Schlagwort-Archiv: Weiterbildung

Peak Soaring – „so geht Segelfliegen heute“

Autor Ernst Willi

Seit Jahrzehnten nehme ich in der kühleren, fast segelflugfreien Jahreszeit die Klassiker von Kalckreuth, Reichmann und Brigliadori zur Hand und tröpfle sie als mentales Training in meine Saison-Vorbereitung ein. Die Mischung aus Vorfreude auf eine in Bälde beginnende Saison, Einblicke in das gebündelte Know-how der besten Segelflug-Kenner der Geschichte und ein feines Glas Rotwein gehören zur traditionellen Vorbereitung meiner ersten Flüge.

Ausgewogene Mischung

Nun ist ein neuer Klassiker dazugekommen. Ich bin überzeugt, dass Benjamin Bachmaiers Standardwerk künftig ein fester Bestandteil meiner spätwinterlichen Saison-Vorbereitung sein wird. «Peak Soaring» ist dank seines dichten Inhalts, moderner grafischer Gestaltung, der beigelegten Zusatzkarte zum detaillierten Nachschauen beschriebener fliegerischer Abenteuer für Pilot/-innen, die das erste Mal die Alpen erkunden ebenso wie für erfahrenere Segelflieger/-innen, die ihr Wissen vertiefen wollen, ein wichtiges Standardwerk.

Passend zu den beschriebenen Flugabenteuern legt der Viento-Verlag dem Buch von Benjamin Bachmaier eine Karte zum nachschauen der geflogenen Routen oder als allgemeine Orientierungshilfe in den Alpen bei.

Sprachlicher Zauber

Natürlich ist es eine Zumutung für einen Autor wie Benjamin Bachmaier, wenn ein Dritter sein 500-Seiten-Werk, in das er sein geballtes und über Jahre intensiven Segelfliegens gesammeltes Wissen steckt, in wenigen Zeilen als Buchbesprechung einzuordnen versucht. Hier kann ich allerdings nicht anders, als vergnügliche Begeisterung zu zeigen: Nur schon Benjamin Bachmaiers Schreibstil ist eine Seltenheit. Der dicke Wälzer ist wunderbar geschrieben. Ein sprachlicher Zauber liegt wie Feenstaub auf allen Druckbögen. Das Talent, Wesentliches im Fokus zu behalten und es einfach-spannend, physikalisch-technisch korrekt und trotzdem leichtfüssig zu beschreiben, macht ihn aus. Ein Beispiel für sprachliche Höhenflüge ist das Kapitel «Wir und unser Wind». Es ist ein Genuss, die fein gedrechselten Texte zu lesen. Schon nach wenigen Sätzen ist man «hin und weg».

Roter Faden

Manches ist neu für mich , etwa die ausführlich beschriebenen «thermischen Hitzetiefs» und ihre dazu gehörenden «Absink-Hochs» – aber sie helfen beim Erklären bisher diffuser praktischer Erfahrungen. Sie spüren: Nicht alles habe ich gleich beim ersten Durchlesen verstanden; spätestens beim dritten Mal und nach einem Griff zurück in die ersten Seiten stellt sich aber ein «Aha-Effekt» ein. Dort finden die Leser/-innen Grunddefinitionen der Begrifflichkeiten und einen Meteo-Crashkurs, damit alle präzise verstehen, was sie gerade lernen. Diese Elemente sind Teil eines inhaltlichen Konzeptes mit einem roten Faden, der verlässlich durch das Werk führt und für eine abwechslungsreiche Mischung aus Theorie und praktischen Erlebnissen sorgt.

Doppelseite aus „Peak Soaring“. Üppige Illustrationen und zahllose Randbemerkungen (sog. Marginalien) erzeugen zusammen mit dem leichtfüssig formulierten Inhalt eine hohe inhaltliche Dichte.

Inhaltliche Dichte

Mit Benjamins Sprache, geschickt platzierten grafischen Elementen wie reichhaltigen Illustrationen und ausführlichen Randbemerkungen erreicht «Peak Soaring» eine Dichte, die für ein schnelles Durchfliegen der Seiten hoch ist. Man muss sich für dieses Werk etwas Zeit gönnen – aber wie eingangs erwähnt, darf man Benjamins Werk durchaus immer wieder konsultieren, neue Entdeckungen warten auch nach mehrmaligem Durchlesen sozusagen hinter jedem Umblättern.

