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Neuer Flieger macht weniger Lärm

Jahrelang haben Anwohner in den Maintalgemeinden rund um den Flugplatz am Schenkenturm in Würzburg über Lärm geklagt. Doch mit dem neuen Schleppflugzeug für Segelflieger hat sich die Situation nun offenbar verändert. Der Flugsportclub Würzburg (FSCW) hat sein neues Schleppflugzeug für Segelflieger offiziell vorgestellt. Der Ultraleicht-Flieger soll deutlich leiser sein als das bisherige Modell. Zu der Anschaffung kam es unter anderem, weil sich seit Jahren Anwohnerinnen und Anwohner in den Maintalgemeinden rund um den Würzburger Flugplatz Schenkenturm über Ruhestörungen beklagt haben. Ralf Petzold von der Bürgerinitiative “Leiser” beschreibt es so: “Die Hauptprobleme waren an Sonn- und Feiertagen, wenn man im Sommer im Garten sein wollte, aber dann ungefähr alle zehn Minuten eine alte Knatterkiste über die Gärten geflogen ist.”

Keine Ruhestörung mehr durch das neue Flugzeug
Michael Hoffmann, der Vorsitzende des Flugsportclubs Würzburg, kann die Beschwerden sogar nachvollziehen: “Es ist eigentlich immer ein großer Disput zwischen den Flugplätzen und den Leuten, die an den Flugplätzen wohnen. Es ist einfach Lärm, wenn die Flieger starten und landen.” Aber mit dem neuen Schleppflugzeug hat sich das laut Hoffmann geändert. “Wir haben, seitdem wir die neue Maschine haben, bereits 330 Schlepps gemacht und keine einzige Beschwerde gehabt.” Sonst sei es üblich, dass sich jedes Wochenende jemand telefonisch beim Verein beschwere.

Hoffmann: “Das neue Flugzeug ist halb so laut”
Die Maintalgemeinden haben sich an der Finanzierung beteiligt. Insgesamt hat die Anschaffung des neuen Schleppflugzeugs rund 160.000 Euro gekostet. Finanziert wurde der Flieger zur Hälfte vom Flugsportclub und zur anderen Hälfte von den Gemeinden Veitshöchheim und Margetshöchheim sowie der Stadt und dem Landkreis Würzburg. Thomas Ort vom Bürgerverein Unterdürrbach freut sich darüber. “Es war auf jeden Fall eine sehr gute Investition. Auch wenn es schwierig war, weil es laute Stimmen gab, die dagegen waren, kommunale Steuergelder in einen privat geführten Flugsportclub zu investieren. Aber es ging bei der Sache nicht um die Investition in einen Flugsportclub, sondern um die Bevölkerung. Von daher war das ein enorm wichtiges Projekt”, meint Ort.

Bürgerinitiative wünscht sich ein angepasstes Flugverhalten
Ralf Petzold von der Bürgerinitiative “Leiser” wünscht sich, dass sich in Zukunft nicht nur die Maschine bewährt, sondern auch das Flugverhalten angepasst wird. “Wie man landet und startet, ist eine Sache, bei der man viel beeinflussen kann. Die Leute in der Umgebung sollten dabei berücksichtigt werden”, sagt Petzold. Quelle: ‘BR24.de‘.

Lärmstreit um Schwabacher Flugplatz

In den Ortsteilen um den Schwabacher Flugplatz gärt seit Jahren ein Lärmstreit. Anwohner sagen, es werde immer schlimmer. Die Piloten dagegen beteuern, sich an die Regeln zu halten. Jetzt droht sich der Konflikt erneut zuzuspitzen. Wenige Kilometer südlich von Schwabach liegt der Flugplatz Schwabach-Büchenbach. Der Lärm der Propellermaschinen ist einigen Anwohnerinnen und Anwohnern der umliegenden Ortsteile seit Jahren ein Dorn im Auge. Sie werfen den Pilotinnen und Piloten vor, sich oftmals nicht an die geltenden Regeln zu halten. Die Fliegerinnen und Flieger dagegen beteuern, den Lärmschutz ernst zu nehmen und sich nachweislich an die Vorgaben zu halten.

Massive Klagen über Fluglärm
Seit Jahren klagen Anwohnerinnen und Anwohner der umliegenden Ortschaften über den Fluglärm. Sie haben sich zu einer Interessensgemeinschaft zusammengeschlossen. Der Lärm betreffe unter anderem Gauchsdorf, Breitenlohe und Aurau. Vor allem aber Götzenreuth. Hier wohnen auch Gerhard und Ute Preißinger. Am etwa eineinhalb Kilometer entfernt liegenden Flugplatz würden vor allem am Wochenende viele Flieger starten, sagen sie. “Es sind Stunden dabei, da haben wir zwischen fünf und zwölf Starts”, schildert Gerhard Preißinger. Teils würden selbst an Sonntagen die Flieger “im Drei-Minuten-Takt” in die Luft gehen. Das Hauptproblem sei die Dauerbelastung. Teils könne man sich am Wochenende wegen des Fluglärms nicht mehr normal auf der Terrasse unterhalten, sagt Ute Preißinger.

Piloten weisen Vorwürfe zurück
Angesichts der jährlich rund 4.000 bis 5.000 Starts und Landungen am Flugplatz Schwabach-Büchenbach beteuern die Pilotinnen und Piloten, sie seien sich des Lärmproblems prinzipiell bewusst. Deshalb habe man sich in den vergangenen Jahren “sehr bemüht, auf die Probleme der Anwohner einzugehen”, so Hans Rogenhofer, Vorstand der Fliegervereinigung Schwabach e.V. Das sei unter anderem der Grund dafür gewesen, dass man vor ein paar Jahren rund 300.000 Euro investiert habe, um die Landebahn ein Stück weit vom Ort weg zu verlegen.

Beschwerden und Anzeigen ohne Ergebnis
Seit Jahren gehen beim zuständigen Luftamt Nordbayern immer wieder Beschwerden und Anzeigen ein, etwa weil die Flieger laut den Anwohnerinnen und Anwohnern direkt über die Ortschaften geflogen seien. Die Pilotinnen und Piloten weisen diesen Vorwurf von sich. “Bisher war in keinem einzigen Fall dieser Anzeigen ein Pilot der Fliegervereinigung beteiligt. Das konnte nie nachgewiesen werden”, so Hans Rogenhofer. Er könne aber nicht ausschließen, dass ortsfremde Piloten teils von der sogenannten Platzrunde abweichen und der Wohnbebauung zu nahekommen. Die Platzrunde gibt eine Route vor, bei der die umliegenden Ortschaften umflogen werden.

