Archiv der Kategorie: Segelflug-News

Übersichtliche Kurznachrichten der Ereignisse im Segelflug.

FAI-Sailplane Grand Prix in Vinon

Von Sonntag, 4. bis Samstag, 10. September fliegen im südfranzösischen Vinon 20 Pilot/innen um die beste Rangierung im Sailplane Grand Prix und um die Qualifikation für die Finalrunde Ende August 2023 im italienischen Pavullo.

Hier finden Sie die Informationen des Veranstalters, aber auch die live-kommentierte Übertragung der Rennen auf dem youtube-Kanal.

Water Landing: An Interview with David Krautter

David Krautter grew up flying at a small airport near Huntsville, Alabama named Moontown. He received his private pilot’s license at 17. He attended Georgia Tech in Atlanta and studied aerospace engineering. David got into soaring in 2010 after he graduated, flying with the Mid Georgia Soaring Association. During that time he started competing and working on improving his cross country skills. David moved to California in 2018 and purchased an LS-6. He spent the last year completely refinishing and modifying the LS-6 with new winglets and other modifications. Two months after refinishing it he landed in Lake Tahoe during the Truckee Regional contest… David is here to share his story and the events that led up to that crash. Source: ‘Soaringthesky.com‘.

Bürgermeister gehen in die Luft

Hoch hinaus strebten die Bürgermeisterin von Hepstedt, Heidi Stelljes, und ihre Kollegen Knut Ehlert (Westertimke) und Oliver Moje (Samtgemeinde Tarmstedt) bei der Segelfluggemeinschaft in Westertimke. Hoch hinaus strebten jetzt die Bürgermeisterin von Hepstedt, Heidi Stelljes, und ihre Kollegen Knut Ehlert (Westertimke) und Oliver Moje (Samtgemeinde Tarmstedt). Auf Einladung der Airbus Segelfluggemeinschaft Bremen haben sie sich die Anlage des Vereins in Westertimke angesehen und sind auch im Segelflieger mitgeflogen, heißt es in einer Mitteilung. Die Bürgermeisterin aus Tarmstedt, Hella Rosenbrock, und Kirchtimkes Bürgermeister Frank Tibke seien terminlich verhindert gewesen, würden den Besuch aber auf jeden Fall nachholen.

Die erst im vergangenen Jahr neu in ihre Ämter gewählten Bürgermeister erfuhren, dass die Segelfluggemeinschaft einer der größten Segelflugvereine in Norddeutschland ist, die ihren Mitgliedern einen sportlichen Rahmen von der fliegerischen Grundausbildung bis zum wettbewerbsmäßigen Spitzensport ermögliche. Den hohen technischen Stand zu halten, sei sehr teuer. Dennoch sei das Segelfliegen keine besonders teure Sportart, erklärte der Ehrenvorsitzende Rolf Struckmeyer. Dies liege am hohen Anteil an Eigenleistung durch die Vereinsmitglieder. „Würden sich unsere Mitglieder nicht an jedem Wochenende unentgeltlich für den Verein einbringen, wäre Segelfliegen tatsächlich eine exklusive Sportart.” Auch die Fluglehrer bildeten ausnahmslos ehrenamtlich aus.

Der Vorsitzende Lars Hagemann erläuterte die sehr hohen gesetzlichen Auflagen, die vom Verein im Flugbetrieb und in der Werkstattarbeit auch bei ehrenamtlicher Tätigkeit zu erfüllen seien: „In unseren Werkstätten wird hochqualifizierte Arbeit geleistet, die nach Abschluss durch einen beauftragten Prüfer des Luftfahrtbundesamtes freigegeben werden muss. Salopp gesagt: Unsere Werkstätten sind keine Bastelbuden für Hobbywerker.“

In einem Rückblick stellt Rolf Struckmeyer zwei Höhepunkte der jüngeren Vereinsgeschichte vor: den Kauf von großen Teilen des Flugplatzgeländes 2010 und die Verschmelzung mit einem anderen Verein im Jahr 2017. „Der Kauf unserer Hauptstart- und Landebahn bedeutete eine starke finanzielle Belastung für uns“, so Struckmeyer. „Den Kaufbetrag konnten wir nur dank vieler persönlicher zinsloser Darlehen aus der Mitgliedschaft und dem Verkauf von hochwertigem Fluggerät aufbringen.” Der zweite Vorsitzende Thomas von Larcher erklärte, dass der Flugplatz ein reines Segelfluggelände sei und bleiben würde, auf dem neben den zehn vereinseigenen Segelflugzeugen lediglich ein Motorsegler stationiert sei, der auch als Schleppflugzeug diene.

Die vom Verein angebotenen Kunstflug-Lehrgänge hätten mittlerweile bundesweit Interesse gefunden, sodass diese Lehrgänge einmal jährlich für jeweils eine Woche angeboten werden. Beim Kunstflug gelte wie beim gesamten Segelfliegen: Ziel sei hohes fliegerisches Können, bei dem die Sicherheit immer höchste Priorität habe. Für Sonntag, 4. September, planen die Segelflieger einen Tag der offenen Tür. Zu herabgesetzten Gastfluggebühren können Besucher die Umgebung Tarmstedts aus der Luft betrachten. Quelle: ‘Weser-Kurier‘.

Wie man einem Menschheitstraum nahe kommt

Durch die Luft zu schweben wie ein Vogel – Segelflieger kommen diesem Menschheitstraum sehr nahe. Beim Flugsportclub in Giebelstadt FSCG tun sie das sogar so erfolgreich, dass das Team aus 15 Pilotinnen und Piloten heuer erstmals als einer von 30 Flugsportclubs in der zweiten Bundesliga starten darf. Hunderte von Kilometern durch die Luft zu gleiten, ohne Motor, nur getrieben von den Kräften der Natur und dem eigenen Können – für Joachim Freitag macht dies die große Faszination des Segelfliegens aus. Am 5. Juli ist ihm im Zweisitzer gemeinsam mit Jens Jurgan der erste Flug über eine Strecke von mehr als 1000 Kilometern gelungen. “Das ist ein Ritterschlag für jeden Segelflieger”, sagt Elias Breunig, der Vorsitzende des FSCG. Wie Freitag und Jurgan gehört auch Elias Breunig zu dem 15-köpfigen Team, das zwischen April und August an jedem Wochenende um Punkte in der Bundesliga-Wertung kämpft.

Ein Tag Pilot
Segelflug betreibt der FSCG seit den Gründertagen im Jahr 1952. Privater Motorflug war damals noch von den Alliierten verboten. Also mussten die Flieger mit den aus Holz, Stoff und Spannlack zusammengezimmerten Kisten vorlieb nehmen.