«Peak Soaring» ist ideal für Pilot/-innen, die ihrem Segelflug-Können mehr Tiefe verleihen oder die Alpen Frankreichs, der Schweiz und Österreichs genauer erkunden wollen.

-> Bestellen können Sie Peak Soaring hier.

Fluglehrer-Weiterbildungskurs 2025

Vom 1. bis 5. September 2025 findet der Fluglehrer-Weiterbildungskurs des Motorflug-Verbandes der Schweiz statt.

Startort: Flugplatz Birrfeld.
Kosten: CHF: 1’950.–

Darin sind folgende Leistungen inbegriffen:

  • Flugkosten (ca. 9 Std.)
  • Landetaxen und Gebühren
  • Instruktionskosten
  • Kursmaterial
  • Unterkunft und Verpflegung

-> Anmeldung.

Trainerfortbildung in Oerlinghausen

Jetzt anmelden für die Trainerfortbildung in der Segelflugschule Oerlinghausen vom 1. bis 3. November.

Themen:

  • praktische Umsetzung eines Trainingslagers von der Eingangsdiagnostik bis zum Monitoring (Gerrit Feige, Christian Lang, Wolli Beyer)
  • Sportwissenschaft und Vitalstoffmedizin, u. a. mentale und psycho-physische Fitness = ausgewogene Stressresilienz durch Mikronährstoffe (Prof. Dr. Elmar Wienecke)
  • „Fit durchs Leben“/ Corepower – funktionelles Training (Meinolf Krome, Sportwissenschaftler, Ausbilder Functional Core Training, Rückentrainer)
  • Streckenflug- Integration in die Vereine
  • Neue Konzepte zur Mitgliederbindung Quelle: ‚DAeC‚.

-> Anmeldung.

Fluglehrer-Weiterbildungskurs 2023

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt führte bis zum Jahr 2000 regelmässig Weiterbildungs-Kurse (Berufs-Fluglehrer-Kurs) durch. Mit der Einführung von JAR wurden diese Kurse damals nicht mehr angeboten. Der MFVS schliesst nun diese Lücke und bietet praktische Weiterbildungskurse an, welche durch den Bund mit Geldern aus der Spezialfinanzierung Luftfahrt (BV86) unterstützt werden. In diesem Jahr wird ein Kurs mit max. 10 Teilnehmern und 5 Flugzeugen angeboten.

Der Kurs 2023 findet wie folgt statt:

Datum des Kurses 2023: 28. August – 1. September 2023
Startort: Birrfeld
Kursbeginn: 28. August 2023, 08:30 Uhr

Themen:
– Weiterbildung und Refresher auf anspruchsvollen Schulflugzeugen (VP, RG, EFIS)
– Human Performance (das Fluglehrer – Schüler Verhältnis)
– Flugverfahren, Notverfahren, Flugtaktik (in Theorie und Praxis)
– Gebirgsflug (sicheres Fliegen im Gebirge in Theorie und Praxis)
– Navigation im Ausland (fliegen in schwierigen Wetterverhältnissen, weniger bekannte Flugplätze in Theorie und Praxis)

Kosten:
CHF 1‘950.– (Die Rechnung ist vor Kursbeginn zu bezahlen)

Inbegriffen: In diesen Kosten sind folgende Leistungen inbegriffen: Flugkosten (ca. 9 Std.), Landetaxen und Gebühren, Instruktionskosten, Kursmaterial Unterkunft und Verpflegung. Infolge der durch den Bund ab 2022 reduzierten Beiträge, ist es nur noch mit grosser Mühe gelungen die Finanzierung auf die Beine zu stellen. Der Motorflug -Verband der Schweiz, hat beschlossen, den ausgeschriebenen Kurs finanziell so weit zu unterstützen, dass dieser durchführbar wird.

Zulassungsbedingungen: Zugelassen sind CH-Fluglehrer und Class Rating Instruktoren (SEP), welche ihre Tätigkeit in einer CH-Flugschule ausüben. Die Teilnehmer sollten eine Flugerfahrung von mindestens 500 h als PIC, wovon mindestens 200 h Ausbildungserfahrung (entsprechend den EASA Anforderungen an Instruktoren für die höhere Flugausbildung von Berufspiloten) mitbringen.

