Schlagwort-Archiv: Motorfliegen

Thermenland-Sternflug

Termin: 26. April 2025 – für alles was Flügel, Prop & Murl hat. Der Thermenland Sternflug dient der Vertiefung von Freundschaft und dem Austausch von Erfahrung sowie der fliegerischen Erkundung des Flugsportlandes Steiermark.

Der Sternflug umfasst neben der geselligen Zusammenkunft eine Präzisionsaufgabe und eine Tourist Trophy Wertung. OeAeC-Mitglieder können ohne Nenngeld teilnehmen. Alle Teilnehmer/-innen fliegen als eigenständige/r selbständige/r mit Flugplan gemeldete Pilot/-in.

-> Anmeldung.

Interessante Studie zu „Frauen im Flugsport“

Unsere Vereine werden von Männern geführt und gestaltet, die den Flugplatz ohnehin wunderbar, lebensund liebenswert finden. Der Geruch und die Aura des Hangars ist Abenteuer und Wohlfühlbereich genug. Das Verweilen am Startplatz mit einer Flugbewegung alle 15 Minuten ist Unterhaltung pur und Freizeitgenuss. Wir erkennen und sehen die Defizite nicht , die wir gegenüber „normalen Menschen“ ausstrahlen. Die hohe Bruttozeit am Platz, für die geringe Nettozeit im Flugzeug, die langen Wege, das eher nüchterne Umfeld ist für uns nicht wahrnehmbar.

Für Außenstehende jedoch stechen diese Problemfelder stark hervor. Jetzt die Überraschung: Das gilt nicht nur für Frauen, sondern auch für neutrale Gäste und Kinder. Viele Menschen nehmen diese Defizite in Kauf, nur um das Fliegen von uns zu erlernen. Das erklärt auch recht hohe „drop out rates“.

Wer mehr Frauen in seinem Verein will und auch neutralen BesucherInnen (die noch nicht heillos vom Flieger-Virus befallen sind) gegenüber attraktiv wirken möchte und aus diesen Reihen Mitglieder gewinnen möchte, wird sich dem 5F-Programm stellen müssen:

Fit Für Frauen, Familien, Freizeit
Die Sektion Segelflug des ÖAeC sieht als Autorin ein sog. 5F-Programm als Aufgabe für die Zukunfts-Fähigkeit unseres Sports an und bemüht sich, auch hier einen Katalog an Handlungs-Anregungen und Empfehlungen zu erarbeiten. Denn die Aussagen von Frauen, die aus familiären Zusammenhang mit dem Flugbetrieb vertraut sind und sich durchgesetzt haben, sind wenig förderlich, etwas Grundsätzliches zum Besseren zu verändern.

5F ANREGUNG NUMMER 1 AN VEREINSVORSTÄNDE
Macht einmal einen kritische Blick auf euer Vereinsumfeld und dann ein Brainstorming was an eurem Vereinsumfeld als unfreundlich, abweisend und wenig einladend erscheinen könnte oder ausgrenzend interpretiert werden kann. Quelle und vollständige Studie.

Gemütliches Musbacher Fly-In

Dass die Fliegerkameradschaft weiterhin besteht, belegte vergangenes Wochenende das zweitägige „Fly In“ auf dem Musbacher Flugplatz. Eingeladen hatte die Fliegergruppe Freudenstadt zum 95jährigen Jubiläum. Auch präsentierte sich der Verein der Allgemeinheit mit zwei Tagen der offenen Tür.. Zumindest am Samstag hielt sich bei brütender Hitze die Besucherzahl in Grenzen. Besser sah es am Sonntag aus, wo doch eine größer Anzahl von Besuchern die Möglichkeit zum Flug mit der Vereins-DR 400, und den Ultraleichtflugzeugen FK 9 sowie Dynamic WT 9 nutzte. Segelflug fand sporadisch nur am Samstag zu Überlandflügen statt.

Überwiegend schwebten Gäste mit Ultraleichtflugzeugen in Musbach ein. Dabei wurden neuste Ultraleicht-Baumuster gesichtet, deren Gewicht teils bis auf 600 Kg Abflugmasse angehoben wurde. Manche Muster besitzen ein Einziehfahrwerk. Das bringt bei geringen Spritverbrauch eine enorme Verbesserung der Reisegeschwindigkeit. Rund 50 Besatzungen nutzten am Samstag die Gelegenheit, mit ihren Gyrocopter, Motorseglern, Motorflugzeugen und Ultraleichtflugzeugen einmal in Musbach landen zu dürfen.

Die weiteste Anreise hatten Piloten aus Nordrhein-Westfalen und aus Österreich. Mehrere Oldtimer Flugzeuge waren ein Blickfang. Star war sicherlich die Cessna 140 A mit der Kennnummer N 5393 C, die ansonsten in Kehl-Sundheim stationiert ist. Mit ihrem Continental-C90-Motor ist sie bei einer Reisegeschwindigkeit von rund 169 km/h gemütlich unterwegs. Stolz berichtet ihr Pilot Albert Nuber, dass diese Cessna 140 A bereits 1950 gebaut wurde. Vor rund 20 Jahren wurde der Metallvogel aus den USA nach Deutschland überführt.

Ebenfalls ein Blickfang war die Dallach D 2 Sunrise. Der zweisitzige Tiefdecker verfügt über ein offenes Cockpit. Konstruiert wurde das Ultraleichtflugzeug vom langjährigen Konstrukteur und Kunstflieger Wolfgang Dallach, der leider verstorben ist. Bei einer Reisegeschwindigkeit von nur 105 km/h lässt man es gemütlich angehen. Hier steht der Fluggenuss an erster Stelle. Ein echter Oldtimer war der feuerrote Doppeldecker Stampe, der aus Backnang anflog. Zu Besuch waren die Fliegerkameraden vom LSV Schwarzwald. Sie hatten auch eine schnittige Beach Bonanza dabei, um rechtzeitig vor dem Sonnenuntergang den Rückweg nach Winzeln-Schramberg anzutreten. Zuvor saß man in trauter Runde vor der Flugzeughalle zusammen, um etwas Fliegerlatein zu pflegen. Auch sonst reisten mehrere befreundete Piloten mit dem PKW an, um in Musbach alte Freunde zu treffen.

Am Sonntag wurden weitere zehn Gastflieger empfangen. Hier hatten zahlreiche Regenschauer und Gewitter weiteren anfliegenden Teilnehmer den Weg nach Musbach blockiert. Als Flugleiter hatte der Vorsitzende der Fliegergruppe Axel Reich allerhand zu tun. Unterstützt wurde er vom 2. Vorsitzenden Karl Pfau, der das Fly In und die Tage der offenen Tür mit Reich und Kassier Tobias Abraham maßgeblich mitorganisiert hat. Auch sonst packten die Mitglieder der Fliegergruppe Freudenstadt an allen Ecken mit an. Mit viel Motivation war die Jugendgruppe dabei.

Am Samstagabend spielte die Band „Potluck“ auf. Dazu konnten zahlreiche Musbacher Bürger begrüßt werden, die einen lauen Sommerabend genossen. Wichtig war es der Fliegergruppe Freudenstadt, interessierten Bürgern ihr Fluggelände und auch den Flugzeugpark vorzustellen. Denn ein gutes Miteinander mit den Musbacher Bewohnern und weiteren Anwohnern liegt der Fliegergruppe auch in Zukunft am Herzen. Dazu trugen auch zahlreiche Gespräche und Begegnungen bei. Quelle: ‚Lothar Schwark, FG Freudenstadt‚.

Einladung zum Kärntner Landesverbandstag 2023

Freitag, dem 26. April 2024, 18.00 Uhr, Gasthof Krall, Ehrentaler Str. 57, 9020 Klagenfurt.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung
  2. Totengedenken
  3. Bericht des Präsidenten
  4. Ehrungen
  5. Berichte der Sektionsobmänner
  6. Bericht des Kassiers
  7. Bericht der Rechnungsprüfer
  8. Entlastung des Vorstandes
  9. Bericht der Antragsprüfungskommission
  10. Anträge
  11. Allfälliges

Kurzbericht aus der Sektion Segelflug: „Segelflug Bundesliga“. Anschließend folgt ein Vortrag von Dr. Hubert Huber und August Mayer: „In 44 Tagen nach Südamerika und zurück“.

Reminder für zehn-Schlösser-Rallye

Das Flugsportzentrum Spitzerberg (FSZ) veranstaltet mit Unterstützung durch den Österreichischen Aero-Club und den Landesverbänden Wien und NÖ eine „Zehn-Schlösser-Rallye“ und ladet dazu alle Pilotinnen und Piloten sowie deren Angehörige und Freunde recht herzlich ein.

Programm von Samstag, 08. Juni 2024
09:30 Begrüßung und Briefing beider Gruppen (im Lehrsaal)
11:00 Beginn Flugplanung 1. Gruppe
12:15 Start 1.Gruppe

bei doppelter Verwendung eines Flugzeuges:
13:00 Beginn Flugplanung 2. Gruppe
14:15 Start 2.Gruppe

bei einer Gruppe:
ab 14:30 Ausgabe der individuellen Ergebnisse
ab 15:00 Aushang der Ergebnisse

bei zwei Gruppen:
ab 16:30 Ausgabe der individuellen Ergebnisse
ab 17:00 Aushang der Ergebnisse

Allgemeines

  • Der Bewerb wird nach Sichtflugregeln (VFR) geflogen. Die Entscheidung über das ausreichende Vorhandensein der für den Flug gesetzlich erforderlichen Wetterminima, sowohl vor dem Start als auch während des gesamten Fluges, obliegt alleine dem für das jeweilige Luftfahrzeug verantwortlichen Piloten.
  • Zur Teilnahme zugelassen sind einmotorige Flächenflugzeuge (auch Motorsegler und UL) mit einem Höchstabfluggewicht von maximal 2.000 kg. Die Flugzeuge können doppelt verwendet werden (1. und 2. Gruppe).
  • Die Flugzeuge können von einem Piloten allein oder zusammen mit einem Navigator, welcher keine Fluglizenz haben muss, geflogen werden. Dafür gibt es keine Fehlerpunkte-Aufschläge. Die Wettbewerbsgeschwindigkeit beträgt min. 60 kts und ist nach oben um jeweils 5 kts gestuft.
  • Der Bewerb besteht aus der Flugplanung, dem Navigationsflug und einer Ziellandung und wird nach den im Folgenden angeführten Regeln ausgetragen.

Mit Stipendium Fluglehrerin werden

Die Vereinigung Deutscher Pilotinnen (VDP) vergibt jedes Jahr Stipendien für angehende Fluglehrerinnen. Pilotinnen, die ihre Flugleidenschaft an andere weitergeben möchten, können sich jetzt bewerben. Je nach Ausbildungsart – Segelflug, UL, PPL-A, PPL-H oder PPL-D – fördert die VDP bis zu 3.000 €. Bei der Bewerbung gilt: wer sich zuerst anmeldet, bekommt die Förderung. Bewerberinnen müssen mindestens ein Jahr Mitglied in der VDP sein, sowie die erfolgreiche Eignungsprüfung für eine Lehrberechtigung nachweisen. Weitere Auskunft erteilen Antoaneta Sontheimer oder Rosa Höltken unter gs[a]pilotinnen.de. Quelle: ‚DAeC‚.

„Ich will nach Venedig“ (2)

-> Teil 1.

Für den Abflug von Elba sollte ein wenig Zeit eingeplant werden. Auch die Piloten der General Aviation müssen in Marina di Campo samt Gepäck durch den Sicherheitscheck mit Röntgengerät und Metalldetektor. Dieser ist jedoch nur physisch ein eigener Abfertigungspunkt, da die Station für die Bezahlung der Lande- und Abstellgebühren und die Sicherheitsschleuse in Personalunion besetzt sind.

Für unseren Abflug nach Locarno hatten wir bereits berechnet, dass wir die Minimalanforderungen an die Steigleistung mit voller Beladung und vollem Tank mit unserer 80 PS Rotax-DA20 gerade so erfüllen. Ob unsere Berechnungen richtig waren, wurde nicht getestet, unser Abflug ging in Richtung 16 und somit bergab hinaus übers Meer. Fliegerisch die einfache Variante, touristisch die mit der schöneren Aussicht. Im Abflug machte sich wieder bemerkbar, dass die Lotsen auf Elba ihre Funkproblematik gut kennen. Wir waren kaum abgehoben, da bekamen wir schon unsere gesamte Anweisung zum Abflug, mit Routing, neuer Frequenz und nächstem Meldepunkt. Es ging in einer Linkskurve im Steigflug ein Stück übers Meer und dann über die Bucht von Lacona und einmal quer über die Insel. Hier hatten wir dann bereits keine zuverlässige Funkverbindung mehr zum Tower von Marina di Campo. Über Portoferraio verließen wir die Insel Richtung Festland. In Reichweite der Küste blieben wir dann über Wasser und folgten dem Küstenverlauf.

Schon vor unserem Abflug hatte unsere Wettervorbereitung fragwürdige Bedingungen über dem nördlichen Appennin ergeben. Tiefe, teils aufliegende Cumulusbewölkung mit Neigung zu Ausbreitung und Überentwicklung. Die Entscheidung von Elba direkt nach Locarno zu fliegen hatten wir wegen des Zolls getroffen. Bei den größeren Flugplätzen wie Marina di Campo und Locarno ist eine Zollabfertigung unproblematisch. Tatsächlich war bei beiden keine separate Anmeldung einer Zollabfertigung erforderlich, bei Aufgabe des entsprechenden Flugplanes wurde automatisch der Zoll informiert. Bei kleineren Flugplätzen ist das nicht so selbstverständlich möglich. Um uns den Aufwand zu sparen, planten wir keine Zwischenlandung an der Küste. Dennoch gehörte zu unserer Flugvorbereitung aufgrund des Wetters, dass wir einige Flugplätze, wie zum Beispiel Massa Cinquale, entlang der Rivieraküste als Ausweichziele eingeplant hatten.

Das uns vorhergesagte Wetter machte einen Überflug des Gebirges wie erwartet unmöglich. Wir umflogen die Sperrzonen von La Spezia, konnten jedoch aufgrund der Bewölkung nicht weiter nördlich fliegen und mussten wieder zurück zur Küste ausweichen. Der freundliche Lotse von Milano Information schlug uns vor über Genova entlang der Küste zu fliegen und übergab uns an Genova Approach für den Einflug in den Luftraum D. Wenn überhaupt möglich, war der Lotse von Genova Approach noch freundlicher und noch hilfsbereiter. Er fragte uns, ob wir unseren Flug entlang der Küste in VMC fortsetzen könnten und wir erhielten ohne jegliche Schwierigkeiten eine Einflugfreigabe. So konnten wir das schlechte Wetter entlang der Küste umfliegen. Kurz vor dem Flughafen Genova Sestri direkt über dem Hafen von Genova öffnete sich das Wetter über Land und machte die Fortsetzung unseres Fluges gen Norden möglich.

Entlang des Torrente Scrivia flogen wir über die Poebene, an Milano vorbei auf direktem Kurs Richtung Locarno. Unterwegs konnten wir unsere Erfahrung mit dem Wetter mit einem anderen Piloten teilen, der sich auf derselben Route in entgegengesetzter Richtung befand und wissen wollte über welche Route er am besten das Wetter umfliegen kann.

