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Flugzeug als Arbeitsplatz

Ob im Cockpit oder in der Passagierkabine – die Ausbildung zum Job über den Wolken ist kein unüberwindlicher Hindernisparcours. Viele Airlines trennten sich während der Pandemie von ihrem fliegenden Personal, so manche ehemalige Piloten und Flugbegleiter wanderten in andere Jobs ab. Austrian Airlines, die als einziger Carrier in Österreich Ausbildungen in diesen Bereichen anbieten, kamen ohne breitflächige Flugausfälle durch den Sommer – frische Man- und Frauenpower wird trotzdem gesucht. In den vergangenen Jahrzehnten wurden die Einstiegshürden – vor allem die körperlichen Voraussetzungen für einen Platz im Cockpit eines Passagierflugzeugs – angepasst.

Aktuell große Nachfrage
Aktuell sucht Austrian sowohl neue Piloten – aufgrund natürlicher Fluktuation werden etwa dreißig pro Jahr benötigt – als auch Flugbegleiter. Michael Kircher, Leiter der Ausbildung für das fliegende Personal bei Austrian Airlines und selbst langjähriger Co-Pilot, kennt den Weg ins Cockpit. Die physischen Hürden sind bewältigbar: „Dazu gehören eine Mindestgröße von 1,65 Metern, damit man alle Schalter erreichen kann, ein Body-Mass-Index von unter 35 und eine ausreichende Sehkraft. Bis zu +5 und -6 Dioptrien können mit einer Brille oder Kontaktlinse ausgeglichen werden, aber es darf keine Laserkorrektur stattgefunden haben“, erklärt Kircher. Zusätzlich müssen Bewerber das „Medical Class 1“ bei einer flugärztlichen Untersuchung bestehen. Die Auswahl selbst findet im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt statt, wobei es unter anderem um das räumliche Vorstellungsvermögen, Kopfrechnen, Mehrfachbelastungen und Teamfähigkeit geht. Dabei haben übrigens Könner bei Flugsimulatorspielen einen Vorteil. Im Schnitt bewältigen nur rund sechs Prozent diese Hürden und werden zur Pilotenausbildung zugelassen.

Für jene Neueinsteiger („Abinitio“ – Grundeinsteiger – genannt), die die ersten Anforderungen erfüllen, geht es danach zur Lufthansa Aviation Training in Bremen, Rostock und in die USA, wo angehende Piloten in einer 22 Monate dauernden Ausbildung ihre Fluglizenz erwerben. Der Lebensunterhalt muss in dieser Zeit selbst bestritten werden, die Schulungskosten selbst trägt aktuell die Fluglinie. Dafür müssen sich Neo-Piloten für zehn Jahre an das Unternehmen binden. Nach dieser Grundausbildung folgt eine etwa sechs Monate dauernde Typen-Einschulung für Flugzeuge, die die Austrian verwendet. Erst danach darf – in Begleitung besonders erfahrener Flugkapitäne – auf dem Co-Pilotensitz Platz genommen werden, und es winkt ein Einstiegsgehalt als First Officer von mehr als 4400 Euro monatlich. Bereits ausgebildete Piloten, die bei Austrian andocken möchten, unterwerfen sich einer „Ready Entry“-Auswahl.

Ausbildung zur Kabinencrew
Kürzer drücken angehende Mitglieder der Cabin Crew in Wien-Schwechat die Schulbank. Ab einem Alter von 18 Jahren sind Bewerbungen möglich, gute Deutsch- und Englischkenntnisse, Matura und abgeleisteter Präsenzdienst (gilt auch für angehende Piloten) sind Voraussetzung. „Bei einem Assessment werden Charaktereigenschaften unter die Lupe genommen. Die Ausbildung selbst dauert rund acht Wochen“, so Kircher, dabei stehen theoretische Inhalte sowie Praxisübungen in einem Mock-up (Trainingsmodell eines Flugzeugs) auf dem Lehrplan. Erste Erfahrungen an Bord bringen Trainingsflüge, bei dem der Neo-Flugbegleiter noch nicht Teil der Minimalbesetzung ist. Drei Monaten nach Ausbildungsbeginn ist man vollwertiges Mitglied der Cabin Crew mit einem Mindestgehalt von etwa 1800 Euro pro Monat. Hinzu kommen – wie bei Piloten – Diätenzahlungen, die vom Dienstplan und von den Destinationen abhängen, und die Vergütung von Überstunden und Mehrleistungen. Besonderes Zuckerl sind, bei freien Sitzplätzen, Mitflug-Gelegenheiten zu sehr günstigen Konditionen.

Abseits von Austrian verspricht etwa die Leiharbeiterfirma Crewlink, die im März für Ryanair 50 Mitarbeiter suchte, zukünftigem Ryanair- und Lauda-Personal ein kostenfreies und bezahltes Training samt diverser Incentives. Eine – allerdings nur für Interessenten mit entsprechenden finanziellen Mitteln geeignete – Alternative sind private Flugschulen, von denen einige in Österreich auch eine Ausbildung zum Berufspiloten anbieten. Im Normalfall dauert der Kurs eineinhalb bis zwei Jahre und kostet zwischen 60.000 und 100.000 Euro, so die Austrian Cockpit Association, ACA. Erster Schritt als Berufspilot ist die CPL-Lizenz. Um ein Verkehrsflugzeug als Kapitän fliegen zu dürfen, braucht es die Verkehrsflugzeugführerlizenz ATPL. Dafür sind neben der Theorie-Lizenz und Typenschulungen mehrere Jahre Flugerfahrung mit zumindest 1500 – in der Praxis eher 3000 – Stunden nötig. Quelle: ‘Die Presse‘.

Flugmedizinische Diense in AT, BRD, CH

Um die Lizenzen aufrechterhalten zu können, müssen sich Piloten und Flugverkehrsleiter periodisch einer fliegerärztlichen Untersuchung unterziehen. Hier finden Sie die Übersicht über alle Flugmedizinischen Dienste in der DACH-Region.

Wie man einem Menschheitstraum nahe kommt

Durch die Luft zu schweben wie ein Vogel – Segelflieger kommen diesem Menschheitstraum sehr nahe. Beim Flugsportclub in Giebelstadt FSCG tun sie das sogar so erfolgreich, dass das Team aus 15 Pilotinnen und Piloten heuer erstmals als einer von 30 Flugsportclubs in der zweiten Bundesliga starten darf. Hunderte von Kilometern durch die Luft zu gleiten, ohne Motor, nur getrieben von den Kräften der Natur und dem eigenen Können – für Joachim Freitag macht dies die große Faszination des Segelfliegens aus. Am 5. Juli ist ihm im Zweisitzer gemeinsam mit Jens Jurgan der erste Flug über eine Strecke von mehr als 1000 Kilometern gelungen. “Das ist ein Ritterschlag für jeden Segelflieger”, sagt Elias Breunig, der Vorsitzende des FSCG. Wie Freitag und Jurgan gehört auch Elias Breunig zu dem 15-köpfigen Team, das zwischen April und August an jedem Wochenende um Punkte in der Bundesliga-Wertung kämpft.

Ein Tag Pilot
Segelflug betreibt der FSCG seit den Gründertagen im Jahr 1952. Privater Motorflug war damals noch von den Alliierten verboten. Also mussten die Flieger mit den aus Holz, Stoff und Spannlack zusammengezimmerten Kisten vorlieb nehmen.

Erfahrung und Geschick des Piloten entscheidend
Inzwischen bestehen Segelflugzeuge aus glas- und kohlefaserverstärktem Kunststoff. Die Fliegerei an sich hat das nicht verändert. Über eine Winde und ein Drahtseil wird das Flugzeug beschleunigt und steigt auf eine Höhe von bis zu 600 Metern. Wenn das Drahtseil ausgeklinkt ist, kommt es allein auf das Geschick der Piloten an.

“Dann musst du einen Bart finden”, erklärt Julian Krause. “Bart”, so nennen die Segelflieger die senkrechten Aufwinde, die manchmal von kleinen Wolken angezeigt werden, die sich aber manchmal auch unsichtbar über Taleinschnitten oder Waldrändern bilden. Einen solchen Bart zu erkennen, erfordert Erfahrung und Geschick. Doch wenn der Pilot erst einen starken Aufwind gefunden hat, kann es auf kreisender Bahn bis auf 3000 Meter in die Höhe gehen, um von dort dem erwählten Ziel entgegen zu steuern – auf der Suche nach dem nächsten Bart. Seit es die Segelfliegerei gibt, gibt es auch Wettbewerbe, erzählt Elias Breunig. Doch der Aufwand dafür sei früher hoch gewesen gewesen. Über dem vorbestimmten Kurs, in der Regel ein Dreieck, mussten die Piloten markante Bauwerke oder Landmarken fotografieren, um ihren Flug nachzuweisen. Nach dem Flug vergingen Stunden, bis der Gewinner feststand.

In Zeiten der Satelliten-Navigation geht alles einfacher. Ein sogenannter GPS-Logger zeichnet in jedem Augenblick des Flugs Standort und Höhe auf und erlaubt später am Computer in Sekundenschnelle die Auswertung. “Die Digitalisierung seit Anfang der 2000-er Jahre hat der Segelfliegerei einen unheimlichen Aufschwung beschert”, sagt Elias Breunig. Seitdem gibt es neben Einzelwettbewerben auch richtige Ligen, in denen sich die einzelnen Vereine über eine ganze Saison hinweg miteinander messen können. Bis vergangenes Jahr startete der FSCG in der Bayernliga, dann gelang der Sprung in die zweite Bundesliga. Um zwischen unterschiedlich günstigen Standorten und verschiedenen Flugzeugtypen einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen, wurde ein spezieller Modus entwickelt. Nicht die Zeit oder die zurückgelegte Entfernung entscheidet, sondern die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit, die während des Fluges innerhalb eines beliebigen Zeitfensters von zweieinhalb Stunden erreicht wurde.