Erfahrung und Geschick des Piloten entscheidend
Inzwischen bestehen Segelflugzeuge aus glas- und kohlefaserverstärktem Kunststoff. Die Fliegerei an sich hat das nicht verändert. Über eine Winde und ein Drahtseil wird das Flugzeug beschleunigt und steigt auf eine Höhe von bis zu 600 Metern. Wenn das Drahtseil ausgeklinkt ist, kommt es allein auf das Geschick der Piloten an.

“Dann musst du einen Bart finden”, erklärt Julian Krause. “Bart”, so nennen die Segelflieger die senkrechten Aufwinde, die manchmal von kleinen Wolken angezeigt werden, die sich aber manchmal auch unsichtbar über Taleinschnitten oder Waldrändern bilden. Einen solchen Bart zu erkennen, erfordert Erfahrung und Geschick. Doch wenn der Pilot erst einen starken Aufwind gefunden hat, kann es auf kreisender Bahn bis auf 3000 Meter in die Höhe gehen, um von dort dem erwählten Ziel entgegen zu steuern – auf der Suche nach dem nächsten Bart. Seit es die Segelfliegerei gibt, gibt es auch Wettbewerbe, erzählt Elias Breunig. Doch der Aufwand dafür sei früher hoch gewesen gewesen. Über dem vorbestimmten Kurs, in der Regel ein Dreieck, mussten die Piloten markante Bauwerke oder Landmarken fotografieren, um ihren Flug nachzuweisen. Nach dem Flug vergingen Stunden, bis der Gewinner feststand.

In Zeiten der Satelliten-Navigation geht alles einfacher. Ein sogenannter GPS-Logger zeichnet in jedem Augenblick des Flugs Standort und Höhe auf und erlaubt später am Computer in Sekundenschnelle die Auswertung. “Die Digitalisierung seit Anfang der 2000-er Jahre hat der Segelfliegerei einen unheimlichen Aufschwung beschert”, sagt Elias Breunig. Seitdem gibt es neben Einzelwettbewerben auch richtige Ligen, in denen sich die einzelnen Vereine über eine ganze Saison hinweg miteinander messen können. Bis vergangenes Jahr startete der FSCG in der Bayernliga, dann gelang der Sprung in die zweite Bundesliga. Um zwischen unterschiedlich günstigen Standorten und verschiedenen Flugzeugtypen einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen, wurde ein spezieller Modus entwickelt. Nicht die Zeit oder die zurückgelegte Entfernung entscheidet, sondern die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit, die während des Fluges innerhalb eines beliebigen Zeitfensters von zweieinhalb Stunden erreicht wurde.

Jedes Wochenende zwischen April und August gilt als Flugtag. Die drei schnellsten Wertungen eines Vereins werden nach jedem Wochenende addiert. Für die höchste Gesamtwertung gibt es 30 Punkte, für die schlechteste einen. Nach dem 18. Flugwochenende hat der FSC Giebelstadt inzwischen 125 Punkte auf dem Konto und darf sich mit dem 14. Tabellenrang vorzeitig auf ein weiteres Jahr in der zweithöchsten deutschen Segelflug-Liga freuen. “Für den Verein ist das die beste Wettbewerbsform”, sagt Elias Breunig. Auch deshalb, weil nicht der einzelne Pilot, sondern das Team im Vordergrund steht. “Der Teamgeist ist enorm wichtig, weil der ganze Verein seinen Beitrag leisten muss”, sei es bei der Instandhaltung der Flugzeuge, bei der Flugsicherung oder bei der Unterstützung der Piloten. “Wenn keiner an der Winde steht, können wir auch nicht fliegen.”

“Fliegen ist kein teures Hobby, billiger als ein regelmäßiger Disko-Besuch.”
…sagt Joachim Freitag. “Man braucht wenig Geld, aber viel Zeit.” Am Computer lässt er derweil seinen ersten 1000-Kilometer-Flug Revue passieren. Am 5. Juli um 8.32 Uhr war er gemeinsam mit Jens Jurgan in Giebelstadt gestartet, allerdings nicht mit der Winde sondern mit einem kleinen Klappmotor, der nach dem Start im Rumpf des Segelflugzeugs verschwindet. “An der Wetterlage haben wir gesehen, dass heute etwas gehen könnte”, erinnert sich Freitag. Quelle: ‘Mainpost‘.

“Haube geschlossen, verriegelt…”

Im Endanflug, etwa 30 m über Grund, öffnete sich die vordere Cockpithaube des Segelflugzeuges. Beim Versuch des Piloten, die Haube zu schließen, geriet das Segelflugzeug in einen steilen Bahnneigungsflug und prallte auf die Piste.

Ereignisse und Flugverlauf
Der Pilot war mit seinem Fluggast um 16:52 Uhr auf dem Segelfluggelände Stauffenbühl mit dem Segelflugzeug G 103 C gestartet. Der Start erfolgte auf der Piste 02 im Windenschlepp. Laut Flugwegdatenaufzeichnung flog das Segelflugzeug westlich des Flugplatzes im thermischen Aufwind. Es war der 4. Flug des Piloten mit demselben Fluggast an dem Tag. Die 3 vorhergehenden Flüge waren Platzrundenflüge von jeweils etwa 5 Minuten Dauer. Der Fluggast hatte den Start und den Flug mit seinem Mobiltelefon gefilmt und den Film noch während des Fluges ins Internet gestellt. Auf dem Film war zu sehen, dass unmittelbar vor und während des Windenstarts der Hebel der Verriegelung der vorderen Kabinenhaube senkrecht stand und sie somit nicht verriegelt war. Um 17:15 Uhr befand sich das Segelflugzeug im Landeanflug auf die Piste 20. Als das Segelflugzeug an der Winde vorbei flog, beobachtete der Windenfahrer, dass sich in einer Höhe von etwa 30 m über Grund die vordere Kabinenhaube öffnete und der Pilot versuchte, sie festzuhalten bzw. wieder zu schließen. Dabei sei das Segelflugzeug in einen steilen Bahnneigungsflug übergegangen und etwa 40 m hinter dem Pistenanfang auf den Boden geprallt. Die beiden Insassen verstarben an den Folgen des Aufpralls. Quelle / vollständiger Bericht: ‘BFU‘.

Unsichere Steuergestänge. Sicherheits-Empfehlung.

