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«Velis» am Boden nicht zu hören

Das Flugzeug steht in der Mitte der Piste 06 des Regionalflughafens Grenchen. Der letzte Blick über die Instrumente: Alles ist grün, wir sind bereit für den Start. Doch da ist etwas sehr ungewohnt: Kein Motorengeräusch ist zu hören, der Propeller dreht nicht, auch gibt es keine Vibrationen. Nur ein Summen und die Funkgespräche. Und doch, in wenigen Sekunden wird sich die Maschine in die Luft erheben. Es ist die Ruhe vor dem Flug in einem Elektroflugzeug.

Eine Premiere im über vier Jahrzehnte andauernden Fliegerleben: Der erste Start in Grenchen mit einem Elektroflugzeug. Tausende von Take-offs gab es bis anhin für mich, aber das Loslösen von der Erde erfolgte immer mit Hilfe fossiler Energie. Nun kommt der Schub aus einer Batterie. Und nichts dreht sich, wenn keine Vorwärtsbewegung verlangt wird. Eigentlich logisch bei einem Elektromotor, aber für den E-Neuling doch irgendwie mit einem Überraschungseffekt. Einen Leerlauf gibt es nicht. Der Propeller dreht nur, wenn der Leistungshebel nach vorne gedrückt wird.

Mit 65 Kilowatt Leistung in Richtung Biel
Das macht Fluglehrer Hans Marthaler jetzt. Sofort ist der Zug zu spüren. Der Elektromotor gibt eine Startleistung von 65 Kilowatt ab (das entspricht knapp 90 PS). Das Flugzeug beschleunigt schnell und zieht kraftvoll in den Himmel. Kein dröhnender Lärm, wie er bei einem Kolbenmotor sonst im Cockpit zu hören ist. Die Nase der Pipistrel Velis Electro, so heisst das zweisitzige Kleinflugzeug, zeigt über der Grenchner Witi nach oben.

Schnell sind wir auf 500 Meter über Biel. Die Gleisanlagen des Bahnhofs und die daneben liegende riesige Baustelle des neuen Campus der Berner Fachhochschule grüssen herauf und werden von mir fotografiert. Nach Tausenden von Flugaufnahmen aus Flugzeugen mit Verbrennungsmotor bricht eine neue Zeit an, die ersten Landschaftsbilder aus einem Elektroflugzeug sind im Kasten.

Verhältnis von Geschwindigkeit und Energieverbrauch
Das Motorüberwachungsinstrument zeigt an, wie viel Energie im Moment verbraucht wird: Es sind 25 Kilowatt im Reiseflug. Dies ergibt eine Fluggeschwindigkeit von 140 km/h. Ein Liter Benzin entspricht aufgerundet einer Energie von neun Kilowattstunden. Mit anderen Worten: Unser Flugzeug ist jetzt mit einem äquivalenten Benzinverbrauch von weniger als drei Liter pro Stunde unterwegs und legt dabei eine Distanz von über 120 Kilometer mit einer Batterieladung zurück.

Aber eben, wir haben kein Benzin getankt, sondern Strom. Gleichzeitig zeigt das Instrument an, wie viel Flugzeit in Minuten verbleibt. Das Verhältnis von Geschwindigkeit und Energieverbrauch wird sofort erkennbar: Je mehr der Leistungshebel vorne ist und wir schneller unterwegs sind, desto kürzer die Flugzeit. Als «Benzinpilot» war dieses Verhältnis zwar auch klar, aber hier wird es ungemein deutlicher vor die Augen geführt: Die Flugminuten rasseln gnadenlos hinunter, wenn man den Powerhebel weit vorne hat.

