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Zepfehnhan: Lärm vernachlässigbar?

Der Lärm, der vor allem an Wochenenden vom Zepfenhaner Fluglatz kommt, hat im vergangenen Jahr zugenommen und ist auch in Schörzingen zu hören. Die Schörzinger allerdings scheint das wenig zu kümmern. Anders lässt sich nicht erklären, dass die Bitten an die Ortschaftsverwaltung, hier einzuschreiten, überschaubar sind. Ortsvorsteher Tommy Geiger wollte nun wissen, wie das seine Ratskollegen interpretieren.

Ist der Lärm des Zepfenhaner Flugplatzes so heftig, dass er auch die Schörzinger Bürgerinnen und Bürger beeinträchtigt, oder sind die Lärmemmissionen vernachlässigbar? Schörzingens Ortsvorsteher Tommy Geiger stellte diese Fragen in der jüngsten Ortschaftsratssitzung – und bat die Ortschaftsräte um Mithilfe und Ratschläge.

Lediglich drei Personen melden sich bei der Ortschaftsverwaltung
Nur ein Ehepaar und eine Einzelperson aus Schörzingen hätten sich bisher bei ihm gemeldet mit der Aufforderung, sich mehr um den Fluglärm zu kümmern. „Gibt es weitere Fragen zu diesem Thema aus der Bevölkerung?“, wollte der Ortsvorsteher von seinen Räten wissen. Enttäuscht zeigte sich Tommy Geiger auch darüber, dass die betreffenden Personen noch nie in einer Ortschaftsratssitzung gewesen sind und dort ihre Anliegen vorgetragen haben. Auch in der Sitzung am vergangenen Dienstag nicht. Und da habe er ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass das Anliegen Thema im Gremium ist.

Tommy Geiger stellte die Frage dann eben ohne Beteiligung der Kritiker des eher defensiven Verhaltens der Ortschaftsverwaltung an die Ortschaftsräte: „Muss man sich seitens der Ortschaftsverwaltung mehr gegen den Flugplatz einsetzen?“ Er spreche das nun zum dritten Mal in der Ortschaftsratssitzung an – bisher allerdings ohne Resonanz. Die gab es dann zwar von den Räten, aber auch diese waren eigentlich ratlos.

Kein Feedback nach Infoveranstaltung
Etwa 25 Schörzinger Bürger seien bei der Informationsveranstaltung in der Zepfenhaner Gemeindehalle kurz vor Weihnachten gewesen, führte Harald Schmuck, der zusammen mit Matthias Senn als Vertreter des Schörzinger Ortschaftsrats in der Nachbargemeinde zugegen waren, aus. Nach der Veranstaltung habe er aber nur sehr wenige Rückmeldungen bekommen, so Schmuck. Die, die sich angesprochen gefühlt haben, hätten im Nachgang mehr machen müssen, führte er aus.

„Ich setzte mich auch für fünf Personen ein“, führte Tommy Geiger aus. Aber auch er bemängelte „ein sehr, sehr geringes Feedback“ – und zwar auf allen Kanälen. Weder per Mail noch über Whatsapp habe er Nachfragen erhalten. Zudem, so Geiger, befinde sich der Flugplatz auf Rottweiler Gemarkung. Eigentlich sei die Stadt Rottweil Ansprechpartner und nicht die Ortschaftsverwaltung. Quelle: ‚Zollern-Alb-Kurier‚.

Zürich: Fluglärm-Index weiter unter Richtwert

Der Regierungsrat hat den Flughafenbericht 2023 verabschiedet. Die Ziele der kantonalen Eigentümerstrategie wurden allesamt erreicht. Der Monitoringwert des Zürcher Fluglärm-Indexes (ZFI) 2022 liegt weiterhin unter dem Richtwert. Der Kanton Zürich ist grösster Minderheitsaktionär der Flughafen Zürich AG. In seiner Eigentümer-Strategie legt der Regierungsrat die strategischen Ziele und Erwartungen an die Flughafen Zürich AG fest. Diese reichen von der «volks- und verkehrswirtschaftlichen Bedeutung» über den «Umweltschutz», und die «Unternehmens-Führung» bis zur «Beziehungspflege». Im Flughafenbericht informiert der Regierungsrat jährlich über die Erreichung dieser Ziele und Erwartungen.

