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Unterwössen’s Hochwasserproblematik

Nachdem wir im Jahre 2002 durch Hochwasser sehr viele Flugzeuge verloren haben und es 2013 wieder sehr große Schäden an Flugzeugen gab, ist es notwendig, auf die spezielle Situation dieses Flugplatzes hinzuweisen. Unser Flugplatz ist als Ausgleichsfläche für Überschwemmungen fest als Polder vorgesehen, das heißt, der Hochwasserschutz schützt zwar den Ort Unterwössen, aber nicht den Flugplatz und damit auch nicht den Hängerplatz! Jeder Hänger und jedes Flugzeug, das hier steht, ist also potenziell gefährdet.

Das heißt konkret, dass schon bei einem Pegelstand von drei Metern eine Entscheidung getroffen werden muss. Grundlage dafür ist die Anstiegsgeschwindigkeit des Pegels unterhalb dieser drei Meter. In obiger Grafik ist gut zu erkennen, dass ab 3:30 Uhr der Pegel hätte beobachtet werden müssen, so dass um 4:30 Uhr die Entscheidung zur Evakuierung hätte fallen können. Es wären dann zwei Stunden Zeit geblieben, alles wegzuräumen, denn ca. um halb 7 Uhr ist die Ache über den Flugplatz gelaufen, siehe Webcambild von 7 Uhr:

Bei den letzten Hochwassern war es so, dass die Ache relativ hoch stand, die Böden gesättigt waren und erst dann bei Regen eine Woche später das große Hochwasser kam. Bei so einer Konstellation könnte man diverse Hänger vorsichtshalber frühzeitig wegstellen. Zeitweise stehen nämlich mehr als 50 Hänger am Hängerplatz, die alle wegzuschaffen, dauert seine Zeit. Zur Veranschaulichung hier die Hochwasser-Eentwicklung im Jahr 2002:

Wir hoffen in Eurem eigenen Interesse auf Mithilfe, denn glaubt uns, Ihr steht weinend vor Eurem kaputten Flieger, vorausgesetzt, er ist noch auffindbar und ist nicht die Ache hinunter geschwommen!

Update aus dem Jahr 2010:
In diesem Jahr hatten wir ein ähnlich schlimmes Hochwasser wie 2002. Die oben aufgestellten Regeln haben sich bestätigt. Der Hochwasserschutz für den Ort Unterwössen hat sich bewährt. Die Auswirkungen am Flugplatz waren etwas geringer, weil der Damm auf der linken Seite der Ache flußabwärts abgetragen wurde, sodass sich die Fluten mehr Richtung Raiten ausbreiten können. Der Pegel auf dem Flugplatz verringerte sich, bei etwa nahezu gleicher Abflussmenge, um circa 15 Zentimeter.

Update aus dem Januar 2013:
Am 5. Januar hatten wir ein “Fast-Hochwasser”, dabei ließen sich neue Erkenntnisse gewinnen. Und zwar hat sich der Pegel in St. Johann irgendwann nicht mehr erhöht, was Rückschlüsse auf den weiteren Verlauf in Unterwössen zuließ. Das Wasser braucht von St. Johann nach Unterwössen ca. zwei Stunden. Geht man also in St. Johann zwei Stunden vor den Pegelstillstand und ermittelt den Pegelzuwachs, dann lässt sich ausrechnen, wie hoch der Pegel in Unterwössen steigen wird. Es lässt sich dabei der Wert von St. Johann ca. 1:1 aufaddieren. Am 5. Januar waren es in St. Johann 30 Zentimeter Pegelzuwachs, in Unterwössen danach noch ca. 25 Zentimeter. Die Entscheidung, die Sachen wegzuräumen, lässt sich nur hinausschieben, wenn der Pegelzuwachs die Stunden zuvor nicht mehr als 20 cm pro Stunde war. Beim Mega-Hochwasser 2002 stieg der Pegel 50 cm pro Stunde, da kann man sich auf diese Rechnungen nicht einlassen, sondern da muss bei vier Meter Pegel das Zeug weg, denn eine Stunde später tritt die Ache, inzwischen etwa bei einem Pegel von 4,5 bis 4,6 Meter, am Flugplatz über die Ufer.

Update aus dem Juni 2013:
Dieses Hochwasser war das höchste, das jemals in Unterwössen gemessen wurde. Zum Vergleich, die bisherigen “normalen” Hochwasser hatten eine Menge von 6oo bis 700 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, ein hundertjähriges Hochwasser war berechnet mit 870 Kubikmeter pro Sekunde, aber das Junihochwasser brachte 957 Kubikmeter pro Sekunde. Deswegen ist Kössen komplett untergegangen und leider sind auch bei uns viele Flugzeuge stark beschädigt worden, weil der Abstellplatz an der Straße zum Achberg deutlich überschwemmt wurde. Wer also künftig ganz sicher gehen möchte, der muss sich zwingend um eine rechtzeitige Evakuierung seines Flugzeuges kümmern!

Das war der Verlauf. Eigentlich niedriger Stand, nicht mehr als vielleicht 2,7 Meter. Dann der Anstieg ab ca. 19:00 Uhr mit ca. 40 Zentimeter pro Stunde, um Mitternacht läuft die Ache über. Hat also fünf Stunden gedauert, bei einem Anstieg von ziemlich konstant 40 cm/Stunde (im Jahr 2002 waren es sogar 50 cm/Stunde):

Schön zu sehen, dass Kössen scheinbar keinen Einfluss hat. Eine kleine Delle bei 4,50 Meter, wenn der Flugplatz überläuft, aber sonst ein gleichmäßiger Anstieg. Die Zacken oben sind wohl zu vernachlässigen, da ist es eh schon egal. Interessant auch, dass das Hochwasser sehr lange, nämlich ca. 32 Stunden geblieben ist, so lange wie noch nie:

Die Erkenntnis ist, dass der Verlauf unabhängig davon was Kössen gebaut hat oder noch baut, immer so ähnlich sein wird. Kössen legt jetzt größere Polder bei Erpfendorf an, das könnte allenfalls kleineren Hochwassern etwas die Spitze nehmen, mehr aber auch nicht. Vermutlich regelt die Entenlochklamm bei uns den Wasserstand und glättet ihn.

Update aus dem Juli 2017:
Diesmal stand ein Tief lange über Tschechien und hat feuchte Luft gegen die Alpen geschaufelt. Diese Luft regnet im Stau kräftig ab. Die Erkenntnis ist aber, dass die Luft doch nicht genügend Feuchtigkeit enthält, anders als die Luft bei einer 5b Wetterlage, die feuchtwarm in der Adria aufgetankt und in kurzem Weg um die Ostalpen geführt wird. Zudem ist es so, dass bei der Staulage doch der meiste Regen die ersten zehn bis 15 km in die Alpen hinein fällt, weiter drinnen deutlich weniger. Das Einzugsgebiet der Ache reicht ja bis zum Pass Thurn, wenn da aber nicht so viel Wasser gesammelt wird, dann kann es in Summe auch nicht so schlimm werden. So schaffte die Ache nicht mal die 4 Meter, bei 3,92 Meter war der Maximalwert. Heißt für die Zukunft, bei Nordregenwetter kann man sich ziemlich sicher auf die Vorhersagen verlassen, im Internet gibt es ja inzwischen viele Information. Die Pegel steigen auch relativ langsam, sodass eine Flugplatz-Räumungsaktion sehr gezielt durchgeführt werden kann. Die Entscheidung, nicht zu räumen kann man zuverlässig treffen.

Update 20. und 21. Mai 2019:
Die Prognose des HND hat sehr gut gestimmt. Im Algorithmus ist eine große Abweichung eingerechnet, sodass die Vorhersage, wenn man auf der schlechteren Seite bleibt, ziemlich sicher nicht überschritten wird. Im speziellen Fall jetzt waren maximal um die 4,60 Meter berechnet, tatsächlich waren es dann vier Meter. Die Vorhersage war also, die Ache läuft am Flugplatz praktisch kaum über, so war es dann auch. Der Ablauf war praktisch wieder wie im Juli 2017. Heißt, obige Beschreibung hat auch wieder beim letzten Ereignis gepasst.

Update 19. Juli 2019:
Es spitzte sich doch sehr überraschend und schnell zu, obwohl es keine klassische 5b-Wetterlage war. Das Tief hat zwar feuchte Luft von der Adria ran geschaufelt, aber es ist nicht mehrere Tage geblieben, normalerweise Voraussetzung für große Hochwasser. Die Vorwarnung des DWD war daher harmlos. Die Kachelmann-“Wetter”-Vorhersage hatte erst 130 mm Wasser, da habe ich gedacht ja, das wird aber viel und gefährlich, er hat das dann aber deutlich zurückgenommen. Wenn die Regenmenge falsch vorhergesagt ist, dann passt natürlich auch die Prognose des HND nicht, hat auch nicht gepasst. Es kam nämlich so, dass der Regen dann doch so stark war, vor allem auch rein bis zum Pass Thurn, dass es zu einem Pegelanstieg von 50 cm pro Stunde kam. Zum Vergleich, 2002 hatten wir auch so einen Anstieg, 2013 beim Mega-Hochwasser nur 40 Zentimeter. Der Pegel stieg also ab 2:00 Uhr bis 6:00 Uhr von 2,20 Meter auf vier Meter. Wäre es so weiter gegangen, dann hätte die Ache um 7:00 Uhr den Flugplatz geflutet. Wenn man davon ausgeht, dass die Räumung der Hänger durchaus zwei Stunden dauern kann, dann musste also die Entscheidung spätestens um 5:00 Uhr getroffen werden. Demgemäß habe ich den Jan kurz nach 5 Uhr geweckt. Die Aktivierung von Helfern dauert seine Zeit. Das Wegfahren der Hänger ist zudem mühsam, einer hat keine Luft mehr, beim anderen ist die Kurbel eingerostet, der nächste steht so in der Kuhle, dass man ihn gar nicht auf die Kugel bekommt, usw. Zudem läuft der Regen beim Kragen rein und in den Schuhen wieder raus. Aber, mit zwei Stunden kommt man knapp hin, zumal wir die Hänger jetzt einfach mehr oder weniger nur mehr vor die Hallen stellen. Wäre die Ache um 7 Uhr gekommen, hätte esbrenzlig werden können. Sie kam aber nicht, hat bei 4,48 Meter von möglichen 4,50 Meter gestoppt. Die Regensumme lag letztlich bei gut 100 Litern pro Quadratmeter in 24 Stunden, das ist ziemlich genau die Summe, die die Ache noch abtransportieren kann. Mit jedem (Fast-) Hochwasser lernt man etwas dazu!

Update 4. August 2020:
Wieder mal knapp. Diesmal kamen die Regenwolken aus Süden und haben sich gegen kältere Luft aus Norden geschoben. Dabei gab es die größeren Niederschläge direkt an den Alpen und davor. Weiter Richtung Hauptkamm war es gemäßigt. Die Folge: hohe Pegelstände in Bergen, Bernau, Frasdorf, sogar auf der Autobahn. Der Wössner Bach hat sein Auslaufbauwerk bemühen müssen, hat funktioniert. Die Ache ist wieder mal knapp am Überlaufen vorbei geschrammt. Nach der Beseitigung des Dammes auf der linken Seite am Flugplatz gräbt sich die Ache dort ein immer breiter werdendes Bett. Die Folge, sie läuft nicht mehr wie früher bei einem Pegelstand 4,50 m über, sondern vermutlich erst bei knapp 5 m. Jedenfalls sind wir gut davon gekommen. Die Evakuierung der Hänger ist mühsam, zumal wenn nur wenige Helfer vor Ort sind. Ziel sollte sein, im Hochwasserfall mehr Helfer mobilisieren zu können.

Update 17./18. Juli 2021:
Schon wieder knapp. Diesmal kamen die Regenwolken aus Nordosten und haben zunächst im Pinzgau stark abgeregnet. Vom Paß Thurn her kam ordentlich was runter. Um den Pegel Staudach einzuschätzen, war es deshalb hilfreich, die Pegel von Kitzbühel und St. Johann zu beobachten. Nachdem ein weiterer Anstieg genau in die Nacht von Samstag auf Sonntag gefallen wäre, war es sicher sinnvoll, die Hänger noch bei Tageslicht vorsorglich wegzuräumen. Lieber zu früh und einmal zu oft als zu spät. Danke an die Helfer, die das Wegräumen besorgt haben! Ansonsten war es wenig spektakulär. Die Ache hat bei 4,40 Metern und 400 m³/s gestoppt und sich langsam wieder zurück gezogen. Zum Vergleich: das Hochwasser von 2013 hatte 966 m³/s! Quelle: ‘Manfred Schneider‘.

