Schlagwort-Archive: Luftraum

Flugwetter, -Karten, Webcams & Cie.

Wissen Sie, dass auf flieger.news für die Flugvorbereitung ein umfangreiches Informations-Angebot kostenlos für Sie bereitsteht? Sie finden hier die wichtigen Flugwetter-Informationen, Notam’s, die aktuellen DABS, METAR, TAF, kostenloses Kartenmaterial zum Download und eine grosse Zahl von Panorama-Webcams.

Berlin: DFS meldet häufige Luftraumverletzungen

Wichtiger Hinweis für alle Luftsportler: Die Deutsche Flugsicherung (DFS) informiert, dass es im Berliner Luftraum um Strausberg und Schönhagen immer noch zu einer großen Anzahl von Luftraumverletzungen kommt. Außerdem liegt ein Vogelschutzgebiet im Westen und Nordwesten von Schönhagen (SFC-2000 AGL). Bereits seit zwei Jahren sind die Lufträume auf der ICAO Karte eingezeichnet, vor allem die angehängten C(HX) im Westen und Osten müssen beachtet werden. Während der Flugvorbereitung müssen Piloten zudem tagesaktuelle Aktivierungen im Hinblick auf die HX-Regelung berücksichtigen. Nützliche Frequenz für Informationen und Freigaben: Langen Information auf 132,650 MHz. Quelle: ‚DAeC‚. Kostenloses Kartenmaterial allgemein. Karten Deutschland.

Suzuki will Luftraum als Geschäftsfeld erschließen

Um neue Mobilitätslösungen zu entwickeln, beteiligt sich die Suzuki Motor Corporation an SkyDrive Inc. Das japanische Unternehmen ist auf die Entwicklung von Frachtdrohnen und fliegenden Autos spezialisiert. Bereits im März 2022 sind SkyDrive und Suzuki eine Partnerschaft eingegangen, um die Entwicklung von Frachtdrohnen und fliegenden Autos voranzutreiben. Diese Zusammenarbeit werde nun vertieft, um gemeinsam mit anderen beteiligten Unternehmen an weiteren Mobilitätslösungen der Zukunft zu forschen, wie das Unternehmen mitteilt.

Suzuki sei dabei auch unmittelbar in die Entwicklung neuer Technologien und Produktionsabläufe involviert und im Rahmen der Kooperation beispielsweise für die Themen Gewichtsreduktion und Elektrifizierung sowie Großserienfertigung und Geschäftsentwicklung für verschiedene Märkte verantwortlich.

Neben den drei Produktbereichen Automobile, Motorrad und Marine wolle Suzuki damit künftig auch den Luftraum als Geschäftsfeld erschließen mit dem Ziel, Individualverkehr und umweltfreundliche Mobilität miteinander zu verbinden.

„Die Entwicklung innovativer Technologien war schon immer ein großes Anliegen von Suzuki. Frachtdrohnen und fliegende Autos sind längst keine Utopie mehr und somit ist Suzukis Investition in SkyDrive ein weiterer Schritt in die Mobilität der Zukunft“, so Roland Pfeiffenberger, MBA, Managing Director Suzuki Austria. Quelle: ‚Auto & Wirtschaft‚.

Kampfjets begleiten Flugzeug aus Schweizer Luftraum

Die bekannten Fakten:

  • Die Schweizer Luftwaffe hat am Sonntagvormittag ein niederländisches Propellerflugzeug im Schweizer Luftraum nach Italien begleitet.
  • Die Maschine des Typs PC12 aus dem Stanser Flugzeugwerk Pilatus hatte keine Funkverbindung. Man gehe von einem Pilotenfehler aus, so die Schweizer Armee.
  • Bei der Aktion kam es zu Überschallknallen.

Kurz vor 11:00 Uhr überflog das niederländische Flugzeug die Grenze bei Waldshut Richtung Schweiz. Dies teilte die Schweizer Armee mit. Die Schweiz wurde laut der Mitteilung bereits 12 Minuten vorher von den französischen Behörden informiert, dass ein Flugzeug ohne Funkverbindung im Luftraum über Colmar sei. Um 11:01 Uhr startete schliesslich eine Patrouille mit zwei F/A-18 Kampfjets in Payerne (VD), wie es in der Mitteilung weiter heisst. Die Patrouille habe das niederländische Flugzeug kurze Zeit später im Raum Samedan (GR) erreicht und den Piloten erfolgreich veranlasst, den Funkkontakt herzustellen. Das Flugzeug wurde schliesslich bis zum italienischen Luftraum westlich des Gardasees begleitet. Ein Flug ohne Funkkontakt ist gemäss Armeesprecher Daniel Reist stets mit Gefahren für die Bevölkerung verbunden. So könne die Luftverkehrsbehörde dem Piloten etwa nicht mitteilen, wenn er zu tief fliege. «Ein schnelles Eingreifen ist wichtig, damit es zu keinem Unfall kommt», so Reist. Quelle: ‚SRF‚. Bild: ‚Pilatus‚.

Liefer-Drohne sorgt für Stromausfälle

Eine Lieferdienst-Drohne von Alphabet-Tochter Wing ist im australischen Brisbane auf einer Stromleitung gelandet und hat Feuer gefangen. Das sorgte für einen Stromausfall in Hunderten Haushalten. Über 2.000 Menschen waren betroffen. Unser Alltag befindet sich in einem kontinuierlichen Wandel. Die Art und Weise, wie wir heute leben, unterscheidet sich erheblich von der von vor zehn Jahren. Ein Grund ist, dass Unternehmen ihre Prozesse kontinuierlich an neue Gegebenheiten anpassen.

Wing, ein Tochterunternehmen von Google-Mutterkonzern Alphabet, erforscht etwa die Auslieferung von Paketen per Drohnen. Doch das geht nicht immer gut, wie nun ein Fall aus Brisbane in Australien zeigt. Denn dort ist eine Drohne einer Stromleitung des lokalen Energieversorgers Energex etwas zu nah gekommen. Was folgte, war eine „vorsorgliche, kontrollierte Landung“ – wie es Wing nennt. Das sorgte jedoch für einen massiven Stromausfall. Quelle: ‚basicthinking.de‚.

Hamburger Airport wegen Drohne gesperrt

Der Luftraum am Hamburger Flughafen ist am Montagabend, 5. September, gesperrt worden – der Grund: Eine Drohne wurde am Himmel gesichtet. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Um 17.32 Uhr meldete sich ein Kapitän einer Privatmaschine bei den Beamten: Er habe in 1300 Fuß eine Drohne im Bereich des Airports gesichtet – dieser gilt für Drohnen als Flugverbotszone. Der Grenzradius: 1,5 Kilometer. Quelle: ‚Hamburger Morgenpost / MoPo‚.

Luftraum Karlsbad zwingend einhalten

Die Civil Aviation Authority aus Tschechien macht darauf aufmerksam, dass es zu mehreren Luftraumverletzungen im Bereich des Luftraums um den Flugplatz KARLOVY VARY (Karlsbad) LKKV gekommen ist. Insbesondere im westlichen und nördlichen Bereich des Luftraums „D“. An dieser Stelle reicht der angesprochene Luftraum von der Untergrenze 3500 ft, bzw. 4000 ft bis zur FL95.

Außerdem gibt es bei der HX-Regelung noch tagesaktuelle Aktivierungen, die ihr bei der Flugvorbereitung beachten müsst.

Nützliche Frequenzen für Informationen und Freigaben sind:

  • Praha Information auf 126.100 MHz oder 136.175 MHz
  • Die Freigabe zum Durchflug durch Karlovy Vary TMA oder CTR kann auf Praha Radar 118,650 MHz angefragt werden.