Vorgegebene Ziele erreicht bis übertroffen
Die Ziele betreffend die globale und kontinentale Erreichbarkeit hat der Flughafen Zürich im letzten Jahr übertroffen. Gemäss dem Forschungsinstitut BAK Economics befindet sich Zürich im europäischen Vergleich in Bezug auf die weltweite Erreichbarkeit auf dem siebten Rang und in Bezug auf die Erreichbarkeit innerhalb des Kontinents auf dem achten Platz. Bei der Qualität wurde das Ziel der Eigentümer-Strategie (achter Rang weltweit oder dritter Rang in Europa) erreicht: Bei den «World Airport Awards» der Rating-Agentur Skytrax platzierte sich der Flughafen Zürich weltweit auf dem achten Rang und in Europa auf der vierten Position. Auch in den Bereichen Umweltschutz, Unternehmensführung und Beziehungspflege wurden die Vorgaben erfüllt. Daher ist der Regierungsrat mit der Geschäftstätigkeit der Flughafen Zürich AG sehr zufrieden. Quelle: ‚Kanton Zürich‚.

Ständerat gegen neuen Grenzwert für morgendlichen Fluglärm

Der Schweizer Ständerat will keinen neuen Grenzwert für morgendlichen Fluglärm in der Lärmschutzverordnung. Das hat er am Mittwoch im Rahmen einer Debatte zur Revision des Umweltschutzgesetzes entschieden. Eine links-grüne Minderheit der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerats (Urek-S) beantragte, für den vom Luftverkehr ausgehenden Lärm neu einen spezifischen Grenzwert für die Zeit von 6 bis 7 Uhr morgens in die Lärmschutzverordnung aufzunehmen. In einem Anhang dieser Verordnung sind derzeit Belastungsgrenzwerte für den Tag sowie für die Zeit zwischen 22 und 23, zwischen 23 und 24 und zwischen 5 und 6 Uhr zu finden, nicht aber für 6 bis 7 Uhr. Mit 31 zu 11 Stimmen lehnte die kleine Kammer diesen Antrag ab.

Sie folgte damit den Argumenten des Kommissionssprechers Daniel Fässler (Mitte/AI), wonach mit diesem neuen Grenzwert der Flugverkehr an den Schweizer Flughäfen „noch stärker“ eingeschränkt würde. Bundesrat Albert Rösti sagte zudem, ein Ja zu diesem Antrag entspreche nicht dem Ziel der Gesetzesrevision. Deren Ziel sei es, die innere Verdichtung von Siedlungen zu ermöglichen. Ausserdem prüfe sein Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation derzeit diese Grenzwerte. Dieser Überprüfung sei nicht vorzugreifen. Es sei sinnvoll, dem Bundesrat die Kompetenz zu belassen, gestützt auf die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse die Lärmgrenzwerte in der Verordnung festzulegen.

Bedingungen fürs Bauen in Lärmgebieten
Zwei Hauptziele verfolgt der Bundesrat mit der Revision des Umweltschutzgesetzes: Er will die Siedlungsentwicklung besser mit dem Lärmschutz vereinbaren und die Sanierung von Altlasten ankurbeln – vor allem im Fall von Kinderspielplätzen. Insbesondere Spielplätze könnten durch frühere Düngungen der Böden und Luftverschmutzung belastet sein. Das Eintreten auf die Vorlage war im Ständerat unbestritten. Die Detailberatung der Vorlage unterbrach die kleine Kammer wegen der Feiern der neuen Ständeratspräsidentin und des neuen Nationalratspräsidenten dann aber. Quelle: ‚Parlament.ch‚.