Wie gut sind Flugverstöße nachweisbar?
Wenn Beschwerden eingehen oder Anzeigen erstattet werden, werden diese vom Luftamt Nordbayern geprüft. Im vergangenen Jahr war das laut der Behörde zehn Mal der Fall. Dabei wurden “keine Verstöße” festgestellt. In den Vorjahren ohne corona-bedingte Einschränkungen habe es zwar mehr Beschwerden gegeben, heißt es. Ein Fehlverhalten der Pilotinnen und Piloten habe man aber so gut wie nie feststellen können. Laut Anwohner Gerhard Preißinger liegt das auch daran, dass viele Flieger ihren Transponder ausschalten und somit die Flugroute nicht aufgezeichnet wird. Dann sei es für die Anwohner kaum möglich, ein Fehlverhalten nachzuweisen. Laut Luftamt Nordbayern ist die Flugroute aber auch bei ausgeschaltetem Transponder nachvollziehbar: über das sogenannte Primärradar. Dieses Radar erfasse bis auf Ausnahmen – etwa topografisch bedingt – “Flugbewegungen aller Luftfahrzeuge”.

Entspannung oder Zuspitzung?
Trotz vieler Gespräche ist der Streit um den Fluglärm am Flugplatz Schwabach-Büchenbach nicht aus der Welt. Immerhin: seit Anfang August gilt eine neue Platzrunde. Diese soll die Flieger künftig an Götzenreuth vorbeiführen und so für weniger Lärm sorgen. Dem Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohner nach flugfreien Tagen am Wochenende hat die Fliegervereinigung bereits eine Absage erteilt. Die lärmgeplagten Bürgerinnen und Bürger überlegen indessen, ob sie wegen der verhärteten Fronten nicht gar auf eine Schließung des Flugplatzes pochen.

Bundesumweltamt: Lärm kann krank machen
Dass Lärm prinzipiell krank machen kann, bekräftigte das Bundesumweltamt zuletzt im März. “Schall wirkt auf den gesamten Organismus, indem er körperliche Stressreaktionen auslöst”, heißt es auf der Internetseite der Behörde. Die Folge sein könnten unter anderem Bluthochdruck, Schlafstörungen oder ein höheres Herzinfarktrisiko. Quelle: ‘BR24.de‘.

Krach von zwei Seiten

Die Stadt Unterschleißheim setzt sich für besseren Schutz vor Fluglärm ein. Sie beteiligt sich an der Anhörung zur Fortschreibung des Lärmaktionsplans für den Großflughafen im Erdinger Moos und pocht darauf, Regelungen für den Nachtflugbetrieb nicht aufzuweichen. Bei der Diskussion über die Stellungnahme kam im Bauausschuss des Stadtrats aber auch zur Sprache, dass es immer wieder Klagen von Bewohnern gerade auch der südlichen Stadtteile gibt, die sich durch den Flugverkehr vom Sonderflughafen in Oberschleißheim und der dort stationierten Hubschrauberstaffel der Bundespolizei gestört fühlen. Unterschleißheim ist nicht Freising oder Attaching. Die Betroffenheit durch landende und startende Maschinen am Münchner Airport ist in der Stadt kein Dauerthema. Aber es gibt immer wieder Klagen, weshalb das Rathaus auch vor längerer Zeit bereits auf eine Messung des Fluglärms gedrungen hat. Das Ergebnis, das bereits von 2014 stammt, ist Teil der Stellungnahme zur Fortschreibung des Lärmaktionsplans. Daraus geht hervor, dass damals bei Betriebsrichtung West, was den Anflug beschreibt, an 42,8 gemessenen Tagen im August und September insgesamt 92 Fluglärmereignisse registriert wurden. Bei zwei Ereignissen am Tag wurden jeweils ein Mal Schallpegel im Bereich von 55 bis 59 und 60 bis 64 Dezibel (A) erreicht. Bei Betriebsrichtung Ost kam man auf drei Ereignisse, zwei davon im weniger belastenden Bereich. Als Mittelpegel wurden 27 Dezibel (A) tagsüber und 26 Dezibel (A) nachts ermittelt.

Eigentlich ist laut Rathaus nicht zu erwarten, dass Unterschleißheim überflogen wird. Doch in den hoch belasteten Wochen des Sommer-Urlaubbetriebs könne es zu Ausnahmen kommen. Und dabei soll es auch bleiben, vor allem nachts. Das ist laut Stellungnahme das Hauptanliegen der Stadt. CSU-Stadtrat Thomas Bittner betonte, dass seiner Ansicht nach auch der Flugbetrieb des Sonderflughafens in Oberschleißheim in dem Papier eine Rolle spielen sollte. Es gebe offenbar Freizeitpiloten, die es schätzten, über dem Stadtgebiet von Unterschleißheim ihre Runden zu drehen. Ein Vertreter des Bauamts allerdings korrigierte Bittner dahingehend, dass der Luftraum über Unterschleißheim nicht zum Überflug freigegeben sei. Allerdings seien Sportflieger zu hören, wenn sie im erlaubten Bereich dem Stadtgebiet nahekämen. Es sei durchaus möglich, diese Belastung mit in die Stellungnahme aufzunehmen, ebenso die Beeinträchtigung durch die Hubschrauberstaffel. Überdies fordert die Stadt, Lärmmessungen künftig regelmäßig anzustellen. Bis zum 28. Juli muss die Stellungnahme aus Unterschleißheim bei der Regierung von Oberbayern eingehen. Quelle: ‘Süddeutsche Zeitung‘.

Pilot und Experte stürzen bei Lärmmessung ab

Ein Eigenbau-Kleinflugzeug ist am Samstag in Oberramsern SO bei einer Lärmmessung abgestürzt. Der Pilot und der Experte der Schallmessgruppe sind beim Aufprall verstorben. Bei einem Lärmmessflug kamen am Samstagnachmittag, 8. Mai, in Oberramsern SO zwei Männer ums Leben: Bei einem Verstorbenen handelt es sich um einen der Erbauer des Flugzeuges. Der 49-Jährige war mit einem motorisierten Kleinflugzeug in Grenchen gestartet. Mit an Bord sei ein Experte (57) der Schallmessgruppe des Vereins Experimental Aviation of Switzerland (EAS) gewesen, sagt Vereinspräsident Werner Maag.

Bisher sei es bei einer Lärmmessung noch nie zu einem Zwischenfall gekommen. Diese wird seit 20 Jahren regelmässig durch den Verband EAS durchgeführt: «Es handelt sich um einen Routinetest, den jedes Flugzeug machen muss, um zugelassen zu werden», sagt EAS-Präsident Werner Maag. Beim Test soll das Starten der Maschine simuliert werden, bei dem das Flugzeug am lautesten ist. Der Test beginne auf einer Flughöhe von 200 bis 300 Metern über dem Boden, erklärt Maag. «Rund zweieinhalb Kilometer vor dem Mikrofon gibt der Pilot vollen Schub und leitet eine steile Steigung ein.» Das Mikrofon werde dann bei maximaler Flughöhe überflogen. Das Ganze werde sechs Mal wiederholt um einen Mittelwert festzustellen. «Die Übung dauert rund 30 Minuten und ist für einen erfahrenen Piloten nicht besonders anspruchsvoll.» Damit der Pilot nicht schummeln könne, sei jeweils ein unabhängiger Beobachter im Cockpit dabei.