Bitte beachten:

  • Eine detaillierte Flugvorbereitung bei Flügen in dieses thermisch sehr gute Gebiet ist zwingend geboten. Luftraumverletzungen und eine damit einhergehende Gefährdung anderer Luftfahrzeuge müssen unbedingt vermieden werden.
  • Wichtige und kostenfreie Informationen werden von der tschechischen Behörde ebenfalls zur Verfügung gestellt:
  • grafische Form
  • Textform
  • Die Möglichkeiten, den Luftraum innerhalb der EU nach den Schengen Regeln zu nutzen, müssen nach den internationalen und ggf. auch nationalen Regeln erfolgen.

Flugbeschränkungen beim 125. Zionistenkongress

In dem vorstehend beschriebenen Gebiet mit Flugbeschränkungen sind vom 28.08.2022 06:00 Uhr UTC bis zum 29.08.2022 23:59 Uhr UTC alle Flüge einschließlich des Betriebs von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen untersagt.

Von den Flugbeschränkungen ausgenommen sind:
a) Einsatzflüge der Bundeswehr, der Bundespolizei, der Polizeien der Länder oder Flüge im Auftrag bzw. auf Veranlassung der Polizei,
b) Flüge im Rettungs- und Katastrophenschutzeinsatz,
c) Flüge von Staatsluftfahrzeugen mit dem Bezug zum Besuch des Zionistenkongresses,
d) Flüge ausschließlich nach Instrumentenflugregeln mit Start-/Zielflughafen Basel-Mulhouse und Zürich (Wechselverfahren sind nicht erlaubt), die die ICAO-Standards nach Annex 17 (Sicherung der Internationalen Zivilluftfahrt gegen rechtswidrige Eingriffe) bzw. der Verordnung (EG) Nr. 300/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2008 erfüllen,
e) Flüge ausschließlich nach Instrumentenflugregeln in FL080 oder höher (Wechselverfahren sind nicht erlaubt), die die ICAO-Standards nach Annex 17 (Sicherung der Internationalen Zivilluftfahrt gegen rechtswidrige Eingriffe) bzw. der Verordnung (EG) Nr. 300/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2008 erfüllen,
f) Flüge von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen in einer Entfernung von mehr als 10NM von 47 33 15 N 007 35 24 E unter Berücksichtigung der Regelungen des §21h LuftVO und sofern eine Flughöhe von 120m über Grund nicht überschritten wird.

Unter Wechselverfahren versteht man all die Flüge, die ganz oder teilweise nach Sichtflugregeln durchgeführt werden (Y- und Z-Flugpläne). Trainingsflüge sowie Foto- und Vermessungsflüge (auch nach Instrumentenflugregeln) sind nicht erlaubt. Alle berechtigen Ein-, Aus- oder Durchflüge sind bei Flügen nach Sichtflugregeln vorab bei der Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg anzumelden. Das Verfahren und die Erreichbarkeiten werden durch die Polizei den entsprechenden Stellen gesondert mitgeteilt. Während des Aufenthalts im Gebiet mit Flugbeschränkungen ist eine dauernde Hörbereitschaft auf der Frequenz 135,600 MHz („Police Info“) aufrechtzuerhalten.

Durchfluggenehmigungen nach §17 LuftVO werden nicht erteilt. Quelle: ‚BWLV‚.

Wichtige Passage versperrt

Seit Dezember 2021 ist die Obergrenze des Luftraumes um den Gran Paradiso auf 4500m AMSL angehoben. Sie war zuvor auf 1’000 m Grund festgesetzt. Damit ist der klassische und oft benutzte Durchgang vom Modane- ins Aosta-Tal entlang der häufig auftretenden Konfluenz versperrt.

Über den Umweg via das Valgrisenche ist der Mont Fallère auf der Nordseite des Aostatals allerdings immer noch erreichbar. Quelle: ‚Reinhold Müller / eDabs‚.

Airprox zwischen Verkehrs- und Motorflugzeug

Kurzdarstellung
Am späteren Nachmittag des 13. Oktober 2019 befand sich ein Verkehrsflugzeug der British Airways mit dem Flugplankennzeichen BAW14R im Anflug auf den Flughafen Zürich und wurde hierzu von der zugehörigen Anflugleitstelle unter Radarführung auf den Endanflug geführt. Zur gleichen Zeit befand sich ein vierplätziges Motorflugzeug, eingetragen als HB-NCB, westlich des Flughafens Zürich auf einer Flughöhe unterhalb des Nahkontroll-Bezirkes auf nördlichem Kurs unterwegs nach dem Flugplatz Donaueschingen (EDTD).

Nach einer Sinkflugfreigabe auf die innerhalb dieses Sektors des Nahkontrollbezirkes niedrigste Flughöhe für einen IFR-Flug wurde der Flugverkehrsleiter auf seinem Radardisplay auf ein unbekanntes Flugzeug aufmerksam, das sich im Steigflug der BAW14R näherte. In der Folge gab das bodenseitige Konfliktwarnsystem eine diesbezügliche Warnung aus, worauf der Flugverkehrsleiter die Besatzung der BAW14R anwies, nach rechts auf einen Steuerkurs von 120 Grad zu drehen. Die beiden Flugzeuge kreuzten sich in einer Distanz von 1.2 NM mit einem Höhenunterschied von 425 ft und setzten in der Folge den Flug an ihren Bestimmungsort ohne weitere Ereignisse fort.

Ursachen
Die gefährlichen Annäherung zwischen einem Verkehrsflugzeug und einem Motorflugzeug ist darauf zurückzuführen, dass der Pilot des Motorflugzeuges ohne Bewilligung der Flugverkehrsleitung im Steigflug in den Luftraum des Nahkontroll-Bezirkes einflog.

Verlauf
Um 15:30:45 UTC erteilte der FVL der Besatzung der BAW14R eine weitere Sinkflugfreigabe auf 6000 ft QNH, was in der TMA 6 die niedrigste Flughöhe für einen IFR-Flug darstellte. Wenige Sekunden später wurde der FVL durch die VFR Display Priority (VDP)4 auf seinem Radardisplay auf ein Flugzeug aufmerksam, das um 15:31:01 UTC die Flughöhe von 5500 ft im Steigflug durchflog und sich auf Annäherungskurs mit der BAW14R befand. Um 15:31:25 UTC gab das bodenseitige Konfliktwarnsystem (Short Term Conflict Alert – STCA) eine erste Warnung aus.

Es handelte sich dabei um die HB-NCB, deren Pilot inzwischen auf 5700 ft QNH gestiegen war, ohne es zu merken. Sofort wies der FVL die Besatzung der BAW14R um 15:31:29 UTC an, nach rechts auf einen Steuerkurs von 120 Grad zu drehen und erteilte eine entsprechende Verkehrsinformation über das unbekannte VFR-Flugzeug. An Bord des Verkehrsflugzeuges gab es keine Warnung des Verkehrswarn- und Kollisions-Vverhinderungssystems (Traffic Alert and Collision Avoidance System – TCAS). Die beiden Flugzeuge kreuzten sich in einer Distanz von 1.2 NM mit einem Höhen-Uunterschied von 425 ft. Anschliessend erteilte der FVL der Besatzung der BAW14R eine Freigabe für eine Linkskurve auf Kurs 080 Grad, während die HB-NCB ihren Steigflug innerhalb der TMA LSZH 6 bis 6300 ft fortsetzte. Der FVL orientierte die Besatzung der BAW14R, dass er einen Rapport erstellen werde. BAW14R landete anschliessend ereignislos in Zürich, während HB-NCB ihren Flug nach Donaueschingen ohne weitere Ereignisse fortsetzte. Wie der Pilot der HB-NCB später angab, habe er mittels einer elektronischen Navigationssoftware und einer ICAO-Luftfahrkarte als Backup navigiert. Er habe das Verkehrsflugzeug nie gesehen; ebenso hatte die Besatzung der BAW14R keinen Sichtkontakt zum Motorflugzeug.