Jedes Wochenende zwischen April und August gilt als Flugtag. Die drei schnellsten Wertungen eines Vereins werden nach jedem Wochenende addiert. Für die höchste Gesamtwertung gibt es 30 Punkte, für die schlechteste einen. Nach dem 18. Flugwochenende hat der FSC Giebelstadt inzwischen 125 Punkte auf dem Konto und darf sich mit dem 14. Tabellenrang vorzeitig auf ein weiteres Jahr in der zweithöchsten deutschen Segelflug-Liga freuen. “Für den Verein ist das die beste Wettbewerbsform”, sagt Elias Breunig. Auch deshalb, weil nicht der einzelne Pilot, sondern das Team im Vordergrund steht. “Der Teamgeist ist enorm wichtig, weil der ganze Verein seinen Beitrag leisten muss”, sei es bei der Instandhaltung der Flugzeuge, bei der Flugsicherung oder bei der Unterstützung der Piloten. “Wenn keiner an der Winde steht, können wir auch nicht fliegen.”

“Fliegen ist kein teures Hobby, billiger als ein regelmäßiger Disko-Besuch.”
…sagt Joachim Freitag. “Man braucht wenig Geld, aber viel Zeit.” Am Computer lässt er derweil seinen ersten 1000-Kilometer-Flug Revue passieren. Am 5. Juli um 8.32 Uhr war er gemeinsam mit Jens Jurgan in Giebelstadt gestartet, allerdings nicht mit der Winde sondern mit einem kleinen Klappmotor, der nach dem Start im Rumpf des Segelflugzeugs verschwindet. “An der Wetterlage haben wir gesehen, dass heute etwas gehen könnte”, erinnert sich Freitag. Quelle: ‘Mainpost‘.

Physik zum Anfassen

Da staunten die Schülerinnen und Schüler am Frobenius Gymnasium nicht schlecht, als am Mittag eines heißen Julitages ein echtes Segelflugzeug auf dem Schulhof stand. Aus der Luft gelandet war es bestimmt nicht. Die Lösung um das Rätsel über den Segelflieger auf dem Schulhof: Das Segelflugzeug wurde als Anschauungsmaterial für ein zweitägiges Projekt der Fahrtenwoche der Klasse 8a aufgebaut, wie die Flugsportgruppe Hammelburg in einer Pressemitteilung berichtet. Gemeinsam mit der Flugsportgruppe Hammelburg hatten die Schülerinnen und Schüler eine außergewöhnliche Idee in die Tat umgesetzt. Segelflugsport ist eine spannende Sache, sagte man sich in der Klasse, das wollen wir genauer wissen.

Tag 1: Theorie über’s Fliegen
Am ersten Tag gab es Theorieunterricht in der Schule. Frank Luft, Fluglehrer und Ausbildungsleiter der Flugsportgruppe, vermittelte das wichtigste Basiswissen. Wie ist ein Flugzeug konstruiert, wie wird es gesteuert, und warum fliegt es überhaupt? Ganz wichtig für den Segelflug sind Wind und Wetter, die Schwerkraft und die thermischen Aufwinde als treibende Energien, um ohne Motor weite Strecken zurücklegen zu können. Damit es so richtig Substanz bekommt, inspizierte die Klasse danach im Schulhof die LS1, ein Hochleistungsflugzeug. Sie konnte Klappen, Ruder, Steuerung, Cockpitinstrumente und vieles mehr am realen Objekt anfassen.

Praxis an der Hohen Lanz
Tags darauf war die Fortsetzung des praktischen Teils an der Reihe. Nach einer Wanderung auf die Hohe Lanz waren die diversen Anlagen des Hammelburger Flugplatzes erstes Unterrichtsthema. Wie auf einem Flughafen, gibt es hier einen Tower mit Funkanlage, Hangars, eine eigene Werkstatt und eine Landebahn mit Vorfeld. Es braucht viele Hände, bis ein Segelflugzeug in die Luft kommt. Die Schülerinnen und Schüler durften mithelfen, ein Flugzeug aufzubauen, die Seilwinde vorzubereiten und lernten viel über die notwendigen Sicherheitschecks an allen Geräten. Mathematik- und Physiklehrer Nicolas Braune zeigte sich beeindruckt: “Herr Luft und die Leute von der Flugsportgruppe machen das wahnsinnig gut.” Als Pädagoge weiß er, wovon er spricht.

Segelflug im Angebot
Am Mittag war der Schulunterricht offiziell beendet. Die Flugsportgruppe legte noch ein Angebot obendrauf: Wer wollte, durfte am Flugplatz bleiben und am Nachmittag einen echten Segelflug erleben. Eine Einladung, die von vielen angenommen wurde. Platz zu nehmen auf dem vorderen Sitz des ASK13-Segelschulflugzeuges und sich mit der Winde rasant hinauf ziehen zu lassen, das war schon ein Erlebnis. Auf dem hinteren Sitz war natürlich ein erfahrener Segelfluglehrer mit an Bord.

“Start ist wie Achterbahnfahren”
Nach den Eindrücken gefragt, war der erste spontane Ausruf: “Der Start ist wie Achterbahnfahren”, um sofort von einem anderen Schüler korrigiert zu werden, dass es noch viel besser wäre als eine Achterbahn. Alle waren fasziniert von der Aussicht auf Hammelburg: Die Schülerinnen und Schüler konnten sogar ihr eigenes Haus von oben sehen. Die 14-jährige Lara fand es besonders toll, wie man im Team zusammenarbeitet, denn auch jetzt packten alle mit an und konnten nach einer gründlichen Einweisung sogar den Funkverkehr abwickeln. Dank eines ausführlichen Briefings wegen der Temperaturen über 30 Grad waren alle mit ausreichend Getränken, Sonnenschutz und Mützen ausgestattet. So war es trotz der Hitze ein “cooler” Tag. Letztendlich ging es nicht in erster Linie um einen spannenden Zeitvertreib. Viel wichtiger war die Erfahrung, zu sehen, dass Physik eine praktische Anwendung hat und wie wertvoll Teamarbeit ist. Quelle: ‘InFranken‘.

Über den Feldern nahe der Yonne

Nach einer längeren Anreise über die weiten Felder Frankreichs haben wir eine AirBnB Wohnung bezogen. Zu Fuss waren es nur zwei Minuten bis zu den Toren des Hangars. Gut gestärkt von den leckeren französischen Croissants wurden unsere Flugzeuge am 31. Juli montiert und gerüstet. Den neuen Gesichtern in PSY wurde die Umgebung aus der Luft und der neue Flugplatz gezeigt. Der grösste Unterschied zu unserem kleinen aber bescheidenen Plätzchen ist die Länge und die mehr oder weniger perfekte, ebene Fläche. Die Piloten mit mehr Erfahrung versuchten schon Strecken-Kilometer zu erfliegen. Mit guten Bedingungen in den Folgetagen lag die Schwierigkeit mehr darin, der Versuchung zu widerstehen weiter zu fliegen und auch mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen.

Nach drei Tagen stiessen dann auch noch Erwin und Fredi S. mit ihren Flugzeugen dazu und wir waren vollzählig. Mit drei Doppelsitzern und doppelt so viel Einsitzern war unsere Flotte gut bestückt und jeder Pilot hatte ein Plätzchen. Mit ein wenig Hilfe der Franzosen wurde ein sehr gut laufender Betrieb auf die Beine gestellt, der keine Wünsche offen liess. Jeder, der die Wolken von näherem betrachten wollte, konnte dies zur genüge tun. Jörg K. und Matthias K. konnten ihren ersten Flüge über fünf Stunden absolvieren, ein weiterer kleiner Schritt Richtung Streckenflugberechtigung. Währenddessen flogen andere mehr als 400km – z.B. nach Chartres oder knapp vor die belgische Grenze oder auch nähere Ziele wie Montargis wurden in Angriff genommen und dann auch beim Feierabendbier glorreich mitgeteilt.

Am Donnerstagabend zog ein Gewitter auf, dass die Zusammenarbeit auf dem Boden verlangte, aber durch eine grossartige Teamarbeit und mit Hilfe der Franzosen waren die Flieger schnell hangariert und vor den Schauern geschützt. Am nächsten Tag gab es hervorragendes Segelflugwetter. Wie immer wurde um ca. 13 Uhr gestartet und erst nach 19 Uhr landeten die letzten Piloten. Nach einer Wochen sehnten sich die ersten schon wieder nach dem Büro und begaben sich auf den Heimweg. Trotz einer kleineren Truppe war der Himmel gut gefüllt. Am Abend testete man die Kochkünste der Überflieger oder auch teilweise der Restaurants in der Umgebung. Viel kulinarische Vielfalt konnte man erleben.

In der zweiten Woche verschwanden die Wolken komplett und nur noch blauer Himmel war zu sehen. Im Verlauf der Woche wurde der Nordost/Ostwind stärker und es wurde schwieriger, die Thermik zu nutzen. Trotz der Hitze von bis zu 37 Grad versuchten drei Piloten ihren 50km Streckenflug zu absolvieren. Am Mittwoch musste der Flugbetrieb wegen des starken Seitenwindes abgebrochen werden. Nach einer noch stärkeren Windprognose beschliessen wir am Donnerstag, dass wir die Flieger wieder in die weissen Anhänger verfrachten und ihnen mal eine Auszeit gönnen nach den vielen Flugstunden. In Pont sur Yonne wurde jeden Tag viel geflogen und es war ein sehr lehrreiches Lager für alle. Vielen Dank fürs Organisieren Remi, danke den Fluglehrern Stephan und Fredy und bis nächstes Jahr! Bericht und Fotos von Matthias Kummer.

Neue Heimat: Repker Segelflieger steigen von Metzingen aus in Lüfte

Früher starteten sie ihre Flüge von der Repker Schnuckenheide aus: Mittlerweile haben die Mitglieder der Luftsportvereinigung Altkreis Isenhagen (LVI) im Verein für Luftsport (VfL) Südheide eine neue Heimat gefunden. Sie finden dort umfangreiche Möglichkeiten vor, der Ende vergangenen Jahres gegründete VfL sieht sich gut aufgestellt. Der Hauptfokus liegt nun auf der Ausbildung, aber auch auf Wettbewerbs-Ebene ist man aktiv – der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist das Ziel.