Vorgeschichte
Ende Mai 2022 fanden auf dem Flugplatz Sion (LSGS) die Regionalmeisterschaften im Segelflug unter Leitung des Segelflugvereins «Vol à Voile Club Valais» (VVCV) statt. Am 28. Mai 2022 schrieb die Wettbewerbsleitung eine Aufgabe entlang der Hauptachse des Wallis aus, die bis in die Region der Riederalp und dem Col de la Forclaz führte. Die nicht-eigenstartfähigen Segelflugzeuge wurden mit Schleppflugzeugen in den Warteraum an den nordöstlich von Sion gelegenen Berghängen geschleppt. Anschliessend starteten die eigenstartfähigen Segelflugzeuge und stiegen ebenfalls in diesen Warteraum.

Verlauf des Unfalls
Der Pilot des als HB-2320 eingetragenen, eigenstartfähigen Segelflugzeuges DG 800-B startete am 28. Mai 2022 um 14:53 Uhr vom Flugplatz Sion (LSGS). Auf einer Flughöhe von rund 2200 m/M schaltete der Pilot den Motor des Flugzeuges aus und fuhr das Ausklapptriebwerk in den Rumpf ein. Anschliessend flog er in mehreren langgezogenen Achten dem Westhang der Crêta Besse entlang und gewann dabei stetig an Höhe. An diesem Hang flogen weitere Segelflugzeuge, die auch an der Regionalmeisterschaft teilnahmen.

Um 15:14 Uhr sahen mehrere Piloten, wie sich ein Segelflugzeug, bei dem es sich um die HB-2320 handelte, im Trudeln (Vrille) befand und nach wenigen Umdrehungen um die Längsachse auf rund 2500 m/M auf dem steilen Berghang aufschlug. Das Flugzeug wurde beim Aufprall, der nicht überlebbar war, zerstört. Siehe auch Unfallmeldung der Kantonspolizei Wallis.

Steuerorgane und Steuergestänge
Das Segelflugzeugmuster DG-800 B ist mit konventionellen Steuerflächen ausgerüstet: Höhen- und Seitenruder befinden sich am Heck, Quer- und Wölbklappen als Flaperons kombiniert sowie Bremsklappen sind an den beiden Tragflächen angebracht. Die Steuerung von Höhen- und Querruder erfolgt über den Steuerknüppel, der sich zwischen den Beinen des Piloten befindet, die Betätigung der Wölbklappen und der Bremsklappen über entsprechende Hebel auf der linken Cockpitseite. Das Seitenruder wird über Pedale bewegt.

Die Bewegungen an Steuerknüppel und Wölbklappen- resp. Bremsklappenhebel werden über Steuerstangen (push-pull-rods) und Umlenkhebel durch den Rumpf und die Tragflächen resp. das Leitwerk an die Steuerflächen übertragen. Dabei sind die Steuergestänge hinter Verkleidungen geführt und deshalb nicht einsehbar. Gewisse Enden der Stahlrohre dieser Steuergestänge sind mit einem Innengewinde versehen. In dieses ist ein Gelenkkopf mit Aussengewinde eingeschraubt, der mittels einer Mutter, die der Hersteller als Kontermutter bezeichnet, und Fächerscheibe gegen eine ungewollte Verdrehung gesichert ist.

Technische Befunde
Die bisherige Untersuchung des Segelflugzeuges ergab folgende Feststellungen betreffend die Steuerorgane und das Steuergestänge:

  • Diverse Kontermuttern an Gelenkköpfen mit Aussengewinde des Steuergestänges waren lose.
  • Die Fächerscheiben zwischen den losen Kontermuttern und Steuerstangen waren vorhanden.

Bei zwei weiteren in der Schweiz resp. Norditalien verunfallten DG-800 B mit ähnlichem Baujahr wurden gleichartige Befunde betreffend gelöste Kontermuttern an Steuerstangen festgestellt. Zu diesen Unfällen wurden bisher noch keine Zwischen- oder Schlussberichte veröffentlicht.

Sicherung der Gelenkköpfe
Beim verunfallten Segelflugzeug des Musters DG-800 B waren diverse Kontermuttern bei den Gelenkköpfen der Steuerstangen lose, was sich nicht durch die Folgen des Unfalls erklären liess. Daraus kann geschlossen werden, dass sich die Verbindungen bereits vor dem Unfall gelöst haben und dieser Zustand möglicherweise seit längerer Zeit bestand.

Das unbeabsichtigte Lösen der Kontermuttern an den Steuerstangen kann die Betriebssicherheit der Steuerelemente beinträchtigen. Dies stellt ein Sicherheitsdefizit dar, deshalb die SUST eine Sicherheitsempfehlung ausspricht. Es ist denkbar und naheliegend, dass das Design der Steuerelemente bei der DG-800 B in ähnlicher Art und Weise auch bei anderen Segelflugzeugmustern und Herstellern verwendet wird. Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich, dass das obengenannte Sicherheitsdefizit auch bei anderen Segelflugzeugmustern und Herstellern auftritt, weshalb die SUST einen entsprechenden Sicherheitshinweis ausspricht.

Sicherheitsempfehlung
Bei einem verunfallten, eigenstartfähigen Segelflugzeug des Musters DG-800 B waren diverse Kontermuttern bei den Gelenkköpfen der Steuerstangen lose, was sich nicht durch die Folgen des Unfalls erklären liess. Daraus kann geschlossen werden, dass sich die Verbindungen bereits vor dem Unfall gelöst haben und dieser Zustand möglicherweise seit längerer Zeit bestand. Nicht festgezogene oder nicht korrekt gesicherte Kontermuttern an den Steuerstangen können die Betriebssicherheit der Steuerelemente beinträchtigen.

Sicherheitshinweis
Hersteller, Halter und Eigentümer von Segelflugzeugen sollten die Unversehrtheit der Steuergestänge regelmässig überprüfen und insbesondere sicherstellen, dass die Sicherungen an Steuerelementen sachgemäss angebracht sind. Quelle / vollständiger Zwischenbericht: ‘SUST‘.

Der bei diesem Unfall tragisch verunglückte Pilot Bert Willing hat 2008 diesen beachtenswerten Aufsatz zum Thema ‘Wie überlebt man den Segelflug? geschrieben.

Im Föhnsturm vom Arlberg zum Mont Blanc

In diesem Bericht nehme ich Sie mit auf eine stürmische Reise im Föhn vom Arlberg in die Westalpen bis zum höchsten europäischen Gipfel – dem Mont Blanc.

Wir bewegen uns auf diesem virtuellen Flug quer durch die Schweizer Alpen in unterschiedlichen Höhenbändern und einmal auf der Luv– und einmal auf der Leeseite – dort einmal tief den Hängen und Berggipfeln entlang sowie einmal eine Etage höher in den Föhnwellen-Systemen über den Glarner-, den Zentral und den Berner Oberländer Alpen.

