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DAeC-Statement zum Medienbericht „Gefahrenzone Luftraum“

von Christian Mannsbart, Öffentlichkeitsarbeit, Deutscher Aero Club e.V.

170 gefährliche Annäherungen von Luftfahrzeugen im deutschen Luftraum in den vergangen vier Jahren – diese Zahlen führte am Dienstag, 10.12.2019 ein Bericht des Norddeutschen Rundfunks ins Feld, und spricht deshalb von der „Gefahrenzone Luftraum“. Außerdem seien nicht näher genannte Luftfahrtexperten der Meinung, dass es eine erhebliche Dunkelziffer nicht gemeldeter Zwischenfälle gebe und die Gesamtzahl der Vorfälle noch höher liegen könnte, da auch „Meldungen bei anderen zuständigen Behörden eingehen.“

„Wenn sich alle an die bestehenden, auf europäischer Ebene einheitlichen Regeln halten, ist es kein Problem, dass sich die unterschiedlichen Partner einen gemeinsamen Luftraum teilen“, ist sich Stefan Klett, Präsident des Deutschen Aeroclubs (DAeC), sicher. „Der DAeC arbeitet seit Jahren zusammen mit der kommerziellen Luftfahrt und der Deutschen Flugsicherung in verschiedenen Arbeitsgruppen daran, die Situation zu entschärfen. Alles ist nur eine Frage der Information, die generiert und wahrgenommen werden muss: Etwa durch ADS-B, einem System, mit dem alle Teilnehmer des Luftverkehrs erkennbar gemacht werden“, erklärt Mike Morr, Referent für Luftraum und Flugsicherheit im DAeC. „Sehen und gesehen werden, heißt die Devise! Dabei können in angemessenem Rahmen technologische Lösungen vorangetrieben werden. Dazu müssen sich alle Teilnehmer an einen Tisch setzen und sich gegenseitig auf Augenhöhe begegnen. Die jeweiligen Bedürfnisse und Anforderungen müssen ernst genommen werden“, ergänzt Klett. „Der Bundesausschuss Unterer Luftraum (BAUL) verfolgt das Ziel, die Sicherheit im Luftraum weiterhin zu gewährleisten. Deshalb arbeiten wir gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur aktuell an einem umfangreichen Konzept, um die Möglichkeiten verschiedener Maßnahmen darzulegen“, erklärt Habbo Brune, Vorsitzender des Bundesausschusses Unterer Luftraum im DAeC.

Luftraum muss Allgemeingut bleiben

Der gesamte Luftraum muss weiterhin frei zugängliches Allgemeingut bleiben und darf nicht ausschließlich von den Interessen der unbemannten kommerziellen Luftfahrt dominiert werden. Das fordern der Deutsche Aero Club e.V. (DAeC), die Vereinigung Cockpit e.V. (VC), der Deutsche Hubschrauber Verband e.V. (DHV) und die Bundesvereinigung fliegendes Personal der Polizei e.V. (BfPP) gemeinsam in einem offenen Brief an die EU-Kommissarin für Verkehr, Violeta Bulc, und die Mitglieder des EU-Ausschusses für Verkehr und Tourismus. Anstoß für den offenen Brief: Derzeit erstellt die EASA in einem beschleunigten Verfahren eine Verordnung für den sogenannten U-Space, welcher als Luftraum für die kommerziell genutzte unbemannte Luftfahrt dienen soll. Die bemannte Luftfahrt wurde bei diesem Entstehungsprozesses nicht ausreichend eingebunden und berücksichtigt. Doch Luftfahrt ist “Teamsport”. Und deshalb rufen DAeC, VC, DHV und BfPP die Adressaten des offenen Briefes auf, einen gemeinsamen Workshop abzuhalten, an dem alle Interessensgruppen beteiligt werden. “Ein weiterer Alleingang im Hinblick auf den U-Space steht in völligem Gegensatz zu den Standardized European Rules of the Air und gefährdet die Idee des Single European Sky”, lautet hier das gemeinsame Fazit. “Unglücklicherweise wird das derzeit entstehende Regelwerk für den U-Space von den Interessen der unbemannten kommerziellen Luftfahrt dominiert, also von einem völlig neuen Teilnehmer im Luftraum. Dabei sollte man nicht vergessen, dass die bemannte Luftfahrt ebendiesen Luftraum seit mehr als 100 Jahren nutzt”, fordert DAeC-Präsident Stefan Klett deshalb. “Wir sind sehr besorgt, dass die angedachten Regulierungen des U-Space die Flugsicherheit beeinträchtigen und den freien Zugang zum Luftraum begrenzen werden. Daher haben wir den aktuellen Entwurf zum U-Space umfassend kommentiert”, ergänzt Habbo Brune, Vorsitzender des DAeC-Bundesausschusses Unterer Luftraum. Alle Unterzeichner des offenen Briefes sind sich einig, dass sich neue Luftraumteilnehmer und damit der U-Space in die bestehenden Luftraum- und Flugsicherungsstrukturen integrieren müssen. Dabei dürfen für die bemannte Luftfahrt keine unnötigen Beschränkungen oder zusätzliche Belastungen entstehen. “Eine völlig abgegrenzte unbemannte Luftfahrt führt in die falsche Richtung und beschneidet nicht nur die Bedürfnisse und Interessen des Luftsports sowie die der Allgemeinen und kommerziellen Luftfahrt. Auch Einsatzflüge von Polizei, Militär und Rettungsdienst sind betroffen“, lautet die einhellige Meinung der Unterzeichner, die auch eine stärkere Einbindung der bemannten Luftfahrt fordern und dazu ihre Kooperation anbieten. Quelle: ‚DAeC‚.

