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Mit einem Ultraleichtflugzeug hoch hinaus

Noch ist der Flugbetrieb auf dem Krefelder Egelsberg gemäß den Corona-Regeln für den Luftsport nur eingeschränkt möglich. Dabei stehen die Mitglieder des Vereins für Segelflug Krefeld in den Startlöchern. Die Wartung der Flugzeuge ist abgeschlossen und auch alle anderen Geräte sind überprüft, sodass die Saison losgehen kann, sobald es die Pandemielage ermöglicht.

Für Max Zeuner ging es in den vergangenen Tagen aber dennoch hoch hinaus. Eingeschränkt und mit besonderen Hygieneauflagen ist nämlich ein minimaler Flugbetrieb dennoch möglich. Der 18-jährige Nachwuchspilot konnte somit seinen ersten Ausbildungserfolg in der noch jungen Flugsaison verbuchen. Nachdem er seine Segelflugausbildung in den Jahren zuvor bereits erfolgreich abgeschlossen hatte, folgt jetzt die Ausbildung im Ultraleichtflugzeug. Dabei handelt es sich um ein besonders leichtes, zweisitziges Sportflugzeug mit einem 80PS-Motor. Die moderne Konstruktion unterscheidet sich kaum von einem „normalen“ Sportflugzeug und kann ähnliche Flugleistungen aufweisen. Mit diesem sogenannten Luftsportgerät konnte Max Zeuner jetzt unter der Aufsicht von UL-Ausbildungsleiter Ralf Froese seine ersten drei Alleinflüge erfolgreich absolvieren. Bei idealen Wetterbedingungen flog der Nachwuchspilot drei „einwandfreie Platzrunden um den Flugplatz Egelsberg und krönte jeden Flug mit einer wunderschön sanften Landung“, lobte Froese im Anschluss.

Erfolge auch bei der Funksprechausbildung
Die Leistungen des noch jungen Piloten sind aber nicht der einzige Grund für Freude beim Verein. Schließlich gibt es auch im Bereich der Funksprechausbildung Erfolge zu verbuchen, wie Pressesprecher Thomas Wiehle mitteilt. Die Ausbildung ist nötig, um sich in der Luft als gleichberechtigter Luftverkehrsteilnehmer gut mit den Fluglotsen verständigen zu können und zu dürfen. In Kooperation mit dem VfS Krefeld und dem Aeroclub Krefeld konnten gleich sieben Nachwuchspiloten die Sprechfunkprüfung BZF I (in deutsch und englisch) vor der Bundesnetzagentur ablegen: Christiann Breuer, Niklas Gassner und Max Zeuner aus Krefeld sowie Julius Kellings, Janina und Nico Stimming sowie Thomas Wiehle. Alle sieben hatten sich seit Dezember intensiv auf die Prüfung vorbereitet und waren unter anderem vom Krefelder Sprechfunklehrer Nikolas Kehr instruiert worden. Jetzt hofft der Verein, dass die Piloten das Erlernte schon bald im Flugbetrieb einsetzen und lautlos ihre Kreise am Himmel ziehen dürfen. Quelle: ‚Westdeutsche Zeitung‚.

Konstanz: visionäre Ideen für Flugplatz unerwünscht

Manuel Miller wollte in den Flugplatz investieren – statt ihn anzuhören, schlug die Stadt dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft einen Interimsgeschäftsführer vor. Der soll den Betrieb bis Ende des Jahres führen, während der Gemeinderat noch bis zum Sommer eine Entscheidung treffen soll, wie es mit dem Platz weitergeht. Manche Räte würden ihn am liebsten dicht machen. Quelle: ‚Südkurier‘ (Registrierung).

Umschulung nur auf eigene Kosten

Die Luftfahrt ist von der Pandemie hart getroffen. Ein Pilot aus Freising, der durch die Krise arbeitslos geworden ist, hat einen neuen Job in Aussicht. Die dafür benötigte Weiterbildung aber will die Agentur für Arbeit nicht bezahlen.

Wer ein Flugzeug fliegen will, muss erst eine Musterberechtigung erwerben. Für Piloten, die sich auf weniger verbreitete Modelle spezialisieren wollen, ist es schwer, staatliche Unterstützung für Umschulungen zu erhalten. Diese Erfahrung hat auch Jakob Meier aus Freising gemacht. Er fällt durch alle Raster. Die Corona-Krise hat ihn stark getroffen, er verlor – wie auch alle seine Kollegen in dem Betrieb – seine Anstellung. Meier, der seinen richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen will, ist Pilot und hat, wie er sagt, als bisher Einziger aus dem Kollegenkreis ein neues Jobangebot. Mit dem Arbeitsplatz wechselt aber auch das Flugzeugmodell, weshalb Jakob Meier eine neue Musterberechtigung benötigt. Diese berechtigt zum Führen eines bestimmten Luftfahrzeug-Typs. Seinem Antrag an die Agentur für Arbeit, die Kosten für die Fortbildung zu übernehmen, wird allerdings nicht stattgegeben. Auf Anfrage gibt die Behörde an, dass sie an rechtliche Voraussetzungen gebunden sei, die in Jakob Meiers Fall nicht zuträfen.

Arbeitslosengeld statt Umschulung: Jakob Meier kann das nicht nachvollziehen
Grundsätzlich hat jeder, der arbeitslos ist oder für den sich eine Weiterbildung anbietet, Anspruch auf eine Beratung und Kostenübernahme durch die Arbeitsagentur – wenn die nötigen Voraussetzungen erfüllt sind. Jakob Meier schildert, dass er in mehreren Gesprächen seine Situation erläutert und versichert habe, dass er bereits ein neues Jobangebot bekommen habe. Sein Antrag scheiterte dennoch, denn das Trainingscenter, das Meier nach seinen Worten für diesen Flugzeugtyp besuchen müsste, befindet sich in England und ist offenkundig nicht ausreichend zertifiziert.

Stattdessen wurde ihm Arbeitslosengeld für maximal ein Jahr bewilligt. Jakob Meier kann das nicht nachvollziehen. Schließlich würde die Umschulung gerade einmal die Hälfte dieses Gesamt-Betrags ausmachen, zudem sei nicht garantiert, dass er in dem Jahr einen neuen Arbeitsplatz finden werde, den er derzeit ja bereits nachweisen könne. Jakob Meier sieht keine Alternative zu der Schulung, denn für diesen speziellen Flugzeugtyp gebe es kein Trainingscenter in Deutschland.

Viele Umschulungen fänden nur im Ausland statt, er ist deshalb überzeugt, dass er kein Einzelfall ist
Der Pilot arbeitet in der Geschäftsreise-Branche, in der nicht die weitverbreiteten Flugzeugtypen im Einsatz seien, erklärt er. Viele Umschulungen fänden allerdings nur im Ausland statt. Er ist deshalb überzeugt, dass er kein Einzelfall ist. „Gerade jetzt, wo sich viele Piloten um einen neuen Job umschauen, ist das ein Problem. Wenn jemand trotz Krise selbst eine neue Anstellung gefunden hat, müsste man das doch unterstützen.“ Die Agentur für Arbeit begründet die geltenden Anforderungen damit, dass Steuergeld gut eingesetzt werden müsse. Jakob Meier wiederum versichert, dass das Trainingscenter eine gute Umschulung ermögliche, auch sein Arbeitgeber habe dies bestätigt. Meier sagt, ihm bleibe nun nichts anderes übrig, als die Weiterbildung auf eigene Kosten zu machen, das Geld habe er „irgendwie zusammengekratzt“. Sein neues Jobangebot könne er sich nicht entgehen lassen. Quelle: ‚Süddeutsche Zeitung‚.

Tausende Piloten suchen Jobs

Dem Himmelssturm folgt der berufliche Absturz. In der Corona-Krise stehen tausende Piloten vor einer ungewissen beruflichen Zukunft. Ins Cockpit werden nicht alle zurückkehren, aber es gibt Alternativen. „Meinem Vermieter oder meiner Bank ist es egal, ob ich Pilot bin.“ Nach 16 Berufsjahren steht der Pilot der insolventen Luftfahrtgesellschaft Walter fast schon mit dem Rücken zu Wand. Mit der Corona-Krise sind im einstigen Dauer-Wachstumsmarkt Luftverkehr auf einen Schlag tausende Kapitäne und Co-Piloten vor existenzielle Fragen gestellt. Die europäische Pilotenvereinigung EPA schätzt, dass von den rund 65.000 Kräften auf dem Kontinent rund 18.000 dauerhaft ihren Job verlieren. Allein bei der deutschen Lufthansa sollen im kommenden Jahr bis zu 1200 von rund 5500 Kollegen gehen, schätzt die Vereinigung Cockpit. Statt Spitzengehältern droht manchen die Arbeitslosigkeit.

Die Cockpit-Mannschaften der Airlines sind durchaus heterogen: Da gibt es Voll-Akademiker, die noch andere Stellen innehaben, Piloten im Management aber auch Kollegen, die nach ihrer zweijährigen Ausbildung davon ausgegangen waren, dass Pilot eine Lebensstellung sei. Vor allem bei dieser Gruppe ist guter Rat teuer, weiß der Luftverkehrsexperte der Arbeitsagentur am Flughafen Frankfurt, Holger Bausch. „Die meisten sorgen sich erst einmal um die Aufrechterhaltung ihrer Lizenz und schauen, was weltweit möglich ist. Aber ein Jobwechsel nach China, in die Golfstaaten oder nach Südamerika ist derzeit wegen der Pandemie nahezu unmöglich.“

Erhard Walther, Chef und Gründer der Hamburger Beratungsgesellschaft Interpersonal, glaubt nicht, dass alle wieder unterkommen. „Ich fürchte, dass einige Piloten verglühen. Es ist sehr aufwendig, Lizenz und medizinische Voraussetzungen aufrecht zu erhalten. Für ältere Kollegen wird sich das vielleicht auch gar nicht mehr rechnen. Jüngere, die vielleicht auch eine Familie versorgen müssen, werden in andere Berufe wechseln.“ Der Betreiber der Job-Börse career.aero für fliegerisches Fachpersonal sieht zudem ein klassisches Betätigungsfeld für Ex-Piloten derzeit versperrt: „Die Flughäfen und Zulieferer haben im Moment selbst zu große Mannschaften an Bord.“

Die Lufthansa-Pilotin Leila Belaasri weist auf Probleme mit der Verkehrspilotenlizenz ATPL hin, die in Deutschland keinen anerkannten Berufsabschluss darstelle. „Diese Einstufung spiegelt das facettenreiche Kompetenzprofil eines Piloten nicht wider. Folglich ist es signifikant wichtig, die Unterstützung des Luftfahrtbundesamtes zu gewinnen, um die rechtlichen Voraussetzungen für eine bessere Anerkennung zu schaffen. Damit Kollegen leichter in andere Berufe quer einsteigen oder bei verwandten Studiengängen nicht ganz bei Null anfangen müssen.“

Wolfgang Zschauer musste nach elf Pilotenjahren aus gesundheitlichen Gründen zurück an den Boden und hat seitdem vielfältige Berufserfahrungen gesammelt. Er sagt: „Piloten haben eine sehr breite technische Systemkompetenz in vielen verschiedenen Fachgebieten. Sie sind ‚ingenieurnah qualifiziert‘ und können sich extrem schnell in komplexe Systeme einarbeiten.“ „Außerdem seien Piloten sauberes Arbeiten nach vorgegebenen Standards gewohnt, wenn auch bei der x-ten Wiederholung Präzision und genaue Dokumentation gefordert werden. „Das sind insbesondere in Testlaboren oder bei Audits gefragte Fähigkeiten. Bedarf haben da viele Industriezweige wie Pharma, Chemie, Auto oder Maschinenbau.“