Pro Kurs werden maximal zehn Teilnehmer zugelassen, es gilt die Reihenfolge der Anmeldungen. Als Instruktoren stehen die erfahrensten FII der Schweiz zur Verfügung. Die An- und Abreise zum Kursort und die Versicherung ist Sache der Teilnehmer. Die Anmeldung hat mit Anmeldeformular bis spätestens 3. Juli 2023 zu erfolgen.

Ü25-Streckenfluglager in Aalen

Vom 2. bis 9. Juli bietet der BWLV wieder sein Streckenflug-Trainingslager an. Es richtet sich speziell an Pilotinnen und Piloten, die nicht mehr zur ganz jungen Gruppe der Segelflieger gehören.

Willst du ein/e ambitionierte/r Streckenflieger/in werden und möchtest du deinen segelfliegerischen Horizont erweitern? Der Flugplatz Aalen/Elchingen (EDPA) liegt im Thermikparadies von Süddeutschland und bietet die besten Voraussetzungen für große und erlebnisreiche Streckenflüge. Erfahrene Trainer des BWLV vermitteln dir beim Ü25-Streckenflug-Trainingslager die Grundlagen und das Fine-Tuning für den Streckensegelflug.

Termin: Sonntag, 2. Juli, bis Sonntag, 9. Juli 2023
Die Anreise ist am Samstag, 1. Juli 2023, möglich

Ort: Verkehrslandeplatz Aalen/Elchingen (EDPA)

Programm und Angebot:

  • Flugplatz mit F-Schlepp
  • Einführung in die Besonderheiten verschiedener Fluggebiete
  • Strecken- und Geschwindigkeitsoptimierung
  • Meteorologische Streckenflugplanung
  • Individuelle Trainingsflüge im Doppelsitzer mit Trainer
  • Fliegen in Gruppen von zwei bis drei Flugzeugen mit definierter Aufgabenstellung

Voraussetzungen:

  • Segelfluglizenz
  • mindestens 50 Stunden nach Scheinerhalt
  • mindestens 150 Kilometer Flug im Einsitzer geflogen
  • F-Schlepp-Berechtigung und Erfahrung
  • Flugzeug und Helfer/in sind mitzubringen
  • Für Flüge mit Trainer im Doppelsitzer: Mindestens drei Jahre Mitgliedschaft bzw. drei Jahresbeiträge im Förderverein für Strecken-und Wettbewerbssegelflug Baden-Württemberg (SBW)
  • Teilnahme am „BWLV-Streckenflugseminar“ von Karl Eugen Bauder wünschenswert

Kosten:

  • Lehrgangsgebühr 250 Euro, inklusive. Flugplatznutzungs- und Abstellgebühr
  • F-Schlepps, Landegebühren und Campingkosten werden nach aktueller Preislage abgerechnet

Anmeldung:
Bis 15. Mai 2023 über die Verwaltungssoftware Vereinsflieger.de: Nach dem Einloggen in den Vereinsflieger zum Menüpunkt „Verband“ und dann zum Untermenüpunkt „Seminarangebote“ durchklicken. Dort findet sich das Fluglager unter „Ü25-Streckenflugtrainingslager. Quelle: ‚BWLV‚.

Das Streckenflug-Nachwuchs-Programm GliderCup

Seit 2009 führt der Flugplatz Schänis den GliderCup durch. Die an sechs Tagen pro Saison stattfindende Veranstaltung ist eine begleitete Einführung in den Streckenflug, bei der Nachwuchs-Piloten mit einem „Streckenfuchs“ oder Fluglehrer auf dem hinteren Sitz die Region ausserhalb des gewohnten „Flugplatz-Trichters“ erkunden können.

Andrang beim morgendlichen Briefung und bei der Flugzeugverteilung, die gleichzeitig auch die Teams für die Doppelsitzer-Besatzungen definiert.