Prämiertes Eigenbau-Flugzeug
Beim Flugzeug handelte es sich um einen Eigenbau. Dieses wurde letztes Jahr an einem Event des Vereins EAS gar als «elegantestes» und «bestes Kit-Flugzeug» prämiert. Und bereits vor dem Erstflug wurde der Flieger im Fachmagazin Aero-Revue als «Innovationsträger» bezeichnet. Der verstorbene Pilot und ein Kollege hatten viel Aufwand in den Eigenbau investiert, schreibt Aero-Revue. Das Flugzeug habe dadurch eine «beachtliche Flugleistung» erlangt. Das Fachwissen zum Flugzeugbau hatten die zwei Männer aus ihrem Beruf, wie das Magazin schreibt. Der Elektroingenieur gab gar Kurse für den Verein und publizierte mehrere wissenschaftliche Arbeiten in seinem Fachbereich. Bislang ist unklar, weshalb das Flugzeug abgestürzt ist. Die Sicherheits-Uuntersuchungsstelle (SUST) untersucht dies nun. Für EAS-Präsidenten Maag sieht der Absturz nach einem Kontrollverlust des Piloten aus. «Wie es zum Unfall kam und weshalb der Pilot die Kontrolle über die Maschine verloren hat, wissen wir noch nicht.» Quelle: ‘20Min‘.

Obwaldner Regierung will nichts gegen Fluglärm unternehmen

Passt der erhebliche Fluglärm in Obwalden zu einem Kanton, der in seiner Strategie die Mischung aus Lebens-, Erholungs- und Wirtschaftsraum hervorhebt? Diese Frage stellt Kantonsrat Guido Cotter (SP, Sarnen) in einer Interpellation, die er am 3. Dezember eingereicht hat. Mehr als 30’000 Einwohnerinnen und Einwohner seien von zunehmendem Fluglärm betroffen, würden immer mehr darunter leiden und von der Regierung erwarten, dass sie etwas unternehme, um den Fluglärm zu reduzieren.

In ihrer Antwort macht die Regierung den Lärmgeplagten aber keine Hoffnung. Einerseits stellt sie sich auf den Standpunkt, dass der Kanton bei zivilen und militärischen Flugplätzen nicht mit den Vollzugsaufgaben der Lärmschutzverordnung beauftragt sei und deshalb diesbezüglich auch keine Massnahmen anordnen könne.

Wirtschaftlicher Nutzen der Flugplätze
Anderseits verweist sie auf den volkswirtschaftlichen Nutzen durch den Betrieb der Flugplätze, der dem Lärm gegenüber gestellt werden müsse. Auf dem Militärflugplatz Alpnach seien (Stand November 2020) 264 Mitarbeitende tätig, ohne Berücksichtigung von Skyguide, des Restaurants Alouette und der stationierten Durchdiener. «Knapp die Hälfte der Mitarbeitenden hat ihren Wohnsitz in Obwalden.» Von wichtiger Bedeutung ist der Militärflugplatz Alpnach laut der Regierung auch für das lokale Gewerbe. «Die über die letzten fünf Jahre allein an das Obwaldner Gewerbe vergebenen Arbeiten im Zusammenhang mit Sanierungen und Neubauten beliefen sich auf mehr als 12,5 Millionen Franken. Gemäss Auskunft der Luftwaffe sollen bis 2026 weitere Investitionen von rund 30 Millionen Franken getätigt werden.»

Ist Lärmzunahme eine subjektive Empfindung?
Generell ist die Regierung der Auffassung, dass die Wahrnehmung der Zunahme von Fluglärm eine subjektive Empfindung sei, zu welcher sich der Regierungsrat objektiv nicht äussern könne. Sie schreibt aber: «Entgegen dem Eindruck des Urhebers der Interpellation und der Mitunterzeichnenden lässt sich anhand der Statistiken, die dem Regierungsrat von der Luftwaffe, der Pilatus Flugzeugwerke AG und der Flugplatzgenossenschaft Obwalden zur Verfügung gestellt wurden, festhalten, dass der Flugverkehr und damit der Fluglärm im Kanton Obwalden durch diese Verursacher in den letzten Jahren nicht zugenommen haben.» Gleichzeitig hält die Regierung aber auch fest: «Es existiert aber keine Statistik über sämtliche Luftfahrzeuge, die im Luftraum über dem Kanton Obwalden verkehren.»

Auf die Frage, ob die Regierung bereit sei, sich für eine Reduktion des Fluglärms in Obwalden einzusetzen, kommt der Regierungsrat «nach Abwägen aller zur Verfügung stehenden Informationen» zum Schluss, «dass weitere Massnahmen nicht zielführend sind und überdies, gerade was den Militärflugplatz Alpnach betrifft, auch weitreichende wirtschaftliche Konsequenzen hätten».

Regierung sieht keinen Handlungsbedarf
Auch dem Anliegen, die geltenden Betriebszeiten oder die Flugbewegungen von Kampfjets und Helikoptern einzuschränken, um die Lärmbelastung zu verringern, kann die Regierung nichts abgewinnen. So schreibt sie, die Betriebszeiten der Flugplätze Alpnach und Kägiswil seien so festgelegt, «dass das Ruhebedürfnis der Bevölkerung angemessen berücksichtigt wird». Die ordentlichen Betriebszeiten auf dem Militärflugplatz Alpnach seien bereits heute im Vergleich mit zivilen Flugplätzen ähnlicher Grösse eingeschränkt. «Noch grössere Einschränkungen der Betriebszeiten würden dazu führen, dass die Ausbildungsziele nicht mehr erreicht werden könnten, dass Fluglärm an andere Standorte verlagert würde oder dass gar gleich viele Bewegungen in der kürzeren zur Verfügung stehenden Zeit erfolgen würden.» Beim Flugplatz Kägiswil würden kürzere Betriebszeiten laut der Regierung zu einer stärkeren Frequenz und somit zu einer ungünstigen Verteilung der Flüge führen. Für die Flugsicherheit wäre das abträglich. Der Regierungsrat sieht aus den genannten Gründen «keinen Handlungsbedarf und im Rahmen der geltenden Rechtsordnung auch keinen Spielraum, um die Betriebszeiten weiter einzuschränken».

Interpellant ist unzufrieden
Guido Cotter ist stark enttäuscht von der Antwort auf seine Interpellation. «Die Regierung nimmt die Anliegen der Betroffenen nicht ernst, ihre Antwort ist ein Schlag ins Gesicht der Lärmgeplagten», sagt er auf Anfrage. «Von einer angemessenen Berücksichtigung des Ruhebedürfnisses der Bevölkerung kann keine Rede sein, wenn man zum Beispiel die nur sehr wenig eingeschränkten Betriebszeiten des Flugplatzes Kägiswil anschaut. Wichtig scheinen der Regierung nur die wirtschaftlichen Interessen zu sein, die Interessen der Flugplatzbetreiber und der Piloten.» Es bestreite ja niemand den wirtschaftlichen Nutzen der Flugplätze Alpnach und Buochs. «Es geht darum, dem Lärmschutz mehr Beachtung zu schenken.» Dass die rechtlichen Möglichkeiten der Regierung beschränkt seien, möge juristisch zwar stimmen. «Aber sie könnte bei den Betreibern versuchen, mehr Einfluss zu nehmen», so Guido Cotter weiter.