In seinem aktuellen Beruf achtet Zschauer darauf, dass die komplexen Regeln der europäischen Luftsicherheitsbehörde EASA am Münchner Flughafen umgesetzt und eingehalten werden. Eine klassische Aufgabe für Ex-Piloten, findet er. „Wir wissen, wie wichtig Genauigkeit ist und können Vorfälle genau analysieren.“

Arbeitsvermittler Bausch rät den Betroffenen zur Selbstanalyse: „Die Bewerber müssen im Einzelfall schauen, welche Teilgebiete ihres bisherigen Jobs sie ausbauen wollen. Das könnten beispielsweise Luftrecht, Technik oder auch die Meteorologie sein.“ Interpersonal-Chef Walther sieht ebenfalls Möglichkeiten außerhalb der Fliegerei: „Grundsätzlich können Piloten mit ihren Kompetenzen auch gut in technischen Hochrisiko-Umfeldern eingesetzt werden, zum Beispiel in Kraftwerken. Das haben bislang noch zu wenige potenzielle Arbeitgeber erkannt.“

Die Pilotin und Coachin Belaasri wirbt mit den Führungsqualitäten der Berufsgruppe: „Piloten sind Verantwortungs- und Entscheidungsträger, die in einem vorgegebenen Team mit gelebter psychologischer Sicherheit alle verfügbaren Ressourcen nutzen können. Dazu braucht es hohe kommunikative Fähigkeiten, um eine Atmosphäre von Offenheit und Vertrauen zu schaffen. Piloten haben eine ausgeprägte Lösungskompetenz für Probleme und Konflikte.“ Quelle: ‚Frankenpost‚.

Neresheimer Piloten bereit für Flugsaison

Der Start der Flugsaison rückt immer näher. Noch ist es relativ ruhig auf dem Fluggelände südlich von Neresheim. Doch der Schein trügt: Hinter den verschlossenen Hallentoren wurden während der Wintermonate unter strenger Einhaltung der vorgegebenen Hygienemaßnahmen alle Flugzeuge bis ins Detail inspiziert, gewartet und auf ihre Flugtüchtigkeit überprüft, sodass diese zu Saisonbeginn zur Verfügung stehen. Die winterlichen Wartungsarbeiten reichen dabei von einfachen Reifenwechseln und der obligatorischen Lackpflege bis hin zur Untersuchung der Steuerung und der Instrumente im Cockpit.

Für aufwändigere Arbeiten, die nicht selbst durchgeführt werden können, wenden sich die Neresheimer an professionelle Flugzeugwerften. So wurde der Schulungsdoppelsitzer, der für gewöhnlich die meisten Starts und Flugstunden auf dem Buckel hat, nach 3000 Flugstunden einer grundlegenden Inspektion in einer Werft unterzogen und steht nun wieder zur Ausbildung von Nachwuchspiloten zur Verfügung.

Aber nicht nur der Schulungsdoppelsitzer als das Arbeitspferd des Vereins, sondern auch die Leistungsflugzeuge wurden den Winter über auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Der einsitzige Hochleistungssegler vom Typ LS8 erhielt neu entwickelte Flügelspitzen, von denen eine deutliche Verbesserung der Flugleistungen zu erwarten sind. Für die Neresheimer Segelflieger gilt es nun also nur noch, auf die warme Frühlingssonne zu warten und dann wieder durchzustarten. Quelle: ‚Schwäbische.de‚.

Wasserkuppe: 58jähriger Pilot erhält Bewährungsstrafe

Im Prozess um das Flugzeug-Unglück auf der Wasserkuppe, bei dem im Oktober 2018 drei Menschen ums Leben kamen, ist am Landgericht in Fulda das Urteil gesprochen worden. Der 58-jährige Pilot aus Ludwigshafen erhält eine Bewährungsstrafe. Fulda – Etwas früher als erwartet ist die Kammer um den Vorsitzenden Richter Josef Richter am Donnerstag, 18. März, in Fulda zu einem Urteil gekommen: Der Pilot (58), der mit seiner einmotorigen Propellermaschine am 14. Oktober 2018 eine Mutter (39) und ihre beiden Kinder (11 und 12) aus Sinntal erfasst und tödlich verletzt hat, ist wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Das Strafmaß reicht hierbei von einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Der Pilot wurde zu sechs Monaten Haft, die auf Bewährung ohne Auflagen ausgesetzt ist, wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen und zur Übernahme der Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Angeklagte hatte angekündigt, einen Geldbetrag von 5000 Euro an den Nebenkläger zu zahlen. Da „die Kammer die Erwartung hat, dass er dies auch tun werde, wurde von der Erteilung weiterer Bewährungsauflagen und -weisungen abgesehenen“, erklärt das Langericht Fulda. Quelle: ‚Fuldaer Zeitung‚.

AustroControl-Season Opener erstmals online

Am 15. März startet der Austro Control Season Opener 2021. Aufgrund der geltenden COVID19-Einschränkungen heuer unter völlig neuen Rahmenbedingungen und komplett online. Austro Control ist es ein besonderes Anliegen, den Season Opener – trotz der bestehenden Einschränkungen – im Sinne der Sicherheit und einer optimalen Vorbereitung auf die neue Flugsaison heuer stattfinden zu lassen.

So findet der Season Opener 2021 statt: Eine ganze Woche Fachpräsentationen mit Live-Diskussionen. Sechs Themen in fünf Tagen von 15.-19. März 2021.

  • Jeder Thementag mit Videopräsentationen, abrufbar on demand (streambar ab 09.00).
  • Abendliche Online Live-Diskussion und Q&A Session mit unseren Expertinnen und Experten. Die Veranstaltung findet über ZOOM statt.
  • Stellen Sie Ihre Fragen zu den Präsentationen im Vorfeld oder während der Online-Diskussion über die interaktive Diskussionsplattform Slido am jeweiligen Thementag. Zugangscode: #lowx.
  • Vorträge von ExpertInnen der Fachbereiche von Austro Control, des Österreichischen Aeroclubs und der Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (UUB).
  • Und: Spezieller Thementag für unsere Ballonfahrer- und SegelfliegerInnen.

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Lufthansa konzentriert praktische Pilotenausbildung in Rostock

Lufthansa Aviation Training baut die hauseigene Ausbildung von Pilotinnen und Piloten um. Bremen steht künftig für Theorie, Rostock für Praxis. Kaum war die Corona-Krise ausgebrochen, zog Lufthansa die Reißleine. Sie stoppte die hauseigene Ausbildung von Pilotinnen und Piloten. Im Spätsommer kam dann die Hiobsbotschaft für 500 junge Frauen und Männer, die auf eine Karriere im Cockpit gehofft hatten. Lufthansa Aviation Training beendete ihre Ausbildung.

Flugschüler, die bereits eineinhalb von zweieinhalb Jahren ihrer Ausbildung absolviert hatten, dürfen dagegen weitermachen. Auch für die 170 angehenden Pilotinnen und Piloten ändert sich aber etwas. Lufthansa Aviation Training stellt das Ausbildungskonzept an den eigenen Flugschulen um. Der theoretische Teil wird künftig in Bremen konzentriert. Dort werden auch digitale Module für die theoretische Pilotenausbildung entwickelt.

Aussicht auf Job bei der Gruppe
Der in Deutschland vorgesehene praktische Ausbildungsteil wird künftig in Rostock-Laage durchgeführt und nicht mehr auch in Bremen. «Damit erhält die aktuelle Generation von Flugschülerinnen und Flugschülern zugleich wieder eine Perspektive auf einen möglichen späteren Einstieg in Cockpits der Lufthansa Group Airlines», schreibt der Konzern. Quelle: ‚Stefan Eiselin auf Aerotelegraph‚.

Piloten starten Lokführer-Ausbildung

Sie träumten vom Fliegen, doch wegen Covid stehen ihre Arbeitgeber am Boden. Erste Piloten und auch andere Personen der Aviatik-Branche werden bald zu SBB-Lokführern umgeschult. Das hilft auch, den Mangel an Lokführern zu beheben. Durch die Corona-Krise ist der Flugmarkt eingebrochen. Airlines müssen ganze Flotten am Boden lassen. Viele Piloten werden im Moment nicht gebraucht. Ganz anders sieht die Lage bei den SBB aus. Es gibt zu wenig Lokführer. Das soll sich jetzt ändern, indem Piloten vom Flugzeug- ins Lokcockpit wechseln.

Seit dem Ausbruch der Viruskrise kursiert die Idee, gegroundete Piloten auf Bähnler umzuschulen. «Vom Cockpit in den Lokführerstand», lautete im Oktober ein Vorstoss von Aeropers, dem Personalverband der Swiss- und Edelweiss-Piloten, und dem Verband Schweizer Lokführer und Anwärter (VSLF). Jetzt machen die Verbände ernst. Statt dass viele Piloten ohne Arbeit bleiben, sollen sie auf der Schiene eingesetzt werden. «Das Interesse an der Ausbildung ist gross, in den Kursen, die 2020 oder 2021 begonnen haben beziehungsweise beginnen werden, sind auch Leute aus der Aviatik-Branche vertreten», sagt ein SBB-Sprecher zu BLICK.

«Stolz herunterschlucken und nach vorne blicken»
Der welsche Ex-Swissair-Pilot Carlos Spruengli ist einer der ersten Piloten, der bald die Ausbildung beginnt steigt. «Euro News» erklärte Spruengli, er werde demnächst den Vertrag zur Ausbildung mit den SBB unterzeichnen. Diese dauert 14 bis 16 Monate. Wehmütig erinnere er sich an seinen letzten Flug in einem A330. Das Leben gehe weiter, sagt er: «Das ist wie in einer Beziehung. Wenn der andere nichts mehr von dir will, muss man seinen Stolz herunterschlucken und nach vorne blicken.»

Die Pilotengewerkschaft Aeropers unterstützt Mitglieder, die sich umorientieren wollen. «Für uns ist es selbstverständlich, mit Unternehmen bei dieser Art von Projekt zusammenzuarbeiten», sagt Aeropers-Sprecher und Swiss-Captain Thomas Steffen. Die Berufe des Piloten und Lokführers würden sich ähneln.

Beispiel soll Schule machen
«Wir hoffen, dass dies andere Länder in Europa inspirieren kann.» Fluggesellschaften kämpfen weltweit ums Überleben. Piloten rund um den Erdball haben ihre Optionen zu überdenken. Sie träumten vom Fliegen. Die neue Realität, wohl auch für erste Swiss- und Edelweiss-Piloten, hat weit mehr Bodenhaftung.

Die Alternative? Gar kein Job. Ein französischer Pilot wird zitiert, er fliege derzeit als selbstständiger Pilot für eine osteuropäische Billigfluglinie – für 300 Euro im Monat. Er «habe keine Wahl». Brancheninsidern zufolge dürften Passagierzahlen in der Luftfahrt frühestens 2024 wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen. Darauf haben sich zahlreiche Fluggesellschaften und Berufsverbände von Piloten auf Lohneinbussen geeinigt. Doch es droht die Gefahr, dass sich die Situation des Flugverkehrs und die Arbeitsbedingungen langfristig verschlechtern. Quelle: ‚Blick‚.