Rund 40 LVI-Mitglieder, zur Hälfte Aktive und zur Hälfte fördernde Mitglieder, sind im VfL aufgenommen worden, der aus einer Fusion mit dem FTV Metzingen 2001 hervorgegangen ist. Der VfL setzt mit insgesamt 110 Mitgliedern (45 Aktive, 65 fördernde Mitglieder) seine Sportaktivitäten auf dem Flugplatz Berliner Heide in Metzingen (Landkreis Celle) um. Die Fluktuation war trotz dieses Umbruches gering, lediglich fünf Mitglieder verließen den neuen Verein – deutlich weniger als erwartet, so Vorsitzender David Priestley im IK-Gespräch. Der gesamte Prozess sei von den Mitgliedern sehr positiv begleitet worden – mit einer 90-prozentigen Zustimmung über beide Vereine hinweg gesehen.

Vereine kennen sich gut
Das kommt nicht von ungefähr: Beide Vereine kennen sich seit Beginn der Flugaktivitäten, seit 15 Jahren hat man regelmäßig Kontakt und Austausch gehabt. Immer wieder hat man zusammengearbeitet, insbesondere im Jugendbereich. Seit 2019 wurde der Flugbetrieb gemeinsam koordiniert und umgesetzt. Aus beiden Vereinen habe man das Beste herausgezogen, sagt Priestley, zudem hätten beide Vereine Flugzeuge in den gemeinsamen Park mit eingebracht. So verfügt man jetzt über sieben Flugzeuge (3 Doppelsitzer, 3 Einsitzer und 1 Motorsegler) und hat somit ausreichend Kapazitäten für die Ausbildung. Gerade erst sind sechs Flugschüler neu dazugekommen, was Priestley nach all den Herausforderungen durch die Corona-Zeit als sehr gutes, hoffnungsvolles Signal bezeichnet. Einige Flugzeuge wurden verkauft und das Geld in die Modernisierung von alten Strukturen gesteckt.

Beim VfL ist deutlich Aufbruchsstimmung zu spüren. Es läuft alles sehr gut an, sagt Priestley. Nun müsse man als Verein dran bleiben. Der Fokus wird auf die Ausbildung gesetzt, Luftsport für jedermann ist dabei das Motto. Oft leide die Ausbildung, wenn man sich zu stark auf die Teilnahme an Wettbewerben konzentriere. Beim VfL wird daher auf einen Kompromiss zwischen Spaß und Leistung gesetzt. Ausbildung und der Segelflugsport generell stehen im Mittelpunkt. Spaßfliegerei, Strecken- und/oder Kunstflüge gehören zu den Kernaktivitäten der aktiven Scheinpiloten. Daneben wird auch die Ausbildung von „Fußgängern“ zu Segelflugpiloten weiter vorangetrieben. Quelle: ‘AZ-Online.de‘.

LSV Sauerland: Darum läuft es bei den Segelfliegern so gut

Nachwuchssorgen, welche Nachwuchssorgen? Der LSV Sauerland freut sich über guten Andrang. Was läuft in Höveringhausen besser als anderswo?

Nachwuchssorgen, welche Nachwuchssorgen? Die Segelflieger des LSV Sauerland haben weiter Aufwind. Wo andere Vereine sich mit Sorgen um den Nachwuchs plagen, können die Luftakrobaten sich über neue Schüler freuen. In der vergangenen Woche fand in Höveringhausen ein Ausbildungscamp des LSV Sauerland mit befreundeten Vereinen statt, auch Gäste waren willkommen.

Sieben Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 16 Jahren, welche meist aus Neuenrade, Werdohl und Plettenberg stammen, haben im Juni die spannende Ausbildung des Segelfliegens unter fachkundiger Leitung begonnen. Quelle: ‘Westfalenpost‘.

Auge in Auge mit dem Adler

Nico Jägli aus Fideris weiss, wie man wenig Material zum Funktionieren bringt. Mit dem Segelflugzeug fliegt der Schweizermeister der Junioren in seiner Freizeit über 500 Kilometer ganz ohne Strom, nur mit Sonne und Wind. Als sein eigener Chef der Firma 3d Profidruck verwandelt er Kunststoff in robuste Teile für Branchen wie Medizin, Luftfahrt oder Maschinenbau. Wer ist dieser motivierte junge Mann?

Da sitzt man bequem im Segelflieger und lässt sich durch die Lüfte tragen, und dann nennt sich das ganze Vergnügen Sport. Tönt auf den ersten Blick einfach. Nico Jägli, Schweizermeister der Junioren im Segelfliegen 2022, kann mich bei sich zu Hause in Fideris eines Besseren belehren: «Segelfliegen ist erstmal geistig extrem anstrengend; die Zeit in der Luft ist man 100 Prozent konzentriert, um die gute Linie zu finden, meistens im Zickzack. Man versucht Luftmassen, die ansteigen, auszunutzen und den Abwindfeldern auszuweichen. Körperlich muss man fit sein, damit man die Höhendifferenzen gut wegstecken kann.» Da hilft viel Wasser trinken gegen Kopfweh. «Bei einem Flug von 500 Kilometern machen wir schnell mal eine Höhendifferenz von 6000 bis 7000 Meter. Das ist recht anstrengend für den Körper.» Gut, das kann ich nachvollziehen, also doch anstrengend und sportlich.

Die Natur lesen
Ich frage, woher die Motivation zum Segelfliegen kommt. «Das Coole am Segelfliegen ist das Spiel mit der Natur. Man muss die Natur lesen, das heisst, man muss wissen, wie die Luft, wie das Wetter ist, wie es sich entwickelt. Wenn man im Aufwind ist und einen Adler sieht, ist es cool, wenn man zusammen mit dem Adler kreisen kann. Meist steigen wir gleich schnell, so dass wir Aug in Aug mit dem Adler fliegen.» Von klein auf war Nico Jägli fasziniert von Helikoptern und Flugzeugen. «Das ist bei mir fast ein Urinstinkt.» Segelfliegen begann Jägli, als er vom stundenlangen Computer-Spielen als Jugendlicher wegkommen wollte und erfahren hat, dass man schon mit 16 Jahren das Brevet fürs Segelfliegen machen kann. Nun steckt er seine Ausdauer also ins Segelfliegen und braucht auch dort gute Computerkenntnisse. Denn das Training besteht nicht nur aus Fliegen, sondern vor allem aus der Fluganalyse. Die Aufzeichnungen zeigen, ob man einen Kreis zu viel genommen hat, wie die Bodenbeschaffenheit ist und ob es thermisch ein besseres Gebiet gebe. Wurde das Wetter gut einbezogen? So studiert Jägli ständig die Flüge von den Besten, die online verfügbar sind.

Auf 5500 Meter Höhe
Fliegen findet also viel im Kopf statt, bis es so richtig gut klappt. Was sind denn gute Bedingungen zum Fliegen, will ich wissen und erfahre, dass bestes Flugwetter mit Wolken und wechselhaften Bedingungen zu tun hat. Eine lange Sonnenscheinperiode ist ungünstig. «Die Luft soll frisch sein, denn Tage alte Luft ist zu trocken. Damit Thermik entstehen kann, braucht es eine gewisse Luftfeuchtigkeit. Am besten sind labile Luftschichten, das heisst Sonne mit Wärme und Wolken, die kältere Luft unter sich haben. Es sollte von unten bis oben konstante Temperaturabnahme haben, sonst wird die Thermik gebremst und man kann keine langen Strecken fliegen». Lange Strecken bedeuten mindestens 250 Kilometer oder bei Weltmeisterschaften eher 550 Kilometer. Jägli ist begeistert, rein mit Sonnen- und Windenergie Distanzen bis 1000 Kilometer zurücklegen zu können – ohne Zwischenlandung. Man wisse am Tagesanfang nicht, wohin man wirklich komme. Reicht es bis zum Matterhorn oder sogar noch weiter? Das tönt ziemlich weit für einen Tag. Mich nimmt wunder, wie hoch so ein Segelflieger kommt. «Ich war mal mit Freigabe vom Tower in Zürich auf 5500 Meter Höhe.» Dann nimmt man über Funk Kontakt mit den Fluglotsen in Zürich auf, damit sich Luftverkehr und Segelflieger nicht in die Quere kommen. Ohne Genehmigung kann man 4500 Meter hoch fliegen in der Schweiz.

Ein Familienunternehmen
Nico Jäggli betreibt das Segelfliegen in seiner Freizeit. Beruflich ist er selbstständig. Seit 2019 baut er als Geschäftsführer zusammen mit Mutter, Bruder und Schwester ein Familienunternehmen auf, die 3d Profidruck AG in Sargans. Hier werden Teile aus dem Kunststoff Polyamid 12 für unterschiedlichste Branchen wie Elektronik, Medizin, Maschinenbau, Luftfahrt gedruckt. Jägli gerät auch hier ins Schwärmen und zeigt mir einige kleine Boxen: «Vor kurzem wurden ja die kleinen Würfel zum Messen des CO2-Gehalts in den Schulzimmern eingeführt, um anzuzeigen, wann gelüftet werden muss, vor allem in der Coronazeit. Dafür haben wir die Sensorboxen gedruckt. Man kann materialsparend, stabil und schnell drucken.»

Wie geht es weiter? Ab Ende Juli geht es für zwei Wochen nach Tschechien an die für Nico Jägli letzten Junioren-Weltmeisterschaften; der Juniorenstatus gilt nur bis 25 Jahre. Wir drücken dem Noch-Junior die Daumen für einen Podestplatz. Nachher tritt er weiter bei der Elite-WM an, wo er bereits seit 2018 mitmachen kann, da es hier keine Alterslimite gibt, sondern die Leistung den Ausschlag fürs Mitmachen gibt. Dort gibt es auch noch Piloten mit 70 Jahren. Kein Problem ist es beim Segelfliegen, zwischendurch kürzer zu treten, zum Beispiel in der Familienphase, um dann später wieder anzufangen. Nico Jägli lässt also einerseits Dinge entspannt auf sich zukommen und packt Gelegenheiten am Schopf. Anderseits prägen ihn Zielstrebigkeit und Ausdauer, wenn er im Kopf und in der Luft fliegt oder Kunststoff in Zukunft verwandelt. Quelle: ‘Vilan24‘.

