder hat. Im Hangar beim Flugplatz in Ottenschlag sind drei Flieger fix stationiert; dazu kommen noch drei private. Die meisten Flieger sind Doppelsitzer und werden auch für Schnupperflüge angeboten. Der Verein mit dem neuen Obmann Florian Vieghofer führt am 14. August den AIRlebnistag durch. Quelle: ‘NOEN.at‘.

Bei Sturm im Hochgebirge gerettet

Bei Krimml (Pinzgau) ist Dienstag, 13. Juli, nahe der Rainbachscharte eine 60-jährige Bergsteigerin aus Deutschland schwer verunglückt. Der Unfall geschah in ca. 2.600 Meter Seehöhe an der Landesgrenze zu Tirol. Laut Bergrettern und Flugpolizei war der Einsatz schwierig – wegen Regens, Föhnsturmes und schlechter Sicht. Er gelang im letzten Moment. Die Frau dürfte zwischen riesigen Felsblöcken unter dem Pass bzw. der Scharte gestürzt sein. Sie erlitt Verletzungen an Bein und Fuß mit einer schweren und sehr schmerzhaften Fehlstellung, die auch für Ersthelfer eine große Herausforderung ist. Hannes Kogler, Wirt der Zittauer Hütte im Wildgerlostal (ehrenamtlicher Bergretter der ÖBRD-Ortsstelle Krimml), kam als Erster zur Verunglückten – fast zeitgleich mit dem Team des Salzburger Polizeihubschraubers „Libelle“. Dessen Captain Alfred Pritz sowie Polizeibergführer und Flugretter Manfred Nagl mussten aus Sicherheitsgründen auf eine Taubergung verzichten. Der Föhn peitschte die Luft im Kammbereich bei der Rainbachscharte so auf, dass weiter oben bei der Frau ein stabiler Schwebeflug nahezu unmöglich wurde.

Flugpolizei rückte mit Spezialmaschine an
So landete Pritz seinen Spezialhubschrauber des Typs Ecureuil H125 (AS 350 B3e) etwa 30 Höhenmeter weiter unten auf Salzburger Seite und nutzte den hier besseren Windschatten des Kammes. Maschinen dieses Typs gelten zudem als besonders verlässlich und stark genug für solche Einsätze. Sie werden auch in den Westalpen und im Himalaya bevorzugt genutzt. Gemeinsam mit dem Hüttenwirt und Begleitern der Alpinistin versorgten die beiden Polizisten die Schwerverletzte, die unter sehr starken Schmerzen litt. Sie wurde über ein Schneefeld und Geröll zum Hubschrauber getragen. Das Team nutzte wenige Minuten später eine kurzfristige Wind- und Wetterbesserung und flog ab in Richtung Salzachtal.

„Unser Pilot ist ein Fuchs“
„Wir hatten dann starken Rückenwind und entschieden wegen der Schmerzen der Patientin, diese Hilfe voll zu nutzen und nicht nach Salzburg zu fliegen – sondern direkt zum Unfallkrankenhaus Schwarzach. Das ging am schnellsten“, sagt Polizei-Flugretter Manfred Nagl aus Filzmoos (Pongau): „Der ganze Einsatz hing taktisch zuvor am seidenen Faden. Dass es für die Frau so rasch ging, haben wir auch den Flugkünsten unseres Piloten zu verdanken. Der Alfred ist ein Fuchs – nicht nur im Polizeidienst. Er ist ja auch privat sehr viel in der Luft und kann solche Windverhältnisse besonders gut einschätzen. Begonnen hat er als junger Mensch mit dem Drachen- und Segelfliegen im Lungau. Das nutzt ihm jetzt noch bei der Beurteilung solcher Lagen.“

„Stundenlangen, schmerzhaften Transport erspart“
Gegen Mittag hatten noch 13 Bergretter aus Krimml (Pinzgau) von der Leitstelle des Roten Kreuzes den Auftrag erhalten, wegen des schlechtes Flugwetters zu Fuß zu der Deutschen vorzustoßen und ihr zu helfen. Das Team machte sich über das Wildgerlostal in Richtung Zittauer Hütte und weiter zum Unfallort bei der Rainbachscharte auf. Unterwegs erfuhren sie über Funk vom erfolgreichen Einsatz der Polizeiflieger. „Wir hatten diesen Anstieg gewählt, da wir vom Krimmler Achental aus noch länger zur Verletzten gebraucht hätten“, sagt Franz Gensbichler, stellvertretender Bezirksleiter der Bergrettung im Pinzgau: “Die Unterstützung durch die Alpin- und Flugpolizei hat nicht nur eine langwierige und für die Frau vermutlich weiter schmerzhafte Bergung verhindert. Der Abtransport ins Tal wurde so um vier bis fünf Stunden verkürzt. Er hat auch der Verletzten für die Zukunft geholfen, denn eine möglichst rasche medizinische Versorgung im Spital ist entscheidend für den weiteren Heilungsverlauf“, so Bergretter Gensbichler. Quelle: ‘ORF‘.

Flugzeug zum Selberbauen

Carl Friedrich Schmidt ist Musiker – und begeisterter Flieger. Für seine zweite Leidenschaft hat er sich deshalb ein eigenes Flugzeug gebaut. Mit einem Bausatz von Piper, Wankelmotor und viel Hingabe. Was für eine Maschine! Das Cockpit für zwei und völlig offen. Dazu der exotische Antrieb, ein Zweischeiben-Wankelmotor. Das Design unglaublich. Und die aufgemalte „Nose Art“ wie früher bei Jagdflugzeugen des Zweiten Weltkriegs. Außerdem ein Schriftzug „Breezy“, der mithilfe von echtem Goldstaub aufgebracht ist. Der Begriff einmalig wirkt für die Maschine von Carl Friedrich Schmidt fast schon abgegriffen, zumal wenn man erfährt, dass er das Flugzeug selbst gebaut hat. Zugegeben, es gibt immerhin einen Bauplan dafür, aber da wurde so viel verändert, optimiert und auf die persönlichen Vorlieben hin modifiziert, dass diese Maschine viel mehr ist, als nur einen Plan umzusetzen. Zumal ihr Bau 14 Jahre gedauert hat. Quelle: ‘Jürgen Schelling in der FAZ, Frankfurter Allgemeine Zeitung‘ (Registrierung).