In der Poebene mussten wir wieder unter 1000 ft fliegen. Der Anflug auf Locarno im Zickzack von Meldepunkt zu Meldepunkt über den Lago Maggiore war malerisch. Wir landeten in Locarno auf der 08 Center, einer Graspiste und wurden sehr freundlich empfangen. Als wir von unserem Vorhaben berichteten am See zu campieren, wurden uns vom Flugplatz angemietete Pedelecs angeboten, die wir dann gleich am nächsten Tag noch dazu benutzten, ins Valle Verzasca zu radeln. Dieser Service war für uns kostenlos, ob das allerdings in Locarno für Gastpiloten dauerhaft so ist, oder ob es nur eine Testphase war, das haben wir leider nicht so genau verstanden.

Das Wetter auf der Nordseite der Alpen war so schlecht, dass wir mindestens zwei Nächte in Locarno zu bleiben entschieden. In der zweiten Nacht schlug das Wetter auf der Südseite der Alpen um, dafür wurde es im Norden besser. Am Morgen beobachteten wir im Minutentakt die Wetterveränderungen und Sichtbedingungen an den Pässen, denn es schien sich gegen Mittag eine Möglichkeit des Alpenüberflugs zu bieten. Dieses Fenster wollten wir nutzen, da die Vorhersage für die nächsten Tage wieder schlechter war. Der Lukmanier-Pass ist der niedrigste von den für unsere Route möglichen Pässen und war als erster im GAFOR als frei gekennzeichnet. Sobald der Pass offen war, waren wir startklar. Unser Abflug war, dank des vielen Regens, auf der Asphaltpiste in Startrichtung 26. Als wir am Pass ankamen, sah es sogar noch besser aus als erwartet und wir konnten unter besten Sichtbedingungen ins Rheintal und dieses bis zum Bodensee entlang fliegen.

Wir flogen, unfreiwillig, dieselbe Route über Friedrichshafen und den Schwarzwald zurück, die wir auch beim Hinflug genommen hatten. Das trübt unsere Reise aber in keiner Hinsicht. Genug erlebt haben wir trotzdem. Und auch, wenn wir manches nicht gelernt haben, haben wir vieles andere gelernt. Vor allem fliegerisch. Aber auch menschlich. Man muss sich wirklich gut verstehen für so eine Tour, denn man hat wenig Platz sich aus dem Weg zu gehen. Und ich finde, dass wir die meiste Zeit ein richtig gutes Team waren. Nicht immer, manchmal haben wir es auch verpeilt zusammen zu arbeiten. Aber ich glaube daraus haben wir gelernt. Und ich freue mich auf die nächste Tour. Nach Rom. Oder England. Oder Spanien. Hauptsache wegfliegen. Quelle: ‚Akaflieg-Freiburg‚.

Von Straubing nach Eggenfelden

Der Flug ist vollkommen unspektakulär und eine halbe Stunde später sind wir bereits im Anflug auf Eggenfelden EDME. Hier ist heute gut was los. Dass es Kaffee und Kuchen für die Besucher des UL-Fly-Ins gibt, hatte uns heute Morgen schon der Ampfinger Flugleiter erzählt, der am Vorabend ebenfalls vorbeigeflogen war. Kuchen ist inzwischen aus, doch Kaffee und Bier tun es auch.

Wir treffen gleich weitere Teilnehmer des Lehrgangs – von denen Andrés bereits jeamnden vom Didaktik-Kurs kennt – und erfahren, dass es inzwischen wieder Sprit gibt. Und warum es kurzfristig keinen gegeben hatte: Die Tankstelle war nach einen Flugunfall vorübergehend gesperrt worden. Nachdem geklärt war, dass der Unfall nicht auf den Treibstoff zurückzuführen war, wurde der Sprit wieder freigegeben. Traurige Geschichte …

Eine Woche Eggenfelden und Umgebung
Wir sind dankbar, dass uns einer der Piloten zu unserer Unterkunft bringen kann und wir kein Taxi rufen müssen. Für die nächsten Tage haben wir in der Unterkunft Fahrräder gemietet, die wir gleich noch am Abend nutzen, um im Nachbarort Essen zu gehen.

Schnell merken wir, dass wir mit unserer Unterkunft einen Glücksgriff getan haben. Zwar liegt sie mit 7,5 km Entfernung nicht direkt in Flugplatznähe, aber die Familie Brunner, die die Appartements mit kleiner Wirtschaft betreibt, ist sehr herzlich, das Frühstück lecker, die Wohnung gemütlich und die Räder tun auch, was sie sollen.

Am nächsten Morgen begleite ich Andrés zum Flugplatz, um von dort aus weiter das Rottal zu erkunden. Erst fahre ich durch Eggenfelden und Gern – ein Beispiel für eine sehr gut erhaltene altbayrische Hofmark. Dann geht es weiter die Rott entlang Richtung Pfarrkirchen und mit dem Zug zurück nach Eggenfelden. Am nächsten Tag radle ich weiter nach Bad Birnbach – auch hier gibt es einen schönen Badesee, der nach der Radtour in der heißen Sonne genau die richtige Abkühlung bringt. Nicht weniger erholsam ist die Rottal Terme in Bad Birnbach.

Die Regionalbahn verkehrt stündlich zwischen Passau und Mühldorf am Inn – und von dort ist es ein Katzensprung nach Ampfing. Ich nutze es aus, dass ich zwischenzeitlich immer wieder die Bahn nutzen kann, um meinen Radius zu erweitern (und dass ich ein Deutschlandticket habe). Die Orte sind schön restauriert und es macht Spaß, sie zu erkunden. Auch der Ausflug nach Mühldorf ist lohnenswert, stelle ich fest. Allerdings ist es hier nicht so flach wie im Rotttal und ich komme mitunter ganz schön ins Schwitzen. So ganz perfekt passt mir das Rad halt doch nicht.

Passau zu Fuß …
Wenn ich schon in der Nähe bin, muss ich natürlich auch nach Passau und zum Dreiflüsseeck. Der gletscherwasser-grüne Inn überfließt die Donau, in die wiederum die vom Bayerischen Wald kommende schwarze Ilz fließt. Das ist schon sehenswert. Natürlich besuche ich auch den Dom St. Stephan mit seinen Orgeln und bewundere die Grabplatten im Innenhof.

Irgendwie tut mir bei meinen ganzen Ausflügen mein Mann leid, der in den letzten Tagen hart gearbeitet hat und an die 100 Starts und Landungen vom Copilotensitz hinter sich hat. Die gute Nachricht am Abend: Er ist gut vorangekommen und soll es am Samstag etwas ruhiger nehmen. Da bietet es sich doch an, dass ich mit ihm zusammen die Gegend erkunde – diesmal allerdings mit dem Flugzeug.

… und aus der Luft
Also starten wir am nächsten Morgen mit unserer C42 zunächst gen Passau und dann weiter Richtung Chiemsee. Andrés möchte mir unbedingt die weltlängste Burganlage in Burghausen zeigen und ich ihm das Dreiflüsseeck. Aus der Luft sieht das Zusammenfließen von Inn und Donau noch cooler aus als von unten. Und auch die Burg zu Burghausen ist spannend anzusehen. Leider türmen sich über den Alpen schon die Wolken auf – es sind Gewitter angesagt. So sparen wir uns den Weg zur Kampenwand, die uns ebenfalls empfohlen wurde, und machen uns nach einer Runde über den Chiemsee auf den Rückweg. Quelle: ‚Majaloewenzahn‚.

Fluglehrerkurs-Aufnahmeprüfung

Am 02. Dezember 2023 ist es wieder soweit und wir, der MFVS, führen die 2023er Ausgabe der bewährten Info-Veranstaltung «Fluglehrerkurs-Aufnahmeprüfung» im Verkehrshaus Luzern durch. Es wird aufgezeigt, wie man selbst oder mit Unterstützung die Chancen auf Erfolg bei der Aufnahmeprüfung zum Fluglehrerkurs, durch gezielte Vorbereitung erhöhen kann. Quelle: ‚Motorflugverband der Schweiz‚.

High school students get early access to aviation

AlphaFlight, a flight school based at the Plymouth Municipal Airport in Indiana, gives local high school juniors and seniors the chance to earn college credits and take to the skies through a two-year vocational aviation program. Since 2019, AlphaFlight, co-owned and operated by Dan Marohn and Ken Norris; the North Central CTE Cooperative; and Ivy Tech Community College have worked together to introduce teens to the myriad of career possibilities that exist in the world of aviation.

The North Central CTE Cooperative provides opportunities for students to discover career pathways through hands-on learning, postsecondary credits, industry certifications, and work-based learning. “Having grown up in Plymouth and coming out to the airport as a young kid to learn to fly, I had nobody to help guide or mentor me,” said Marohn. “The high school aviation program is a way for me to give back and make the aviator path easier for these high school students by being able to guide and mentor them in all of the different aviation paths they may want to go into.” The two-year program spans the entire academic year; upon completion, students will have earned 20 college credits, 10 simulator hours, and 10 flight hours—five hours per year. The students attend daily classes at the airport from 12:30 p.m. to 3 p.m. and are required to abide by a professional dress code at the airport. In their junior year, students focus more on flight training while second-year students attend classes focused on airport management and airport operations. Ground school gets the students prepared to take the FAA private pilot knowledge test, while students also earn five hours of flight instruction in an airplane, and five hours of flight instruction in a full-motion Redbird simulator, per year.

It is completely free for students to attend the program, which includes transportation to and from the airport. Students wishing to pursue a pilot certificate during the program are responsible for the cost of the training above and beyond the five free flight hours. “The High School Aviation program was a dream program for me to help increase the activity at the airport,” Bill Sheley, Plymouth Municipal Airport Manager, said. “The program came together much easier and in a bigger way than I thought possible due to all the people involved, the flight school AlphaFlight and the High School Administration.

“Due to the quality of the flight instruction and the aviation experience of the classroom instructors our program has grown to the largest enrollment in Indiana for CTE Aviation programs,” Sheley continued. “For the 2023-24 School year, we presently have 50 students enrolled. I never thought the program would be so popular. We are at the point where we must be considering adding classroom space at the airport. I am most proud of the head start the program gives the students that go on for further training for an aviation career. My students that have gone on to the U.S. Air Force, Embry-Riddle, Liberty, and Purdue have all told us how much the program has advanced them over their fellow students.” Last month, current second-year student Ebert White had his first solo flight in AlphaFlight’s Cessna 172. White, who hopes to fly for the airlines one day, plans to earn all of his certificates and ratings at AlphaFlight. The school plans to hire him as an instructor to fly and build time.

Outside the classroom, students take part in career and technical education days where aviation industry professionals speak about their day-to-day and the paths that got them there. Students also participate in field trips to Grissom Air Reserve Base, where they learn about VORs and military air traffic control, and even test their skills on the National Guard obstacle course. Many current and past students credit the program with not only making their dreams of flight a reality but also preparing them for life in university and in the professional world.

“The experience I had at the aviation vocational program was unlike anything I’ve ever done before,” said Kavan Holm, a 2023 graduate from the program. “From getting very detailed ground schooling to learning how to how to manage an airport we explored anything and everything aviation related and on top of that got 10 hours of flight and simulator time logged into our logbooks for free.” “This is definitely going to help me in my future endeavours as I go on to study Aviation Maintenance Management,” Holm continued. “The knowledge I will already have on my future career and more will give me a big leg up in my class.” Marohn hopes the success of the program encourages more flight schools and school districts to develop their own programs so more students can realize their dreams of aviation. “We encourage other flight schools in the country to reach out to us so we can help launch a curriculum and infrastructure designed for them so that they are able to provide their surrounding high school students with the opportunity to explore all of the possible careers aviation has to offer.” Source: ‚Niki Britton on AOPA‚.

MFVS-Flugparcours 2023

Der beliebte Flugparcours wird in diesem Jahr wieder durchgeführt. Es stehen zehn Flugplätze zur Auswahl, wovon mindestens deren acht anzufliegen sind. Unter diesem Link könnt ihr das Formular herunterladen. Dieses kann per E-Mail an schmid[a]eroclub.ch oder per Post an das Sekretariat des MFVS Maihofstrasse 76, 6006 Luzern gesandt werden. Quelle: ‚Motorflugverband der Schweiz, MFVS‚.

Lauterbach Looped 2023

Vom 17. bis 20. Mai fand am Fluglatz Wernges (EDFT) der Motorkunstflugwettbewerb “Lauterbach Looped” statt. Erstmals wurden in diesem Rahmen auch die Deutschen Meisterschaften in den Kategorien Sportsman und Intermediate ausgerichtet. Die Zusammenarbeit des Deutschen Kunstflugverbands (DKuV) mit dem Flugplatzteam des Aero-Club Lauterbach funktionierte dabei in unübertroffener Perfektion! Das Wetter spielte auch mit, wenngleich etwas kühl für die Jahreszeit, war es meist sehr sonnig und keine Wolken in der Box. Lediglich am Samstag waren die Wolken etwas zu tief, weshalb in den Kategorien Advanced und Unlimited jeweils nur zwei statt der geplanten drei Programme geflogen wurden.

Alle 32 Piloten waren sehr diszipliniert unterwegs, so dass die Programme straff durchgezogen werden konnten. Die Judges leisteten in diesem Kontext förmlich Fließbandarbeit – auch hier war alles mehr als professionell, kaum war ein Pilot gelandet, konnte er schon seine Bewertung begutachten. Sieger in der Deutschen Meisterschaft der Kategorie Sportsman wurde Uwe Krabbe in seiner Extra 300L vor Andreas Hochenauer (Extra 330SC) und Thilo Glaser (Yak 55M). In der mit 14 Teilnehmern stärksten Kategorie Intermediate konnte Martin Laubner (Yak 55M) die deutsche Meisterschaft gewinnen, nachdem ihm das letztes Jahr schon bei den Sportsman gelungen ist. Zweiter wurde Florian Fischer (Edge 540) und Rang drei ging an Patric Leis mit seiner Pitts S-1E.

In Advanced siegte Altmeister Alex Stegner (Pitts S-2S) vor Flo Kowohl (Edge 540) und David Friedrich (Extra 330SC). David war gleichzeitig als Veranstalter und Contest Director mehr als ausgelastet, also sensationell, da nebenbei einen dritten Platz zu erfliegen! In Unlimited waren nur zwei Teilnehmer am Start. Es siegte Markus ‘Maxu’ Feyerabend (Extra 330SC) vor der einzigen Dame im Teilnehmerfeld, Kathi Suthau mit ihrer XA-42. Die gesamten Ergebnisse sind auf der Veranstaltungsseite zu finden, die detaillierten Wertungen können hier betrachtet werden.

Am Samstagabend war noch Freestyle und Airshow Training angesagt, hier konnten die Piloten ihre Künste verfeinern und die Maschinen ihre Rauchfahnen zeigen. Dann ging es zur großen Abschlussfeier über, die mit leckerem Essen begann. Zu Ehren des erst kürzlich verstorbenen Dirk Schmidt – die Seele des Lauterbacher Vereins – wurde noch eine Missing Man Formation geflogen, bevor es mit der Siegerehrung weiterging. Untermalt von Livemusik folgte ein bunter Abend der sich lange in die Nacht hineinzog und der Veranstaltung einen würdigen Abschluss bot. Lauterbach war wieder eine ganz tolle Veranstaltung, wir sind gespannt und freuen uns schon auf die Ausgabe im nächsten Jahr. Quelle: ‚Kunstflugverband‚.