Fluglärm: täglich grüßt das Murmeltier

Regelmäßig vor Landtagswahlen wird das Parlament in Rheinland-Pfalz zum großen Fluglärmgegner – aber es ändert sich am Himmel nichts. Denn regelmäßig, alle fünf Jahre, verwandelt sich das Parlament in Rheinland-Pfalz zur großen Bühne der Fluglärmaktivisten, Bürgerinitiativenversteher und Ausbaugegner. Denn alle fünf Jahre wird gewählt. Murmeltiertag. Gegenüber dem einen oder anderen Abgeordneten mag das ungerecht sein. Aber die rheinland-pfälzische Politik brilliert bei dem Thema in erster Linie rhetorisch. Verbessert hat sich die Situation am Himmel für die Rheinland-Pfälzer nicht. Und es könnte noch schlimmer kommen: Der Luftraum über dem östlichen Soonwald, dem Rheintal und dem Raum Bingen soll offenbar ab 2020 abgesenkt werden. Wird heute in knapp 2000 Meter geflogen, so könnte es noch einmal um fast 1000 Meter weiter runtergehen. Es geht um den Landeanflug bei Ostwind. Auch soll der Luftraum für anfliegende Jets nach Westen ausgeweitet werden. Der Mainzer-CDU Abgeordnete Gerd Schreiner wagte sich zumindest an den Versuch einer Lösung. Er schlug vor, die Flugsicherung zu Lärmschutz zu verpflichten. Auch müsse man an die Grenzwerte ran. Was Schreiner verschwieg, ist, dass das Fluglärm-Schutzgesetz vor zwölf Jahren im Bundestag auch mit CDU-Stimmen beschlossen wurde. Die darin formulierten Werte sind, aus Sicht des Lärmschutzes im Rhein-Main-Gebiet, lächerlich. Quelle: ‚Wormser Zeitung‚.

Flugsicherung bereitet BER-Start vor

Die Zeichen verdichten sich, dass der BER im kommenden Jahr tatsächlich ans Netz geht. Die Flughafengesellschaft FBB kommuniziert gegenüber den Systempartnern Herbst 2020 als Eröffnungstermin und gibt sich zuversichtlich, das lange währende Projekt im kommenden Jahr endlich zu einem Abschluss bringen zu können. Mit der Eröffnung des neuen Flughafens und der Schließung des bislang wichtigsten Hauptstadt-Airport in Tegel wird auch der Luftraum über Berlin neu strukturiert. Das bedeutet für die DFS einen erheblichen Umstellungsaufwand, da die Lotsen auf den geänderten Luftraum und neue Verfahren geschult werden müssen. Für das Personal der beiden Kontrolltürme in Tegel und Schönefeld sowie die in Bremen stationierte Center-Lotsen beginnen nun die Schulungen für den BER-Betrieb. Ab November würden zunächst die Trainer geschult, die dann ab Februar auch die Lotsen und Vorfeldkontrolleure aus Schönefeld sowie die Lotsen und Platzkoordinatoren aus Tegel schulen, heißt es von der DFS. Das Unternehmen baue derzeit extra einen 3D-Simulator am Tower des BER, an dem alle möglichen Szenarien trainiert werden könnten. Mehr Informationen wie die künftige Berliner Luftraum-Struktur finden Sie im Originalbeitrag von ‚Airliners.de‘.

