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Bremen will Förderung neuer Luftfahrt-Technik

Der Bund gibt Milliarden aus, um der Luftfahrt durch die Corona-Krise zu helfen. Bremen bringt sich in Stellung, um etwas von dem Fördertopf abzubekommen. Dass aus dem unbekannten Fliegen der Zukunft ein bekanntes Fliegen der Gegenwart wird, dabei möchte auch Bremen helfen. Finanziell könnte sich das lohnen. Denn in die „beschleunigte Umstellung von Flugzeugflotten“, von der im Konjunkturprogramm die Rede ist, soll laut Bundesregierung eine Milliarde Euro fließen. Auch „hybridelektrisches Fliegen“ soll gefördert werden. Zukunftstechnologien also, die den Flugverkehr umweltverträglicher machen sollen. Was wie genau gefördert werden soll, das geht aus dem Konjunkturprogramm allerdings nicht hervor – anders als bei anderen Branchen.

Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) ist sich dennoch sicher, dass die Hansestadt vom Investitionsprogramm profitieren kann. Vor allem das Forschungszentrum Ecomat in der Airport-Stadt spielt für sie dabei eine große Rolle. Es ist laut Vogt der „Kristallisationspunkt für das Grüne Fliegen in Bremen“. Das Ecomat wurde vor einem Jahr eröffnet und ist ein Platz, an dem Wirtschaft und Wissenschaft zusammen forschen können (siehe Text unten). Ein Schwerpunkt sind neue, leichte Materialen.

Die spielen nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt eine wichtige Rolle beim Fliegen der Zukunft. Denn: Je leichter ein Flugzeug ist, desto weniger Energie braucht es auch. Das kann wie bislang Kerosin sein, das Flugzeug der Zukunft könnte aber auch anders angetrieben werden – etwa über Elektromotoren und mit Wasserstoff als Treibstoff. Daran glaubt auch Vogt. „Um die Luftfahrt klimafreundlicher zu gestalten, wird Wasserstoff ein prägender Energieträger für Flugzeuge.“ Und für dessen Erforschung biete Bremen ebenfalls gute Voraussetzungen. „Für den Umgang mit modernen Treibstoffen, hierzu zählt auch Wasserstoff, bestehen in Bremen viele Kompetenzen wie zum Beispiel die Qualifizierung von Materialien oder der Betrieb von Demonstratoren, die für die Luftfahrt genutzt werden können.“

Auch wenn die Grundlagen ganz gut aussehen, ist noch völlig unklar, ob und wie Bremen am Ende vom Konjunkturpaket profitiert. Die Details der Konjunkturhilfe müssen erst noch ausgearbeitet werden. „Derzeit sind die Luftfahrtindustrie und die Bundesländer im Dialog mit dem Bund über die Ausgestaltung der Maßnahmen“, sagt Vogt. Bremen stimme sich dabei mit den anderen norddeutschen Ländern sowie mit dem Flugzeugbauer Airbus ab.

Bremen – das wird beim Blick auf die bisherigen Corona-Folgen für die Luftfahrt klar – kann Unterstützung vom Bund gut gebrauchen. Denn auch wenn betriebsbedingte Kündigungen in der Stammbelegschaft bei Airbus bislang vermieden werden konnten, so mussten vor wenigen Tagen bereits 1100 Leiharbeiter an den norddeutschen Standorten in Bremen, Hamburg, Buxtehude und Stade gehen. Zusätzlich sind viele mittelständische Unternehmen und deren Beschäftigte von der Krise betroffen.

Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) sieht auch noch in einem anderen Feld Handlungsbedarf in Bremen. Dass viele Unternehmen der Branche unter der Krise leiden, spürten nun auch außeruniversitäre Institute. Ein Teil ihres Budgets stamme von der Industrie, und der breche nun weg. Der BDLI würde es daher begrüßen, dass „vielversprechende Zukunftsprojekte“ durch das Programm der Bundesregierung unterstützt werden. Quelle: ‚Weser-Kurier‚.