Sicherheitsempfehlungen zur Kollisionsverhütung
Hinsichtlich der an die SUST gemeldeten Luftraumverletzungen der Jahre 2018 und 2019 fällt auf, dass in etwa der Hälfte aller Fälle die Eindringhöhe in den Nahkontrollbezirk (Terminal Control Area – TMA) um den Flughafen Zürich bei weniger als 500 ft liegt. Im direkten Vergleich zu den Luftraumverletzungen der TMA um den Flughafen Genf (LSGG) ist dieser Anteil deutlich höher. Aufgrund der geringen vertikalen Segregation von 500 ft zwischen dem geführten Flugverkehr innerhalb der TMA und dem darunterliegenden Verkehr im Luftraum der Klasse E, geht mit diesen Luftraumverletzungen ein erhöhtes Risiko einer gefährlichen Annäherung (Airprox) einher, da insbesondere die Reaktionszeit für den Flugverkehrsleiter zu intervenieren und einen allfälligen Konflikt zu entschärfen, gering ist. Dieser Umstand wurde im vorliegenden Schlussbericht als systemisches Risiko (factor to risk) identifiziert, das in der Entstehung und den Verlauf des vorliegend untersuchten schweren Vorfalls jedoch keine Rolle spielte, da der Pilot der HB-NCB den Steigflug auch über einer Eindringhöhe von 500 ft ungehindert fortsetzte.

Die Zahl der Luftraumverletzungen mit Luftfahrzeugen ohne Transponder sind nicht erfasst. Sie stellen per se ein erhöhtes Risiko dar, da die auf Transponder basierten Sicherheitsnetze wie beispielsweise das TCAS oder das STCA bzw. VDP nicht zum Tragen kommen. Dieser Umstand wurde in der Untersuchung über die gefährliche Annäherung zwischen einem Gleitschirm und zwei Verkehrsflugzeugen vom 8. Mai 2013 als systemische Ursache ermittelt und es wurde darin auf die bereits als Sicherheits-Eempfehlung (SE) ausgesprochene Einführung von Transponderzonen verwiesen. Die Ergebnisse der Untersuchungen zu einer Fastkollision zwischen einem Verkehrsflugzeug und einem Segelflugzeug im Nahkontrollbezirk des Flughafens Zürich vom 11. August 2012 sowie zu einer gefährlichen Annäherung zwischen einem Verkehrsflugzeug und einem Heissluftballon vom 3. Juni 2015 führten zu mehreren, an das BAZL gerichtete Sicherheitsempfehlungen im Zusammenhang mit Sicherheitsdefiziten, die durch Luftraumverletzungen entstehen. Die Sicherheits-Empfehlungen (SE) hinsichtlich wirksamer Massnahmen zur Eindämmung von Luftraumverletzungen sowie deren konsequenten Erfassung sind bis dato nicht umgesetzt. Eine Einführung des Transponders-Obligatoriums für alle Luftfahrzeuge, also einschliesslich der Luftfahrzeuge der Sport- und Leichtaviatik, hat das BAZL aufgrund seiner Lagebeurteilung nach Durchführung der Vernehmlassung im Frühjahr 2019 nicht umgesetzt.

Die Einführung von Transponderzonen (Transponder Mandatory Zones – TMZ) liegt als Empfehlung seit dem Zwischenbericht vom 17. Mai 2013 beim BAZL vor. Die Einführung der ersten TMZ mit freiwilliger Hörbereitschaft per 24. März 2022 wurde am 30. Dezember 2021 im AIC 007/2021 B publiziert. In Erwägung, dass sich Luftraum-Verletzungen vornehmlich um die Landesflughäfen ereignen, gilt es, insbesondere diese Lufträume zu schützen. In den Vereinigten Staaten beispielweise besteht seit Jahrzehnten eine Transponderpflicht im Umkreis von 30 NM um die grossen Flughäfen. Basierend auf der SE Nr. 520 trug das BAZL mit der Einführung von VFR Display Priority (VDP) zur Warnung der Flugverkehrsleiter vor nicht bewilligten Einflügen in kontrollierte Lufträume einen wesentlichen Beitrag zur frühzeitigen Erkennung von potentiell gefährlichen Annäherungen bei, wie der vorliegende Fall aufzeigt. Allerdings setzt dies voraus, dass Luftfahrzeuge mit einem eingeschalteten Transponder betrieben werden. Das vom BAZL ins Leben gerufene Projekt «AVISTRAT-CH» als Folge des Auftrags des UVEK im Jahr 2016 zur Neugestaltung des Schweizer Luftraums sowie der Aviatikinfrastruktur greift auch den Gedanken der Sicherheits-Eempfehlung zur Neugestaltung der Lufträume mit ausreichender Dimensionierung um die Schweizer Flughäfen herum auf. Erste Umsetzungsprojekte sind nicht vor Ende 2022 zu erwarten, die vollständige Umsetzung nicht vor 2035. Die Zeitreihe der gemeldeten Luftraumverletzungen seit 2008 zeigt, dass es nach wie vor jährlich zu mehreren hundert Luftraumverletzungen kommt, deren mögliche Konsequenzen einer Kollision ein signifikantes Sicherheitsdefizit darstellen. Im gleichen Zeitraum ist eine Zunahme bzw. eine hohe Anzahl gefährlicher Annäherungen (Airprox) im Schweizer Luftraum festzustellen.

Angesichts dieser hohen Zahl an Luftraumverletzungen sowie mit Blick auf die zu erwartende zunehmende Nutzung der Lufträume und das erst im Jahr 2035 vollständig umgesetzte Grossprojekt AVISTRAT-CH rechtfertigt sich das Aussprechen einer weiteren Sicherheitsempfehlung. Quelle / vollständiger Bericht: ‚SUST‚. Foto: ‚Mehrad Watson / Planespotters.net‚ sowie ‚Davide Pernici / Jetphotos.net‚;

Einer der jüngsten Fluglotsen Deutschlands

Ohne Tim Eggert (21) darf kein Flugzeug in Mannheim an diesem Tag starten oder landen. Hoch über dem City Airport dirigiert der Pfälzer aus dem Tower den Flugverkehr. Mit gerade einmal 21 Jahren ist Eggert einer der jüngsten Fluglotsen Deutschlands – und wirkt erstaunlich routiniert. „Die Abwechslung macht diesen Beruf so interessant“, sagt er. „Kein Tag ist wie der andere. Mal schwitzt man, weil so viel zu tun ist, und der Finger schmerzt vom Funken. Dann wiederum ist etwa Nebel – und hier ist gar nichts los.“ Dann fordert ein Flugzeug seine ganze Aufmerksamkeit. „Mannheim Tower, Delta Uniform Foxtrott“, meldet sich ein Pilot, die Stimme kommt krächzend aus dem Lautsprecher. Eggert weist ihm eine Landebahn zu und notiert den Ankömmling auf einem Streifen in einem Kasten vor ihm.

So hat der Lotse stets im Blick, welche Flugzeuge sich an- oder abgemeldet haben. Ist eins gelandet oder gestartet, fliegt der Streifen aus dem Kasten. Schon naht die nächste Maschine. „Delta Echo Mike for Taxi“, krächzt es aus dem Lautsprecher. Der Himmel ist Eggerts Schicksal. Schon mit 14 Jahren sitzt er in einem Segelflugzeug, zwei Jahre später macht er den Pilotenschein und wechselt zum Motorflugzeug. Mit gerade einmal 20 Jahren wurde Eggert im vergangenen Jahr Deutschlands wohl jüngster Fluglotse. Dass er beide Perspektiven kennt, Tower und Cockpit, ist ihm wichtig. „Ich kann mich in Piloten hineinversetzen.“ Sein Vater Dirk war selbst Fluglotse und ist heute Geschäftsführer der Firma Rhein-Neckar Air.