Gleichzeitig zeige ich Ihnen mit aufwendigen grafischen Illustrationen auch die bekannten, tiefen Einstiegspunkte in das Föhnwellen-System der Schweizer Alpen.

Sie erhalten hier einen ausführlichen, reich bebilderten und illustrierten, zwölfseitigen Maxi-Beschrieb über jahrelang selber erkundete Segelflug-Pfade durch den Südföhn-Sturm sowie IGC-Muster-Files ‚zum-selber-nachfliegen‘.

Segelflieger-Schnupperkurs auf dem Anklamer Flugplatz

Es ist viel los auf dem Anklamer Flugplatz in diesen Tagen – trotz Sommerhitze und Gewitter haben hier die Segelflieger ihr Lager aufgeschlagen und laden derzeit zum Schnupperkurs ein. Zusammen mit den Flugschülern des Vereins lernen sie nicht nur allerhand übers Fliegen, sondern auch, welche Werte den Fliegern besonders wichtig sind und warum das Segelfliegen nicht umsonst als Mannschaftssport gewertet wird.

Besonderer Vater-Sohn-Urlaub
Unter den Schnupperkurs-Teilnehmern ist auch Matthias Mantei von der Insel Usedom. Er nimmt zusammen mit seinem 18-jährigen Sohn Matthias Maximilian an dem Segelflieger-Ferienlager teil. Für Vater und Sohn ein Urlaub der ganz besonderen Art. „In gewisser Weise wird ein Traum wahr”, sagt der Usedomer, der nun für eine Woche Bürostuhl gegen Cockpit tauschte.

Doch das Segelfliegen funktioniert keineswegs im Autopiloten: „Es ist durchaus fordernd für Kopf und Körper. Man muss sich in ein ganz neues Thema hineindenken, da bleibt keine Zeit für Gedanken an den Job. Zudem ist die Gemeinschaft hier stark, da macht wirklich Spaß auf dem Platz und lohnt sich auszuprobieren”, freut sich der Vater. Für seinen Sohn soll das Segelfliegerlager zudem auch als berufliche Orientierung dienen, da er derzeit noch über eine Laufbahn bei der Bundeswehr nachdenke.

Liebe zum Fliegen neu entdeckt
Der Zusammenhalt unter den Segelfliegern ist es auch, der Thomas Schreier neben dem Fliegen am meisten begeistert. Er war am Mittwoch sogar Startleiter für die Truppe und hat seine Leidenschaft zum Segelfliegen erst vor wenigen Jahren neu entdeckt. Schon 1969 habe der Anklamer die Ausbildung absolviert, danach flog er etwa fünf Jahre, ehe Familie und Beruf in den Vordergrund rückten und er das Fliegerhobby 1974 erst einmal wieder aufgab. Doch dann kam der Vintage Glider Club 2018 nach Anklam. Bei einem Schnupperflug habe es dann sofort wieder “klick” gemacht, berichtet Schreier mit leuchtenden Augen. Quelle: ‘Nordkurier‘.

Physik zum Anfassen

Da staunten die Schülerinnen und Schüler am Frobenius Gymnasium nicht schlecht, als am Mittag eines heißen Julitages ein echtes Segelflugzeug auf dem Schulhof stand. Aus der Luft gelandet war es bestimmt nicht. Die Lösung um das Rätsel über den Segelflieger auf dem Schulhof: Das Segelflugzeug wurde als Anschauungsmaterial für ein zweitägiges Projekt der Fahrtenwoche der Klasse 8a aufgebaut, wie die Flugsportgruppe Hammelburg in einer Pressemitteilung berichtet. Gemeinsam mit der Flugsportgruppe Hammelburg hatten die Schülerinnen und Schüler eine außergewöhnliche Idee in die Tat umgesetzt. Segelflugsport ist eine spannende Sache, sagte man sich in der Klasse, das wollen wir genauer wissen.

Tag 1: Theorie über’s Fliegen
Am ersten Tag gab es Theorieunterricht in der Schule. Frank Luft, Fluglehrer und Ausbildungsleiter der Flugsportgruppe, vermittelte das wichtigste Basiswissen. Wie ist ein Flugzeug konstruiert, wie wird es gesteuert, und warum fliegt es überhaupt? Ganz wichtig für den Segelflug sind Wind und Wetter, die Schwerkraft und die thermischen Aufwinde als treibende Energien, um ohne Motor weite Strecken zurücklegen zu können. Damit es so richtig Substanz bekommt, inspizierte die Klasse danach im Schulhof die LS1, ein Hochleistungsflugzeug. Sie konnte Klappen, Ruder, Steuerung, Cockpitinstrumente und vieles mehr am realen Objekt anfassen.

Praxis an der Hohen Lanz
Tags darauf war die Fortsetzung des praktischen Teils an der Reihe. Nach einer Wanderung auf die Hohe Lanz waren die diversen Anlagen des Hammelburger Flugplatzes erstes Unterrichtsthema. Wie auf einem Flughafen, gibt es hier einen Tower mit Funkanlage, Hangars, eine eigene Werkstatt und eine Landebahn mit Vorfeld. Es braucht viele Hände, bis ein Segelflugzeug in die Luft kommt. Die Schülerinnen und Schüler durften mithelfen, ein Flugzeug aufzubauen, die Seilwinde vorzubereiten und lernten viel über die notwendigen Sicherheitschecks an allen Geräten. Mathematik- und Physiklehrer Nicolas Braune zeigte sich beeindruckt: “Herr Luft und die Leute von der Flugsportgruppe machen das wahnsinnig gut.” Als Pädagoge weiß er, wovon er spricht.

Segelflug im Angebot
Am Mittag war der Schulunterricht offiziell beendet. Die Flugsportgruppe legte noch ein Angebot obendrauf: Wer wollte, durfte am Flugplatz bleiben und am Nachmittag einen echten Segelflug erleben. Eine Einladung, die von vielen angenommen wurde. Platz zu nehmen auf dem vorderen Sitz des ASK13-Segelschulflugzeuges und sich mit der Winde rasant hinauf ziehen zu lassen, das war schon ein Erlebnis. Auf dem hinteren Sitz war natürlich ein erfahrener Segelfluglehrer mit an Bord.