Porsche und Boeing elektrifizieren den Luftraum

Nachdem Porsche mit dem Taycan sein erstes E-Auto erfolgreich auf die Straße gebracht hat, erhebt man sich nun in die Lüfte. Gemeinsam mit Boeing will man den Markt für Premium Urban Air Mobility (UAM) erschließen. Dazu haben die beiden Parteien eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist es, die Stärken und das Wissen beider Unternehmen zu bündeln, um die Zukunft urbaner Fluggeräte zu untersuchen. “Die Kombination von Leistung und Stille haut einen aus den Socken” hieß es bereits beim Taycan, diese Erfahrung möchte man nun in andere Segmente überführen. All dies sind Zeichen dafür, dass sich Porsche “vom Sportwagenhersteller hin zur führenden Marke für Premium-Mobilität – und das kann langfristig auch die dritte Dimension umfassen” entwickelt, so Detlev von Platen, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei der Porsche AG. Aus seiner Sicht bringe man mit diesem Projekt die “die Stärken zweier weltweit führender Unternehmen zusammen, um ein potenziell wichtiges Marktsegment der Zukunft anzugehen.” Im Rahmen der Zusammenarbeit befasst sich ein internationales Team mit den verschiedenen Aspekten von Urban Air Mobility. Dazu gehört es, das Potenzial des Marktes für Premium-Produkte zu analysieren und mögliche Anwendungsbereiche zu ermitteln. Die Mitarbeiter von Boeing, Porsche und Aurora Flight Sciences, eine Tochtergesellschaft von Boeing, entwickeln ein Konzept für ein vollständig elektrisches Fluggerät, das senkrecht starten und landen kann. Dieses soll nicht nur auf dem Papier oder am Rechner entstehen, sondern auch in der Realität. Quelle: ‚Elektroauto-news.net‚.

Die Luftraum-Aufräumer

Die Alarmrotte der Luftwaffe steigt auf, wenn ein Flugzeug über Deutschland unterwegs ist, dessen Piloten sich nicht melden oder keine Route angegeben haben. Nun sichert die Staffel auch den Himmel über dem Baltikum. Wittmund ist neben dem bayerischen Neuburg an der Donau einer von zwei Standorten, an denen Deutschlands Eurofighter-Alarmrotte (Englisch: Quick Reaction Alert, „QRA“) stationiert ist: die Kampfflugzeuge, die den bundesdeutschen Luftraum kontrollieren, sichern – und im Krisen- oder gar Kriegsfall verteidigen helfen. In Deutschland werden rund 90 Prozent der Luftraumverletzungen von Maschinen der zivilen Luftfahrt begangen, die Gründe für diese „Verletzungen“ sind aber meist eher harmlose Verfehlungen. Meistens bricht über einen längeren Zeitraum die Funkverbindung ab. Das kann ein technischer Defekt sein, oder die Piloten haben eine falsche Funkfrequenz eingestellt. Oder sie haben einfach ihre Flugroute zuvor nicht angegeben. Quelle: ‚Frankfurter Rundschau‚. Bild: ‚Augsburger Allgemeine‚.