So lange dauert die Ausbildung
Tim Eggert steigt immer noch ins Cockpit. „Manchmal fliege ich für ein Wochenende nach Langeoog oder auch nur für ein Mittagessen nach Idar-Oberstein“, sagt er und schmunzelt. „Da kenne ich ein Restaurant mit tollen Rumpsteaks.“ Eggert hat in Speyer und Böhl-Iggelheim gewohnt und fühlt sich nun auf der anderen Rhein-Seite wohl. Jedes 2. Wochenende schiebt er Dienst im Tower, in Mannheim arbeiten neun Fluglotsen in Schichten, meist zu zweit, von 6 Uhr bis 21 Uhr. Lotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) benötigen Abitur. „Wenn sie direkt im Anschluss bei der DFS beginnen und eine Ausbildung etwa drei Jahre dauert, kann man mit 21 Jahren voll ausgebildeter Lotse sein“, sagt ein DFS-Sprecher. Zwar sei Mannheim kein DFS-Flughafen. „Aber Herr Eggert ist sicher einer der jüngsten Lotsen Deutschlands.“

An diesem Tag hat Tobias Decker mit Eggert die 77 Stufen hoch in den Tower erklommen. Er hält Kontakt zu den sogenannten Centerlotsen in Frankfurt, die den Luftraum in einem größeren Radius im Blick haben. „Als Fluglotse musst du immer ein Ohr beim Kollegen haben, um zu hören, was aktuell läuft“, sagt Decker. Für mehr als zwei Menschen bietet der Tower in Mannheim kaum Platz. Hinter Eggert und Decker steht ein Tisch mit einer Kaffeemaschine und mit Krimskrams, eine quietschende Tür führt zu einem kleinen Außenbereich – das war es.

Katastrophe von Überlingen ist Ausbildungs-Thema
Fluglotsen müssen immer konzentriert sein, haben hohe Belastung und Verantwortung. Ein Moment Unachtsamkeit oder eine Fehlentscheidung kann Leben kosten. „Der 1. Juli 2002 ist in der Ausbildung durchaus ein Thema“, sagt Decker. Damals stießen über Überlingen ein Passagierflugzeug und eine Frachtmaschine zusammen. 71 Menschen starben. „Dass ein solches Unglück selten passiert, gibt einem Sicherheit, dass Ausbildung und System funktionieren“, sagt Eggert. Der Mannheimer Airport zählt bis zu 40.000 Flugbewegungen im Jahr. „Vordrängeln gibts nicht“, sagt Decker. Eggert ergänzt: „Wer wann und wie operiert, organisieren wir.“ An diesem Tag muss ein Sportflugzeug einem Privatjet Pilatus PC-24 den Vorzug lassen. „Das ist auch eine Geldfrage“, sagt Eggert. „Wenn ein Sportflugzeug fünf Minuten warten muss, verbraucht es Sprit für einen Euro. Die Triebwerke eines Jets hingegen fressen in fünf Minuten gleich Sprit für 250 Euro.“

Die Auswahl bei Fluglotsen ist hart. Nötig sind etwa eine räumliche Vorstellungskraft und ein überdurchschnittliches Konzentrationsvermögen. Wie lange will Eggert den Job machen? „Das entscheidet eigentlich der Arzt“, sagt er und zuckt mit den Achseln. „Wenn er sagt „Ihre Augen und Ohren lassen nach“, ist meist Schluss.“ Quelle: ‚Tag24‚. Fotos: ‚Uwe Anspach‚.

Neues zum Drohnentestgebiet Schneealpe

• das Drohnentestgebiet „Schneealpe“ wird verkleinert
• das neue Testgebiet „Steinalpl“ wurde in kürzester Zeit akkordiert
• dafür liegen die Stakeholder-Vereinbarungen und ein Safety Assessement vor
• ein FAIR USE AGREEMENT beschränkt die Testzeiten auch beim „Steinalpl“
• das BMK sichert ab August 2022 das Gebiet „Steinalpl“ zu verordnen
• für Förderungsfrist (1.7.) bleibt eine kurze Übergangslösung „Schneealpe“
• allerdings mit Einschränkung auf Mittwoch je Woche bis August 2022

Mehr Informationen / Quelle: ‚Aeroclub.at‚.

Genf/WTO: beschränkte Luftraumnutzung

Die Nutzung des Luftraums in der Region Genf wird von Sonntag 12. Juni 2022 ab 14 Uhr bis Mittwoch 15. Juni 2022 um 24 Uhr Lokalzeit, eingeschränkt. Der kommerzielle Flugbetrieb vom und zum internationalen Flughafen Genf ist davon nicht betroffen. Da es sich um ein Treffen mit hochrangigen internationalen Vertreterinnen und Vertretern handelt, ist diese Massnahme zur Gewährleistung der Sicherheit der Konferenz notwendig, zumal die Schweiz verpflichtet ist, den Schutz von völkerrechtlich geschützten Personen sicherzustellen. Die Luftwaffe wird den Luftpolizeidienst und eine verstärkte Luftraumüberwachung gewährleisten. Quelle: ‚BAZL‚.

Flugverbot bei G7-Gipfel

Vom 25. bis 28. Juni ist im Grenzgebiet Bayern/Tirol ein grosszügiges Flugverbotsgebiet zum Schutz der G7-Gipfel-Besucher/innen eingerichtet. Hier finden Sie die Details zum österreichischen Teil und hier zum bayerischen Teil.

Flugverbotszone beim G-7-Gipfel

Über Tausende Quadratkilometer wird für den G7-Gipfel der Luftraum über Bayern eingeschränkt. Private Sportflugzeuge, Drachen, Gleitschirmflieger und Drohnen müssen am Boden blieben. Bayern bekommt während des G-7-Gipfels auf Schloss Elmau über weite Gebiete Flugverbote für bestimmte Flieger. Auf Sicht fliegende Sportflugzeuge, aber auch Drachen- und Gleitschirmflieger sowie Drohnen müssen während der Ankunft und der Abreise der Staats- und Regierungschefs über viele Stunden von Ingolstadt an der Donau bis zur italienischen Staatsgrenze am Boden bleiben.

Linienflugzeuge, die nach Instrumenten fliegen, sind den Angaben zufolge nicht betroffen. Das Flugbeschränkungsgebiet habe zeitweilig eine Nord-Süd-Ausdehnung von mehr als 200 Kilometern, teilte der G-7-Planungsstab der Polizei mit. Die Ost-West-Ausdehnung erstrecke sich zeitweise über mehr als 100 Kilometer von Füssen bis an den Tegernsee.

Die Staats- und Regierungschefs der G-7-Staaten kommen unter Leitung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vom 26. bis 28. Juni zusammen. Bereits 2015 fand der G-7-Gipfel in dem Luxushotel Schloss Elmau statt, auch damals galten Flugverbote. Ein Verstoß gegen die Flugbeschränkungen sei eine Straftat nach dem Luftverkehrsgesetz, hieß es weiter.

Ausgenommen seien Flüge des Rettungsdienstes, der Polizei, der Bundeswehr sowie Flüge ausländischer G-7-Delegationen. In einem Radius von 56 Kilometern um Elmau gilt das Flugverbot für die auf Sicht fliegenden Flugzeuge und Sportflieger nicht nur bei der Ankunft und Abreise der Gäste, sondern an allen drei Gipfeltagen. Drohnen und ferngesteuerte Flugmodelle dürfen in dieser Zeit in einem Radius von rund 19 Kilometern um Elmau nicht fliegen und um den Flugplatz Pömetsried bei Ohlstadt in einem Radius von rund sechs Kilometern. Quelle: ‚Süddeutsche Zeitung‚. Karte: ‚DFS‚.