Elektroflugzeug «e-Sling» hebt ab

Das von ETH-​Studierenden entwickelte vierplätzige Elektroflugzeug «e-​Sling» ist zum ersten Mal abgehoben. In das Studierendenprojekt sind zwei Jahre Entwicklungsarbeit und viel Herzblut geflossen. Während zwei Jahren hat ein rund 20-köpfiges Team von ETH-Studierenden in einem Hangar im Innovationspark in Dübendorf unermüdlich gearbeitet. Das ambitionierte Ziel: ein Kleinflugzeug zu bauen, das vollständig batteriebetrieben funktioniert. «Fliegen schadet dem Klima. Jedoch gibt es zu den mit Kerosin betriebenen Flugzeugen noch keine guten Alternativen», sagt Maschinenbaus-Studentin Anna Thumann, die von Anfang an am Projekt beteiligt war. «Etwas zu einer nachhaltigeren Flugindustrie beitragen zu können, ist, was uns als Team motiviert.»

Eine unvergessliche Erfahrung
Neben einem effizienten Elektroantrieb entwickelten die Studierenden ein modulares Batteriesystem mit einem speziellen Kühlsystem. Die grösste Herausforderung: Die nötige Energiedichte der Batterie zu erreichen und diese gleichzeitig möglichst leicht zu halten; kommt es doch beim Fliegen auf jedes Gramm an. Damit sie neben dem komplexen Antriebssystem nicht auch noch ein Flugzeug konzipieren mussten, griffen sie auf ein bestehendes System zurück: Eine Art Bausatz für Kleinflugzeuge des südafrikanischen Flugzeugherstellers Sling Aircraft diente den Studierenden als Hülle. Diesen bauten sie nach einigen Anpassungen selbst zusammen und statteten das Flugzeug mit ihrer Technik aus.

Heute präsentierte das Team die Flugkünste ihres «Babys» zum ersten Mal Medienschaffenden auf dem Flugplatz Dübendorf. «Im Studium ein Flugzeug bauen zu können und dieses dann tatsächlich fliegen zu sehen, ist ein unbeschreibliches Gefühl», sagt Maschinenbaustudent Maurice Kaulich. Auch das Zusammenarbeiten im Team und das stete Improvisieren, sei eine unvergessliche Erfahrung gewesen, so Kaulich.

Nächstes Ziel: Wasserstoffantrieb
e-Sling ist das erste elektrische Flugzeug, das mit einem modularen Batteriesystem ausgestattet ist. Dies bedeutet, dass die Batterien bei einem Zwischenstopp ausgetauscht werden können – was in der Praxis derzeit allerdings noch länger dauert. Zukünftig könnte das leise Flugzeug zum Beispiel zur Überwachung in Nationalparks eingesetzt werden, ohne die Tiere zu stören. Heute hat e-Sling eine Reichweite von rund 180 km. Die Studierenden geben sich damit aber noch nicht zufrieden: In einem nächsten Schritt möchten sie einen Wasserstoffantrieb für das Kleinflugzeug entwickeln. Da Wasserstoffbrennzellen eine deutlich höhere Energiedichte haben als die Batterien, die derzeit in e-Sling verbaut sind, könnte es damit potentiell auch weiter fliegen.

E-Sling ist ein sogenanntes Fokusprojekt. Im Rahmen solcher Projekte wenden Bachelorstudierende der Fachrichtung Maschineningenieurwissenschaften der ETH Zürich ihr theoretisches Wissen in der Praxis an und entwickeln selbstständig ein Produkt. Im Fall von e-Sling übergeben die letztjährigen Studierenden das Projekt jeweils einer neuen Gruppe von Studierenden wie bei einer Stafette. Soeben hat die dritte Gruppe von Studierenden übernommen. Quelle: ‘ETH Zürich‘.

Arnstadt: 30 Jahre in der Luft

Der Aero Club Arnstadt hat kürzlich seinen 30. Geburtstag gefeiert. Für die Gäste ging es hoch hinaus – zumindest gedanklich, bei spannenden Redebeiträgen. Gründe genug hatten die Mitglieder und Gäste am Samstag, gemeinsam den 30. Geburtstag des Aero Club Arnstadt (ACA) , natürlich in einem Flugzeughangar, zu feiern. Bei der Feier zeigte sich wieder, dass es im Verein nicht nur allein um das Fliegen geht, sondern die selbstgestellten Aufgaben vielfältiger sind, teilt Heike Schulze im Namen des Vereins mit.

„Mit der Begrüßung der Gäste durch Patrick Schmidt war schon zu erkennen, dass der Verein gute Partnerschaften zu befreundeten Vereinen und Einrichtungen hat. Einige mussten leider ihre Teilnahme absagen, aber grüßten die Veranstaltung ausdrücklich“, so Heike Schulze. Rainer Köpke, Gründungsmitglied des Vereins, sparte nicht mit interessanten Details des Gründungsprozesses und markanten Episoden aus dem Vereinsleben.

Höhepunkt der Veranstaltung waren laut Heike Schulze die Gastredner. Stefan Landes, kaufmännischer Geschäftsführer von N3 Engine Overhaul Service, konnte anhand der Entwicklungsplanung für die nächsten Jahre Optimismus für die Luftfahrzeugbranche herüberbringen und insbesondere auf den Bedarf aber auch die Attraktivität der entsprechenden Berufe und Berufsausbildung verweisen.

Ein wesentlicher Aspekt, auf den der Moderator der Veranstaltung, Arndt Steinke, mehrfach im Zusammenhang mit den Ambitionen des Vereins hinwies, einiges mehr für die Berufsorientierung Jugendlicher zu tun. Martin Schädel vom CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik aus Erfurt mit seinem Vortrag „Erfassung wichtiger Vitalparameter mit Lichtsensor im Ohr“ ließ aufhorchen. Mögliche Luftfahrunfälle, hervorgerufen durch schleichende Änderungen der Sauerstoffsättigung im Blut, hohem Blutdruck und weiteren Vitalparametern sollen demnächst mit solch einem Hightech Mikrosensor vermieden werden. Eine frühzeitige Signalisierung – und jeder Körper reagiert anders – sollte nicht nur für die Piloten von Nutzen sein sondern auch für Hobby und Extremsportler, fasst Heike Schulze diese Rede zusammen.

Synergien zwischen Luftsport und Technik
„Beide Vorträge machten sehr deutlich, welche Synergien es zwischen dem Luftsport und dem aktuellen Stand technischer Entwicklungen beziehungsweise den Forschungsvorhaben in den Unternehmen unserer Region gibt“, so Heike Schulze. Grußworte unter anderem vom Luftsportverband Thüringen, der Flugplatzgesellschaft, des Kompetenzzentrums Arnstadt sowie der Manfred-Koch-Stiftung legten mit Nachdruck den Finger auf die Nachwuchsgewinnung sowohl für die Vereine als auch für die Unternehmen.

Dazu konnten die abschließenden Beiträge, etwa von Flugausbilder Sven Kallenberg und Heike Schulze unmittelbar Bezug nehmen. Letztere präsentierte mit dem Projekt Pilot, welches im Rahmen des Machen-2021- Ideenwettbewerbs ausgezeichnet wurde, die strategische Ausrichtung des Aero Clubs. In Zusammenarbeit mit Bildungspartnern möchte der Verein interessierte junge Menschen finden, die in die Theorie – zum Beispiel Aerodynamik – und Fachpraxis – zum Beispiel Motorkunde – im Aero Club Einblick nehmen können, und dadurch beim Finden eines geeigneten Ausbildungsberufes unterstützt werden.

Am Rande der Veranstaltung sahen die Gäste eine Weiterentwicklung des eigenen Flugsimulators vom Vereinsmitglied Eilif Monrad-Krohn, der auf einem Ultralight-Flugzeug-Cockpit basiert. Dieser werde auch das Highlight des Vereins während der Tage der Vereine des Ilm-Kreis am 1. Oktober in Arnstadt und am 8. Oktober in Ilmenau sein, kündigt Heike Schulze an. Jung und Alt werde die Möglichkeit geboten, erste Flugerfahrungen in einem Cockpit zu sammeln und vielleicht Gefallen am Luftsport zu finden. Quelle: ‘InSuedThueringen.de‘.

Neuhausen als Testareal für unbemannte Luftfahrt

Der Flugplatz Neuhausen (Spree-Neiße) soll umfassend ausgebaut werden. Am Montag hat der Lausitzbeauftragte des Landes Brandenburgs, Klaus Freytag, der Gemeinde Neuhausen dafür einen Förderbescheid in Höhe von rund 9,6 Millionen Euro übergeben. Der Flugplatz soll unter anderem als Testareal für die unbemannte Luftfahrt hergerichtet werden, teilte die Staatskanzlei Brandenburg am Montag mit. Außerdem werde Platz für luftfahrtaffine Unternehmen geschaffen. “Die Start- und Landebahn wird befestigt sowie Rollwege und eine Flugfeldtankanlage erschlossen”, heißt es weiter.

Konzepte der unbemannten Luftfahrt
“Der Flugplatz soll künftig enger Kooperationspartner des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit seinen Cottbuser Instituten für CO2-arme Industrieprozesse und elektrifizierte Luftfahrtantriebe sowie der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) sein”, kündigte die Staatskanzlei am Montag an. Auf dem Gelände würden sich demnach Unternehmen wie Aeroheli International, Via Drones und Wave Line Technologies ansiedeln oder expandieren wollen.

“Geplant ist zudem der Aufbau des Mobility Campus Neuhausen zur Aus- und Weiterbildung in Berufen der Luft- und Raumfahrt”, so die Staatskanzlei weiter. Der Verkehrslandeplatz werde außerdem mit einem 5G-Campus-Netz ausgestattet. Künftig sollen Drohnenflüge getestet, erforscht und verbessert werden, heiß es bereits in einer Mitteilung der Wirtschaftsförderung des Spree-Neiße-Kreises in der vergangenen Woche. Mit dem 5G-Netz könnten Informationen leichter von der Drohne zum Boden oder an andere Drohnen gesendet werden. Diese Technologien könnten dann zum Beispiel bei der Bekämpfung von Waldbränden helfen.

Nähe zur Uni und zum Lausitz Science Park
“Ab jetzt gibt es ordentlich Auftrieb für den Flugplatz Cottbus, sowohl für den Flugbetrieb als auch als neuer luftfahrtaffiner Wirtschaftsstandort”, wird der Lausitzbeauftragte Freytag in der Mitteilung der Staatskanzlei zitiert. Mit einer befestigten Start- und Landebahn und erschlossenen Rollwegen werde gesichert, dass die Region “mit allen geeigneten Luftfahrzeugen” erreichbar sei. Außerdem würden “wichtige Voraussetzungen für die weitere Ansiedlung von Unternehmen der Luft- und Raumfahrt als einer der Schlüsselbranchen in Brandenburg” geschaffen werden, so Freytag. “Maßgeblich für Standortentscheidungen der Unternehmen ist die Nähe zur BTU und zum Lausitz Science Park.” Bereits in der vergangenen Woche sagte der Geschäftsführer des Flugplatzes, Torsten Schwieg, dem rbb, dass sich die Ankündigung der Fördermittel “ungefähr so wie nach einem Marathonlauf im Ziel anzukommen” anfühle. Das Projekt werde schon seit mehreren Jahren verfolgt, so Schwieg. Die Gesamtkosten liegen laut Staatskanzlei bei 10,75 Millionen Euro. Quelle/Bild: ‘rbb/Thomas Krüger‘.

Video: Von Fayence zum Matterhorn

Folgen Sie dem alpinen Segelflieger Christopher Fleming, während er – ohne Motor – zum berühmtesten Berg der Welt fliegt. Quelle: ‘Christopher Fleming auf Youtube‘.

