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Drohende Insolvenz – Liliums Bankrott-Erklärung

Lilium hat bislang fast 1,5 Milliarden Euro Verluste angehäuft, praktisch ohne Einnahmen zu generieren. Nun geht das Geld aus. Im eigenen Halbjahresbericht warnt der Flugtaxi-Pionier gar vor einer schnellen Insolvenz. Das Schicksal liegt nun endgültig in den Händen des Staates.

Das Schicksal von Lilium entscheidet sich bis spätestens Jahresende. Der Entwickler des Senkrechtstarters mit Elektro-Turbinen zeichnet im jetzt an die US-Börsenaufsicht SEC vorgelegten Halbjahresbericht zwar Fortschritte bei der Entwicklung seiner Modelle – braucht aber dringend weiteres Geld.

Sollten staatliche Finanzhilfen vom Bund und dem Land Bayern nicht in den nächsten Wochen fest zugesagt sein oder Investoren neues Geld geben, drohen den Angaben zufolge drastische Einschnitte im Geschäftsbetrieb, bis hin zur Anwendung des „geltenden Insolvenzrechts“. Lilium hofft auf Staatsbürgschaften über insgesamt 100 Millionen Euro.

Jede Verschiebung im Zeitplan kostet Geld. Der bemannte Erstflug wurde von Ende dieses Jahres auf Anfang 2025 verschoben. Die Markteinführung ist für 2026 geplant, auch wenn dieses Datum im jüngsten Bericht nicht mehr explizit genannt wird. Erstmals verweist Lilium in einem Börsenbericht auf das Insolvenzrecht.

Der zweite deutsche Entwickler von Flugtaxis, Volocopter, hatte im Frühjahr ebenfalls mit einer Insolvenz gedroht. Durch eine Kapitalspritze der bisherigen Gesellschafter, darunter der chinesischen Geely-Gruppe, konnte dies aber abgewendet werden.

Volocopter hatte auch um Staatshilfe gebeten, was zunächst am Veto von Baden-Württemberg und Bayern scheiterte, während der Bund wohl grünes Licht gab. Bei Lilium ist es umgekehrt. Hier hat Bayern inzwischen eine Haftungsübernahme von 50 Millionen in Aussicht gestellt, während vom Bund der gleiche Betrag im Haushaltsausschuss bisher nicht bewilligt ist.

Liliums Finanz-Dilemma

Das Finanz-Dilemma von Lilium mit Sitz vor den Toren Münchens zeigt sich an wenigen Zahlen. Nach den Angaben an die US-Börsenaufsicht sind bisher Verluste über insgesamt 1,446 Milliarden Euro aufgelaufen – bei praktisch keinen Umsätzen. Allein im ersten Halbjahr 2024 lag der operative Verlust bei 185,9 Millionen Euro (Vorjahres-Zeitraum 128,5 Millionen Euro).

Durch die positive Neubewertung von Finanzanlagen lag der Nettoverlust im ersten Halbjahr bei 86,9 Millionen Euro. Die verfügbaren Finanzmittel (Cash) lagen zur Jahresmitte bei knapp 110 Millionen Euro. Lilium berichtet über fortgeschrittene Gespräche mit dem Bund und Bayern über Finanzhilfen. Die Zustimmung wird in den nächsten Wochen erwartet.

Bis die endgültigen Dokumente erstellt sind, werde es weitere drei bis fünf Wochen dauern. Bisherige Investoren hätten eine Kapitalspritze von 32 Millionen Euro bereits zugesagt und dies zum Teil von den Staatshilfen abhängig gemacht.

Das Unternehmen berichtet über weitere Fortschritte bei der Entwicklung seines E-Flugmodells, das wie ein kleiner Senkrechtstarter-Regionalflieger eingesetzt werden soll. Die ersten drei Modelle sind entweder bereits fertig, oder die Produktion ist angelaufen. Im ersten Halbjahr 2025 soll die Produktion des vierten Modells beginnen.

Als großen Entwicklungserfolg wertet Lilium, dass jetzt der „Power-On“-Meilenstein beim ersten Modell in der endgültigen Konstruktion erreicht wurde. Für die Techniker ist es der Beleg, dass die Stromversorgung samt angeschlossener Elektronik wie geplant funktioniert. Wie bei einigen Elektroautos basiert das Stromnetz auf einer 900-Volt-Architektur, womit die Batterien relativ schnell geladen werden können. Quelle: ‚welt.de‚, Gerhard Hegmann.