Flugzeugbauer vor harter Landung

Nach Ansicht von Branchenvertretern wird es Jahre dauern, bis sich die Lage in der Luft- und Raumfahrtindustrie wieder normalisiert. Das trifft auch die Zulieferer. Bei den Herstellern von Komponenten gilt Baden-Württemberg als Hochburg. Die fetten Jahre sind vorbei. „Die Coronakrise stellt die größte Zäsur in der Luft- und Raumfahrtindustrie in den letzten Jahrzehnten dar“, sagt Volker Thum. Thum ist Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, kurz BDLI, und meint, noch im vergangenen Jahr habe seine Branche „eine große Erfolgsgeschichte“ geschrieben. Jetzt aber muss Airbus sparen, Lufthansa verkündet das Aus für ihre Tochtergesellschaft Germanwings und die polnische Airline Lot hat plötzlich kein Interesse mehr am Ferienflieger Condor. Ein „Wachstums-, Innovations- und Jobmotor“ sei die Luft-und Raumfahrtindustrie noch bis vor wenigen Monaten gewesen, sagt der BDLI-Geschäftsführer – mit rund 100 000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 40 Milliarden Euro. „Es wird mehrere Jahre dauern, bis wir zu einer gewissen Normalität zurückkehren“, meint nicht nur Thum. Rolf-Jürgen Ahlers, der Vorsitzende des Forums Luft- und Raumfahrt Baden-Württemberg, rechnet damit, „dass wir noch ziemlich lange Zeit mit den Auswirkungen der Coronakrise leben müssen“. Noch im Dezember 2019 hatte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bis 2040 eine Steigerung der Passagierzahlen im weltweiten Luftverkehr auf 9,4 Milliarden Euro prognostiziert – gegenüber vier Milliarden im zum Vergleich herangezogenen Jahr 2016. Niemand kann vorhersagen, wie schnell sich der Luft-Tourismus wieder erholen könnte – doch von Geschäftsreisen dürften keine größeren Impulse ausgehen: „Viele Menschen haben sich jetzt auch an Videokonferenzen gewöhnt“, so die Erfahrung von Ahlers. „Es stimmt uns hoffnungsvoll, dass die Politik den Ernst der Lage erkannt hat und auch die kleinen Mittelständler unterstützt“, kommentiert er die Hilfsprogramme von Bund und Land. Quelle: ‚Stuttgarter Zeitung‚.

Tollkühner Pilot, berühmter Passagier, viel Pech

Der erste Flug überhaupt aus der Schweiz nach London startete vor 100 Jahren vom St. Moritzer See. Er lief alles andere als glatt. Die frühe Luftfahrtgeschichte der Schweiz wurde von einem Bündner Hochtal aus geschrieben – im Winter. Als «Flugfeld» diente der gefrorene St. Moritzer See. Bereits der erste Motorflug überhaupt im Lande war 1910 von dort gestartet. Mit einem Wright-Doppeldecker, den er zuvor mit der Rhätischen Bahn herangeschafft hatte, drehte der Deutsche Paul Engelhard drei Runden. Zehn Jahre später hatte sich das Fortbewegungsmittel nicht zuletzt durch den Ersten Weltkrieg schon weit mehr etabliert. Auch in der Schweiz wurden die ersten Fluggesellschaften gegründet. Dazu gehörte die «Ad Astra» von Alfred Comte und Walter Mittelholzer, aus der zwölf Jahre später die Swissair hervorging. Quelle: ‚Südostschweiz‚.