Jakob Laur und der Laichinger Flugplatz

Einst trafen sich die Flugbegeisterten der Laichinger Alb in den 50er-Jahren an verschiedenen Stellen, um mit dem damals unerschwinglichen und daher selbst gebauten Fluggeräten durch die Lüfte zu gleiten: im Wassertal nördlich Laichingens oder auch an der B28 nahe Feldstettens oder bei Breithülen. 1964 wurden die ersten Grundstücke auf Ramslau erworben, drei Jahre später erfolgte die Genehmigung für den Segelflug. Seit 13 Jahren heißt der Flugplatz so wie einer der Mitbegründer des Flugsportvereins: Jakob Laur. Der Laichinger Bundesverdienstkreuz-Träger hätte dieses Jahr am 12. September seinen 100. Geburtstag gefeiert. Das diesjährige Flugplatzfest am 11. September stand ganz im Gedenken an den charismatischen Macher und Motors des Vereins.

Schlüsselfigur des Vereins
In seinem Leben hat Laur Herausragendes geleistet. Er war nicht nur passionierter Flieger, sondern auch Mitgründer des Flugsportvereins Laichingen. Als jahrzehntelanger Vorstandsvorsitzender im Ehrenamt war er die treibende Kraft im Flugsportverein Laichingen. Für den Verein Laichingen war Jakob Laur eine Schlüsselfigur. Er war Gründungsmitglied des Vereins und anschließend 59 Jahre lang dessen Vorsitzender. In dieser Zeit bewegte und gestaltete er Enormes.

Fliegen war seine Leidenschaft
Dabei konnte er seine aktive Fliegerkarriere als junger Mann nur unter großen Mühen beginnen. Denn schon als Junge hatte Laur als jüngster Sohn von Barbara und Daniel Laur auf dem elterlichen Hof in einer Maschine einen Daumen verloren. Die Flugtauglichkeitsuntersuchung bei der damaligen Luftwaffe verhieß zunächst nichts Gutes. Aber schon damals war seine Beharrlichkeit seine große Stärke und mit einem Quäntchen Glück schaffte er es doch noch ins Cockpit. Bei der Luftwaffe bildete er sodann zahlreiche Piloten aus. „Der Krieg war nichts Schönes und wird es auch nie sein. Trotzdem bedeutete Krieg für mich fliegen“, hielt er auf seiner Homepage einst fest.

Am 7. Oktober 1950 fand auf seine Initiative hin die Gründung des Flugsportvereins Laichingen statt. 1953 stieg er in die Wettbewerbsfliegerei ein und wurde auf einer Mü 13E „Stadt Laichingen“ in Oerlinghausen Sieger in der Nachwuchsklasse. 1955 erreichte er auf einer „Weihe” den dritten Platz der Segelflugmeisterschaft. Mit dem vereinseigenen „Zugvogel II” wurde er 1957 deutscher Meister. 1958 im polnischen Leszno bei der Segelflug-Weltmeisterschaft belegte Laur den achten Platz in der offenen Klasse.

Erfolgreicher Sportler
1964 begann der Grunderwerb am heutigen „Jakob-Laur-Flugplatz” in Laichingen. 1967 wurde der Flugbetrieb genehmigt. Ohne das Verhandlungsgeschick und die Zähigkeit von Jakob Laur würde der „Jakob-Laur-Flugplatz” heute so nicht aussehen. Laur war in dieser Zeit auch immer als Wettbewerbsflieger aktiv. So nahm er an zwölf Deutschen Meisterschaften teil, war Mannschaftsführer bei der Segelflug WM 1960 und 1968 und im Verein Segel- und Motorsegler Ausbilder. 1973 wurde die erste Flugzeughalle in Betrieb genommen, 1978 das Clubheim gebaut. 1996 folgte die zweite Flugzeughalle.

Gesellschaftliches Engagement
Laur war nicht nur engagierter Vereinsvorsitzender, sondern auch Familienvater von fünf Kindern, Filialdirektor der Sparkasse Laichingen und stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Ulm sowie langjähriges Mitglied des Gemeinderates seiner Heimatstadt. Er erhielt 1987 das Bundesverdienstkreuz.

Begeisterung weitergegeben
Auf Verbandsebene war Laur 27 Jahre lang als Rechnungsprüfer aktiv. So wurden ihm zahlreiche Ehrungen verliehen, unter anderem 1990 die Goldene Wolf Hirth-Medaille des Baden-Württembergischen Luftfahrt Verbandes (BWLV) und 2002 die Goldenen Daidalos- Medaille des DAeC. 2012 wurde er zum Ehrenmitglied im BWLV ernannt. Obwohl ein Schlaganfall ihn gesundheitlich einschränkte, nahm Laur bis zuletzt an den Entwicklungen in seinem Verein und am Luftsport Anteil.

Flugplatzfest
Die Begeisterung für den Luftsport hat er an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. So ist sein Sohn Eberhard Laur nicht nur eine Spitzenpilot bei Welt- und Europameisterschaften und Fluglehrer im FSV, sondern auch als Präsident des BWLV der höchste Repräsentant der Luftsportler im Lande. Auch sein Enkel Marco Laur ist passionierter Flieger im Flugsportverein Laichingen. Auch der Schwiegersohn von Jakob Laur, Hans-Peter Bleher, ist seit vielen Jahren Mitglied des Vorstands des Flugsportvereins Laichingen, davon 5 Jahre Vorstandsvorsitzender. Der Flugsportverein gedachte mit einer kleinen Ausstellung beim Flugplatzfest am 11. September dem 100. Geburtstag von Jakob Laur. Quelle: ‘Schwäbische‘.

In alpinem Neuland

Unter Führung ihres 2. Vorsitzenden und Fluglehrers Horst Ostrowski waren im August fünf Piloten:innen des Flugsportclubs Altfeld e.V. und zwei Piloten:innen des benachbarten Aero Club Tauberbischofsheim e.V. zum Urlaubsfliegen zu Gast bei der Sportfliegergruppe Werdenfels e.V in Ohlstadt bei Murnau. Teilweise wurden sie hierbei von Angehörigen begleitet.

In diesen 12 Tagen wurden von den meisten erste Erfahrungen zum Fliegen im Gebirge gemacht. Das Fliegen in alpiner Umgebung unterscheidet sich doch erheblich vom gewohnten Fliegen in unserem heimischen Flachland, wobei auch die von Altfeld aus beflogenen Mittelgebirge wie Odenwald, Spessart, Rhön, Thüringer Wald, Schwarzwald und die schwäbische Alb im Gegensatz zu den Alpen eher zum Flachland zu zählen sind.

So tasteten sich die Alpenneulinge unter Anleitung von Horst Ostrowski in ihren ersten Flügen in Ohlstadt zum Teil im Hangsegelflug und später auch über den Gipfeln der umliegenden Gebirgszügen an das ungewohnte Fliegen im Gebirge heran.

Im Team oder auch solo wurden in diesen 12 Tagen von den Piloten:innen bei 20 Flügen in knapp 56 Stunden circa 1800 Kilometer über den Gipfeln der Bayerischen Alpen, dem Ammergebirge, den Allgäuer Alpen und dem Karwendelgebirge zurückgelegt. Dies ermöglichte ungewohnte Ausblicke auf Gebirgszüge und Berggipfel wie zum Beispiel die Benediktenwand, Birrkarspitze und sogar fast auf Augenhöhe mit Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, bewegten sich die Piloten:innen.

Aber auch das gesellige Zusammensein und Freizeitaktivitäten mit den mitgereisten Angehörigen kamen nicht zu kurz. So wurden Radtouren in der Umgebung unternommen, ein Ausflug nach München und Wanderungen auf umliegende Gipfel sowie Badeausflüge zum nahen Staffelsee ergänzten die fliegerischen Aktivitäten. Abends wurden beim gemeinsamen Grillen im Camp die Erfahrungen und Eindrücke des Tages besprochen und die Ziele für den nächsten Flugtag festgelegt. Nach diesen 12 Tagen bedankten sich die Altfelder/Tauberbischofsheimer Piloten:innen bei ihren Gastgebern und traten mit vielen neuen fliegerischen Eindrücken den Heimweg an. Quelle: ‘Mainpost’.

4. Sharktreffen in Kufstein

Das Sharktreffen ging ohne Zwischenfälle zu Ende (mit Ausnahme eines Transponderproblems…;-) und das Wetter war sehr heiß. Heuer wurden insgesamt 24 Sharks (3 TS plus Einsitzer) gezählt. Viele neue Gesichter fanden sich ein und genossen die Kameradschaft. Zweimal konnte uns Paul und sein Team mit einer „Grillerei“ genussvoll überraschen. Rekord-Streckenflüge waren aufgrund der Warmluft eher schwierig, aber an dem einen oder anderen Tag konnte das Engadin, der Pinzgau sowie das südliche Allgäu von einigen Piloten erflogen werden.

Und wiederum grössten Dank gilt auch wieder Jaroslav Potmesil (CEO von HPH), der wiederum ein 4 köpfiges Serviceteam nach Kufstein schickte, um kleinere Reparaturen an den Flugzeugen zu machen. Ebenso wurde dankenswerterweise wieder ein TWIN SHARK vom Werk zum Probefliegen zur Verfügung gestellt.

Geld für Flugzeugkauf

Der Luftsportverein Babenhausen erhält eine Landeszuwendung in Höhe von 10 000 Euro im Rahmen des Förderprogramms “Weiterführung der Vereinsarbeit”. Die Fördersumme dient der Anschaffung eines Flugzeugs für die Vereinsarbeit. “Der Luftsportverein Babenhausen musste auch abseits der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr große Herausforderungen meistern.

Mit der Umwandlung des Flugplatzes und dem Abriss der Piste musste sich der Verein ein räumlich neues Zuhause suchen”, so der Landtagsabgeordnete und Generalsekretär der CDU Hessen, Manfred Pentz. Nach dem Abriss der Piste steht der Flugplatz Babenhausen nicht länger für die Vereinsarbeit zur Verfügung. Die Motorflieger des Luftsportclubs (LSC) Babenhausen haben 2020 eine neue Heimat am Flugplatz Egelsbach gefunden. Quelle: ‘Echo-online’.

“Buon Giorno, Italia!”

Auch heute verspricht der Tag, gut zu werden. Mittlerweile ist Katrin, die Schwester von Arne, in Sisteron angekommen und startet heute zu Ihrem ersten Flug mit der LS6. Während die erfahrenen Weitenjäger auch heute wieder nach Norden streben, hat sich Katrin vorgenommen, den Süden der Seealpen näher zu erkunden. Die MW startet um 11:30 Uhr und lässt sich über den Gache zum Trainon schleppen. Von dort geht es auf dem klassischen Weg über Authon, Auribeau, Blayeul und l´Ubac zum Parcours. Nach 40 Minuten ist dieses erste Ziel bereits erreicht. Michi hält sich hier nicht auf, sondern stürmt vorwärts über die Petite Séolane zum Grand Bérard. Die Bärte reichen noch nicht sehr hoch, in 2.900 m verlässt die MW das Tal von Barcelonnette und fliegt tief in das Queyras hinein, deutlich weiter östlich als an den letzten Tagen.

Gegen 12:45 Uhr startet auch Katrin Ihren Flug und klinkt an der Jorasse aus. Die MW ist derweil schon am Le Janus östlich von Briançon, dann weiter zum Montgenèvre (3.400 m) und Col d´Etache (3.600 m) alles in bester Ordnung so weit. Katrin arbeitet sich derweil vom Trainon über den Jouère und Les Monges zum Auribeau und weiter zur La Bigue vor, etwas zögerlich biegt sie dann doch ab zur Crête de Liman und wagt sich dann in 2.800 m vor zur Coupe, dem Südende des Parcours.

Michi ist forsch weitergeflogen zum Lac Mont Cenis und biegt dann Richtung Südosten ab, der gesamte Grat bietet aber kein Steigen und so fliegt er wieder zurück und quert dann das Modanetal hinüber zum Roc Noir, kommt dort in 2.600 m an und kämpft 20 Minuten lang, um wenigstens wieder auf 2.850 m hoch zu kommen. In der gleichen Zeit arbeitet sich Katrin von der Coupe über Barrême bis zum Mont Chiran östlich der Serres de Montdenier vor. Michi wagt sich, trotz dieser Erfahrung weiter Richtung Col de l´Iseran voran und findet etwas westlich von Bonneval-sur-arc endlich einen Bart, der den Flieger bis auf 3.575m anhebt. Es ist 14:20 Uhr und der Entschluss fällt, weiter nach Norden zu fliegen. An Mut hat es Michi ja noch nie gefehlt. Katrin ist zur gleichen Zeit am Ende der Alpen angelangt und beschließt, sich den Flugplatz von Fayence ein wenig genauer anzusehen. Der Entschluss von Michi war wohl richtig, schlagartig verbessert sich das Wetter, östlich des Col de l´Iseran geht es hoch auf 3.800 m und der Weg weiter nach Norden ist problemlos, 20 Minuten nach dem guten Bart am Col de l´Iseran überquert die MW das Aostatal in 3.600 m. Zur gleichen Zeit hat die LS6 den Flugplatz von Fayence umkreist und Katrin ist ein Blick auf das Mittelmeer vergönnt. In 2.000 m macht sie sich jetzt wieder auf den Weg nach Norden.