„Dädalus22“ – Österreich sicherte seinen Luftraum

20 Luftfahrzeuge sicherten während des Weltwirtschaftsforums in Davos den Luftraum über Österreich. Von 22. bis einschließlich 26. Mai 2022 sicherten die Luftstreitkräfte des Bundesheeres anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos (Schweiz) verstärkt den österreichischen Luftraum. Dazu wurde ein Flugbeschränkungsgebiet über Teile Vorarlbergs und Tirols errichtet. Mehr als 1.000 Soldatinnen und Soldaten sowie 20 Luftfahrzeuge, zehn Flächenflugzeuge und zehn Hubschrauber, sorgten für die Sicherheit der Veranstaltung und schützten die örtliche Bevölkerung vor Gefahren aus der Luft.

„Damit Großveranstaltungen überhaupt stattfinden können ist es notwendig, für die Sicherheit der Veranstaltungsteilnehmer aber auch der örtlichen Bevölkerung zu sorgen. Dies sowohl am Boden, als auch in der Luft. Mit der Luftraum-Sicherungsoperation ‚Dädalus22‘ beweisen die österreichischen Luftstreitkräfte, in Zusammenarbeit mit ihren Schweizer Kameraden, die hohe Kompetenz bei der Durchführung dieses grenzüberschreitenden Einsatzes“, heißt es aus dem Verteidigungsministerium.

Flüge über die Staatsgrenze werden laufend zwischen Österreich und der Schweiz im Rahmen der Weiterentwicklung der Zusammenarbeit intensiviert. Möglich sind diese Verfolgungsflüge durch die gegenseitige Erteilung von Einfluggenehmigungen. Seit 1. Februar 2019 ist das Abkommen zwischen der Republik Österreich und der Schweizerischen Eidgenossenschaft bezüglich der Zusammenarbeit im Bereich der grenzüberschreitenden Sicherung des Luftraums gegen nichtmilitärische Bedrohungen aus der Luft vollinhaltlich in Kraft.

„Cross-Border-Operations “ stellen bei grenznahen Luftraumverletzungen gegenseitig die lückenlose Beobachtung und Begleitung von Luftfahrzeugen sicher, welche sich nicht an internationale Luftfahrtrichtlinien halten. Damit kann eine Beobachtung von Luftfahrzeugen, aber vor allem die frühzeitige Übergabe zwischen den Luftwaffen zweier Staaten sichergestellt werden. Ein Waffengebrauch im benachbarten Luftraum ist jedoch nicht erlaubt. Eine ähnliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Polizei gibt es am Boden bereits seit Jahren. Sie ermöglicht Verfolgungshandlungen auf das benachbarte Staatsgebiet auszudehnen. Auf Grund der Grenznähe von Davos, erging seitens der Schweiz das Ersuchen, die Überwachung des österreichischen Luftraums im betroffenen Gebiet zu verstärken. Quelle: ‚austrianwings‚.

G7-Treffen: ED-R Schloss Elmau geschlossen

Anlässlich des G7-Treffens 2022 hat das BMVI vorübergehend vom 26.6. bis 28.6. in der FIR München ein Gebiet mit Flugbeschränkungen, die „ED-R Schloss Elmau“ eingerichtet. Quelle: ‚DAeC‚.

WEF, Weltwirtschaftsforum 2022

In Davos findet in der Zeit vom 22. Mai bis zum 26. Mai 2022 das Weltwirtschaftsforum (WEF) statt. Um die Sicherheit zu garantieren, sind auf Antrag der Bündner Regierung verschiedene Sicherheitsmassnahmen ergriffen worden. Unter anderem ist am 20. Mai sowie in der Zeit vom 22. Mai bis 26. Mai die freie Benützung des Luftraums und der Flugplätze in der Region Davos eingeschränkt.

In einem Radius von 25 nautischen Meilen (rund 47 Kilometer) um das Zentrum von Davos wird der Flugverkehr über schweizerischem Hoheitsgebiet eingeschränkt. Ähnliche Beschränkungen gelten für grenznahe Gebiete in Österreich und Italien. An- und Abflüge zu den Flugplätzen innerhalb der Sicherheitszone unterliegen besonderen Regeln und Verfahren, welche die Luftwaffe in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt erarbeitet hat.

Für die innerhalb der R-Area gelegenen Plätze Bad Ragaz, Balzers und Samedan gelten spezielle Regeln und Verfahren für den Flugbetrieb. Alle Flüge zu und von diesen Flugplätzen bedürfen einer vorherigen Bewilligung durch die Luftwaffe. Die detaillierten Informationen sind den offiziellen Publikationen (VFR Manual SUP, NOTAM, DABS, zu entnehmen. Quelle: ‚BAZL‚.

Neue ICAO-Karte Österreich online

Hier finden Sie kostenlos die aktuelle 2022er-ICAO-Karte von AustroControl im Massstab 1:500’000 ebenswo wie die meisten zentraleuropäischen Karten zum Download und Benutzen z.B. auf einem grossen Tablet.

Flugzeug verletzt Luftraum um Kernkraftwerk Paks

Ein österreichisches Motorflugzeug flog in die verbotene Drei-Kilometer-Zone des ungarischen Kernkraftwerks Paks in Zentralungarn, sagte der Kommunikationsdirektor des Kraftwerks. Gripen des ungarischen Militärs wurden alarmiert. Das Flugzeug wurde von den ungarischen Kampfflugzeugen nach Szeged eskortiert. Die Gripen waren gegen 17 Uhr alarmiert worden, nachdem der österreichische Pilot es versäumt hatte, sich bei der Einreise mit der ungarischen Flugsicherung in Verbindung zu setzen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Quelle: ‚Ungarn heute‚.

LX Navigation: SW-Update auf OS 5.2.1

LX Navigation lanciert für sein Moving-Map-System „Zeus 7.0“ einen Firmware-Update mit der Bezeichnung 5.2.1. Download des neuen Operating-Systems. Download der neuen Luftraum- und Airport-Dateien für 2022.

Schweizer Luftraum-Dateien 2022

Die Schweizer Luftraumdateien für das Jahr 2022 können hier herunterladen werden. Leider das cub-File lässt sich nicht auf die Webseite aufladen, aber es ist per Email erhältlich unter: secretary [a] sfvs-fsvv.ch. Quelle: ‚SFVS

AeCS Luftraum-Seminar 2022

Der Aero-Club der Schweiz (AeCS) führt am 04. April 2022 ein Luftraum/Safety-Seminar durch. Ziel ist es, Luftraumbenützer und Interessierte aus erster Hand über aktuelle Themen zu informieren. Quelle: ‚AeCS‚.

Schneealpe bekommt Drohnen-Testgebiet

Das Innovationslabor „AIRlabs Austria“ forscht an der friedlichen Nutzung von Drohnen. Um auch im Freien Testflüge durchführen zu können, soll auf der steirischen Seite der Schneealpe bald ein geschütztes Testgebiet entstehen. Konkret geht es um unbemannte Flugdrohnen, die etwa bei Katastropheneinsätzen helfen sollen oder auch Medikamente in entlegene Gebiete bringen können. Im letzten Jahr erforschte „AIRlabs Austria“, das seinen Sitz an der FH Joanneum in Graz hat, wie man Drohnen allwettertauglich machen kann: Die Testflüge dafür fanden vor allem in Innenräumen statt, denn bis jetzt gibt es noch kein Testfluggebiet.