„System-Power-on“ für Lilium-Jet

Lilium hat bei der Entwicklung seines elektrischen Jets einen Meilenstein erreicht. „Power-on“ entspricht dem Akzeptanz-Testverfahren der konventionellen Verkehrsflugzeug-Herstellung. In der „Power on“-Phase wird geprüft, wie alle Strukturteile sowie die hydraulischen und elektrischen Systeme in die Zelle eingebaut wurden. Diese Phase schließt die Modifikation des Flugzeugs ab und prüft, ob alles so funktioniert und eingeschaltet werden kann, wie es soll.

  • System-Power-on“ ist der Start der Bodentest-Kampagne von Lilium Jet.
  • Der erste Lilium Jet, MSN 1, soll die Sicherheit für den ersten pilotierten Flug bestätigen, der für Anfang 2025 geplant ist.
  • MSN 2, das erste Flugzeug, welches Lilium mit einem Piloten an Bord fliegen wird, ist in der Endmontage.

MSN 1 soll Liliums Labor-Testflugzeug „Eisvogel“ werden. Das ist ein voll funktionsfähiges Flugzeug und Bestandteil des Zertifizierungs-Programmes sein, Mit ihm sollen Flug-Sicherheit und Einhaltung der Lufttüchtigkeits-Anforderungen bestätigt werden.

Mit MSN 2, welcher sich ebenfalls in der Endmontage befindet, will Lilium Anfang 2025 mit einem Piloten an Bord fliegen. Der MSN-3-Rumpf ist in Produktion. Lilium will bis zur Typzertifizierung, die für 2026 geplant ist, sechs Testflugzeuge fliegen.

Im August dieses Jahres hat Lilium die erste Phase der elektrischen Integrationstests im firmeneigenen Energiesystem-Labor (EPSL) abgeschlossen. Die Firma hat dort mehrere elektrische Kernfunktionen getestet, darunter Hochspannungs-Verteilung, Niedrigspannungs-Umwandlung und -Verteilung, Gesundheitsberichte und Ladesysteme. Bei der Stromversorgung wird Hochspannung (900 Volt) angewendet und zur Versorgung der Niederspannungs- und Avioniksysteme, einschließlich Cockpit-Display, Flugsteuerung, Kommunikation, Navigation und Überwachungssysteme, transformiert.

150 Millionen Dollar auf Abruf – Lilium atmet auf

Die deutschen Flugtaxi-Entwickler Lilium und Volocopter haben zuletzt gewarnt, dass ihre Gelder knapp werden könnten. Nun kann zumindest Lilium erstmal erleichtert sein. Ein US-Investor steht für eine Notfall-Spritze bereit. Jüngst schlug Lilium-Chef Klaus Roewe Alarm, weil die Gelder des deutschen Flugtaxi-Entwicklers knapp werden könnten. Er plädierte für staatliche Bürgschaften, um neue Investitionen abzusichern. Nach WELT-Recherchen hat Lilium jetzt eine Notfall-Finanzspritze vereinbart. Der US-Hedgefonds Yorkville Advisors ist bereit, für bis zu 150 Millionen Dollar Lilium-Aktien zu kaufen. Geplant ist eine Kapitalzufuhr auf Abruf, weil noch nicht feststeht, ob und wann das bis Mai 2027 befristete Angebot genutzt wird.

Eine Sonder-Hauptversammlung am 30. Mai soll den potenziellen Einstieg des US-Investors bewilligen, heißt es in Dokumenten an die US-Börsenaufsicht. Vorgesehen ist eine SEPA-Finanzierung (Standby Equity Purchase Agreement), bei dem ein Investor bei Bedarf Aktien kauft, gewissermaßen ein Eigenkapital-Kredit. Yorkville könnte die Anteile ein paar Prozentpunkte unter dem Börsenkurs erwerben. Es gehört zum Yorkville-Geschäftsmodell, in ambitionierte und risikoreiche Zukunftsfelder zu investieren. So hatte sich der Hedgefonds auch beim vorübergehend insolventen deutschen E-Autoentwickler Sono Motors engagiert.

Ein Lilium-Sprecher spielte die Bedeutung des Yorkville-Abkommens auf Anfrage herunter und sprach von einer häufig genutzten Absicherung von an der US-Technologiebörse Nasdaq notierten Unternehmen. Das Thema Sicherheit habe nicht nur bei den Lilium-Modellen höchste Priorität, sondern auch bei den Unternehmens-Finanzen, so die Begründung.

Die Lilium-Finanzhilfe aus den USA ist dennoch bedeutend, denn sie wird ausgerechnet zu einem Zeitpunkt publik, an dem sowohl der Lilium-Chef als auch der Chef des Flugtaxi-Unternehmens Volocopter, Dirk Hoke, unverblümt um Staatshilfe als Bürgschaft bitten, um die Entwicklung ihrer Elektro-Senkrechtstarter weiter zu finanzieren. Hoke sprach sogar von einer potenziellen Insolvenzgefahr oder den Verkauf ins Ausland.

