Schlagwort-Archiv: Luftfahrt

magniAIR präsentiert Elektromotor

magniX hat einen luftgekühlten Elektromotor vorgestellt. Der Antrieb ist für die Allgemeine Luftfahrt konzipiert und richtet sich zunächst an den Markt für Experimental-, Leicht- und Schulflugzeuge.

Der Motor bietet eine Leistung von 175 kW bei einem Gewicht von 55 kg. Er ist Teil eines integrierten Antriebsstrangs, der neben dem Motor auch die Steuerungselektronik und die hauseigenen Samson-Batterien umfasst. Laut Herstellerangaben soll der Motor ab 2027 verfügbar sein. magniX integriert den Antriebsstrang derzeit in ein Bausatz-Flugzeug des Typs Van’s Aircraft RV-10. Der Erstflug dieses Flugzeugs ist für das laufende Jahr geplant.

Der Hersteller positioniert den magniAIR als Alternative zu herkömmlichen 120- bis 175-kW-Kolbenmotoren. Zu den potenziellen Vorteilen zählen niedrigere Betriebskosten und ein reduzierter Wartungsaufwand im Vergleich zu Verbrennungsmotoren.

Ein wesentliches Anwendungsgebiet sieht magniX in der Elektrifizierung von Trainingsflugzeugen. Dies könnte dazu beitragen, die Kosten in der Flugausbildung zu senken. Weitere mögliche Einsatzbereiche umfassen eVTOLs und Anwendungen im Verteidigungssektor. Das Unternehmen rechnet zudem mit neuen Möglichkeiten durch die geplante Erweiterung der LSA-Definition (Light Sport Aircraft) im Rahmen der MOSAIC-Regularien der US-Luftfahrtbehörde FAA.

NfL frei zugänglich

Die DFS stellt die Nachrichten für Luftfahrer (NfL) ab sofort kostenfrei online zur Verfügung. Als offizielles Amtsblatt der deutschen Luftfahrt enthalten die NfL verbindliche Regelungen, aeronautische Hinweise sowie ergänzende Informationen für Pilotinnen und Piloten, Luftfahrtunternehmen und weitere Akteure der Branche.

Bereits bislang bietet die DFS verschiedene luftfahrtbezogene Daten kostenfrei digital an. Mit der aktuellen Erweiterung können nun auch die jeweils gültigen NfL online eingesehen werden – analog zur Aeronautical Information Publication (AIP). Damit steht allen Luftraumnutzern ein zentraler und kostenfreier Zugang zu wesentlichen Luftfahrtinformationen zur Verfügung. Grundlage hierfür ist eine entsprechende Weisung des Bundesverkehrsministeriums. Unverändert bleiben die NfL – einschließlich außer Kraft gesetzter Ausgaben – über die etablierten Vertriebskanäle abrufbar.

Zürich U-Space: Schrittweise Einführung

Mit dem U-Space entsteht im Raum Zürich der erste dedizierte Drohnenluftraum der Schweiz im kontrollierten Luftraum. Die Einführung ist für Ende 2026 vorgesehen, aktuell laufen Tests zu Prozessen und Dienstleistungen.

Das Gebiet liegt innerhalb der CTR Zürich und umfasst rund 10 × 17 Kilometer. Hintergrund ist die stark gestiegene Drohnenaktivität: U-Space-Dienste sollen künftig für mehr Sicherheit, Transparenz und eine geordnete Integration in den bestehenden Luftverkehr sorgen. Der Bundesrat hat das Vorhaben als zentrale Massnahme für einen sicheren Drohnenbetrieb definiert.

Die Umsetzung erfolgt schrittweise. Da viele Dienste noch in Entwicklung sind, wird das System in mehreren Phasen erprobt und optimiert. Koordiniert wird dies durch das BAZL gemeinsam mit Flugsicherung, Service Providern und weiteren Partnern. Ein erster Feldtest fand im November 2025 statt und diente der Überprüfung von Technik, Abläufen und Interoperabilität.

Mit der definitiven Einführung Ende 2026 wird die Nutzung von U-Space-Diensten im definierten Gebiet für alle Drohnenpilotinnen und -piloten verpflichtend. Voraussetzung ist eine einmalige Registrierung bei einem zertifizierten U-Space Service Provider (USSP) sowie die Anbindung der Drohne an das System. Ein begleitendes „Operator Manual“ stellt die korrekte Anwendung der Dienste sicher.

Zehn eViator für Indien

Die MD Aircraft GmbH aus Friedeburg hat eine Absichtserklärung (LOI) mit der indischen Firma Makmor über den Verkauf von zehn Elektroflugzeugen des Typs MDA1 eViator unterzeichnet. Makmor mit Sitz in Bangalore wird damit zu einem regionalen Betreiber für nachhaltige Luftfahrt in Indien.

Der MDA1 eViator ist ein für neun Passagiere ausgelegtes eCSTOL-Flugzeug (electric Conventional Short Take-Off and Landing). Gregor Müller, CEO von MD Aircraft, sieht in der Vereinbarung ein wachsendes globales Interesse an diesem Flugzeugkonzept.

Ravi Andrews, Gründer von Makmor, will mit dem eViator die grüne Luftmobilität in Indien voranbringen. Er bringt Erfahrung aus seiner früheren Tätigkeit bei Honeywell Aerospace und Airbus Defence & Space mit.

MD Aircraft ist ein deutsches Luft- und Raumfahrtunternehmen, das sich auf die Entwicklung von emissionsfreien, leisen und kosteneffizienten Elektroflugzeugen für die regionale Luftmobilität spezialisiert hat. Die ersten Flugtests des MDA1 eViator sind für Anfang 2028 geplant, die kommerzielle Zulassung und Indienst-Stellung für 2030.

Luftraum-Einschränkungen beim G7-Gipfel in Évian

Vom Mittwoch, 10. Juni, 13:00 Uhr Ortszeit, bis Donnerstag, 18. Juni, 03:00 Uhr Ortszeit kommt es im Raum Évian, Lausanne und Flughafen Genf zu erheblichen Luftraumeinschränkungen. Anlass ist der G7-Gipfel 2026 in Évian-les-Bains (FR).

Betroffen sind Sichtflüge (VFR), nichtkommerzielle Instrumentenflüge (IFR) sowie unbemannte Luftfahrzeuge. Die Schweizer Luftwaffe, die Genfer Kantonspolizei und die französische Armée de l’Air et de l’Espace sorgen für Luftpolizeidienst und verstärkte Luftraumüberwachung.

Der AeCS bemüht sich um mögliche Erleichterungen für einzelne Flugplätze, empfiehlt aber allen Piloten, die Einschränkungen bereits jetzt in der Flugplanung zu berücksichtigen.

Weitere Details zu zeitlichen und räumlichen Grenzen werden rechtzeitig veröffentlicht.

AERO mit Rekordbeteiligung

Die AERO in Friedrichshafen vom 22. bis 25. April 2026 trifft auf ein robustes Marktumfeld. Der Herstellerverband General Aviation Manufacturers Association (GAMA) meldet für 2025 weltweit 3’230 ausgelieferte Flugzeuge (+2,2 %) und 938 zivile Hubschrauber (-1,9 %). Der Umsatz stieg deutlich: Flugzeughersteller erzielten 31 Milliarden US-Dollar (+16,1 %), Hubschrauberproduzenten 4,7 Milliarden US-Dollar (+5,5 %). Mit insgesamt über 35 Milliarden US-Dollar erreicht die Branche einen historischen Höchstwert – und liegt in allen Segmenten weiterhin über dem Niveau von 2019.

Entsprechend dynamisch entwickelt sich die Messe: Der Anmeldestand für 2026 liegt mehr als 25 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Führende Hersteller wie Textron Aviation, Cirrus Aircraft, Diamond Aircraft, Piper Aircraft, Tecnam, Elixir Aircraft und Robin Aircraft haben ihre Teilnahme zugesagt. Zahlreiche Welt-, Europa- und Messepremieren sind angekündigt.