Besser einfach, einfach besser…
Seit 2009, dem ersten Durchführungsdatum gelten unverändert folgende Ziele: Mehr fliegen, mehr Spass beim Fliegen, mehr gemeinsam erleben, mehr lernen sowie Logger & Co. sicher bedienen können. Die GliderCup-Spielregeln haben auch im 13. Durchführungsjahr noch auf einem Blatt A4 Platz. Gleichzeitig gelten folgende Grundsätze:

  • Sicherheit: die Aufgaben werden so gewählt, dass sie ohne zusätzliches Risiko oder Zeitdruck geflogen werden können. Der Spass am gemeinsamen ‚Erlebnis Segelfliegen’ ist wichtiger.
  • GliderCup-Flugtage sind ein gesellschaftlicher Anlass; abends findet deshalb ein gemeinsames Nachtessen im Flugplatz-Restaurant statt.
  • GliderCup-Teilnehmer haben keinen Vorrang bei der morgendlichen Flugzeugverteilung und sie geniessen keine Start-Priorität.
  • GliderCup-Aufgaben sind so gewählt, dass man sie auch um 14.00 Uhr noch fliegen kann.
  • Im Doppelsitzer-Team erhalten beide Piloten dieselben Punkte.
  • Um den Umgang mit Segelflug-Planungs-Software und Moving-Map-Systemen zu erleichtern, wird ein Theorie-Abend abgehalten, bei dem ein erfahrener Segelflug-Lehrer auch in die Grundsätze des Alpen-Segelfluges einführt.
  • Der Aufgaben-Katalog ist in den Moving Map-Systemen der Clubflugzeuge gespeichert, damit GliderCup-Teilnehmer/innen die gewünschte Aufgabe einfach aktivieren können.
Beim GliderCup lernen die Teilnehmer/innen, auch mit ungewöhnlichen Bedingungen klarzukommen – hier an einem feuchtlabilen Flugtag mit einer 300-km-Flugaufgabe von Schänis an den Fernsteinsee, nach Zernez im Engadin und zurück an den Ausgangsort.

Standard-Aufgaben-Katalog, einfache Spielregeln
Aus dem im Internet veröffentlichten Aufgabenkatalog von 21 Flugaufgaben wählt der Tages-OK-Chef beim Briefing um 09.00 Uhr eine Flugaufgabe aus. Ein qualifiziertes «moving map-Care team» steht zur Verfügung, das den Teilnehmer/innen beim Programmieren der Aufgabe hilft. Diese wird so gewählt, dass auch ein ‚Rookie’ gute Chancen hat, sie zu vollenden. Startstress wird so vermieden, weil die Aufgabenlänge es zulässt, auch um 14.00 Uhr den Flug noch fliegen. Bei Doppelsitzer-Teams erhalten beide Piloten gleiche Punkte, wenn sie die Aufgabe erfüllt haben. Das hilft, dass erfahrene Streckenfüchse ihr fliegerisches know how in lockerem Rahmen an weniger erfahrene Pilot/innen weitergeben.

Sechs Wertungstage, zwei Reservetage, vier Wertungen
Für die Jahreswertung zählen die vier besten erflogenen Tagesränge. Wie im Automobilrennsport erhalten die ersten acht Rangierten zwischen 10 und 1 Punkt pro Wertungstag gutgeschrieben. Damit bleibt während der Saison eine gewisse Spannung erhalten. Alle Teilnehmer/innen können sich auf ein Souvenir freuen, das am Schlusstag abgegeben wird.

Der GliderCup ist auch ein gesellschaftlicher Anlass
Der soziale Aspekt spielt beim GliderCup ebenfalls eine Rolle. Für den Austausch der gemachten Flug-Erfahrungen findet abends ein gemeinsames Essen statt. Das OK bemüht sich, die Flugaufgaben so auszuschreiben, dass bis zum Debriefing alle PilotInnen zurück sein können. Danach werden gemeinsame Erlebnisse ausgetauscht, beim Fachsimpeln lernen alle TeilnehmerInnen, wie man es auch noch hätte machen können. Dank einer einfachen Auswertung stehen noch am gleichen Abend die Resultate fest und die schnellsten sowie die langsamsten Piloten stellen jeweils ihre gemachten Erfahrungen vor.

Gelegentlich sorgt(e) ein junges Musiker-Duo für musikalische Unterhaltung der «Streckenflug-Helden».