Sunset in the Alps

I have long grappled with the philosophical question: are my aviation pursuits truly my own, or is there an imbalanced devotion to the legacy of my grandfather? I will never know if or how I would have been attracted to aviation had my first flight not been at age two in the back of his Piper Cub. I further will not have the ability to rewrite history and wonder if I would have been attracted to the Cub to Super Cub taildragger line, or if that is a monument to subconscious programming, having taken more rides than I can count in them. I defer to my own reasoning, at roughly age 10, when I stood in the middle of the runway until my grandfather noticed my presence, forcing him to abort the takeoff run so I could hop in. He was not happy. “You have an airplane,” I thought, “I am not concerned if you’re unhappy. I want to go flying.”

Is it as simple as taking a ride on the plane that is available, or does it go deeper than that? The subject got stirred up recently by two things. I saw a magazine article that had Cessna 120s in it. The 120 has tailfeathers and wingtips with a similar shape to the Cub, and I always liked them as a kid. So maybe it is the airplane model and not just the memory.

About a month ago, I was at an airport when a Bell 47 helicopter landed. It left me with warm fuzzy feelings like all is right in the world. My grandfather bought one when he turned 76. I took one ride in it, itself which was mildly disconcerting owing to the circumstances around the flight (and a pernicious inadequacy of rotor RPM in flight), and that was it. Yet, here I am, looking “nostalgically” at it. Perhaps another vote for legacy worship?

My grandfather said frequently about the PA-11: “it flies the best out of all of them.” I assume he meant the Cub to Super Cub line, though he might have meant out of every airplane model on Earth. It is hard to tell as he often spoke in reduction and by reference, interspersed with fusillades of inarguable condescension. Anyhow, he is correct, that the experience in flight in the PA-11 is literally superior to any other taildragger I have flown, as long as we’re not concerned with speed or cabin comfort.

The thing about all this mountain and glacier flying, along with the photography process, is that it just happened after the airplanes did. The aircraft of my youthful rides gave way to teenage training in the PA-11, which resulted in eventually owning it. A few months into owning the PA-11, I pointed a camera out the window and it was an instant knack for it. One should be honest: it is pure luck that the aircraft is a good platform for photography. If the wing, strut, gear, or anything else is in the way, one can’t use nostalgia or willpower to fix it; it just doesn’t work in that case. It is further luck that these airplanes are nearly perfect for high mountain flying: high lift, high drag, and slow. If I had a Stromberg carburetor with a C-90 engine instead of a Marvel-Schebler with mixture control and an O-200 engine, the PA-11 probably would have never gotten above 12,000 feet, which means I would not have taken it to Colorado, which means none of this would have happened.

Maybe it boils down to the carburetor that happened to be sitting in my grandfather’s hangar.

At the same time, I am if anything persistent. Carburetors can be changed. As John Muir is quoted as saying: “The mountains are calling, and I must go.” I am quite sure after a bunch of spitting and sputtering at high altitudes, I would have found some “airport geezers” (quote from “Flight of Passage” by Rinker Buck) and asked them how to supercharge the damn thing. After telling me that I am an idiot (that has already happened), somebody would have figured it out, and there I would be, wandering around in the flight levels in a Cub.

There is the nagging question of childhood. Sometimes it leaves its mark and that is that. Over 35 years ago, my grandfather had a yellow Piper Cub and a blue and white Super Cub. He would ask me which one I wanted to take a ride in. Recently, it occurred to me that I have a yellow Cub…and a blue and white Super Cub…and ask myself which one to fly. One must confess that glaciers weren’t part of the picture; in fact, my grandfather thought mountain flying was stupid and told me over and over again I would die if I went near them.

After all the introspection and musing, I think two things are true: my grandfather probably figured out the most enjoyable planes and helicopters available to fly. He lived as these machines came to market, whereas I see them only as novel antiques. I also think that I unquestionably would have always been attracted to a Cub and a Super Cub, and I probably would have in every version of alternate history taken them into the mountains and to the glaciers.

I thought it would be fitting after this missive to pictorially demonstrate what I consider to be a pleasant evening flight, which stands in stark contrast of my grandfather’s version of the same. His ideal evening flight is over farm fields, 700 feet above the ground, barely going fast enough for the airplane to stay flying, with the door open. Were I actually to spend any time with warm summer evenings over farm fields, then I would agree! Source: ‚Garrett Fisher‚.

A Mystery on the Eiger

On a prior flight, I noticed two odd black shapes on the north summit of the Eiger (3.967m / 13,057’). I thought at the time that it was two cliff-face tents, affixed by climbers that felt the need to sleep 8,000’ feet above their potential graves. When I flew past the Eiger again some days later in the Cub, the “tents” were still there, which meant one of two things: they are not tents, or the occupants were dead.

I made a swipe of the summit, from the Mittellegihütte to the east, southwest along the north face, with my telephoto lens in hand. In the end, the mystery appeared to be solved: it is a pair of rocks that, for some unknown reason, repels snow from them. Perhaps in my wanderings, I have discovered some kind of sneaky Swiss espionage installation.

The rest of the flight carried on, photographing late-season glaciers for my upcoming book on the glaciers of Switzerland. While I have already published a book on the glaciers of the Bernese Alps, it seemed silly to include the existing photos, so I have been working on redoing the range. The supposition is that readers of my books purchase every single one of them, mentally catalogue each photo, and get indignant that some are repeated. Perhaps I am overthinking that notion, though photographing glaciers a second time never hurt anyone.

I recalled before the flight that I was approaching image number 700,000, though I forgot about it until I landed. That left the image as a rather authentic selection from my binge of rapid-fire photography. I happened to be alleviating the perpetual boredom of looking up at the glacier from below, instead circling into a mid-glacier flat spot, looking away at the tongue that flows toward the Berner Oberland foothills. Source: ‚Garret Fisher‚.

Fliegen für Kinder mit Handicap

Seit dem Jahr 2000 dürfen wir nun schon interessierten Menschen unser faszinierendes Hobby näher bringen und leben weiterhin mit viel Begeisterung für unser Tun, mit Flügen aller Art und in alle Himmelsrichtungen. Wir danken unseren zahlreichen Rundfluggästen, dass wir mit ihnen fliegen und damit unsere fliegerische Sozialaktion „Fliegen für Kinder mit Handicap“ unterstützen konnten. Somit bestätigt und beweist sich, dass eine kleine Idee mit Teamgeist fast aller Vereine am Flugplatz Hohenems, zu einer großartigen, gemeinschaftlichen Flugplatzaktion werden kann – mit RUNDFLUGTEAM-Flugplatz Hohenems und Fliegen für Kinder mit Handicap. Quelle / vollständiger Bericht: ‚Rundflug-Team Hohenems‚.

Frühstart in die Flugsaison

Bei herrlichem Wetter ist der Markgräfler Luftsportverein am Neujahrstag mit Flügen im Ultraleichtflugzeug Icarus C 42 in die Flugsaison 2023 gestartet, schreibt der Vorsitzende des Luftsportvereins, Arno Breitenfeld, in einer Mitteilung. Beim traditionellen Treffen zum Neujahrskaffee im Clubheim war das Wetter so gut, dass die Piloten spontan das Ultraleichtflugzeug aus der Halle geholt und einige schöne Runden damit gedreht hätten, berichtet Breitenfeld. Dem Flugvergnügen schloss sich dann die Kaffeerunde an, dem Wetter entsprechend im Freien vor der Flugzeughalle. Quelle: ‚Die Oberbadische‚.

Die Welt von oben bei Nacht

Es ist Oktober 2020 – wieder einmal geht ein sonniger, warmer Sommer mit vielen Flugstunden und wundervollen fliegerischen Erlebnissen mit Clubkameraden und Mitfliegern zu Ende. Der Herbst bzw. Winter bedeutet für uns Flieger tendenziell eher schwierigere Flugbedingungen. Das Wetter macht Flugplänen des öfteren einen Strich durch die Rechnung, da verstärkte Herbstwinde, Nebelbildung, tiefe Wolken, Eisbildung, sowie kürzere Tageszeiten diese Jahreszeiten dominieren. Letzteres sollte in Zukunft keine Hürde mehr für mich darstellen, da ich mich dieses Jahr für die Nachtflugausbildung an unserem Flugplatz in Hodenhagen entschied.

Da ich Inhaber eine LAPL Lizenz bin, benötigte ich vor Beginn des Nachtfluges eine praktische Ausbildung im Bereich Funknavigation. Somit machte ich mich Anfang Oktober mit unserem Ausbildungsleiter Rolf Bannier auf und lernte innerhalb von 5 Stunden mit Begrifflichkeiten wie VOR, NDB, Radial, Practice-ILS-Approach usw. sowohl theoretisch, als auch praktisch umzugehen. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Lizenzerweiterung ging es endlich los. Rolf eröffnete den diesjährigen Nachtflug-Theorieunterricht. Hier erfuhr ich alles über die Besonderheiten des Nachtfluges. Nun konnte die Praxis endlich kommen. Mit Einbruch der Dunkelheit erleuchtete die Piste in Hodenhagen taghell. Ich schob das Gas der Cessna 172 rein und die Maschine rollte los. Wenige Sekunden später blickte ich geradeaus in die Dunkelheit und beobachtete ebenso konzentriert die Instrumente.

Auf Reiseflughöhe angekommen konnte ich den wirklich einmaligen Ausblick auf die schimmernden Ortschaften genießen und wusste nun, wieso einige Vereinsmitglieder davon zurecht schwärmten. Rolf erklärte mir mit seiner bekannten Ruhe alles Wichtige und nach einigen Kurven, Anflügen von VORs, Platzrunden endete die erste Stunde. Die nächsten Stunden ging es auf Strecke. So wurden Flüge über Braunschweig, Wolfsburg, Hannover, sowie simulierte Anflüge bei Nacht auf den Flughafen Hannover geübt. Neue Funksprechverfahren mit der Flugsicherung „Bremen Radar“ wurden ebenfalls unterrichtet und angewandt. Der Abschluss der Ausbildung endete mit Solo-Platzrunden, die in Hodenhagen absolviert wurden. Nach etwas mehr als einem Monat und vier Praxistagen ist ein nächster fliegerischer Meilenstein geschafft und er hat sich mehr als gelohnt! Vielen Dank an meinen Fluglehrer Rolf für die guten und humorvollen aber dennoch sehr lehrreichen Ausbildungflüge, sowie Harald Gielsdorf, der bei kaltem Wetter die Flugleitung in Hodenhagen übernahm und damit das Fliegen mit ermöglichte. Quelle: ‚Dirk Siebert‘, Flugplatz Hodenhagen.

Fliegen in der kalten Jahreszeit

Die kalte Jahreszeit ist da und damit auch Wolken und Nebel, besonders im Mittelland. Obwohl wir heute viele Tools und Apps für die Wetterplanung zur Verfügung haben, das GO oder NOGO erfolgt oftmals in letzter Minute. Statistiken zeigen, dass VFR-Flüge unter Instrumentenflugbedingungen die tödlichste Art von wetterbedingten Unfällen sind und eine viermal so hohe Todesrate hat, wie alle anderen Unfälle der Leichtaviatik. Unfallberichte wie dieser hier sind bezeichnend, wie ein «VMC into IMC»-Flug enden kann:

«Der Unfall, bei dem eine Cessna 152 während des Anflugs auf den Flugplatz in einen Wald abstürzte, ist auf einen Kontrollverlust in Instrumentenflug-Wetterbedingungen zurückzuführen.» Der Kontrollverlust war die Folge einer räumlichen Desorientierung, also ein Flug nach Sicht ohne Sichtreferenz.

Wieso begeben sich Piloten leichtsinnig und unnötig in Gefahr von VMC in IMC zu fliegen? Ist es zeitlicher Druck, ein Wiegen in falscher Sicherheit, „ich schaffe das schon“ oder gar Leichtsinn? Wie auch immer, uns bleibt nur die Möglichkeit, immer und immer wieder auf diese grosse Gefahr aufmerksam zu machen.

Beginnen wir mit ein bisschen Meteokunde
Typisch für die kalte Jahreszeit: Wenn das Laub sich verfärbt, schrumpft der Spread, ein wichtiger Aspekt bei der Nebelbildung in der dritten Jahreszeit. Mit dem Spread bezeichnet man den Unterschied zwischen aktueller Temperatur und Taupunkt; wenn sie zusammentreffen, haben wir Nebel. Der Grund dafür sind die vorherrschenden Hochdrucklagen im Herbst und Winter, welche uns windstille und klare Nächte bescheren. In diesen findet eine starke Abstrahlung statt, der Boden kühlt ab und damit auch die Luft darüber. Bei genügender Feuchtigkeit kann die Luft dabei den Sättigungspunkt erreichen und es bildet sich in den frühen Morgenstunden Nebel. Dies geschieht von der Bodenoberfläche her, so dass sich in der Nacht zuerst nur Wiesennebel (engl. shallow fog, MIFG) bildet. Dieser wird mit der Zeit dichter und wächst sowohl horizontal als auch vertikal in die Höhe. Es entstehen Nebelbänke (engl. fog patches, BCFG) und im weiteren Verlauf bildet sich eine kompakte Nebelschicht (engl. fog, FG) mit einer reduzierten Sicht von unter 1 km.

Diese Nebelart nennt man Strahlungsnebel. Die Auflösung setzt erst ein, wenn die Sonne einen gewissen Stand erreicht hat, wobei die Sonneneinstrahlung zuerst den Erdboden erwärmt und die darüberliegenden Nebeltröpfchen verdunsten lässt. Nebel bildet sich vor allem im Herbst resp. übers Winterhalbjahr und hat natürlich mit der Position der Sonne zu tun. Wenn sie im Hochsommer fast senkrecht über unseren Breiten steht, treffen die Sonnenstrahlen annähernd rechtwinklig auf die Erdoberfläche und heizen diese erheblich intensiver auf, als wenn sie sich im Winterhalbjahr schräg einfallend über eine wesentlich größere Fläche verteilen. Da die Luft nicht direkt durch die Sonne, sondern Wärmeabstrahlung des Bodes erwärmt wird, werden bei tiefem Sonnenstand keine hohen Temperaturen mehr erreicht.

Die Entstehung von Nebel ist lokal sehr unterschiedlich und von Flugplatz zu Flugplatz verschieden. So ist entscheidend, ob sich ein Flugplatz in einer Talmulde oder an einem Hang befindet, ob es Gewässer und damit mehr Feuchte in der Umgebung hat oder ob durch Niederschlag am Vortag mehr Feuchtigkeit zur Verfügung steht. Flugplätze, die in der kalten Jahreszeit oft von Nebel heimgesucht werden, liegen insbesondere im Mitteland in Tälern mit Flüssen oder Gewässern. Dazu zählen unter anderem St. Gallen-Altenrhein, Lommis, Zürich, Birrfeld und Grenchen.

Eine sorgfältige Flugplanung ist das A und O
Für die Planung von Flügen hat dies eine erhebliche Auswirkung. Wenn früh morgens der Flugplatz noch im Nebel liegt, ist das höchstens ärgerlich, aber bringt keine Gefahr – wir warten bis sich der Nebel auflöst. Anders ist es, wenn am Abend bei niedrigem Sonnenstand der Boden immer mehr und mehr im Nebel verschwindet. Und das kann ziemlich schnell gehen. Dann nähern sich Taupunkt und Temperatur immer schneller an bis sie gleich sind: Nebel bildet sich, eine Landung wird unmöglich.