1000-Kilometer-Flug ohne Motor

Josh Jarosch, Fluglehrer des Luftsportvereins Radevormwald, hat die berüchtigte Streckenmarke „geknackt“. Der Verein ist stolz auf den 25-Jährigen. Der 25-jährige Fluglehrer hat eine Marke geknackt, die in Segelflieger-Kreisen gewissermaßen als der Gold-Standard gilt: 1000 Kilometer mit einem Segelflugzeug – also ohne jede Motor-Unterstützung. Entsprechend stolz informiert nun der Luftsportverein (LSV) Radevormwald über diesen Erfolg. Denn der Flugplatz auf der Leye war Start- und Landeplatz des Rekordflugs.

Am Freitag, 15. Juli 2022 hatte sich Josh Jarosch zum Flugplatz in Radevormwald aufgemacht, um die „für Segelflieger berüchtigte Kilometermarke zu brechen“, heißt es in der Mitteilung des Vereins. Zuerst hatte Jarosch das Sauerland angepeilt, flog dann aber wegen der besseren thermischen Bedingungen in Richtung Marburg. Anschließend führte der Flug nach Südwesten, in Richtung Frankreich (Saarbrücken). Besonders gut seien die Bedingungen südlich von Frankfurt gewesen, berichtet er. Über das Siegerland ging es dann wieder zurück nach Radevormwald. Nach elf Stunden und fünf Minuten hatte der junge Flieger es geschafft und die Rekordstrecke hinter sich gebracht. Quelle: ‘RP-Online.de‘.

BWLV-UL-Fluglehrerlehrgang 2022

Dieser findet vom 4. bis 6. Oktober 2022 am Sonderlandeplatz Herrenteich statt. Der Fachausschuss Motorflug-/UL-Ausbildung des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbandes (BWLV) veranstaltet unter der Leitung von Günther Hausmann (BWLV-Ausbildungsleiter UL) im Herbst 2022 einen UL-Fluglehrerlehrgang für Inhaber einer Lehrberechtigung auf Motorflugzeugen, Hubschraubern oder Segelflugzeugen. Ausbildung und Prüfung erfolgt im Rahmen eines mindestens dreitägigen Lehrganges. Besonderheit: Teilnahme nur mit eigenem, oder gechartertem UL möglich. Das eingesetzte Gerät muss dabei eine Zulassung ≥ 550 Kilogramm MTOW aufweisen. Quelle: ‘BWLV‘. Bild: ‘Flugschule Reichelsheim‘.

Emergency landing on a busy highway

View from the pilot’s go pro camera from the cockpit of the plane on the emergency landing on Hwy. 74 on Sunday, July 3, 2022. What an outstanding job and no injuries. Amazing, if you look closely at 0:20 you will see the power lines the pilot was able to avoid. There were so many things that could have been catastrophic but they didn’t happen. Source: ‘Youtube‘.

Kitzinger Flugplatz wird immer wichtiger

300 Starts und ebenso viele Landungen – das ist ein Wort. So viele Flugbewegungen gab es im vergangenen Jahr auf dem Kitzinger Flugplatz. Beschwerden? Probleme? Weitgehend keine. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit entwickelt sich der lange umstrittene Sonderlandeplatz immer mehr zu einem Innovations- und Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Gerade jetzt, da in Europa Schreckliches passiert, müssen wir viel dafür tun, dass sich Jugendliche treffen und erkennen, wie wichtig friedliches, menschliches Zusammenleben ist. “

Die insgesamt 4600 Starts und Landungen vollzogen Sportpiloten, Geschäftsflieger, Reisegäste, Schüler und Prüflinge des Luftsportclubs Kitzingen (LSC), zählt LSC-Vorsitzender Herbert Sattler auf. Er ist nicht nur ziemlich zufrieden – „Der Flugplatz und der Luftsportclub Kitzingen entwickeln sich gut“ –, sondern auch voller Pläne und Vorfreude: „Ich hoffe, dass in nächster Zeit der GPS-Anflug in Kitzingen möglich wird, was einen weiteren Sicherheitsfaktor darstellt. Und ich bin optimistisch, dass im Jahr 2023 das erste Elektroflugzeug in Kitzingen stationiert sein kann.“ Umweltschonendes Fliegen ist beim LSC ein großes Thema. Dass die Kitzinger Segelflieger per Elektrowinde in die Luft gezogen werden und dass diese E-Winde von Solarstrom gespeist wird, bezeichnet Sattler als „fast noch ein Alleinstellungsmerkmal auf deutschen Flugplätzen“.

Die positive Entwicklung des Flugplatzes sei auch der guten Zusammenarbeit mit dem Unternehmen „blumquadrat“ zu verdanken – und der damit verbundenen Förderung, betont der Clubvorsitzende. Dass auch Gastflugzeuge den Flugplatz jederzeit, an allen Tagen der Woche, ansteuern können, dürfen sich die engagierten Mitglieder des LSC auf die eigenen Fahnen schreiben. Sie halten den Betrieb durch großen persönlichen Einsatz stetig am Laufen. Um dieses Engagement auch in Zukunft gewährleisten zu können, legt der Verein großen Wert auf eine fundierte Jugendarbeit. Welch ein cooles Team die Jung-Pilotinnen und -Piloten des Clubs sind, zeigte sich kürzlich beim Jugendfluglager im Südosten Frankreichs, in der Kleinstadt Challes les Eaux. Neun junge LSC-Mitglieder und Herbert Sattler als Busfahrer campierten eine Woche lang am Flugplatz „L´aérodrome de Challes les Eaux“, wo sie zusammen mit den jungen französischen Fliegern tolle Tage erlebten – sowohl am Boden als auch in der Luft. Gefördert wurde die Begegnung vom Deutschen Olympischen Sportbund e.V. aus Mitteln des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW).

Felix Pfannes, 27, gebürtiger Großlangheimer und Neu-Sulzfelder, und Leo Fischer, 18, aus Iphofen gehörten zur Kitzinger LSC-Crew. Für sie, die sonst an den Hängen des Schwanbergs nach Aufwinden suchen, war es ein besonderes Abenteuer, an den Gebirgsmassiven der Nordalpen zu segeln. „Zusammen mit einem französischen Kollegen konnte ich mich bis auf 3.500 Meter am Mont Blanc hinaufschrauben“, erzählt Felix Pfannes mit leuchtenden Augen. „Wir sind direkt in das Massiv reingeflogen, haben den schneebedeckten Gletscher gesehen, die massiven Felsformationen – einfach gigantisch.“ Leo Fischer war zwar am Mont Blanc nicht dabei, „aber für mich waren die Berge am Platz schon der Hammer“, sagt der 18-Jährige, der gerade Abitur gemacht hat und zur Luftwaffe will. „Außerdem hab’ ich die Tage und Abende mit den französischen Freunden genossen. Wir waren oft zusammengesessen, abends haben wir Poker oder Karten gespielt, die Atmosphäre war super.“ Zwar habe man sich anfangs oft „mit Händen und Füßen“ verständigt oder mit Englisch beholfen. Doch mit der Zeit gingen die französischen Begriffe und Funksprüche mehr und mehr in Fleisch und Blut über. „Außerdem hatten wir mit Katharina Frieß eine frischgebackene Französisch-Abiturientin, die super übersetzt hat“, berichtet Felix Pfannes, der als Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik prädestiniert ist für den Job als technischer Leiter auf dem Kitzinger Flugplatz.

Nach der ereignisreichen Woche in Frankreich fiel der Abschied allen schwer. „Aber es laufen schon Planungen für einen Gegenbesuch der französischen Jugendgruppe in Kitzingen nächstes Jahr“, freut sich Felix Pfannes. Herbert Sattler ist sicher, dass solche Treffen von Jugendlichen weit über fliegerische Aspekte hinausgehen: „Gerade jetzt, da in Europa Schreckliches passiert, müssen wir viel dafür tun, dass sich Jugendliche über Ländergrenzen hinweg treffen und dabei als künftige Generation deutlich erkennen, wie wichtig Europa und ein friedliches, menschliches Zusammenleben und Miteinander sind. Jede kleine Begegnung kann große Auswirkungen haben.“ Die Vereinsarbeit soll daher immer auch international ausgerichtet bleiben. „Aber auch der LSC ist nur ein Verein und somit Spiegelbild der Gesellschaft“, bremst Sattler zu „überfliegende“ Erwartungen. Nachdenklich sagt er: „Manchmal wünsch’ ich mir mehr Zufriedenheit als typisch deutsche Nörgellust.“ Alles in allem schaut er aber sehr optimistisch in die Zukunft. Herbert Sattler ist ganz sicher: „Der Flugplatz wird die Zukunft der Stadt stark bereichern.“ Quelle: ‘Mainpost‘.

Faszination des Segelflugs perfekt vermittelt

Die 14jährige Lilli Frank vom FSC Pforzheim und Straubenhardt erzählt im Video, warum sie gerne abhebt und wie der Einstieg ins Fliegen gelingt. Wie kommt man eigentlich zum Segelfliegen? Was macht man auf dem Flugplatz, und wie fühlt es sich an, wenn man beim Segelkunstflug die Welt plötzlich auf dem Kopf stehend erlebt? All diese Fragen hat die 14-jährige Lilli Frank vom Flugsportclub Pforzheim und Straubenhardt bravourös beantwortet. Und zwar in einem Video-Interview, das eine Redakteurin der Pforzheimer Zeitung mit der Nachwuchs-Segelfliegerin an deren Heimatfluggelände, dem Flugplatz Schwann-Conweiler, geführt hat. Dabei hat Lilli nicht nur genau erklärt, wie das zum Beispiel mit dem Fliegen funktioniert, warum die Gemeinschaft am Flugplatz unabdingbar ist und dass ihre Familie nun schon in vierter Generation im Luftsport aktiv ist. Vielmehr hat die junge Frau es auch geschafft, ihre Freude an der Fliegerei absolut authentisch und begeistert zu vermitteln. Kurz gesagt: Das Video macht Lust aufs Fliegen. Also unbedingt anschauen! Das Interview aus der Reihe „PresenZ“ mit vielen Bildern vom Fluggelände in Straubenhardt gibt es hier bei YouTube zu sehen. Danke an Lilli und die Pforzheimer Zeitung für dieses tolle Video! Quelle: ‘BWLV / Pforzheimer Zeitung‘.