So umfangreich wie nie präsentiert sich 2026 die Business Aviation. Der AERO Business Aviation Show Hub wird ausgebaut, der Business Aviation Dome erweitert. Zusätzlich zu den Hallen A2 und A3 belegt das Segment erstmals auch die Halle A1. Gemeinschafts-Stände internationaler Verbände – darunter die German Business Aviation Association, Austrian Business Aviation Association, International Aircraft Dealers Association und die Air Charter Association – unterstreichen die wachsende Bedeutung.

Tickets sind bereits online erhältlich. Die AERO 2026 verspricht, Impulsgeber und Marktplatz der Branche zugleich zu werden.

-> Weitere Informationen zur AERO 2026 in Friedrichshafen 

Junkers wieder in St. Moritz

Am 27. Januar 2026 markierte die Junkers A50 Heritage St. Moritz Edition einen seltenen und historischen Moment, als sie auf dem zugefrorenen St. Moritzersee landete. Das Ereignis erinnert an die legendären Landungen der Junkers F13 zu Beginn des 20. Jahrhunderts, mit denen wohlhabende internationale Gäste per Flugzeug ins Engadin gelangten und St. Moritz als Winterdestination von Weltrang etablierten.

Ein Vermächtnis von Eleganz und Innovation

Die Junkers F13 revolutionierte vor fast 100 Jahren das luxuriöse Reisen in der Luft und verband die europäische Elite direkt mit St. Moritz. Die damaligen Landungen auf dem See standen für Fortschritt, Abenteuer und Raffinesse. Mit der A50 Heritage lebt diese Ära erneut auf – als Hommage an die zeitlose Verbindung von Innovation, Handwerkskunst und stilvollem Reisen.

Präzise geplante Landung auf dem St. Moritzersee

Die Operation erfolgte mit grosser Sorgfalt und in enger Abstimmung mit den Behörden:

  • Genehmigung durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) auf Basis der historischen F13-Landungen
  • Flugzeugvorbereitung, Tragflächenmontage und Triebwerksinspektion am Flughafen Engadin
  • Zusammenarbeit mit der SeeInfra AG bei der Einrichtung der 400 Meter langen Eisbahn unter Leitung von CEO Patrick Blarer
  • Überflug und Luftinspektion der Landezone vor der Landung

Die erfolgreiche Landung stiess auf grosses öffentliches Interesse und fand international Beachtung.

Ein Unikat für einen besonderen Anlass

Die Junkers A50 Heritage – St. Moritz Edition wurde exklusiv für dieses Ereignis gefertigt:

  • Einzelstück mit spezieller „Glacier Blue“-Lackierung, inspiriert vom gefrorenen See
  • 7-Zylinder-Sternmotor mit 124 PS
  • Handgefertigter Holzpropeller
  • Hochwertige Logos und bestickte Sitzkissen
  • Harmonisches Zusammenspiel von Flugzeug, Alpenkulisse und Winterlandschaft

Auftritt bei der I.C.E. St. Moritz 2026

Präsentiert im Rahmen der I.C.E. St. Moritz 2026, verband die A50 Heritage Luftfahrtgeschichte mit einem der exklusivsten Winterevents Europas.

Hommage an die Luftfahrtpioniere

Die Landung auf dem St. Moritzersee ehrt den Pioniergeist der frühen Luftfahrt und das bleibende Erbe von Junkers Aircraft. Sie zeigt eindrucksvoll, wie Tradition und moderne Technik zusammenfinden können, um emotionale und bedeutungsvolle Erlebnisse zu schaffen.

Über Junkers Aircraft

Junkers Aircraft steht für die Wiederbelebung einer legendären Marke mit Fokus auf höchste Handwerkskunst, ikonisches Design und zeitgemässe Technologie. Jedes Flugzeug ist ein individuell gefertigtes Unikat für Piloten, die Authentizität, Innovation und das Besondere schätzen.

LBA: Neue Leitung für Referat L6

Das Luftfahrt-Bundesamt hat die Leitung des Referats L6 neu besetzt. Patrick Meinecke übernimmt die Leitung des für Flugmedizin zuständigen Referats, das in der Vergangenheit wiederholt in der Kritik stand.

Personalwechsel im Problemreferat

Die Leitungsstelle des Referats L6 war längere Zeit vakant. Seit 16. Januar 2026 ist die Stelle nun wieder planmäßig besetzt. Patrick Meinecke ist Jurist und war bisher beim LBA als Referent für Grundsatz-Angelegenheiten und stellvertretender Leiter des Referats L4 tätig. In diesem Referat wurden Lizenzierungsfragen und bis 2020 auch die Rechtsangelegenheiten der Abteilung L bearbeitet. Die Zuständigkeit für Rechts-Angelegenheiten ist laut LBA-Jahresbericht 2023 auf das Referat L6 übergegangen.

Hintergrund der Kritik
Das Referat L6 steht seit Jahren in der Kritik. Dokumentiert sind über Jahre verschleppte Verfahren, Untauglichkeitsentscheidungen entgegen externer medizinischer Fach-Expertise sowie Auflagen in Medicals, die mitunter technisch und flugbetrieblich nicht umsetzbar sind. Laut EASA-Auditbericht besteht diese Situation weitgehend unverändert seit mehr als zehn Jahren.

Im September 2025 nahm die Debatte erneut Fahrt auf, als eine Juristin aus dem Referat L6 ausstieg und öffentlich Kritik an der internen Spruchpraxis übte. Sie klagte über intransparente Verfahren, Verstöße gegen Verwaltungs- und Europarecht sowie ein Klima des „Verhindernwollens“. Umfragen der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit und des Luftfahrtmagazins aerokurier dokumentierten mehr als 700 problematische Fälle.

Organisationsstruktur
Das aktuelle Organigramm zeigt die Gliederung der Behörde in verschiedene Abteilungen und Referate. Die Abteilung L ist für Lizenzierung und Personal zuständig, zu der auch das Referat L6 gehört.

Ausblick
Ob die Neubesetzung der Referatsleitung zu einer Verbesserung der Situation führt, bleibt abzuwarten. Das Bundes-Verkehrs-Ministerium hatte im Dezember 2025 ein „Maßnahmenbündel“ angekündigt, mit dem die Probleme im LBA angegangen werden sollen.

Detailinformationen wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Das Ministerium teilte mit, die ersten Erkenntnisse und Ergebnisse Anfang 2026 auch mit den Verbänden beraten zu wollen.

Luftraum Echo: Erkenntnisse aus Umfrage

STAY SAFE.aero hat im Frühjahr 2025 eine Umfrage zum Luftraum Echo durchgeführt. Rund 1’700 VFR- und IFR-Pilotinnen und -Piloten beteiligten sich. Der Luftraum mit gemischtem Verkehr wird als herausfordernd wahrgenommen, zugleich zeigt sich ein hohes Sicherheitsbewusstsein. Gleichzeitig legt die Umfrage Wissenslücken und strukturelle Defizite offen. Ausgeprägt ist der Wunsch nach technischen Hilfsmitteln zur Verkehrs-Erkennung sowie nach einfacheren Luftraumstrukturen und klareren Regeln.

IFR und VFR im selben Luftraum
Die Auswertung zeigt Defizite im Verständnis von Definition, Regeln und Dienst-Leistungen im Luftraum Echo – bei VFR wie IFR. Zwar ist „see and avoid“ breit akzeptiert, bei IFR-Pilotinnen und -Piloten zeigt sich jedoch teils eine zu starke Abhängigkeit von ATC, insbesondere im Gebirge. Konsens besteht darin, dass elektronische Sichtbarkeit für alle Luftfahrzeuge erforderlich ist.

Ausbildung: Theorie vorhanden, Praxis ausbaufähig
Als Risiken nennen die Teilnehmenden u. a. nicht elektronisch sichtbare tieffliegende Militärflugzeuge, lückenhafte Funk- und Radarabdeckung, schwer erkennbare Segel-Flugzeuge sowie Drohnen. In der Ausbildung wird vor allem die praktische Anwendung bemängelt – etwa im Zusammenspiel mit ATC oder beim Einsatz moderner Verkehrs-Erkennung. Viele empfinden den Schweizer Luftraum als komplex und erwarten mit wachsendem Drohnenverkehr zusätzliche Herausforderungen.