Geschützte Testumgebung kurz vor Genehmigung
Nun soll es jedoch auf der steirischen Seite der Schneealpe bald soweit sein, denn das Genehmigungsverfahren ist fast abgeschlossen – es fehle nur noch eine wichtige Unterschrift, so die Geschäftsführerin der AIRlabs GmbH, Roswitha Wiedenhofer: „Wir wissen, dass es im Kabinett der Ministerin zur Genehmigung liegt – unser erstes Testgebiet auf der Schneealpe. AiRlabs ist jetzt mit der Aufbauphase quasi fertig.“

Der Flugraum über dem Testgebiet wird nur noch für Rettungshubschrauberflüge und andere Einsatzflüge genehmigt sein – und eben für die Drohnen der AIRlabs, so der wissenschaftliche Leiter Holger Friemelt: „Wir bekommen also eine geschützte Testumgebung, sodass, wenn irgendetwas Unerwartetes mit der Drohne beim Testflug passiert, wir zumindest sicherstellen können, dass sie nicht mit einem Segel- oder Drachenflieger zusammenstößt.“

Kälte als Herausforderung für Drohnen
Um Drohnen in Zukunft etwa bei der Lawinensuche oder bei der Suche nach Vermissten im Schneesturm verwenden zu können, müssen sie vereisungssicher sein – ein konkreter Forschungsauftrag, an dem AIRlabs mit Partnern gerade arbeitet, „und das ist gar nicht so einfach. Dazu müssen wir verstehen, wo lagert sich Eis am schnellsten an? Und was kann ich für konstruktive Maßnahmen ergreifen, damit sich Eis dort weniger gut anlagert. Und das ist eben das, wo wir langsam erwachsen werden – oder reifen – als AIRlabs. Dass wir mit unseren Innovationsprojekten und mit unseren Partnern zeigen, was geht und was noch nicht geht.“ Quelle: ‚ORF‚.

Lernvideo zum Luftraum in Deutschland

In den vergangenen Wochen hat Tino Janke ein Video zur Luftraumstruktur in Deutschland aufgezeichnet. Die Länge des Videos beträgt ca. 50 Minuten und verschafft somit einen umfassenden Überblick über alle relevanten Themen. Die zudem vorgestellte Trainingsmöglichkeit ist zum Trainieren der Luftraumstruktur ebenfalls kostenlos nutzbar. Folgende Themen werden darin besprochen:

  • SERA / Statistik zu Luftraumverletzungen
  • die Lufträume
  • G
  • E
  • D(CTR)
  • D
  • C
  • die Zonen
  • RMZ
  • TMZ
  • ATZ
  • Trainingsmöglichkeiten

Bund will reguläre Drohnen-Lufträume einführen

Drohnenalarme haben immer wieder den Flugbetrieb behindert, bis hin zur Einstellung. Doch Drohnen könnten als Verkehrsträger bald wieder zum Alltag gehören können. Der Bund will im kommenden Jahr erste reguläre Drohnen-Lufträume in Deutschland einführen. Die Blaupause dafür hat im vorigen Jahr ein Pilotprojekt mit Testflügen im Hamburger Hafen geliefert. Dabei wurde von der Droniq GmbH, einer Beteiligung der staatliche Deutschen Flugsicherung (DFS), und der DFS durchgespielt, wie Drohnenflüge schnell, sicher und ohne langen Genehmigungsaufwand auch außerhalb der Sichtweite des Drohnenpiloten möglich sein können. Das Bundesverkehrsministerium hatte das Projekt gefördert und will sich nun an die praktische Umsetzung der Empfehlungen aus dem Projekt machen, wie es bei Droniq und DSF heißt.

Das Hamburger Reallabor habe wichtige Fragen zur Einrichtung so genannter „U-Spaces“ geliefert, sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) laut einer Mitteilung von Droniq. Mit „U-Space“ ist ein räumlich abgegrenzter Luftraum gemeint, in dem der Idee nach spezielle Regeln und Verfahren den Drohnenverkehr koordinieren. „Diese erfolgreiche Praxiserfahrung nutzen wir jetzt, um Fortschritt zu ermöglichen“, sagte Wissing. „Schon nächstes Jahr sollen die ersten U-Space-Gebiete in Deutschland eingerichtet werden. Damit schaffen wir Sicherheit im deutschen Luftraum und ermöglichen mehr Innovationen in der unbemannten Luftfahrt.“

Schon für die vorige Bundesregierung hatten die im Juristendeutsch sperrig „unbemannte Luftfahrtsysteme“ genannten Fluggeräte ein enormes Potenzial für verschiedene Anwendungen, die weit über das Ausliefern zum Beispiel von Paketen oder Medikamenten hinausgehen. Auch Wissing betonte: „Deutschland ist mit rund 400 Unternehmen Leitmarkt für Drohnentechnologien. Diesen technologischen Vorsprung Deutschlands wollen wir stärken und weiter ausbauen.“

Mit U-Space-Gebieten können Drohnen nach Angaben der Firma Droniq sicher in den Luftraum integriert werden – auch im Zusammenspiel mit der bemannten Luftfahrt. „Das ermöglicht einen regulären Einsatz von Drohnen, etwa in der Logistik, der Landwirtschaft, für die Versorgung schwer erreichbarer Gebiete oder den Transport von lebenswichtigem medizinischem Equipment.“

Zu den Droniq-Vorschlägen zählt die Empfehlung, zunächst U-Space-Gebiete in Modellregionen einzurichten, um weitere Erfahrungen bei deren Umsetzung und Betrieb zu sammeln. „Hierfür empfehlen Droniq und die DFS komplexe Lufträume mit regem unbemanntem und bemanntem Flugverkehr, etwa Großstädte mit Flughafenanbindung“, heißt es in der Mitteilung. Mit zunehmender Erfahrung könnten dann weitere Drohnen-Lufträume eingeführt, ausgedehnt oder miteinander verknüpft werden. Quelle: ‚Wirtschaftswoche‚.

Ohlstadt wieder „mittendrin“

Noch rund vier Monate, dann kommt die Weltpolitik ein weiteres Mal in den Landkreis. Der G7-Gipfel auf Schloss Elmau steht an, Ende Juni. Und wie bereits 2015 ist auch diesmal die Gemeinde Ohlstadt voll involviert. Die Bundespolizei hat den Flugplatz in Pömetsried erneut als ihr Basislager angemietet. Für Christian Scheuerer ist die Lage klar: „Wir sind mal wieder mittendrin statt nur dabei“, betont Ohlstadts Bürgermeister. Was er damit meint? Den kommenden G7-Gipfel. Zwischen 26. und 28. Juni treibt dieser einmal mehr die Elite der Weltpolitik in den Landkreis. Denn wie bereits 2015 für Barack Obama, Angela Merkel, Francoise Holland und Co., geht es auch für Joe Biden und die weiteren sechs Staatschefs aus Deutschland, Italien, Frankreich, Kanada, Japan und Großbritannien heuer ins Schloss Elmau nach Krün. Und ebenso wie damals ist auch die Gemeinde Ohlstadt in das Großereignis involviert. Die Bundespolizei wird erneut ihr Basislager auf dem Flugplatz in Pömetsried aufschlagen.

Rund 30 Hubschrauber und über 500 Fachleute, egal ob Piloten, Techniker oder Logistiker, waren dort vor sieben Jahren für das Politikertreffen zusammengezogen worden. Der Kleinflughafen erhielt seinerzeit die Infrastruktur eines professionellen Hubschrauber-Betriebs. Mit Zelten und Containern, einem Mini-Tower sowie Tanklastzügen bis hin zu einer Mobilfunkanlage und einer Kantine samt Küche, die im Hangar der Segelflieger untergebracht war. Von der 900 Meter langen Start- und Landebahn in Pömetsried aus starteten die Einsatzkräfte schon Wochen vor dem Gipfel zu Trainings- und Aufklärungsflügen. Zudem diente der Standort während des Gipfels als Ausweichflugplatz für die Politiker. So wurde 2015 etwa Kanadas Premierminister Stephen Harper von Ohlstadt nach München geflogen. Schlechte Witterungsverhältnisse hatten einen Start am Schloss Elmau verhindert.