Für die Flugplanung heisst das, insbesondere ein Augenmerk auf die Prognosen zu legen. Dafür stehen im VFR-Bereich folgende Produkte zur Verfügung (erhältlich auf www.skybriefing.com):

  • Flugwetterprognose: unter «Gefahren» wird vor Nebel gewarnt
  • GAFOR: die Veränderung hin zu X-Ray inklusive dem Wetterelement Nebel
  • METAR: kleiner Spread
  • TAF: Verschlechterung der Sicht und Nebel (FG) in den Änderungsgruppen
  • LLSWC: Symbol für Nebel (FG), oft begleitet von LCA (locally)

Merkpunkte für die Flugplanung
Von uns aus möchten wir euch drei Merkpunkte ins Cockpit geben:

  • Bereite deinen Flug sorgfältig vor. Insbesondere ein seriöses Meteo-Briefing ist wichtig. Im Zweifelsfalle bitte erfahrene Piloten und Fluglehrer um Rat und ruf für eine Einschätzung auf dem Zielflugplatz an. Kompetente Beratung erhältst du zusätzlich auch über die zwar kostenpflichtige aber individuelle Wetterberatung von Meteo Schweiz (Tel. 0900 162 737), speziell auch für das Wetter Enroute.
  • Wähle einen guten Alternate. Der Ausweichflugplatz sollte, wenn möglich in einem anderen geografischen Gebiet liegen, in dem kein Nebel erwartet wird (z.B. Zielflughafen Bern, Alternate Ecuvillens statt Bern, oder Zielflughafen St. Gallen Altenrhein, Alternate Bad Ragaz statt Lommis). Nimm dazu auch genügend Treibstoff mit!
  • Geh nicht aufs Ganze. Das Eintauchen in IMC ist mit Stress und dem Verlust der räumlichen Orientierung verbunden. Vergewissere dich daher über deine „Persönlichen Minima“ zur Reduktion von Risiken.

Weitere, wertvolle Informationen zum Fliegen in der kalten Jahreszeit liefert euch der Beitrag: Sichtweiten Sichtweiten: Nebel – die tückische «Bodenwolke» von Meteoschweiz.

Safety Tipp: Solltest du trotzdem von VMC in IMC geraten, dann gibt’s nur eines: Fliege zurück von dort wo du hergekommen bist, d.h. 180-Grad Standard-Umkehrkurve und du bist in einer Minute wieder aus den Wolken oder dem Nebel raus! Das klappt aber nur, wenn das auch mal unter erschwerten Bedingungen geübt wird und sollte nie im Voraus bereits eingeplant sein!
 
Exkurs: “Persönliche Minimas”

Persönliche Minimas sind Mindestanforderungen und Entscheidungskriterien, welche am besten am Boden definiert werden, frei von äusserem Druck
und der Arbeitsbelastung durch das Fliegen des Flugzeugs. Sie beziehen sich auf Bereiche wie dich als

  • Pilot
  • Wetter und Wetterbedingungen
  • das Luftfahrzeug
  • den Flugplatz

sowie andere safety-relevante Aspekte. Die bewusste Auseinanderesetzung mit den persönlichen Minimas dient der strukturierten, mentalen Flugvorbereitung noch bevor wir uns im Flug mit der Situation konfrontiert werden. Denk daran, deine persönlichen Mindestanforderungen und dein fliegerisches Können regelmässig zu reviewen und zu aktualisieren. Quelle: ‚BAZL, Bundesamt für Zivilliftfahrt‚.

Quer durch alle Schweizer Militär-Fluggebiete.

Rigi. Pilatus. Eiger. Titlis. Tödi.

31.12.2012. Den schon fast traditionellen Silvesterflug haben wir dieses Jahr mit der Familie genossen. Wenigsten mit grossen Teilen davon. Sarah und Brigitte waren auf den Schneeschuhen unterwegs bzw. mussten den Silvesterabend kulinarisch sicherstellen – und hätten ja in der HB-KPN ohnehin nicht auch noch Platz gefunden. Aber Deborah, Philippe und Alissa sind mit um die Schweizer Voralpen-Gipfel gekurvt. Den aufkommenden Föhn konnte man an den üblichen Hotspots (Urmiberg, Rigi, Brienzer Rothorn, Engelberg und Eggberge bei Altdorf) schon deutlich spüren, auch wenn wir nie über FL 85 hinauf gestiegen sind.

Kurz nach dem Start über dem Sihlsee der Blick zurück auf die Glarner Alpen.

Auf der Frequenz von ZRH-Information war allerhand Betrieb, offenbar sind wir nicht die Einzigen, welche die freien Festtage um Silvester für einen kleinen Fluggenuss nutzen. Dafür sind sämtliche militärischen Flug- und Schutzgebiete für einmal deaktiviert gewesen. Was für Platz es da plötzlich mitten in der Schweiz hat! Wir sind für einmal mitten hindurch gmotoret. Vom Rigi über Luzern zum Pilatus (Buochs, Emmen). Dann weiter über die Schrattenfluh (Hohgant) und das Brienzer Rothorn (Meiringen, Axalp) zur dunklen Eiger-Nordwand. Und von da im Direktflug über den Titlis und den Klausenpasse zurück in die Glarner Alpen. Die Kontrolle der Skilift-Besuche in Elm gehörte abschliessend natürlich ebenso dazu wie die Skitouren-Schnee-Verhältnis-Prüfung am Sunnähöreli über den Weissenbergen. Sieht alles noch sehr schön aus.

 Ich wünsche allen einen gemütlichen Silvester, einen guten Anfang im Neuen Jahr – und beste Gesundheit und alles Gute.

Herbst-Trip ‚in den Süden‘.

Rasch über die Alpen nach Locarno.
Freitag, 16.November 2012

Das Fliegerei-Entzugs-Programm musste letzten Freitag kurzfristig aktiviert werden. Andi Hefti zeigte heftige Symptome. Regelmässiges Platznehmen in einem Motorfliegerchen hilft dagegen aber noch immer am zuverlässigsten.

http://1.bp.blogspot.com/-Z-lY_kInD8o/UKpjB3I_ogI/AAAAAAAAJEE/gscE3t_gkes/s1600/2012-11-16+15.03.35.jpg

Aufnahme nach dem Start auf den Flugplatz Locarno.

Flugstrecke: Mollis-Kistenpass-Lukmanier-Locarno und zurück über den San Bernardino, Thusis, Chur. Wetter: Hochdrucklage, Dunst im Tessin. Kaum Wind. Den Flugplatz Locarno sieht man dabei im Gegenlicht reichlich spät (wenn man ungefähr weiss, wo er ist). Für Aufregung sorgten nur die Fallschirm-Porter des Paracentro, die uns zu einem unerwarteten, etwas rabiaten Sinkflug über Bellinzona von 6’000 unter 2’000 Fuss zwangen. Überhaupt ein seltsamer Sport, dieses Fallschirmspringen. Ich würde nie freiwillig ein intaktes Flugzeug in der Luft verlassen – also auf jeden Fall eine ’steile Sache‘, dieses Locarno.

Fotoalbum.

Beliebter Genfer Autosalon.

Dass man mit einen einmotorigen Flugzeug gegenüber anderen Transportarten wie Eisenbahn oder Auto Vorteile auf seiner Seite hat, spricht sich herum. Jedes Jahr fliegen ein paar Gäste von Mollis in rund einer Stunde sozusagen mitten in den Genfer Automobilsalon. Die Kosten sind vergleichbar mit der Eisenbahn, die Reisezeit beträgt aber statt zehn nur zwei Stunden.

Die Navettes.

Das Propeller-Flugzeug kann man bequem auf der Norseite des Flugplatzes parkieren, um anschliessend mit einer sogenannten ‚Navette‘ (französischsprachige Version eines hochbeinigen Personentransporters mit suizidgefährdetem, verhindertem Rennfahrer am Steuer und ausnahmesweise kein Space-Shuttle) in wenigen Minuten direkt auf die Südseite des Flugplatzes und damit sehr nahe an die Palexpo-Hallen mit dem Autosalon drin zu gelangen.

Fliegerei-interne Hürden.

Wenn man die Flugvorbereitungs-Hürden (Flugplan, Slot- und PPR-Theater) auf dem schon seit Wochen ausgebuchten Concrete-Runway einmal überwunden hat und bereit ist, auf dem für einen internationalen Flughafen etwas seltsam anmutenden, aber dafür andrangsfreien Graspistchen zu landen, ist Genf weiterhin eine VFR-Reise wert. Nachdem in den vergangenen Jahren alle Kleinflugzeuge erfolgreich mit den erwähnten administrativen Hürden vertrieben werden konnten, geniesst man heute ausreichend Platz und profitiert von kurzen Wartezeiten für Start- und Landefreigaben. Weniger schön ist dagegen die offenbar unvermeidliche doppelte Zollkontrolle auf der Süd- und Nordseite des Flugplatzes. Diese stehen dem Weg zum Flugzeug leider noch immer gleich in zweifacher Ausführung im Wege. Wenn man das Pech hat, die Piloten-Lizenz im Flugzeug zu vergessen, wird die Sache dann etwas zur kleinen Odyssee.

Reiz des Motorfliegens überwiegt.

Dieses Jahr haben wir dafür von besten VFR-Wetter profitiert. Konnten zweimal völlig wetter-sorgen-frei mit Sichten von deutlich mehr als 20 km auf direktem Wege und in kürzester Zeit von Mollis nach Genf und zurück fliegen. Was zu dieser launenhaften Jahreszeit nicht jedes Jahr der Fall ist. Das übertönt die Fliegerei-internen Misstöne noch immer bei weitem. Ich freue mich schon auf den Genfer Autosalon 2013 und alle, die dort wieder mit unserer clubeigenen Trinidad hinfliegen wollen.

Herbst-Rundflug Glarner-/Urner Alpen.

Samstag, 26. November 2011

Ende November geniessen wir einen der schönen Herbsttage, chartern in Schänis eine der starken Dimonas und fliegen bei schönstem Wetter durch die Glarner- und Urner Alpen. Das Mittelland war unter dem Nebel, in den Alpen ist die Sicht dank der trockenen Luft ideal.

Deborah hat sich seit Langem gewünscht, einmal um den Tödi zu fliegen. Heute war der ideale Tag dafür.

Die TMG’s Dimona mit dem turbogeladenen Motor sind ideal für Flüge in den Alpen. Kaum ein anderes Flugzeug dieser Preisklasse steigt dermassen sicher und gut. Vom Startort Schänis aus kann man mit 75% Leistung ohne einen einzigen Kreis direkt hoch über den Tödi hinaus steigen. Superklasse!

Atlantik, Mittelmeer und Alpen – Tour de France 2011.

Unsere diesjährige Motorflug-Tour führt uns in drei Tagen um die sehenswertesten Regionen der südlichen Hälfte Frankreichs. Den Norden haben wir aus Wettergründen diesmal ausgeklammert. Das fliegerische Vergnügen war maximal, wir haben alles gesehen, was Frankreich aus der Luft ausmacht.

Zuviele Verhinderer.

Motorflug-Reiseberichte behandeln häufig als Höhepunkt den erfolgreichen Umgang mit Landegebühren, Flugplatz-Scheriffen, störrischen Zollbehörden und anderen Controllern. Fliegen kommt häufig gerade noch als Randerscheinung vor.

Daran ist etwas Grundsätzliches falsch. Ich bin seit 30 Jahren der Meinung, ich bräuchte eigentlich nur 600 Meter Beton und ein getanktes Flugzeug für eine Reise. Alles andere stört das Vergnügen. Im Laufe der Zeit habe ich mich aber etwas daran gewöhnt, keine drei Minuten geradeaus fliegen zu können, um einem irgendwie gearteten Controller (kommt von controllieren) frequenzwechselnderweise erneut zu erklären, wie viele Personen wir an Bord sind, wo ich gestartet bin und wo ich zu landen beabsichtige. Welche Art von Flugzeug ich bewege und wieweit ich denn heute damit so käme. Als ob das der Sicherheit der Fliegerei zuträglich oder zu sonstwas nütze wäre. Und als ob das nicht schon alles im Flugplan drinstand, den einer seiner Gspänli gerade zu aktivieren oder durchzulesen vergessen hat. Das Einzige, was die ständige Quasslerei verursacht, ist erheblicher temporärer Stresszuwachs. Weil man irgendeinen verlangten Meldepunkt gerade nicht auf der Karte findet. Und dazu auch noch fliegen und hinausschauen sollte. Multitasking eben. Die Folge von all diesen Flugverhinderungs-Massnahmen: manche Motorflieger getrauen sich deswegen bloss noch an einem stahlblauen Sonntagnachmittag rondomdesäntis. Schon gar nicht bei komischem Wetter. Noch weniger an einen funkgeführten, kontrollierten Platz. Noch viel weniger ins fremdsprachige Ausland. Und schon überhaupt nicht ohne Linienpilot auf dem Nebensitz in die Nähe eines internationalen Flugplatzes.

Hier das Foto-Album von Köbi:

Förderverein zu Erhaltung und Hebung des Flugvergnügens e.V. (FvzEuHdFv)
Damit ich selber nicht auch in diese Spirale gerate, die am Ende ins bürokratisch-fliegerisch-schwarze-Loch führt, machen wir jährlich einen Ausflug, der obige Elemente enthält – so bleibt man im Saft. Für schwieriges Wetter ist häufig ohne Dazutun gesorgt. Den Rest ziehen wir aber voll durch. Diesmal planen wir nach einem längeren Wetter-Check zwei Tage vor der Abreise eine Strecke, die auf der Rückseite der letzten Front quer durch alle kontrollierten Lufträume und Sperrgebiete zuerst an den Atlantik, dann im schönen Hochdruckwetter an den Pyrenäen vorbei zurück in die Region des Rhônetals oder wahlweise je nach Wetter auch Mittelmeers führt. Um von da aus der anrückenden Gewitter-Kaltfront anderntags rechtzeitig wieder in die Schweiz entwischen zu können. Also ein gut gefülltes Programm und eine ausgefeilte Strategie. Um den etwas weit entfernten Atlantik zu rechtfertigen, bauen wir einen Museumsbesuch an der Heimstätte von Latécoère und der Wasserflugzeuge in Biscarosse ein. Die volle Dekadenz also.

http://4.bp.blogspot.com/-sdiJP3gv4v4/Tm-TXr9VblI/AAAAAAAAC2c/P-wdEES9N_8/s1600/IMG_0266.JPG

Annemasse mit einmaligem Panorama-Blick auf den Mont Blanc.

‚A‘ wie ‚Andi‘ und ‚Annemasse‘.

Der FvzEuHdfv besteht dieses Jahr aus Jakob Däscher, meinem jahrelangen, leidgeprüften Fliegerspänli. Er war schon mehrmals bei diesen leicht abenteuerlichen Ausflügen dabei und ist völlig wetterfest und Kummer aller Art gewohnt. Was wir noch nicht geschafft haben, ist eine Reise in den richtigen Norden. An die Ostsee oder nach Skandinavien. Immer war das Wetter zu marginal, wie diesmal in dieser Gegend auch wieder. Aber vielleicht klappt das ein andermal. Neu im FvzEuHdfv ist dieses Jahr Andreas Hefti, ein früheres Ski-Gspänli, das ich seit 20 Jahren nicht mehr gesehen habe und der vor wenigen Jahren als Pilot in Mollis wieder auf den Radar gekommen ist.