Kurz nach 15:00 Uhr erreicht die ASG 29 in knapp 4.000 m das Matterhorn, Katrin ist derweil wieder am Lac de Castillon. Ermutigt durch die guten Bärte und die hohe Basis fliegt Michi weiter Richtung Wallis holt am Simplon wieder Höhe und fliegt nahezu ohne Höhe zu verlieren bis zum Albrunhorn, etwas südlich vom Militärflugplatz Münster im Rhonetal. Es ist jetzt 16:00 Uhr und Michi wendet in Richtung Heimat. Katrin holt sich einige hundert Meter am Blayeul und macht sich dann auf den Weg Richtung Sisteron. Am Lagginhorn geht´s für die MW hoch auf 3.900 m genug, um zum Dom vorzufliegen. Südlich der gewaltigen Spitze des Dom trägt ein Bart wieder auf über 3.900 m, es ist 16:40 Uhr, alles scheint paletti! Nördlich an Aosta vorbei und dann zu der Gräte westlich des Gran Paradiso gelingt der Vorflug mit wenig Höhenverlust. Katrin hat beschlossen, noch mal am Chabre auf und ab zu fliegen und landet danach, sicher zufrieden mit diesem ersten Tag in Südfrankreich.

Am Grand Rousse klettert die ASG 29 mühsam auf knapp 3.400 m, das reicht um den Col de l´Iseran zu überqueren, aber das kostet Höhe und so versucht Michi südlich von Bonneval-sur-arc Höhe zu machen, um über die hohen Berge am Lac Mont Cenis zu kommen. Wieder fliegt er den von Nordwest nach Südost verlaufenden Grat am Mont Cenis ab, aber es findet sich kein Steigen und die Höhe schmilzt immer weiter. Es ist 18:00 Uhr als die MW das Susatal quert an dessen Südrand kommt sie in 2.450 m viel zu niedrig um den Sprung in heimatliche Gefilde zu ermöglichen, es bleibt nur der Weg nach Osten in die Po-Ebene.

Um 18:20 Uhr gibt Michi schließlich die Thermiksuche auf und macht sich auf den Weg zu einem Flugplatz in Italien. Da bietet sich der ehemalige Militärflugplatz Aeritalia an, er befindet sich nur 6 km westlich des Stadtzentrums von Turin, so kann man die Zeit, bis die Rückholer da sind, wenigstens mit einem Stadtbummel verbringen. Um 18:35 Uhr setzt die ASG 29 sanft auf und nach dem ausrollen steigt Michi aus und grüßt freundlich: “Buon giorno, Italia!” Quelle: ‘Joni’s Segelflieger-Website‘.

Mit dem Rennkamel in Vinon

Um den Arcus M fliegen zu können ist das Flughandbuch dein bester Freund. Um die neuen Elemente in den Griff zu bekommen, setze ich mich am frühen, kühlen Morgen ins Cockpit und mache mich mit allen Sicherungen, Kippschaltern und Anzeigen bekannt. Wir planen einen Flug, um etwas die Gegend kennenzulernen. Der Start auf der Piste 16 verläuft gut. Thermik ist schon nach 5 oder 6 Minuten Motorlaufzeit da. Motor abschalten, einfahren. Alles geht gut. Wir fliegen dem Fluss Durance entlang nach St. Auban. Und dann in die Berge. Ich freue mich über einen gut zentrierten ersten 2 m/sec Schlauch. Ernst meint, ich solle weiterfliegen. Da gäbe es Besseres. Ich staune über diese Zuversicht. Kurz danach katapultiert uns ein 3.5 m/sec Booster zuverlässig und stabil in die Höhe. Das scheint hier normal zu sein.

Es geht nicht lange und wir steigen bei Barcelonette auf 3’000 Meter. Ernst hat einen sehr passenden Namen für den Arcus M: Das Rennkamel. Das Rennkamel spielt nun seine Stärken aus. Wir machen ein paar wenige Kreise und immens lange Gleitstrecken. Wir fliegen 120 km/h und die Polare lässt es nicht zu, dass wir mit mehr als 0.3m/sec sinken. Schliesslich sind wir auf der Höhe von Grenoble. Und wir sehen die französischen 4’000er und der Mont Blanc wäre in Reichweite.

Der grosse Moment kommt auf der Höhe von Alpe d’Huez, mit Grenoble vor uns: Eine Querung hinüber zum Vercors von etwa 55 Kilometern. Wir verlieren dabei 1’000 Meter. Am Vercors läuft es sehr gut und wir fliegen Richtung Meer. Am Mont Ventoux verliere ich kurz die Übersicht über das Terrain, das nun zunehmend flacher wird. Bald sehen wir aus der Ferne das Rhonedelta und schliesslich das Mittelmeer… Vollständiger Bericht / Quelle: ‘Simon Stauber bei Flugplatz Schänis‘.

Vive la Fayence

Insgesamt 35’536 km in 41 Flügen mit ca. 318 Flugstunden. Im Mittel wurden 867 km mit 117,8 km/h geflogen. Dabei wurden 23 Mal über 1’000 km und dreimal über 1’100 km geflogen. Das alles in nur sieben Tagen! Die Ausbeute des Youngster-Camp 2022. Dazu luden Anfang August Manfred Dick und Wilfried Grosskinsky ein, um gemeinsam Südfrankreich zu erleben. Das Sicherheits- und Gesamtkonzept war ein voller Erfolg. Zudem sollte neben der Fliegerei natürlich auch der gesellschaftliche Teil nicht zu kurz kommen.

Die französischen Seealpen sind ein idealer Ort für den Segelflug. Zuverlässige und vielseitige Wetterlagen, atemberaubende Ausblicke und Fliegen bis Sunset prägen das Gebiet. Dementsprechend viele Startplätze gibt es in Südfrankreich. Jeder hat unterschiedliche Vorlieben: Der eine mag in seinem Urlaub die volle Dröhnung Segelflug, der andere bevorzugt die etwas ruhigeren Plätze, oder sogar die Möglichkeit neben dem Segelflug noch anderweitig den Urlaub zu verbringen.

Wie es scheint, die Qual der Wahl. Fayence, eine kleine Gemeinde mit knapp 6000 Einwohnern, ist rund 50 km von Nizza entfernt und bettet sich harmonisch in die hügelige Landschaft der Provence-Alpez-Cotes d’Azur. Der Flugplatz befindet sich am Fuße von Fayence und bietet mit seiner Weitläufigkeit einen hervorragenden Blick auf Stadt und Landschaft. Hier lässt sich schon bei der Ankunft erahnen, dass auch neben der Fliegerei ordentlich Alternativprogramm für einen “klassischen Urlaub” geboten ist. Vollständiger Bericht / Quelle: ‘WeGlide‘.

Reutte: Cessna stürzte in Wohnhaus

Nach dem Absturz einer Cessna auf ein Wohnhaus am Sonntagnachmittag im Tiroler Höfen (Bezirk Reutte) wird die Sicherheit am örtlichen Flugplatz nun neu beurteilt. Die Ermittlungen zum Unfallhergang und zur Ursache laufen weiter auf Hochtouren – ein Gutachten wird erstellt. Bis dieses vorliegt, dürfen keine Motorflieger in Höfen mehr landen und starten. Webseite des FSV Reutte-Höfen.

Das Wrack der abgestürzten Cessna wurde aufwendig mittels Kran vom Dach geborgen und für weitere Untersuchungen per Tieflader nach Innsbruck transportiert. Geprüft wurde und wird, ob etwa ein technisches Gebrechen zu dem Unglück geführt hat. Möglich sei natürlich auch, dass ein medizinischer Notfall oder ein Pilotenfehler vorlag, sagte Klaus Hohenauer von der Luftfahrtbehörde des Landes Tirol. Die Insassen, ein Ärzte-Ehepaar (54 und 56 Jahre) aus Baden-Württemberg (Deutschland), wurden bei dem Absturz schwer verletzt. Sie brachen sich die Hüfte, die Frau erlitt zudem einen offenen Unterschenkelbruch. Beide Opfer waren aber ansprechbar.

Flugunfall hat Konsequenzen
Das angesprochene Gutachten soll schon bald vorliegen, hieß es indes vonseiten des Landes. Bis dahin wurde der kleine Flugplatz vom Betreiber für Motorflieger gesperrt. Erst im Vorjahr war dort ein Kleinflugzeug beim Landeanflug abgestürzt. Fix ist derzeit nur, dass die Cessna auf der falschen Flugroute unterwegs war. Der Pilot ist nicht, wie vorgegeben, in Richtung Reutte über die Lechauen geflogen, sondern habe nach links in Richtung Siedlungsgebiet abgedreht. Quelle: ‘Krone.at‘.

Segelflieger-Schnupperkurs auf dem Anklamer Flugplatz

Es ist viel los auf dem Anklamer Flugplatz in diesen Tagen – trotz Sommerhitze und Gewitter haben hier die Segelflieger ihr Lager aufgeschlagen und laden derzeit zum Schnupperkurs ein. Zusammen mit den Flugschülern des Vereins lernen sie nicht nur allerhand übers Fliegen, sondern auch, welche Werte den Fliegern besonders wichtig sind und warum das Segelfliegen nicht umsonst als Mannschaftssport gewertet wird.

Besonderer Vater-Sohn-Urlaub
Unter den Schnupperkurs-Teilnehmern ist auch Matthias Mantei von der Insel Usedom. Er nimmt zusammen mit seinem 18-jährigen Sohn Matthias Maximilian an dem Segelflieger-Ferienlager teil. Für Vater und Sohn ein Urlaub der ganz besonderen Art. „In gewisser Weise wird ein Traum wahr”, sagt der Usedomer, der nun für eine Woche Bürostuhl gegen Cockpit tauschte.

Doch das Segelfliegen funktioniert keineswegs im Autopiloten: „Es ist durchaus fordernd für Kopf und Körper. Man muss sich in ein ganz neues Thema hineindenken, da bleibt keine Zeit für Gedanken an den Job. Zudem ist die Gemeinschaft hier stark, da macht wirklich Spaß auf dem Platz und lohnt sich auszuprobieren”, freut sich der Vater. Für seinen Sohn soll das Segelfliegerlager zudem auch als berufliche Orientierung dienen, da er derzeit noch über eine Laufbahn bei der Bundeswehr nachdenke.

Liebe zum Fliegen neu entdeckt
Der Zusammenhalt unter den Segelfliegern ist es auch, der Thomas Schreier neben dem Fliegen am meisten begeistert. Er war am Mittwoch sogar Startleiter für die Truppe und hat seine Leidenschaft zum Segelfliegen erst vor wenigen Jahren neu entdeckt. Schon 1969 habe der Anklamer die Ausbildung absolviert, danach flog er etwa fünf Jahre, ehe Familie und Beruf in den Vordergrund rückten und er das Fliegerhobby 1974 erst einmal wieder aufgab. Doch dann kam der Vintage Glider Club 2018 nach Anklam. Bei einem Schnupperflug habe es dann sofort wieder “klick” gemacht, berichtet Schreier mit leuchtenden Augen. Quelle: ‘Nordkurier‘.

Über den Feldern nahe der Yonne

Nach einer längeren Anreise über die weiten Felder Frankreichs haben wir eine AirBnB Wohnung bezogen. Zu Fuss waren es nur zwei Minuten bis zu den Toren des Hangars. Gut gestärkt von den leckeren französischen Croissants wurden unsere Flugzeuge am 31. Juli montiert und gerüstet. Den neuen Gesichtern in PSY wurde die Umgebung aus der Luft und der neue Flugplatz gezeigt. Der grösste Unterschied zu unserem kleinen aber bescheidenen Plätzchen ist die Länge und die mehr oder weniger perfekte, ebene Fläche. Die Piloten mit mehr Erfahrung versuchten schon Strecken-Kilometer zu erfliegen. Mit guten Bedingungen in den Folgetagen lag die Schwierigkeit mehr darin, der Versuchung zu widerstehen weiter zu fliegen und auch mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen.