G7-Gipfel 2022: Alles soll nach dem Vorbild von 2015 geschehen
So oder so ähnlich wird es wohl auch in diesem Jahr laufen. „Bis jetzt haben wir von der Bundespolizei nur die Ansage bekommen, dass alles nach dem Vorbild von 2015 passieren soll“, sagt Bürgermeister Scheuerer. Genauere Pläne gebe es noch nicht. Zahlreiche Videokonferenzen werden in den kommenden Wochen wohl konkretere Erkenntnisse liefern. Mit sichtbaren Maßnahmen, wie etwa dem Aufbau eines Sicherheitszaunes, rechnet Scheuerer aber erst Anfang Juni. „Davor wird man als Außenstehender vermutlich noch nicht viel von der Sache mitbekommen.“

Er selbst steht dem erneuten Stell-dich-ein der Politikgrößen direkt vor der Haustüre zwiegespalten gegenüber. „Einerseits ist es natürlich wieder eine tolle Chance für die Region, sich der Weltöffentlichkeit als guter Gastgeber zu präsentieren“, betont er. Andererseits berge ein solches Großevent auch Risiken. Da wären in erster Linie die zu erwartenden Demonstranten und Proteste. 2015 gab es die freilich auch. Letztlich lief aber alles gewaltfrei und friedlich ab. In Ohlstadt etwa war von Ausschreitungen gar nichts zu spüren. „Da hatten wir großes Glück“, sagt Scheuerer. Ob es diesmal genauso entspannt bleibt, darf aber zumindest bezweifelt werden. Spätestens seit Beginn der Coronakrise hat sich der Ton in der Gesellschaft merklich verschärft, werden grundlegende Konflikte zwischen Teilen der Bevölkerung und der Regierung offenkundig. „Die gesamtpolitische Lage ist deutlich aggressiver als damals“, urteilt der Ohlstädter Rathauschef.

G7-Gipfel bringt verstärktes Sicherheitsaufgebot und Hubschrauber-Lärm mit sich
Für die knapp 3300 Einwohner der Gemeinde bedeutet der G7-Gipfel vor allem ein verstärktes Sicherheitsaufgebot innerhalb des Ortes. Auch der Lärm durch die vielen Starts und Landungen der Hubschrauber wird wie bereits 2015 eine Rolle spielen. Dass davon nicht jeder begeistert ist, kann Scheuerer nachvollziehen. „Das sind natürlich massive Einschnitte in den Alltag“, räumt er ein. So mancher Bürger habe sich bereits bei ihm deswegen gemeldet. „Der Tenor ist ein wenig: Brauch’ ma des jetzt auch noch zusätzlich zu Corona.“

Immerhin kann Scheuerer bereits mit einem ersten greifbaren Vorteil aufgrund der erneuten Gastgeber-Rolle aufwarten: Und zwar erhält die Feuerwehr in Ohlstadt schon jetzt ein neues Einsatzfahrzeug. Geplant war die Anschaffung eigentlich erst in fünf Jahren, doch sei die Förderung nun deutlich höher. „Geschenkt bekommen wir es immer noch nicht“, stellt der Bürgermeister klar. „Aber da unsere Feuerwehr auch dieses Mal den Brandschutz am Flugplatz sicherstellen soll, ging jetzt alles ein wenig einfacher.“

Bürgermeister Scheuerer möchte Bürger in Ohlstadt mit ins Boot holen
Bis Joe Biden und Co. das erste Mal Landkreisboden betreten, möchte Scheuerer seine Bürger so gut es geht mit ins Boot holen. Für Ende April, Anfang Mai hat er eine Bürgerversammlung geplant, bei der sämtliche Fragen rund um den G7-Gipfel und Ohlstadts Rolle dabei geklärt werden sollen. Vermutlich wird diese in Hybrid-Form stattfinden. „Wir wollen jedem die Möglichkeit geben, dabei zu sein“, unterstreicht Scheuerer. Denn eines steht für ihn fest: „Je mehr Informationen wir den Menschen geben können, desto höher ist die Akzeptanz.“ Quelle: ‚Merkur‚.

Flugzeug vergessen

Ein neuer Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle zeigt, dass es am 18. Juli 2020 in Grenchen SO fast zu einem Zusammenstoss zweier Kleinflugzeuge kam. Die Flugsicherung hat bereits Schritte zur Verbesserung der Sicherheitssituation eingeleitet. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) hat am Montag einen Bericht veröffentlicht, der eine gefährliche Situation am Flughafen Grenchen im Kanton Solothurn auswertet. Demnach kam es am 18. Juli 2020 zu einem «schweren Zwischenfall», bei dem sich zwei Flugzeuge bis auf 30 Meter näherten. Die Flugverkehrsleitstelle Bern Approach leitete die Flugzeuge während eines Teils des Flugs, bis der Tower Grenchen übernahm. Dort gab es dann einen Schichtwechsel von zwei Flugverkehrsleitern. Zum betreffenden Zeitpunkt befand sich das erste Flugzeug sich im Landeanflug, nachdem es Fallschirmspringer abgesetzt hatte, während das zweite (eine Cessna) am Starten war. Da der Platzverkehrsleiter das anfliegende Flugzeug vergessen hatte, übermittelte er keine Verkehrsinformationen und die beiden Piloten wurden erst sehr spät aufeinander aufmerksam.

Beide Piloten mussten Ausweichmanöver einleiten
Im Falle der Cessna geschah dies auch dank des Kollisionswarngeräts. Beide Maschinen mussten in der Folge ein Ausweichmanöver einleiten – gemäss dem Sust-Bericht entschärften diese die Situation und waren «sicherheitsbewusst». Die Sust bewertet die Durchführung von Anflügen in Gegenrichtung zum übrigen Verkehr als tendenziell schwierig, besonders während gleichzeitigem Segelflug- und Fallschirmabsetzbetrieb, wie es in Grenchen an jenem Tag der Fall war. Demnach könne es zu komplexen Situationen mit geringer Fehlertoleranz kommen, die zu einer Überforderung führen. Die bordeigenen Kollisionswarngeräte stellten gemäss Bericht ein gutes Sicherheitsnetz dar, indem die Piloten der beiden Flugzeuge auf die gefährliche Annäherung aufmerksam gemacht wurden und rechtzeitig ausweichen konnten. Um die Flugsicherheit in Zukunft zu erhöhen, hat die Flugsicherungsgesellschaft Skyguide inzwischen ein standardisiertes Verfahren eingeführt, das die Überwachung des Flugraumes während des Fallschirmsprungbetriebs erleichtern soll. Eine visuelle Erinnerung an den speziellen Flugraum (genannt «Parabox») bei diesem Betrieb soll gerade bei Übergabesituationen zukünftig Unterstützung leisten. Quelle: ‚20Minuten‚.

TMZ über Altenrhein/Friedrichshafen

Aufgrund von SUST-Empfehlungen hat das BAZL entschieden, im Raum Altenrhein/Friedrichshafen, erstmals am Schweizer Himmel, eine TMZ einzurichten. Diese wird am 24. März 2022 in Kraft treten. Damit sich die Piloten und Flugschulen der Region auf die Einführung der TMZ vorbereiten können, vermitteln wir im Auftrag des BAZL dieses PDF.

Der SFVS hat sich im 2020 beim BAZL gegen die Einführung einer schweizweiten Transponderpflicht geäussert. In den Besprechungen um die TMZ Nordostschweiz 2021 konnte der SFVS zusammen mit den lokalen Segelfluggruppen und dem AeCS sicherstellen, dass das Ausmass der TMZ kleinstmöglichst ausfiel und vor allem, dass das « Listening Squawk » (also die Hörbereitschaft gem. Abschnitt 4) zuerst auf freiwilliger Basis erfolgt.