Wie die Fliegerschule Feuerstein entstand

Am Wochenende vom 18./19. Juni 2022 feierte die Fränkische Fliegerschule Feuerstein das Jubiläum 70 Jahre Flugplatz Burg Feuerstein. Die Anfänge reichen bis 1949 zurück. Dazu lockten auf dem Flugplatzgelände Infostände, Musik im Biergarten, Aussteller, Vorführungen, Rundflüge, Fliegen im Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und vieles mehr. Auf dem Flugplatz stehen heute zehn schuleigene Flugzeuge zum Chartern und für die Schulung für Segelflug, Motorsegler, Motorflug und Ultraleicht zur Verfügung. Knapp 30’000 Flugbewegungen werden registriert.

Ziel von 1949: “Wiederzulassung der Sportfliegerei”
Bereits 1949 hatte sich in Ebermannstadt eine Interessengemeinschaft von Fliegern unter der Führung des früheren Leiters des Kreiskrankenhauses, Oskar Reichert, zusammengefunden mit dem Ziel, die Wiederzulassung der Sportfliegerei zu betreiben. Zu dieser Gruppe stieß auch der spätere langjährige Bürgermeister Karl Theiler. Nachdem im Oktober 1951 das Segelfliegen und der Bau von Segelflugzeugen wieder zugelassen worden waren, gab es bereits im November Bewegung bei den Flugenthusiasten. So entstand der Gedanke, dass die Verantwortlichen der katholischen Jugend neben den „Körperertüchtigungsstätten“ auf der Burg auch eine Segelfliegerschule errichten könnten.

Errichtung einer Segelfliegerschule
Im Diözesanjugendseelsorger Jupp Schneider und dem Bamberger Emil Kemmer wurden die geeigneten Fürsprecher gefunden, so das Erzbischof Josef Otto Kolb seine Zustimmung zur Errichtung der Segelfliegerschule erteilte.

Nötige Fluggeräte gekauft
Sogleich wurde mit dem Kauf der nötigen Fluggeräte begonnen. In der Schreinerausbildungswerkstatt auf Burg Feuerstein entstand ein sogenannter Segelgleiter für die Einsitzerschulung. Im April 1952 wurde das Flugfeld für den Windenbetrieb hergerichtet, und noch für das gleiche Jahr wurden Lehrgänge ausgeschrieben. So entstand die „Bundessegelflugschule der katholischen Jugend Burg Feuerstein“, getragen vom Erzbistum Bamberg, um die Jugend zu begeistern und zu binden.

Flugplatz wird ausgebaut
In den folgenden Jahren wurde der Flugplatz ausgebaut und eine große Flugzeughalle mit Werkstatt errichtet. Schließlich wurde 1964 die katholische Segelflugschule durch die Fränkische Fliegerschule Feuerstein abgelöst. Entscheidend für den erfolgreichen Übergang war, dass neben dem Erzbistum Bamberg die Landkreise Forchheim und Ebermannstadt, die Stadt Ebermannstadt sowie der Markt Eggolsheim institutionelle Mitglieder der Fliegerschule wurden. Im Jubiläumsjahr will die Schule beweisen, dass Fliegen für viele Flugbegeisterte erschwinglich ist. Der „Feuerstein“ steht als professionelle Flugschule für das Fliegenlernen im Großraum Nürnberg-Erlangen-Forchheim-Bamberg für jedermann offen. Gäste genießen die herrliche Aussicht und unvergessliche Sonnenuntergänge. Quelle: ‘Fränkischer Tag‘.

Entspannt statt verkrampft

Meist blickt der Fluglehrer, genau wie sein neben ihm sitzender Flugschüler, oder brevetierte Pilot nach vorne aus dem Flugzeug. Achtet der Fluglehrer in verschiedenen Flugphasen aber bewusst auf Körperbewegungen und -haltung des Flugschülers oder Piloten, so kann er Auffälligkeiten erkennen, die sich rechtzeitig korrigieren lassen. Bei richtiger Interpretation durch den Fluglehrer kann dies den Fortschritt des Flugschülers in der Ausbildung sogar positiv beeinflussen. Im Folgenden sind zahlreiche Auffälligkeiten und deren Bedeutung im Flugbetrieb zusammengestellt. Die Liste ist bei weitem nicht als vollständig zu betrachten und soll für das Thema Körperhaltung sensibilisieren.

Sitzhöhe im Cockpit
Zu tiefe Augenposition relativ zum Cockpit-Panel erschwert das Fliegen nach Sichtflug-Referenzen (Vx, Vy). Vor allem bei der Landung führt der eingeschränkte Blick über die Motorhaube nach vorne zu einer zugeringen Nose-up-Position während der Ausschwebe-Phase (siehe auch «Halsstrecker» Seite 3). Falls die Sitzhöhe nicht hoch genug ist, unbedingt ein Sitzkissen, beispielsweise ein Keilkissen, verwenden. Die dadurch gewonnene bessere Übersicht wirkt Wunder und beschleunigt Ausbildungs-Fortschritte.

Bein- und Fusshaltung
Falsche Haltung führt zu Verkrampfung und zu unkorrekter Betätigung von Ruderpedalen und Bremsen, etwa bei Start und Landung. Oft sind verschiebbare Ruderpedale zu nahe oder der Sitz zu weit vorne eingestellt. Dadurch liegen die Oberschenkel nicht entspannt auf der Sitzfläche auf und müssen die Fussspitzen stark angezogen werden, damit nicht gleichzeitig mit dem Ruderausschlag auch die Pedalbremsen betätigt werden – was zu einer Verkrampfung führt. Ein Hinweis, die Füsse auf den Boden abzustellen oder sie zwischendurch von den Pedalen zu nehmen und die Beine durch Schütteln zu lockern, bewirkt eine «erlösende Entkrampfung».

Diese Regel wird auch von Buschpiloten angewendet und hilft unter schwierigen Bedingungen, den Start sicher durchführen zu können. Verkrampfte Knüppelhaltung Weisse Fingerkuppen sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Knüppel mit zu viel Kraft gehalten wird. Die Ursache dafür kann etwa das Bedürfnis sein, sich an etwas festhalten zu wollen. Es kann aber auch eine Folge von Ängstlichkeit bei Anfängern sein. Es lohnt sich, den Flugschüler oder Piloten regelmässig darauf aufmerksam zu machen, sich zu lockern und das Flugzeug «mit zwei Fingern» zu fliegen. Der Hinweis, dass das Flugzeug «alleine» fliegt und nicht permanent vom Piloten in der Luft «gehalten» werden muss, vermittelt Vertrauen. Dieses kann noch verstärkt werden durch regelmässiges komplettes Loslassen der Controls. Die Erkenntnis wird sein, dass der Knüppel oder das Steuerhorn nicht als Haltegriff benützt werden darf.

Knüppelführung ohne Abstützung
Ein nicht abgestützter Unterarm führt leicht zu Aufschaukeln oder unruhiger, schwingender Steuerführung. Nicht selten resultieren daraus Verkrampfungen im Arm und in der Schulterpartie. In Einzelfällen kann beobachtet werden, dass zwar der Unterarm der Knüppel-führenden Hand korrektauf dem Oberschenkel aufliegt (etwa in den Sitzpositionen von Katanas, Aquilas und ähnlichen Typen), dass aber die Querruder-Steuerung nicht durch Bewegung der Hand oder durch die Finger erfolgt, sondern durch seitliches Verschieben des Knies/Oberschenkels. Somit ist die Hand zur «starren» Verbindung vom Oberschenkel zum Knüppel geworden und die Querruder-Steuerung erfolgt unbewusst durch die seitliche Knie-/Oberschenkelbewegung. Quelle: ‘MFVS / Safer Flying‘.

Einladung zum Südwestdeutschen Motorfliegertag

Der LSR Aalen und das Referat Motorflug/UL im BWLV veranstalten am Samstag, 23. Juli 2022, in Aalen-Elchingen (EDPA), ein Fly-In. Das Treffen für Motorflieger steht unter dem Motto „Von Piloten – für Piloten“. Geplant ist ein zwangloses und offenes Treffen, für das leibliche Wohl ist gesorgt. Vorgesehen ist die Durchführung eines Ziellande-Wettbewerbs, zudem haben zahlreiche Aussteller bereits ihre Teilnahme zugesagt. Es soll ein kurzweiliger Tag in Aalen sein, bei dem für jeden Motorflieger etwas dabei ist. Geplant ist außerdem ein Typentreffen für PA 28-Piloten aus ganz Europa sowie eine Zusammenkunft von Kunstflugpiloten aus Baden-Württemberg. Die anfliegenden Teilnehmer erwartet also ein buntes Programm und viel Abwechslung! Weitere Infos gibt es demnächst an dieser Stelle. Also: schon mal den Termin vormerken! Ansprechpartner: Axel Boorberg, Referent Motorflug/UL im BWLV (boorberg@bwlv.de)

Deutsche UL-Meisterschaft

Der Wettbewerb der Luftsportgeräte wurde erfolgreich und unfallfrei ausgetragen. Axel Dwyer aus München, zum zweiten Mal dabei, holte sich mit seiner Skylark den Meistertitel in der Klasse Dreiachser, einsitzig. Bei den Trikefliegern lag nach drei Wertungstagen und insgesamt sieben Navigations- und Präzisionsaufgaben Stefan Wagner (Graffiti) aus Ochtrup auf dem ersten Platz. Weil die Teilnehmerzahl für jeweils eigene Klassen nicht reichte, wurden Tragschrauber, doppelsitzige Trikes und doppelsitzige Dreiachser gemeinsam gewertet. Das Team Rieger/Rieger (C42) aus Tegernheim gewann hier knapp. Auch in der Gesamtwertung aller Teilnehmer belegte es den ersten Platz. Wettbewerbsleiter Kania und sein Team mussten den Zeitplan immer wieder anpassen, weil der starke Westwind nicht zu jeder Tageszeit einen Wertungsflug zuließ. Viele der Teilnehmer, die hier zum ersten Mal an einer UL-Meisterschaft teilnahmen, wollen auf jeden Fall im nächsten Jahr dabei sein, wenn am Himmelfahrtswochenende die 32. UL-DM in Bad Saulgau ausgetragen wird. Quelle: ‘DAeC‘.