Wenig los am Himmel

Corona berührt die Mitglieder des Fliegerclubs Schönebeck/Zackmünde nur indirekt, weil der Sportbetrieb im Winter sowieso ruht. „Bleiben Sie gesund und negativ“. Mit diesem launigen Satz verabschiedete sich Henning Schulte, Vorstandsvorsitzender des Fliegerclubs Schönebeck, am Telefon, nachdem wir mit ihm über die aktuelle Vereinsarbeit sprachen. Wenn man noch vor einem Jahr seinem Gegenüber viel Positives wünschte, benutzt man heute besser medizinisches Vokabular, um den Menschen Gutes auf den Weg zu geben. Doch das nur am Rande. Grund der Volksstimme-Nachfrage war die aktuelle Situation des Fliegerclubs, der gegenwärtig 76 aktive und passive Mitglieder zählt. In der ersten Welle des Lockdowns hatte der Verein seine Tätigkeit Anfang April eingestellt, berichtet Schulte. Die Sportstätte wurde geschlossen. Dann, in der zweiten Welle, nicht. Weil man sich als Individualsportverein sehe und das Areal ein Sonderlandeplatz und keine Sportstätte sei.

Da im Winter der Flugbetrieb ohnehin ruhe und in der Regel erst Anfang April aufgenommen werde, stehe jetzt die Wartung der Segelflugzeuge und des Motorgleiters auf dem Dienstplan, erzählt Henning Schulte. Ganz anders sieht es bei den großen Fluggesellschaften aus. Durch die Corona-Krise hat sich das Flugverkehrsaufkommen in Deutschland mehr als halbiert. Die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) registrierte im Jahr 2020 insgesamt 1,46 Millionen Starts, Landungen und Überflüge nach Instrumentenflugregeln. Mit einer Erholung rechnet das Unternehmen erst in einigen Jahren.

Die Deutsche Flugsicherung hat so wenige Flugzeuge kontrolliert wie noch nie seit ihrer Gründung im Jahr 1993. 2020 wurden im deutschen Luftraum rund 1,46 Millionen Flüge gezählt. Das sind 56,2 Prozent weniger als im Vorjahr, als die Zahl der Flugbewegungen noch bei 3,33 Millionen lag. Das Aufkommen in Deutschland ist damit auf das Niveau vor der Wiedervereinigung gesunken: 1989 wurden im Luftraum der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 1,47 Millionen Flüge registriert. Seither ist das Verkehrsaufkommen – mit einigen Unterbrechungen – nahezu kontinuierlich gestiegen.

Altes Niveau erst 2025
„Durch die steigenden Infektionszahlen in vielen Ländern und die wieder zunehmend verhängten Reisebeschränkungen ist vor allem der Passagierverkehr stark betroffen“, sagt Dirk Mahns, Geschäftsführer-Betrieb der DFS. Darunter leiden alle Flughäfen, wobei die beiden großen Drehkreuze Frankfurt und München absolut gesehen die größten Verluste verzeichnen. Nur geringe Rückgänge gibt es dagegen bei der Luftfracht. „Flughäfen mit einem hohen Frachtanteil haben deshalb deutlich weniger Verkehrseinbußen“, so Mahns weiter. Dies gilt vor allem für den Flughafen Leipzig/Halle. Hier lag die Zahl der Starts und Landungen nur um rund 18 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Auch nach der erfolgreichen Entwicklung von Impfstoffen gegen das Corona-Virus und der Aufnahme erster Impfungen rechnet die DFS nicht damit, dass sich der Luftverkehr rasch wieder erholt. „Es wird voraussichtlich bis 2025 dauern, bis das alte Niveau wieder erreicht wird“, sagt Mahns. Auch bei sehr geringen Verkehrszahlen muss die Flugsicherung mindestens 70 Prozent ihres Lotsenpersonals vorhalten; Tower und Lufträume können nicht einfach geschlossen werden. Im Gegenteil: „Wir stellen unsere Dienstleistung auch in der Krise bereit“, unterstreicht Mahns. „Nicht zuletzt für die Verteilung der Impfstoffe in aller Welt ist der Luftverkehr systemrelevant. Und dazu gehört auch eine leistungsfähige Flugsicherung.“

Die Deutsche Flugsicherung betreibt in Sichtweite des Sonderlandeplatzes Zackmünde ein sogenanntes Drehfunkfeuer, an dem sich Flugzeuge orientieren. In Sichtweite des Ringheiligtums ragt eine Metallkonstruktion aus der Landschaft. Peter Speckter vom Fliegerclub sieht hier regelmäßig nach dem Rechten. Denn bei der Navigationsanlage handelt es sich um ein sogenanntes UKW-Drehfunkfeuer (englische Abkürzung VOR), das unter Regie der Deutschen Flugsicherung große und kleine zivile Flugzeuge leitet. Darin steckt eine Menge Technik, die überwacht und gewartet werden will. Damit alles rund läuft, steht Peter Speckter von seiner Wohnung in Schönebeck mit der Zackmünder Station über Funk in Verbindung. Bei einem eventuellen Ausfall der Anlage kann er somit schnell reagieren. Das Drehfunkfeuer sendet ein spezielles kodiertes Funksignal, aus dem das Flugzeug mittels eines eigenen Empfängers die Richtung zum Funkfeuer entnehmen kann. Der Flieger sieht also, woher und aus welcher Richtung das Signal kommt. Somit wissen Pilot und Lotse über ihre jeweiligen Darstellungssysteme genau, wo sich das Flugzeug gerade befindet, ohne zueinander Sichtkontakt zu haben. Das Drehfunkfeuer hat die Eigenschaften eines modernen Leuchtturms. Der sendet immer dann ein Blitzlicht aus, wenn sich der rotierende Scheinwerfer durch den magnetischen Norden dreht. Mathematische Grundlagen seien dabei die Winkelverhältnisse zwischen dem Flugzeug und der Position des Drehfunkfeuers.

Um eine zuverlässige Wirkung zu entfalten, gibt es deutschlandweit rund 60 solcher Anlagen. Aus Zackmünder Perspektive liegt das nächste im Süden bei Gotem (Halle), im Osten der Flughafen Berlin-Tegel, Hehlingen bei Wolfsburg ist es im Norden. Das Zackmünder Drehfunkfeuer wurde im November 1991 technisch frei gegeben. Seitdem weist es der zivilen Luftfahrt den Weg am Himmel. Quelle: ‚Die Volksstimme‚.

Dorf-Flugplatz für Ex-Flughafenchef

Die Pläne zweier Hobby-Piloten aus Berlin für einen Flugplatz in Dahme-Spreewald nehmen Gestalt an. Nach dem Ortsbeirat hat auch der Bauausschuss von Groß Leuthen dazu geraten, die Piste anzulegen. Anwohner sorgen sich aber um die Umwelt. In Groß Leuthen (Dahme-Spreewald) ist der erste Schritt zur Einrichtung einer Wiesen-Landebahn für Kleinflugzeuge erfolgt. Seit rund vier Jahren träumen zwei Hobbyflieger aus Berlin, dort einen privaten Flugplatz anzulegen – einer von ihnen ist der ehemalige Flughafenchef von Berlin-Tegel, Elmar Kleinert. Fast so lange wie die Pläne gibt es aber auch Protest von Campern und Jägern. Nachdem es lange Zeit ruhiger um das Projekt geworden war, tagte im November 2020 der Ortsbeirat und empfahl eine Anlage der Piste – am Donnerstagabend schloss sich der Bauausschuss dieser Empfehlung an.

Das letzte Wort hat die Luftfahrtbehörde
Bei der Abstimmung im Bauausschuss stimmten vier Mitglieder stimmten für den Antrag, es gab eine Enthaltung. Allerdings erfolgte das Votum mit Einschränkungen. So soll unter anderem nicht jeder Neubau innerhalb eines Radius von 1,5 Kilometer um die Landebahn herum von der Luftfahrtbehörde genehmigt werden müssen. So sieht es eigentlich das Luftfahrtgesetz vor. Doch dann müsste selbst eine Genehmigung eingeholt werden, wenn jemand in Groß Leuthen zum Beispiel nur eine Pergola über seine Mülltonnen bauen will. Als nächsten Schritt möchte die Gemeinde am kommenden Montag im Hauptausschuss ein Statement beschließen. Im Moment sieht es danach aus, dass dieser dem Antrag auf die Start- und Landebahn zustimmt. Genehmigt werden muss die Piste aber schließlich von der Luftfahrtbehörde.

Sorge um Umwelt und Tiere
Vor der Bauausschusssitzung kam es allerdings zu einer hitzigen Diskussion zwischen dem Antragsteller Ralph Seefeld und Hans-Jochen Wagner, einem Mitglied der Initiative „Klein Leuthen bewahren“, die sich gegen die Piste einsetzt. Klein Leuthen ist der Gemeindeteil von Groß Leuthen, in dem das Projekt umgesetzt werden soll. Die Initiative befürchtet Nachteile für einen benachbarten Campingplatz und die Umwelt. „Ich bin einfach erschreckt darüber, dass jemand hier herkommt und sagt, dass, weil es für ihn sehr angenehm ist, nach Bremen zu fliegen und alle Staus zu umfliegen“, meint Wagner, „dass es doch super wäre, wenn er einen Landeplatz vor der Türe hätte. Wenn er da erst eine Stunde hinfahren müsste, wäre das nicht ökologisch.“

Als das Projekt bekannt wurde, sorgten sich Anwohner auch um die Lärmbelastung. Um diese Sorgen zu zerstreuen, hatten die beiden Hobbypiloten Anfang 2017 zu einem Testflug ihrer „Piper PA-18“ auf dem Gelände des geplanten Flugplatzes eingeladen. Rund 150 Groß Leuthener besuchten die Veranstaltung, die meisten zeigten sich nach der Vorführung zufrieden. „Es war leiser als ein Motorrad“, sagte eine Anwohnerin über die einmotorige Maschine.

Hans-Jochen Wagner ist jedoch besorgt, dass auch andere Beeinträchtigungen für die Umwelt geben könnte. In den letzten Jahren habe der See „sehr viel Wasser verloren“, sagt er. Alte Bäume würden plötzlich eingehen. „Grundsätzlich habe ich den Eindruck, man müsste die Gemeinde in allem unterstützen, was den Umweltschutz betrifft“, meint Wagner.

Ob ein Flugbetrieb der Umwelt und den ansässigen Tieren schaden könnte, wurde bereits in einem ersten Gutachten der Flugaufsichtsbehörde untersucht. Darin werden keine Gefahren für Umwelt und Naturschutz gesehen. Allerdings bemängeln Kritiker, dass es nur zwei Vor-Ort-Begehungen gab und nicht alle Tiere erfasst worden seien. Und so könnte es sein, dass der Hauptausschuss am kommenden Montag ein neues Gutachten empfehlen wird. Quelle: Marie-Therese Harasim in ‚rbb24‘.

Streit um Lufthansa-Ausbildung

Der Lufthansa-Flugschule droht die Schließung. Viele angehende Pilotinnen und Piloten klagen nun gegen den Konzern, weil sie ihre Ausbildung in Bremen abschließen wollen. Ein großer Teil der einst 700 Flugschüler werde seit Monaten im Unklaren gelassen, wie es mit der Ausbildung weitergehen soll, berichten mehrere Betroffene gegenüber buten un binnen. Seit dem Frühjahr habe es, mit wechselnden Begründungen, keinerlei Unterricht mehr gegeben. Auf Nachfragen hätten sowohl Flugschulleitung als auch die Lufthansa, die die Einrichtung betreibt, so gut wie nie reagiert, beklagen die Schüler. Einige Dutzend Schülerinnen und Schüler hätten mittlerweile Aufhebungsverträge unterzeichnet und die Flugschule verlassen.