50 Minuten Flugzeit
Bei normaler Leistungssetzung reicht bei der «Velis» eine vollgeladene Batterie für einen Flug von maximal 50 Minuten Dauer. Das ist noch nicht die Welt, aber immerhin ein Anfang. Die Maschine aus slowenischer Herkunft ist das erste E-Flugzeug der Welt, das von der europäischen Luftfahrtagentur EASA zertifiziert wurde und soll hauptsächlich in der Grundausbildung von Piloten eingesetzt werden. Dafür reicht die beschränkte Flugzeit allemal gut aus.

Wir befinden uns mittlerweile bei der St. Petersinsel und haben aber noch eine Restflugzeit von über einer halben Stunde in der Batterie. Hans Marthaler steuert die «Velis» nördlich des Flugplatzes Biel-Kappelen ins Limpachtal und von dort wird eine Durchquerung des Luftraums von Grenchen verlangt, um an den Jurahang zu gelangen. Die Stimme von Flugverkehrsleiter Simon Dietiker gibt uns die Freigabe.
Am Boden nicht zu hören

Übers Häftli und Lengnau kurven wir über Grenchen ein. Die Kamera klickt. Schön liegt das Städtchen am Jurasüdfuss, die Quartiere und Gebäude präsentieren sich in der Morgensonne bestens. Das Interesse zum Fotografieren gilt vor allem den Bauprojekten, die aus der Luft wie Wunden in der städtischen Umgebung aussehen. Auch Bettlach und Selzach statten wir einen Besuch ab. Obwohl es Sonntagmorgen ist, plagt den Fotografen kein schlechtes Gewissen wegen der Menschen unter sich, die nun auf den Balkons und in den Gärten am Frühstücken sind. Das E-Flugzeug ist auf dieser Höhe am Boden schlicht nicht zu hören. Quelle: ‚Grenchener Tagblatt‚.

Elektrisch von den Alpen an die Nordsee

Der Passagierflug mit batterie-elektrischem Kleinflugzeug ist für die meisten reine Zukunftsmusik. Um zu beweisen, dass sie schon heute Realität ist, machen sich fünf tollkühne Elektro-Enthusiasten am 30. August 2020 mit dem ersten zertifizierten elektrischen Leichtflugzeug auf den Weg. Ganz nebenbei purzeln dabei sieben Weltrekorde aus der Welt der Verbrennerflugzeuge: So braucht ihr Flugzeug für die Strecke weniger als ein Viertel der Energie wie herkömmliche Flieger.

Obwohl der Anteil der Luftfahrt am Treibhauseffekt heute bereits bei fünf Prozent liegt und gerade Emissionen in großer Höhe als besonders klimaschädlich gelten, beschränkt sich elektrisches Fliegen im Gegensatz zum Straßenverkehr eher auf Drohnen im Hobby-Einsatz. Dies liegt daran, dass bis vor kurzem kein Flugzeug-Hersteller den aufwändigen EASA-Zertifizierungsprozess hinter sich gebracht hat, um ein elektrisches Leichtflugzeug zur Marktreife zu entwickeln. Somit waren bisher schlicht keine Batterie-Flieger am Markt erhältlich.

Im Juni konnte nun der slowenische Hersteller „Pipistrel” als erster sein neuartiges Modell „Velis Electro” erfolgreich zertifizieren lassen. Die Zertifizierung ist der entscheidende Schritt aus dem Protoypen- und Experimental-Stadium hin zur kommerziellen Nutzung durch Flugschulen und SportfliegerInnen. Um das neue Flugzeug auf Herz und Nieren zu prüfen, hat sich ein Team von Elektromobilisten für ein außergewöhnlichese Langstrecken-Experiment zusammengeschlossen.