Nach drei Tagen stiessen dann auch noch Erwin und Fredi S. mit ihren Flugzeugen dazu und wir waren vollzählig. Mit drei Doppelsitzern und doppelt so viel Einsitzern war unsere Flotte gut bestückt und jeder Pilot hatte ein Plätzchen. Mit ein wenig Hilfe der Franzosen wurde ein sehr gut laufender Betrieb auf die Beine gestellt, der keine Wünsche offen liess. Jeder, der die Wolken von näherem betrachten wollte, konnte dies zur genüge tun. Jörg K. und Matthias K. konnten ihren ersten Flüge über fünf Stunden absolvieren, ein weiterer kleiner Schritt Richtung Streckenflugberechtigung. Währenddessen flogen andere mehr als 400km – z.B. nach Chartres oder knapp vor die belgische Grenze oder auch nähere Ziele wie Montargis wurden in Angriff genommen und dann auch beim Feierabendbier glorreich mitgeteilt.

Am Donnerstagabend zog ein Gewitter auf, dass die Zusammenarbeit auf dem Boden verlangte, aber durch eine grossartige Teamarbeit und mit Hilfe der Franzosen waren die Flieger schnell hangariert und vor den Schauern geschützt. Am nächsten Tag gab es hervorragendes Segelflugwetter. Wie immer wurde um ca. 13 Uhr gestartet und erst nach 19 Uhr landeten die letzten Piloten. Nach einer Wochen sehnten sich die ersten schon wieder nach dem Büro und begaben sich auf den Heimweg. Trotz einer kleineren Truppe war der Himmel gut gefüllt. Am Abend testete man die Kochkünste der Überflieger oder auch teilweise der Restaurants in der Umgebung. Viel kulinarische Vielfalt konnte man erleben.

In der zweiten Woche verschwanden die Wolken komplett und nur noch blauer Himmel war zu sehen. Im Verlauf der Woche wurde der Nordost/Ostwind stärker und es wurde schwieriger, die Thermik zu nutzen. Trotz der Hitze von bis zu 37 Grad versuchten drei Piloten ihren 50km Streckenflug zu absolvieren. Am Mittwoch musste der Flugbetrieb wegen des starken Seitenwindes abgebrochen werden. Nach einer noch stärkeren Windprognose beschliessen wir am Donnerstag, dass wir die Flieger wieder in die weissen Anhänger verfrachten und ihnen mal eine Auszeit gönnen nach den vielen Flugstunden. In Pont sur Yonne wurde jeden Tag viel geflogen und es war ein sehr lehrreiches Lager für alle. Vielen Dank fürs Organisieren Remi, danke den Fluglehrern Stephan und Fredy und bis nächstes Jahr! Bericht und Fotos von Matthias Kummer.

Zweisimmen 2022

0800 Tagwacht: Die Anreise erfolgte individuell z.T. mit, z.T. ohne weissen Anhänger. Schon weit vor Zweisimmen kamen uns die abreisenden Lagerteilnehmer des ersten Abschnitts mit ihren Flugzeugen entgegen und liessen Vorfreude aufkommen. Während des Lagers liessen sich die einen in umliegenden Hotels am Zmorgebuffet verwöhnen, andere hausten in der Baracke – sorry das heisst ja jetzt „Châlet“ – und begannen den Tag mit einer Velofahrt zum Beck, um für die erst später aufstehenden frisches Brot, Joghurt, Müesli etc. zu kaufen. Natürlich wurde kurz darauf individuell die Prognose studiert, zusammen diskutiert und Pläne für den bevorstehenden Tag ausgeheckt.

0930 Montieren: An verheissungsvollen Tagen wurden die Flugzeuge schon vor dem Briefing montiert und bereitgestellt. War die Prognose schlechter als die Realität, trafen die Teilnehmer grüppchenweise zum Briefing im Clubhaus ein.

1000 Briefing: Fabian begrüsste jeden Morgen die Anwesenden und trug eine kurze Zusammenfassung des vergangenen Flugtages vor. Anschliessend gings zur Sache mit DABS und NOTAM Briefing, wobei wir nie echte Einschränkungen hinnehmen mussten. Auch das aktuelle QNH durfte nicht fehlen.

1005 Meteo: Raphael stellte uns wie in vielen Jahren zuvor das aktuelle Wettergeschehen vor. Er hatte eine dankbare Aufgabe, denn Petrus meinte es äusserst gut mit uns und selbst wenn die Prognose mal nicht so berauschend bis unfliegbar war, konnten wir in die Luft und durften uns positiv überraschen lassen. Für Raphael war es das letzte Lager als aktiver Pilot. Er wird seine Karriere Ende Saison beenden, ist aber bestimmt auch in Zukunft hin und wieder in Zweisimmen anzutreffen. Auffallend war jeweils die Nullgradgrenze, welche stets über 4000m und einmal sogar bei 4900m lag. Entsprechend kümmerlich sahen viele Gletscher aus und Schnee wurde vergeblich gesucht.

1010 Safety Briefing: Jeden Tag wurde von einem Teilnehmer ein kurzes Safetythema vorgestellt. Der Luftraum im Berner Oberland wird rege genutzt. In Saanen fand zeitgleich ein zweites Segelfluglager statt. Auf verschiedenen Hügeln waren regelmässig Modellflieger anzutreffen und in der Luft wimmelte es nur so von Hängeleitern. Auch Geier sind zahlreich unterwegs und beäugen die weissen Flugzeuge im Vorbeifliegen kritisch, aber unbeeindruckt. Während wir versuchten, geordnet zu kreisen, war bei den Geiern stets ein Durcheinander und auch das Ausweichen überlassen sie gerne den anderen.

1020 Aufbau: im Gegensatz zu vergangenen Lagern hatten wir den Flugplatz mehrheitlich für uns alleine und konnten uns in aller Ruhe auf den Flugtag vorbereiten.

1100 Schleppbeginn: Die Schlepper sind auch in Zweisimmen ein heisses Thema. Während dem Lager hatte der Zweisimmener Schlepper Motorenprobleme und musste in die Revision. So schleppten wir einmal mit zwei Maschinen aus Saanen und konnten dank grossem Einsatz von Fabian den KCI von Peter für ein paar Tage ausleihen. In die Luft gekommen sind wir schlussendlich jeden einzelnen Tag. Einige Piloten nahmen sich angesichts der hohen Intensität auch gerne mal einen Tag „frei“ und gingen alleine oder mit der Familie wandern, Velo fahren oder einfach nur ausruhen.

1130-1930 Fliegen: Geflogen wurde viel, lange und weit. Jürg machte zu Beginn mit Patrick und Beni die Platz-/Gebietseinweisung. Anschliessend wurde das Haifischbecken rund um Zweisimmen unsicher gemacht, aber angesichts der tollen Wetterbedingungen konnten wir je nach Lust und Laune auch deutlich weiter fliegen. Es gab Flüge ins Engadin, zum Matterhorn, natürlich dem Aletschgletscher entlang, um und nach Sion, an die Eigernordwand über das Pfadi Bundeslager in und um St. Ulrichen und auch die Daheimgebliebenen in Schupfart wurden besucht. Im Gegenzug kam Fredi zweimal mit dem G-109 zu Besuch und stellte ihn für lokale Rundflüge zu Verfügung.

1930 Aufräumen und Abendessen: Nachdem alle Flugzeuge NACH dem Threshold gelandet wurden, demontiert und versorgt waren, wurde der Abend mit einem kühlen Luzerner Bier begonnen. Abwechslungsweise, respektive je nach Gewitterwahrscheinlichkeit, verpflegten wir uns in einem lokalen Restaurant, welche im Simmental auffallend oft in hohen Lagen anzutreffen sind, oder verbrachten beim Clubhaus gemütliche Grillabende. Bis zum nächsten Jahr in LSTZ! Fotos und Bericht von Patrick J.

Drewitz: Wie die Energiewende in die Lausitz kommen soll

Auf dem früheren Flugplatz Drewitz soll ein klimaneutrales Gewerbe- und Industriegebiet entstehen. Ein Rundgang mit dem Berliner Projektentwickler. Etwas verloren stehen sie da, die beiden gelben BVG-Busse, mitten auf dem verwilderten Flugfeld. Doch Jochem Schöppler sieht sie als Vorboten der Energiewende in der strukturschwachen Lausitz. Mit seiner Firma Euromovement will der Berliner Unternehmer den ehemaligen Flugplatz Drewitz umbauen zu einem klimaneutralen Gewerbe- und Industriegebiet.

Auf einem etwa 209 Hektar großen Gelände nordöstlich von Cottbus, zwischen Tagebau und Kohlekraftwerk, soll ein Zentrum für Elektromobilität und Zukunftstechnologien entstehen: das „Green Areal Lausitz“. Dort könnte in Zukunft zum Beispiel die Berliner Tassima AG Busse für den öffentlichen Nahverkehr mit E-Motoren umrüsten. „Die Braunkohle verabschiedet sich“, sagt Jochem Schöppler, das müsse man als Chance sehen. „Wir können eine Stärke daraus machen, wenn wir den Wandel aktiv umsetzen.“ Er sei überzeugt davon, dass ausgerechnet hier, mitten im Braunkohlerevier, ein Leuchtturm für Zukunftskonzepte entstehen könne. Aktuell werde ein „ganzheitliches Energiekonzept“ für den Standort entwickelt. Wenn es bebaut ist, soll das Areal seinen Strom selbst produzieren – aus Wind, Sonne und Wasserstoff. Die Dächer und Fassaden der Gebäude sollen begrünt und mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet werden. Rohdaten-Grafiken zeigen, wie das kleine Utopia einmal aussehen soll.

Staatliche Fördermittel für den Strukturwandel
Auch eine Anbindung an den Bahnverkehr sei aktuell im Gespräch, sagt Jochem Schöppler. Das Gleis verläuft etwa einen Kilometer südlich. An der Haltestelle Jänschwalde-Süd hält die Regionalbahn. „Wenn man Klimaneutralität ernstnimmt, muss man auch über den Transport von Waren und Materialien nachdenken“, sagt Schöppler. Mindestens einmal in der Woche ist er dort, um zum Beispiel mit Anrainern und Versorgungsunternehmen zu verhandeln. Die Gäste empfängt Schöppler im ehemaligen Bistro des Flughafenterminals, das zu einem Konferenzraum umgestaltet wurde. Für den Kauf des Grundstücks habe sein Unternehmen keine staatlichen Fördermittel erhalten. „Wir haben alles mit eigenem Geld bezahlt.“ Die Firmen, die sich hier ansiedeln möchten, können jedoch über die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) Mittel aus dem Fördertopf für den Strukturwandel beantragen. Konkrete Gespräche über eine Ansiedelung führt Euromovement nach eigenen Angaben momentan mit fünf Unternehmen. Zu den Interessenten gehört laut Schöppler neben Tassima auch die kanadische Bergbaugesellschaft Rock Tech Lithium, die Rohstoffe für die Akkus von Elektroautos abbaut und veredelt. Außerdem verhandle man mit der Firma Energy 4 Future, einem Produzenten nachhaltiger Pflanzenkohle. Durch ein aufwändiges Verfahren wird CO2, das Pflanzen zuvor aus der Luft aufgenommen haben, langfristig in Kohle gebunden. So entsteht ein Stoff, der in der Landwirtschaft und Industrie Verwendung findet. „Ein hochgradig innovatives Unternehmen, sagt Schöppler begeistert. Momentan wird die Lausitz jedoch noch von der Braunkohle dominiert.

Kraftwerk Jänschwalde geht 2024 vom Netz
Mächtige weiße Dampfschwaden steigen aus den Kühltürmen des nahe gelegenen Kraftwerks Jänschwalde auf. Das Mitte der 1970er Jahre errichtete Braunkohlekraftwerk Jänschwalde versorgt die Städte Cottbus und Peitz mit Energie und Wärme. Verbrannt wird dort vor allem die Kohle aus dem nahegelegenen Tagebau, der das Gebiet nahe der polnischen Grenze in eine Mondlandschaft verwandelt hat. Doch der Kohleausstieg kommt. 2028 soll der letzte Kraftwerksblock vom Netz gehen, der Tagebau läuft schon 2023 aus. Der Stromerzeuger LEAG ist aber immer noch der wichtigste Arbeitgeber der Niederlausitz. Da wundert es nicht, dass viele Niederlausitzer eher schwarz sehen für die Zukunft ihrer Region. Die musste nach der Wende bereits den Niedergang ihrer einst stolzen Textilindustrie erleben. Es gab eine massive Abwanderung, gerade die Jungen zogen weg. Elvira Hölzner ist dennoch vorsichtig optimistisch. Die Amtsdirektorin der Gemeinde Peitz, zu der sowohl Jänschwalde als auch Drewitz gehören, unterstützt die Pläne für das Green Areal Lausitz. Ein nachhaltiges Industrie- und Gewerbegebiet sei „genau der richtige Entwicklungsschritt zurzeit. Lieber wäre es ihr gewesen, wenn in Drewitz wieder Flugzeuge starteten und landeten. Doch das sei nicht möglich gewesen. Mehrere Investoren und Interessenten hätten versucht, den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten, seien dabei jedoch gescheitert.