Prüfung von Vertragsbruch
Nun versuche das Unternehmen, viele der verbliebenen Schülerinnen und Schüler auf Flugschulen abzuschieben, die nicht zur Lufthansa-Gruppe gehörten. „Das ist nicht die Ausbildung, die in Aussicht gestellt war, es ist in jedem Fall eine geringwertigere Ausbildung“, sagt die Frankfurter Arbeitsrechtlerin Martina Stickler-Posner, die zusammen mit Partnerkanzleien über hundert Flugschülerinnen und Flugschüler vertritt. Die Rechtsanwältin wirft der Lufthansa Vertragsbruch vor. „Wir haben in den meisten Fällen schon Klage eingereicht – jetzt müssen die Arbeitsrichter entscheiden“, sagt Stickler-Posner. Ziel sei es, dass die Flugschüler ihre Ausbildung an der Lufthansa-Flugschule in Bremen beenden können.

Lufthansa verteidigt sich
Die Lufthansa begründet ihr Vorgehen gegenüber buten un binnen mit den Folgen der Corona-Pandemie. Diese habe die Berufsaussichten für angehende Piloten grundlegend verändert, teilt eine Sprecherin schriftlich mit. Fortgeschrittenen Flugschülern biete das Unternehmen an, ihre Ausbildung an Lufthansa-Flugschulen beenden zu können. Das Training werde voraussichtlich noch im Januar wieder aufgenommen. Flugschüler, die noch am Anfang ihrer Ausbildung stehen, würden dagegen nicht mehr an Lufthansa-Flugschulen ausgebildet. Sollten die betreffenden Flugschüler dennoch darauf bestehen, werde die Ausbildung an eine externe Flugschule vergeben. Gegen diese Lösung klagen viele der Betroffenen nun.

Verdi fürchtet Vertragsflucht
Die Lufthansa lässt in Bremen seit über einem halben Jahrhundert ihre Pilotinnen und Piloten ausbilden. Die Gewerkschaft Verdi fürchtet, dass das Unternehmen die Schule nun aus wirtschaftlichem Kalkül abwickeln möchte. Statt weiter auf Bremen zu setzen, verlagere die Fluggesellschaft das Ausbildungsgeschehen zunehmend an ihre Flugschule in Rostock. Dort gelte allerdings, anders als in Bremen, kein Tarifvertrag. Dafür spreche auch, dass der Konzern die bisher in Bremen angesiedelte Ausbildung von Bundeswehrpiloten nach Rostock verlagern wolle. „Das wäre ein klarer Fall von Tarifflucht“, sagt der zuständige Gewerkschaftssekretär Franz Hartmann.
Endgültige Standort-Entscheidung steht noch aus

Gewerkschaft und Senat fordern von der Lufthansa, die Flugschule in Bremen weiter zu betreiben. Die Konzernsprecherin betont, dass eine endgültige Standort-Entscheidung noch ausstehe. Die Lufthansa plane zwar durchaus, weiterhin Flugschulen zu führen. „Allerdings in restrukturierter Form, denn das bestehende Setup passt nicht mehr zur aktuellen Marktlage. Sie hat sich im Zuge der Pandemie drastisch verändert“, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme. Ein Bekenntnis zum Standort Bremen ist das nicht. Quelle: ‚butenunbinnen.de‚.

Unter Druck richtig entscheiden

Philip Keil zeigte beim „Wissensforum“ in Gießen, was jeder von Piloten für den Alltag lernen kann, und gab seinen Zuschauern im Livestream eine Profi-Checkliste als „Roten Faden“ an die Hand. Den 24. Februar 2009 wird Philip Keil sicherlich nie mehr in seinem Leben vergessen. Genauso wenig wie die über 200 Passagiere des Flugzeugs, an dessen Steuerknüppel der Berufspilot zu jenem Zeitpunkt saß. Kurz nach dem Start im ägyptischen Ferienort Hurghada traf eine sogenannte Windscherung die Maschine. Dadurch riss der Auftrieb ab und das Flugzeug stürzte in die Tiefe. Erst rund 150 Meter über dem Boden gelang es Keil, den Sturzflug des Ferienfliegers zu beenden und ihn zurück auf eine sichere Flughöhe zu bringen. „Der freie Fall dauerte nur zwei Sekunden. In erster Linie ging es in dem Moment darum, überhaupt eine Entscheidung zu treffen“, schilderte er im Livestream beim „Gießener Wissensforum“ die damaligen Ereignisse. Anhand dieses Beispiels und anderer kritischer Situationen von Flugzeugführern zeigte Keil seinen Zuschauern, was jeder von Piloten für den Alltag lernen kann, um gerade in Drucksituationen die vorhandenen Potenziale abzurufen.

In den Mittelpunkt seines Vortrags stellte der Referent die Notwasserung eines Airbus A320 auf dem Hudson River in New York, die Mitte Januar 2009, also nur wenige Wochen vor Keils Rettungstat, den US-Piloten Chesley B. Sullenberger („Sully“) weltweit berühmt gemacht hatte. Mehr als 150 Passagiere waren damals mit dem Schrecken davongekommen. Mittels einer Computersimulation und des originalen Funkverkehrs zwischen Cockpit und Fluglotse vermittelte Keil einen Eindruck davon, „wie cool die Jungs dabei geblieben sind“. Sullenberger habe das später damit begründet, sich „völlig sicher“ gewesen zu sein, dass ihm die Wasserlandung, die erstmalige mit einem solchen Airbus-Flugzeugtyp überhaupt, gelingen würde.

„Außerhalb der Komfortzone“
Vom Zusammenstoß mit einem Vogelschwarm, wodurch alle Turbinen lahmgelegt wurden, bis hin zum Aufsetzen auf dem Fluss durchlief der US-Pilot mehrere richtungsweisende Momente, die Philip Keil als „Decision Points“, also Entscheidungspunkte, beschrieb. Dabei griff auch „Sully“ auf die sogenannte FORDEC-Checkliste zurück, eine Methode zur strukturierten Entscheidungsfindung, die sich Piloten zu eigen gemacht haben und die laut Keil jedem in schwierigen Situationen als „Roter Faden“ dienen kann. Das „F“ stehe hierbei für „Fakten“ („Facts“): „Gerade unter Stress sehen wir nur einen Teil des Gesamtbildes“, weiß er aus eigener Erfahrung. Daher gelte es, sich auf die grundsätzlichen, bekannten Fakten zu konzentrieren, um sich als nächsten Schritt zu überlegen, welche „Möglichkeiten“ („Options“) sich daraus ergeben. Deren Abwägung als „Risiken und Vorteile“ („Risks and Benefits“) komme als Nächstes. Wobei der Sachbuchautor („Du bist der Pilot – Wie Sie selbstbewusst Ihre Ziele im Leben erreichen“) zu bedenken gab, dass „wir im Alltag dazu tendieren, unseren Blick eher auf die Risiken zu richten“; das aber sollte vermieden werden. Wie ebenso der häufig gemachte Fehler, bei der „Entscheidung“ („Decision“, wofür in der Liste das „D“ steht) „den Blick zurück zu richten“, statt gleich nach vorne. Als letzte Punkte auf der Checkliste, die der Referent auch als „mentale Warteschleife“ beschrieb, folgen dann noch „Ausführung“ („Execution“) und „Prüfen“ („Check“); Letzteres, um herauszufinden, ob eventuell noch Nachbesserungen notwendig sind.

Darüber hinaus erfordere es „Vertrauen“, in sich selbst und genauso in seine Fähigkeiten, um in einer Drucksituation des Alltags bestehen zu können, ergänzte Philip Keil. „Vertrauen ist der Treibstoff des Erfolgs.“ Zudem sei darin der Begriff „sich trauen“ enthalten, müsse also überhaupt erst einmal der Mut dafür aufgebracht werden. Deshalb aber kritischen Situationen gleich aus dem Weg zu gehen, sei falsch. „Das persönliche Wachsen findet immer außerhalb der eigenen Komfortzone statt“, betonte er.

Eine weitere Piloten-Geschichte, die Keil erzählte, war die von Robert „Bob“ Hoover, einem US-amerikanischen Testpiloten, der laut dem Wikipedia-Eintrag ein Wegbereiter des modernen Kunstflugs gewesen sein soll. Jener Hoover sei einmal bei einem Flug in große Schwierigkeiten geraten, als sich herausstellte, dass ein Mann von der Bodencrew die Maschine mit dem falschen Treibstoff betankt hatte. Was zu gewaltigen technischen Problemen in der Luft führte, und fast zu einem Absturz. Nach seiner Landung habe Hoover dennoch darauf bestanden, dass künftig nur noch dieser Boden-Mitarbeiter seine Flugzeuge betankt. Aus einem einfachen Grund: „Dem Mann wird dieser Fehler niemals wieder passieren“, schilderte der Referent. „Daher ist auch jeder Fehler, der einem wirklich wehtut, ein ‚Decision Point'“. Problematisch sei jedoch zumeist weniger der einzelne Fehler als eine ganze Fehlerkette, wenn also ein Team versagt. „Holen Sie sich Menschen an Bord, die Ihnen sagen, was Sie hören sollten, und nicht das, was Sie hören wollen“, legte Philip Keil insbesondere Führungskräften in Unternehmen ans Herz. Im Übrigen gelte wie im Berufsleben auch im Privaten: „Wer seine Ziele erreichen will, muss die Menschen erreichen.“ Quelle: Frank O.Docter im ‚Giessener Anzeiger‚.

5 Geheimnisse erfolgreicher Segelflugpiloten

Interessante Zusammenfassung, warum Emotionen, Austausch und Freundschaft, Beobachten, Reflektieren und lernen, Entdeckergeist und Leidenschaft zufriedene und erfolgreiche Pilot/innen ergeben. Lesen Sie selber im Artikel von ‚milvus.aero‚.

Flugzeug stürzt in Michigan in ein Haus

In Lyon Township im US-Bundesstaat Michigan stürzte ein Kleinflugzeug in ein Wohnhaus. Der Pilot und seine Fluggäste überlebten den Unfall leider nicht. Eine fünfköpfige Familie, die sich im Haus befand, konnte sich in Sicherheit bringen. Allerdings habe ihre Katze nicht überlebt. Die Familie habe kurz vor dem Absturz noch den Raum verlassen können. Die Absturzstelle befindet sich in der Nähe des Flughafens Oakland / Southwest. Quelle: ‚clickondetroit.com‚.

Rekordhalter Alfred Hock wird 101

Alfred Hock aus Karlstadt hat Geburtstag: er wird 101 Jahre alt. Der Unterfranke hat noch immer eine Leidenschaft für das Segelfliegen. Genau diese Leidenschaft hat Alfred Hock vor zwei Jahren sogar einen Rekord eingebracht, den er weiterhin hält. „Zum Geburtstag viel Glück“ heißt es für Alfred Hock aus Karlstadt im Landkreis Main-Spessart. Der gebürtige Laufacher wird nämlich an diesem 5. Januar 101 Jahre alt. In seinem Leben hat es der Unterfranke zu einiger Berühmtheit geschafft – nicht zuletzt wegen seiner Leidenschaft für das Fliegen, genauer gesagt für das Segelfliegen.

Ältester Looping-Passagier in einem Segelflugzeug
Seit Jahrzehnten ist Alfred Hock dem örtlichen Luftsport-Club Karlstadt eng verbunden. Schon als junger Mann erlernte er noch vor dem zweiten Weltkrieg das Fliegen. Die Segelfliegerei ist sein großes Hobby geblieben. Noch heute repariert er beispielsweise den Fallschirm für die Winde, die die Segelflugzeuge in die Luft bringt oder macht Sitzpolster für das Fliegerheim. Für seine immerwährende Hilfsbereitschaft schenkte ihm der Verein zum 99. Geburtstag einen Segelflug über seine Heimat – und machte ihn damit zum Rekordhalter: Er ist der „älteste Looping-Passagier im Segelflugzeug“ der Welt.