“Start ist wie Achterbahnfahren”
Nach den Eindrücken gefragt, war der erste spontane Ausruf: “Der Start ist wie Achterbahnfahren”, um sofort von einem anderen Schüler korrigiert zu werden, dass es noch viel besser wäre als eine Achterbahn. Alle waren fasziniert von der Aussicht auf Hammelburg: Die Schülerinnen und Schüler konnten sogar ihr eigenes Haus von oben sehen. Die 14-jährige Lara fand es besonders toll, wie man im Team zusammenarbeitet, denn auch jetzt packten alle mit an und konnten nach einer gründlichen Einweisung sogar den Funkverkehr abwickeln. Dank eines ausführlichen Briefings wegen der Temperaturen über 30 Grad waren alle mit ausreichend Getränken, Sonnenschutz und Mützen ausgestattet. So war es trotz der Hitze ein “cooler” Tag. Letztendlich ging es nicht in erster Linie um einen spannenden Zeitvertreib. Viel wichtiger war die Erfahrung, zu sehen, dass Physik eine praktische Anwendung hat und wie wertvoll Teamarbeit ist. Quelle: ‘InFranken‘.

Über den Feldern nahe der Yonne

Nach einer längeren Anreise über die weiten Felder Frankreichs haben wir eine AirBnB Wohnung bezogen. Zu Fuss waren es nur zwei Minuten bis zu den Toren des Hangars. Gut gestärkt von den leckeren französischen Croissants wurden unsere Flugzeuge am 31. Juli montiert und gerüstet. Den neuen Gesichtern in PSY wurde die Umgebung aus der Luft und der neue Flugplatz gezeigt. Der grösste Unterschied zu unserem kleinen aber bescheidenen Plätzchen ist die Länge und die mehr oder weniger perfekte, ebene Fläche. Die Piloten mit mehr Erfahrung versuchten schon Strecken-Kilometer zu erfliegen. Mit guten Bedingungen in den Folgetagen lag die Schwierigkeit mehr darin, der Versuchung zu widerstehen weiter zu fliegen und auch mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen.

Nach drei Tagen stiessen dann auch noch Erwin und Fredi S. mit ihren Flugzeugen dazu und wir waren vollzählig. Mit drei Doppelsitzern und doppelt so viel Einsitzern war unsere Flotte gut bestückt und jeder Pilot hatte ein Plätzchen. Mit ein wenig Hilfe der Franzosen wurde ein sehr gut laufender Betrieb auf die Beine gestellt, der keine Wünsche offen liess. Jeder, der die Wolken von näherem betrachten wollte, konnte dies zur genüge tun. Jörg K. und Matthias K. konnten ihren ersten Flüge über fünf Stunden absolvieren, ein weiterer kleiner Schritt Richtung Streckenflugberechtigung. Währenddessen flogen andere mehr als 400km – z.B. nach Chartres oder knapp vor die belgische Grenze oder auch nähere Ziele wie Montargis wurden in Angriff genommen und dann auch beim Feierabendbier glorreich mitgeteilt.

Am Donnerstagabend zog ein Gewitter auf, dass die Zusammenarbeit auf dem Boden verlangte, aber durch eine grossartige Teamarbeit und mit Hilfe der Franzosen waren die Flieger schnell hangariert und vor den Schauern geschützt. Am nächsten Tag gab es hervorragendes Segelflugwetter. Wie immer wurde um ca. 13 Uhr gestartet und erst nach 19 Uhr landeten die letzten Piloten. Nach einer Wochen sehnten sich die ersten schon wieder nach dem Büro und begaben sich auf den Heimweg. Trotz einer kleineren Truppe war der Himmel gut gefüllt. Am Abend testete man die Kochkünste der Überflieger oder auch teilweise der Restaurants in der Umgebung. Viel kulinarische Vielfalt konnte man erleben.

In der zweiten Woche verschwanden die Wolken komplett und nur noch blauer Himmel war zu sehen. Im Verlauf der Woche wurde der Nordost/Ostwind stärker und es wurde schwieriger, die Thermik zu nutzen. Trotz der Hitze von bis zu 37 Grad versuchten drei Piloten ihren 50km Streckenflug zu absolvieren. Am Mittwoch musste der Flugbetrieb wegen des starken Seitenwindes abgebrochen werden. Nach einer noch stärkeren Windprognose beschliessen wir am Donnerstag, dass wir die Flieger wieder in die weissen Anhänger verfrachten und ihnen mal eine Auszeit gönnen nach den vielen Flugstunden. In Pont sur Yonne wurde jeden Tag viel geflogen und es war ein sehr lehrreiches Lager für alle. Vielen Dank fürs Organisieren Remi, danke den Fluglehrern Stephan und Fredy und bis nächstes Jahr! Bericht und Fotos von Matthias Kummer.

Segelflug Grand Prix Bosnia & Herzegovina 2022

Vom 30. Juli bis zum 6. August fand in Livno (Bosnien-Herzegowina) der Segelflug Grand Prix Bosnia & Herzegovina 2022 statt. Der Haiterbacher Matthias Sturm mit seiner fliegerischen Heimat beim Luftsportverein Schwarzwald konnte nach sieben Wertungstagen Platz drei dieses international besetzten Wettbewerbs erringen.

Schon am ersten Tag wie zu Hause
Pünktlich zum Trainingstag reiste Sturm mit seiner Lebensgefährtin Heike Schatz nach Livno. Der Trainingstag gibt den Wettbewerbspiloten die Gelegenheit, den Flugplatz und die Umgebung kennenzulernen. Dies geschieht mittels einer realistischen Wettbewerbsaufgabe. Sturm fühlte sich sofort sichtlich wohl in der neuen Umgebung und bewältigte die Trainingsaufgabe in der schnellsten Zeit.

Familiäres Ambiente mit internationalem Flair
Das relativ kleine Wettbewerbsfeld mit sieben Teilnehmern und die bemerkenswert gastfreundlichen Veranstalter am Flugplatz Livno brachte ein sehr familiäres Ambiente in den Wettbewerb, der tagsüber durch sehr schnelle und spannende Luftrennen herausragender Piloten gekennzeichnet war. Abends wurden dann die Flugerfahrungen der Teilnehmer aus Deutschland, Serbien, Großbritannien und Litauen in kleinem Kreis diskutiert.

Lange Vorfreude
Sturm: „Ich habe mich sehr auf den Wettbewerb in Livno gefreut, da ich bereits seit langem diese Gegend fliegerisch erkunden wollte. Meine Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt: In Livno fliegt man in einer wunderschönen Landschaft, die in Teilen an die Provence erinnert.

Sportliches Kopf-an-Kopf-Rennen
Die drei späteren Top-Platzierten Gintas Zube (Litauen), Stefan Langer (Deutschland) und Matthias Sturm (Deutschland) lieferten sich vom ersten Tag an ein packendes Dreier-Duell um den Sieg. Sämtliche Tagessiege gingen an dieses Trio. Ebenso fast alle Zweit- und Drittplatzierungen. Sturm konnte zwei Tagessiege und zweimal den zweiten Platz erringen. Leider unterlief ihm am vierten Wertungstag beim Abflug ein Fehler, der zur Disqualifikation für diesen Tag führte und zum Rückfall auf Gesamtplatz 5 führte. Mit Kampfgeist schaffte er es dann in den verbleibenden vier Wertungen wieder zurück in die Top-3. Die Wetterbedingungen waren durchweg gut bis sehr gut, wodurch sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht wurden. So hatten die drei Tagessieger und späteren Gesamtsieger am letzten Wertungstag eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 162 km/h auf eine Strecke von 330 km.