«Es wird dort geflogen, wo der Widerstand am geringsten ist»
Ihm sei auch unklar, wie die Regierung zum Schluss komme, es sei nur eine subjektive Wahrnehmung, dass der Lärm zugenommen habe, weil die Flugbewegungen abgenommen hätten. «Und gleichzeitig heisst es, es gebe keine Statistik der Flugbewegungen über Obwalden.» Die Regierung könnte doch von sich aus aktiv werden und diese erfassen. Tatsache sei, dass fast täglich viele Flugzeuge in Obwalden fliegen und entsprechend Fluglärm verursachen. «Meine Befürchtung ist, dass dort geflogen wird, wo es am wenigsten Widerstand gibt. Die Regierung sollte deshalb proaktiv handeln», ist Guido Cotter überzeugt. Im Kantonsrat will er seiner Enttäuschung Ausdruck geben und die Regierung nochmals auffordern, sich für Einschränkungen der Flugzeiten und für weniger Fluglärm einzusetzen. Quelle: ‘Luzerner Zeitung’.

Konstanz: visionäre Ideen für Flugplatz unerwünscht

Manuel Miller wollte in den Flugplatz investieren – statt ihn anzuhören, schlug die Stadt dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft einen Interimsgeschäftsführer vor. Der soll den Betrieb bis Ende des Jahres führen, während der Gemeinderat noch bis zum Sommer eine Entscheidung treffen soll, wie es mit dem Platz weitergeht. Manche Räte würden ihn am liebsten dicht machen. Quelle: ‘Südkurier’ (Registrierung).

Lörrach: Lärmbelastung verringern

Seit Jahren bemühen sich die Gemeinden im Landkreis, die in der An- und Abflugschneise des EuroAirports (EAP) liegen, um ein erweitertes Nachtflugverbot und um eine gerechtere Verteilung der Flugrouten. Ziel ist es, die Lärmbelastung für die betroffenen Einwohner zu verringern. Der Flughafen hatte ein Konzept zur Umweltverträglichkeit seines Betriebs der EU-Kommission nach den vorgegebenen EU-Regeln vorlegen müssen. Die Studie „Ausgewogener Ansatz“ liegt den französischen Behörden seit gut einem Jahr vor und kann nun öffentlich eingesehen und kommentiert werden (Vernehmlassung). Auch der Landkreis wird nun eine Stellungnahme zu den geplanten Maßnahmen betreffend Umwelt- und Lärmschutz abgeben. Auf Antrag der Grünen-Fraktion im Kreistag informierte die Verwaltung den Umweltausschuss über den Inhalt der Stellungnahme. Nach dem Willen des Gremiums soll ab Ende dieses Jahres von 23 Uhr bis Mitternacht bis auf Notfälle ein Flugverbot am EuroAirport (EAP) gelten und der Luftraum ab 23 Uhr frei von Starts sein. Die öffentliche Anhörung zum Verfahren endet am 12. Mai. Der Kreistag hat am Mittwoch das angepasste Schreiben der Landrätin an die französische zivile Flugfahrtbehörde in Straßburg bei zwei Enthaltungen gutgeheißen. Paul Renz (CDU) erklärte, dass man sich beim Thema EAP in einem kontroversen Spannungsfeld zwischen Wirtschaftsfaktor in der Region und Bevölkerungsschutz vor Lärmbelastung befinde. Ziel solle es sein, dass zwischen 23 und 24 Uhr keine Flugzeuge mehr starten. Eine signifikante Verringerung der Lärmbelastung von 22 bis 6 Uhr sei wünschenswert. Ulrich May (FW) befand den Inhalt des Schreibens insgesamt als eine gute Stellungnahme, welche die Vor- und Nachteile des EAP für den Landkreis gut darlege. Für ihn müssten ebenso die Landungen von der Nachtregelung erfasst werden. Bernd Martin (Grüne) fand es schade, dass die Forderung der Grünen-Fraktion nach einer Verlegung der Lärm-Messstation Efringen-Kirchen, wo die Flugzeuge kaum zu hören seien, nicht verlegt werde, und somit valide Informationen zur tatsächlichen Lärmbelastung im Landkreis fehlten. Quelle: ‘Die Oberbadische‘. Foto: ‘CockpitAero‘.

Bohlhof: mehr Lärmgegner

Die geplante Umwandlung des Segelfluggeländes in einen Landeplatz für besondere Zwecke hatte Mitglieder der Segelfluggemeinschaft sowie besorgte Bürger auf den Plan gerufen. Durch die Umwandlung wären befristete Ausnahmen der Landeerlaubnisse für Motorflieger nicht mehr notwendig und der Verkehr langfristig gesichert. Kritiker befürchten eine Zunahme des Lärms. Quelle: ‘Südkurier‘.

Zwischen Himmel und Homeoffice

Die Anwohner des Flugplatzes in Egelsbach klagen über Lärm, an dem auch die Corona-Pandemie nichts ändert. Nicht nur Freizeit-Piloten sind Schuld an der Lärmbelastung. bwohl die Corona-Pandemie weltweit viele Fluggesellschaften dazu gezwungen hat, einen Großteil ihrer Flotten am Boden zu lassen, beschweren sich viele Egelsbacher im Rathaus über mehr Lärm. Tatsächlich sei das Verkehrsaufkommen am Flugplatz laut Statistik 2020 nur um weniger als ein Prozent gestiegen, sagt Bürgermeister Tobias Wilbrand (Die Grünen). Bei größeren Maschinen, die meist von Geschäftskunden genutzt würden, sei 2020 sogar ein Rückgang der Flugbewegungen um gut 25 Prozent festgestellt worden. Dafür, dass es trotzdem lauter geworden sei, macht der Rathauschef zum einen die Flieger der „Foxtrott-Klasse“, kleiner, einmotoriger Maschinen, verantwortlich; außerdem werde der Flugplatz, einer der verkehrsreichsten in Deutschland, von vielen Hubschrauberpiloten genutzt. Und allein bei den Drehflüglern sei binnen zwölf Monaten ein Plus von mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum festzustellen gewesen.

„Sommerboom“ an Fluglärm
„Berücksichtigt man die Tatsache, dass im ersten Lockdown im März und April kaum Flüge stattgefunden haben, ist eine Steigerung von knapp einem Prozent aufs ganze Jahr gesehen ein sicheres Indiz für deutlich mehr Flugbewegungen in den Folgemonaten“, schrieb Wilbrand in einer jetzt veröffentlichten Stellungnahme der Gemeinde. Tatsächlich habe es seit Mai fünf Monate in Folge gegeben, in denen es zu jeweils mehr als 8000 Flugbewegungen gekommen sei – etwa 1000 mehr im Monat als üblich. Seit Oktober haben sich Starts und Landungen danach wieder auf dem Vorjahresniveau eingependelt. Für den „Sommerboom“ waren laut Bürgermeister drei Gründe ausschlaggebend: Zum einen müssten Piloten eine bestimmte Zahl von Flugstunden nachweisen, so dass es nach dem Lockdown einen Nachholbedarf gegeben habe. Zum anderen hätten private Flieger aufgrund von Homeoffice und Kurzarbeit wohl mehr Zeit gehabt, ihrem Hobby nachzugehen. Drittens seien kurze Rundflüge in Zeiten der Reisebeschränkungen für Piloten eine willkommene Ablenkung gewesen.