Unspektakulär.
Die erste Etappe auf den Zollflugplatz südlich von Genf verläuft völlig unspektakulär. Ausser, dass ich das falsche Zollformular ausfülle. Jenes für Helikopter. Und für auswärtige Gäste von Mollis statt jenes für Einheimische und Flächenflieger. Sind wir natürlich beides nicht. Habe trotz einer stundenlangen Schulung vergessen, dass es verschiedene Zollformulare gibt. Aber das ist ja auch schon wieder ein halbes Jahr her. Der Flug verläuft im laufend schöner werdenden Wetter entlang der Schweizer Voralpen wirklich ereignislos, ausser, dass uns der Controller in Bern vergisst und erst auf erneutes Nachfragen explizit eine Crossing-Clearance füräbrösmelet.

Schöner Funk-Parkplatz.

Annemasse hat einen aussergewöhnlich schönen… Anflug. Im Final der Piste 12 fliegt man direkt auf den Mont Blanc im Hintergrund zu. Funkverkehr? Gibt es auch. Er beschränkt sich zur Hauptsache darauf, einen Parkplatz zuzuweisen. Dabei schwingt nach Andis Meinung bereits eine feine Prise Erotik auf einer Neben-Frequenz mit. Sein Eindruck täuscht nicht. Beim Ausfüllen der Startliste wird klar, warum er gerade bei dieser Equipe den Eingangszoll nach Frankreich machen will. Die Begründung, nachher fernab jeglicher zeitlich hinderlichen und eigentlich gefährlichen Zollvorschriften dorthin fliegen zu können, wo man wolle, wirkt beim Anblick der französischen Beauté gegenüber etwas durchsichtig.

PPL-Petflaschen-Taliban.
Für den Toast im Flugplatz-Restaurant müsste man schon nicht extra hierherfliegen. Aber wir sind froh, überhaupt etwas zwischen die Beisserchen zu bekommen. Schliesslich steht uns noch ein langer Flug an den Atlantik bevor. Wegen der Zollvorschriften seit dem 11. September verzichten wir darauf, etwas Flüssiges mitzunehmen, weil man das ja sowieso am Zoll ausleeren muss. Dafür dehydrieren wir dann fast, bis wir den Atlantik sehen… Das Problem begleitet uns auf der ganzen Reise. Es ist in meinen Augen die weitaus grössere Gefahr für die Zivilisation als ein fliegender Privatpiloten-Taliban mit Chemikalien in einer Petflasche.

Holding mit Umweg.
Wir klettern nach dem Start dem Salève entlang nach Chambéry. Unter uns breiten sich in 3’500 Fuss weisse Wattebäusche aus. ‚Broken’ sei das, sagt der nur für Piloten verständlich gemachte Wetterbericht. Schaut man aus einem flachen Winkel drauf, scheint die Dichte eher ‚overcast’. Drunter fliegen möchte ich eigentlich nur schon der heissen Temperatur im Cockpit wegen nicht. Und ambodänachä Flüge ist anspruchsvoller und strenger. Und da steht ja in der nächsten halben Stunde auch noch das Zentralmassiv im Weg. Also versuche ich, mich mit einer Controllerin in Lyon darauf zu einigen, über 5’000 Fuss ihren südlichen Luftraum queren zu dürfen. Anfangs schickt sie mich auf ein Holding. Danach immer mehr über meinen geplanten Kartenrand hinaus, durch ein Sperrgebiet direkt auf dem offenbar unbenutzten Flughafen von Grenoble. Da isch kä Tappä in der Luft oder am Boden. Mein Mäusekino, das mir laufend die aktuelle Position akkurat zeigt, eignet sich leider in der Luft nicht so für die Planung langer Strecken. Dafür weiss ich immer, wo ich bin. Immerhin. Mit den Wolken untendran wäre das ohne Mäusekino natürlich stressiger. Nach einem zehnminütigen rechtwinkligen Umweg dürfen wir dann doch noch nach Westen aufbrechen. Auf derselben kühlen Höhe von vorhin. Und 500 Füsse im kontrollierten Luftraum drin. Auch eine Flugzeug-Klima-Anlage wäre also ein sicherheitsrelevantes Ausrüstungs-Teil. Mit einem kochenden Hirn kann niemand gescheit (und tief) fliegen.

Zentralmassiv, Coquillages und Tigershrimps.
Je weiter wir nach Westen gelangen, umso mehr trocknet das aufbauende Hoch die Luftmasse ab. Die Sicht westlich des Rhônetals ist ausgezeichnet, das Zentralmassiv zeigt sich von der schönsten Seite. Ich war schon ewig nicht mehr hier. Südlich von Bordeaux schlüffemer immer näher an den Atlantik. Inzwischen kann ich sogar den sog. ‚Altitude-Preselector’ einwandfrei (also im Schlaf) bedienen. Das Instrument führt zu konstanten, angenehmen Sinkflügen und erhöht damit über lange Strecken die Reisegeschwindigkeit. Dafür bekommt niemand an Bord wegen hoher Druckunterschiede Muffensausen in den Ohren. Die Gegend wird spannender. Das Bassin d’Arcachon ist jene Region Frankreichs mit dem grössten Tidenhub. Das führt dazu, dass eine grosse Wasserfläche im Landesinneren sich fast ganz entleert, wenn Ebbe ist. Und bei Flut müsse man sehr gut zu Fuss sein, um dem ansteigenden Meer noch entwischen zu können. Das Bassin d’Arcachon ist voller Muschelzuchten. Köbi kann sich so langsam daran gewöhnen, dass es heute keine heissgeliebten Steaks (c’est quoi, des vaches? – fragen die einheimischen Kellner beim Bestellen) zum Znacht gibt, sondern black TigerShrimps, Austern, Muscheln und Co. Vielleicht trifft am ehesten noch ein Schaf seine Essenswünsche. Köbi hat jetzt schon Hunger. Ich getraue mich nicht, ihm zu sagen, wie lange das noch gehen wird. Durst haben wir auch. Aber wir halten eisern durch, obwohl wir seit längerem in einem gut gelüfteten Backofen sitzen.

Wanderdüne
.
Aquitaine Information ist sehr kompetent. Der Controller macht uns sauber, in gut verständlichem Englisch und konsequent auf aktivierte Sperrgebiete aufmerksam. Davon hat es hier in der Gegend eine unübersichtliche Menge mit noch unübersichtlicheren französischen Nummern. ‚Jaaanüüüddriifflüüüge’ auf Französisch also. Mein Mäusekino reklamiert zum Glück ebenso frühzeitig wie zuverlässig, wenn wir auf ein ‚Lima Romeo Trohntesängg Alfa’ (ist weder ein südamerikanischer Casanova noch ein italienisches Sportcoupé) und seine Kollegen nur schon zusteuern. Also dürfen wir akkurat zwischen den Sperrgebieten, dem Flughafen Bordeaux, den Militär-Basen und Radarstationen, Mirage-Tiefflugstrecken und der schönen Dinge mehr durchzielen und sind plötzlich an der Küste und über der grössten Wander-Sanddüne Europas. Zusammen mit einem cheibäschnellä Helikopter sausen wir im Tiefflug unter Tausend Fuss der einsamen Atlantikküste entlang nach Süden. Hier müsste man bei den hohen Wellen und dem zügigen Wind spitzenmässig surfen können. Vor dem letzten Sperrgebiet für heute biegen wir links ab, verabschieden uns beim netten Herrn von Aquitaine Info und wechseln kurz vor der Landung auf die Frequenz von Biscarosse – jaahaa, das ist noch in Europa… Da geht es ebenso professionell weiter. Interessant. Das ist ja eigentlich ein unbesetzter Flugplatz wie sie hier in der Gegend häufig sind.

Beau Weekend!

Wir dürfen direkt auf die Piste 09 hineinziehen. Bevor der Mann am Funk den Laden dichtmacht, fragt er noch, ob wir was bräuchten. Da hätte ich besser ‚Ja, gern – Benzin’ gesagt.

http://3.bp.blogspot.com/-Bt9slkdu5dA/Tm-UZ4AFOzI/AAAAAAAAC2k/9BDYgr3I-0Y/s1600/IMG_0273.JPG

Wenig Trafic: Biscarosse am Atlantik.

Wir packen den vollen Kofferraum unserer schönen Trinidad aus, vertreten uns die Füsse, Andi zieht sich eine Notration Nikotin ein und Köbi organisiert am Handy die letzten Reste seines Firmenjubiläums. Dann zotteln wir mit Voll-Packung Richtung Tower. Der nette Herr vom Funk ist der Chef einer staatlichen Pilotenschule und macht gerade Dienstschluss. Er organisiert uns noch eine Taxi-Telefonnummer, bevor er mit seiner Sekretärin ins Weekend entschwebt.

Da sind wir also. Etwas einsam. Im europäischen Zentrum der Wasserfliegerei. In der Heimat von Latécoère und anderen fliegerischen Legenden. Hier und jetzt ist aber gar niemand. Nix. Zu trinken. Nix Büro. Nix Landetaxen. Nix Benzin.

Nächtliche Flugplanung im homeoffice.

In Biscarosse erwartet uns ein gemütliches Hotel namens ‚La Caravelle’. Es liegt direkt an einem herrlichen Binnensee. Da wir ohne Flugzeug etwas immobil sind, essen wir auch gleich auf der Terrasse mit Seeblick. Die erwähnten Austern, Muscheln, Shrimps & Co.

Benzinplanung.
Um das volle Tagesprogramm noch abzurunden, machen wir für den morgigen Flug nach dem frühzeitigen Museumsbesuch der ‚hydroaviations’ noch die Flugplanung nach Südost-Frankreich. Entweder nach Gap oder Cannes. Köbi will Letzteres. Und wenn’s geht, der Küste entlang. Die Planerei geht dank unserem mobilen Büro mitsamt Druckerli für die stromlose Notfall-Flugplanungs-Version sehr effizient. Etwas Sörgeli macht dagegen das Finden einer Benzinquelle. In den offiziellen Unterlagen ist hier zwar ausdrücklich Avgas 100 erhältlich. Stutzig macht dagegen der Vermerk ‚Total AirCard only’. Haben wir nicht. Und ob wir am Samstag auf diesem einsamen Flugfeld jemanden finden, der sie uns leiht, ist eine zweite Frage. Bevor mir die Augen zufallen, lege ich mir schon mal ein paar Backups zurecht. Wir haben noch für etwas mehr als eine Stunde Flugzeit Benzin in den Flächen. Damit würden wir auch einen grösseren Flugplatz in der Region erreichen. Aber ob sich da nicht am Ende eine ähnliche Ausgangslage zeigt? Nur dann ohne die bis dahin verbrauchten 80 Liter Benzin in den Flächen…

Zuerst Pech mit einem Museum.
Anderntags stehen wir früh auf der Frühstücks-Terrasse. Und kurz danach vor geschlossenen Türen des Wasserflugzeug-Museums. So ein Käse. Hat nur im Juli und August täglich ganztags geöffnet. Ab September nur nachmittags. War im Internet so nicht formuliert, hilft aber jetzt auch nicht. Wir drehen unverrichteter Dinge von den Dorniers & Co. auf dem Absatz um und fahren mit dem Taxi zurück zum Flugfeld Biscarosse. Ein einsamer Streifen von 1’000 Meter Beton und zwei Tankstellen erwartet uns. Sonst nichts. Vorläufig wenigstens.

Benzinoase.
Wir durchkämmen jede Ecke nach vorhandenen Menschen. Mit oder ohne Benzinkarte. Erfolglos. Da beginnt ein ULM-Flugzeugfloh Runden zu drehen. Sieht nach Ausbildungsflügen aus. Ich krame mein Handfunkgerät hervor und frage die Ultraleichten nach einer Chance, hier Benzin tanken zu können. „Naturellement – c’est facile. À la station d’essence, il y a une numéro de téléphone d’une personne qui habite à la commune des pilotes…» Na, da hoffen wir mal, dass die Person am Samstagmorgen zuhause in der hiesigen Siedlung für Menschen mit eigenem Flugzeug, eigener Villa und eigenem Hangar ist, auf Anrufe Benzinsuchender wartet und standby mit seiner Total AirCard in der Haustür steht. Wird vermutlich nicht ganz einfach. Ich durchsuche mal die grosszügige und saubere Benzinstation. Ausser einer ganzen Menge von Total AirCards an einer Kette hängt da gar keine Telefonnummer in Sichtweite. Da ruft mich der ultraleichte Fluglehrer wieder am Funk auf und weist mich darauf hin, dass eine andere Benzinstation gemeint gewesen sei. Jene, wo ich stünde, gehöre zur Fliegerschule. Die hat nur Montag bis Freitag offen. Prima. Dann wandere ich sofort zur anderen Benzinstation. Wir halten jeden Grashalm fest.

Dann Glück mit einem privaten Museum.
Andreas und Köbi packen schon mal die Trinidad voll, während ich ans andere Pistenende gehe. Auf dem Weg dahin treffe ich vor einem Hangar einen Gyrocopter mitsamt einem Menschen davor. Sieht kompetent aus. Er telefoniert mit einem mutigen Fluggast. Danach verweist er mich ebenfalls an die Tankstelle mit der Telefonnummer. Bei der nächsten Hangarecke ist schon richtiges Business im Gange. Eine Ultraleicht-Flugschule mitsamt modernem, blitzsauberem Büro und Sekretärin organisiert ebenfalls gerade Passagierflüge. Hat aber aus Versicherungsgründen auch keine Total AirCard vorig. Auch nicht leihweise. Auch nicht gegen Cash. Hmmhh. Schwierig.

Jeff.
Bevor ich die richtige Tanksäule erreiche, stürchle ich über Jeff. Er sieht schon auf den ersten Blick extrem kompetent aus. Sein kleiner Polizeihund auch. Jeff ist Walliser und besitzt hier ein Grundstück. Und einen grossen Hangar. Mit allerhand altem, interessantem Fluggerät drin. Mehrere Stampes. Eine Boeing Stearman. Eine Cirrus. Eine Cessna 182. Und einen historischen Traktor mit ähnlichem Jahrgang wie die Flugzeuge, die er herumzieht. Alles in perfektem Zustand und technisch auf Vordermann. Jeff ist ein hilfsbereiter Mann. Er versucht zuerst für mich, die ihm bekannte Benzin-Telefonnummer anzurufen. Als da (habe ich nicht wirklich anders erwartet) niemand zuhause ist, sucht er den PIN-Code seiner eigenen Benzinkarte und hilft uns damit aus. Wir packen die Gelegenheit und füllen 180 Liter in die Flächen. Andi hat inzwischen die Trinidad hergetäxelet.

Oldtimer-Prominenz.
Jeff muss in der Oldtimer-Szene ein weltbekannter Mann sein. Er zeigt uns ausführlich sein privates Fliegermuseum. Offenbar restauriert und pflegt er Stampes eigenhändig und besitzt gleich ein Dutzend davon. Bei einem weltweiten Gesamtbestand von noch 60 fliegenden Exemplaren dürfte das die grösste Sammlung dieser eleganten belgischen Doppeldecker sein. Er gibt hier auch sein einmaliges technisches Wissen weiter und instruiert in seinem neu erworbenen Hangar angehende private und kommerzielle Flugzeug-Mechaniker.

Mit einem warmen Kaffee aus Jeff’s noch improvisierter Küche im Bauch entern wir die HB-KPN und machen uns auf den langen Weg ans Mittelmeer. Einerseits schade, dass das Musée des hydroaviations geschlossen war. Anderseits wäre uns möglicherweise gar nicht aufgefallen, welche Schätze hier in einem Hangar am Ufer des Atlantiks parkiert sind. Und so haben wir erst noch einen guten Grund, nochmals in einem Juli oder August herzukommen, wenn das Museum geöffnet ist.