Auftritt im BR-Fernsehen bei „Heimat der Rekorde“
Als Rekordhalter ist er auch im BR Fernsehen am 11. Januar 2021 um 20.15 Uhr zu sehen in der Reihe „Heimat der Rekorde“. Ein gutes Gedächtnis hat der Karlstadt auch noch mit 101 Jahren: er verteilt Telefonkarteikarten mit etwa 300 Telefonnummern, die er einmal auswendig gelernt hat und lässt sich abfragen. Man kann mit ihm wetten – doch Hock liegt nie daneben. Quelle: ‚BR 24′.

Gelassen in der Luft und am Boden

Im „Starfighter“, in Boeings, in Cessnas: Rolf Stünkel aus Kirchweyhe ging und geht noch immer als fliegerischer Tausendsassa in die Luft. Noch dazu ist er freier Autor und Hobbymusiker. Lauter Phrasen fallen Rolf Stünkel ein, wenn er seine Haltung zum Leben beschreibt. „Man lebt nur einmal“, „Geht nicht, gibt´s nicht“ und auch den Kalenderspruch „Carpe diem“ nennt er der Verdeutlichung halber. Wie auch immer man es nennen möge: Der Pilot aus Kirchweyhe entdeckte in diversen Cockpits, auch in dem eines Starfighters, seine Glücksfähigkeit. Vielleicht führte selbige ihn aber auch genau dorthin. So genau weiß er das nicht. Eines jedoch weiß er über die Entscheidung, eben genau seine Laufbahn eingeschlagen zu haben, sehr genau: „Seitdem ist das Leben nur noch schön.“ Und das kann Stünkel nur mit einem aufrechten Lächeln sagen, obwohl ihn einst der Kummer zum Fliegen brachte… den ganzen Bericht finden Sie im ‚Weser-Kurier‚.

Pilotentraum in den USA

In der Heimat bleibt Ingo Nehls eine Karriere als Pilot versagt. Mit 33 wandert er aus, erreicht sein Ziel. Doch dann kommt Corona. Der Bargteheider Ingo Nehls hat es geschafft. Mit 33 Jahren kündigte der Programmierer seinen sicheren Job in Hamburg, um seinen Jugendtraum zu verwirklichen. Schon von klein auf hatte er davon geträumt, Pilot zu werden. Dass er dazu in die Vereinigten Staaten auswandern musste, nahm Nehls in Kauf. Inzwischen arbeitet er in einem der anspruchsvollsten Jobs in der Flugbranche: Ingo Nehls ist als Rettungshubschrauber-Pilot im Gebiet um Albuquerque, einer Großstadt in New Mexico, im Einsatz.

Bei der Musterung wurde sein Wunsch abgelehnt
Dabei hatte es anfangs so gar nicht danach ausgesehen, dass er überhaupt jemals als Berufspilot im Cockpit sitzen würde. Nehls sagt: „Als ich 18 Jahre alt war, gab es noch die Wehrpflicht. Schon bei der Musterung habe ich gesagt, dass ich gern fliegen würde.“ Doch was er darauf zu hören bekommen habe, sei alles andere als motivierend gewesen. Die knappe Ansage: „Nee, das wird nichts.“ Nehls erinnert sich: „Es hieß: Du fliegst nie.“ Der Grund: Nehls ist Brillenträger. Der junge Mann entschied sich für den Zivildienst, absolvierte ihn beim Blutspendedienst in Lütjensee. Manchmal konnte er Hubschrauber beobachten, die dort landeten, um Blutpräparate abzuholen. Die technischen Möglichkeiten beeindruckten den Bargteheider schwer. Nehls: „Hubschrauber können schweben, vor- und rückwärts fliegen, senkrecht starten und brauchen keinen Landeplatz.“ Seine allgemeines Interesse für Flugzeuge wandelte sich zu einem ganz spezifischen für Helikopter.

Ein Kindheitserlebnis löste die Leidenschaft aus
Beruflich wandte er sich zunächst dem IT-Bereich zu, arbeitete als Programmierer bei einer Hamburger Werbeagentur. Doch die Faszination am Fliegen blieb. Auslöser war ein Kindheitserlebnis. Als Nehls elf Jahre alt war, durfte er mit dem Flugzeug zu seinen Großeltern in Süddeutschland reisen. „Nach dem Start bekam ich ein aufblasbares Flugzeug“, berichtet er. Und einen besonderen Service. „Die Flugbetreuung fragte mich: ,Hey, kleiner Ingo, willst du mal ins Cockpit gehen?‘“ Dort erlebte er etwas Einmaliges: „Wir sind aus den Wolken aufgetaucht und in den Sonnenaufgang hineingeflogen.“ Die Szene löst heute noch Begeisterung bei Ingo Nehls aus. „Das ist im Gedächtnis hängengeblieben und hat die Sehnsucht geweckt.“ Irgendwann meldete diese sich bei dem Programmierer zurück. „Ich habe damals gedacht: Ist IT wirklich alles, was ich machen will?“, erinnert sich Nehls. Er entschloss sich, den medizinischen Test fürs kommerzielle Fliegen zu absolvieren. Das Ergebnis fiel wegen seiner Augen negativ aus.

Ausbildung kostete Ingo Nehls 70.000 Dollar
Was genau das Problem war, erschloss sich ihm nicht. „Die haben mit Zahlen um sich geworfen, die ich noch nie gehört habe.“ Eine private Ausbildung in Deutschland war jedoch teuer. Da erhielt er aus seinem Bekanntenkreis den Tipp, es in den USA zu versuchen. Er recherchierte und fand heraus: „In Amerika gibt es einen Realtest. Solange ich alles lesen und sehen und die Fehlsichtigkeit auf normales Maß reduziert werden kann, sind die Anforderungen erfüllt.“ Nach einem Mitflug in einem Helikopter stand sein Plan: Übersiedeln in die USA, dort den Pilotenschein machen und dann als Pilot arbeiten. Das Vorhaben finanzierte er mit seinem Ersparten und einen Zuschuss der Großeltern.

2008 begann er in Oregon mit der Ausbildung. Nach 15 Monaten und 70.000 Dollar Kosten hatte Nehls fünf Hubschrauber-Fluglizenzen in der Tasche, darunter die für Berufspiloten und für Fluglehrer. Ein Riesenerfolg – doch die Jobsuche erwies sich als schwierig. Nehls sagt: „Zu dem Zeitpunkt war die Wirtschaftslage schlecht. Niemand hat irgendwelche Leute eingestellt.“

Er berichtet auf Blog von seinen Erfahrungen
So blieb nur der Weg in die Selbstständigkeit. Mit einem Freund gründete er die Firma Konect Aviation, leaste einen Helikopter, bot Rundflüge über die Weingüter im Willamette Valley und um Portland herum an. „Wir haben Flugschüler, die bei uns ihre Helikopterpiloten-Ausbildung machen“, schrieb er auf seinem Blog ingo.nehls.name, auf dem er über sein Leben in Amerika berichtet. Das war 2010, das Jahr, in dem er die freiberufliche Buchhalterin Holly kennenlernte. Als sein Freund das Unternehmen verließ, stieg sie ein. Die beiden heirateten 2012, bauten die Firma auf.

Zuletzt leiteten sie den Flughafen von McMinnville/Oregon, hatten diverse Angestellte, drei weitere Flugzeuge. „Bis 2017 lief alles richtig gut“, so Nehls. Doch dann das Aus: Der Hubschrauber sollte überholt werden. Zeitgleich schloss die Stadt den Flughafen, um die Landebahn zu erneuern. „Wir hatten kein Einkommen mehr und mussten die Firma verkaufen.“ Bei einem Urlaub in Las Vegas bewarb er sich bei Sundance Helicopters, einem Unternehmen, das Touristenflüge über die Stadt und den Grand Canyon anbot. Er wurde genommen, auch seine Frau fand Arbeit in der Metropole. Das Paar zog nach Las Vegas. „Las Vegas ist das brüllende Leben“, sagt der Bargteheider, der dort seinen Traumjob gefunden und bei jedem Flug ein unvergleichliches Panorama vor Augen hatte.

Durch die Pandemie verlor das Paar seine Jobs
Doch Corona unterbricht das Glück jäh. Die Touristen bleiben aus, Las Vegas verwandelt sich in eine Geisterstadt. Nehls und auch seine Frau verlieren ihre Jobs. Der Pilot arbeitet nun als Lebensmittelpacker für die Großmarktkette Cosco. Doch er gibt nicht auf, sucht nach Stellen für Rettungsflieger. Die werden gebraucht. Als er ein Jobangebot aus New Mexico bekommt, nimmt er an. Seit Oktober ist er in Roswell stationiert. Von der Kleinstadt aus, die etwa eine Flugstunde von Albuquerque entfernt ist, bricht er mit einem Team aus Arzt und Krankenpfleger zu den Zwölf-Stunden-Schichten auf. „Es ist etwas schwieriger, weil man teilweise an Plätzen landet, die nicht für Hubschrauber gedacht sind“, erläutert er. Doch Angst habe er nicht, sagt Nehls auf Nachfrage. Als Pilot sei er für solche Situationen trainiert. Demnächst steht der Umzug nach Roswell an. Wo er wohnt, ist für das Glück von Ingo Nehls nicht ausschlaggebend. Dazu zählen nur seine Frau und dass er weiterhin fliegen kann. Quelle: ‚Hamburger Abendblatt‚.

Luftfahrt in Corona-Krise: Pilot berichtet

Eigentlich hätte Kapitän Harald Wesch auf seinem Flug von Lübeck aus eine Sportmannschaft begrüßt. Weil ihr Auswärtsspiel aber aufgrund eines Corona-Falls in der gegnerischen Mannschaft abgesagt wurde, starten lediglich drei Gäste in Richtung Stuttgart. Seit August bietet die Fluggesellschaft Lübeck Air Flüge nach München und Stuttgart an – auch Geschäftsreisende will das Unternehmen ansprechen. Durch die aktuellen Corona-Beschränkungen haben die meisten Unternehmen genau diese Reisen aber stark eingeschränkt. Die Lübecker Airline dünnte deshalb, wie viele andere auch, ihren Flugplan etwas aus.

Auswirkungen von Corona-Pandemie überall spürbar
In ganz Deutschland sind seit dem Frühjahr fast eine Million Passagierflüge ausgefallen. Das bekommt der Pilot aus Husby bei Flensburg deutlich zu spüren: „Hier auf der Frequenz ist eigentlich Stille. Es sind kaum andere Flugzeuge zu hören“, erzählt er, während er die Maschine steuert. Besonders in der Nähe von Großstädten herrsche sonst eigentlich reger Funkverkehr. Nach anderthalb Stunden landet das Flugzeug in Stuttgart. Auch hier sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich spürbar. Vor der Krise wurden pro Tag etwa 200 Flugzeuge abgefertigt – jetzt sind es noch 25.