SES: Luftraum: Klimadebatte könnte Druck erhöhen

Vielleicht schafft die immer lauter werdende Klimaschutzdebatte, was der internationalen Wirtschaftskrise und zahlreichen politischen Initiativen in fast 20 Jahren nicht gelungen ist: den Aufbau eines einheitlichen europäischen Luftraummanagementsystems (Single European Sky, SES) entscheidend voranzubringen. Diese Ansicht vertraten jedenfalls etliche Teilnehmer einer von EU-Kommission und finnischer EU-Ratspräsidentschaft zu dem Thema organisierten Konferenz in Brüssel. „Der Klimaschutz gibt uns den Anstoß, den wir brauchen, um das zu einer wirklichen Priorität der EU-Mitgliedstaaten zu machen“, sagte Olivier Jankovec, Generaldirektor der europäischen Sektion des Airports Council International (ACI). Auch Jean Ferré, der für Luftraummanagement zuständige Vizepräsident von Thales und Grazia Vittadini, Chief Technology Officer bei Airbus, glauben, dass der öffentliche Druck und der Ruf nach mehr Nachhaltigkeit im Verkehr die SES-Reform auf der politischen Agenda nach oben hieven können. Ziel des einheitlichen Luftraums ist etwa, durch die Überwindung der nationalen Grenzen bei der Luftraumüberwachung direktere, kürzere Flugrouten zu ermöglichen. Dadurch ließe sich Treibstoff sparen, Kosten und Emissionen würden sinken. Außerdem soll durch ein abgestimmtes Luftraummanagement die verfügbare Kapazität für Flüge besser genutzt werden. Quelle: ‚Deutsche Verkehrs-Zeitung‚. Grafik: EU.

Digitale Plattform für Luftfahrtdaten

Der Schweizer Bundesrat hat beschlossen, eine neue Stelle mit Aufbau und Betrieb einer internetbasierten Plattform für die Sammlung der Luftfahrtdaten zu schaffen und die dafür nötigen Gelder zu sprechen. Die neue Plattform dient dazu, die Datenqualität zu verbessern. Gute Luftfahrtdaten sind für die Sicherheit der zivilen und militärischen Luftfahrt essentiell. Bei den Luftfahrtdaten handelt es sich um Geoinformationsdaten, die zum Beispiel für die Erstellung von Luftfahrtkarten notwendig sind und in Cockpitsysteme einfliessen. Sie geben Auskunft über die Struktur von Lufträumen, kennzeichnen Luftfahrthindernisse und werden für die Ausarbeitung von Flugverfahren benötigt. In der Schweiz werden diese Daten heute über diverse analoge Prozesse und Medien gesammelt und bei der Flugsicherung Skyguide und dem BAZL digitalisiert. Da immer mehr Luftfahrdaten in Cockpitsystemen direkt genutzt werden, steigen die Anforderungen an deren Qualität. Daher ist es sinnvoll, die Prozesse zur Sammlung und Anlieferung dieser Daten an die Flugsicherung Skyguide zu verbessern. Quelle: ‚BAZL‚.

AeCS gegen „Proposed Redesign CTR/TMA Zürich“

Der Aero-Club der Schweiz AeCS hat am Freitag 30.8.19 beim Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL seine umfassende und in jeder Hinsicht begründete Stellungnahme zum „Proposed Design“ des Luftraums Zürich deponiert. Ebenso wurden das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK, das Civil Aviation Safety Office CASO und die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle SUST mit dem Schreiben bedient. Ebenfalls mit dem Schreiben und einer Medienmitteilung bedient wurden die Staatskanzleien der Kantone Zürich, Aargau, Basel-Land, Basel-Stadt, Solothurn, Luzern, Schwyz, Zug, Thurgau und Schaffhausen sowie die Landeskanzleien der beiden deutschen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern. In den letzten Wochen und Monaten hat eine umfassende Analyse durch den AeCS und seine Luftraumexperten mit den betroffenen Regionalverbänden und deren Flugsportgruppen sowie die Luftsportorganisationen im angrenzende Ausland die Nichtdurchführbarkeit in der vorliegenden Form erkannt und bestätigt. Der AeCS weist in seiner umfassenden 12-seitigen Analyse den Entwurf entschieden und begründet zurück und retour an den Absender. Die Beilagen und Stellungnahmen der betroffenen Flugsportorganisationen umfassen weitere, hervorragend begründete 248 Seiten. Grafik: Kurt Oswald.