Die erste Flugetappe führt der pfeilgeraden Atlantikküste entlang im Tiefstflug unter 1’000 Fuss bis kurz vor Biarritz. Die Region ist nur schwach besiedelt und voller endloser Pinienwälder. Die Sandstrände sehen von hier hoben einfach traumhaft aus. Hohe Wellen und ständiger, auflandiger Westwind müssen ein Surfer’s Paradise sein.

Von einer FIR zu andern.
Diese Region Frankreichs hat gleich mehrere Fluginformations-Gebiete. Nach der gestrigen, positiven Erfahrung mit Aquitaine Info starten wir dort schon gleich nach dem Start den ersten Aufruf. Niemand zu Hause. Ich warte, bis wir das angrenzende Gebiet von Biarritz Info erreichen. Anfangs sind wir vermutlich etwas gar tief und weit weg, auch niemand zu Hause. Irgendwann beginnt es dann doch am Funk französisch zu tröten und ich werde meinen Funkspruch los. Wir überfliegen inzwischen eine ziemlich dichte Wolkendecke (broken) mit einer Obergrenze von ca. 1’500 Fuss. Nicht sonderlich gemütlich, teilweise sind die Löcher selten, vor allem, wenn man flach über die Tops blickt. Navigieren ohne GPS wäre nur direkt im Tiefflug unter den Wolken möglich. Aber trotz der extrem flachen Gegend nicht wirklich sicherer.

Happiger Gegenwind nach Cannes.
Wir werden von Biarritz nach Pau, Lourdes und am Ende an Toulouse Info weitergereicht und folgen teilweise vorgegebenen VFR-Routen. Freigaben sind überhaupt kein Thema, die bekommen wir ausnahmslos und vor allem sofort. Die feuchte Luftschicht hat sich nach ca. 20 Minuten in klare, trockene Luft verwandelt. Dafür nimmt der Gegenwind erheblich zu. Das GPS zeigt teilweise einen Groundspeed von weniger als 100 Knoten an. Wir fliegen zwar schon nur mit 55% Leistung, aber so kommen wir natürlich kaum vorwärts. Je näher das Mittelmeer kommt, umso feuchter wird die Luft wieder. Diesmal aber mit einer deutlich höheren Wolken-Untergrenze. In Erwartung der Sichtflug-Tiefst-Flug-Strecken dem Mittelmeer entlang entscheiden wir uns diesmal für undädurä. Wir wollen auf dem Weg nach Cannes, auf das wir uns gestern Abend noch geeinigt haben, schliesslich keine ‚Ecken’ in die Luft fliegen.

1’800 Jahre altes les-Saintes-Maries de la Mer.
Montpellier Info lässt uns der Küste und der VFR-Route entlang auf 1’000 Fuss nach Osten fliegen. Diese Flugstrecke lohnt sich, ich bin hier nicht das erste Mal unterwegs. Ein Touristen-Hotspot reiht sich an den andern. Yachthäfen, Leuchttürme, Sandstrände, Etangs und Salzgewinnungsanlagen werden langsam aber sicher von Flamingos, frei lebenden Schimmeln und der Raffinerie von Fos-sur-Mer abgelöst. Ein sicheres Zeichen, dass wir im Tiefflug die Camarque überfliegen. Der berühmteste Ort inmitten dieser einmaligen Gegend ist Les Saintes-Maries de la Mer. Das ist ein pittoreskes Städtchen aus dem vierten Jahrhundert mit einem weltbekannten Zigeuner-Event. Hier wird die heilige Sara von den Gitanes (Fahrenden) verehrt.

Controller à gogo

Kaum erreichen wir Cap Couronne, werden wir plötzlich von einer Kontrollstelle an die nächste weitergegeben. Innert weniger Minuten wechsle ich dreimal die Frequenz. Teilweise muss ich nachfragen, bei wem ich nachfragen soll, weil ich die Station nicht verstanden habe. Der Stresspegel steigt leicht, wir sind ja in der CTR von Marseille und wollen niemandem zu nahe kommen. Auch nicht den Felsen auf der linken Seite. Die vorläufig letzte Kontrollstelle führt uns dann zu einem eher seltenen Überflug von Marseille Marignac. Das ist einer der gut frequentierten internationalen Flughäfen Frankreichs. Von links landet gerade ein Airbus A320, als wir auf 1’500 Fuss die Platzmitte Richtung Norden queren.

Kartenrand.
Über einen der östlichen Meldepunkte werden wir aus der CTR Marseilles hinausgeführt. Nun habe ich das Problem, dass meine Flugplanung erheblich durcheinander geraten ist. Mein Mäusekino zeigt unsere exakte Position und etwas Gegend drumherum. Aber eben nur etwas Gegend – für weitere Planungen ist es nicht so praktisch. Mein Papier-Karten-Ausdruck reicht gerade knapp bis dahin, wo wir sind. Eigentlich wollten wir ja den Calanques entlang südlich des Kriegshafens Toulon vorbei nach St.-Tropez fliegen. Das ist dann doch ein gutes Stück weiter südlich. Nun müssen wir mit Aix-les-Milles, einem der zahlreichen Atomkraftwerke und dem Helikopterplatz St.-Luc vorlieb nehmen. Auch gut. Hier kenne ich mich wenigstens vom Segelfliegen in Vinon her sehr gut aus, dass ich eigentlich keine Karte brauche. Wir folgen ab der gut sichtbaren Zahlstelle von Brignoles weg der Autobahn bis nach Cannes. Der Einflugpunkt dorthin ist ein kleiner Pass durch die Hügel westlich des ‚St.-Moritz-des-Mittelmeers’. Problemlos fädelt Andreas zwischen die Business-Jets im Anflug nach Cannes ein. Dann suchen wir nach der Landung als erstes nicht etwa den lang ersehnten Bier-, sondern – richtig: den Benzinhahn.

Tiefstes Afrika
Köbi und ich waren vor ein paar Jahren schon in Cannes. Deshalb ist die ‚Gastfreundschaft’ des Flughafens ein déjà-vu-Erlebnis – nur, dass sie uns diesmal nicht mehr auf dem falschen Fuss erwischt. Alle Tische im Restaurant sind leer, der Kellner und sein Koch trotzdem überlastet. Wir bekommen mit Mühe einen kleinen Tisch bei der Besenkammer. Aber gar nichts zu essen. Da wir gleich seit mehreren Stunden weder zu trinken noch zu essen hatten, sind wir reichlich hungrig und durstig. Aber nicht mal Nüssli oder Pommes Chips. haben sie in diesem elenden Ort. Selbst in Simbabwe kennt man sowas heute. Nicht so in Cannes, dem nobelsten Ort der Mittelmerrküste. Ich beobachte, wie auch beim C-Büro alle anströmenden ‚Kunden’ bzw. ‚Unterbrüche der Arbeit’ abgewimmelt werden, bloss nichts tun, ist hier die Devise. Auch unsere Landetaxe will niemand. Das könne man morgen doch vor dem Start gut erledigen. Da stellt sich dann heraus, dass ‚vergessen’ ging, die Landung im System einzutragen. Bloss gut, dass wir auch nirgends gestartet sind. Biscarosse war ja unbedient, einen Flugplan mussten wir nicht aufgeben und so hat administrativ gar kein Flug stattgefunden.Nach einem ersten Notfallbier mit knurrendem Magen flüchten wir blitzig in die Stadt. Andreas kennt ein schönes Hotel, da haben wir gerade noch das ‚letzte’ Zimmer bekommen. Würde ich auch sagen, wenn ich ein Hotel hätte und es ruft am Samstag-Nachmittag jemand an…

Die Gasse der 1001 Restaurants.
Dafür lassen wir’s uns im Hotel-Pool auf der Dachterrasse gut gehen. Hier muss während des Filmfestivals der Bär los sein. Den Flug für morgen nach Mollis planen wir auch noch, den Flugplan geben wir auf und die Zoll-Deklaration ebenfalls. 11.00 Uhr wollen wir in Mollis einschweben. Das heisst, morgen geht’s früh aus den Federn, damit wir vor der anrückenden Kaltfront zuhause sind.

Abends flanieren wir durch die Gasse der 1001 Restaurants. Das ist ein schmales Strässchen vom Hafen die Altstadt hinauf. Überall auf schiefen Untergrund sind grosse Bodenkeile montiert, darauf ist überall weiss gedeckt. Sieht sehr amächelig aus. Mit sicherem Kennerblick wählt Köbi eines der unzähligen Restaurants aus. Für Unterhaltung ist gesorgt, hier ist es, als würde man bei uns an der Landsgemeinde am Hauptausgang sitzen. Tausende von Besuchern strömen durch Cannes. Hier muss es allen an diesem riesigen Futtertopf Beteiligten gut gehen. Das erklärt etwas die ebenso faulen wie unfreundlichen Angestellten auf dem Flugplatz.

Nach einem prächtigen Nachtessen fallen wir im Hotel in die Kissen. Bevor das Schnarch-Konzert losgeht, hole ich die Fahne herunter und schlafe wie ein Murmeltier.

Morgens um Sieben liegt auf der Westseite der Bucht Seenebel bis ca. 2’000 Fuss. Sonst sind die Wetterbedingungen aber einwandfrei. Der normale Ausflugspunkt dürfte in den Wolken stecken, die Abreise also nicht ganz trickfrei werden.

Ausflug in Wolken.
So ist es dann auch. Als wir mit einer Viertelstunde Verspätung auf den Flugplan am Start stehen, lautet die Freigabe für den Ausflug, geradeaus zu steigen, auf 800 Fuss nach Westen zu drehen und den Ausflugspunkt auf maximal 2’000 Fuss anzufliegen. Das wird wohl etwas eng werden. Entweder mit der Sicht oder der maximalen Höhe. Mal schauen. Wir rasen über die Runway und steigen auf’s Meer hinaus. Ich warte mal, bis der Höhenmesser 1’000 Fuss hergibt, erst dann drehe ich unseren gut geladenen Flieger nach Westen. Das hat den Vorteil, dass wir leichter über den Seenebel hinweg steigen können. Wenn die Obergrenze noch in die Freigabe passt, kommen wir hier so weg, wie der Controller das wünscht. Der hat vermutlich heute noch nicht richtig aus dem Fenster geschaut – wir machen aber trotzdem, was er wünscht. Ich ziehe die Trinidad über und um die Wolkentops und melde mich scharf auf 2’000 Fuss über dem Ausflugspunkt. Dass ich den Abflugpunkt einen Augenblick lang nur im GPS sehe, unterschlage ich. Schliesslich ist rundherum ‚grand-beau’, ausser da, wo der Controller uns hinausschickt, staut die Feuchtigkeit.

Alpen-Rennstrecke.
Etwas frech frage ich auf der Information von Nizza einen Steigflug auf FL 100 an. Bis 75 bekomme ich nach einigem Zögern rasch, bis 95 eine Viertelstunde später. Dazwischen ist das Umfliegen einer restricted Aerea. Und einer zweiten, die ich bestens kenne. Die französischen Bodentruppen betreiben auf dem Plâteau du canjuers einen Schiess- und Übungsplatz. Neuchlen-Anschwilen auf südfranzösisch. Da habe ich sonntags noch nie einen Schuss gehört. Aber trotzdem dürfen wir da nicht durch. Also fliege ich auch da drum herum, immer die Nase schön hoch für den Steigflug über die höchen Französischen Alpen. Durch den Parc National du Mercantour fliegen wir zum Col d’Allos, über den Grand-Bérard nach Mont Dauphin und den Col d’etaches ins Maurienne. Da kenne ich vom Segelfliegen sozusagen jedes Grasport persönlich. In Norditalien staut sich eine Menge Feuchtigkeit bis knapp 4’000 Meter hinauf. Das wird heute noch höher kochen. Wir schleichen über Val d’Isère ins Aostatal und ziehen an den Grand Jorasses vorbei durch das Val Ferret ins Wallis. Der Rest ist Alpenfliegen pur. Alle schönen Walliser Viertausender sind auf der Menukarte. Über der Furka staut vom Gotthard her wieder mehr Feuchtigkeit ins Urserental. Wir können aber sauber unter die Wolken tauchen und über den sich rasch nähernden Klausenpass Mollis anfliegen. Den Flugplan kann ich noch mit dem letzten schwachen Funkkontakt in der Luft schliessen. Und schon hat uns Mollis wieder.

Höhere Sicherheit durch Zollvorschriften?
Zöllner haben wir auch nach dieser Landung trotz genauer Suche keinen gefunden. Es ist nicht ganz einfach, die vorgegebenen Zeiten als Privatflieger sauber einzuhalten. Das sorgt ab und zu für absolut unnötigen Stress – und Gefahren. Ob die Flug-Sicherheit durch die Zollvorgaben erhöht wird, muss man sich ernsthaft fragen. Beispiel: Dehydrierte Piloten, weil man keine Flüssigkeiten mitnehmen darf. Beispiel gefährlich gewählte Flugstrecke, weil es aus Zeitgründen zur Einhaltung der Zollvorschriften keine Umwege verträgt.

Am späteren Nachmittag rauscht dann die erwartete Kaltfront durch die Schweiz und richtet an verschiedenen Orten erhebliche Schäden an. Wir sind froh, dass die HB-KPN schön im trockenen Hangar in Sicherheit steht und freuen uns, mit ihr wieder einen ähnlichen Flug unternehmen zu können. Vielleicht dann wirklich mal nach Osten oder Norden. Am liebsten beides.

Motorflug ‚Tank-Trans-GmbH‘ nach Sion. Januar 2011.

Leichter Süd staut Furka zu.

Mit dem Inhaber unserer Transport-Partner-Firma für die Ostschweiz, Werner Baumann, seiner Lebenspartnerin Nathalie und seiner Tochter Desirée auf den Sitzen der HB-KPN der Fluggruppe Mollis fliegen wir am letzten Januar-Samstag bei leichtem Südwest nach Sion.

Link auf Picasa-Foto-Album.

Bereits über dem Urnerland muss ich die geplante Flugroute abändern. Der Südwind staut von Süden her das Urserental und die Furka zu. Aber der Sustenpass ist offen. Wir lassen uns bis kurz vor Meiringen etwas vom ‚Föhn‘ schütteln. Bei so tapferen Passagieren ist das ja kein Problem!

Eiger, Mönch und Jungfrau.

Mit einer Freigabe des Militärflugplatzes Meiringen im Gepäck fliegen wir über das Schilthorn und das Kandertal ins Wallis ein, um nach einem Dreiviertel-Stunden-Flug in Sion aufzusetzen. Dort treffen wir (was für ein Zufall…) Peter und Bruno Schmid, die in einer Dimona vom Birrfeld ebenfalls hierher einen Ausflug gemacht haben, damit der Peter seine Flugstunden für die Ausweis-Erneuerung rechtzeitig beisammen hat.

Die schnellen Gebrüder Schmid.

Die beiden sind nach dem Mittagessen in der Flugplatz-Beiz von Sion denn auf dem Rückflug mit ihrem Vorsprung der Frühstarter mit der voll besetzten Trinidad kaum mehr aufzuholen. Über Les Diablerets verlieren wir ihren Motorsegler jedenfalls aus den Augen und landen nach einem feinen, ruhigen Rückflug über die Walliser-, Berner-, Urner- und Schwyzer (Vor-) Alpen am Nachmittag wieder im winterkalten Mollis.

Das war ein besonders schöner Samstag – sowas können wir gern wiederholen 🙂

Allen ein Frohes Neues Jahr!