Zepfenhan: Fluglärm erhitzt Gemüter


Die Infoveranstaltung in Rottweil diskutierte den Fluglärm am Zepfenhaner Flugplatz. Oberbürgermeister Dr. Ruf lehnte eine Verlegung des KSK-Absetzgeländes ab und betonte, dass viele Beschwerden über zunehmenden Fluglärm eingingen. Robert Hamm vom Regierungspräsidium betonte, dass der Flugbetrieb den Genehmigungen entspricht und keine Grenzwertüberschreitungen feststellbar sind.

Rund 2600 Starts und Landungen fanden letztes Jahr statt, wobei Lärmschutz-Grenzwerte eingehalten wurden. Kambis Ebrahimi, Geschäftsführer des „Airfield Rottweil“, präsentierte sein Konzept zur Lärmreduktion und schlug Änderungen der Flugrouten vor. Ulli Wagner kritisierte Tandemsprünge wegen des CO2-Ausstoßes und Lärms. Zepfenhans Ortsvorsteher und Rottweiler Gemeinderätin äußerten sich besorgt über den ständigen Lärm. Die Veranstaltung endete ohne klare Lösungen.

Jesenwang: Bürgerverein gegen Fluglärm aufgelöst

Nach 33 Jahren ist die Bürgervereinigung (BV) Fluglärm Geschichte. Der Verein, 1990 von Nachbarn des Jesenwanger Flugplatzes gegründet, ist aufgelöst. Grund ist das Alter des Vorstandsteams. Zudem glaubt man, das Mögliche erreicht zu haben. Daher endet der Kampf – nach Jahren voller Gerichtsprozesse, Repressalien, Frust. Rund 100 Aktenordner zur Causa Flugplatz lagern daheim bei Peter Schöberl in Adelshofen. Bei Michael Acker in Landsberied sind es sogar an die 150. Beide sollten sich von einem Großteil der Dokumente trennen – zumindest wenn es nach ihren Frauen und Familien geht. Und sie dürften jetzt auch vieles zum Altpapiercontainer bringen: Denn der Verein Bürgervereinigung gegen Fluglärm ist aufgelöst. Schöberl, 18 Jahre lang Vorsitzender und auch zuletzt an der Spitze des Vereins, wartet nur noch auf ein abschließendes Schreiben des Finanzamts. Das Konto der BV ist leer, die letzten etwa 3’000 Euro hat man an den Bund Naturschutz gespendet.

Verkehrslandeplatz erfolgreich verhindert
Von den Akten trennen können sich Schöberl und Acker aber noch nicht so recht. „Ich schaffe es nicht“, sagt Acker. Zu lange dauerte der Kampf gegen Fluglärm, zu anstrengend war das, was sie die Jahre über erlebten: Gerichtsprozesse bis in oberste Instanzen (Schöberl: „mindestens 20“), Repressalien durch Behörden, anonyme Bedrohungen. Deswegen wollen beide noch einmal einige Ordner durchblättern, in Urteile, Behördenbriefe und alte Zeitungsartikel reinlesen – bevor das Meiste im Altpapier landet. „Ich werde manchmal schmunzeln und mich sehr oft wieder ärgern“ – das wird laut Schöberl passieren, wenn er beim Lesen wieder mittendrin ist im Kampf.

Der ging bereits 1979/1980 los. Der Flugplatz Jesenwang, dessen Geschichte 1963 mit einer Graspiste und einer Halle startete, sollte 1980 auf Antrag des Betreibers zu einem Verkehrslandeplatz werden. Es regte sich Widerstand in der Bevölkerung. Ein Jesenwanger, ein Schöngeisinger und ein Adelshofener nahmen sich der Sache an. Der Adelshofener, das ist Schöberl. Er berichtet von einer Protestkundgebung in Landsberied und über 1000 gesammelten Unterschriften. Die Umwidmung wurde verhindert.