Flugplatz Lommis: Schliessung befürchtet

Die Motorfluggruppe Thurgau befürchtet eine Einstellung des Flugbetriebs in Lommis. Grund für die mögliche Schliessung des Flugplatzes ist die Ausweitung des Luftraums des Flughafens Zürich. In den Luftraum des Flughafens Zürich dürfen nur diejenigen hineinfliegen, die eine Erlaubnis von der Flugsicherung haben. In Zukunft soll der Luftraum bis ins Toggenburg ausgedehnt werden und in geringerer Höhe beginnen als bisher, schreibt die «Thurgauer Zeitung». Ballonfahrer, Gleitschirmflieger und Segelflieger haben Angst, dass sie sich bald nicht mehr frei in der Luft bewegen können. Beim Flughafen Lommis haben die Verantwortlichen sogar Angst, dass sie den Flugplatz schliessen müssen. Die Flieger müssten in Zukunft tiefer fliegen, was wegen dem Lärm kaum akzeptabel wäre. Zudem leide auch die Sicherheit, wenn die Flugzeuge in tieferen Lagen fliegen. Der Bund zeigt sich derweil erstaunt über die harschen Töne. Der Bund betont, dass es sich beim ausgeweiteten Luftraum erst um einen Entwurf handle. Quelle: ‚Toponline.ch‚.

St. Florian in Basel

Offensichtlich seien die Debatte um Klimaschutz, „der zunehmende Lärm mit entsprechenden Anrainerreaktionen“ und daraus drohende Einschränkungen, Anlass genug mit der Initiative, hinter der vor allen Wirtschafts- und Tourismusverbände stehen, „eine Lanze für den Flughafen zu brechen“, kommentiert die BISF die Gründung der „Alliance GloBâle“. Zwar könne auch sie fast alle Ziele dieser Allianz unterschreiben. Die Entwicklung hin zu einem Flughafen mit fortschrittlicher Infrastruktur sei eines „der Hauptanliegen der Anrainer“. Ob die „Alliance GloBâle“ das im Sinn habe, bleibe aber unklar. „Erstaunt“ zeigt sich die BISF zum Beispiel über die Haltung der Handelskammer-Allianz in Sachen Betriebszeiten. So hatte sich Letztere von deren pauschalen Kürzungen distanziert und Verbote als „falschen Weg“ bezeichnet. Genau solche seien aber Praxis am EAP und limitierten dessen Wachstum „signifikant“, hält die BISF fest. Indes beträfen diese alle den Schweizer Luftraum. Ein Beispiel sei die Begrenzung der Direktstarts gen Süden auf acht pro Tag. Einen weiteren Widerspruch sieht die BISF darin, dass die Kammer-Allianz die im Schweizer Luftraum geltenden Einschränkungen der Betriebszeiten für den gesamten EAP ausgeschlossen sehen will. Das sei eine „Haltung nach St. Florian“. Der EAP möge expandieren; dann aber möge der Betreiber, sprich die Schweiz, „konsequenterweise“ die Belastung übernehmen. Quelle: ‚Badische Zeitung‘.

Ostschweizer Sportflugszene: «Es geht um die Existenz»

Der Linienverkehr rund um den Flughafen Zürich soll mehr Platz erhalten. Die Ostschweizer Sportflugszene geht dagegen auf die Barrikaden: Sie fürchtet, verdrängt zu werden. Es ist einfach zu kompliziert. Zu diesem Schluss kamen die Experten, als sie den Luftraum rund um den Flughafen Zürich unter die Lupe nahmen. Piloten und Fluglotsen müssen mit etwa 20 ineinander verschachtelten Kontrollzonen fertig werden. Das Geflecht erstreckt sich von Basel bis nach Arbon und vom Zugersee bis nach Süddeutschland. Seit Jahren versucht der Bund zusammen mit der Branche, das Durcheinander zu entwirren und mit einem einfacheren System zu ersetzen, das weniger Risiken birgt. Inzwischen läuft der zweite Versuch. Im Frühling schlug das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) eine neue Variante vor – und bereits ist wieder Feuer im Dach. Organisationen aus der Sport- und Leichtaviatik wehren sich, darunter sind auch diverse Ostschweizer Vereine. Der Grund: Der kontrollierte Luftraum – den man nur mit Erlaubnis der Flugsicherung befliegen darf – soll zwar strukturell vereinfacht, aber auch ausgedehnt werden. Er soll vielerorts in geringerer Höhe beginnen als heute und auch horizontal erweitert werden, etwa ins Toggenburg. Deshalb fürchten nun Ballonfahrer, Gleitschirmpiloten, Segelflieger andere Vertreter der Leichtaviatik um ihre Bewegungsfreiheit. Der Tenor in den Rückmeldungen ans Bazl: Der Bund reserviere ohne Not reichlich Platz für die grossen Maschinen, die in Zürich und Dübendorf landen und starten – auf Kosten der Kleinen. Schon jetzt sei der kontrollierte Luftraum «überdimensioniert», schreibt der Aeroclub Ostschweiz. Was nun geplant sei, bedrohe gar einzelne Vereine und Flugplätze in ihrer Existenz. Quelle: ‚St. Galler Tagblatt‘.