Was macht Grand Prix aus?
Beim Segelflug Grand Prix ist die Besonderheit, dass alle Piloten zeitgleich über eine imaginäre Startlinie den Abflug durchführen. Durch die hohe Leistungsdichte der internationalen Toppiloten ergeben sich daraus oftmals spannende Kopf-an-Kopf-Rennen. Der erste, der die Ziellinie überfliegt ist auch der Sieger. Ein traditionelles Wettrennen eben. Im Gegensatz dazu haben die Piloten bei traditionellen Streckenflugwettbewerben die Möglichkeit ihren persönlichen Abflug in einem Zeitfenster festzulegen. Somit können beispielsweise taktische Entscheidungen zum Wetter mit einbezogen werden. Auch hier gewinnt der schnellste, jedoch ist das nicht unbedingt der Erste. Für Beobachter hat daher der Grand Prix einen besonderen Reiz durch die einfachen und klaren Regeln. Quelle: ‘Neue Rottweiler Zeitung‘. Resultate.

„Dümpelaner“ verbringen zwei Wochen in Südfrankreich

„Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, das Segelfliegen im französischen Hochgebirge. Landschaftlich unfassbar schön, aber fliegerisch auch sehr anspruchsvoll“, sagt Anja Auwermann, Ausbildungsleiterin im LSC Dümpel und Mit-Organisatorin des Fliegerlagers. Viele Piloten im Verein haben oft davon gesprochen, wie toll es wäre einmal in den Bergen zu fliegen, aber wie nähert man sich einer solchen Herausforderung ohne zuvor Erfahrung gesammelt zu haben?

Um vielen Mitgliedern diesen Traum zu erfüllen hat der LSC Dümpel kurzer Hand in der zweiten Juli-Hälfte ein Alpenfluglager im südfranzösischen Puimoisson organisiert, und die Resonanz war gewaltig. Über 35 Mitglieder, Motor- und Segelflugpiloten, aber auch viele Freunde und Familienangehörige im Alter von 4 bis 69 Jahren haben sich in der zweiten Juli-Hälfte auf den Weg von Bergneustadt nach Südfrankreich zum Segelfliegen gemacht. Für viele eine Rückkehr in ein faszinierendes Fluggebiet nach vielen Jahren, für die meisten die erste Erfahrung, dicht am Hang die Thermik zu finden, die lange Flüge bis nach Italien oder zum Mont Blanc ermöglicht.

Aber es ist nicht nur das stets bodennahe Fliegen am Berg, was das Segelfliegen in Südfrankreich auszeichnet. „Durch die sehr intensive Sonne und die steilen, oft kahlen Hänge entwickelt sich eine Thermikstärke und -höhe wie Sie im Oberbergischen eigentlich nie anzutreffen ist“ sagt Auwermann. „Steigwerte mit bis zu 7 Metern pro Sekunde und Flughöhen jenseits der 4.000 Meter sind hier keine Seltenheit“. Einziger Pferdefuß: Das Segelfliegen auf den französischen Alpenflugplätzen ist zumeist sehr teuer. Hier kam Alfred Spindelberger, Unternehmer aus Kassel und Manager des Flugplatzes in Puimoisson den Dümpelanern sehr entgegen. Mit einigen Rabatten bei den Unterkünften, der Bereitstellung eines Küchenzeltes und der Möglichkeit, die eigene Schleppmaschine von Bergneustadt mitzubringen konnten die Kosten auf ein erträgliches Niveau gedrückt werden, sodass auch für Schüler das Erlebnis „Alpenflug“ finanzierbar wurde.

Die Verpflegung beim Segelfliegen erfolgte in Eigenregie, auch kein leichtes Unterfangen für die täglich wechselnden Küchenteams für über 30 Teilnehmer ein schmackhaftes Menü zu zaubern. Dennoch begeisterten die Köchinnen und Köche mit Gerichten von Spagetti über Paella bis zu Lachs und Muscheln mit täglich wechselnden und durchaus anspruchsvollen Gerichten.

Und Familienangehörige, Gäste und diejenigen, die nicht segelfliegen? Puimoisson bietet für alle ein breites Spektrum. Vom Pool und Tennisplatz am Flugplatz über das Wassersportparadies am wenige Kilometer entfernten Lac de Ste Croix, unzähligen Abend- und Wochenmärkten in den nahegelegenen Orten reichte das Angebot für die Nicht-Flieger. Auch ein Tagesausflug zur ca. 100km entfernten Cote d’Azur stand bei vielen auf dem Programm. Besonderes Highlight: Die Wanderung zu einem Observatorium auf über 2.000m Höhe mit gemeinsamen Abendessen und anschließender Betrachtung eines Sternenhimmels wie er in unseren Breitengraden nirgendwo zu sehen ist. Und so ist es verständlich, dass alle Teilnehmer – egal Segelfliegen oder nicht – nach zwei Wochen Fliegerlager schon jetzt dem nächsten Mal entgegenfiebern. „Pui, wir kommen wieder!“ Quelle: ‘LSV Dümpel‘.

JGWC Tábor: The competition is over

After years of preparation, more than three weeks of intensive work and 11 flying competition days it is over now. The results are final, awards have been given out and the competition has been declared closed. The airfield that has been full of gliders, tents and caravans just a few hours ago is empty now. The briefing hangar, competition office and the restaurant that have been busy with people for the last three weeks are now closed and empty. But while there is little that remains in Tábor that would remind us that the competition ever took place, the memories and relationships we formed during our time together will remain forever.

We had an extremely enjoyable competition thanks to a number of important aspects. The most crucial part has been all the people that formed the unforgettable atmosphere of the competition. A big thanks need to go to the enthusiasm of all the pilots, team captains, crew members, staff and audience. Huge thanks also need to go to the sponsors of the competition who made it possible to be organised in the first place. Thanks to their generosity we were able to provide a world-class experience for the pilots and motivate their performances with valuable prizes. An important thank you also needs to go to the army and Air Navigation Services of the Czech Republic for coordinating their airspace usage and granting our competitors maximum freedom in the air. And lastly a thank you needs to go to all the people from the Tábor region who might have not been directly involved in the championships but had to bear with increased noise, and traffic and still provide all of us with the basic services we all need to function. But now, let’s focus our attention on the pilots who through their great skill and determination have shown amazing performances and a very tight race for the podium positions up till the very last day. And while all would like to win, there can only be one junior world champion in each class.