Sperrgrundstück macht Ausbau unmöglich
Doch zehn Jahre später stand erneut im Raum, dass der Sonder- zu einem Verkehrs-Landeplatz werden könnte. Und es gab immer mehr Flugbewegungen: 1988 wurden fast 43’000 Starts und Landungen registriert. Also gründete sich aus der Bürgerinitiative heraus der Verein „Bürgervereinigung Fluglärm – Verein zur Steigerung der Lebensqualität im Landkreis Fürstenfeldbruck und im Fünfseenland“. Erster Vorsitzender wird Michael Acker.

„Wir haben uns für die Bevölkerung starkgemacht“, blickt er zurück. Aus anfangs 50 bis 60 Mitgliedern wurden in Hochzeiten des Kampfes gegen den Fluglärm (in den 1990er-Jahren) an die 500. Zum Schluss waren es 150. Acker tun die vielen verlorenen Prozesse immer noch weh: „Wir haben erlebt, was die Kraft einer Regierung bewirken kann.“ Aber einen Prozess hat die BV gewonnen, erzählt der 82-Jährige: Sie darf ihr Grundstück am Flugplatz betreten. Dieser Grund ist enorm wichtig. Die BV besitzt rund 3300 Quadratmeter Ackerland direkt vor der Start- und Landebahn. „23 Leute gaben dafür je 1000 D-Mark“, berichtet Acker. Mit dem Kauf der Fläche verhinderte man eine Erweiterung des Sonderlandeplatzes.

Viele Prozesse drehten sich um dieses Faustpfand, das Grundstück in der Einflugschneise. So wurde die BV vom Luftamt Südbayern etwa 2002 zum Grasmähen verpflichtet – aus Sicherheitsgründen, falls Flugzeuge früher runtergehen (müssen) und zum Teil auf dem Areal der BV laden. Gras war also ein Flughindernis. Zudem ging es um Kartoffelanbau: Furchen auf dem BV-Grund wurden untersagt – wegen Beeinträchtigung der Flugsicherheit. Irgendwann sollten sogar Wurzeln von Büschen ausgegraben werden.

Das Faustpfand ist in guten Händen
Schikane war das. Doch die BV kämpfte weiter. Allen Hindernissen zum Trotz. „Wir wurden nahezu überall als Feinde betrachtet“, berichtet Acker. Privat habe man ebenso Anfeindungen hinnehmen müssen. Alle im Vorstand hätten gelitten, sagt der 82-Jährige. Auch die Familien der Vorstandsmitglieder, die hineingezogen wurden. Acker: „Ich hätte meiner Familie das gerne erspart.“ Niederlagen und Frust versuchen Schöberl und Acker zu vergessen. Sie sind zufrieden mit dem Erreichten: Umwidmung in Verkehrslandeplatz und Erweiterung des Flugplatzes verhindert, weniger Lärm für Anwohner durch Verlegung der An- und Abflugrouten, Verringerung der Flugbewegungen auf rund 33 000 pro Jahr, Reduzierung des Lärms an Sonn- und Feiertagen. Zudem sind heutige Flugzeuge viel leiser. Die vom Tower aus gesteuerte Ampel an der Straße am Flugplatz – sie zeigt Rot für Autofahrer bei Flugzeuglandungen – hält Acker zwar immer noch für gefährlich. „Aber insgesamt haben wir viel erreicht. Das macht einen am Ende schon stolz.“

Geschafft hat es der Vorstand außerdem, dass seit mehreren Jahren eine sehr gute Beziehung zu den jetzigen Flugplatzbetreibern besteht. Die Gespräche mit der Familie Walch seien gut abgelaufen, sagen Schöberl und Acker. Auch deshalb könne man die Arbeit ruhigen Gewissens beenden. „Ich schließe gut ab“, sagt Acker. „Wir haben einen guten Status quo erreicht“, fügt Schöberl hinzu. Ihm, mit 78 Jahren der Jüngste im Vorstand, oblag die Auflösung des Vereins. Die ganze BV ist gealtert, Junge kamen nicht nach. Niemand mehr wollte Aufgaben im Vorstand übernehmen. Und was man erreichen konnte, wurde erreicht. Daher die Auflösung. Quelle: ‚Merkur‚.