Darüber hinaus ärgern sich viele Egelsbacher aber auch über die Erprobung der neuen Abflugroute „Amtix kurz“ am Frankfurter Flughafen. Mit der von der Fluglärmkommission angeordneten Verlegung soll der Großraum Darmstadt entlastet werden. Deshalb bringen neuerdings auch einige der am Frankfurter Flughafen startenden Linienflieger zusätzlichen Lärm – vor allem über Egelsbach-Bayerseich. Weshalb sich die Gemeinde mit juristischen Mitteln und gemeinsam mit den Nachbarn aus Erzhausen gegen die Abflugroute wehren sollte, wie Wilbrand meint: „Denn es ist zu befürchten, dass bei einer Rückkehr zum Normalbetrieb am Rhein-Main-Flughafen die Belastung noch weiter steigen wird.“ Quelle: ‘FAZ, Frankfurter Allgemeine Zeitung‘.

Basel: Fluglärm auf interaktiver Karte

Der EuroAirport geht in die Offensive: Ab sofort können Flugspuren und Lärmdaten von Flugzeugen am Flughafen Basel-Mulhouse interaktiv online verfolgt werden. Der Flughafen Basel-Mulhouse verfügt über fest installierte Lärmmessstationen und eine mobile Lärmmessstation sowohl am Flughafen als auch in den umliegenden Gemeinden. Wie der Flughafen am Donnerstag via Medienmitteilung kommunizierte, können die Messungen neu auf TraVis (kurz für Track Visualisation) über das Internet eingesehen werden. Vor verschiedenen Kartenhintergründen liefere die Software Informationen zu Flugbewegungen, Messstellen und Lärmdaten.

Die Radarspuren kämen dabei von der französischen Zivilluftfahrtbehörde DGAC (Direction générale de l’Aviation civile). Die Veröffentlichung unterliegt laut EuroAirport daher gewissen Einschränkungen: so werden die Daten mit einer Verzögerung von 30 Minuten dargestellt. Nicht angezeigt werden beispielsweise Flüge nach Sichtflugregeln und Militärflüge.

Mehr Transparenz beim Fluglärm
TraVis bietet nicht nur aktuelle Informationen, die Daten können auch bis zu einem Monat rückwirkend abgerufen werden. Ergänzend zeigt das Tool per Mausklick Flugplan- und Wetterdaten, Flugzeugtypen, Steig- und Sinkprofile der Maschinen sowie Pegel-Diagramme der einzelnen Messstationen. Es ist zudem möglich, Lärminformationen für einzelne Flugbewegungen an einem frei wählbaren Standort anzuzeigen. Fragen oder Beschwerden zu Flügen können ausserdem ab sofort direkt über TraVis eingereicht werden.

Die Veröffentlichung der Flugspuren und der Lärmdaten für das breite Publikum geht auf einen Wunsch der Anrainerverbände sowie eine Empfehlung der französischen Kontrollbehörde ACNUSA (Autorité de Contrôle des Nuisances Aéroportuaires) zurück. Eine entsprechende Massnahme wurde in der Folge in den aktuellen Lärmvorsorgeplan PPBE aufgenommen. Der EuroAirport setzt nun diese Massnahme um und trägt damit zur Einhaltung der Prinzipien der Nachhaltigkeit bei. Ein offenes, transparentes Monitoring des Flugbetriebs ist ein wichtiger Teil davon. Quelle: ‘TeleBasel‘.

Düsseldorf: entlastet die neue Flugroute St. Tönis?

In diesen Sommerferien war es am Himmel über Willich und Tönisvorst deutlich ruhiger als in den Vorjahren. Zu Urlaubsbeginn vermeldete der Flughafen Düsseldorf aufgrund der coronabedingten Reiserückgänge nur rund 100 Starts- und Landungen pro Tag, zum Ferienende waren es immerhin schon wieder 250 pro Tag – also etwa ein Drittel der zur Hochsaison normalen Menge an Flugbewegungen. Und so wird sich auch die neue, digitale Flugroute, die ab dem 13. August genutzt werden soll, zunächst wohl noch nicht so sehr bemerkbar machen. Die bisherige Abfluglinie „Modru“ vom Airport Düsseldorf, eingeführt 2002, betrifft auch das Tönisvorster Stadtgebiet: Zu Spitzenzeiten überfliegen so täglich 110 Maschinen in etwa 2000 Metern St. Tönis. Die neue Modru-Route führt nicht mehr über St. Tönis, sondern über das Gewerbegebiet Tempelshof, dann nicht mehr nördlich um Kempen herum, stattdessen südlich über Oedt und Lobberich in Richtung Niederkrüchten.

Die bisherige Route basiert auf technischen Bodenanlagen, bei der neuen Strecke erfolgt die Navigation über satellitengestützte Technik. Die Ideallinie könne mit dieser digitalen Technik präziser eingehalten werden, teilte die Deutsche Flugsicherung mit. Und diese Ideallinie ist in Richtung Belgien/Südwesteuropa um 18 Kilometer kürzer als die bisherige Modru-Route. „Bei guter Wetterlage und super Steigleistung der Maschine haben wir auch schon zuvor Maschinen über eine verkürzte Route geleitet“, sagt Michael Fuhrmann, Sprecher der Deutschen Flugsicherung. Durch das neue, standardisierte Verfahren sollen solche Flüge aber nun deutlich planbarer werden.

Allerdings können nicht alle Flugzeuge die kürzere Route nutzen: „Nach wie vor muss bei Grenzüberflug in Richtung Belgien eine Flughöhe von 21 000 Fuß (ca. 6400 Meter) erreicht werden“, so die Flugsicherung. Nur wer dies über die verkürzte Strecken schaffe, dürfe sie auch nutzen. Hinzu komme, dass nur Flugzeuge mit neuesten Navigationssystemen in der Lage seien, diese neuen Verfahren anzuwenden. Das trifft bislang nur auf rund zehn Prozent dieser 110 Flüge zu. Quelle: ‘Westdeutsche Zeitung‘.