Silvester-Flug 2010 ‚rund um den Tödi‘.
Samstag, 1. Januar 2011

Motor-Flug mit unserer schnittigen neuen Trinidad bei typischen Winter-Hochdruck-Bisen-Hochnebel-Lage. Das einzige Ein- und Ausstiegsfenster lag für ein paar Stündli über dem Glarnerland.

Nebel bis in die Region Glarus. Darüber wunderbarstes, turbulenzenfreies Winterwetter, beste Sicht. Wir haben ein kurzes, fliegbares Fenster nutzen können, bevor der Hochnebel mit der untergehenden Sonne bis ins hinterste Glarnerland eine Decke reingezogen hat.

Co-Piloten: Thomas Zopfi und Bruno Hefti (‚Fluggruppe Thon‘).


Link auf die Foto-Galerie.

Flugstrecke:

Allen wünsche ich ein Frohes Neues Jahr.

Motorflug-Ferien im Erzgebirge und in Dresden.

Herbstferien / Oktober 2010.

Eine Woche lang durften wir uns bei Beat Bünzli in seinem schönen Hotel in Bad Schlema im Erzgebirge wie die KönigInnen verwöhnen lassen. Dass wir es alle genossen haben, sieht man schon den Fotos an.

Wenn es der Geldbeutel und das Wetter (in dieser Reihenfolge…) zulassen, leisten wir uns einmal im Jahr eine Motorflug-Ferienreise in Europa. Dorthin, wo das Wetter das am risikolosesten ermöglicht. Das war diesen Herbst der Osten Deutschlands, die neuen Bundesländer.

In Sachsen, nahe an der tschechischen Grenze, lebt ein bekannter Schweizer Segelflieger, Beat Bünzli. Seit zehn Jahren betreibt er in Bad Schlema ein Hotel direkt neben einem Radon-Kur-Bad (das hat er übrigens praktischerweise auch gleich selber gebaut). Beat wollten wir bei dieses Jahr bei dieser Gelegenheit endlich einmal besuchen.

Hochnebel.

Die Motorfliegerei während der kalten Jahreszeit nach Sichtflugregeln hat es in sich. Manchmal liest sich die Wetterkarte wie die Anleitung zu einer Geisterbahn. Tiefliegende Wolken. Schauer. Schlechte Sicht. Vereisung schon in geringen Höhen. Hochnebel. Letzteres ist noch das angenehmste aller Übel. Damit sind wir dann auch gestartet. In der Hoffnung, dass die Wetterprognosen für die nächsten Oktobertage zuträfen und sich das Hochdruckgebiet halten würde.

Der Hinflug bis Bayreuth ist das reine Vergnügen. Wir klettern nach dem Start durch die löchrige Hochnebeldecke in GlarusNord und sausen darüber hinweg bis ins Allgäu. Da herrscht das Hochdruckgebiet dann erst richtig und trocknet die Luft ab. Eine tolle Sicht bis an den Anschlag ist das Resultat. Kurz vor der Mittagspause des Controllers (er musste die Suppe wegen uns wohl zwei Minuten verschieben) landen wir in Bayreuth. Das ist eigentlich nur wegen der Verzollerei nötig. Und Bayreuth ist der nächstgelegene Zollflugplatz zu unserem definitiven Reiseziel in Chemnitz. Und Bayreuth hat alles, was der Motorflieger braucht. Von allen Arten von Betankung bis zum Instrumentenlandesystem.

Etwas erstaunt sind wir nach der Landung über die eiskalte Luft hier. Es ist gerade mal knapp über Null Grad und die Bise pfeift gehörig über die Hochebene. Also Kragen hoch und im Eilschritt in die Fliegerstube. Dort möbelt uns ein währschaftes Mittagessen wieder auf. Fröhlich und siegesgewiss starten wir später mit dem splintenneuen Motorflieger der MFG Mollis nach Chemnitz, wo wir in einer halben Stunde einzutreffen gedenken.

Die Decke schliesst sich…

Nach zehn Minuten wird es erst auf der linken, nach 15 Minuten auch auf der rechten Seite ungemütlich. Die Hochnebeldecke wächst immer mehr zu. Sieht man anfangs noch überall zu Boden, schliesst das weisse Tuch zuerst links, dann auch rechts über Tschechien im Lee des Erzgebirge komplett zu. Ich frage per Funk in Chemnitz, wie denn dort inzwischen das Wetter sei. ‚Visibility below 5 kilometers, no VFR-conditions…‘ ist die knappe Antwort. Hmm. Schöne Geschichte. Am einfachsten ist es, wir gehen dahin zurück, wo wir herkamen und wo das Wetter problemlos war. Also 180° wenden und wieder in Bayreuth landen. Wir sind zwar solange wie geplant geflogen, aber am Ende nicht exakt dort angekommen, wo wir hinwollten… Noch vor wenigen Stunden, beim Abflug in Mollis, war Chemnitz nebelfrei. Nächstes Mal rufe ich nochmals an.

Dann halt mit dem Mietwagen.

Na, eigentlich spielt es ja keine Rolle, ob wir ab Leipzig, Dresden, Chemnitz oder Bayreuth einen Wagen mieten und zu Beat fahren. Die sind ja überall gleich schön. Eine Stunde später sitzen wir in einem Chevrolet und düsen über die Autobahn ins Erzgebirge. Es ist definitiv gescheiter gewesen, auf der Strasse hierherzukommen. Die Suppe ist dermassen dick, dass an eine Sichtflug-Landung nicht im entferntesten zu denken gewesen wäre. Daran sollte sich in den nächsten Tagen nur gelegentlich etwas ändern und mir ab und zu beim Gedanken an den Rückflug die Betriebstemperatur leicht erhöhen.

Wellnessen bei Beat.

Vorläufig lassen wir uns aber erst einmal richtig verwöhnen und geniessen die Annehmlichkeiten unserer neuen Wohnung. Das heisst hier neudeutsch ‚Suuiiiith‘. Hat verschiedene Zimmer, einen Aufenthaltsraum und allen Komfort, den man offenbar heute so braucht. Und nebenan ist erst noch ein paar Schritte entfernt das Kurbad. Auch hier tauchen wir bei unserem Aufenthalt dann auch ausgiebig ein und auf.

Die Aussicht aus Beats Hotel, auf den Park und das Denkmal, das an der Stelle des früheren russischen Uranbergwerkes errichtet wurde. Hier ist das Uran für die erste russische Atombombe abgebaut worden. Mit den Bewohnern Bad Schlemas sind die ‚Besatzer‘ offenbar nicht besonders freundlich umgegangen.

Wie die Könige werden wir von Beat und seinem Team verwöhnt. Abgenommen haben wir dank der feinen Verpflegung bestimmt nicht… Und wir wissen nun sogar über die spannende und wechselvolle Geschichte Bad Schlemas Bescheid. Beat hat uns aus seinem grossen Fundus eine Menge Wissenswertes erzählt. Von den Extrazügen nach dem Ersten Weltkrieg direkt von Paris nach Bad Schlema bis zum Uranabbau der Sowjetunion unmittelbar vor den Haustüren der damaligen Bewohner für den Bau der ersten russischen Atombombe. Und von der Wieder-Auferstehung des Ortes mit dem Bau des Kurbades, das offenbar auch von den Bewohnern in der ganzen Gegend sehr geschätzt wird.

Die Frauenkirche von Dresden.

Die wunderbar restaurierte / neu aufgebaute Dresdner Frauenkirche. Da oben auf dem Spitz sind wir gewesen…

Bei eisigen Temperaturen knapp über Null Grad und einem bissigen Nordost besuchen wir dann einen Tag lang die Sehenswürdigkeiten Dresdens. Dazu reicht ein Tag natürlich bei weitem nicht aus – d.h., wir kommen hier sicher nochmals her, um die wieder aufgebaute Stadt und ihre zahlreichen Sehenswürdigkeiten etwas genauer ansehen zu können.

Besonders in Erinnerung bleiben wird uns bis dahin der Tiefblick von der Spitze der Frauenkirche auf das Elbtal und das Schloss Dresdens. Das Barock-Innenleben der Kirche ist allerdings ebenso beeindruckend.

Tiefdruck.

Etwas schwieriger und weniger entspannt gestaltet sich dann die Rückreise. Der Nebel hält sich hartnäckig. Überlagert obendrauf von einer Kaltfront, die aus Nordwesten alle für mich erreichbaren Höhenbänder in Wolken taucht. Es wird schwierig werden, aus Bayreuth wegzukommen, noch etwas schwieriger, die Höhenzüge des Allgäus bei Leutkirch sauber überqueren zu können und vermutlich wieder etwas einfacher, die Ostschweiz durch das Rheintal queren zu können und in Mollis zu landen. Soviel lässt sich aus den Wetterkarten schon aus weiter Ferne diagnostizieren.

Da unsere Sarah am Tag der Rückreise ihren 20. Geburtstag feiert und sie unbedingt zuhause bei ihren FreundInnen feiern will, beschliessen wir deshalb, dass die ganze Familie bis auf den fliegenden Chauffeur mit dem Mietwagen nach Hause fährt und dieser hier bessere Zeiten (Wetter) abwartet. So kann sie ihren unverschiebbaren Termin wahrnehmen und ich habe keinen Stress, auch fliegen zu müssen, wenn das wegen schlechter Sicht usw. gar nicht mehr geht.

Das rettende PC-Met.

Während meine Familie also über Bayerns Autobahnen gen Süden reist, mache ich es mir im Büro des Flugleiters bequem. Konsultiere immer wieder die Wetterkarten, halte die Nase aus der Bürotür, um frühzeitig eine mögliche Startgelegenheit zu erkennen. Die Wolken stehen wirklich sehr tief. Keine 300 Fuss über dem Boden zieht die feuchte Brühe Richtung Tschechien. Und es kommt immer mehr davon daher. Derweil startet eine Piper Malibu aus Schweden auf ihrer Reise nach Kroatioen und steckt schon Sekunden nach dem Abheben in den Wolken. Das sind jene Momente, in denen ich die IFR-Flieger bis in die Haarwurzeln beneide…

Petrus hat dann aber doch etwas Erbarmen mit mir und schickt ein paar Stunden lang etwas weniger feuchte Luftmassen aus Nordwesen an die Alpen. Das sagt wenigstens der Deutsche Wetterdienst mit seiner hervorragenden GAFOR-Wetterprognose. Die grafisch sauber aufbereiteten Wetterkarten zeigen ein kleines fliegbares Fenster kurz nach dem Mittag genau in jener Richtung, in die ich fliegen möchte.

Doch noch fliegen – und leichter Stress mit dem Zoll.

Um jede Gelegenheit zu nutzen, in Bayreuth doch noch heute wegzukommen und nicht tagelang auf mögliche fliegbare Wetterfenster in einem Hotel warten zu müssen, tanke ich die Trinidad zusätzlich auf. Damit verfüge ich über ausreichend Reserven, falls ich am Ende anderso als geplant landen müsste.

Wie vom Deutschen Wetterdienst vorhergesagt, hebt sich über Mittag die Wolkenbasis soweit an, dass ich nach Sichtflugregeln starten kann. Etwas Stress verursacht nur noch die Verzollerei. Ich kann in Mollis über Mittag niemanden erreichen, um die Zollbehörden allenfalls bei der Landung aufzubieten. Im Moment scheint mir dieser Plan sowieso noch etwas theoretisch, das Wetter ist absolut grenzwertig. Noch kurz vor dem Start erreiche ich am Handy aber in letzter Minute noch die zuständige Person. Einem direkten und zollkonformen Einflug in Mollis steht deshalb nichts mehr im Wege.

Wie in einer Glocke.

Der Flug selber verläuft dann einfacher, als ich befürchtet habe. Die Wolkenbasis ist zwar grenzwertig tief, die Temperatur nahe bei Vereisung, die Sicht schlecht – aber es reicht. Ich sehe immer mindestens fünf Kilometer weit. Meistens etwa 10 km. Aber nicht weiter. Und ich muss höllisch aufpassen, nicht in Wolken zu geraten und die Sicht zu verlieren. So ist der höchste erreichte Punkt auf diesem Flug gerade mal 2’800 Fuss. Nicht schön. Aber zweckmässig. In Leutkirch ist dieser Punkt. Dort habe ich ein paar Minuten lang den Eindruck, ich flöge durch statt über die Bauernhöfe in der Nähe des dortigen Flugplatzes.

Fliegen in der ‚Glocke‘. Etwa so präsentiert sich der höchste Punkt der Rückreise im Raum Leutkirch und später auf der Nordseite des Bodensees (hier Lindau).

GPS sei Dank.

Was bei diesem Flug wirklich geholfen hat, ist mein GPS-System auf dem PDA. Der senkt die Arbeitslast auf den Piloten spürbar. Man weiss immer exakt, wo man ist. Kann mögliche Konflikte mit kontrollierten Lufträumen frühzeitig verhindern, bzw. liefert gleich die Funkfrequenz der zuständigen Controller. Und sollte man sich trotzdem einmal verfranseln, ist der Weg zum nächstgelegenen Flugplatz auf Knopfdruck auffindbar.

Nach Leutkirch sinkt das Gelände spürbar ab, von da an ist der Flug überhaupt kein Problem mehr. Durch’s Rheintal und das Walenseegebiet wird die Sicht teilweise zwar schlechter, aber nie problematisch. Ich lande am frühen Nachmittag etwas später als in Mollis. Wegen der knappen Sichtweiten bin ich mit 55% Motorleistung geflogen. Damit ist man etwa zehn Knoten langsamer unterwegs, hat aber mehr Entscheidungszeit, wenn man einem Hügelzug ausweichen oder unter einer tief hängenden Wolke einen Weg auf Kurs finden muss.

Ich bin von meiner Familie in Mollis, die zum Zeitpunkt meiner Landung gerade Bregenz passiert. Und vom Zoll ist auch heute wieder keine Seele zu sehen. Ist mir aber auch recht. Es wäre ja auch nichts Verzollbares da gewesen.Jedenfalls kommen wir damit alle problemloser als erwartet und erst noch rechtzeitig nach Hause. Danach ist für mehrere Tage an Sichtflüge zwischen Bayreuth und der Ostschweiz nicht zu denken. Das Wetter ist dafür einfach zu schlecht. Das behelligt dann aber weder uns im Büro an der Arbeit noch die im Hangar im Trockenen stehende Trinidad.

Motorflieger-Ferien an der Atlantikküste Frankreichs.

Die Pointe du Hoc – einer der am härtesten umkämpften Orte während der allierten Invasion der Normandie. Genau hier sind am Tag der Landung am Horizont über 5’000 Schiffe unvermittelt aus dem Morgennebel aufgetaucht.

Foto-Galerie.

Alles online.

Juli 2008. Den Motorflieger habe ich vorsichtshalber ab Dienstag für die ganze Woche reserviert. Abzuliefern ist er am Samstag. Dazwischen sollte eine gemütliche Familien-Motorflugreise an die Atlantikküste liegen – mitten ins Hochdruckgebiet hinein.

Im Internet findet ich bei ‚chambres d’hôtes de charme‚ nicht nur ein gleichzeitig freies wie flottes Hotel, sondern gleich ein kleines Schloss in der Normandie – und das am Vortag des geplanten Abfluges.