Pilot: Das ist noch nicht das Ende
Nach einiger Zeit ist die Crew bereit für den Rückflug nach Lübeck. Wieder heben nur drei Gäste ab. Damit bleiben 57 Plätze an Bord frei – ökologisch betrachtet ist das keine gute Bilanz. Die gesamte Luftfahrt-Branche ist im Krisenmodus. Im Lufthansa-Konzern bleiben einige Airlines dauerhaft am Boden. Allein dadurch sind laut Pilotenvereinigung Cockpit etwa 450 Pilotenstellen weggefallen. Wesch befürchtet: Das ist noch nicht das Ende. Der Vater von zwei Kindern ist allerdings froh, zumindest im Moment noch regelmäßig für Lübeck Air abheben zu dürfen. Traumberuf Pilot? Eine Flugausbildung würde er unter den derzeitigen Umständen nicht erneut absolvieren. Quelle: ‚NDR‚.

Motorkunstflieger trotzen scheinbar der Physik

Eine halbe gerissene Rolle, bei der das Flugzeug in der Langachse auf den Rücken gedreht wird, eingebaut in ein 45 Grad aufwärts Flugmanöver: Solche Kunstflugfiguren, die der Physik vermeintlich ein Schnippchen schlagen und die Zuschauer am Boden staunen lassen, sind genau Dr. Benjamin Schaums Kragenweite. Der 43-jährige Gelnhäuser ist Sportflieger beim Aero-Club Gelnhausen und hat in diesem Jahr im Motorkunstflug mit seiner Yak-54 seine größten Erfolge gefeiert: Dritter bei den deutschen Meisterschaften und Sieger bei den brandenburgischen Meisterschaften – jeweils in seiner Klasse. Dabei sagt er über sich selbst: „Eigentlich bin ich kein Wettbewerbskämpfer, sondern fliege lieber Shows, aber nach den Erfolgen juckt es mich doch in den Fingern.“

Die Fliegerei wurde Benjamin Schaum in die Wiege gelegt. Sein Papa Wolfgang Schaum war von 1977 bis 2011 Vorsitzender des Aero-Clubs Gelnhausen und wurde danach zum Ehrenpräsidenten ernannt. Kein Wunder also, dass seine beiden Söhne in jungen Jahren viel Zeit auf dem Flugplatz Gelnhausen verbracht haben. Zusätzlich wurde ihnen das Fliegen vom Papa schmackhaft gemacht. „Er war Unfallchirurg und wollte uns davon abhalten, Motorrad zu fahren, weil er das für zu gefährlich hielt. Daher hat er das Fliegen aktiv gefördert“, erzählt Benjamin Schaum.

Eigene und technische Grenzen kennen
Für seinen Papa und für ihn selbst ist die Fliegerei sicher, solange der Pilot sie sicher gestaltet. „Bei den meisten Unfällen sitzt das Problem zwischen dem Headset. Man muss die persönlichen und technischen Grenzen kennen und respektieren, dann stellt das Fliegen keine Gefahr dar“, sagt der Gelnhäuser, der auch beruflich dem Pfad seines Vaters gefolgt ist. Er ist Facharzt für Allgemeinmedizin mit einer Praxis in Gelnhausen sowie Fliegerarzt. Lange bevor Benjamin Schaum Arzt wurde, lernte er Fliegen. Mit 14 Jahren fing der Gelnhäuser seine Karriere im Cockpit an. „Mein Bruder und ich waren schon immer mit auf dem Flugplatz und konnten es kaum erwarten, endlich selbst fliegen zu dürfen“, erinnert sich der 43-Jährige zurück. Am Fliegen gefällt dem Allgemeinmediziner, dass er sich vom Alltag ausklinken und alles hinter sich lassen kann. Ins Cockpit zu steigen und mit seiner Yak-54 in die Lüfte aufsteigen, das bedeutet für den Vater eines Sohnes Erholung. Außerdem eröffne das Fliegen einen anderen Blickwinkel. Dieser Perspektivwechsel bedeute Freiheit.

Perspektivwechsel am Himmel
Und Perspektivwechsel gibt es beim Motorkunstflug einige. Denn präzise, aber trotzdem mit Tempo, müssen die jeweiligen Figuren in einer vorher festgelegten Abfolge an den Himmel gemalt werden – das Ganze auch noch in einem begrenzten Luftraum, der sogenannten Box. Als Benjamin Schaum mit dem Kunstfliegen begann, hatte er durchaus etwas Angst davor. Dennoch wirbt er dafür, den Kunstflug im Besonderen und die Fliegerei im Allgemeinen einfach mal auszuprobieren und mal mitzufliegen. Möglichkeiten in Gelnhausen und Langenselbold gebe es in der heimischen Region genügend. Bei der Ausbildung zum Kunstflieger sitzt zuerst ein Trainer mit im Flugzeug. In den ersten Trainingseinheiten werden die Steuereingaben geübt, denn die Handgriffe müssen sitzen. Zusätzlich muss der Pilot ein Gefühl dafür bekommen, wie sich das Flugzeug bei bestimmten Manövern verhält. Außerdem ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn das Flugzeug beispielsweise genau auf 90 Grad zu halten, sei „schwierig zu fühlen“.

Flugmanöver müssen lange geübt werden
Um bei Wettbewerben konkurrenzfähig sein zu können, ist also viel Übung nötig. „Ich bin eher Showprogramme bei zum Beispiel befreundeten Flugplätzen geflogen und habe das eher repräsentativ für den Sport gemacht. Bei Showflügen musst du nicht ganz so präzise sein. Da kommt es nicht drauf an, ob der Winkel 90 oder 85 Grad beträgt. Das heißt: Fliege ich Showprogramme, habe ich im Wettbewerb keine Chancen“, hatte der Gelnhäuser eigentlich nicht mit einer Teilnahme an der brandenburgischen Meisterschaft, die in der Kunstflieger-Szene eine Traditionsveranstaltung und so eine Art kleine deutsche Meisterschaft ist, geplant. Urlaub in den USA stand stattdessen auf dem Plan der Familie Schaum, der aber durch die Corona-Pandemie gestrichen wurde. „Meine Frau Melanie hat mich dann motiviert, die frei gewordene Zeit in das Training zu investieren und doch bei der Meisterschaft zu starten“, musste sich der Familienvater erst von seiner Frau überreden lassen. Der Lohn war der erste Platz.

Die Leidenschaft für die Fliegerei teilt also auch seine Frau, die ausgebildete Pferdewirtin ist und damit das andere Hobby der Familie aktiv betreibt – jeweils zwei Pferde und Hunde vervollständigen die Familie Schaum. „Reiten ist ein wunderschöner Ausgleich und hat auch Parallelen zur Fliegerei. Mit einem Flugzeug muss man umgehen wie mit einem sensiblen Tier“, sagt Benjamin Schaum, der seine Passion für das Fliegen und die Technik auch schon an seinen Sohn Emil weitergegeben hat.

Sohn Emil ist oft mit auf dem Flugplatz
Der zweieinhalbjährige Emil kann nämlich schon „fehlerfrei eine Maschine alleine am Motorengeräusch erkennen“, erzählt der stolze Papa von einem Tag mit dem Junior auf dem Gelnhäuser Flugplatz. Die nächste Fliegergeneration der Familie Schaum steht also schon in den Startlöchern. Quelle: ‚OP-Online.de‚.

Pilot wird für Landung «bestraft»

Letztes Jahr landete ein Pilot des Genfer Aeroclubs auf dem Mont-Blanc in einer verbotenen Zone. Nun wurde er zu einer Geldstrafe von 41 Franken verurteilt. Im 2019 flog ein Schweizer Pilot auf den Mont-Blanc und landete in einer verbotenen Zone. Nun hat das Gericht in Bonneville (F) entschieden eine Geldstrafe in der Höhe von 38 Euro (41 Franken) zu verhängen. Der Zustand des Flugzeugs entsprach ausserdem laut der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA nicht den Sicherheitsvorschriften. Es gab ein Mangel an Sauerstoffflaschen. Dafür wird der Pilot des Genfer Aeroclubs jedoch nicht verantwortlich gemacht. Vor dem Gericht sagte der Betroffene aus, dass eine Landung in einer korrekten Zone aufgrund von Seilen nicht möglich war. Infolgedessen entschied er sich, an einem anderen Ort zu landen. Quelle: ‚NAU‚.

Die Welt aus der Luft erleben

Die immer schmaler werdende Straße mäandert an kahlen Feldern vorbei den Egelsberg hinauf. Bald ist das Plateau erreicht. Der Flugplatz breitet sich vor den Augen des Besuchers aus und am Horizont hinter der weitläufigen Wiese erblickt man schon den Hangar. Es ist ruhig an diesem Montagmorgen im Traarer Westen. Die Startbahn ist leer. 43 Meter über NN zeigt der Tower am Rande des Feldes an. Die Segelflugzeuge und Motormaschinen stehen abgedeckt in der großen Halle. Die Saison ist beendet. Draußen vor dem Tor steigt Ernst-Willi Bongartz noch einmal in den „Falke.“ Der Mann ist längst im Ruhestand, für ein Foto aber nimmt er gerne noch einmal Platz im Cockpit des Zweisitzers. Das Gefühl kennt er noch zu gut. Seit 64 Jahren ist er beim Aero Club Krefeld aktiv, der in diesem Herbst das 70-jährige Bestehen seit Vereinsgründung begeht. Ganz ruhig, ganz still. Die Pandemie lässt keine Sause zu. Der „Falke“, eine mit 80 PS angetriebene Maschine, ist vor 22 Jahre dazugekommen, doch spielt das Alter für viele der Segelflieger und Motorflugzeuge keine große Rolle.

Sehr beständig ist der Wert eines solchen Objektes, sehr hoch die Lebensdauer, wie auch die Leidenschaft zum Fliegen für die 200 Mitglieder. Zwar geht Bongartz mit seinen 81 Jahren nicht mehr in die Luft, das Gefühl aber wird er nie mehr vergessen, wenn er sich mit dem nur 900 Kilogramm schweren Gerät in die Lüfte erhob. Immer und immer wieder: „Es ist einfach beeindruckend und wunderschön“, erzählt der Senior und ehemalige Vorsitzende, der von 1994 bis 2005 die Hobby-Flieger am Egelsberg anführte: „Es hat etwas Befreiendes. Man hatte dort oben alle Freiheiten. Es war immer wieder schön, die Welt von oben zu sehen.“ Bis zu einer Höhe von 3600 Meter stieg Bongartz auf. Seit der Flughafen Düsseldorf aber Beschränkungen erlassen hat, müssen sich die Segelflieger mit einer maximalen Höhe von 900 Metern begnügen. Oder sie müssen sich eben spontan eine Freigabe einholen. Der Aero Club, das sei schon eine Art Familie für viele Mitglieder, erzählt Bongartz: „Der eine steht für den anderen ein.“ Gram über die zwangsläufig verschobene Jubiläumsfeier verspürt er nicht: „Wir sind gebeutelt wie alle anderen Vereine auch.“ Nachwuchssorgen hat der Club keine. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 40 Jahren.