MFVS-Umfrage

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt auch in der Aviatik zunehmend an Bedeutung. Im Rahmen der Studie „Come Fly with Me (Sustainably): Pathways to Sustainability in Private Pilot Training“ findet eine kurze, freiwillige Online-Umfrage statt, welche anonym ist und circa 10 Minuten Eurer Zeit in Anspruch nimmt. Die Umfrage richtet sich sowohl an ausgebildete Pilotinnen und Piloten als auch in Ausbildung befindliche Piloten und Pilotinnen. Eure Meinungen und Erfahrungen sind wertvoll für die Forschung und die weitere nachhaltige Entwicklung in der Fliegerei. Hier können Sie an der Umfrage teilnehmen. Quelle: ‘MFVS‘.

BWLV-Position zum Bericht “Luftfahrtverband will alte Hobbypiloten erden”

Im Zusammenhang mit einem Flugunfall am Rande der AERO ist im „Südkurier“ und per Weiterverteilung über die Deutsche Presse Agentur (dpa) auch bundesweit am Samstag, 30. April 2022, ein Presseartikel erschienen, der in den zurückliegenden Tagen große Wogen insbesondere in den sozialen Netzwerken geschlagen hat. In dieser Publikation wurde ein Mitarbeiter des BWLV nicht korrekt zitiert und eine angebliche Meinung des Verbandes publiziert, die falsch ist und die der BWLV so zu keinem Zeitpunkt vertreten hat und vertritt.

Die Stellungnahme der Verbandsführung zu diesem Vorgang finden Sie hier zum Download. Quelle: ‘BWLV’.

Kunstflug-Webinar

Der AeCS bietet seinen Mitgliedern diverse Seminare und Weiterbildungen an. Über anstehende Anlässe werden die Mitglieder jeweils über die Website und/oder über den AeCS Newsletter informiert. Im Anschluss an die Anlässe werden die Präsentationen / Information unter dieser Rubrik zur freien Verfügung gestellt und der Bitte, die Mitglieder in den Vereinen und Clubs weiter zu informieren.

AeCS Webinar: Kunstflug – 10. Mai 2022 – 19:00. Der Aero-Club der Schweiz (AeCS) führt am 10. Mai 2022 ein Kunstflug-Webinar durch. Ziel ist es, Luftraumbenützer und Interessierte aus erster Hand über aktuelle Themen zu informieren. Es ist bereits fünf Jahre her, dass der Informationsflyer zum Thema Kunstflug erschienen ist. Nach einer Zunahme von Lärmbeschwerden im Zusammenhang mit dem Kunstflug erschien es uns angebracht, eine Aktion zu diesem Thema durchzuführen.

Dieses Webinar soll Ihnen nicht sagen, dass Sie Ihre Kunstflugaktivitäten einschränken sollen, sondern Ihnen relevante Informationen geben und Sie an einige Benimmregeln beim Kunstflug erinnern, damit wir diese wunderbare Aktivität noch viele Jahre lang fortsetzen können. Quelle: ‘AeCS’.

Melden Sie sich bitte hier online an:
Webinar in DEUTSCH am 10. Mai 2022, ab 19:00 Uhr

Faszination Segelfliegen in Friedrichshafen

Die Welt aus der Vogelperspektive zu betrachten ist ein großes Abenteuer. Und das lautlose Dahingleiten in einem Segelflugzeug gehört sicherlich zu den schönsten Arten des Fliegens – besonders in einer so interessanten Region wie in Friedrichshafen am Bodensee. Warum nicht Teil einer großen Luftsportgemeinschaft werden und mit dem Segelfliegen beginnen? Ab sofort beginnt wieder die Segelflugschulung beim Luftsportclub Friedrichshafen e.V. Bereits ab einem Alter von 14 Jahren kann geflogen werden. Aber auch ältere Flugschüler haben am Flugplatz ihren Spaß. Momentan reicht die Altersspanne der Schüler in Friedrichshafen von 15 bis 50 Jahren. Dazu ist Segelfliegen im Verein finanziell sehr erschwinglich. Quelle: ‘Schwäbische‘.

Fortbildung in Lachen-Speyerdorf

Ab Gründonnerstag trafen sich Nachwuchs-Streckenflieger aus dem Südwesten Deutschlands auf dem Flugplatz in Lachen-Speyerdorf. Nachdem das Oster-Warm-Up-Training zwei Jahre wegen Corona-Einschränkungen hatte abgesagt werden müssen, veranstaltete die Luftsportjugend Rheinland-Pfalz wieder eine Streckensegelflug-Förderung am Landesleistungszentrum Segelflug in Neustadt.

Eingeladen waren junge Talente aus der Region, informierte Bernd Schwehm, Pressereferent des FSV Neustadt. Voraussetzungen seien nach luftsportlichen Regeln ein Alter unter 27 Jahren und eine abgeschlossene Segelflug-Ausbildung. Angemeldet haben sich elf Junioren und zwei junge Frauen. Vom Flugsportverein Neustadt waren Erva Satun, Axel Hofmann und Joachim Kaltenborn dabei. Die weiteste Anreise hatten zwei sächsische Jungpiloten: Sie starteten für den Aero-Club Zwickau, „der für seine hervorragende Streckenflug-Nachwuchsarbeit bekannt ist“, informierte Schwehm.

Wettbewerbsmäßiges Segelfliegen
Geleitet wurde das Oster-Warm-Up von Steffen Rogoll aus Idar-Oberstein. Er ist Leistungspilot, Verbandstrainer und im Vorstand der Luftsportjugend Rheinland-Pfalz. Mit ihm standen fünf Streckenflug-Trainer parat, um die Talente an die großräumige Strecken-Segelfliegerei und das wettbewerbsmäßige Segelfliegen heranzuführen. Für einige Teilnehmer stand die konkrete Wettbewerbsvorbereitung ihres Saisonplanes im Fokus.

Der Flugsportverein Neustadt stellte neben den Lehrsälen auch das Clubheim mitsamt Küche und die sanitären Einrichtungen zur Verfügung. Piloten und Betreuer übernachteten auf dem Campingplatz. Zwei Streckenflug-Trainer sowie die Schlepppiloten, die die Teilnehmer nach dem Einsetzen der Thermik-Aufwinde in die Luft schleppen werden, stellte der Neustadter Verein.

Vor dem Frühstück
Der Trainingstag begann vor dem Frühstück, wenn die Segelflugzeuge aus ihren Transporthängern geholt und aufgebaut wurden. „Nachdem sich die Trainer über die Tagesaufgaben abgesprochen haben, erfolgte ein detailliertes Briefing zur Wetterlage und den taktischen Aufgaben mit den Nachwuchs-Piloten“, erklärte Schwehm den weiteren Verlauf. Danach flögen die Talente in Kleingruppen. Schwehm: „Ein Trainer kümmerte sich um zwei bis drei Trainees.“

Meist flogen die Piloten in einsitzigen Segelflugzeugen, aber auch die Leistungsdoppelsitzer kamen zum Einsatz, um die ersten Schritte im Wettbewerbssegelflug zu üben. Die Kleingruppen hätten mehrere Stunden am Tag in der Luft geübt und nach der Landung die erzielten Leistungen besprochen, informierte Schwehm. Hilfreich seien dabei Analyse-Tools auf dem PC und im Internet, die die Aufzeichnungen der GPS-Datenlogger auswerteten und zeigten, wer wann wo und wie geflogen sei.

FSV wieder in Zweiter Bundesliga
Für die erfahrenen FSV-Streckenflieger begann auch die neue Bundesliga-Saison: Im Flugjahr 2021 hatte die Mannschaft um Trainer Frank Schwerdtfeger nach dem Aufstieg 2020 den Klassenverbleib gefeiert. Damit startete Neustadt auch 2022 in der Zweiten Segelflug-Bundesliga. Schwehm: „Die Liga-Wertung besteht aus 19 Wochenenden; gewertet werden die drei schnellsten Überlandflüge der Mannschaft.“ Bis zum Saisonfinale Ende Juli wollen die Neustadter Segelflug-Sprinter als Minimalziel wieder den Klassenverbleib sichern. Quelle: ‘Rheinpfalz‘.

Simon Schröder IGC Champion Pilot of the Year

The 25-year-old IGC Champion Pilot of the Year 2021 and winner of the World Soaring Cup is a double world champion. Simon Schröder of Germany was awarded the cup for his outstanding performance at the 2021 Standard Class FAI World World Gliding Championships in Montluçon, France where he gained the most achievable points. This achievement followed his win at the FAI World Junior Championships in Szeged, Hungary, in the Standard Class.

His journey to success
The double victory of this blond young man in both the juniors and seniors is the extraordinary pinnacle of his sporting career so far, but his journey to this success has been far from ordinary. In Germany, pilots begin gliding at the age of 14. Schröder started much younger, taking a seat alongside his grandfather in a double-seater as a young child. Schröder himself remarks: “I’d already had 100 flying hours when I was ten!” By the age of eleven, he was putting his name next to that of his grandfather in the online contest ranking lists. “Back then, I used every opportunity to go gliding,” says the double world champion, “after school in the afternoon we organised gliding by winch towing with the family.” It is evident that Schröder has enjoyed support from within his family of glider pilots. At his home in Bad Wörishofen, in southern Germany on the edge of the Alps, everyone is gliding-minded. His mother via her father, Simon’s grandfather, his sisters and of course his father, Robert Schröder competed in several world championships. Simon acknowledges: “My father supported me from an early age.”