Flieger, grüß mir die Sonne!
Der Flugplatz war Anfang der 1930er Jahre angelegt worden. Im Zweiten Weltkrieg nutzte ihn die deutsche Luftwaffe, in der Nachkriegszeit zunächst die sowjetische Armee. Später waren dort die Mig-Düsenjäger eines Jagdfliegergeschwaders der DDR-Luftstreitkräfte stationiert. Für die Soldaten wurde südlich des Flugplatzes eine Wohnsiedlung gebaut. Anfang der 1990er Jahre verschwand das Militär, zivile Sportflieger übernahmen den Flugplatz. 2000 wurde ein neuer Tower errichtet, bald darauf ein modernes Terminal. Doch 2015 musste die Betonpiste aufgrund massiver Schäden gesperrt werden. Der Betreiber ging in Insolvenz. „Die Kosten für die Erneuerung der Landebahn wäre durch die Eigentümer nicht stemmbar gewesen“, sagt Hölzner. Zeitweise war Drewitz als Ausweichflughafen für den BER im Gespräch. Doch Ende 2019 hat die Landesregierung diese Pläne endgültig verworfen. Kurz danach kaufte Euromovement das Areal. Der Projektentwickler Schöppler wünscht sich eine Grundsteinlegung im Herbst. Doch Hölzner betont: „Alles muss ordnungsgemäß sein.“ Im Dezember hat die Gemeinde den Bebauungsplan für das Areal beschlossen. Wie bei anderen Entwicklungsprojekten auch, spielt der Naturschutz eine Rolle. Für neu bebaute Flächen muss Ausgleich durch Naturflächen geschaffen werden. Dennoch sei eine Grundsteinlegung im Herbst möglich.

„Die Projektentwickler haben eine klare Vision“
Auch Marcus Tolle, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Cottbus, glaubt an den Erfolg. „Die Projektentwickler haben eine klare Vision“, sagt er. Das wirke anziehend auf Unternehmen. Wer heute einen neuen Standort suche, habe eine große Auswahl. „Gewerbegebiete gibt es wie Sand am Meer“. Doch durch das ungewöhnlich konsequente Nachhaltigkeitskonzept könne sich der Standort Drewitz vom Wettbewerb absetzen. Für Unternehmen, die eine umweltbewusste Zielgruppe ansprechen, sei eine klimaneutrale Produktion ein Vorteil, den sie im Marketing nutzen können. Doch wenn es um den Strukturwandel in der Region insgesamt geht, solle man die Erwartungen nicht zu hoch hängen. Die Aufgabe der Landespolitik sei es, zeitnah die notwenigen Bedingungen schaffen. Das bedeute zum Beispiel Infrastrukturmaßnahmen, etwa den Ausbau von Verkehrsanbindungen oder des 5G-Mobilfunknetzes. Es müsse darum gehen, zukunftsfähige Schlüsselindustrien in die Region zu holen, sagt Tolle. Ein einziger Produktionsstandort eines großen Unternehmens könne eine Sogwirkung entwickeln und Zulieferer und Dienstleister nachziehen. Das beeinflusse die Wertschöpfungsketten in der Region nachhaltig und positiv. Doch um diesen Effekt zu erzielen, müsse die Landespolitik mehr auf die Unternehmen zugehen, sagt er. Quelle: ‘Tagesspiegel‘.

Neue Heimat: Repker Segelflieger steigen von Metzingen aus in Lüfte

Früher starteten sie ihre Flüge von der Repker Schnuckenheide aus: Mittlerweile haben die Mitglieder der Luftsportvereinigung Altkreis Isenhagen (LVI) im Verein für Luftsport (VfL) Südheide eine neue Heimat gefunden. Sie finden dort umfangreiche Möglichkeiten vor, der Ende vergangenen Jahres gegründete VfL sieht sich gut aufgestellt. Der Hauptfokus liegt nun auf der Ausbildung, aber auch auf Wettbewerbs-Ebene ist man aktiv – der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist das Ziel.

Rund 40 LVI-Mitglieder, zur Hälfte Aktive und zur Hälfte fördernde Mitglieder, sind im VfL aufgenommen worden, der aus einer Fusion mit dem FTV Metzingen 2001 hervorgegangen ist. Der VfL setzt mit insgesamt 110 Mitgliedern (45 Aktive, 65 fördernde Mitglieder) seine Sportaktivitäten auf dem Flugplatz Berliner Heide in Metzingen (Landkreis Celle) um. Die Fluktuation war trotz dieses Umbruches gering, lediglich fünf Mitglieder verließen den neuen Verein – deutlich weniger als erwartet, so Vorsitzender David Priestley im IK-Gespräch. Der gesamte Prozess sei von den Mitgliedern sehr positiv begleitet worden – mit einer 90-prozentigen Zustimmung über beide Vereine hinweg gesehen.

Vereine kennen sich gut
Das kommt nicht von ungefähr: Beide Vereine kennen sich seit Beginn der Flugaktivitäten, seit 15 Jahren hat man regelmäßig Kontakt und Austausch gehabt. Immer wieder hat man zusammengearbeitet, insbesondere im Jugendbereich. Seit 2019 wurde der Flugbetrieb gemeinsam koordiniert und umgesetzt. Aus beiden Vereinen habe man das Beste herausgezogen, sagt Priestley, zudem hätten beide Vereine Flugzeuge in den gemeinsamen Park mit eingebracht. So verfügt man jetzt über sieben Flugzeuge (3 Doppelsitzer, 3 Einsitzer und 1 Motorsegler) und hat somit ausreichend Kapazitäten für die Ausbildung. Gerade erst sind sechs Flugschüler neu dazugekommen, was Priestley nach all den Herausforderungen durch die Corona-Zeit als sehr gutes, hoffnungsvolles Signal bezeichnet. Einige Flugzeuge wurden verkauft und das Geld in die Modernisierung von alten Strukturen gesteckt.

Beim VfL ist deutlich Aufbruchsstimmung zu spüren. Es läuft alles sehr gut an, sagt Priestley. Nun müsse man als Verein dran bleiben. Der Fokus wird auf die Ausbildung gesetzt, Luftsport für jedermann ist dabei das Motto. Oft leide die Ausbildung, wenn man sich zu stark auf die Teilnahme an Wettbewerben konzentriere. Beim VfL wird daher auf einen Kompromiss zwischen Spaß und Leistung gesetzt. Ausbildung und der Segelflugsport generell stehen im Mittelpunkt. Spaßfliegerei, Strecken- und/oder Kunstflüge gehören zu den Kernaktivitäten der aktiven Scheinpiloten. Daneben wird auch die Ausbildung von „Fußgängern“ zu Segelflugpiloten weiter vorangetrieben. Quelle: ‘AZ-Online.de‘.

Folgenschwerer Gewittersturm über Vinon

Am Donnerstag, 11. August, baute sich um ca. 16:00 Uhr über dem Flugplatz Vinon ein Gewitter auf, welches eine kräftige Böenwalze produzierte, die vier Segelflugzeuge und ein Ultraleicht-Flugzeug zerstörte und verschiedene Schäden an Gebäuden und auf dem Camping verursachte.

Gleichzeitig fielen grosse Mengen Wasser auf das Areal, welche den Flugplatz in kurzer Zeit in eine Seenlandschaft verwandelten. Das Ereignis war sehr lokal, im nahen Dorf Vinon bemerkte man vom starken Gewitter “nur” die starken und gleichzeitig seit Wochen herbeigewünschten Niederschläge. Es wurde glücklicherweise niemand ernsthaft verletzt, der Sachschaden ist jedoch enorm.

Die AAVA (Club mit Flugschule) verlor beim Gewittersturm ihre beiden Schulungs-Maschinen vom Typ ASK-21. Die Schüler waren mit den beiden Maschinen im Schlepptau eines Golfcarts auf dem Weg vom “Pistenkopf 16” in den sicheren “Hangar Debut”, als beide Maschinen wie von selbst abhoben, durch die Luft davongetragen wurden und einige Meter entfernt zu Boden fielen. Eines der beiden anderen (privaten) Segelflugzeuge, eine LS6, wurde wie von Geisterhand ca. 30 m (!) durch die Luft getragen und knallte nahe am Parkplatz zahlreicher anderer Maschinen zu Boden. Ein weiteres (privates) Segelflugzeug vom Typ LS7 wurde auf den Rücken gedreht und dabei zerstört. Die vordere Haube einer privaten ASG-32-Mi wurde ebenfalls zerschlagen. Der Flugplatz im Südosten Frankreichs war bereits 2013 von einem folgenschweren Wetterereignis betroffen, damals handelte es sich um einen Tornado.

Schänis: Flugplatzfest

Am Samstag, 30. Juli fand in Schänis ein Flugplatzfest statt. Gezeigt wurde alles, was in Schänis normalerweise fliegt, etwa Segelkunstflug, klassischer Motorflug und moderne Segelflugzeuge, auch welche mit verschiedenen Hilfs-Antrieben. Auch Oldtimer und Modellflieger sowie Elektro-Hängegleiter durften sich präsentieren. Rund 1’200 Gäste besuchten den Anlass.

Schänis: der Bristell ist da!

Das Angebot an Schleppflugzeugen ist beschränkt. Es ist kein Markt, der von extremer Dynamik und Innovation getrieben ist. Dennoch kommen neue Flugzeuge auf den Markt, die sich für den Schlepp von Segelflugzeugen eignen könnten. Um auch in Zukunft bestehen zu können ist es wichtig, auch in diesem Bereich vorne mit dabei zu bleiben.

Darum hat sich der Flugplatz Schänis im Herbst entschieden ein neues Schleppflugzeug zu beschaffen. Der Beschaffung gingen intensive Tests im Sommer 2021 voraus. Am 29. Juli war es soweit. Mike Hürlimann und Sonny Brändli konnten den nigelnagelneuen Bristell in Kunovice abholen. Rechtzeitig zum Flugplatzfest vom 30. Juli landete der neue Bristell B32 erstmals in Schänis.

Sie überflogen die neue Schleppmaschine nach Schänis: Sonny Brändli (li.) und Mike Hürlimann.

Schäner Bedingungen
In Schänis kann es im Sommer sehr heiss werden. Darum war es ideal, dass an den Testtagen Temperaturen um 30° herrschten. Auch ein vollbesetzter schwerer Doppelsitzer muss bei diesen Bedingungen mit ausreichend Sicherheitsmarge “clear of obstacles” sein. Zudem schleppt man in Schänis von 416 Meter bis auf Höhen von 3000 Metern. Das bedeutet, dass ein Schleppflugzeug eine konstant hohe Leistung erbringen muss. Technik-Chef Mike Hürlimann hatte die entsprechenden Tests in diversen Konfigurationen mit vollbesetzten Ein- und Doppelsitzern im August 2021 in Schänis durchgeführt.

Flugplatzfest St. Stephan mit Patrouille Suisse

Einmal pro Jahr lebt im Obersimmental die fliegende Vergangenheit auf. Im Mittelpunkt steht dabei der weisse «Papyrus»-Hunter und seine fliegenden Kollegen. Die früheren Kampfjets der Schweizer Luftwaffe locken regelmässig tausende Besucher auf ihre ehemalige Basis in St. Stephan. Am Flugplatzfest werden die Maschinen gezeigt und zahlreiche weitere Flugzeuge werden erwartet. Für Klein und Gross ein lautstarkes Erlebnis. Am Flugplatzfest haben Sie die Möglichkeit, Passagierflüge mit Helikoptern zu buchen oder einen Flug in einem virtuellen Flugsimulator zu absolvieren. An den zahlreichen Verkaufsständen können Sie sich mit verschiedenen Artikeln rund um die Fliegerei eindecken. Quelle: ‘Lenk/Simmental‘.