Weiden/Latsch: Bürgerinitiative und Flugsportler einigen sich

2015 wurden noch 7.000 Starts und Landungen am Flugplatz Latsch gezählt. Dann siedelte sich 2019 eine private Flugschule auf dem Areal an. Die Flugbewegungen vervierfachten sich. Bürger aus den umliegenden Ortsteilen Frauenricht und Neunkirchen fühlten sich massiv belästigt. Die Bürgerinitiative (BI) „Fluglärm“ wurde gegründet. Runde Tische wurden eingerichtet, an dem Vertreter der BI, der Stadt, aber auch der Flugsportvereine und der Flugschule Platz nahmen. Nach der siebten Diskussionsrunde dann endlich der Durchbruch. Man hatte sich zunächst mündlich geeinigt. Jetzt wurde im Rathaus die Vereinbarung unterzeichnet.

Kein „Hurra“-Gefühl
Zum „Hurra schreien“ ist nach der Einigung dem BI-Sprecher Christian Rittner allerdings nicht zumute. „Ein Kompromiss ist eben ein Kompromiss“, betont er. Von ihren Maximalforderungen musste die Bürgerinitiative schon ein wenig abrücken. Dennoch ist er mit dem Ergebnis zufrieden. „Uns war es wichtig, dass wir uns nicht länger im Kreis drehen, sondern etwas zu Papier bekommen.“ Von den drei platzrundenfreien Tagen sind zwei, nämlich der Sonntag und der Montag übrig geblieben. Die machen, nach Einschätzung Rittners, immerhin fast zwei Drittel aller Starts und Landungen aus. Zudem sind Platzrunden an Feiertagen generell tabu.

Um 19 Uhr ist Schluss
Dass man wie bisher von Sonnenaufgang bis zum sogenannten „bürgerlichen“ Sonnenuntergang den Platz nutzen kann, auch das ist jetzt Geschichte. Um 19 Uhr wird der Betrieb eingestellt. Erlaubt sind danach nur noch Landungen, Überlandflüge oder Flüge, die länger als 30 Minuten dauern. „Wir wollten eigentlich, dass bereits ab 18 Uhr Schluss ist“, sagt Rittner. Die Stunde mehr war aus BI-Sicht ein notwendiges Zugeständnis an die Flugschule. Flexibilität zeigte die BI auch bei der Zahl der Flugbewegungen. An der magischen 7.000-Marke wird nicht mehr festgehalten. In der Hoffnung, dass durch die jetzt vertraglich festgelegten Einschränkungen die Zahlen ohnehin auf ein erträgliches Maß zurückgehen werden. „Man muss aber beobachten, ob sich der Flugverkehr nicht auf die verbleibenden fünf Tage konzentriert.“

Ein Beirat wird gegründet
Dann könne und müsse man nachjustieren, sagt Rittner. Ein Beirat wurde ins Leben gerufen, dem die Vorstände der drei Flugsportvereine, jeweils ein Vertreter der Flugschule und der Stadt, sowie drei BI-Mitglieder angehören werden. In diesem Gremium, das sich turnusmäßig treffen wird, werden die Entwicklungen rund um den Flugplatz besprochen und, falls notwendig, korrigierend eingegriffen. Am 22. September wird der Beirat zum ersten Mal tagen. Zudem wird auf der Homepage des Oberpfälzer Modellfliegerclubs (OMC) ein Beschwerdemanagement für die Bürger eingerichtet.