Competitive flying
Schröder began gaining competitive experience as a co-pilot in double seaters, then, at the age of 16, he qualified for the German Gliding Championships, gaining an impressive four daily victories, meaning that, as he says, “from then on I was under observation!” It is clear that his journey to the top of the gliding world has been mapped out from his childhood, yet it is also underpinned by a great deal of ambition, which is well-known by his comrades in the SFC Bad Wörishofen club. He is noted to have said right from the start: “I want to be a world champion”. Above all, Schröder’s aim as a young pilot was to fly well: “I watched the documentary film about the FAI World Gliding Championships in New Zealand 100 times… I said: ‘I want to fly like this.’” Today Simon recognises that competitive flying is mentally exhausting: “The fun always came afterwards. And when things didn’t go as planned, I was crushed. I was often dissatisfied, even if I had actually done well. I then found mental strength again thanks to my mother, who supported me in almost all my competitions.” During the covid-restricted world championships, he was able to turn to his team captain and coach for support.

Fly free
As well as flying in competitions, Simon Schröder also likes to fly free, particularly enjoying the fact that he can fly more creatively when not battling for a title. But it is sport gliding that is his true passion. Unlike his father, Simon doesn’t want to follow in the footsteps of many glider pilots and become an airline pilot. He studied business administration and plans to indulge in flying for sport, long into the future. If his career so far is anything to go by, then this dream will surely become reality. Source: ‘FAI‘.

Falsche Wetter-Einschätzung

Kurzdarstellung
Das Flugzeug geriet auf einem Flug nach Sichtflugregeln während des Reisefluges in eine unkontrollierte Fluglage. Der Pilot verlor die Kontrolle über die Fluglage in Wetterbedingungen, die eine Durchführung des Fluges nach Sicht nicht zuließen.

Bild-Quelle: Polizei, Bearbeitung BFU

Ereignisse und Flugverlauf
Das letzte Radarsignal wurde um 12:39:45 Uhr in der Nähe der Ortschaft Sefferweich mit einer Höhe von 1467 ft AGL aufgezeichnet. Ab 12:41 Uhr erfolgten 6 Anrufe seitens des Flugsicherungsdienstes, die unbeantwortet blieben. Ein Zeuge, der sich im Gebiet der Unfallstelle aufhielt, gab an, dass er das Motorengeräusch eines Flugzeuges wahrgenommen hat. Er habe es aber wegen des Nebels, der in der Gegend vorherrschte, nicht sehen können. Dann habe es einen „richtig heftigen Knall“ gegeben und ihm sei klar gewesen, dass das Flugzeug abgestürzt sein muss. Kurz darauf konnte er die Unfallstelle lokalisieren und einen Notruf absetzen. Beim Unfall erlitt der Pilot tödliche Verletzungen und das Flugzeug wurde zerstört. Die PA 46 und die Cessna 208 starteten etwa um 14:00 Uhr. Laut den Flugplänen handelte es sich um Flüge mit Flugregelwechsel, die nach Sichtflugregeln begonnen und nach Instrumentenflugregeln fortgesetzt wurden.

Meteorologische Informationen
Bei der meteorologischen Sichtweite9 überwogen im Startgebiet, dem Bodenseeraum, über der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald sowie dem Stuttgarter Raum und dem Oberrheingraben Werte von mehr als 10 km. Vor allem im Donautal gab es jedoch Dunstfelder, wo die horizontale Sichtweite am Boden zwischen 1,5 und 5 km variierte. Nördlich einer Linie Straßburg-Stuttgart trat häufig leichter Niederschlag in Form von Regen und/oder Sprühregen auf, der sich bis in die südliche Eifel und den Westerwald erstreckte. In diesen Gebieten betrug die meteorologische Sichtweite örtlich 1 bis 6 km, gebietsweise lag sie auch darunter. Zusammenfassend herrschten am 05.02.2021 zwischen 08 und 10 UTC auf der Flugstrecke […] Sichtflugverhältnisse, die zunächst den GAFOR-Bedingungen Oskar und Charly entsprachen. Ausnahmen waren das Donautal und die Hochlagen von Schwäbischer Alb und Schwarzwald – dort überwogen die Bedingungen X-Ray bis Mike. Im Einflussbereich der Warmfront, der mit den einsetzenden Niederschlägen nördlich einer Linie Straßburg-Stuttgart begann und sich fast bis zum Zielgebiet erstreckte, entsprachen die Bedingungen in den Tallagen Mike bis Delta, gebietsweise auch Oskar, und im Bergland durchweg X-Ray. Laut dem Zeugen, der den Notruf absetzte, herrschte im Gebiet der Unfallstelle Nebel.

Beurteilung
Der Pilot der PA 46 gab an, dass der verunfallte Pilot darauf bestanden habe, die Flugplanung und das Wetterbriefing selbst durchzuführen. Die BFU konnte weder ermitteln noch nachvollziehen, warum das Wetter im Kreis der erfahrenen Piloten nicht diskutiert wurde. Die Eindrücke bezüglich des Wetters beim Hinflug und die Vorhersagen für den Flug nach Österreich, hätten bei allen Beteiligten zu dem Ergebnis führen müssen, dass ein Flug nach Sicht entlang der Gesamtroute wenige Stunden später nicht möglich sein wird.

Schlussfolgerungen
Der Flugunfall, die Kollision des Flugzeuges mit dem Boden im Nebel, war auf eine räumliche Desorientierung in Instrumentenwetterbedingungen mit Kontrollverlust
über die Fluglage zurückzuführen.

Beitragende Faktoren:

  • unzureichende Beurteilung der meteorologischen Bedingungen für einen Sichtflug
  • unterlassener Abbruch des Fluges bzw. keine Umkehr zum Startflugplatz oder Ausweichflugplatz bei Erreichen der Warmfront
  • fehlende IR-Ausbildung und Befähigung des Piloten für Flüge ohne Sicht

Quelle / vollständiger Bericht: ‘BFU’.

Traum vom Fliegen in Bopfingen

Janina Wohlfrom, Pia Graf, Ece Elbizim und Laura Weber aus der Klasse 9b des Bopfinger Ostalb-Gymnasiums haben sich für den „Zeitungstreff 2022“ mit der Fliegergruppe Bopfingen unterhalten. Bereits im 15. Jahrhundert träumte Leonardo da Vinci vom Fliegen und auch heute noch träumen viele Menschen davon. Die Schülerinnen haben den Vorsitzenden der Fliegergruppe, Michael Weber, auf dem Flugplatz beim Sandberg zum „Traum vom Fliegen“ befragt.

„Eine Segelflugausbildung muss nicht teurer sein als etwa ein Zwei-Jahres-Vertrag in einem Fitnessstudio“, so Michael Weber. Man müsse lediglich einen normalen Gesundheitsstatus und Freude daran haben, seine eigenen Ziele zu erreichen. Auch reiche eine durchschnittliche Lernbereitschaft, um eine Privatpilotenlizenz in Theorie und Praxis zu erwerben.

Diese kann man bei der Fliegergruppe Bopfingen in mehreren Klassen erlangen. Vom einsitzigen Segelflugzeug bis zur viersitzigen Motormaschine ist alles möglich. Je nach Talent und der investierten Zeit braucht man dafür zwischen ein und zwei Jahre. Bei einer Motorflugausbildung muss man mit Kosten zwischen 3500 und 4000 Euro rechnen. Die Kosten beinhalten Fluggebühren, Unterrichtsmaterial, Prüfungs- und Behördengebühren. Kosten für die Trainer fallen keine an, da die Fluglehrer der Fliegergruppe komplett ehrenamtlich unterrichten. Ein gesetzliches Mindestalter, Fliegen zu lernen, gibt es nicht, jedoch kann man seine Ausbildung frühestens mit 16 Jahren im Segelflug und mit 17 Jahren im Motorflug abschließen.

Das Vereinsleben und das Gemeinschaftsgefühl wird am Sandberg gepflegt. Es werden regelmäßig gemeinsame Ausflüge unternommen, die auch über die Grenzen Deutschlands hinausgehen. An einem schönen Sommerabend am Lagerfeuer oder im Winter imVereinsheim tauschen die Vereinsmitglieder gerne ihr „Fliegerlatein“ aus.

Auch für Nichtmitglieder bietet der Flugplatz Bopfingen einiges. Die Piloten der Bopfinger Fliegerguppe nehmen Flugbegeisterte, gegen eine Flugkostenbeteiligung, gerne zu einem Rundflug um den Ipf mit. Im Frühling wird ein Schnupper- und Rundflugtag stattfinden, im Frühherbst das alljährliche Flugplatzfest.

Die Schülerinnen von Michael Weber wissen, wie gefährlich Fliegen aus seiner Sicht ist. Er beruhigte: „In den letzten Jahrzehnten kam es auf dem Sandberg zu keinem Flugunfall mit Personenschaden. Lediglich in der Anfangsgeschichte des Flugplatzes kam es zu einem Unfall beim Startvorgang.“ Ein Gedenkstein ist noch heute auf dem Gelände des Flugplatzes zu finden.

Und sein schönstes Erlebnis? „Mein schönstes Erlebnis war es, 500 Kilometer am Stück ohne Motorkraft in einem einsitzigen Segelflugzeug zurückzulegen“, schwärmt Michael Weber. Auch an einen Heiratsantrag erinnert sich der Vorsitzende der Fliegergruppe. Getarnt als Rundflug hatte ein künftiger Bräutigam ein großes Plakat auf einer Wiese drapiert und beim Überflug seiner Liebsten einen Ring überreicht. Quelle: ‘Schwäbische‘.

Pilotenhaube von Amelia Earhart versteigert

Das Leben der amerikanischen Flugpionierin Amelia Earhart fasziniert auch noch 85 Jahre, nachdem sie knapp vierzigjährig auf ihrer Äquatorumrundung allein irgendwo über dem Pazifik verschollen ging. Der staunenswerten Serie von Alleinflügen dieser Vorkämpferin für die Gleichberechtigung der Frau, die als erste Fliegerin überhaupt einen Pilotenschein der Fédération Aéronautique Internationale besaß, ging 1928 ihr erster Transatlantikflug voraus, ein Jahr nach der Pioniertat Charles Lindberghs. Nie zuvor war eine Frau auf dem Luftweg vom amerikanischen auf den europäischen Kontinent gelangt: Der Zwanzig-Stunden-Flug machte sie berühmt – dabei war sie nur Passagierin des Piloten Wilmer Stultz gewesen und hatte sich nach eigenem Bekunden dabei so nützlich gefühlt wie „ein Sack Kartoffeln“. Gleichwohl ebnete die Reise den Weg für Flüge auf eigene Faust, wie ihre Soloatlantiküberquerung 1932. Bei Heritage Auctions in Dallas wurde nun die lederne Kappe, die Amelia Earhart bei ihrem transatlantischen Erstflug trug und die seit 1929 in Besitz derselben Familie war, versteigert: für 825.000 Dollar. Quelle: ‘FAZ, Frankfurter Allgemeine Zeitung‘.