Die Faszination Fliegen lässt beim Menschen eben nie nach. Das zeigt auch ein Blick in die Geschichte: Das Fliegen, es war nach dem Zweiten Weltkrieg erst einmal verboten in Deutschland. Das hielt die Begeisterten wie Hans Blank oder Thea Weichelt aber nicht davon ab, in ihrer „Interessengemeinschaft für Segelflug“ alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um das Fliegen doch wieder zurück in die Legalität zu führen. Blank gründete dann am 7. September 1950 den Aero-Club. Atze Ahrens kam die Aufgabe zu, eine zweisitzige Schulmaschine zu bauen. Der „Bergfalke Mü13E“ entstand. Ein Jahr später nannte man das Fluggerät in „Marathon“ um. Als es zum Jungfernflug am 20. Juli 1952 ab dem Egelsberg startete, war der Verein schon 97 Mitglieder stark. Nur ein Jahr später waren bereits 1000 Flüge absolviert. Willi Kippes stellte dazu 1954 einen Rekord auf: Zwei Stunden und 52 Minuten blieb er mit seinem Segelflieger in der Luft, legte 132 Kilometer zurück. Herbert „Sepp“ Tilling brachte es zu einigen Kunstflug-Darbietungen, 1975 wurde er sogar Deutscher Meister. Erst 1968 konnten die Flieger aus den Bauernscheunen in Traar zum Flugplatz am Egelsberg umziehen. Englische Pioniere halfen dabei, die Start- und Landebahn einzuebnen und eine Flugzeughalle zu errichten. 1973 – die Stadt beging ihren 600. Geburtstag – besuchte die Royal Air Force die Flieger vom Egelsberg. 50 000 Besucher schauten damals zu und feierten mit.

Mit der Zeit engagierte sich der Aero Club in mehreren Disziplinen: Motorflug, Motorsegler, Modellflug, Ballonfahrt. Kein Wunder, dass im Laufe der folgenden Jahre auch die nötige Infrastruktur entstand. Eine eigens betriebene Tankstelle und ein Café mit Spielplatz. Flugplatzfeste wurden eine Tradition auf dem Egelsberg. Alsbald begannen der Aero-Club und der Luftsportverein Bayer mit der Ausbildung von Flugschülern. 2005 kam es zur Vereinsfusion als Aero Club Bayer Uerdingen, seit 2016 aber ist der Konzern aus dem Namen und der Förderung wieder verschwunden. Die Namen der Segelflugzeuge haben immer wieder die Bauweise und Liebhaberei der Besitzer auf besondere Weise ausgedrückt: Falke, Rhönsperber, Spatz, Baby Ilb oder Libelle, Mosquito und Kiwi. Wenn man jedoch heute die modernen Kohlefaser-Tragflächen in der Werkstatt am Egelsberg liegen sieht, dann haben diese mit den Anfängen nicht mehr viel zu tun. Dort wird nun in den kommenden Monaten poliert und Hand angelegt. Im März soll es für die Flieger wieder in die Luft gehen und irgendwann die Feier nachgeholt werden. Dann hoffentlich ohne das Coronavirus. Quelle: ‚Westdeutsche Zeitung‚.

Kaderschmiede für Piloten im Südburgenland

Enzo Savignano richtet sich den Sitz im Cockpit zurecht, dreht an Reglern, bewegt Hebel, dann ist er auch schon in der Luft. Hinter ihm sitzt Fluglehrer Philipp Jahn. Er kontrolliert auf seinem Bildschirm den Flugsimulator, mit dem sein Schüler virtuell unterwegs ist. „Ich habe schon meinen Privatpilotenschein hier gemacht und jetzt mache ich den Instrumentenflugschein“, sagt Savignano. Der Schweizer hat sich für die Flugschule in Punitz entschieden, „weil es hier eine familiäre Umgebung gibt“. Und dafür nehme er auch den langen Weg von Luzern in der Schweiz ins tiefeste Südburgenland in Kauf. Er habe keine Ambitionen beruflich zu fliegen, aber privat ist er viel in der Luft unterwegs.

Nachfrage ungebrochen
Das Coronavirus hat der Flugbranche einen Dämpfer verpasst. Die Passagiere bleiben wegen der Pandemie am Boden und viele Flüge zu Urlaubsdestinationen fallen aus. Dem Traum vom Pilotenjob könne das Virus aber keinen Abbruch tun. „Das Interesse an unserer Flugschule ist ungebrochen“, sagt Reinhard Kremsner Geschäftsführer von Punitzflug. In der südburgenländischen Gemeinde findet sich der einzige Flugplatz des Burgenlandes mit Asphaltpiste. „Wir machen aus Fußgängern Linienpiloten“, sagt Kremsner, der selbst mehr als 30 Jahre Flugerfahrung als Linienpilot hat. Heute hat er rund 50 Fluglehrer und 30 Flugzeuge, die für seine Flugschüler an mehreren Standorten zur Verfügung stehen.

„Viele junge Burschen und Mädchen kommen und sagen sie wollen Pilot werden, die haben dann ein Glänzen in den Augen“, sagt Liane Knotz, die für die Betreuung der Schüler in Punitz zuständig ist. Der Start ist für alle angehenden Piloten gleich, die Privatpilotenausbildung. „Dabei stecken sich dann viele mit dem Flugvirus an und schmeißen ihren Job hin, um Berufspilot zu werden“, sagt Kremsner. Dank des neuen Flugsimulators in Punitz kann nun auch ein großer Teil der Ausbildung zum Linienpiloten direkt vor Ort gemacht werden. Rund 55.000 Euro kostet der Traum vom Linienpiloten.

Die aktuelle Lage für Jungpiloten sehe er nicht so kritisch, da die Ausbildung zwischen 18 und 30 Monaten dauert. „Bis dahin wird sicher wieder mehr geflogen“, meint Kremsner. Auch der Privatjet-Bereich sei für Jungpiloten interessant. „Hier ist die Nachfrage ungebrochen, da hier in kleinen Maschinen auch kleine Flughäfen angeflogen werden können“, sagt der Punitzflug-Geschäftsführer. So könnten große Menschenansammlungen vermieden werden. „Ich bin Jahrzehnte in diesem Bereich geflogen, bis nach Sydney und Calgary“, sagt Kremsner. Er ist sich sicher, dass Reisen Zukunft hat, ebenso wie die Piloten in seinen Kursen. Savignano wird auch nach dem Abschluss seines Instrumentenflugscheins wieder ins Südburgenland kommen, dann kann er auch bei schlechtem Wetter mit seinem Flugzeug Punitz ansteuern. Quelle: ‚Kurier.at‚.

Kleinflugzeug-Pilot muss notlanden

Erneut ist es im Schwarzwald-Baar-Kreis zu einem Unglück mit einem Kleinflugzeug gekommen – und erneut ging der Zwischenfall überaus glimpflich aus. Betroffen war dieses Mal eine Piper Typ PA 46 350 P, die am Samstag in der Nähe von Dauchingen notlanden musste. Der 64-jährige Pilot wurde leicht verletzt, seine Frau überstand den Unfall unbeschadet.

Flugzeug erheblich beschädigt
Mit völlig beschädigten Tragflächen, einem zerstörten Propeller und abgerissenem Fahrwerk liegt die die Piper PA-46 Malibu, ein einmotoriges Geschäftsreiseflugzeug, wenige Meter entfernt von einem Aussiedlerhof im Bereich „Vorderer Birnberg“ zwischen Dauchingen und Weilersbach. Hier auf einem Feldweg hatte der Pilot versucht, sein in den USA registriertes Fluggerät notzuladen – und schaffte dies offensichtlich mit Bravour.

In Zepfenhan gestartet
Die Beiden waren ersten Angaben zufolge vom Flugplatz Rottweil-Zepfenhan gestartet und dann in Richtung Süden geflogen. Laut Flugaufzeichnungen schwenkte der Pilot dann im Bereich von Trossingen um, nahm schließlich Kurs auf Dauchingen. Wie die Polizei mitteilt, war auf einer Höhe von 3000 Metern wohl wegen eines technischen Defekts der Treibstoffdruck abgefallen. Der Pilot musste notlanden. Im weichen Erdreich brach das vordere Rad des Fahrwerks ab, auch der Propeller grub sich in den Boden und brach schließlich ab. Die Maschine setzte hart auf den Tragflächen auf und wurde massiv beschädigt. Es entstand Totalschaden von mehreren 100.000 Euro.

Insassen stehen mit Koffern bereit
Die gegen 11 Uhr an die Einsatzstelle alarmierte Kräfte von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr konnten beim Eintreffen beim Unglückort aufatmen. Das Ehepaar konnte sich bereits aus dem rund eine Million Euro teuren Flugzeug befreien, stand mit ihren Koffern parat, um von den Einsatzkräften in Empfang genommen zu werden. Ein Notarzt untersuchte die Insassen, wobei eine kleinere Kopfverletzung des Piloten versorgt werden musste. Ein Transport ins Klinikum zur weiteren Kontrolle erübrigte sich jedoch.

Technische Probleme werden angenommen
Die Polizei, die anschließend vom Kriminaldauerdienst aus Singen unterstützt wurde, konnte das Ehepaar sogleich befragen. Zur Unglücksursache wollte sich die Polizei gegenüber dem Schwarzwälder Bote zwar noch nicht äußern, jedoch können technische Probleme beim 14 Jahre alten Flugzeug angenommen werden.

Treibstoff wird abgepumpt
Während der Ermittlungen der Polizei kümmerten sich die Feuerwehren aus Dauchingen und Niedereschach, die von der Gefahrgutgruppe aus Donaueschingen unterstützt werden, um die Sicherung des verunglückten Flugzeugs. Hierbei galt es insbesondere, den aus den Tragflächen austretende Treibstoff zunächst aufzufangen, ehe der Tank ausgepumpt wurde.

Erst vor einem Monat Flugzeugunglück
Erst vor exakt einem Monat war im Bereich Villingen ein einmotorige Mehrzweckflugzeug vom Typ Dornier Do 27 auf einen Acker in der Nähe des Wohngebiets Schilterhäusle gekracht und hatte sich überschlagen. Dem Unglück vorausgegangen war ebenfalls eine Notlandung. Der Pilot wurde hierbei leicht verletzt. Die Ermittlungen zum damaligen Zwischenfall, die von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung geleitet werden, sind noch nicht abgeschlossen. Quelle: ‚Schwarzwälder Bote‚.

Offen für Wechsel vom Flugzeug in die Lok

Nach ersten Überlegungen zu einer Kooperation von Swiss und Schweizer Bahn rund um einen Wechsel von Piloten auf die Schiene zeigen sich die Schweizer Gewerkschaften erfreut von der Idee. Für attraktive Modelle müssten jedoch neue Wege eingeschlagen werden. Die Schweizer Pilotengewerkschaft Aeropers und der Verband Schweizer Lokführer (VSLF) wollen eine Kooperation zum Wechsel von Swiss- und Edelweisspiloten als Lokführer zu den Schweizer Bundesbahnen (SBB) in Angriff nehmen.

Beide Berufsverbände stünden einem möglichen Einsatz von Pilotinnen und Piloten im Eisenbahn-Führerstand sehr positiv gegenüber, sagte Hubert Giger, Präsident des VSLF: „Wir sehen viele Chancen.“ Beide Verbände hätten bei den Arbeitgebern ihre Zustimmung zu entsprechenden gemeinsamen Bestrebungen bekundet und ihre Unterstützung zugesichert.

Ende September hatte bereits die SBB ihr Interesse an aufgrund der Corona-Krise überzähligen Piloten der Schweizer Airlines bekundet. Wie auch die deutsche Bahn leidet das Unternehmen unter Personalmangel bei den Lokführern.

„Arbeitsumfeld ähnelt sich“
Das sehen auch die Gewerkschaften so. Die Fluggesellschaften seien in der Schweiz mit einem Personalüberhang konfrontiert, der über Jahre anhalten könnte, hieß es. Ganz anders präsentiere sich die derzeitige Situation bei vielen Schweizer Bahnen. Bei der SBB fehlten 200 Lokführer. Die Belegschaft würde mit einem über Jahre aufgebauten Überstundensaldo kämpfen. Besserung sei schwierig, zumal in den kommenden Jahren viele Lokführer in den Ruhestand gehen würden.