In the club class, the new reigning champion is Finn Sleigh from the United Kingdom. Coming in a close second position is his UK team partner Toby Freeland. And the bronze medal was conquered by Nils Fecker from Germany. In the standard class, the new junior world champion is Simon Briel from Germany. And the rest of the podium positions were conquered by the representant of the hosting country Czech Republic, Lukáš Kříž and Jaromír Macoun. And in the team cup ranking the best countries were, in order, Germany, France and the Netherlands. Congratulations to all who have won and thanks to everybody for the amazing experience. See you all soon again in Tábor. Source: ‘JWGC 2022’. Results Club Class. Results Standard Class.

Flugplatzfest Hattorf findet 2022 wieder statt

Das Flugplatzfest in Hattorf am Harz wartet Anfang September 2022 wieder mit mehreren Flugshows auf. Erstmals seit Ausbruch der Pandemie lädt der Luftsportverein bei Hattorf am 3. und 4. September wieder zu seinem traditionellen Flugplatzfest ein.

Kunstflug, Segelflieger, Hubschrauberrundflug
Es wird diverse Flugshows aus den Bereichen Segelflug und Segelkunstflug sowie Motorkunstflug geben. Zudem wird die Möglichkeit geboten, im Hubschrauber oder Motorflugzeug den Landkreis Göttingen oder den Harz von oben zu betrachten. Für Adrenalinjunkies gibt es auch die Möglichkeit bei den Kunstfliegern einzusteigen. Für die kleinen Gäste stehen Karussell und Hüpfburg parat. Genauso wie die jährliche Tombola mit tollen Preisen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt und der Eintritt ist frei. Quelle: ‘Harzkurier‘.

Zweisimmen 2022

0800 Tagwacht: Die Anreise erfolgte individuell z.T. mit, z.T. ohne weissen Anhänger. Schon weit vor Zweisimmen kamen uns die abreisenden Lagerteilnehmer des ersten Abschnitts mit ihren Flugzeugen entgegen und liessen Vorfreude aufkommen. Während des Lagers liessen sich die einen in umliegenden Hotels am Zmorgebuffet verwöhnen, andere hausten in der Baracke – sorry das heisst ja jetzt „Châlet“ – und begannen den Tag mit einer Velofahrt zum Beck, um für die erst später aufstehenden frisches Brot, Joghurt, Müesli etc. zu kaufen. Natürlich wurde kurz darauf individuell die Prognose studiert, zusammen diskutiert und Pläne für den bevorstehenden Tag ausgeheckt.

0930 Montieren: An verheissungsvollen Tagen wurden die Flugzeuge schon vor dem Briefing montiert und bereitgestellt. War die Prognose schlechter als die Realität, trafen die Teilnehmer grüppchenweise zum Briefing im Clubhaus ein.

1000 Briefing: Fabian begrüsste jeden Morgen die Anwesenden und trug eine kurze Zusammenfassung des vergangenen Flugtages vor. Anschliessend gings zur Sache mit DABS und NOTAM Briefing, wobei wir nie echte Einschränkungen hinnehmen mussten. Auch das aktuelle QNH durfte nicht fehlen.

1005 Meteo: Raphael stellte uns wie in vielen Jahren zuvor das aktuelle Wettergeschehen vor. Er hatte eine dankbare Aufgabe, denn Petrus meinte es äusserst gut mit uns und selbst wenn die Prognose mal nicht so berauschend bis unfliegbar war, konnten wir in die Luft und durften uns positiv überraschen lassen. Für Raphael war es das letzte Lager als aktiver Pilot. Er wird seine Karriere Ende Saison beenden, ist aber bestimmt auch in Zukunft hin und wieder in Zweisimmen anzutreffen. Auffallend war jeweils die Nullgradgrenze, welche stets über 4000m und einmal sogar bei 4900m lag. Entsprechend kümmerlich sahen viele Gletscher aus und Schnee wurde vergeblich gesucht.

1010 Safety Briefing: Jeden Tag wurde von einem Teilnehmer ein kurzes Safetythema vorgestellt. Der Luftraum im Berner Oberland wird rege genutzt. In Saanen fand zeitgleich ein zweites Segelfluglager statt. Auf verschiedenen Hügeln waren regelmässig Modellflieger anzutreffen und in der Luft wimmelte es nur so von Hängeleitern. Auch Geier sind zahlreich unterwegs und beäugen die weissen Flugzeuge im Vorbeifliegen kritisch, aber unbeeindruckt. Während wir versuchten, geordnet zu kreisen, war bei den Geiern stets ein Durcheinander und auch das Ausweichen überlassen sie gerne den anderen.

1020 Aufbau: im Gegensatz zu vergangenen Lagern hatten wir den Flugplatz mehrheitlich für uns alleine und konnten uns in aller Ruhe auf den Flugtag vorbereiten.

1100 Schleppbeginn: Die Schlepper sind auch in Zweisimmen ein heisses Thema. Während dem Lager hatte der Zweisimmener Schlepper Motorenprobleme und musste in die Revision. So schleppten wir einmal mit zwei Maschinen aus Saanen und konnten dank grossem Einsatz von Fabian den KCI von Peter für ein paar Tage ausleihen. In die Luft gekommen sind wir schlussendlich jeden einzelnen Tag. Einige Piloten nahmen sich angesichts der hohen Intensität auch gerne mal einen Tag „frei“ und gingen alleine oder mit der Familie wandern, Velo fahren oder einfach nur ausruhen.

1130-1930 Fliegen: Geflogen wurde viel, lange und weit. Jürg machte zu Beginn mit Patrick und Beni die Platz-/Gebietseinweisung. Anschliessend wurde das Haifischbecken rund um Zweisimmen unsicher gemacht, aber angesichts der tollen Wetterbedingungen konnten wir je nach Lust und Laune auch deutlich weiter fliegen. Es gab Flüge ins Engadin, zum Matterhorn, natürlich dem Aletschgletscher entlang, um und nach Sion, an die Eigernordwand über das Pfadi Bundeslager in und um St. Ulrichen und auch die Daheimgebliebenen in Schupfart wurden besucht. Im Gegenzug kam Fredi zweimal mit dem G-109 zu Besuch und stellte ihn für lokale Rundflüge zu Verfügung.