Tage der Fluglärm-Pause in Frankfurt sind gezählt

Nach Monaten der Corona-bedingten Ruhe am Frankfurter Himmel ist nun wieder Schluss mit Entspannung. Bürgerinitiativen kritisieren die Nordwestbahn-Öffnung und befürchten eine verheerende Symbolik. Welcher Flieger am Mittwoch als erstes nach 107-tägiger Pause auf der Nordwest-Landebahn hessischen Boden berührte, ist leider nicht bekannt. Auch auf eine Willkommens-Zeremonie mit Fahnen und winkenden Mitarbeitern wurde angesichts der noch immer angespannten Lage verzichtet, wie ein Fraport-Sprecher erklärte. “Es ist noch nicht die Zeit für Jubelszenen.”

Für die Öffnung der seit 23. März stillgelegten Landebahn nördlich der A3 reicht der erwartete Anstieg der Flugzahlen aber schon wieder aus, der Frankfurter Flughafen hat nach der Corona-Delle offiziell wieder drei von vier Anflugs- und Abflugs-Pisten in Betrieb. “Das ist für einen verzögerungsfreien Flugbetrieb notwendig”, teilte der Flughafenbetreiber mit.

Was für Airport und Airlines ein Schritt zurück in die Normalität ist, ist für viele Bewohner Frankfurts und einiger Orte im Taunus ein Rückfall in alte und fast vergessene Fluglärm-Zeiten. Die lange aus dem Blickfeld verschwundenen Flugzeuge, die im Vor-Corona-Zeitalter zum Frankfurter Himmel gehörten wie die Skyline oder Wolken jeder Art, kehren langsam zurück. “Es werden jetzt wieder andere Flugrouten benutzt”, heißt es dazu von der Fraport.

Konkret bedeutet das, dass nun wieder die sogenannte nördliche Gegenanflugroute angesteuert wird und damit wieder Flieger über die südlichen Frankfurter Stadtteile wie Sachsenhausen oder Niederrad hinwegbrettern. Ungestörte Nachmittage auf dem Balkon, am Mainufer oder im Kleingarten gehören der Vergangenheit an. Auswirkungen werden zudem auch in den Taunus-Städtchen Bad Soden, Kelkheim, Schwalbach, Eschborn, Liederbach und Sulzbach spür- und hörbar sein. Auch Flörsheim ist betroffen.

Kritik gibt es wegen der zusätzlichen Lärmbelastung aus der Politik. Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), die sich schon als Kandidatin vor der Oberbürgermeisterwahl 2012 deutlich gegen die 2011 eröffnete Landebahn positioniert hatte, pocht auf eine Benutzung nur in Ausnahmefällen. Das habe die Deutsche Flugsicherung (DFS) so mit der Fluglärmkommission abgesprochen, sagte sie gegenüber hessenschau.de. “Meinetwegen könnten sie die Nordwestbahn gerade wieder bepflanzen.”

Grund für die Wiederaufnahme des Betriebs, den die europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol angeordnet hat, ist die Zunahme der Flugbewegungen in der Ferienzeit. Waren es in der letzten Maiwoche lediglich rund 250 Starts und Landungen pro Tag, wird für Mitte Juli mehr als das Doppelte erwartet. Die Räumung des während der vergangenen Wochen für rund 40 Flieger als Abstellplatz genutzten Landebahn sei “für einen flüssigen Flugbetrieb” dringend notwendig.

Genau an dieser Stelle bildet sich jedoch Widerstand. Das Bündnis der Bürgerinitiativen (BI), das sich seit Jahren gegen den Flughafenausbau und für ein Nachtflugverbot einsetzt, hält das Nordwestbahn-Comeback für verfrüht und nicht zweckgebunden. “Es gibt dafür keine sachliche Notwendigkeit”, klagte ein Sprecher der Fluglärm-Gegner an. “Die Fraport versucht, krampfhaft zur Normalität zurückzukehren und suggeriert ein falsches Realitätsbild.”

Die Theorie der Initiative: Mehr Landebahnen heißt mehr Flüge. Mehr Flüge heißt mehr Passagiere. Und wenn wieder mehr Menschen fliegen, kann die momentane Situation ja so schlimm nicht sein. “Die wollen, dass wieder mehr Leute in die Flugzeuge steigen.” Bis es so weit ist, wird es aber noch eine ganze Weile dauern. Zwar rechnet die Fraport in den kommenden Wochen mit einem Anstieg auf knapp 500 Flugbewegungen und 45.000 Passagiere am Tag. Im Vergleich zum Rekordjahr 2019 ist das aber weiterhin nur ein Bruchteil. Vor genau zwölf Monaten gab es täglich rund 1.400 abfliegende oder ankommende Flugzeuge mit insgesamt 230.000 Reisenden. Quelle: ‘Hessenschau‘.

Lärmbelästigung durch Kunstflug

Anwohner im Bereich des Flugplatzes Schwarze Heide sehen die Lärmbelästigung durch den Kunstflug zunehmend kritisch. Hierzu wurde auch eine Online-Petition gestartet, die ein generelles Flugverbot fordert. Neben der Lautstärke scheint insbesondere der ungleichmäßig auf- und abschwellende Ton bei den Flugübungen problematisch zu sein. „Die Gesetzeslage bietet wenig Handlungsspielraum für Regelungen durch die kommunalen Verwaltungen“, sagt hierzu Helga Franzkowiak, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN Kreistagsfraktion. „Dennoch müssen alle Beteiligte – Kunstflieger, Flughafengesellschaft und Verwaltungen – gemeinsam mit dem Lärmbeirat des Flugplatzes Lösungen für das Lärmproblem suchen und Verbesserungen im Sinne der lärmgeplagten Anwohner anstreben“, so Franzkowiak weiter. Quelle: ‘Niederrhein Anzeiger‘.

Flugkunst oder nur Lärm?

“Fast täglich heben Kunstflieger auf dem Flugplatz Schwarze Heide ab und stören Anwohner in Gartrop-Bühl und im Hünxerwald sowie den angrenzenden Kommunen”, teilt die SPD Hünxe mit. Sie verweist auf eine Online-Petition zum “Verbot des Kunstflug”, der sich bereits über 50 Hünxer angeschlossen haben. „Wir brauchen klare Regeln und Zeitvorgaben für die Kunstfliegerei. Es geht nicht darum, den Flugplatz Schwarze Heide infrage zu stellen. Jetzt gilt es, alle Betroffenen an einen Tisch zu holen“, meint der designierte SPD-Bürgermeisterkandidat Volker Marquard. em entgegnet die CDU Voerde kritische Worte. „Lärm ist natürlich zum einen ein ernstzunehmender Risikofaktor für die Gesundheit, eignet sich aber zum anderen auch als hervorragendes Wahlkampfthema“, schreibt CDU–Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Wefelnberg in einer Pressemitteilung. Der Bürgermeister hätte bereits “zu diesem Thema Kontakt mit der Bezirksregierung aufgenommen, welche im Gegensatz zum Gemeinderat wirklich für dieses Thema zuständig ist.” Im nächsten Haupt- und Finanzausschuss (HFA) soll dann über dieses Thema berichtet werden.