AustroControl Season Opener 2022

Zum Start der neuen Flugsaison hebt ab dem 28. März wieder der Austro Control Season Opener ab. Aufgrund des äußerst positiven Feedbacks auch heuer wieder online mit vier spannenden und informativen Thementagen.

Ablauf:

  • Jeder Thementag mit Videopräsentationen, ab sofort abrufbar on demand.
  • Abendliche Online Live Q&A Sessions (18:30-20:00) mit unseren Expertinnen und Experten über MS-Teams. Anmeldung.
  • Stellen Sie Ihre Fragen zu den Präsentationen im Vorfeld oder während der Online-Diskussion über die interaktive – Diskussionsplattform Slido (www.sli.do) am jeweiligen Thementag.
  • Der Zugangscode lautet #fliegen.
  • Vorträge von Expertinnen und Experten der Fachbereiche von Austro Control, des Österreichischen Aeroclubs, der DFS und der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB). Quelle: ‘Austro Control’.

Fatale räumliche Desorientierung

Kurzdarstellung
Zwei Minuten nach dem Start vom Flughafen Heringsdorf zu einem Flug nach Michelstadt / Odenwald kollidierte das mit 3 Personen besetzte Flugzeug am Morgen mit der Wasseroberfläche des Oderhaffs und versank. Am Startflugplatz lagen die Sicht bei 4 200 m und die Wolkenuntergrenze bei 1 400 ft. Im Bereich der Unfallstelle waren aufgrund eines Gebietes mit stärkerem Regen die Sicht geringer und die Hauptwolken-Untergrenze niedriger. Am Abend des Unfalltages wurden erste Wrackteile durch Rettungskräfte gesichtet und geborgen.

Die Radaraufzeichnung des Fluges zeigt, dass die TB 20 nach dem Start auf südlichen Kurs drehte, nach ungefähr einer Minute Flugzeit das Oderhaff erreichte und geradlinig in Richtung 193° weiterflog. Die Geschwindigkeit über Grund erhöhte sich dabei auf ca. 120 kt. Eine weitere Minute später beschleunigte die TB 20 auf ca. 130 kt über Grund, kurvte nach rechts und kollidierte mit der Wasseroberfläche. Die Insassen wurden bei dem Aufprall aus der Flugzeugkabine herausgeschleudert. Das Luftfahrzeug wurde zerstört.

Sichtverhältnisse
Während die meteorologische Sichtweite zwischen 08:00 und 09:00 Uhr auf dem Flugplatz Heringsdorf und im Oderhaff noch verbreitet teils deutlich über 10 km lag, verschlechterte sie sich zwischen 09:00 und 10:00 Uhr von Nordwesten her auf Werte zwischen 4 und 7 km. Danach ging die meteorologische Sicht zwischen 10:00 und 10:30 Uhr auf Werte zwischen 2 und 3,7 Kilometer zurück. In der folgenden halben Stunde zwischen 10:30 und 11:00 Uhr verbesserte sich die gemeldete Sichtweite auf 3,6 bis 5 km.

Signifikante Wettererscheinungen
Wie aus den entsprechenden METAR-Meldungen hervor geht, trat am Flugplatz Heringsdorf zwischen 08:00 und 11:00 Uhr überwiegend leichter Regen auf. Sank die Sichtweite am Flugplatz unter 5 km, so wurde als weitere signifikante Wetter-Erscheinung „feuchter Dunst“ (BR) gemeldet. In der Anlage 6 zeigen Karten das Niederschlagsradar im Raum Heringsdorf/Oderhaff. Dort wird der Regen an der Warmfront flächenmäßig dargestellt und verdeutlicht die Regensituation im Haff. Das erste Bild ist von 09:50 Uhr (07:50 UTC) und zeigt leichten Regen in Heringsdorf und im Westteil des Oderhaffs. Das nächste Bild stellt die Situation um 10:00 Uhr dar. Alle folgenden Radarbilder zeigen die volle zeitliche Auflösung von 5 min bis einschließlich 10:20 Uhr. In diesem Zeitraum ist zu erkennen, dass von Ueckermünde her ein Gebiet mit mäßigem Regen nordostwärts ins Haff, südlich an Heringsdorf vorbei in den Ostteil des Haffs und weiter zur Insel Wolin zog.

Fazit des DWD
Das Luftfahrzeug startete am 04.09.2016 um 10:00 Uhr, zu einem Zeitpunkt, als sich das Niederschlagsgebiet der Warmfront über Usedom und dem Stettiner Haff befand. Grundsätzlich sind die Wettermeldungen von Heringsdorf wegen der schwachen Südströmung als repräsentativ für das Oderhaff anzusehen. Kurz nach dem Start ging allerdings der vorher überwiegend leichte Regen im Haff von Südwesten her in mäßigen Regen über, der südöstlich am Flugplatz vorbeizog (Anlage 6). Die Niederschlagstätigkeit über dem Haff südlich von Heringsdorf war demnach zwischen 10:00 und 10:20 Uhr teilweise deutlich intensiver als auf dem Flugplatz. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass auch die Sicht und die Hauptwolkenuntergrenze über dem westlichen Haff zwischen 10:00 und 10:20 Uhr schlechter waren als die schlechteste gemeldete Sicht von 3 600 m bzw. die Hauptwolkenuntergrenze von 1 100 ft AGL über Heringsdorf. Aus diesem Grund lag sehr wahrscheinlich nicht nur die Sichtweite über dem Stettiner Haff, sondern auch die Hauptwolkenuntergrenze für die Durchführung von Sichtflügen im kritischen Bereich.

Räumliche Desorientierung
Zum Thema „Räumliche Desorientierung im Fluge“ gibt es zahlreiche Veröffentlichungen (Anlage 7), so dass an dieser Stelle nur eine sehr kurze Zusammenfassung gegeben wird: Um ein Luftfahrzeug entlang einer bestimmten Flugbahn zu steuern, sind kontinuierlich Steuereingaben erforderlich, um Störungen zu korrigieren und Richtungsänderungen durchzuführen. Damit diese Steuereingaben zielgerichtet sind, müssen die Lage des Luftfahrzeugs im Raum bekannt sein und Abweichungen vom Soll festgestellt werden. Dies geschieht im einfachsten Fall durch den Piloten, der sich am natürlichen, sichtbaren Horizont orientiert und entsprechende Steuereingaben macht. Die Nutzung der übrigen Sinneswahrnehmungen, mit denen sich der Mensch neben dem Sehen am Boden räumlich orientiert führt im Fluge aufgrund verschiedener physikalischer Effekte und physiologischer Eigenschaften in der Regel zu einer falschen Lagebestimmung, d.h. ohne optische Referenz ist es nicht möglich ein Luftfahrzeug zu steuern. Ist der natürliche Horizont nicht sichtbar, kann die räumliche Orientierung häufig auch anhand von sichtbaren Referenzen auf der Erdoberfläche erfolgen. Ist auch diesnicht möglich, können ein künstlicher Horizont oder andere Fluglageanzeigen die nötigen Informationen liefern. Hierbei ist aber zu berücksichtigen, dass normalerweise Informationen aus dem peripheren Sichtbereich unbewusst für die Bestimmung der Lage im Raum verwendet werden. Wenn stattdessen Informationen aus dem zentralen Sichtbereich verwendet werden müssen, ist dafür ein gewisses Training und auch eine gewisse Zeit zur Umstellung nötig. Steht keine Referenz zur räumlichen Orientierung zur Verfügung, geht die Kontrolle über das Luftfahrzeug in der Regel verloren und ein Unfall ist extrem wahrscheinlich.

Gründe die dazu führen können, dass dem Pilot kein sichtbarer natürlicher Horizont zur Verfügung steht, können unter anderem sein:

  • Innerhalb der Sichtweite sind keine optischen Referenzen vorhanden (Flug in
  • Wolken oder Nebel)
  • Dunkelheit (ohne Lichter)
  • Kein Kontrast zwischen Erdoberfläche und Himmel (z.B. bei Flügen über See oder über Schneeflächen)
  • Sicht aufgrund der Fluglage eingeschränkt

Eines der Probleme beim Verlust jeder optischen Referenz ist, dass Drehungen mit einer Rate von wenigen Grad pro Minute vom menschlichen Gleichgewichtsorgan nicht wahrgenommen werden. So kann sich unter Umständen ein Tragflügel senken, ohne dass dies vom Piloten bemerkt wird. Das Flugzeug gerät allmählich in einen Spiralflug nach unten. Der Pilot spürt zwar den Sinkflug, aber nicht die Kurve. Die normale Reaktion des Piloten ist, dass er am Höhenruder zieht, um den Sinkflug zu stoppen. Mit der zusätzlichen Erhöhung des Anstellwinkels gerät das Flugzeug in eine noch engere Kurve mit weiter erhöhter Sinkrate. Allen Veröffentlichungen zum Thema gemein ist, dass räumliche Desorientierung nicht als Unzulänglichkeit einer einzelnen Person sondern als ein Phänomen betrachtet wird, das jeden Menschen betrifft, und nachweislich auch bei sehr erfahrenen Piloten auftritt. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch ein erfahrener Pilot mit Instrumentenflugberechtigung an Bord eines für den Instrumentenflug ausgestatteten Flugzeugs eine räumliche Desorientierung erleidet, erhöht sich signifikant, wenn der Verlust der äußeren Sichtreferenzen ungeplant und plötzlich erfolgt.

Schlussfolgerungen
Der Unfall mit einem Kontrollverlust bei einem Flug nach Sicht ist sehr wahrscheinlich auf eine räumliche Desorientierung in einem Bereich ohne optische Referenz zurückzuführen. Quelle/vollständiger Bericht: ‘BFU‘.