Buch: ‚Abenteuer Luftfahrt-Fotografie‘

Der Luftfahrt-Fotograf Dietmar Plath hat in 40 Jahren mehr als 640 Flughäfen besucht und 130 Länder bereist. Über seine Abenteuer berichtet er in seinem neuen Buch „Abenteuer Luftfahrt-Fotografie“. Dietmar Plath gehört zu den erfahrensten Fotografen in der Welt zwischen Himmel und Erde. Auf allen Kontinenten hat er gearbeitet und in den vier Jahrzehnten seines Berufslebens fast alles porträtiert, was Flügel hat – Verkehrsflugzeuge und Hubschrauber, aber auch Wasserflugzeuge und Militärtransporter. „Ungewöhnliche Flugzeuge an ungewöhnlichen Orten zu fotografieren und das auch noch aus ungewöhnlichen Perspektiven, das war schon immer mein Ziel“, erklärt der Weltenbummler seine Motivation für eine Arbeit, die stets einer intensiven Vorbereitung bedürfe und auch sehr frustrierend sein könne. „90 Prozent meiner Arbeit sind akribische Planung. Der Rest ist Zufall“, weiß Plath zu berichten. Der Otterstedter hat seine teils waghalsigen Aufnahmen aus allen möglichen Winkeln und Perspektiven gemacht. Ein halbes Jahr habe er mit der Autorin Sigrid Andersen an der Niederschrift seines Lebenswerkes gesessen, schätzt Plath, dem in all den Jahren kein Weg zu weit und kein Ort zu exotisch gewesen sei. Quelle: ‚Weser-Kurier‚.

Airpark Buochs: Niederlage für Kritiker

Hochfliegende Pläne existieren für das Grenzgebiet zwischen den Gemeinden Ennetbürgen und Stans: Auf einem rund 90000 Quadratmeter grossen Areal soll ein Industriepark entstehen, ausgerichtet auf Unternehmen der Luftfahrtbranche. Das Projekt der Nidwalden AirPark AG, an der unter anderem die Ruag Real Estate AG beteiligt ist, stösst allerdings auf Gegenwehr. Nachdem der Gestaltungsplan 2015 im kantonalen Amtsblatt ausgeschrieben worden war, erhob eine Korporation als Eigentümerin zweier angrenzender Parzellen in Ennetbürgen eine Einwendung. Nacheinander landete der Fall bei den Gemeinderäten, bei der kantonalen Baudirektion und vor dem Nidwaldner Verwaltungsgericht, wobei das Ergebnis immer das gleiche war: Die Korporation blitzte ab. In letzter Instanz hatte nun das Bundesgericht über den Gestaltungsplan für den Air Park zu entscheiden. Aus dem gestern veröffentlichten Urteil geht hervor, welche Argumente die Korporation gegen das Projekt ins Feld führt. Ihr Hauptkritikpunkt: Zu Unrecht sei auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet worden. Dabei spielt die Nähe zum Flugplatz Buochs eine wichtige Rolle. Die Korporation macht geltend, zwischen dem Flugplatz und dem geplanten Air Park bestehe ein enger räumlicher und funktionaler Zusammenhang, weshalb es sich um eine Gesamtanlage handle und eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben sei. Quelle: ‚Luzerner Zeitung‚.

Vortrag: „Die Zukunft der Luftfahrt“

Morell Westermann ist Gleitschirmpilot, Segelflieger, Modellflieger und Drohnenpilot. Beruflich, als Ingenieur und Zukunftsforscher, fokussiert er auf die Entwicklung der Luftfahrt. Morell Westermann wird am 17. Januar 2020 in der Linth Arena in Näfels einen inspirierenden Vortrag zur Zukunft der Luftfahrt halten. Türöffnung 18.30 Uhr Beginn 19.00 Uhr im Panoramasaal der Linth Arena in Näfels. Kosten: Fr. 10.-. Anmeldung.

  • Klimaneutrale Luftfahrt — Wo stehen wir heute, wann fliegen wir elektrisch?
  • Völlig neue Flugkonzepte — wie futuristisch werden die Flugzeuge aussehen?
  • Was bedeutet das für uns? (Fluglärm, Sicherheit)
  • Wann ist das Fliegen mit der Drohne billiger als das eigene Auto?
  • Welche Chancen ergeben sich daraus für die Schweiz? Für jede(n) einzelne(n) von uns?
  • Was bedeutet das, wenn ich für 100 CHF in 1 Stunde von St. Gallen nach Genf oder Frankfurt fliegen kann?
  • Wie verändert sich das, was wir heute «Pendeln zur Arbeit» oder den «Wochenendausflug» nennen?