Deutsche Meisterschaft im Motorkunstflug 2022

Vom 3. bis 9. Juli fanden am Flugplatz Gera-Leumnitz (EDAJ) die 62. Deutschen Meisterschaften im Motorkunstflug statt. Und doch war es eine Prämiere: zum ersten Mal hat der neu gegründete Deutsche Kunstflug Verband e.V. die Ausrichtung übernommen. Gemeinsam mit dem Flugplatzteam Gera ist hier ein rundum gelungenes Event geglückt, das von allen Seiten mit großem Lob versehen wurde.

Am Sonntag den 3. Juli begann die Veranstaltung mit dem Eröffnungsbriefing für die knapp 30 Teilnehmer. Anschließend leitete der Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft Wolfgang Tiefensee mit einer kurzweiligen Rede den Abend ein, der von einem großzügigen Buffet begleitet war.

Bei idealen Wetterbedingungen bekam dann am Montag jede Pilotin, jeder Pilot die Möglichkeit sich mit der Box vertraut zu machen. Es lief alles zügig und diszipliniert ab, so dass jeder seinen 10-Minuten Slot optimal nutzen konnte. Am Abend schon begann dann der Wettbewerb mit den Free Known Flügen in der Klasse Unlimited.

Es folgten der Dienstag und Mittwoch mit weiterhin heißem und meist wolkenfreien Wetter an denen weitere Programme geflogen werden konnten, immer alle Kategorien im Wechsel. So hatten Unlimited und Advanced am Mittwoch Abend jeweils drei, Intermediate und Sportsman zwei Programme geflogen. Das “Bergfest” wurde am Abend dann mit einem großen Spanferkel und leckerem Buffet zelebriert.

Der Donnerstag hielt sich an sein schon lange vorher gesagtes Regenwetter und wurde daher ein Ruhetag für den Wettbewerb. Auch am Freitag Vormittag war die Wolkenbasis noch zu tief, so dass bis zum Nachmittag gewartet werden musste. Dort konnte dann das dritte Programm in Sportsman und Intermediate geflogen werden, anschließend das abschließende vierte Programm (Unknown 3) in Unlimited. Auch am Samstag wollte das Wetter nicht so recht mitspielen, so dass dort nur noch der Freestyle Wettbewerb durchgeführt werden konnte. Trotzdem wurde für alle Klassen eine gültige Wertung erreicht, mit jeweils drei Flügen für Sportsman, Intermediate und Advanced und den geplanten vier für Unlimited.

Der Deutsche Meistertitel ging souverän an Florian Bergér, der auch in jedem einzelnen Wertungsflug vorne lag! Die Silbermedaille holte sich der mehrfache Deutsche Meister Martin Albrecht. Auf Rang drei der Deutschen Meisterschaft landete Markus ‘Maxu’ Feyerabend, der allerdings hinter dem einzigen Teilnehmer aus dem Ausland landete, Cyrial Talon aus Luxemburg war nach Punkten Dritter im Wettbewerb.

In der Kategorie Advanced hatte das Ehepaar Sauels die Nase vorn, wobei Heike ihrem Mann Heinrich den Vortritt lassen musste. Dritter wurde Markus Extra. In Intermediate siegte Simon Greis vor Florian Fischer und Benny Knoll, in Sportsman Martin Laubner vor Ferdinand Popp und Dominik Kräh.

Den spektakulären Freestyle Wettbewerb vor großem Publikum am Samstag Nachmittag, konnte ebenfalls Florian Bergér für sich entscheiden, geflogt von Maxu Feyerabend und Heinrich Sauels. Den krönenden Abschluß bildete dann am Abend die Siegerehrung mit vielen strahlenden Gesichtern, leckerem Essen und dem einen oder anderen Drink. Eine geniale Veranstaltung, mit großem Dank an das Flugplatzteam Gera – besser hätte die Prämiere für den DKuV nicht laufen können! Quelle: ‘Kunstflugverband.de‘.

Dittingen: Regionalmeisterschaften im Segelfliegen

Mit zwei Tagessiegen, einem 2. und einem 4. Platz konnte sich Fabian Durrer gegen seinen Vater Philipp und das restliche Feld durchsetzen und sich so den Gesamtsieg holen. Philipp Durrer erflog sich den zweiten Rang, gefolgt von Roman Misun. Das Podium war somit komplett in den Händen der SG-Dittingen. Vier Flugtage, vier Aufgaben, vier mal ohne Zwischenfälle – mehr konnte man sich aus OK-Sicht nicht wünschen. Quelle und vollständige Tagesberichte: ‘Salomée Amstutz‘. Rangliste. Video: ‘TeleBasel‘.

Kinder entdeckten Segelfliegen auf dem Belpmoos

Am Flughafen Belp konnten am Mittwoch, 13. Juli Kinder und Jugendliche das Segelfliegen entdecken. Möglich machte dies der Ferienpass der Stadt Bern. Die kleinen Piloten waren begeistert vom Angebot und von der Aussicht von ganz oben. Quelle: ‘TeleBärn‘. >> Video.

Einer der jüngsten Fluglotsen Deutschlands

Ohne Tim Eggert (21) darf kein Flugzeug in Mannheim an diesem Tag starten oder landen. Hoch über dem City Airport dirigiert der Pfälzer aus dem Tower den Flugverkehr. Mit gerade einmal 21 Jahren ist Eggert einer der jüngsten Fluglotsen Deutschlands – und wirkt erstaunlich routiniert. “Die Abwechslung macht diesen Beruf so interessant”, sagt er. “Kein Tag ist wie der andere. Mal schwitzt man, weil so viel zu tun ist, und der Finger schmerzt vom Funken. Dann wiederum ist etwa Nebel – und hier ist gar nichts los.” Dann fordert ein Flugzeug seine ganze Aufmerksamkeit. “Mannheim Tower, Delta Uniform Foxtrott”, meldet sich ein Pilot, die Stimme kommt krächzend aus dem Lautsprecher. Eggert weist ihm eine Landebahn zu und notiert den Ankömmling auf einem Streifen in einem Kasten vor ihm.

So hat der Lotse stets im Blick, welche Flugzeuge sich an- oder abgemeldet haben. Ist eins gelandet oder gestartet, fliegt der Streifen aus dem Kasten. Schon naht die nächste Maschine. “Delta Echo Mike for Taxi”, krächzt es aus dem Lautsprecher. Der Himmel ist Eggerts Schicksal. Schon mit 14 Jahren sitzt er in einem Segelflugzeug, zwei Jahre später macht er den Pilotenschein und wechselt zum Motorflugzeug. Mit gerade einmal 20 Jahren wurde Eggert im vergangenen Jahr Deutschlands wohl jüngster Fluglotse. Dass er beide Perspektiven kennt, Tower und Cockpit, ist ihm wichtig. “Ich kann mich in Piloten hineinversetzen.” Sein Vater Dirk war selbst Fluglotse und ist heute Geschäftsführer der Firma Rhein-Neckar Air.

So lange dauert die Ausbildung
Tim Eggert steigt immer noch ins Cockpit. “Manchmal fliege ich für ein Wochenende nach Langeoog oder auch nur für ein Mittagessen nach Idar-Oberstein”, sagt er und schmunzelt. “Da kenne ich ein Restaurant mit tollen Rumpsteaks.” Eggert hat in Speyer und Böhl-Iggelheim gewohnt und fühlt sich nun auf der anderen Rhein-Seite wohl. Jedes 2. Wochenende schiebt er Dienst im Tower, in Mannheim arbeiten neun Fluglotsen in Schichten, meist zu zweit, von 6 Uhr bis 21 Uhr. Lotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) benötigen Abitur. “Wenn sie direkt im Anschluss bei der DFS beginnen und eine Ausbildung etwa drei Jahre dauert, kann man mit 21 Jahren voll ausgebildeter Lotse sein”, sagt ein DFS-Sprecher. Zwar sei Mannheim kein DFS-Flughafen. “Aber Herr Eggert ist sicher einer der jüngsten Lotsen Deutschlands.”

An diesem Tag hat Tobias Decker mit Eggert die 77 Stufen hoch in den Tower erklommen. Er hält Kontakt zu den sogenannten Centerlotsen in Frankfurt, die den Luftraum in einem größeren Radius im Blick haben. “Als Fluglotse musst du immer ein Ohr beim Kollegen haben, um zu hören, was aktuell läuft”, sagt Decker. Für mehr als zwei Menschen bietet der Tower in Mannheim kaum Platz. Hinter Eggert und Decker steht ein Tisch mit einer Kaffeemaschine und mit Krimskrams, eine quietschende Tür führt zu einem kleinen Außenbereich – das war es.

Katastrophe von Überlingen ist Ausbildungs-Thema
Fluglotsen müssen immer konzentriert sein, haben hohe Belastung und Verantwortung. Ein Moment Unachtsamkeit oder eine Fehlentscheidung kann Leben kosten. “Der 1. Juli 2002 ist in der Ausbildung durchaus ein Thema”, sagt Decker. Damals stießen über Überlingen ein Passagierflugzeug und eine Frachtmaschine zusammen. 71 Menschen starben. “Dass ein solches Unglück selten passiert, gibt einem Sicherheit, dass Ausbildung und System funktionieren”, sagt Eggert. Der Mannheimer Airport zählt bis zu 40.000 Flugbewegungen im Jahr. “Vordrängeln gibts nicht”, sagt Decker. Eggert ergänzt: “Wer wann und wie operiert, organisieren wir.” An diesem Tag muss ein Sportflugzeug einem Privatjet Pilatus PC-24 den Vorzug lassen. “Das ist auch eine Geldfrage”, sagt Eggert. “Wenn ein Sportflugzeug fünf Minuten warten muss, verbraucht es Sprit für einen Euro. Die Triebwerke eines Jets hingegen fressen in fünf Minuten gleich Sprit für 250 Euro.”

Die Auswahl bei Fluglotsen ist hart. Nötig sind etwa eine räumliche Vorstellungskraft und ein überdurchschnittliches Konzentrationsvermögen. Wie lange will Eggert den Job machen? “Das entscheidet eigentlich der Arzt”, sagt er und zuckt mit den Achseln. “Wenn er sagt “Ihre Augen und Ohren lassen nach”, ist meist Schluss.” Quelle: ‘Tag24‘. Fotos: ‘Uwe Anspach‘.

Lanzen-Turnau lädt heute zum Fly-In ein

Nach einem erfolgreichen Fly-In 2021 und dem Wunsch der Gastpiloten nach einer Wiederholung, veranstalten der FSC-Turnau und der LFK-Bruck auch heuer wieder wieder ein Pilotentreffen am Alpenflugplatz in der Obersteiermark. Nicht nur Piloten sind eingeladen sondern auch alle Freunde der Luftfahrt, Planespotter sowie Fans der vielen Sparten des Modellflugs. Neben Köstlichkeiten vom Grill gibt es auch gekühlte Getränke, Kaffee und Kuchen sowie eine große Verlostung mit einem Schnupper-Rundflug als Hauptpreis. Auf dem Programm steht relaxen, fliegen, schlemmen, schwimmen/baden, campen, bestaunen der Showflüge von Modellflugpiloten (Jets, Helis, etc.) sowie das Genießen einiger Showeinlagen der am Platz beheimateten Kunstflugzeuge und Oldtimer.

Neu ist das „Early-Bird” Angebot an alle anreisende Piloten: Wer an diesem Morgen einen Sunriseflug genießen möchte, kann ab 05:30loc in LOGL landen und bekommt ein gratis Frühstück, so die Veranstalter (gilt für Landungen bis 08:00 loc). “Eine dennoch große Bitte an die Early-Bird-Piloten: Um den freundlichen Kontakt zu unseren Flugplatz-Anrainern beibehalten zu können bitten wir um einen leistungslosen und leisen Direktanflug auf die Piste”, heißt es von den Veranstaltern.

Piloteninfo: Turm: 122,505MHz, Elevation: 2575ft, RWY 07/25 mit 700m gepflegtem Gras (fast Golfrasenqualität), Platzrunde: 3600ft Süd (vor 08:30loc nur leistungslose Direktanflüge!!!) Treibstoffe: Avgas von der Tankstelle & Super-95 aus Kanistern. Auf euer Kommen freuen sich der FSC-Turnau und der LFK-Bruck! Quelle: ‘austrianwings.info‘.