Dass Fluglärm diskutiert wird, ist nichts neues auf der Schwarzen Heide. Außer dass Flugzeuge gebaut und erprobt werden müssen, sind dort noch Flugschulen aktiv. Eine betreibt beispielsweise Hans Detlef Schulz. Schulz erzählt, dass er sich wegen vormaliger Beschwerden freiwillig an bestimmte Zeitfenster halte. Geflogen werde seitens seiner Flugschule nur ab 9 Uhr und niemals nach 19 Uhr, sogar in der Mittagszeit bleiben die Maschinen am Boden, sowie am Wochenende. Schulz verweist darauf, dass auf dem Flugplatz das UPRT-Flugsicherheitstraining (Upset Prevention and Recovery Training) durchgeführt werde, ein Training, dass neuerdings für angehende Piloten von Verkehrsmaschinen vorgeschrieben ist: “Die Europäische Agentur für Flugsicherheit schreibt das UPRT vor, damit die Piloten lernen, was zu tun ist, wenn die Systeme versagen.”
Ohne UPRT kann kein Pilot das Training in Verkehrsmaschinen beginnen. Seine Flugschule bietet diese Lehrgänge (der nächste ist wieder ab dem 15. Juni) nur vier bis fünf Mal im Jahr an jeweils drei Tagen an. Geflogen werde mit einer vergleichsweise leisen Extra 200 (200 PS). Größere Maschinen würden auch größeren Lärm verursachen. Auch die Flugschule Westflug Flight Training trainiert unter der Woche auf der Schwarzen Heide. Wie aber Geschäftsführer Walter Kampsmann mitteilt, nur bis 19 Uhr, als freiwillige Selbstbeschränkung. Auch würde man den Kunstflug mit deutlich reduzierter Leistung durchführen. Je geringer die Drehzahl, desto leiser der Rotor. Die starken Geräusche seien je nach Wind unterschiedlich, und beim Kunstflug würde jede Winkelveränderung auch eine starke Geräuschveränderung verursachen, obwohl die Frequenz immer gleich bleibe. Wahrgenommen würden eher diese Veränderungen.

“Es ist ja auch so gewesen, dass während der Coronakrise weniger geflogen werden durfte”, erklärt Kampsmann. Auch die Menschen seien vermehrt zu Hause gewesen und hätten sich an die Ruhe gewöhnt. Und plötzlich werde wieder geflogen!
Alles also nur eine Sache der subjektiven Wahrnehmung und Gewöhnung? Klar ist jedenfalls: Ein Flugplatz sei grundsätzlich mit Fluglärm verbunden, ziehe aber auch begeistertes Publikum an. Für viele sei das Fliegen ein Hobby und auch Sport, so Kampsmann. Wenn man den nicht mehr ausüben dürfte, dann müsste man demnächst auch darüber nachdenken, das Motorradfahren zu verbieten. Quelle: ‘Lokalkompass.de‘.

Dübendorf: «unheimliche Stille»

Die Corona-Krise hat den Flugverkehr massiv ausgebremst. Geniessen die Menschen in den Gemeinden rund um den Flughafen Zürich nun eine himmlische Ruhe? So einfach ist es nicht, wie ein Besuch in Rümlang zeigt. Ob Restaurantbesuch oder Shopping: Die Lockerungsschritte vom 11. Mai haben vieles wieder möglich gemacht, aber eben: Ganz zurück im Alltag ist die Schweiz noch lange nicht. Das sieht man auch am Minimalbetrieb auf dem Flughafen Zürich. Oder besser, man hört es: Wenn die Flieger am Boden bleiben, wird es in den Gemeinden rund um den Flughafen plötzlich ungewohnt still. Zum Beispiel in Rümlang. In den ersten beiden Aprilwochen brach die Zahl der Flugbewegungen in Zürich um ganze 95 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein, wie die Flughafenbetreiber festhalten. «Das fehlt tatsächlich», sagt Thomas Hardegger. Er war bis 2018 Rümlanger Gemeindepräsident und präsidiert den Schutzverband der Bevölkerung um den Flughafen Zürich (SBFZ), der gegen «unzumutbaren Fluglärm» kämpft. In Jubel bricht er wegen der ungewohnten Stille aber nicht aus. Denn: «Bei der Fluglärmproblematik gibt es zwei Seiten.» Einerseits geniesse man die Ruhe, nun Gespräche auch im Freien ungestört führen zu können – bei Hochbetrieb dröhne immerhin alle zwei bis drei Minuten eine Maschine am Himmel, was in der Gemeinde zu Lärm von bis zu 100 Dezibel führe. Andererseits ist da die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens: Bei Hardegger, der bis 2019 für die SP im Nationalrat sass, kommen durchaus Erinnerungen an das Swissair-Grounding von 2002 hoch. «Auch da war es eher eine unheimliche Stille, weil man weiss, dass Tausende von Arbeitsplätzen am Flughafen und an angegliederten Branchen hängen.» Jeder im Dorf kenne jemanden, dessen Arbeitsplatz mit dem Airport verbunden sei, ob im Catering, bei der Flugzeugreinigung oder im Verkauf in den vielen Flugzeuggeschäften. «Man hat ja mit dem Flughafen leben gelernt.» Hardegger sagt, er sei kein Gegner des Fluglärms an sich. Er störe sich aber daran, wenn «die Regeln nicht eingehalten werden». Sprich: Wenn die Nachtflugsperre verletzt wird. Diese gilt eigentlich zwischen 23 Uhr und 6 Uhr, wobei verspätete Flieger noch bis 23:30 Uhr Zeit haben. Doch weil die Verstösse gegen diese Sperre sukzessive zugenommen hatten, beschloss das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) 2018, die Anzahl spätabendlicher Slots – also Zeitfenster für Starts und Landungen – zu begrenzen. Auch zog der SBFZ für höhere Lärmgebühren, die Airlines für laute Maschinen in den Randstunden bezahlen müssen, vor das Bundesverwaltungsgericht. Mit Erfolg – seit letztem Herbst gelten nun höhere Lärmzuschläge. Je nach Maschinentyp können dafür bis zu 3’000 Franken fällig werden, wie die Flughafen Zürich AG vorgerechnet hat. Hardegger zufolge habe das schon dazu geführt, dass seit September weniger Maschinen ab 23 Uhr gestartet seien. «Da hat eine gute Entwicklung eingesetzt», findet er – und er hofft, dass die Nachtruhe auch nach der Krise und der Normalisierung des Flugverkehrs stärker berücksichtigt werde. Quelle: ‘bluewin.ch‘. Bild: ‘2coinsTravel’.