Traum vom Fliegen

Der Traum vom Fliegen ist für Alexandre Servais Wirklichkeit geworden. „Seit ich denken kann, will ich Pilot werden“, erzählt der 17-jährige Raerener. Die Royal Belgian Air Cadets haben es ihm nach mehreren Monaten Ausbildung ermöglicht, alleine mit einem Segelflugzeug in die Luft zu gehen. Für viele Teilnehmer ist diese Ausbildung die ideale Vorbereitung auf eine Karriere als Pilot. „Ich will eines Tages etwas mit Luftfahrt machen“, sagt Alexandre Servais. „Am liebsten natürlich als Pilot, aber nicht unbedingt“, ergänzt der Schüler der Pater-Damian-Sekundarschule. Seit der Promotion 2019 gehört er den Royal Belgien Air Cadets an, eine dreijährige Ausbildung, die viele als Vorbereitung auf eine Pilotenkarriere nutzen. Die belgischen Luftkadetten konzentrieren ihre Aktivitäten auf alles, was mit Luftfahrt, Segelflug und Flugzeugen zu tun hat. Es gibt einen niederländischsprachigen und einen französischsprachigen Flügel, die bei gemeinsamen Auftritten den Titel Royal Belgian Air Cadets wählen. Bei einer Recherche im Internet zu einem Vortrag zum Thema Luftwaffe stieß er auf das Angebot für für 15- bis 16-jährige Jugendliche. Quelle: ‚grenzecho.net‚.

Mainz und die Luftfahrt

Bis 1914 war Mainz das Zentrum der deutschen Luftfahrt. Daran soll die Sonderausstellung „Ballone- Luftschiffe- Flugmaschinen“ im Stadthistorischen Museum Mainz erinnern. Die Geschichte der Luftfahrt in Mainz begann mit der Erfindung des lenkbaren Luftschiffes, der heutige Zeppelin. Den ließ sich der Mainzer Ingenieur Paul Haenlein 1865 patentieren. 1907 wurde dann der „Mittelrheinische Verein für Luftschifffahrt“ von Koblenz nach Mainz verlegt. Der führte bis 1914 circa 140 Ballonfahrten durch. Anthony Fokkers erstes Flugzeug wurde in den Werkstätten der Automobilfachschule in Zahlbach, die 1907 von Aschaffenburg dorthin zog, und dem Flugplatz in Dotzheim. In Niederwalluf gründete der Mainzer Jacob Goedecker dann seine Flugmaschinenwerke. Anthony Fokker wurde zu seinem ersten Fluglehrer und Werkspiloten, die Testflüge wurden im Gonsenheimer Sand durchgeführt. 1912 verlegte Goedecker seine Produktion nach Gonsenheim. Außerdem war Mainz ein wichtiger Flugplatz zur damaligen Zeit. Der erste deutsche Überlandflug 1910 von Frankfurt nach Mannheim führte zum Beispiel über Mainz. Passend zur Sonderausstellung zeigt das Stadthistorische Museum in Kooperation mit dem Luftfahrtverein Mainz e.V. im CAPITOL Mainz am Sonntag, den 24. November 2019, um 17 Uhr den Spielfilm „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ aus dem Jahre 1965. Der Film zeigt nach Originalplänen nachgebaute Flugzeuge und beschäftigt sich mit den damals sehr beliebten Flugzeugwettbewerben. Quelle: ‚antenne-mainz.de‚. Bild: ‚sensor-magazin.de‚.