Schlüssel zur Sicherheit
Das Fazit von staysafe.aero ist eindeutig: „See and avoid“ bleibt grundlegend. Ergänzend sind verpflichtende i-Conspicuity, regelmässiges Recurrent Training und die ständige Auffrischung von Luftraumwissen zentrale Hebel für mehr Sicherheit im Luftraum Echo.

Ausblick
Die Ergebnisse fliessen 2026 als Schwerpunkt in die Safety Promotion von staysafe.aero ein. Der Dialog mit der VFR- und IFR-Community wird gezielt gesucht – unter anderem an der AERO 2026, beim Flight Safety Dialog 2026 sowie bei Season Openers von Flugschulen und Vereinen.

Top-Airshow-Darsteller für Oshkosh

Für dieEAA AirVenture Oshkosh 2026 haben sich zahlreiche der weltweit renommiertesten Airshow-Performer angekündigt. Die größte Luftfahrtveranstaltung der Welt findet vom 20. bis 26. Juli 2026 am Wittman Regional Airport statt und bietet an sieben Tagen insgesamt neun Flugshows – darunter zwei spektakuläre Nacht-Airshows am 22. und 25. Juli.

Die täglichen Nachmittags-Airshows werden von Daher präsentiert, die Nacht-Airshow am 22. Juli von Covington Aircraft, jene am 25. Juli von Hartzell Propeller. Inhaltlich steht die Veranstaltung auch im Zeichen des 250-jährigen Bestehens der Vereinigten Staaten.

Zu den bereits bestätigten Highlights zählen namhafte Kunstflugpiloten, Warbird-Ikonen und Formationen, darunter Michael Goulian (Extra), Skip Stewart (Prometheus 2), die Red Bull Air Force, das Titan Aerobatic Team, die USAF F-16- und F-22-Demoteams sowie zahlreiche klassische Muster wie P-51, P-47, Corsair, MiG-17 oder T-33. Auch Fallschirmteams wie die Golden Knights der US Army und internationale Kunstflug-Formationen sind Teil des Programms.

Bereits zuvor angekündigt wurden zudem die P-38 und die DC-6 der Flying Bulls aus Österreich, deren einziger öffentlicher US-Auftritt 2026 in Oshkosh stattfinden wird.

Weitere Darsteller – darunter exklusive „Oshkosh-only“-Acts – sollen in den kommenden Monaten folgen. Die detaillierten Tagesprogramme werden nach Abschluss der Planung veröffentlicht.

FAA Flugverbot für N-registrierte Flugzeuge

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat Registrierungszertifikate von rund 800 Flugzeugen für ungültig erklärt, welche über die britische Firma Southern Aircraft Consultancy Inc. (SACI) als Treuhänder registriert waren. Dies führt zu einem weltweiten Flugverbot für die betroffenen Luftfahrzeuge.

Die Maßnahme, die am 13. Januar 2026 bekannt gegeben wurde, betrifft eine breite Palette von Luftfahrzeugen, darunter auch Geschäftsreiseflugzeuge, Turboprops und Hubschrauber . Die FAA begründet den Schritt damit, dass SACI die US-Staatsbürgerschafts-Anforderungen für Treuhänder nicht erfüllt.

Hintergrund der FAA-Entscheidung

Nach den Vorschriften der FAA muss ein Treuhänder, der ein Luftfahrzeug für einen Nicht-US-Bürger registriert, entweder selbst US-Staatsbürger sein oder als „resident alien“ in den USA ansässig sein . Die FAA kam zu dem Schluss, dass SACI, ein im Vereinigten Königreich ansässiges Unternehmen, diese Voraussetzung nicht erfüllt. SACI selbst führt die Entscheidung der FAA darauf zurück, dass die Verwaltung der Treuhandverhältnisse von Personal in Großbritannien durchgeführt wurde . Die FAA hat SACI angewiesen, alle betroffenen Registrierungszertifikate innerhalb von 21 Tagen zurückzugeben .

Auswirkungen auf die Halter

Für die Halter der betroffenen Flugzeuge bedeutet die Entscheidung ein sofortiges Startverbot. Die britische Zivilluftfahrtbehörde CAA hat bestätigt, dass ohne ein gültiges Registrierungszertifikat die rechtliche Grundlage für den Flugbetrieb entfällt . Dies hat auch potenzielle Auswirkungen auf den Versicherungsschutz der Luftfahrzeuge .

Betroffene Halter haben nun zwei Möglichkeiten, ihre Flugzeuge wieder legal in Betrieb zu nehmen:

  1. Neuregistrierung in einem anderen Land: Das Luftfahrzeug kann im Register eines anderen Staates eingetragen werden.
  2. Neuregistrierung in den USA: Eine erneute Registrierung bei der FAA ist möglich. Hierfür muss ein neuer, konformer Treuhänder benannt oder eine andere Eigentümerstruktur gewählt werden. Für die Neuregistrierung sind ein Eigentumsnachweis und die Entrichtung einer Gebühr von 5 US-Dollar erforderlich. Die FAA stellt daraufhin eine temporäre Betriebsgenehmigung für Flüge innerhalb der USA aus. Für internationale Flüge kann eine beschleunigte Bearbeitung beantragt werden, eine sofortige Genehmigung für Flüge außerhalb der USA gibt es jedoch nicht .

Reaktion von Southern Aircraft Consultancy

SACI zeigte sich von der Entscheidung der FAA überrascht und kündigte an, diese rechtlich anzufechten . Gleichzeitig hat das Unternehmen eine Lösung für seine Kunden in die Wege geleitet. Am 15. Januar 2026 gab SACI bekannt, dass eine Vereinbarung mit der US-amerikanischen Treuhandgesellschaft Valiair getroffen wurde. Valiair soll das Geschäft von SACI übernehmen, mit dem Ziel, die Konformität wiederherzustellen und die betroffenen Flugzeuge so schnell wie möglich wieder in die Luft zu bekommen. Im Idealfall würde dies für die Kunden lediglich einen Wechsel des Treuhänders bedeuten, ohne dass eine komplette Neuregistrierung erforderlich wäre .


Einordnung

Die AOPA UK betont, dass es sich bei der Maßnahme der FAA um ein rein administratives und regulatorisches Problem handelt und keine Bedenken hinsichtlich der Lufttüchtigkeit, der Wartungsstandards oder der Flugsicherheit der betroffenen Flugzeuge bestehen .

Frankreich: Neuer Flugplatz-Nutzer-Verband

Mit der Hinterlegung der Statuten am 23. November 2025 ist in Marignane die Fédération nationale des usagers des aérodromes FNUAD offiziell an den Start gegangen. Ziel des neuen Dachverbands ist es, die Interessen der Nutzer französischer Flugplätze gebündelt zu vertreten – gegenüber Behörden wie der DGAC ebenso wie auf politischer und juristischer Ebene.

Der Verband besteht ausschließlich aus juristischen Personen, die Flugplatznutzer repräsentieren. In den für vier Jahre gewählten Vorstand wurden Jacques Clostermann (Präsident), Gilles Mosse (Sekretär) und Bertrand Menvielle (Schatzmeister) berufen.

Präsident : Jacques Clostermann

Hintergrund der Gründung sind zahlreiche Konflikte zwischen Nutzern und Flugplatzbetreibern, die sich seit der Privatisierung vieler Plätze im Zuge des Gesetzes von 2004 verschärft haben. Besonders betroffen waren in den vergangenen Jahren unter anderem Aix-les-Milles, Biarritz, Salon-Eyguières und Reims-Prunay. Aus einer lokalen Initiative in Aix-les-Milles entwickelte sich rasch eine landesweite Bewegung zur Verteidigung der Allgemeinen Luftfahrt.

Kurzfristig will die FNUAD nun eine umfassende Bestandsaufnahme der bestehenden Probleme vornehmen und dazu den Dialog mit Nutzervereinigungen in ganz Frankreich intensivieren. Der Start der Verbandswebsite steht unmittelbar bevor, eine Kontaktadresse ist bereits eingerichtet. Damit erhält die französische General Aviation erstmals eine nationale, strukturierte Interessenvertretung.