Flugplan, Zoll-Anmeldung, Flight-Log usw. benötigen zwar etwas Zeit, dafür starten wir am Dienstag bestens vorbereitet zum 3 1/2-Stunden-Flug nach Caen an der Kanalküste. Vom Zoll kam wieder mal niemand vorbei. Mit von der Partie sind dafür Deborah und Brigitte. Unsere Kleinste macht es sich in ‚der zweiten Reihe‘ mit Kissen und Wolldecke gemütlich, Brigitte hilft beim Navigieren. Das war schon schwieriger als heute – besser könnte die Sicht am wolkenlosen Himmel (und das zwischen Mollis und dem Kanal) gar nicht sein.

Ereignisloser Flug.

Der Flug führt westlich der CTR Zürich vorbei nach Basel. Von da aus über endlos scheinende Flach-Land-Schaften… ja, jetzt wissen auch wir, warum Frankreich ein Landwirtschafts-Land ist… südlich am Pariser Luftraum-Puzzle vorbei. Die Kathedrale von Chartres ist heute ebenso leicht zu erkennen wie die Schloss-Anlagen von Versailles. Über der Hauptstand der ‚Grande Nation‘ ist der Luftraum dicht mit Schwermetall gefüllt. Aus 30 km Distanz können wir schön zusehen, wie die Airliner im Minutentakt in die Luft gespickt werden. Bis auf das Umfliegen eines kleinen militärisch genutzten Luftraumes funktioniert alles ereignislos. Nach etwas mehr als drei Stunden nehme ich nach dem Flug über die ‚Ile de France‘ die Anflugkarten von Caen zur Hand. Der Controller beharrt anfangs in vertraut französischer Sturheit darauf, dass ich trotz Aktualisierung vor 24 Stunden alte Anflugkarten auf meinem Knie hätte. Der Fall lässt sich dann am Boden berichtigen, nachdem ich am Funk ebenfalls etwas renitent darauf beharre, erstens das richtige, aktuelle Kartenmaterial zu verwenden und zweitens solche Diskussionen grundsätzlich nicht im Landeanflug zu führen gedenke. Alles eine Frage des Selbstvertrauens! Letztlich stellt sich heraus, dass die französischen Behörden die letzten Änderungen vor drei Monaten offenbar noch nicht überall hin weitergeleitet haben. So ein Stressaberauchdendiehaben. Jedenfalls nicht zu Jeppesen, die weltweit das Kartenmaterial vertreiben. Am Ende finden auch wir in der etwas unübersichtlich grossen Parkplatzwiese ein gutes Plätzchen für den HB-KFM. Wir sind die einzigen Kleinflieger auf dem riesigen Gelände.

Auch George W. Bush war hier.

Die Nähe unseres Zielflugplatzes zu den geschichtsträchtigen Landungsstränden der Alliierten bei der Invasion Europas macht sich schon im C-Büro von Caen bemerkbar. Airforce One mit Mr. President war auch schon hier. Vermutlich am kürzlich gewesenen Jubiläum der Invasion.

Schneewittchensarg.

Wir holen mit dem Taxi unseren reservierten Schneewitchensarg in der Stadt bei der Autovermietung ab. So hiess früher ein bestimmtes Volvo-Modell mit viel Glas am Heck, das in einem James-Bond-Streifen berühmt wurde. Die aktuelle Version des Fahrzeuges ist zwar ebenso elegant wie das Original, aber praktisch ohne Kofferraum. Jedenfalls haben wir Mühe, unsere wenigen Koffer ins Wägelchen zu packen. Es geht eigentlich nur, wenn man die Kofferraum-Abdeckung komplett demoliert, achnein, demontiert.

Tschagguhsi.

Wir fahren gemütlich an der Peripherie von Caen vorbei Richtung Kanalküste zu unserem Schlössli. Das übertrifft dann unsere Erwartungen erheblich. Ein freundliches Eigentümer-Ehepaar, ein auf Pferdesport spezialisierter Journalist mitsamt einem gepflegten Anwesen warten auf uns. Dazu gehört auch ein Jaccuzi. An dem hat besonders Deborah ihre Freude. Wir bringen sie kaum mehr aus dem Sprudelbad heraus, wenn sie mal drin ist. Was jeden Abend passiert. Am Ende verlängern wir unseren Aufenthalt um einen Tag. Und eigentlich würden wir gern wieder mal dorthin reisen – es ist einfach etwas weit, wenn man nicht fliegen kann.

In Reih und Glied.

Während der drei Tage in der Normandie schauen wir uns in aller Ruhe den östlichen Teil der alliierten Landungsstrände, die riesigen Soldatenfriedhöfe und Schlachten-Gedenkstätten an. Es ist unglaublich eindrücklich. Der Strom der Besucher aus aller Welt scheint denn auch nie zu versiegen. Überall treffen wir auf (meist englisch-sprechende) Reisegesellschaften, Schulklassen und viele Urgrossväter mitsamt zwei Folge-Generationen ihrer Familie im Schlepptau, die den Ort ihrer schlimmsten Kriegserlebnisse nochmals anschauen wollen. Zu den speziell eindrücklichen Orten gehört der US-Soldatenfriedhof. Soweit das Auge reicht, reihen sich weisse Kreuze, fein säuberlich aufgereiht, kein Rasenhalb ist zu hoch, alles ist bestens gepflegt. Tausende von US-Soldaten-Namen stehen auf diesen weissen Kreuzen. Sie alle haben für ein freies Europa den höchstmöglichen Preis bezahlt. In den Hotels und Restaurants der Gegend werden wir den Eindruck nicht los, dass dieser Teil Frankreichs noch heute den GI speziell dankbar ist.

Holpriges Rückseitenwetter.

Wir fliegen nach diesem geschichtlichen Vollbad zwei Tage später weiter. Diesmal geht’s von Caen aus der Kanalküste entlang bis nach Sainte-Mère-Eglise. Das ist jene Ortschaft, an deren Kirchturm ein GI als einziger seiner Kompanie die Landung überlebt hat. Zwar stocktaub, weil er stundenlang zwei Meter neben den ständig Alarm-läutenden Kirchenglocken an seinem Fallschirm gehangen hat – aber er hat die heftige deutsche Gegenwehr überlebt, weil er sich dort oben tot gestellt hatte.

Weiter führt der Flug zum Mont-Saint-Michel. Der Felsendom steht heute nicht mehr im Meer, sondern hauptsächlich im Marschland, aber trotzdem nur über eine schmale Zufahrtsstrasse erschlossen. Der Überflug ist verboten, daran halten wir uns selbstverständlich. Die starke Rückseiten-Thermik schüttelt uns heftig durch. Brigitte wird zusehends bleicher, hält aber feste durch.

Zum Glück ist es nicht mehr weit bis nach Quiberon, der wunderschönen Segler- und Fischer-Halbinsel im Atlantik. Die ist heute unser Ziel. Das ist ein netter (kurzer) Flugplatz unmittelbar am Meer. Man soll sogar direkt zu Fuss von dort aus ins nahe Hotel spazieren können, so dicht sei hier alles beisammen.

Wieder auf dem Lande.

Die Funkerei und der Anflug gestalten sich, verglichen mit dem Süden von Paris, vergleichsweise einfach. Auch Parkplatz ist ausreichend vorhanden. Das ist offenbar nicht immer so, an bestimmten Weekends soll hier alles bis auf den letzten Platz gefüllt sein. Paris ist ja nicht allzuweit. Und der eine oder andere reiche Franzose leistet sich bestimmt den Spass, in der eigenen Maschine hierher zu fliegen.

Hotel Europa.

Wir verbringen in einem modernen Hotel direkt am Meer ein paar herrliche Ferientage. Deborah findet das Hotel noch heute das beste von allen. Mir bleibt vor allem mein erster verspiesener Hummer in Erinnerung. Bewaffnet mit allerhand Spezialwerkzeug, arbeitet man sich da während längerer Zeit durch die essbaren Teile des Krustentieres hindurch. Satt wird man davon am Ende vor allem deswegen, weil der Magen genügend Zeit hat, sich voll zu fühlen. Wir verbringen die Zeit mit gemütlichen Ausflügen in die kleine Stadt, mit Spaziergängen am Ufer, an dem bei Ebbe allerhand interessantes Getier freigespült wird.

Rückflug durch die Front.

Am Samstag machen wir uns beizeiten auf den Weg nach Hause. Da ich nicht gleichzeitig mit der gestern hier durchgezogenen Regenfront über dem Jura ankommen will, starten wir schon um 09.00 Uhr LT Richtung Osten. Der Turm ist noch nicht besetzt. Also hinterlasse ich an der Glastür eine Notiz mit meiner Adresse – und den Hinweis, dass ich die Landetaxe mangels anderer Möglichkeiten aus der Ferne bezahlen werde. Geplant ist das Unterfliegen der Regenfront über dem Flachland, eine zolltechnische (also sinnlose) Zwischenlandung in Nevers und der umgehende Wiederstart für den Flug direkt nach Mollis.

Tief. Tiefer. 500 ft AGL.

Anfangs steige ich über die Wolken. Auf 7’500 Fuss gleiten wir elegant über die Tops der Rückseite der Regenfront. Irgendwann geht’s dann definitiv nicht mehr höher. Dem vollgetankten und -beladenen HB-KFM geht die Puste aus. Dann machen wir halt einfach das Gegenteil. Auf etwa 50 km wolkenloser Strecke sinke ich zügig bei maximalem Speed bis auf 1’000 Fuss hinunter und unterquere im strömenden Regen über bzw. entlang der Loire die Front. Bis auf eine konzentrierte Ladung Wasser auf der Frontscheibe geht alles ohne Probleme, die Sicht ist immer mehr als ausreichend. Man muss sich einfach an die tiefen Flughöhen gewöhnen können. Dafür hat man einen ausgezeichneten Blick auf die Atomanlagen hier…

Sicht auf den ganzen Alpenbogen.

Nevers erreichen wir pünktlich. Die Zollandung ist völlig sinnfrei. Kein Mensch will uns hier sehen, schon gar nicht der viellicht vorhandene Zöllner. Der hat heute Samstag sowieso Gescheiteres zu tun. Als zahlen wir die bescheidene Landetaxe und verschwinden subito wieder. Nun sind wir ja vor der Front und damit auch wieder mitten im Hockdruck-Gebiet. Entsprechend weit reicht die Sicht. Über dem Jura ist der ganze Schweizer Alpenbogen sichtbar. Eine Wucht!

Der Flug nach Mollis ist wieder absolut problemlos. Bei der Landung stellen wir fest, dass wir plötzlich am grössten europäischen Ultraleicht-Meeting teilnehmen. Mollis hat dieses Weekend etwa 400 Kleinstflugzeuge zu Besuch. Ein ziemlicher Betrieb also. Aber auch dieses Hindernis überqueren wir problemlos und versorgen das Fliegerchen unbeschadet im Hangar. Es sollte unser letzter grosser Auslandsflug mit dem HB-KFM sein. Wenige Monate später ruiniert ihn ein an grober Selbstüberschätzung leidender ‚Motor-Rad-Stuntman‘ und Hartz-IV-Empfänger mit seinem Töff, der ungebremst und unversichert, dafür voller Un-Vermögen ins Flugzeug knallt und einen späteren Flugzeug-Ersatz wegen Totalschadens nötig macht.

Die grösste Party aller Zeiten verpast.

Eine der weisesten Entscheidungen war dann ein Telefon-Anruf in unserem sturmfreien Zuhause. Unser Ältester hat die Gelegenheit benutzt, um am Freitagabend eine grosse Party anzusagen. Entsprechend zugerichtet muss unser Häuschen am Tag danach sein. Wir bekommen davon dank des Telefon-Anrufes und der damit zusätzlich gewonnen Zeit, um das Gröbste aufzuräumen, glücklicherweise nur Fragmente mit. Zum Beispiel finde ich noch Tage später irgendwo auf dem Grundstück Kleidungsstücke. Oder wir haben tagelang Mühe, das Wasser im Pool mit Einsatz aller vorhandenen Chemie wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Oder unsere Nachbarn (300 Meter entfernt) sprechen uns darauf an, dass letzte Nacht die Musik bis zu ihnen gehämmert habe…

Man muss nicht alles wissen. Unser Junior macht sich am Tag danach jedenfalls mit allerhand Blumensträussen zu den Nachbarinnen auf, um sich für den Trubel der letzten Nacht zu entschuldigen. Die TeilnehmerInnen der Party sprechen noch Monate später vom tollsten Anlass aller Zeiten. Muss ja gewaltig gewesen sein.

Wie auch immer – wir gehen trotzdem mal wieder auf eine Flugreise.
Auch das war ein toller und unvergesslicher Event.

Gletscherfliegen mit Kopfstand im Mönchsjoch.

Beim Aufräumen meiner Videothek habe ich einen aus 1993 stammenden SVHS-Film entdeckt, er zeigt die letzte grosse fliegerische Freiheit – das Gletscherfliegen. 

Flug ab Mollis mit dem Super-Cub HB-OLX in den ersten Januartagen des Jahres 1993 auf die Gebirgslandeplätze am Sustenhorn, auf das ‚Ewig Schneefeld‘ am Mönchsjoch und den ‚Gratis-Peter‘ (Petersgrat) zwischen Lötschental und dem Kanderfirn.


Hier geht’s direkt zum Gletscherflieger-Video.

Speziell ist mir an diesem unvergesslichen Flug frühmorgens eine Landung am obersten Ende des ‚Ewig Schneefeld‘ – einem der einsameren, auf der Südseite des Berner Oberländer Mönchs-Gipfels gelegenen Gletscher der Alpen – in Erinnerung geblieben. Beim Wenden nach der Landung zum Neustart den steilen Hang hinunter bin ich im metertiefen Pulverschnee etwas überraschend in einer dicken Schnee-Wächte steckengeblieben.

‚Si zwee Fründe imne Schportflugzüüg en Alpeflug go mache…
flüge ufe zu den Alpä …‘

Fast wie im Lied von Mani Matter hat der Propeller im luftigen Champaign-Powder einen Mords-Staub aufgewirbelt und beim Versuch, mit dosiertem Gasgeben das Flugzeug zu befreien, hat’s mir das Fliegerchen sanft und in Zeitlupe gleich ganz auf den Propeller gestülpt. Dann war nur noch absolute Stille zu hören. Dieses wurde in der kommenden halben Stunde nur vom Pfeifen meiner Lunge (wie eine löchrige Luftmatratze, wenn der Inhalt entweicht) gestört.

Die folgende Befreiungs-Schaufel-Aktion hat mich auf 3’500 Meter in der spürbar dünnen Luft nämlich gehörig ins Keuchen und Schwitzen gebracht. Die Lungenflügel habe ich glaubs am Abend noch gespürt. Den ersten Start habe ich in der Folge alleine und ohne den filmenden Passagier Fredi Frutig machen müssen, um sicher wegzukommen und weiter unten in flacherem Gelände erneut eine Landung zu versuchen, um meinen vereinsamten Passagier wieder an Bord nehmen zu können.

Schwimmen im bodenlosen Pulver.

Er muss sich ein paar Minuten lang etwa 30 km von der nächsten bewohnten Siedlung entfernt in der absoluten Stille eines Januarmorgens auf diesem wirklich abgelegenen Schneefeld etwas einsam vorgekommen sein. Zur Belohnung musste er dann auch noch ein paar Hundert Meter durch den Pulverschnee hinunter ’schwimmen‘. Die Kamera hat er dabei wie ein flüchtiger Vietkong beim Durchqueren eines Flusses immer ein gutes Stück über den Kopf gehalten, damit sie ja keinen Pulverschnee in die Optik erwischt 🙂

Herrliche Erinnerungen, festgehalten auf Super-VHS von meinem Fluggast Fredi Frutig aus Winterthur.