Fluglärm: täglich grüßt das Murmeltier

Regelmäßig vor Landtagswahlen wird das Parlament in Rheinland-Pfalz zum großen Fluglärmgegner – aber es ändert sich am Himmel nichts. Denn regelmäßig, alle fünf Jahre, verwandelt sich das Parlament in Rheinland-Pfalz zur großen Bühne der Fluglärmaktivisten, Bürgerinitiativenversteher und Ausbaugegner. Denn alle fünf Jahre wird gewählt. Murmeltiertag. Gegenüber dem einen oder anderen Abgeordneten mag das ungerecht sein. Aber die rheinland-pfälzische Politik brilliert bei dem Thema in erster Linie rhetorisch. Verbessert hat sich die Situation am Himmel für die Rheinland-Pfälzer nicht. Und es könnte noch schlimmer kommen: Der Luftraum über dem östlichen Soonwald, dem Rheintal und dem Raum Bingen soll offenbar ab 2020 abgesenkt werden. Wird heute in knapp 2000 Meter geflogen, so könnte es noch einmal um fast 1000 Meter weiter runtergehen. Es geht um den Landeanflug bei Ostwind. Auch soll der Luftraum für anfliegende Jets nach Westen ausgeweitet werden. Der Mainzer-CDU Abgeordnete Gerd Schreiner wagte sich zumindest an den Versuch einer Lösung. Er schlug vor, die Flugsicherung zu Lärmschutz zu verpflichten. Auch müsse man an die Grenzwerte ran. Was Schreiner verschwieg, ist, dass das Fluglärm-Schutzgesetz vor zwölf Jahren im Bundestag auch mit CDU-Stimmen beschlossen wurde. Die darin formulierten Werte sind, aus Sicht des Lärmschutzes im Rhein-Main-Gebiet, lächerlich. Quelle: ‘Wormser Zeitung‘.

Fluglärm in der Ellermühle nervt Anwohner

Anwohner wollen den Fluglärm an der Ellermühle nicht mehr ohne weiteres hinnehmen. Die Emissionen durch die Motorflieger, Kunstflieger, Gyrocopter und Hubschrauber seien nämlich deutlich angestiegen. Gestartet und gelandet wird auf dem Flugplatz Ellermühle 34.000 Mal pro Jahr. Das ist etwas mehr als 90 Mal am Tag. Anwohner berichten von 40 Starts innerhalb von eineinhalb Stunden. Die Beschwerden sind dem Luftamt Südbayern bekannt. Die Anwohner fühlen sich aber nicht nur vom Luftamt Südbayern im Stich gelassen, sondern auch von der Stadt Landshut. Quelle: ‘idowa.de‘.

Hangelar: Anwohner vom Fluglärm genervt

Während die Sportflieger und Flugschüler am Flugplatz Hangelar die gute Sicht nutzen, müssen die Anwohner den unvermeidlichen Lärm ertragen, besonders an den Wochenenden. Lärmgegner schlagen Kontingente und höhere Gebühren vor. Die Kritik ist dabei immer dieselbe, zuletzt zu hören bei einer Bürgerversammlung. „Der Lärm ist unerträglich“, sagte eine Anwohnerin aus Vilich. „Man kann noch nicht einmal in Ruhe draußen frühstücken“, so eine andere. Was das Lärmproblem noch verschärft: Hangelar ist ein reiner Sichtflughafen. „Hier wird also nicht nachts und bei Regen, sondern nur bei gutem Wetter geflogen.“ Und weil der meiste Flugverkehr an freien Tagen abgewickelt wird – denn dann kommen die Schüler zu den Flugstunden und haben Privatleute Zeit zu fliegen – herrscht an den sonnigen Wochenenden Hochkonjunktur. „Aber auch die wirtschaftliche Lage hat Auswirkungen auf den Flugverkehr“, sagt Unterberg. Nur wenn die Menschen Geld hätten, könnten sie sich die vergleichsweise teure Fliegerei leisten. So und durch Wettereinflüsse würden sich die jährlichen Schwankungen erklären. Quelle: ‘General-Anzeiger, Bonn‘.

Urteil im Meller Fluglärm-Prozess am 5. Juli

In der „unendlichen Geschichte“ wird in Kürze das letzte Kapitel geschrieben. Am 5. Juli soll im Prozess um Fluglärm in Altenmelle vor der Zivilkammer des Landgerichts Osnabrück das Urteil gesprochen werden. Ein Anwohner des Tulpenwegs hatte 2017 gegen den Meller Segelflieger-Club geklagt, gestern wurde in dem Verfahren ein Sachverständiger gehört. Der Kläger wirft dem Club vor, wiederholt auf der Ein- und Ausflugschneise die vorgeschriebene Mindestflughöhe von 300 Metern nicht eingehalten zu haben. Und dabei zu dicht über sein weit abseits der Platzrunde liegendes Grundstück geflogen zu sein. Er hatte Belege und Videos eingereicht, die diese Anschuldigung untermauern sollten. Der Luftfahrtsachverständige konnte trotz mehrmonatiger Recherchen („Ich habe Start- und Landelisten abgefragt, aber konnte keine lückenlose Aufzeichnung erstellen“) und Befragungen der beteiligten Parteien aber keinen Nachweis ermitteln. „Die genannten Flugbewegungen lassen sich nicht rekonstruieren und die Videos reichen mangels Referenzpunkte nicht aus“, so seine Begründung, die er noch konkretisierte: „Die vertikalen Flughöhen lasssen sich nicht abschätzen. Ohne weitere Werte bleibt die Ungewissheit bestehen. Es handelt sich um subjektive Wahrnehmungen“. Quelle: ‘Neue Osnabrücker Zeitung‘.

„Landen in Landshut“ reduziert Fluglärm

Zum 1. Januar 2018 hatte die Gesellschaft „Landen in Landshut“ die Stadtwerke als Betreiber des Flugplatzes Ellermühle abgelöst. Schon im ersten Jahr konnte die GmbH einige Erfolge verbuchen. Als zielführend habe sich in dieser Hinsicht die Herausgabe einer Lärmschutzkarte erwiesen. Diese visualisiert die Wohngebiete innerhalb der Platzrunde mit dem Hinweis, Überflüge zu vermeiden und ergänzt das offizielle Sichtanflugblatt der Deutschen Flugsicherung. Damit jeder Pilot auch unmittelbar vor dem Start nochmals an die geltenden Regelungen erinnert wird, wurden diese nun auch direkt auf den Asphalt der Rollbahn geschrieben. Quelle: ‘Wochenblatt‘.

Baselbieter Landrat lehnt Fluglärm-Bericht ab

Der Baselbieter Landrat hat erneut einen Bericht der Fluglärmkommission zu den Bemühungen zur Verminderung der Fluglärmbelastung abgelehnt. Er hält damit den Druck für Verbesserungen am Flughafen Basel-Mülhausen aufrecht. Den Bericht 2016 hatte der Landrat im September deutlich abgelehnt. Die Lärmbelastung bliebt gemäss dem Bericht im Jahr 2017 stabil. Die geltenden Lärmschutzbestimmungen wurden durch den EuroAirport eingehalten. Teilweise wurden tiefere Lärmwerte im Vergleich zum Vorjahr registriert. Quelle: ‘bazonline.ch’.

Vaihingen: Kompromiss gefunden

Mehr als drei Jahre stritten eine Bürgerinitiative und der örtliche Flugsportverein um Fluglärm. Jetzt fanden die Parteien einen Kompromiss. Der FSV verpflichtet sich dabei, in Zukunft die Zahl der Motorflüge stark einzuschränken. Die Details der Vereinbarung finden Sie hier.