Muster-Zulassung für P2012 in Ecuador

Tecnam baut seine Präsenz in Südamerika weiter aus: Die ecuadorianische Luftfahrtbehörde DGAC hat die komplette P2012-Familie des italienischen Herstellers validiert. Damit sind alle Varianten – Traveller, STOL und Sentinel SMP, jeweils mit Lycoming- oder Continental-Triebwerken – ab sofort unter ecuadorianischer Registrierung einsatzbereit.

Die Entscheidung folgt auf die erste Auslieferung eines P2012 Traveller im Juli 2025 an Transair Leasing, Tecnam-Vertreter für Ecuador, Kolumbien, Peru und Panama. Mit der nun erteilten Gesamtzulassung steht Betreibern im Land die gesamte Bandbreite der P2012-Plattform offen – von Passagier– und Frachtflügen über Medevac bis hin zu Spezialmissionen.

Gerade für Ecuadors anspruchsvolle Topografie mit Anden, Amazonasgebiet, Küste und Galápagos ist die Kombination aus STOL-Fähigkeit, zweimotoriger Sicherheit und moderner Avionik von strategischer Bedeutung. Transair Leasing rechnet entsprechend mit stark wachsendem Interesse lokaler Betreiber.

DieP2012 bietet Platz für bis zu neun Passagiere plus Crew, ist nach aktuellen CS-23/FAR-23-Standards zertifiziert und als vielseitiger Ersatz für ältere zweimotorige Muster konzipiert. Mit der DGAC-Freigabe ist der Weg für einen breiten Markteintritt von Tecnam in Ecuador und der Andenregion frei.

Flugplatz Drütte ist Geschichte

Zum Jahreswechsel hat der Motorflugclub (MFC) Salzgitter den Verkehrslandeplatz Drütte räumen müssen. Nach der Kündigung des Pachtvertrags durch die Salzgitter AG, die auch juristisch bestätigt wurde, endet ein traditionsreicher Luftfahrtstandort. Die sechs Vereins-Flugzeuge sind nach Braunschweig überführt worden, wo dem Club künftig eine Halle zur Verfügung steht.

„Die Enttäuschung ist groß, aber wir müssen uns damit abfinden“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Volkmar Plewa. Besonders betroffen sind auch zwei Flugschulen, die ihren Betrieb in Salzgitter einstellen mussten. Für laufende Flugschüler ist die Zukunft derzeit noch offen.

Abschied aus Salzgitter: MFC-Mitglied Harald Bode und der stellv. Vorsitzende Volkmar Plewa im Tower auf dem Verkehrslandeplatz Drütte.

Langjähriges Mitglied Harald Bode spricht trotz breiter Unterstützung aus Politik und Bevölkerung von einer ernüchternden Entscheidung. Mit dem Flugplatz verliere Salzgitter nicht nur eine Ausbildungsstätte für den fliegerischen Nachwuchs, sondern auch einen wichtigen Teil seiner öffentlichen Luftverkehrs-Infrastruktur. Geschäfts- und Tourismusflüge seien von und nach Salzgitter künftig nicht mehr möglich – ein schwerer Verlust für die Region.

Zurück zu manuellem Fliegen

Angesichts der Automatisierung im Cockpit ruft die Air Line Pilots Association (ALPA) zu einer stärkeren Pflege manueller Flug-Fähigkeiten auf. Auf dem Skift Aviation Forum in Fort Worth betonte ALPA-Vize-Präsidentin Wendy Morse, selbst Boeing 787-Kapitänin, dass Piloten über ihre gesamte Laufbahn hinweg aktiv „fliegen“ müssten, um ihre Kompetenzen zu erhalten.

Sicherheitsdaten zeigten, dass praktische Fertigkeiten bei zu starker Abhängigkeit von Automatiksystemen nachlassen. ALPA empfiehlt daher bewusst mehr manuelles Fliegen, auch in Reiseflughöhen. Gleichzeitig bekräftigte Morse die Ablehnung von Konzepten mit reduzierter Cockpitbesatzung und verwies auf die Kampagne „Safety Starts With Two“. Technologie und neue Assistenzsysteme seien wertvoll, wenn sie Piloten unterstützen, nicht ersetzen. Auch künstliche Intelligenz könne beim Lernen und bei der Auswertung von Daten helfen – müsse jedoch sorgfältig überwacht werden. Für ALPA bleibt klar: Flugsicherheit beginnt mit soliden Grundlagen und zwei Piloten im Cockpit.

AOPA-Seminar: Fliegen in Nordamerika

Am 7. Februar 2026 lädt die AOPA zu einem ganztägigen Seminar zum Thema Fliegen in Nordamerika, Kanada und der Karibik ein. Martina und Michael Höcker berichten dabei aus erster Hand von ihrer 20-wöchigen Reise mit dem eigenen Flugzeug durch diese Regionen.

Im Mittelpunkt stehen die Vorbereitung, Planung und Durchführung eines solchen Langstreckenabenteuers. Behandelt werden unter anderem fliegerische und organisatorische Besonderheiten, Erfahrungen an Flugplätzen und Destinationen, das benötigte Equipment, finanzielle Aspekte sowie die Crew-Vorbereitung. Eine umfangreiche Bilddokumentation ergänzt die praxisnahen Einblicke.

Das Seminar richtet sich sowohl an Pilotinnen und Piloten als auch an Nicht-Piloten und verbindet Reisebericht mit konkreter Entscheidungshilfe für eigene Projekte.
Anmeldeschluss ist der 26. Januar 2026. Die Teilnahmegebühr beträgt 160 Euro für AOPA-Mitglieder und 200 Euro für Nichtmitglieder (inkl. MwSt.).

-> Anmeldung

Coulson Aviation startet Airtanker-Programm

Coulson Aviation USA hat den Start seines Boeing-767-Very-Large-Airtanker-(VLAT-)Programms bekannt gegeben. Damit reagiert das Unternehmen auf die wachsende Lücke in der Luftbrandbekämpfung, die durch die Ausmusterung von MD-11- und DC-10-Löschflugzeugen entstanden ist.

Die 767 VLAT soll ältere Großraumplattformen ersetzen und dabei höhere Nutzlast, bessere Treibstoffeffizienz und langfristige Verfügbarkeit bieten. Als weltweit etablierter Flugzeugtyp punktet die Boeing 767 mit moderner Systemtechnik, guter Ersatzteilversorgung und wirtschaftlichem Betrieb.

Ausgerüstet wird das Flugzeug mit der größten Version des firmeneigenen RADS-Löschmittelsystems. Die geplante Tankkapazität übertrifft alle derzeit eingesetzten VLAT, bei gleichzeitig hoher Einsatzflexibilität und verbesserter Wartungsfreundlichkeit. Die technische Auslegung, Strukturanalyse und Systemintegration sind bereits angelaufen.

Mit der 767 VLAT erweitert Coulson seine bestehende Flotte aus C-130H Hercules und 737 Fireliner um ein Löschflugzeug der nächsten Generation. Damit erhalten Feuerwehren weltweit ein zusätzliches strategisches Mittel für lang andauernde, großvolumige Luftlöscheinsätze.

Gemeinsam Luftfahrtregulierung vereinfachen

Die EASA macht noch bis Ende Jahr eine Umfrage, um Möglichkeiten zur Vereinfachung der Regulierung zu identifizieren. Das ist eine willkommene Initiative und Ihre Teilnahme ist wichtig, damit die Stimme der Segelfliegergemeinschaft gehört wird. Die Umfrage ist nur noch bis zum 31. Dezember geöffnet, nutzen Sie diese Gelegenheit, Ihre Vorstellungen zu wichtigen Themen einzubringen.

-> Zur Umfrage (English)

Sie können in der Umfrage gerne auch eigene Themen vorschlagen. Es ist zu beachten, dass die EGU bereits drei Schlüsselthemen vorbereitet hat, an denen sie seit mehreren Jahren aktiv arbeitet:

  • Ersatz der Klasse 2 / LAPL, ärztlichen Untersuchung durch eine ärztliche Selbsterklärung des Piloten, wie sie bereits in einigen Ländern (Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten) und für ULM in Frankreich existiert.
  • Anpassung und Vereinfachung der Part-66L, damit sie tatsächlich den Anforderungen der Segelflugzeugwartung entspricht.
  • Weiterentwicklung und Vereinfachung der SPL-Regulierung, um die tatsächliche Praxis für den Segelflug zu verbessern.