Lange und kontroverse Diskussionen
„Es waren lange und kontroverse Diskussionen“, lässt Bürgermeister und Runder-Tisch-Initiator Lothar Höher die vielen Gesprächsrunden Revue passieren. Hauptknackpunkt sei dabei die Reduzierung der Anzahl der Flugbewegungen gewesen. „Ich bin
jetzt glücklich darüber, dass wir nach langem Ringen einen Kompromiss gefunden haben“, ist er sichtlich erleichtert. Der Druck sei mittlerweile aber so groß gewesen, dass eine Einigung erzielt werden musste. Seit 1. Juli ist die Einigung in Kraft. Und sowohl Höher als auch Rittner können bereits feststellen: Der Fluglärm hat hörbar nachgelassen.

Behalten oder verpachten?
Wie geht es aber generell mit dem Flugplatz, der der Stadt gehört, weiter? Immerhin wird für heuer ein Defizit von rund 190.000 Euro erwartet. „Ein Oberzentrum wie Weiden sollte ihn behalten“, findet Höher. Eine Alternative wäre, ihn zu verpachten. Die Verwaltung werde diese Möglichkeit prüfen, sagt er. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat.

So sieht die Einigung aus:

  • Kein Platzrundenverkehr an Sonn- und Feiertagen sowie am Montag. Erlaubt sind an diesen Tagen nur Flüge von oder zu anderen Flugplätzen oder Flüge länger als 30 Minuten.
  • Tägliches Betriebszeitende um 19 Uhr. Erlaubt sind nur noch Landungen, Überlandflüge oder Flüge länger als 30 Minuten. Es findet kein Platzrundenverkehr mehr statt.
  • Eigenstarts und Schleppstarts von Segelflugzeugen sowie Landungen von Segelflugzeugen bleiben erlaubt.
  • Die Flugleitung gibt die beschlossenen Einschränkungen an flugplatzfremde Flieger und an die Piloten weiter, die nicht durch den Aero Club, den OMC oder die Flugschule Moll vertreten sind und bittet um strikte Einhaltung.
  • Auf der Homepage des OMC wird ein Beschwerdemanagement eingerichtet, das noch genauer definiert werden muss.
  • BI und Flieger gründen unter Beteiligung von Bürgermeister Lothar Höher einen Beirat, der anhand der offiziellen Start- und Landelisten die Beschlüsse in sinnvollen Zeitabschnitten überwacht.

Quelle: ‚Oberpfalz-Echo‚.

Flughafen Bozen – Albtraum seit bald 100 Jahren

Es ist und bleibt ein wehleidiges Thema für den Süden Südtirols: der Flughafen. Nicht nur, dass die Flieger der Skyalps immer öfter abheben, auch der Lärm durch die Privatjets nimmt zu. Und die Militärhubschrauber dröhnen sowieso Tag wie Nacht über die Köpfe der schon übermäßig belasteten Bewohner. Der Albtraum eines Jahrhunderts.

Wo ist Corona, wenn man es braucht…?! Nein, so zynisch will der Bürgermeister von Pfatten, Elmar Oberhofer, nun doch nicht sein: „Doch gerade der Lockdown hat eines gezeigt, nämlich wie fein es ist, wenn all die Störfaktoren wegfallen.“ Der Transitverkehr, oder vielmehr -Stau auf der Autobahn, das Getöse aus dem Safety Park, das Rattern der Eisenbahn oder eben der Flughafenlärm, um nur einige, „wenig nachhaltige Strukturen zu nennen, die im Gebiet südlich von Bozen konzentriert sind“, bringt es Giovanni Seppi, Vizebürgermeister von Leifers, auf den Punkt. Nicht zu vergessen: den Verbrennungsofen.