Finales Lilium-Modell wird an EBACE in Genf gezeigt
Auch der Lilium-Chef Roewe beklagte jüngst in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ fehlende politische Unterstützung, um die Zukunftsbranche im Land zu halten. Lilium versteht sich wegen seiner E-Jet-Triebwerke statt Propeller und seiner größeren Reichweite ohnehin nicht als klassisches Flugtaxi, sondern mit zunächst 175 Kilometer Reichweite als Angebot für Städteverbindungen.

Die Lilium-Finanzhilfe wird kurz vor der Businessflugzeug-Messe (EBACE) in Genf Ende Mai bekannt, bei der erstmals die endgültige Auslegung des Modells für vier bis sechs Passagiere plus Pilot öffentlich gezeigt wird.

Häufig werden im Umfeld von Messen auch Neuaufträge vereinbart. Bisher liegen Lilium Absichtserklärungen für 757 Modelle, davon 42 Festaufträge, vor. Die kommerzielle Einführung ist für 2026 geplant – wenn die Aufsichtsbehörden grünes Licht geben. Der erste bemannte Lilium-Testflug ist bis Jahresende geplant. Quelle: ‚Welt‚.

Atlantic Aviation and Lilium Unite to Electrify Regional Air Mobility

Atlantic Aviation, a leading fixed-based operation (FBO) and aviation services provider, has teamed up with Lilium N.V. (NASDAQ: LILM), developer of the first all-electric vertical take-off and landing (“eVTOL”) jet, to prepare Atlantic’s network of more than 100 FBOs for the Lilium Jet’s regional air mobility service launch in the United States.

Lilium and Atlantic will focus on infrastructure deployment and operations, with an eye toward passenger experience, at existing and upcoming sites. Strategic planning will revolve around key drivers including aircraft flight paths, charging capabilities, passenger facilities, operations forecasting, and more. This comprehensive approach will ensure Lilium Jet operators have access to strategic points within Atlantic’s network of aviation facilities, working to optimize the passenger experience and paving the way for a new era of air travel.

Lilium’s planned commercialization approach focuses on manufacturing and selling an aircraft to various individuals and companies for private, premium and shuttle operations and thereafter providing aftermarket support and services. This go-to-market strategy will allow for a diverse revenue stream and is predicated on aviation facilities being ready for the Lilium Jet, emphasizing the value of partnering with Atlantic. Source: ‚AtlanticAviation‚.

ArcosJet Purchases 10 Lilium eVTOL-Jets

ArcosJet DMCC and Lilium N.V. (NASDAQ: LILM), developer of the first all-electric vertical take-off and landing (eVTOL) jet, have announced ArcosJet’s purchase of 10 Lilium Jets, expected to be delivered through 2026 & 2027. Following the appointment of ArcosJet as an exclusive authorized dealer for private sales of the Lilium Jet in their region, ArcosJet’s purchase means eVTOL travel will soon be available for customers in the Middle East.

The Lilium Pioneer Edition Jet will offer the largest cabin in its category, low-noise, high-speed regional transport with zero operating emissions, where passengers will enjoy large panoramic views in its spacious 4-seat cabin. Deliveries of the premium eVTOL jet are expected to begin in early 2026. The Lilium Jets will be delivered to customers with a comprehensive maintenance program, pilot training, and two charging stations.

“Today we are pleased to announce the details of our purchase of Lilium Pioneer Edition Jets and are confident that the aircraft will quickly find buyers and lay the foundations for the development of sustainable air transport in the Middle East. Together with Lilium, ArcosJet offers its customers best-in-class innovations and developments for the future of transport. We see this as the most profitable investment in the high-tech and sustainable future of aviation, as well as in the development of regional air mobility,” said Mikhail Alenkin, ArcosJet founder and CEO.

“Together with ArcosJet, we are excited to be entering new markets by introducing our revolutionary Lilium Jet and thrilled with their firm commitment to 10 jets. With ArcosJet’s experience and expertise in private aircraft sales, I am confident our partnership will help customers appreciate the unique capabilities of eVTOL flight,” said Sebastien Borel, Chief Commercial Officer at Lilium.

The Lilium Pioneer Edition Jet is the first planned model of the Lilium Jet and will comfortably seat four passengers on estimated non-stop flights of up to 175 km at 250 km/h. The first manned flight of the type-conforming aircraft is scheduled for late 2024, with type certification expected in late 2025. Source: ‚Lilium.com‚.