CS-23-Standard für die moderne Flugausbildung

Mit der P2008JC NG (Next Generation) bringt Tecnam eine konsequent weiterentwickelte Version seines Schulflugzeugs auf den Markt. Erstmals nach EASA CS-23 zertifiziert, kombiniert die NG-Version höchste Sicherheitsstandards mit moderner Einspritztechnik und einer bewährten Hybridzelle.

Herzstück ist der Rotax 912 iSc mit Kraftstoffeinspritzung. Er senkt den Verbrauch auf rund 14 l/h, reduziert die Betriebskosten deutlich und ermöglicht einen um bis zu 30 % geringeren CO₂-Ausstoss gegenüber klassischen AvGas-Trainern.

Charakteristisch bleibt die Tecnam-Hybridbauweise: aerodynamischer Kohlefaserrumpf für eine breite, komfortable Kabine, kombiniert mit robusten Metallflügeln – reparaturfreundlich und ideal für den harten Schulbetrieb. Damit positioniert sich die P2008JC NG als „No-Compromise“-Trainer zwischen älteren Metallflotten und empfindlichen Vollverbundmustern.

Im Cockpit setzt Tecnam auf ein modernes Garmin G3X Touch-Glascockpit und eine verbesserte Ergonomie. Weitere NG-Updates umfassen eine neu gestaltete Mittelkonsole, ein überarbeitetes Fenster-Design sowie komfortablere 3-Punkt-Gurte mit Trägheits-Aufrollern.

Für Flugschulen bietet die P2008JC NG zudem strategische Vorteile: In Kombination mit P-Mentor und P2006T NG lässt sich eine durchgängige, „All-Injected“-Flotte vom Ab-initio- bis zum Mehrmotoren-Training realisieren.

Die Tecnam P2008JC NG ist ab sofort bestellbar und in allen EASA-Staaten zugelassen – als wirtschaftlicher, nachhaltiger und sicherheitsorientierter Trainings-Standard der nächsten Generation.

Kodiak 900 erhält brasilianische Zulassung

Das Mehrzweckflugzeug Kodiak 900 von Daher hat die brasilianische Lufttüchtigkeitsbescheinigung der ANAC erhalten. Damit ist die größere und leistungsstärkere Weiterentwicklung der Kodiak 100 nun auch für den anspruchsvollen Einsatzmarkt Brasilien zugelassen.

Die Kodiak 900 kombiniert das bewährte „Go-anywhere“-Konzept mit spürbaren Leistungszuwächsen: verlängerter Rumpf, höhere Reisegeschwindigkeit von 210 KTAS, größere Nutzlast sowie eine Reichweite von bis zu 1.129 NM. Gleichzeitig sank der spezifische Treibstoffverbrauch um rund neun Prozent – ein Plus für Wirtschaftlichkeit und Betriebskosten.

Angetrieben wird die Kodiak 900 von einem PT6A-140A-Turboprop mit 900 shp, ausgelegt für Hot-and-High-Bedingungen. Serienmäßig an Bord ist das Garmin G1000 NXi. Dank robustem Fahrwerk und STOL-Eigenschaften eignet sich das Flugzeug für Einsätze abseits klassischer Flughäfen – von regionalem Transport über öffentliche Aufgaben bis zu humanitären Missionen.

Nach der FAA-Zertifizierung 2022 und der EASA-Zulassung 2023 markiert die brasilianische Freigabe einen weiteren Schritt im internationalen Ausbau der Kodiak-Familie. Daher stärkt seine Präsenz in Lateinamerika zusätzlich mit einer neuen Niederlassung in São Paulo.

Hoffmann Propeller mit neuer Doppelspitze

Hoffmann Propeller erweitert Geschäftsführung – Heintje Wyczisk übernimmt Verantwortung für F&E und Neubau im Großraum Rosenheim.

Hoffmann Propeller, ein führender Hersteller von Propellersystemen für zivile, historische und spezielle Luftfahrtanwendungen, stellt sein neues Führungsduo vor: Heintje Wyczisk wird als Managing Director in die Geschäftsführung berufen. Gemeinsam mit Mark Härtenberger, der bereits seit 2024 als Managing Director für Hoffmann Propeller tätig ist, steuert er künftig den weiteren Ausbau und die strategische Entwicklung des Unternehmens.

Neu in der Geschäftsführung: Heintje Wyczisk wird als Managing Director bei Hoffmann Propeller den Aufbau des neuen, modernen Standorts im Großraum Rosenheim, die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens sowie die Verantwortung für Forschung und Technologieentwicklung mitgestalten

Erfahrene Führung für Zukunftsprojekte

Mit Heintje Wyczisk gewinnt Hoffmann Propeller einen international erfahrenen Ingenieur und Manager, der über mehr als 25 Jahre Expertise in Luftfahrttechnik, elektrischen Antriebssystemen und Zulassungsverfahren verfügt. Zuvor war er in leitenden Funktionen bei Siemens eAircraft und Rolls-Royce Electrical tätig, wo er weltweit Engineering-Teams führte und innovative Technologien im Bereich elektrischer Antriebe verantwortete. Seine Schwerpunkte bei Hoffmann Propeller sind der Aufbau des neuen, modernen Standorts im Großraum Rosenheim, die strategische Weiter-Entwicklung des Unternehmens sowie die Verantwortung für Forschung und Technik-Entwicklung. „Hoffmann Propeller ist ein Traditionsunternehmen, das große Potenziale hat. Ich freue mich sehr, diese gemeinsam mit Mark Härtenberger zu heben und Hoffmann Propeller erfolgreich in die Zukunft zu führen“, so Heintje Wyczisk.

Mark Härtenberger, Managing Director Hoffmann Propeller, führt gemeinsam mit Heintje Wyczisk das Unternehmen.

Stärkung von Vertrieb und Marktpräsenz

Mark Härtenberger fokussiert sich einerseits auf Vertrieb, Kundenbeziehungen und Marktentwicklung, andererseits begleitet er die Funktion des Head of Design Organisation sowie die Verantwortung als Accountable Manager für EASA Part 21G und Part 145. Er bringt langjährige Erfahrung im internationalen Aerospace-Vertrieb und im Aufbau von Geschäftseinheiten mit – unter anderem bei Linde Advanced Material Technologies und CT Engineering Group. Seit seinem Eintritt bei Hoffmann Propeller im Mai 2024 war er zudem maßgeblich an der Übernahme durch die ROSEN Swiss Holding beteiligt und begleitet weiterhin aktiv den Post-Merger-Integrationsprozess. „Mit der ROSEN Swiss Holding als finanzstarken Investor und Heintje Wyczisk als weiteren Managing Director sind wir für die kommenden Zeiten ideal aufgestellt. Nun gilt unsere gemeinsame Kraft dem geplanten Neubau und die wirtschaftliche Stärkung von Hoffmann Propeller“, fasst Mark Härtenberger zusammen.

Geteilte Verantwortung – gemeinsame Vision

Mit dieser Doppelspitze setzt Hoffmann Propeller auf eine klare Aufgabenteilung: Während Heintje Wyczisk den Bereich Forschung & Technologieentwicklung sowie den Aufbau des neuen Standorts im Großraum Rosenheim verantwortet, liegt der Fokus von Mark Härtenberger auf Vertrieb und Marktentwicklung. Beide Geschäftsführer arbeiten eng zusammen, um die Operation und den Ausbau des Unternehmens strategisch voranzutreiben und die Position von Hoffmann Propeller auf dem internationalen Markt zu stärken.

Der geplante Neubau im Großraum Rosenheim, für den sich das Unternehmen derzeit in der Phase der Grundstückssuche befindet, wird ein hochmodernes Zentrum für Produktion, Instandhaltung und Forschung. Damit schafft Hoffmann Propeller nicht nur zusätzliche Arbeitsplätze, sondern sichert auch langfristig den Standort und die Luftfahrtkompetenz in der Region.