Segelflieger löste mit Notsignalen Suchaktion aus

Vermeintliche Flugzeugabstürze und reihenweise „Notsituationen“ hielten am Donnerstagnachmittag, 14. Juli 2022, die Leitstelle Tirol, Austro Control und Einsatzkräfte auf Trab. Nachdem zunächst immer wieder Notsignale von einem nicht registrierten Flugobjekt abgegeben worden waren, wurden im Tiroler Unterland große Suchaktionen gestartet. Letztlich stellte sich – zum Glück – aber alles anders dar. Gegen 12 Uhr startete ein 60-jähriger Deutscher mit seinem Segelflugzeug am Flugplatz in Langkampfen (Bezirk Kufstein): Der Pilot führte im Vorfeld sämtliche Sicherheits-Checks durch und überprüfte dabei freilich auch das sogenannte ELT-System, den Funksender, mithilfe dessen in Not geratene Flugzeuge geortet werden können.

System wurde unbemerkt aktiviert
Und genau dieser sollte in den nächsten Stunden für gehörige Aufregung sorgen: „Dieses System wurde derzeitigen Erkenntnissen zufolge vermutlich durch Erschütterungen im Zuge des Startmanövers manuell auf dauerhaften Betrieb aktiviert, ohne dass der Pilot dies bemerkte“, berichtete die Polizei. Die Folge: Gegen 16.30 Uhr meldete die Leitstelle Tirol einen möglichen Absturz eines nicht registrierten deutschen Luftfahrzeuges im Bereich Hinteres Sonnwendjoch im Gemeindegebiet von Thiersee. Etwa gleichzeitig meldete die Landesleitzentrale einen weiteren angeblichen Absturz einer Maschine beim Feldalphorn in Hopfgarten.

Kontaktaufnahme nicht möglich
„Eine Kontaktaufnahme mit dem Piloten und eine genauere Bezeichnung des Flugobjektes war aufgrund der fehlenden Registrierung des ELT-Systems nicht möglich. Deshalb wurde eine Suchaktion mit drei Hubschraubern gestartet. Während der noch andauernden Suchaktion langten weitere Notsignale bei der Austro Control ein. Diese wurden ebenfalls abgeflogen, die Suche verlief jedoch negativ“, so die Ermittler weiter.

Pilot zur Landung aufgefordert
Kurz vor 18 Uhr dann die Entwarnung: Von Mitarbeitern des Flugplatzes in Langkampfen konnte das Notsignal einem Segelflieger zugeordnet werden, der sich genähert hatte. „Der Pilot wurde daraufhin sofort zur Landung aufgefordert. Dabei stellte sich heraus, dass das Notsignal lediglich aus technischen Gründen ausgelöst wurde.“ Die Sucheinsätze konnten somit abgebrochen werden. Quelle: ‘Krone.at‘.

Thermikgott und Rauchopfer – wie man die Thermik beschwört

Aufbauender Hochdruck, Radiosonde Payerne mit einer Inversion, ausgeprägter kaum möglich und um dem ganzen noch etwas Pfeffer zu geben, ist auch noch mit einem ausgedehnten Cirrenschirm zu rechnen. Konditionen, bei denen selbst die Vögel zu Fuss unterwegs sind. Trotzdem fanden sich sechs unentwegte GliderCup-Crews ein, top-motiviert, Grosses zu reissen. Die Motivation wurde leider von den Konkurrenzleitern Urs Isler und Markus von der Crone während deren Meteoanalyse jäh gebremst. Die etwas kryptische Bezeichnung “Aufgabe 8” bedeutete: Startpunkt Durschschlegi; Flüelapass; Hospental; Durschschlegi, über eine Distanz von 256 km. Tönt prima vista nicht nach einer Weltrekorddistanz. Die Wetterprognose liess aber darauf schliessen, dass selbst diese Distanz für den Tag nicht trivial sein würde.

Die ausgeklügelten GliderCup-Taktiken der unterschiedlichen Crews hatten eines gemeinsam, Frühstart war nicht gefragt. Zuerst einmal in aller Ruhe Flugzeug einrichten, Mensch und Maschine auf die Aufgabe vorbereiten, bevor dann attackiert wurde. Zusammen mit meinem Bambini Thomas Kohli hat uns die Geduld um 12:45 verlassen und wir sind optimistisch in einen mit Cirren besetzen Himmel gestartet. Warum hoch schleppen, wenn’s tief auch schon zieht? Auf 1’500 am Regelstein haben wir das Triebwerk eingefahren. Tatsächlich lief es zu Beginn recht gut. Nach einem einstündigen, zermürbenden Kampf mit der schwachen Thermik im Toggenburg mussten wir unseren bleiernen Thermikspender nochmals bemühen. 1 3/4 Stunden nach dem Start konnten wir dann endlich unsere Aufgabe angehen.

Die Churfirsten versteckten sich in den Wolken, deshalb flogen wir in Richtung der wenig einladenden Flumserberge. Siehe da, die funktionierten einwandfrei, wenn auch nicht allzu hoch. So kam es wie es kommen musste, tief sind wir am Vilan vorbeigeflogen, dort gab es noch nicht einmal ein Anzeichen von lebenserhaltenden Konditionen. Hilflosigkeit trieb uns an die Sassauna, wo wir mit 1’500 m ü.M. ankamen. Eine 50minütige Odyssee spielte sich zwischen 1’500 und 1’700 m ü.M. an der Sassauna ab. Endlich wieder einmal auf 1’700 m ü.M. angekommen, flogen wir Richtung Schesaplana. Heinz Erb markierte dort einen Schlauch, in den wir “tous juste” einfädeln konnten; Danke Heinz nochmals an dieser Stelle.

In einem steten und sogar runden Aufwind bewegten wir uns zurück ins Geschäft, was im konkreten Fall 2’600 m ü.M. bedeutete. Die Welt gehörte uns wieder, jetzt aber “Deichsel (Knüppel) nach vorne”. Nun begann ein sehr schöner und genussvoller Streckenabschnitt. Den Wendepunkt Flüelapass holten wir uns aus äusserst komfortablen 3’000 m ü.M. Wir flogen auf der Südseite des Albulatals und glitten und glitten und glitten. Am Piz Beverin konnten wir etwas Hangwind nutzen. Lange war unklar, ob wir mit unserer Höhe ins Safiental einfädeln können. Auf der letzten Rille gelang uns dies und der Thermikgott zeigte Erbarmen mit uns, indem er genau dort wo wir ankamen, einen zuverlässigen Schlauch hingstellte; ich habe ihm dies abends mit einem Rauchopfer (Original Krumme) verdankt. Hier eine Bitte an alle SegelflugKolleginen, bitte gedenkt jeweils dem Thermikgott und verdankt ihm gute Aufwinde, es kann durchaus ein Rauchopfer sein. Wir müssen alles dafür unternehmen, den Thermikgott bei Laune zu halten, helft mit! Ab nun lief es relativ unspektakulär bis in die Region Piz Malèr. Da wurde es in einem 4 m/s-Aufwind nochmals richtig spektakulär; ich sage ja, den Thermikgott mit einem Rauchopfer… ich denke, ihr habt es verstanden.

Direct Hospental aus 3’100 m ü.M. – zurücklehnen, wir sind quasi “zu Hause”. Grosser Irrtum. Wir fielen im freien Fall in die Schöllenen-Schlucht. In no time fanden wir uns auf 2’350 m ü.M. im Maderanertal wieder. Rauchopfer während des Fluges sind übrigens eine blöde Idee und ich würde das auf keinen Fall empfehlen. Die Situation schien einigermassen hoffnungslos und die Ideen gingen uns aus. Und “blupp”, Thomas zauberte mitten im Tal einen Schlauch aus dem Ärmel, der uns auf 2’800 m ü.M. brachte, womit unsere Endanflughöhe erreicht war.

Über den Klausenpass im genussvollen Endanflug umrunden wir die Durschschlegi; “Aufgabe geschafft”, mit einer unglaublichen Schnittgeschwindigkeit von 58.14 km/h. Wir mussten uns abends anhören, dass man dies auch mit dem Velosolex hingekriegt hätte; wie heisst es, bei solchen Freunden braucht man keine Feinde.

Drei der angetretenen Crews haben die Aufgabe geschafft. Markus von der Crone mit Bambini Armin Müller haben mit einem Schnitt von 80.14 km/h gewonnen. Thomas Kubli und meine Wenigkeit haben es trotz Velosolex-Geschwindigkeit auf den zweiten Platz geschafft. Roland Hürlimann mit Bambini Peter Böni landeten mit einem Schnitt von 46.3 km/h auf dem dritten Platz. Roland und Peter waren die einzige reine Segelflugcrew, welche die knifflige Aufgabe ohne Versicherung im Gepäck umrundeten. Respekt!

Die Gesamtrangliste bleibt spannend, eine nächste Möglichkeit für Rochaden in der Rangliste bietet der Samstag, 23. Juli. Ich habe jedenfalls alles unternommen, um den Thermikgott positiv zu stimmen! Quelle: ‘Peter Schmid / Flugplatz Schänis‘.

Neue Halle für Oerlinghauser Segelflieger

Die Segelflugschule profitiert vom Förderprogramm „Moderne Sportstätten“ des Bundes. Das Fördergeld kommt der technischen Weiterentwicklung der Schule zugute. So groß der Segelflugplatz auch ist – eng ist es trotzdem. Um weiterhin auf dem Stand der Technik zu bleiben und den guten Ruf der Segelflugschule auch weiterhin zu erhalten, braucht die Einrichtung Platz. Platz für neuartige Technik, die auch im Segelflugbetrieb nicht stehenbleibt.

Halle soll schnell gebaut werden
Für eine neue Halle ist der Segelflugschule nun ein Förderbetrag in Höhe von 600.000 Euro überreicht worden. Das Geld stammt aus dem Bundesprogramm „Moderne Sportstätten“. Um die Förderung musste sich Carsten Kopsieker, Leiter der Segelflugschule, nicht einmal bewerben. Der Bedarf wurde vom Landesverband abgefragt. Für die Sportstätten in NRW standen sechs Millionen Euro zur Verfügung. Anfang Mai kam die frohe Botschaft in Oerlinghausen an.

„Wir werden eine Mehrzweckhalle mit dem Schwerpunkt Technik bauen“, sagt Kopsieker. Bei der Technik wird es in großen Teilen um das elektrische Fliegen gehen. „Die E-Fliegerei ist momentan noch nicht präsent“, sagt Kopsieker im Gespräch mit nw.de. „In vier bis fünf Jahren wird sich der E-Antrieb für Segelflugzeuge durchgesetzt haben“, sagt er. Demzufolge sei der Bau der neuen Halle eine Investition in die Zukunft.

Die Halle soll multifunktionell genutzt werden. Zum einen für technische Lehrgänge, die auch in der Ausbildung zum Leichtflugzeugbauer vorgeschrieben sind, als auch für Luftfahrtbegeisterte, die ihre Segelflugzeuge selbst pflegen möchten. Außerdem soll die Halle für Vortragsveranstaltungen genutzt werden. Und im Winter sollen dort auch Flugzeuge untergebracht werden können.

Für die Technik sind weitere 500.000 Euro nötig
Die 600.000 Euro Fördergeld reichen laut Kopsieker für das Gebäude. Um die Technik einzubauen, sind noch einmal 500.000 Euro notwendig. „Wir streben dafür an, ins Förderprogramm zu kommen, dass der Landessportbund in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr und der Staatskanzlei NRW auflegen will“, sagt der Flugschulleiter.

Die Halle wird in Stahlbauweise errichtet, Angebote von drei Firmen liegen vor. Die Bodenplatte soll nach dem Wunsch von Carsten Kopsieker noch vor dem ersten Frost fertig sein, Baubeginn ist voraussichtlich September oder Oktober. Gebaut werden soll die Halle gegenüber der bereits bestehenden Halle, dort, wo jetzt noch ein Bolzplatz liegt. Die Halle wird eine Länge von 37 Metern und eine Breite von 25 Metern haben, umfasst also 925 Quadratmeter. Mit dem Bau der Halle unterstreicht die Segelflugschule ihre führende, international beachtete Rolle als Ausbildungsstätte für Segel- und Motorflug. Carsten Kopsieker resümiert: Wer uns besucht hat, wer bei uns fliegen gelernt hat, wer Fortschritte in seinem Können erzielt hat, soll eine nachhaltige, auch emotionale Bindung zur Schule entwickeln“, sagt Kopsieker. Quelle: ‘NW‘.