Die gegensätzliche Ausgangslage habe Aeropers dazu bewogen, mit dem VSLF in Kontakt zu treten. „Der Beruf des Lokführers und des Piloten spielen sich beide in einem hoch komplexen Arbeitsumfeld ab. Methodisches und genaues Arbeiten sind in beiden Berufen ebenso gefragt wie eine schnelle Auffassungsgabe und mentale Beweglichkeit und Belastbarkeit“, so Aeropers-Sprecher Roman Kälin. Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine und die über allem stehende Sicherheit des Transportes der Kunden von A nach B seien Beispiele für die Gemeinsamkeiten dieser beiden anspruchsvollen Berufe.“

Jedoch seien die Arbeitgeber beider Seiten gefordert, attraktive Modelle für einen Wechsel zu erarbeiten, sind sich die Gewerkschaften einig. Denn unter den derzeitigen Bedingungen, seien nicht viele freiwillige Wechsel zu erwarten, hieß schon zuvor in Schweizer Medien. Wer die Swiss als Pilot komplett verlässt und zur SBB geht, müsste für sehr viel weniger Lohn arbeiten. Und auch (vorübergehende) Teilzeitmodelle seien schwierig. Zwar sei rund ein Drittel der Swiss-Piloten in Teilzeit beschäftigt. Doch die von Swiss geforderte Flexibilität bei den Arbeitszeiten schließe weitere geregelte Arbeit oftmals aus.

Swiss, Bahnen und Politik müssten nun bürokratisch und effizient neue Wege gehen, halten die Gewerkschaften dagegen. Neben einer dauerhaften Teilzeitbeschäftigung in beiden Unternehmen wäre auch ein temporärer Wechsel für mehrere Jahre denkbar. Quelle: ‚Airliners.de‚.

„Überlegen Sie sich, was Sie sonst noch im Leben machen können“

Uwe Harter von der Pilotenvereinigung Cockpit glaubt nicht, dass sich die Flugbranche schnell von der Krise erholen wird, die durch die Corona-Pandemie ausgelöst wurde. Besonders jungen Kolleginnen und Kollegen, rät er, sich genau anzusehen, was in der Flugindustrie gerade passiert und nach Alternativen zu suchen. Die Prognosen für die Flugbranche sehen in Zeiten der Corona-Pandemie nicht gut aus. Die Lufthansa wurde vom deutschen Staat mit neun Milliarden Euro unterstützt. Trotzdem droht eine massive Entlassungswelle – zurzeit ist die Rede von bis zu 28.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Ursprünglich hatte der Konzern deutliche schneller mit einer Erholung der Branche gerechnet als es nun der Fall ist. Für den Dezember 2020 rechnete man zunächst damit, dass etwa 50 Prozent der durchschnittlichen Vor-Pandemie-Passagierzahlen erreicht werden könnten. Das wurde nun – mit Blick auf die Zahlen für September und Dezember – revidiert und die aktuellen Prognosen liegen bei etwa 25 Prozent. Uwe Harter gehört der Pilotenvereinigung Cockpit an und ist Vorstandsmitglied im Internationalen Pilotenverband. Er macht sich große Sorgen um seine Branche. Lesen Sie auch das Interview mit Uwe Harter im ‚Deutschlandfunk‚.

Pilot startet in dichten Nebel

Trotz dichtem Nebel hob am Mittwochmorgen ein Kleinflugzeug in Hausen am Albis ZH ab. Dabei fliegen solche kleinen Maschinen eigentlich auf Sicht. Nach dem gefährlichen Manöver hat sich das Bazl eingeschaltet. Dichter Nebel liegt über dem Flugplatz von Hausen am Albis ZH am Mittwochmorgen. Die Sicht ist schlecht. Doch das scheint einen waghalsigen Piloten nicht zu stören. Er setzt sich trotzdem in ein Kleinflugzeug, schmeisst die Motoren an und startet durch – mitten rein in die graue Suppe. Ein Leserreporter filmt den Nebel-Start. Auf dem Video ist zunächst nur der Motorenlärm zu hören. Von einem Flugzeug ist nichts zu sehen. Der Lärm wird lauter und dann schiesst aus der Nebelwand plötzlich das Kleinflugzeug hervor, hebt ab und verschwindet im Nichts.

Aber darf ein Pilot überhaupt bei so starkem Nebel starten? Genau das klärt jetzt das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl). Der Vorfall werde untersucht, heisst es auf Anfrage. Denn: Das Kleinflugzeug hätte wohl nicht starten dürfen. Bazl-Sprecher Christian Schubert zu BLICK: «Für den Luftraum Golf (bis auf eine Höhe von 600 Meter, Anmerkung der Redaktion) ist eine Mindestsicht von fünf Kilometern sowie ständige Sicht auf Boden notwendig. Ausserdem muss der Pilot jederzeit eine Umkehrkurve machen und auf dem Flugplatz landen können.» Und gerade das sei bei der Situation in Video fraglich – und gefährlich.

Schubert weiter: «Für nicht ausgebildete Besatzungen, mit nicht entsprechend ausgerüsteten und zugelassenen Flugzeugen auf nicht entsprechend zugelassenen Flugplätzen kann ein solcher Start tödlich enden.» Für Flugzeuge, die nach Sichtflugregeln fliegen, könnten deshalb Flüge im Nebel fatal enden. Um den Vorfall zu klären, werde der Pilot nun befragt. Er soll Stellung zu seinem gefährlichen Manöver nehmen. Bei einer Verurteilung drohen dem Nebel-Kapitän eine Busse bis hin «zum zeitweiligen oder gar permanenten Entzug der Fluglizenz».

Der Flugplatz Hausen am Albis prüft ebenfalls den Vorfall. Zur Verantwortung gezogen kann er allerdings nicht. «Es handelt sich um einen unkontrollierten Flugplatz im unkontrollierten Luftraum ohne Flugsicherung. Es gibt entsprechend keinen Tower, der Freigaben ausstellt. Alle Verkehrsteilnehmer handeln in Eigenverantwortung nach Sichtflugregeln», teilt der Flugplatz auf Anfrage mit. Das sei üblich bei Kleinflugplätzen. Quelle: ‚Blick‚.

Supersommer für Segelflieger

Obwohl die Amberger Segelflieger coronabedingt erst Mitte Mai in die Saison 2020 starten konnten, haben sie bis Mitte August bereits 34 500 Kilometer zurückgelegt. Das Wetter hat es heuer gut mit ihnen gemeint. Sieht man sich die Statistik der bisherigen Flüge an, so fällt auf, dass es über den Sommer verteilt viele Tage gab, an denen weite Strecken möglich waren. Das nutzten die Amberger Piloten aus. Viele der Flüge wurden mit hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten geflogen, die durchaus 100 km/h und mehr betragen haben. Insgesamt wurden von den Amberger Fliegern 113 Flüge beim Online-Contest gemeldet, einem dezentralen Wettbewerb, bei dem die Landes- und die Deutschlandmeister in verschiedenen Klassen ermittelt werden.

Mehrfach konnten die Amberger Piloten sogar die 700-Kilometer-Marke überbieten. Thomas Kulzer und David Neumann flogen 704 bzw. 700 Kilometer, dem 21-jährigen Phillip Luyken gelang dies sogar an insgesamt drei Tagen mit 705 Kilometern am 16. Mai, 711 Kilometern am 28. Mai und 707 Kilometern am 12. Juli. Damit hält er den Vereinsrekord. Die meisten dieser großen Strecken führen von Amberg aus an das östliche Ende des Bayerischen Waldes, weit nach Süden auf die Schwäbische Alb und hinauf bis Thüringen. Quelle: ‚Mittelbayerische‚.

Pilot schätzte Wetter falsch ein

Der Absturz eines Kleinflugzeugs vor knapp drei Jahren bei Grebenhain (Vogelsberg) geht Untersuchungen zufolge auf schlechtes Wetter und eine falsche Einschätzung durch den Piloten zurück. Der 66-Jährige war bei dem Unglück am 13. Oktober 2017 ums Leben gekommen. Er habe das Risiko durch aufsteigende Nebelwolken und schlechte Sicht unterschätzt, heißt es in dem nun veröffentlichten Bericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. Das Flugzeug hatte Baumwipfel gestreift, war dann auf den Waldboden gestürzt und ausgebrannt. Quelle: ‚Hessenschau.de‚. Bild: ‚Fuldaer Zeitung‚.

Wie sicher sind Ultraleichtflugzeuge?

Ultraleichtflugzeuge gehören zu den sogenannten Luftsportgeräten und werden von einem Motor angetrieben. Sie dürfen beim Abflug nicht mehr als 600 Kilogramm wiegen. Für die Zulassung sind in Deutschland zwei Luftsportverbände zuständig, ihren Zahlen zufolge sind derzeit mehr als 4000 Ultraleichtflugzeuge für den deutschen Luftraum zugelassen. Rund 12.600 Piloten besitzen eine Fluglizenz dafür.

Die Flugzeuge nehmen dem Luftfahrtbundesamt zufolge gleichberechtigt am Luftverkehr teil – grundsätzlich gelten also etwa bei der Flughöhe die gleichen Regeln wie für die allgemeine Luftfahrt. So müssen auch Ultraleichtflugzeuge die Sichermindesthöhe von 500 Fuß (etwa 166 Meter) über Land, 1000 Fuß über Ortschaften und 2000 Fuß über größeren Ortschaften einhalten. Der Flug über Wohngebiete wie vor dem Absturz in Wesel ist laut der Bezirksregierung Düsseldorf erlaubt.

Allerdings beschränkt sich die Ultraleicht-Pilotenlizenz laut der Flugschule am Flughafen Köln/Bonn auf den sogenannten Sichtflug, sodass ein Flug etwa durch Wolken quasi ausgeschlossen und aus Sicherheitsgründen eine freie Sicht auf den Boden sinnvoll ist. Für eine solche Lizenz muss der Pilot mindestens 17 Jahre alt sein und eine 60-stündige theoretische Ausbildung absolvieren. Dazu kommen 30 Stunden Flugzeit, fünf davon im Alleinflug. Bevor eine Maschine zugelassen wird, wird sie zudem geprüft, dazu gibt es einmal pro Jahr eine Nachprüfung und der Halter ist dazu verpflichtet, sie instandzuhalten und regelmäßig zu warten.

Die in Wesel abgestürzte Maschine war eine TL-96 des tschechischen Herstellers TL Ultralight. Das Modell hat Platz für zwei Insassen und fliegt mit einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 240 Kilometern pro Stunde. Stürzt ein Ultraleichtflugzeug ab, wird dies in der Regel von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) erfasst und untersucht. Allerdings besteht laut Luftfahrtbundesamt keine Meldepflicht für Zwischenfälle mit Luftsportgeräten. In der Unfallstatistik der BFU werden Ultraleichtflugzeuge zudem nicht einzeln ausgewiesen, sondern fallen mit Tragschraubern und Zeppelinen in die Kategorie sonstige Luftfahrzeug-Arten. Sieben Unfälle hat die BFU im vergangenen Jahr mit solchen Maschinen notiert, 2018 waren es zehn. Sieben Menschen kamen dabei 2019 ums Leben, fünf wurden schwer verletzt.

Bei dem Absturz in Wesel am vergangenen Samstag war neben dem Piloten und seinem Begleiter auch eine Anwohnerin des Mehrfamilienhauses gestorben, in das das Flugzeug gestürzt war. Die Ermittlungen zur Unglücksursache dauern an, die Staatsanwaltschaft Duisburg geht allerdings von einem technischen Defekt aus. Quelle: ‚RP-Online.de‘.