Über Hoffmann Propeller

Seit fast 70 Jahren steht Hoffmann Propeller für Präzision, Zuverlässigkeit und Innovation in der Propellerfertigung. Mit einem breiten Produktportfolio von Propellern für Kleinflugzeuge über historische Maschinen bis hin zu UAVs (unmanned aerial vehicles) und Spezial-Anwendungen beliefert das Unternehmen Kunden weltweit. Heute beschäftigt Hoffmann Propeller rund 50 Mitarbeitende am Hauptsitz in Rosenheim, mit Wachstumsplänen auf bis zu 300 Beschäftigte im Rahmen des geplanten Neubaus.

Bundeswehr erhält ersten PC-12

Pilatus hat einen PC-12 an die Wehrtechnische Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrt-Gerät der deutschen Bundeswehr (WTD 61) übergeben. Der vielseitig einsetzbare einmotorige Turboprop von Pilatus ist künftig auf dem Fliegerhorst Ingolstadt/Manching in Deutschland stationiert und dient sowohl der Aus- und Weiterbildung von Testpiloten als auch dem Transport von Personal und Material.

Mit dem PC-12 erhält die WTD 61 ein leistungsfähiges Flugzeug, das kostengünstig im Betrieb und flexibel einsetzbar ist und die Einsatzbereitschaft der Dienststelle massgeblich stärken wird. Der PC-12 gilt als zuverlässig und äusserst bewährte Plattform in der zivilen und militärischen Luftfahrt und wird die Standardisierungs-Trainings der Bundeswehr-Testpiloten sowie den logistischen Transport unterstützen.

Die Bundeswehr betont die Bedeutung der neuen Maschine: «Der PC-12 unterstützt uns dabei, unsere Aufgaben im Bereich Training und Transport effizient und sicher wahrzunehmen», erklärt Barbara Reinhold, Direktorin des WTD 61.

«Wir sind überzeugt, dass der PC-12 durch seine Vielseitigkeit, moderne Avionik und bewährte Zuverlässigkeit optimal auf die Anforderungen der Bundeswehr zugeschnitten ist und einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung ihrer anspruchsvollen Aufgaben leisten wird», erklärt Ioannis Papachristofilou, Vice President Government Aviation von Pilatus.

Die Übergabe markiert den Beginn einer vielversprechenden Partnerschaft zwischen Pilatus und der Bundeswehr, die in den kommenden Jahren durch technische und logistische Unterstützung auf langfristigen Erfolg ausgelegt ist. Pilatus freut sich sehr, diesen äusserst professionellen Operator neu zu ihrem Kundenportfolio zählen zu dürfen.

LBA: Strukturelle Defizite gefährden Vertrauen in Flugmedizin

Die jüngsten Veröffentlichungen der Juristin Nina Coppik (ehemals Referat L 6) sowie das Interview mit Flugmediziner Dr. Steffen Grüner unterstreichen eindrücklich die desaströsen Zustände im Bereich der Flugmedizin des LBA. Verfahren werden unnötig verkompliziert, gesetzliche Spielräume nicht genutzt und Piloten vorschnell für untauglich erklärt. In aller Deutlichkeit: Es gibt derzeit wohl kaum einen Berufs- oder Privatpiloten, der noch Vertrauen in eine geregelte, aber faire Tauglichkeitsprüfung hat, sobald das LBA involviert ist. Die Bundesoberhörde sorgt für Angst, Frust und Existenzvernichtung – und schadet damit der Luftfahrt, die es zu schützen vorgibt.

Systematische Probleme statt Einzelfälle

Flugmediziner Dr. Steffen Grüner berichtet von willkürlichen Entscheidungen – etwa der Verweigerung seiner AME-Rezertifizierung aufgrund eines Jahre zurückliegenden Migräneanfalls oder unnötigen Zusatzuntersuchungen nach einem schlichten Datenfehler.

Nina Coppik trat aus Gewissensgründen Ende September von ihrem Amt zurück und kehrt dem Staatsdienst den Rücken. Ihre Bilanz: fehlerhafte Tauglichkeits-Entscheidungen, fachfremde Gutachten, mangelnde Sachverhaltsaufklärung. Sie erinnert daran, dass Untauglichkeit nach EU-Regularien Ultima Ratio sein muss – und nicht voreilige Praxis. Ihren Erfahrungsbericht zu den unerträglichen Zuständen im LBA und die Hintergründe für ihre Entscheidung teilte Sie öffentlich auf LinkedIn. Diese Ausführungen sind eine Bankrotterklärung für die Behörde, denn Frau Coppik konnte eine fortgesetzte Tätigkeit im LBA „weder mit ihrem Fliegerherzchen noch ihrer Vorstellung von juristischer Berufsethik vereinbaren“ und will stattdessen als Juristin nun die Fliegerinnen und Flieger beraten.

LBA-Stellungnahme überzeugt nicht

Zwar verweist die Behörde auf interne Checklisten, elektronische Akten und neue Kommunikationswege. Doch zentrale Punkte bleiben unbeantwortet: klare Fristen, transparente Kennzahlen, proaktive Qualitätssicherung. Solche Strukturen sind unerlässlich, um medizinische Standards einzuhalten und Verfahren verlässlich zu gestalten.

Reformierung des Referats Flugmedizin

Das Referat L 6 muss reformiert werden. Sofort. Nicht irgendwann. Die Verbände AOPA, DAeC und DULV bieten dazu nach wie vor einen „Runden Tisch“ an, um die Probleme offen anzusprechen und schnelle Lösungen aufzuzeigen Es geht um Existenzen, es geht um Vertrauen, es geht um die Zukunft einer ganzen Branche.

Das LBA ist selbst nicht in der Lage, diese Probleme zu lösen. Ein Einschreiten des BMV ist daher unerlässlich und das nicht nur für Einzelfälle! Die neue Bundesregierung ist 100 Tage im Amt und in der Pflicht, hier politische Kontrolle auszuüben. Den politischen Einfluss wird es brauchen, denn wir glauben in der Flugmedizin schon lange nicht mehr an die Selbstheilungskraft des LBA.

Es ist schon ironisch: Im Rest der Welt vereinfacht man die Medicals für Privatpiloten drastisch, traut es einem Flugmediziner oder sogar Hausärzten zu Entscheidungen über die Flugtauglichkeit zu treffen. Warum funktioniert das: Weil das Risiko dieser Entscheidungen offenbar sehr gering ist. Wenn es die Politik mit Bürokratieabbau ernst meint, dann muss sie auch hier ansetzen.

Bei der EASA, aber vor allem beim LBA, ist man noch nicht so weit. In Braunschweig macht sich offenbar die LBA-Führung einen Kopf darüber, ob man im Falle von Konsultationen zwei Ärzten trauen kann und stellt deren Untersuchungsergebnisse grundsätzlich in Frage, lässt die Vorgänge monatelang unbearbeitet liegen, beklagt sich über Personalmangel und entschuldigt das selbstausgelöste Chaos mit bösen überzogenen EU-Anforderungen, die man als deutsche Behörde ja wohl nicht zu verantworten hat. Aber weshalb schaffen das alle anderen europäischen Behörden viel besser damit umzugehen als das LBA? Warum wandern hunderte von deutschen Piloten jedes Jahr u.a. nach Österreich ab? Wir wollen endlich einen runden Tisch, um schnellstmöglich gemeinsame Lösungen zu finden.

Mit der Vereinigung Cockpit hat es schon Treffen gegeben, den Verbänden außerhalb der Verkehrsluftfahrt verweigert man diese bislang. Aus einem offenen Brief der VC gehen Details zu den massiven Arbeitsrückständen des LBA hervor, sie werden sachlich und in der Sache schonungslos auf den Tisch gelegt. Was aber überhaupt nicht geht ist, dass die geübte Praxis darin besteht, dass Privatpiloten bei der Bearbeitung ihrer Vorgänge hintenanstehen sollen, bis alle Anträge der Berufspiloten abgearbeitet sind. Solch eine Zweiklassengesellschaft sieht unser Verwaltungsrecht nicht vor.

Unsere Petition gemeinsam mit DAeC und DULV erhielt im letzten Jahr annährend 20.000 Unterschriften. Die Petition zeigte zunächst Erfolg, denn die damaligen Staatssekretäre im Bundesverkehrsministerium hatten sich der Problematik angenommen und ließen sich regelmäßig über den aktuellen Stand der Arbeits-Rückstände in der LBA-Flugmedizin berichten. Aber seit dem Ende der Ampel-Koalition hat sich offenbar niemand mehr auf politischer Ebene um das Problem gekümmert.