Test von Drohnen-Kontrollsystem

Im europäischen Luftraum brummt es. Damit bei der wachsenden Anzahl von Drohnen niemand den Überblick verliert, wird in den Niederlanden nun ein Kontrollsystem getestet. Im niederländischen Delft wird ein neues europäisches Kontrollsystem für Drohnen getestet. Durch das System U-Space solle der Luftraum geordneter und sicherer werden, teilte die Technische Universität Delft mit. Ihre Forscher testen zudem Technologien, die Drohnen ermöglichen sollen, selbstständig anderen Flugkörpern auszuweichen. 2020 soll das Flugsicherungssystem U-Space in der EU eingeführt werden. Damit sollen Drohnen registriert und in die reguläre Flugsicherung integriert werden. Quelle: ‚ZDF‚.

Drohnen sollen europaweit einheitlich fliegen

Die EU hat neue Bestimmungen für die private und kommerzielle Nutzung von Drohnen erlassen. Bis 2020 müssen sie in nationales Recht umgesetzt werden. „Mit Blick auf einen einheitlichen europäischen Luftraum ist das ein großer Schritt vorwärts“, sagt Timo Stellpflug von der Kanzlei Taylor Wessing, einer der wenigen Experten für das Recht der unbemannten Luftfahrzeugsysteme (unmanned aircraft system, UAS). „Wer Geschäftsmodelle mit Drohnen plant, hat nun die notwendige Sicherheit.“ Die Zeit bis zum Geltungsbeginn der Verordnung könne allerdings zur Hängepartie zwischen alter Rechtslage und neuen Regelungen werden. Der Verband Unbemannte Luftfahrt (VUL) teilte auf Anfrage mit: „Wir begrüßen insbesondere, dass die Betreiber von Drohnen nun in vielen Fällen einen Kompetenznachweis erbringen müssen.“ Gelobt wird auch, dass Drohnen künftig durch einen Transponder im Luftraum erkennbar gemacht werden sollen (Fernidentifikation) und die Betreiber vor Luftraumverletzungen gewarnt werden (Geo-Sensibilisierung). Künftig soll es drei Kategorien von Drohnen geben, die sich am Betriebsrisiko orientieren: offen, speziell und zulassungspflichtig. Hier gelten dann unterschiedliche Regelungen. Darüber hinaus müssen die Staaten digitale Register schaffen, in die Betreiber zumindest von zulassungspflichtigen Drohnen eingetragen werden. Quelle: ‚Handelsblatt‚.