Pipistrel obtains first electric aircraft type certificate

The Pipistrel Velis Electro is the world’s first fully electric aeroplane ever to receive type certification. The two-seater, intended primarily for pilot training, is a game-changing aircraft in terms of technological innovations and cost-efficiency. Its EASA certification paves the way for the future of environmentally sustainable, emission-free aviation. After years of intensive research and several successful award-winning electric aircraft models developed since 2007, Pipistrel has today achieved a breakthrough in aviation history, having type certified the battery powered Velis Electro. Working in tight collaboration with the European Union Aviation Safety Agency, whose engagement was essential to reaching this unprecedented milestone, Pipistrel demonstrated that its new Velis Electro achieves the highest levels of safety. “The type certification of the Pipistrel Velis Electro is the first step towards the commercial use of electric aircraft, which is needed to make emission-free aviation feasible. It is considerably quieter than other aeroplanes and produces no combustion gases at all,” said Mr Ivo Boscarol, founder and CEO of Pipistrel Aircraft. “It confirms and provides optimism, also to other electric aircraft designers, that the Type Certificate of electric engines and aeroplanes is possible. The engine, which Pipistrel type certified separately, is also available to other aircraft OEMs. For Pipistrel, this achievement injects additional motivation for the future eVTOL and multi‑seat hydrogen-powered projects. Pipistrel is especially thankful to all our customers for their confidence in our products, which allows us to continue developing these innovative aircraft,” he added.

Pipistrel completes aircraft order to Indian govt

Pipistrel, the Slovenia-based ultralight electric aircraft maker, has delivered nearly 200 aircraft to the Indian ministry of defence, the company announced on Tuesday, saying that it was happy to finish the delivery despite warnings from other players in the industry that this was too tall an order for the company. Pipistrel said in a press release that it had delivered to the final shipment of aircraft from the order that totalled 194 planes. Pipistrel boss and owner Ivo Boscarol said that he had been warned by „big players in the aviation industry that it was impossible to work with India and that we will never be able to finish the contract successfully“. „But all of us, working together as a strong team, have managed to do just that,“ said Boscarol. „This has brought us great respect not only in India but also in the military-related environment in general. This contract will have opened a lot of doors for us in the future.“ The press release said that Pipistrel had met the delivery conditions, while services like maintenance, customer support and supply of spare parts will be provided for a long time after this first stage is completed. When the contract was signed in 2015, it was the largest order of ultralight aircraft ever in the world. Pipistrel did not reveal the figures but Indian media reported that the contract was worth US$20 million. Pipistrel delivered the virus SW 80 Garud aircraft to 85 locations throughout India, where its team assembled and tested them before handing them over to the buyer. Pipistrel also provided training for a large number of technicians and engineers in India. The high-performance aircraft will be used in pilot training. Pipistrel won the deal in strong international competition. Quelle: ‚Slovenia Times‚.

LSV Hude kauft Pipistrel Taurus

Mit einem neuen Segelflieger will der Luftsportverein Hude versuchen, sowohl den alten, als auch neuen Mitgliedern eine neue Attraktion zu liefern. Was das 100.000 Euro teure Flugzeug kann, zeigte der LSV am Sonntag. Der Luftsportverein Hude hat sich einen neuen Segelflieger angeschafft – und zwar einen besonderen, wenn den Vereinsmitgliedern zu glauben ist: Der Flieger erfüllt nicht nur alle modernsten technischen Anforderungen und kann mit eigenem Triebwerk alleine in die Luft starten, er besitzt – anders als die meisten Segelflugzeuge – auch zwei Plätze nebeneinander, nicht hintereinander. Der Flieger ist deshalb besonders, weil es sich der Zulassung nach nicht um ein Segelflugzeug handele, sondern um ein Ultraleichtflugzeug. Es könne alles, was ein Segelflugzeug kann – „nur besser“, sagen die Mitglieder. „Es reagiert ungewöhnlich gut aufs Ruder, kann sich sehr gut aufs Wetter anpassen“, so Christoph Hoffmann, der schon die ersten Stunden im Taurus-Cockpit hinter sich gebracht hat. Zunächst sei es ungewohnt, man müsse viel sensibler fliegen. Wer sich aber gewöhnt habe, der komme viel weiter. Quelle: ‚Neue Osnabrücker Zeitung‚.