Auf der AERO 2025 wurde auf dem LBA-Stand noch verkündet, dass sich die Problematik nach eingeleiteten organisatorischen Maßnahmen schnell vollständig auflösen werde. Eine dreiste Lüge: Dass davon keine Rede sein kann, zeigt die Entwicklung der letzten Monate.

Wir werden in diesen Punkten nicht nachlassen und den Druck gemeinsam mit den anderen Verbänden und der Öffentlichkeit aufrechterhalten.

Piloten, Flugmediziner und Verbände erwarten zurecht, dass das LBA mit Augenmaß entscheidet. Nur durch echte Reformen kann verhindert werden, dass Tauglichkeits-Prüfungen als willkürliche Hürde wahrgenommen werden – und die Sicherheit ebenso wie die Akzeptanz in der Luftfahrt noch weiteren Schaden nimmt. Nicht die Piloten sind das Problem der Luftfahrt, sondern in dem Fall ihre eigene Aufsichtsbehörde! Quelle: ‘AOPA Germany’.

Weichenstellung für die Zukunft

Unter der Leitung von Bundesrat Albert Rösti trafen sich am 2. September 2025 Vertreter der Schweizer Zivilluftfahrt und der Standortkantone der Landesflughäfen in Bern. Im Zentrum stand die Aktualisierung des luftfahrtpolitischen Berichts (Lupo), die Anfang 2026 startet.

Lupo als strategischer Kompass
Der Lupo definiert die Leitlinien der Schweizer Luftfahrtpolitik für zehn Jahre. Er wurde zuletzt 2016 veröffentlicht und soll überarbeitet und 2028 publiziert werden. Laut Rösti behalten viele Grundsätze – etwa zu Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit – ihre Gültigkeit. Neu rücken Nachhaltigkeit und der Einsatz erneuerbarer Flugtreibstoffe stärker in den Vordergrund.

Nachhaltigkeit und Standortstärkung
Rösti betonte, der Bericht solle ein klares Bekenntnis zum Luftfahrtstandort Schweiz enthalten. Internationale Anbindungen müssten gesichert bleiben – mit verlässlichen Rahmenbedingungen etwa bei Infrastruktur und Betriebszeiten. Zur Überarbeitung ist 2027 eine öffentliche Vernehmlassung vorgesehen. Auch Themen wie die Revision der Lärmschutzgesetzgebung und die geplante Beimischpflicht erneuerbarer Treibstoffe wurden angesprochen.

Forum für Austausch
Die seit 2005 jährlich stattfindende «Plattform Luftfahrt Schweiz» fördert den Dialog über aktuelle Herausforderungen der Branche. Dieses Jahr folgten Vertreter der Landes-Flughäfen, der Fluggesellschaften Swiss, Easyjet Schweiz und Helvetic Airways, der Flugsicherung Skyguide, von Aerosuisse sowie Regierungsmitglieder der Kantone Basel-Landschaft, Genf und Zürich der Einladung. Zudem nahmen die Bundesämter für Zivilluftfahrt und Umwelt teil.

LBA-Medical-Debatte neu entfacht

Eine Juristin des Luftfahrt-Bundesamts (LBA) hat mit einem Social-Media-Post ihren Abschied aus der Behörde verkündet und damit eine seit langem schwelende Debatte um die Zustände in der deutschen Flugmedizin neu entfacht. Nina Coppik, die als Juristische Referentin im für die Flugmedizin zuständigen Referat L6 tätig war, spricht von „schlechterdings untragbaren Zuständen“ und einer Entscheidung aus „Gewissensgründen“. Ihr Schritt wirft ein Schlaglicht auf ein System, das seit Jahren in der Kritik steht und für unzählige Piloten existenzbedrohende Konsequenzen hat.

LinkedIn-Post rüttelt Branche auf

In ihrem Beitrag auf LinkedIn wählt Nina Coppik deutliche Worte, die bei vielen Betroffenen einen Nerv treffen: „So – dat war et jewesen mit Luftfahrt-Behinderungsamt„, beginnt sie ihren Post und fährt fort: „Ich habe mich aus Gewissensgründen entschieden, das Referat L6 zu verlassen, in dem u.a. die Flugmedizin angesiedelt ist und in dem ich etwa 1,5 Jahre als Juristische Referentin gearbeitet und viele, viele Widerspruchs- und Klageverfahren von Pilot*innen betreut habe, die von den Behördenärzten gegroundet wurden. Die Zustände in L6 sind aus meiner Sicht schlechterdings untragbar.“

Coppik, die vor ihrer Zeit beim LBA als Rechtsanwältin und als Justitiarin beim Bundes-Aufsichtsamt für Flugsicherung tätig war, macht deutlich, dass sie ihre Tätigkeit nicht länger mit ihrem „Fliegerherz“ und ihrer „Vorstellung von juristischer Berufsethik“ vereinbaren konnte. Interne Versuche, die Missstände zu beheben, seien „immer wieder gescheitert„. Ihre berufliche Zukunft sieht sie nun auf der „richtigen Seite„, nämlich der des fliegenden Personals, wo sie beratend tätig sein wird.

Die Reaktionen aus der Luftfahrt-Community ließen nicht auf sich warten. Von „Danke für die klare Darstellung“ (Herwart Goldbach, ehemals DFS) über „Gratulation! Einem falschen System den Rücken zu kehren, ist ein großer Schritt“ (Thomas Neupert, TRE Boeing 737 bei Tui) bis hin zu „Die Zustände sind für uns Pilot/-innen wirklich unsäglich“ (Malte Fuhrmann, Vereinigung Cockpit) – der Tenor ist klar. Schwer wiegt die Einschätzung des Flugmediziners Dr. med. Stefan Reschke, der von „Unpersönlichkeit und Bürokratie“ spricht, die „mit ärztlicher Tätigkeit kaum noch etwas zu tun hat“ und für ihn längst ein „Sicherheitsrisiko“ darstellt.

Ein Drama mit Ansage: Die Chronik des Versagens

Die von Coppik angeprangerten Zustände sind nicht neu. Seit Jahren klagen Piloten, Verbände und Juristen über die unhaltbare Situation im Referat Flugmedizin des LBA. Deutschland ist, was die Bearbeitungszeiten von Medicals angeht, das traurige Schlusslicht unter allen EASA-Mitgliedsstaaten – und das mit großem Abstand. Während in anderen europäischen Ländern Tauglichkeitsentscheidungen bei identischen Vorschriften oft innerhalb weniger Tage getroffen werden, warten Piloten in Deutschland monate- oder sogar jahrelang auf eine Entscheidung.

Die Gründe dafür sind vielschichtig und zeugen von einem tiefgreifenden Systemversagen:

  • Lähmende Bürokratie und Angst vor Verantwortung: Rechtsanwalt Stefan Hinners, der zahlreiche Piloten gegen das LBA vertritt, beschreibt eine Kultur der Angst und der überbordenden Bürokratie. Sachbearbeiter, die die Piloten nie persönlich zu Gesicht bekommen, entscheiden nach Aktenlage und scheinen aus Angst, Fehler zu machen, immer tiefere und oft unnötige Untersuchungen anzufordern. Theoretische Restrisiken werden zum Anlass genommen, Entscheidungen zu Lasten der Piloten zu treffen.
  • Ignoranz gegenüber Gerichten und Hilfsangeboten: Das LBA ignoriert nicht nur die Anfragen von Fliegerärzten, sondern missachtet sogar gerichtliche Anordnungen. Gleichzeitig werden Hilfsangebote, wie etwa Amtshilfe durch die Luftwaffe, großzügig ausgeschlagen.
  • Personalmangel als vorgeschobenes Argument? Immer wieder wird Personalmangel als Grund für die langen Bearbeitungszeiten angeführt. RA Hinners widerlegt dies mit konkreten Zahlen: Im vergangenen Jahr hatte das Referat L6 im Schnitt lediglich acht bis neun Fälle pro Tag zu bearbeiten. Eine zeitnahe Bearbeitung, so Hinners, könne „nicht unmöglich sein“.
  • Gescheiterte Digitalisierung: Eine herbeigesehnte neue Software, die die Einbindung der Fliegerärzte verbessern sollte, erwies sich offenbar als „völliger Flop“.