Luftfahrt: Piloten-Psyche wird untersucht

Piloten müssen seit heuer nicht nur körperlich, sondern auch psychologisch genau untersucht werden. Das ist die Konsequenz aus dem Germanwings-Absturz aus dem Jahr 2015 mit 150 Toten. Der Absturz wurde damals vom Copiloten bewusst ausgelöst. In Salzburg diskutierten am Samstag, 12. Oktober 2019 Flugmediziner aus ganz Österreich, wie sie Untersuchungen zur psychologischen Gesundheit künftig am besten durchführen sollen. Anlass für die verpflichtenden Tests ist das Flugzeugunfall in den französischen Alpen im Jahr 2015. An einer Felswand zerschellte ein Airbus mit 150 Personen an Bord. Alle Flugzeuginsassen starben. Grund für den Absturz war der Copilot, der Selbstmord begehen wollte, sich im Cockpit eingeschlossen hatte und das Flugzeug gegen den Berg gesteuert hatte. Als Konsequenz aus diesem Unglück gelten seit heuer neue Regeln für flugmedizinische Untersuchungen. Flugärzte müssen jetzt auch zahlreiche Fragen zum psychischen Zustand der Piloten stellen. „Nun versucht man, zusätzlich mentale und geistige Störungen und Verhaltensstörungen zu erfassen. Die Untersuchungen werden daher noch genauer und aufwändiger, um die Sicherheit im Flugverkehr zu gewährleisten“, schilderte Psychiater Helmut Leitner. Doch wie macht ein Flugarzt das am besten? Das ist das Thema des Treffens in Salzburg. Beim Treffen in Salzburg bestätigen die Flugmediziner, dass sich durch den zusätzlichen Fragenkatalog an der Qualität der Untersuchung einiges ändere. „Es wird mehr darauf eingegangen, weil wir zusätzliche Testverfahren im Rahmen der Flugmedizinischen Tauglichkeitsprüfung durchführen und auch geschulte Gespräche mit den Piloten führen, um in teilweise sehr private Bereiche vorzudringen. Dabei wollen wir erfassen, wie es unseren Probanden wirklich geht“, sagte Thomas Drekonja vom Flugmedizinischen Zentrum in Salzburg. Quelle: ‚ORF‚.

Hoffnung auf neues Flugbenzin

„Emissionsarme Luftfahrt“ heißt das Thema, das die 340 angemeldeten Teilnehmern des Tages der Deutschen Luft- und Raumfahrtregionen an der Uni Potsdam umtreibt. Die deutschen Luftverkehrsgesellschaften sind zwar nach Angaben des Bundesverbandes der Luftverkehrswirtschaft BDL effizienter geworden. Seit 1990 ist der durchschnittliche Verbrauch pro Passagier auf 100 Kilometern von 6,3 Liter Kerosin auf 3,58 Liter Kerosin gesunken. Aber zugleich hat sich der Luftverkehr ab deutschen Flughäfen mehr als verdreifacht. Der Kerosinbedarf legte insgesamt um 98 Prozent zu. Bis 2050 wird weltweit mit einer Verdreifachung des Luftverkehrs gerechnet. Die Branche muss Treibhausgas-Ausstoß und Lärm drastisch verkleinern. „Lösen wir dieses Problem nicht, verspielen wir unsere Zukunft“, warnt Andreas Sedlmayr vom Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Diskutiert wird elektrisches Fliegen, eine Kombination von konventionellen Turbinen und Batterien und über neue Treibstoffe. Siemens zum Beispiel entwickelt seit zehn Jahren elektrische Flugmotoren. Doch werden die E-Flieger als Nischenlösung gesehen, für Flugtaxen oder kleine Kurzstreckenflieger. Für das Gros des Verkehrs – die großen Passagiermaschinen – sind E-Motoren keine Lösung. Hersteller wie Rolls Royce setzen eher auf die Verbesserung ihrer konventionellen Triebwerke – 20 bis 30 Prozent Effizienz-Steigerung seien möglich, hieß es in Potsdam. Neue Kraftstoffe sollen hingegen bei Mittel- und Langstrecken einen Durchbruch bringen, vor allem synthetische Treibstoffe. Sie könnten mit Hilfe von Windenergie aus Wasserstoff und aus Kohlendioxid aus der Luft gewonnen werden. Allerdings, so wurde in Potsdam deutlich, steht die Suche nach klimafreundlichen Alternativen ziemlich am Anfang. Die neuen Technologien sind mit vielen ungelösten Problemen verbunden. Neuartige, sparsame und leise Triebwerke sind deutlich größer und schwerer als herkömmliche oder stoßen mehr schädliche Stickoxide aus. Umweltfreundliche Treibstoffe kosten heute um das Zwei- bis Fünffache mehr als Kerosin und werden wohl auch in Zukunft teurer bleiben. Ein Antrieb mit Hilfe von Brennstoffzellen, die Wasserstoff als Treibstoff nutzen, wird von Triebwerksherstellern als Option für die fernere Zukunft gesehen. So setzt die Branche darauf, in allen Dingen – von der Logistik über Materialien bis hin zum fertigen Flugzeug – klimafreundlicher zu werden. Was fehlt, sind revolutionäre Ideen. Quelle: ‚MOZ.de‚.