Flüge haben sich versechsfacht
Bozens Süden ist geschädigt durch diese Belastungen, ein Ende nicht in Sicht. Im Gegenteil: Am Flughafen Bozen basteln die Inhaber der Fluggesellschaft ABD an einer Ausweitung des Angebots, noch mehr Destinationen, noch mehr Flüge, noch mehr Lärm und Dreck. Dabei hat sich die Anzahl 2022 mit 1.193 Flügen von Jänner und August in Bezug auf den Flugbetrieb von Vor-Corona bereits versechsfacht. „Der Flughafen ist für die Bevölkerung ein wehleidiges Thema“, weiß Seppi, der mit allen Mitteln gegen einen Ausbau gekämpft hat und mit Schadensersatzklagen zum Einlenken gebracht werden sollte. Dieses Unheil begann vor bald 100 Jahren.

Militär kann tun, was es will

  • 1926 vom Militär errichtet, gab es in den Dreißigerjahren ab Bozen Flugverbindungen nach München oder Mailand. Danach war lange nichts mehr, außer Hobby- und Segelfliegerei und die Militär-Hubschrauber.
  • 1999 kamen wieder die ersten Linienflüge, die Fluggesellschaften wechselten einander ab – mit mageren Ergebnissen. Das Land gab viel Geld für Ausbau, Erhalt und Unterstützung der diversen Fluglinien aus: rund 100 Millionen Euro in den Jahren 1997 bis 2013.
  • 2016 stoppte die Bevölkerung den Entwicklungsplan des Landes für den Flughafen per Volksentscheid: 70,6 Prozent stimmten mit Nein.

Allen rechtlichen Bedenken, allen Eingaben beim Rechnungshof, allen politischen Einwänden und Entscheidungen zum Trotz wurde die Landebahn unbegreiflicherweise verlängert und seit 17. Juni 2020 starten und landen dort die Flugzeuge der Skyalps, einem privaten Betrieb, auf den die Politik keinerlei Einfluss mehr hat.

13’352 zusätzliche Störenfriede pro Jahr
Die Dashs mit ihren sechs Meter hohen Propellern gelten als „leise Maschinen“. „Die Bemühungen, den Fluglärm zu reduzieren sind da, das muss man anerkennen“, gibt Seppi zu. Dafür komme aber das Problem mit den Privatjets hinzu. „Diese kleinen Passagierjets stören sehr. Sie fliegen vor allem morgens und abends“, weiß Seppi von zahlreichen Klagen. Hinzu kommen Sportflieger und die Propellermaschinen für die Segelflieger. Die so genannte kommerzielle Luftfahrt verzeichnete 2021 unglaubliche 13.352 Flüge. Und das ist noch nicht alles.

Horrorlärm durch Militärflüge, sogar nachts
„Wenn eines empfindlich auffällt, dann sind es die Militärhubschrauber, die einen Höllenlärm verursachen. Vor allem die Nachtflüge sind unzumutbar“, wettert Pfattens erster Bürger Elmar Oberhofer. Zwar hatte das Land mehrfach Regelungen erlassen, um den „Verkehr mit motorbetriebenen Luftfahrzeugen zum Zwecke des Umweltschutzes“ auch im Bozner Talkessel einzugrenzen. Eine Einschränkung für das Militär wurde von Staatsseite jedoch ein um das andere Mal ausgehebelt: Will heißen, die Hubschrauber, die im Besitz von Militär, Carabinieri und Finanzwache sind, haben allzeit uneingeschränkte Flugerlaubnis. „Das geht phasenweise. Mal ist viel los, mal wieder weniger und keiner weiß je wann und warum“, beanstandet Pfattens Bürgermeister.

150’000 Bürger finden kein Gehör
Der Leiferer Vize-Bürgermeister fordert einmal mehr einen gemeinsamen Tisch, „bei dem die Bedenken der Bevölkerung zur Sprache kommen und die Zukunftspläne offengelegt werden sollen.“ Betroffen sind schließlich die Städte Bozen und Leifers, das Unterland und die Großgemeinde Eppan – insgesamt um die 150.000 Menschen. Nach bald hundert Jahren Flugbetrieb ist der Bozner Flughafen vor allem eines: ein Paradebeispiel für das komplette Versagen auf landespolitischer Ebene. Wenn die Mehrheit die Macht verliert und nichts (mehr) zu sagen hat, gibt es auch kein Erwachen aus diesem Albtraum. Quelle: ‚UnserTirol24‚.