Die menschliche Tragödie hinter den Aktenbergen

Die Konsequenzen dieses Verwaltungschaos sind für die Betroffenen verheerend. Für Berufspiloten, insbesondere für Freelancer, bedeutet der Entzug der Tauglichkeit den sofortigen Verdienstausfall und nicht selten die Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz. Angestellte Piloten fallen auf das Krankengeld zurück und erleiden erhebliche finanzielle Einbußen.

Für Privatpiloten sind die Auswirkungen oft nicht weniger dramatisch. Die Fliegerei ist für viele eine Herzensangelegenheit, ein zentraler Bestandteil ihres Lebens. Der Entzug der Lizenz reißt ein tiefes Loch in ihr Leben und bringt, wie Hinners es formuliert, ihr „gesamtes Lebenskonzept aus den Fugen„. Es ist diese Zerstörung von Lebenskonzepten durch ein nicht nachvollziehbares Amtsverständnis, die Verbände wie die AOPA seit langem anprangern.

Ein System am Abgrund: Verbände schlagen Alarm

Die Luftfahrtverbände wie AOPA, DAeC und DULV laufen seit Jahren Sturm gegen die Missstände. Eine gemeinsame Petition wurde von fast 20.000 Menschen unterzeichnet, doch die erhoffte Reaktion aus der Politik blieb aus. Ein Treffen der Verbandsspitzen mit der LBA-Führung im Sommer 2024 nährte kurzzeitig die Hoffnung auf Besserung, doch Taten folgten kaum. Das ernüchternde Fazit der AOPA im Oktober 2024: „Politik und Verwaltung ist die Aufsicht über die deutsche Luftfahrtbehörde entglitten.“

Die Kündigung von Nina Coppik ist mehr als nur die persönliche Entscheidung einer mutigen Juristin. Sie ist ein Alarmsignal, das die tiefen Risse in einem für die Sicherheit und das Funktionieren der Luftfahrt essenziellen System offenlegt. Ihr Schritt gibt den unzähligen Piloten eine Stimme, die in den Mühlen der LBA-Bürokratie zerrieben werden. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Paukenschlag endlich das dringend benötigte Erdbeben auslöst, das die festgefahrenen Strukturen in Braunschweig aufbricht und den Weg für eine bürgernahe, effiziente und faire Flugmedizin in Deutschland ebnet. Die Zeit des Abwartens ist endgültig vorbei.

Deutscher Segelfliegertag 2025 in Hamburg

Am 1. November 2025 trifft sich die deutsche Segelflug-Community zum 81. Segelfliegertag im Audimax der Universität Hamburg. Rund 2’000 Pilotinnen und Piloten werden zu Vorträgen, Fachmesse und Austausch erwartet.

Foto: Henry Lübberstedt

Das Programm reicht von Flugsicherheit über Luftfahrttechnik bis Meteorologie und Vereinswesen. Höhepunkte sind die Berichte der Bundeskommission Segelflug, Ehrungen erfolgreicher Sportler sowie die Vergabe von Förderflugzeugen an Nachwuchspiloten – unter ihnen Felix Herold, der 2024 mit einem 2011-Kilometer-Flug über die Alpen für Aufsehen sorgte.

Foto: Henry Lübberstedt

Im Foyer des geschichtsträchtigen Audimax und im benachbarten „WiWi-Bunker“ präsentieren Hersteller wie Schleicher, Schempp-Hirth und MD-Flugzeugbau ihre neuesten Modelle. Dazu kommen zahlreiche Aussteller aus Technik, Service und Meteorologie.

Foto: Andreas Bergmann

Das Vortragsprogramm bietet Fachwissen aus erster Hand: Von Segelkunstflug mit Ewald Roithner (Red Bull Blanix-Team) über Alpensegelflug mit Benjamin Bachmeier bis hin zu Sicherheit, Trudeln und Wetter. Auch die Deutsche Nationalmannschaft ist vor Ort für ein Meet & Greet.

Abgeschlossen wird der Segelfliegertag mit einer großen Party in den Dammtor-Kasematten.

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Keine Zölle für die Luftfahrt

Die Luftfahrtbranche bangte monatelang wegen der Auseinandersetzung zwischen USA und EU über Importzölle. Die US-Regierung drohte mit Zollsätzen von 30%, was zu katastrophalen Preissteigerungen im Flugzeugkauf und Handel mit Komponenten geführt hätte. Inzwischen einigten sich USA und EU auf ein Handelsabkommen mit 15% amerikanischem Importzoll für europäische Exportgüter. Wichtig für die Luftfahrt: Der Sektor wurde einvernehmlich komplett von den Zöllen ausgenommen, da auch die US-Luftfahrtindustrie massiv geschädigt worden wäre.

Das zwischen Trump und von der Leyen ausgehandelte Abkommen wird noch diskutiert, da andere Wirtschaftssektoren betroffen sind. Es ist zu hoffen, dass die Einigung im Luftfahrtbereich bestehen bleibt.

Die Konsequenzen hoher US-Zölle erfahren der brasilianische Hersteller Embraer (15% Einfuhrzoll) und der Schweizer Hersteller Pilatus, der sich nach 39% Zöllen vorübergehend komplett aus dem US-Markt zurückzieht.

EvoMestec Marchiori-Distributor für DACH-Region

EvoMestec übernimmt ab 2026 den Vertrieb und Service für die Luftdaten-Prüfgeräte des italienischen Herstellers D.Marchiori Srl (DMA) in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Damit tritt das Unternehmen die Nachfolge der SMC-technologie GmbH an, die den Markt über drei Jahrzehnte erfolgreich betreut hat.

Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, arbeiten SMC und EvoMestec künftig eng zusammen. EvoMestec fokussiert sich auf zivile Kunden und MRO-Betriebe, während SMC weiterhin wichtige Partner aus Verteidigung und Luftfahrt betreut.

DMA ist international bekannt für hochpräzise Prüfgeräte zur Wartung, Kalibrierung und Zertifizierung von Flugzeugen. EvoMestec übernimmt Vertrieb, Support, Lager-Haltung sowie Zugang zu zertifizierten Kalibrierungsdiensten in der Region. EvoMestec ist Teil der Evolution Measurement Group und liefert seit Jahren Mess- und Kalibrier-Lösungen für Luftfahrt, Motorsport, Energiewirtschaft und Forschung.

Schweiz übernimmt EU-Luftfahrt-Regeln

Die Schweiz passt ihre Luftfahrtvorschriften erneut an EU-Standards an. Der Gemischte Ausschuss des bilateralen Luftverkehrsabkommens Schweiz–EU hat am 25. Juli 2025 die Übernahme mehrerer neuer EU-Verordnungen beschlossen. Sie betreffen die Flugsicherheit, das Flugverkehrsmanagement sowie den Umweltschutz.

Mehr Sicherheit in der Luft
Neu gelten verschärfte Regeln für Helikopter mit absturzsicheren Tanks sowie für den Brandschutz in Frachtbereichen. Auch das Sicherheitspersonal an Flughäfen muss künftig strengeren Anforderungen genügen. Zudem wird eine neue Lizenzkategorie für Privatpiloten von Tragschraubern eingeführt.

Umwelt: Schweiz zieht mit EU gleich
Ab 1. Januar 2026 gelten auch in der Schweiz EU-weite Regeln zur Förderung nachhaltiger Flugtreibstoffe (SAF). Anbieter müssen künftig eine Mindestmenge dieser klimafreundlicheren Treibstoffe bereitstellen. Zunächst sind nur die Flughäfen Zürich und Genf betroffen. Die CO₂-Kennzeichnung bei Flugangeboten bleibt freiwillig, unterliegt ab 2026 aber klaren Vorgaben.

Hintergrund
Seit 2002 regelt ein bilaterales Abkommen den Luftverkehr zwischen der Schweiz und der EU. Neue EU-Vorschriften werden laufend vom gemeinsamen Ausschuss übernommen – nach vorheriger Zustimmung des (Schweizer) Bundesrats.

->Vollständiger Bericht
-> CO2-Verordnung