DAeC: „So gehen wir nicht mit Luftraum um!“

„Uns bereitet große Sorge, dass Grundidee zu sein scheint, den gesamten untersten Luftraum (vom Boden bis ca. 150 Meter Höhe) als potentiellen U-Space zu betrachten“, sind sich DAeC-Generalsekretär Hubertus von Samson-Himmelstjerna und der Vorsitzende des Bundesausschusses Unterer Luftraum Habbo Brune einig. Das Diskussionspapier formuliert den Anspruch, den U-Space flächendeckend zu gestalten. Eine Fragmentierung soll vermieden werden. Hierzu kommentiert der DAeC in seiner Stellungnahme an die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA): Der U-Space muss sich in die bestehenden Luftraumstrukturen integrieren und den gesamten Luftraum ohne Einschränkungen, sowie ohne technologische Standards die nur von der Drohnenindustrie vorgegeben werden, für die bemannte Luftfahrt nutzbar halten. Die unbemannte, automatisierte Luftfahrt muss vom Instrumentflug-(IFR) und Sichtflug- (VFR)Verkehr getrennt sein und einem ähnlichen Regelwerk unterliegen, den „Unmanned Flight Rules“ (UFR). Grundsätzlich sind alle Luftraumnutzer zur Einhaltung der SERA-Verordnung verpflichtet.“ Einen Luftraum, in dem nach dem Motto „Drohnen zuerst“ gehandelt wird, lehnt der DAeC ab. „Die genannten Ideen beruhen lediglich auf Rentabilität und nicht auf Flugsicherheit oder einer fairen Partnerschaft mit der Luftfahrtgemeinschaft. So gehen wir nicht mit dem Luftraum um, der für alle europäischen Bürger frei zugänglich sein muss. Den gesamten Artikel finden Sie im Newsletter des DAeC. Grafik: „Mit freundlicher Genehmigung der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH / R. Eisenschmidt GmbH“.

Irrflug über Kloten

Irgendwie war da ein Echo. Ab und zu wurde es auf dem Radar sichtbar. Dem Mann im Tower des Flughafens Zürich gefiel das nicht. Denn mit dem unbekannten Flugzeug auf seinem Bildschirm, dem Grund für das Signal, bestand kein Funkkontakt. Das «Ufo» näherte sich dem Nahverkehrsbereich des Flughafens in Kloten ZH mit beängstigendem Tempo. Der Zeitpunkt für die Überraschung war denkbar ungeeignet. Denn gerade hatte der Flugverkehrsleiter im Tower Piste 14 für einen Edelweiss-Airbus aus Las Vegas (USA) freigegeben. Und der Ferienflieger meldete tatsächlich ein nicht identifiziertes Flugzeug auf Kollisionskurs: einen Motorsegler mit Pilot und Passagier. Eine Dreiviertelstunde geisterte der Hobby-Flugzeugführer durch den Schweizer Luftraum. Seinen Transponder hatte er die ganze Zeit ausgeschaltet. Zurück in deutschen Gefilden, vermied er es zunächst tunlichst, sein Schweizer Abenteuer zu melden. Die ganze Geschichte finden Sie im Originalbericht von ‚blick.ch‚.

Redesign Luftraum Zürich

Hier sind Informationen und empfohlene Handlungsanleitungen des Aero-Club der Schweiz zum laufenden Prozess um den Entwurf einer neuen TMA/CTR Struktur online zu finden. Dem AeCS ist es wichtig, dass Luftraumbenutzer und Flugplatzhalter/Infrastrukturbetreiber transparent informiert sind und aktiv mitarbeiten und Stellung nehmen zum angedachten, jedoch völlig unbrauchbaren Entwurf. Der AeCS ist auf Rückmeldungen der aviatischen Community angewiesen, genau so wie der Regulator BAZL und der Provider skyguide, um gute Lösungen zu finden. Quelle: ‚Aero Club Schweiz‚.

Änderungen im Schweizer Luftraum 2019

Hier finden Sie die neueste Version der gewohnten Luftraum-Präsentation von Kurt Oswald. Es hat für die Saison 2019 nur marginale Änderungen gegeben (was nicht heisst, dass man diese vor dem nächsten Flug nicht studieren soll). Die ehemaligen Segelflugzonen und Segelflugräume heissen nun alle LS-R-xx.

Piloten warnen von Unfallgefahr in Paderborn

Die Pilotengewerkschaft Cockpit befürchtet ein erhöhtes Risiko von Zusammenstößen in der Luft am Flughafen Paderborn . Hintergrund der Warnung ist eine Lockerung der Luftraumregeln durch das Bundesverkehrsministerium. Im Kern geht es um den Verzicht auf Funkkontakt. »Diese Entscheidung gefährdet Piloten und Passagiere«, kritisiert Cockpit-Vorstandsmitglied Björn Reimer. Gerade mit Blick auf einen Zwischenfall im Juli 2018 sei diese Entscheidung nicht hinzunehmen. Bei dem Vorfall kam es über dem sauerländischen Meschede zu einer Beinahekollision zwischen einem Segelflieger und einer Passagiermaschine des Typs Embraer 190, die sich im Landeanflug auf den Flughafen in Büren befand. Bei der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung dokumentierte man den Fall als »eine schwere Störung«. Dennoch wurden die Regeln im Paderborner Luftraum von Klasse D auf E gelockert. Damit müssen sich Piloten – egal ob in einer Passagiermaschine oder in einem Segelflugzeug – über Funk nicht mehr beim dortigen Tower melden. Quelle: ‚Westfalen-Blatt‚.