Neue, ringförmige Propeller

Luftfahrt ist laut. Das ist seit 120 Jahren und dem ersten Mo­tor­flug der Brüder Wright eine Tatsache. Denn Propeller und später Düsen sind eine laute und teils sogar ohrenbetäubende Angelegenheit. Doch zumindest für Propeller bahnt sich eine kleine Revolution an. Drohnen sind in den vergangenen Jahren immer populärer geworden und liefern uns spektakuläre Aufnahmen von Städten und auch der Natur. Doch gerade im zweiten Fall hat das einen Haken. Denn wer eine Drohne in der Stille der Natur aufsteigen lässt, der merkt das sofort. Grund dafür ist natürlich der hochfrequente Lärm der Propeller, der in der Lage ist, jede Idylle nachhaltig zu stören.

Lautloses Fliegen rückt näher
Doch nun hat ein Team des Lincoln Laboratory des Massachusetts Institute of Technology (MIT) einen Propeller entwickelt, der nahezu lautlos arbeitet (via New Atlas). In einem Video erläutert Thomas Sebastian, Forscher bei der Structural and Thermal-Fluids Engineering Group des MIT, dass er eigentlich an einem anderen Projekt beschäftigt war, nämlich einem Ionen-betriebenen Flugzeug. Dieses hat praktisch keine beweglichen Teile und ist damit nahezu lautlos. Hierfür benötigte Sebastian einen Weg, um diese neue Technologie mit einem Propeller vergleichen zu können. Doch das Problem war eben, dass diese sehr laut sind. Also haben Sebastian und sein Team nach Wegen gesucht, ob und wie man den Propeller diesbezüglich verbessern könnte. Hierzu warf man einen Blick in die ferne Vergangenheit der Luftfahrt, als man mit ringförmigen Flügeln experimentierte.

3D-gedruckte Ringe als Lösung
Tatsächlich war das ein vielversprechender Ansatz und man baute toroidale bzw. ringförmige Propeller. Damit gelang es, die Verwirbelungen signifikant zu minimieren. „Wir hatten die Idee, eine ringförmige Flügelform zu verwenden, um hoffentlich einen leiseren Propeller zu erhalten“, so Sebastian. „Ein Praktikant von mir, der einfach phänomenal war, hat diese Idee weiterverfolgt. Er nahm das Konzept und erstellte eine Reihe von Iterationen mit 3D-Druckern.“ Entscheidend dabei war es, die vom Propeller erzeugten Wirbel über die gesamte Form des Propellers zu verteilen und nicht nur an der Spitze. Sebastian: „Das führt dazu, dass er sich in der Atmosphäre schneller auflöst. Der Wirbel breitet sich nicht mehr so weit aus, sodass man ihn seltener hört.“ Das Erstaunliche daran: Die neuartige Propellerform hatte auch keinen Nachteil beim erzeugten Schub. Im Gegenteil: Das bisher beste Design mit der Nummer B160 war nicht nur wesentlich leiser als ein herkömmlicher Propeller, sondern auch leistungsstärker – und das, obwohl die Entwicklung und Optimierung der toroidalen Propeller noch nicht abgeschlossen ist.

Ganz ohne Nachteile kommen die neuen Propeller aber auch nicht aus, denn deren komplexere Form ist schwerer herzustellen. Hier kann und wird aber 3D-Druck helfen, so die Forscher. Das gilt übrigens nicht nur in der Luft, sondern auch im Wasser (wo damit bereits länger gearbeitet wird), auch dort kann die Geräuschentwicklung signifikant reduziert werden. Quelle: ‚Winfuture.de‚.