Die verlangten technischen Anforderungen an die Transponder, «Level 2 mit SI-Code und Elementary-Surveillance-Funktionalität», entsprechen den Spezifikationen aller üblichen Mode S Transponder. Es wird also hier keine Spezialfallanforderung gestellt. (Nicht zu verwechseln mit SIL 2)

Im Laufe des Jahres 2022 werden die Piloten, welche in der Region der TMZ fliegen, vom BAZL gebeten, eine Umfrage auszufüllen. Die Resultate werden den weiteren Verlauf der TMZ Anforderungen in der Schweiz und spezifisch der TMZ Nordostschweiz beeinflussen, insbesondere den freiwilligen Charakter der Hörbereitschaft. Quelle: ‚SFVS‚.

TU Graz simuliert Flugzeug-Transponder für Europas Luftraum

Wenn Flugzeuge vom Radar verschwinden, kann das an überlasteten Transpondern liegen. Ein neues Simulationstool der TU Graz soll das verhindern: Es wird im Auftrag der Eurocontrol für den europäischen Luftraum entwickelt. Die TU Graz hat das Simulationstool laut einer Aussendung ursprünglich für Österreichs Luftraum-Behörde Austro Control entwickelt. Es werde nun im Auftrag der Eurocontrol, der gesamteuropäischen, zivil-militärischen Organisation zur Unterstützung der europäischen Luftfahrt, für den gesamten europäischen Luftraum ausgebaut.

Der Transponder als Kernstück der Flugsicherheit
Er gehört zur gesetzlichen Pflichtausstattung von zivilen Flugzeugen: der Transponder; ein elektronisches Gerät, das auf Radarabfragen antwortet und so der Flugsicherung und den Kollisionsvermeidungssystemen (air collision avoidance systems) anderer Luftfahrzeuge am Himmel hilft, die genaue Position des Flugzeugs zu ermitteln. Die Dauer, die das Signal vom Transponder bis zum Empfänger braucht, gibt Aufschluss über die genaue Position des Flugzeugs. Je nach Transpondertyp werden auch weiterführende Informationen übermittelt, etwa zu Flughöhe oder Flugkennung. Hat ein Transponder besonders viele Signalabfragen zu bewältigen, bestehe die Gefahr einer Überlastung – der Transponder antwortet dann nicht mehr auf alle Abfragen und im äußersten Fall auf gar keine Abfragen mehr. Das Flugzeug kann dadurch für kurze Zeit vom Radar verschwinden. Das Risiko eines solchen Szenarios ist zwar gering, aber gegeben, heißt es an der TU Graz: „Ein Flugzeug, das plötzlich vom Bildschirm der Flugüberwachung verschwindet, ist immer höchst alarmierend“, sagt Helmut Schreiber vom Institut für Hochfrequenztechnik.

Was kann den Transponder ausfallen lassen?
Schreiber untersuchte im Auftrag der österreichischen Flugsicherung Austro Control sämtliche Einflussfaktoren auf die Transponderbelastung und entwickelte darauf aufbauend das Simulationstool „TOPAS“ (Transponder Occupancy Analysis Software) für die Transponderbelastung im österreichischen Luftraum. Im Auftrag der Eurocontrol soll dieses Tool nun für den gesamteuropäischen Luftraum weiterentwickelt werden: Unter dem Akronym „ESIT“ (Eurocontrol Simulator of Surveillance Interrogators and Transponders) arbeite die TU Graz dafür eng mit Austro Control sowie mit der deutschen Firma SeRo Systems und der Eurocontrol zusammen.

Die Simulation
Einen raschen und ungefähren Überblick über die Transponderbelastung gibt eine relativ einfache Tabellenkalkulation, heißt es: Sie berücksichtigt nur die Anzahl der Sensoren und der Flugzeuge, nicht aber deren räumliche Verteilung. Die Tools Topas und ESIT hingegen beziehen als digitaler Zwilling die tatsächlichen Positionen aller Radarsensoren und auch die reale Luftverkehrssituationen mit ein. „Mit so einer Simulation sind auch komplexere Abfragefolgen programmierbar, sowohl für ganze Radarsysteme als auch isoliert für einzelne Sensoren. Damit erzielen wir realistischere und genauere Ergebnisse: Wir erfahren konkret, wann und wo es welche Belastungssituationen für Transponder geben wird“, erklärt Helmut Schreiber. Mit dem ESIT-Tool sollen Nutzer (staatliche Behörden, Flugsicherungen) die Transponderbelastung in ihrem Luftraum bestimmen können, die durch eigene Systeme und die der Nachbarstaaten verursacht wird. Nachdem das Tool ausschließlich auf Servern der Eurocontrol laufen wird, haben die Nutzer keinen Zugang zu sensiblen Daten der Infrastruktur anderer Länder, so die TU Graz.

Radar fragt, Transponder antwortet
Neben zivilen und militärischen Radarstationen an Flughäfen oder an neuralgischen Punkten wie der Koralpe, beanspruchen außerdem laufende Funkkontakte sogenannter Multilaterations-Systeme die Transponder. Österreichweit gibt es dafür rund 70 Sende- und Empfangsstationen. Die Multilateration, kurz MLAT, funktioniert wie ein umgekehrtes GPS: Mehrere Antennenstationen auf dem Boden tasten das ausgesandte Funksignal eines Transponders ab und schicken zusätzlich auch eigene Abfragen an den Transponder. Je nach Entfernung des Flugzeugs erreichen die Funkwellen des Transponders die jeweiligen Empfangsantennen zu anderen Zeitpunkten. Jede Empfangsstation meldet den exakten Zeitpunkt, an dem sie das Signal erhalten hat, an einen Zentralrechner. So lässt sich der Weg des Flugzeuges mitverfolgen. TU Graz-Forscher Schreiber: „MLAT-Systeme haben große Vorteile: Sie können teure Radarstationen ersetzen. Und der Ausfall eines einzelnen Empfängers ist weniger dramatisch als etwa der Ausfall einer ganzen Radarstation. Trotz dieser Vorteile können die laufenden Funkkontakte bei einer schlechten Konfiguration Transponder in einem außerordentlich hohen Maß belasten und ebenso dazu führen, dass ein Flugzeug quasi unsichtbar wird.“ Die Entwicklung der zivilen Flugüberwachung geht laut Schreiber in die Richtung, dass längerfristig auf Radaranlagen zumindest teilweise verzichtet werden kann: Flugzeuge bestimmen mittels Satellitennavigationssystem ihre Position selbst und schicken diese automatisch an die Flugüberwachung. Auch dies werde durch ESIT simuliert. Durch Berechnung der potentiellen Transponderbelastungen erhöhen Topas und ESIT somit die Sicherheit in der Luft für bestehende und zukünftige Systeme, heißt es.

Die Statements
„Für die Planung und den Ausbau von Flugsicherungsinfrastruktur ist es essentiell zu wissen, wie sich diese Infrastruktur auf die Transponderbelastung auswirkt. Das betrifft etwa das Hinzufügen neuer Radaranlagen oder Änderungen von Abfragestrategien. Da ist es wichtig herauszufinden, wo es bereits Hotspots gibt und eine Entlastung notwendig ist. Unsere Simulationswerkzeuge leisten hier einen wichtigen Beitrag“, so Schreiber. Paul Bosman, Abteilungsleiter der ATM-Infrastruktur bei Eurocontrol: „Wir freuen uns über die hervorragende Zusammenarbeit mit der TU Graz, Austro Control und SeRo Systems. Die Simulationstools werden zu einer nachhaltigen Nutzung der kritischen Ressourcen Funkfrequenzen und Transponderkapazität beitragen, wovon alle europäischen Luftraumnutzer profitieren werden.“ Quelle: ‚Extrajournal.net‚.