Luftraumdaten 2019 Deutschland & Österreich

Der Deutsche Segelflugverband e.V. und AustroControl stellen die aktuellen Luftraumdaten für das Jahr 2019 hier verdankenswerterweise kostenlos zum Download bereit:

-> Luftraumdaten 2019 Deutschland
-> Luftraumdaten 2019 Österreich

Schweiz: Luftraum-Refresher 2019

Der Luftraum in der Schweiz wird immer komplexer. Deshab ist es wichtig, dass wir vor Flügen über die Luftraumstruktur informiert sind. Luftraumverletzungen können nicht nur äusserst gefährlich sein, sondern werfen ein schlechtes Licht auf unseren wunderbaren Sport. Hier finden Sie die (wenigen) Änderungen für das Jahr 2019.

BRD: Luftverkehr wächst

DFS Deutsche Flugsicherung GmbH hat 2018 im deutschen Luftraum so viele Flüge gezählt wie nie zuvor. Insgesamt wurden 3’346’448 Flüge nach Instrumentenflugregeln registriert. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 4,2 Prozent. 2018 wurden im deutschen Luftraum über 130’000 Flüge mehr gezählt als im Vorjahr. Das entspricht dem jährlichen Verkehrsaufkommen des Flughafens Stuttgart. Der verkehrsreichste Tag 2018 war der 7. September mit 11’024 kontrollierten Flügen. Auch das ist ein neuer Rekord: Der Spitzenwert des Vorjahres, 10’667 Flugbewegungen an einem einzigen Tag, wurde um 3,5 Prozent übertroffen. Die Zahl der Überflüge legte 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent zu. Quelle: DFS.

WEF – Weltwirtschaftsforum Davos 2019

In Davos findet in der Zeit vom 22. Januar bis zum 25. Januar 2019 das Weltwirtschaftsforum (WEF) statt. Um die Sicherheit zu garantieren, sind verschiedene Sicherheitsmassnahmen ergriffen worden. Unter anderem ist in der Zeit vom 21. Januar bis 26. Januar die freie Benützung des Luftraums und der Flugplätze in der Region Davos eingeschränkt.

WEF Davos, Luftraum-Beschränkungen in Österreich

Vom 18. bis 26. Januar 2019 gelten aufgrund des Weltwirtschaftsforums WEF in Davos jeweils von 07:00 bis 16:00 Uhr die in diesem Dokument ersichtlichen Luftraum-Beschränkungen.

Manchmal wird es knapp.

Der Schweizer Luftraum ist komplex, immer wieder kommen sich Flugzeuge näher als erlaubt. Schuld daran sei auch das Militär, sagen Unfallexperten in einem ungewohnt scharfen Bericht. Die Unfallexperten fahren schweres Geschütz gegen die Luftwaffe auf. Der Schlussbericht über die gefährliche Annäherung eines zivilen und eines militärischen Flugzeugs endet mit zwei sogenannten Sicherheitsempfehlungen: Die Radaranlagen der Flugsicherung auf den Militärflugplätzen sollten mit einem System ausgerüstet werden, das vor Kolli­sionskursen warnt, und die von der Luftwaffe betriebenen Flugzeuge sollten Kollisionswarngeräte erhalten. Das Militär, so stellt die Unfalluntersuchungsstelle (Sust) fest, sei in dieser Beziehung nicht auf dem Niveau der zivilen Fliegerei. Das Fehlen von Kollisionswarngeräten in den Militärmaschinen sei sogar «ein beträchtliches Risiko für alle Luftraumbenützer», da sie sich oft im gleichen Luftraum bewegen wie der zivile Verkehr. Mehr Informationen im Orignalbericht des Tages Anzeigers, Zürich.