Gollenberg: ältester Flugplatz der Welt

Eine alte Ansichtskarte aus den 1930er Jahren deutet Luftfahrtgeschichte an. Denn die Aufnahme vom Gollenberg zeigt einen Segelflieger, womöglich dort, wo bis zum Absturz am 9. August 1896 Otto Lilienthal seine Gleiter testete. Heute befindet sich am Gollenberg eine frühere DDR-Verkehrsmaschine, unter deren Tragflächen an diesem Samstag, 10. August, der große Visionär von 12.00 bis 18.00 Uhr gefeiert wird. Sein Todestag jährt sich zum 123. Mal. Im Grunde genommen ist Lilienthal der erste Flieger gewesen und der Gollenberg dadurch der erste Flugplatz der Welt. Noch heute starten und landen dort Segelflieger. Wer mal einsteigen und ebenfalls abheben will, sollte das Fest besuchen. Zudem befindet sich im Ortskern das äußerst informative Lilienthal-Centrum. Quelle: ‚moz.de‚.

„Flugwelt“-Verein macht Luftfahrt erlebbar

Eigentlich sollten die Tore am Sonntag erst um 10 Uhr geöffnet werden. Doch die ersten Besucher kamen lange vorher. Und so öffnete der Verein „Flugwelt Altenburg-Nobitz“ die Türen zum einzigen Luftfahrt Museum Thüringens schon etwas früher. Die jüngste Errungenschaft ist ein K26, ein Hubschrauber sowjetischer Bauart. Desolat dümpelte er in Polen herum. Drei Jahre dauerte es, um seinen Ankauf und Transport zu organisieren. Nur ein paar Monate brauchte der Verein, um die Einzelteile aufzuarbeiten und zusammenzufügen – jetzt kann der K26 pünktlich zum Sommerfest erstmals im Freigelände bewundert werden. Die Ausstellungsfläche draußen – sie ermöglicht es dem Verein, Luftfahrt wirklich erlebbar zu machen. Gleich neben dem Museumsgebäude steht unter anderem eine Maschine, die bis 2010 als U-Boot-Jäger bei der Marine im Einsatz war. Hier dürfen Gäste hereinklettern, sich die Innenausstattung ansehen und erklären lassen. Quelle: ‚MDR Thüringen‘.

TU-Studenten lernen wieder an eigenem Flugzeug

Erstmals seit 30 Jahren können Studenten der Luft- und Raumfahrt der Technischen Universität Berlin wieder an einem uni-eigenen Flugzeug lernen. Für Lehre und Forschung stehe jetzt ein Ultraleichtflugzeug bereit, sagte Andreas Bardenhagen, Professor für Luftfahrzeugbau und Leichtbau, am Montag (1. April 2019) der Deutschen Presse-Agentur. «Ein eigenes Flugzeug können wir nach unseren Wünschen gestalten. Spezielle Messvorrichtungen, Kabelschächte und Anbauvorrichtungen konnten wir während des Flugzeugbaus anfertigen lassen und nun nutzen. Bei einem geliehenen Modell wäre dies undenkbar», erläutert Bastian Göbel, Pilot und wissenschaftlicher Mitarbeiter. Mehr Informationen im Originalbericht von ‚berlin.de‘.