1930 Aufräumen und Abendessen: Nachdem alle Flugzeuge NACH dem Threshold gelandet wurden, demontiert und versorgt waren, wurde der Abend mit einem kühlen Luzerner Bier begonnen. Abwechslungsweise, respektive je nach Gewitterwahrscheinlichkeit, verpflegten wir uns in einem lokalen Restaurant, welche im Simmental auffallend oft in hohen Lagen anzutreffen sind, oder verbrachten beim Clubhaus gemütliche Grillabende. Bis zum nächsten Jahr in LSTZ! Fotos und Bericht von Patrick J.

Ventus EASA-zertifiziert

Schempp-Hirth teilt mit, dass der Ventus-3TP mit Turbo-Heimweghilfe und der Ventus-3F mit FES, der Elektro-Heimweghilfe von der EASA zugelassen sind. Der Ventus-3TP in beiden, der 18m- und der 15m-Version. Der Ventus-3F in der 18m-Version hat derzeit noch eine temporäre Zulassung, die 15m-Version kommt demnächst.

37. FAI-Segelflug-Weltmeisterschaften 2022 in Szeged (HU)

18-Meter-Klasse:

  1. Christophe Abadie
  2. Riccardo Brigliadori
  3. Davide Schiavotto

20-m / Doppelsitzer-Klasse:

  1. Ivan Novak / Petr Krejcirik
  2. Jakub Barszcz / Lukasz Kornacki
  3. Steve Jones / Garry Coppin

Offene-Klasse:

  1. Felipe Levin
  2. Oscar Goudriaan
  3. Radek Krejcirik

Resultate. Webseite der Veranstalter.

Wichtige Passage versperrt

Seit Dezember 2021 ist die Obergrenze des Luftraumes um den Gran Paradiso auf 4500m AMSL angehoben. Sie war zuvor auf 1’000 m Grund festgesetzt. Damit ist der klassische und oft benutzte Durchgang vom Modane- ins Aosta-Tal entlang der häufig auftretenden Konfluenz versperrt.

Über den Umweg via das Valgrisenche ist der Mont Fallère auf der Nordseite des Aostatals allerdings immer noch erreichbar. Quelle: ‘Reinhold Müller / eDabs‘.

Neue Heimat: Repker Segelflieger steigen von Metzingen aus in Lüfte

Früher starteten sie ihre Flüge von der Repker Schnuckenheide aus: Mittlerweile haben die Mitglieder der Luftsportvereinigung Altkreis Isenhagen (LVI) im Verein für Luftsport (VfL) Südheide eine neue Heimat gefunden. Sie finden dort umfangreiche Möglichkeiten vor, der Ende vergangenen Jahres gegründete VfL sieht sich gut aufgestellt. Der Hauptfokus liegt nun auf der Ausbildung, aber auch auf Wettbewerbs-Ebene ist man aktiv – der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist das Ziel.

Rund 40 LVI-Mitglieder, zur Hälfte Aktive und zur Hälfte fördernde Mitglieder, sind im VfL aufgenommen worden, der aus einer Fusion mit dem FTV Metzingen 2001 hervorgegangen ist. Der VfL setzt mit insgesamt 110 Mitgliedern (45 Aktive, 65 fördernde Mitglieder) seine Sportaktivitäten auf dem Flugplatz Berliner Heide in Metzingen (Landkreis Celle) um. Die Fluktuation war trotz dieses Umbruches gering, lediglich fünf Mitglieder verließen den neuen Verein – deutlich weniger als erwartet, so Vorsitzender David Priestley im IK-Gespräch. Der gesamte Prozess sei von den Mitgliedern sehr positiv begleitet worden – mit einer 90-prozentigen Zustimmung über beide Vereine hinweg gesehen.

Vereine kennen sich gut
Das kommt nicht von ungefähr: Beide Vereine kennen sich seit Beginn der Flugaktivitäten, seit 15 Jahren hat man regelmäßig Kontakt und Austausch gehabt. Immer wieder hat man zusammengearbeitet, insbesondere im Jugendbereich. Seit 2019 wurde der Flugbetrieb gemeinsam koordiniert und umgesetzt. Aus beiden Vereinen habe man das Beste herausgezogen, sagt Priestley, zudem hätten beide Vereine Flugzeuge in den gemeinsamen Park mit eingebracht. So verfügt man jetzt über sieben Flugzeuge (3 Doppelsitzer, 3 Einsitzer und 1 Motorsegler) und hat somit ausreichend Kapazitäten für die Ausbildung. Gerade erst sind sechs Flugschüler neu dazugekommen, was Priestley nach all den Herausforderungen durch die Corona-Zeit als sehr gutes, hoffnungsvolles Signal bezeichnet. Einige Flugzeuge wurden verkauft und das Geld in die Modernisierung von alten Strukturen gesteckt.

Beim VfL ist deutlich Aufbruchsstimmung zu spüren. Es läuft alles sehr gut an, sagt Priestley. Nun müsse man als Verein dran bleiben. Der Fokus wird auf die Ausbildung gesetzt, Luftsport für jedermann ist dabei das Motto. Oft leide die Ausbildung, wenn man sich zu stark auf die Teilnahme an Wettbewerben konzentriere. Beim VfL wird daher auf einen Kompromiss zwischen Spaß und Leistung gesetzt. Ausbildung und der Segelflugsport generell stehen im Mittelpunkt. Spaßfliegerei, Strecken- und/oder Kunstflüge gehören zu den Kernaktivitäten der aktiven Scheinpiloten. Daneben wird auch die Ausbildung von „Fußgängern“ zu Segelflugpiloten weiter vorangetrieben. Quelle: ‘AZ-Online.de‘.

Folgenschwerer Gewittersturm über Vinon

Am Donnerstag, 11. August, baute sich um ca. 16:00 Uhr über dem Flugplatz Vinon ein Gewitter auf, welches eine kräftige Böenwalze produzierte, die vier Segelflugzeuge und ein Ultraleicht-Flugzeug zerstörte und verschiedene Schäden an Gebäuden und auf dem Camping verursachte.

Gleichzeitig fielen grosse Mengen Wasser auf das Areal, welche den Flugplatz in kurzer Zeit in eine Seenlandschaft verwandelten. Das Ereignis war sehr lokal, im nahen Dorf Vinon bemerkte man vom starken Gewitter “nur” die starken und gleichzeitig seit Wochen herbeigewünschten Niederschläge. Es wurde glücklicherweise niemand ernsthaft verletzt, der Sachschaden ist jedoch enorm.

Die AAVA (Club mit Flugschule) verlor beim Gewittersturm ihre beiden Schulungs-Maschinen vom Typ ASK-21. Die Schüler waren mit den beiden Maschinen im Schlepptau eines Golfcarts auf dem Weg vom “Pistenkopf 16” in den sicheren “Hangar Debut”, als beide Maschinen wie von selbst abhoben, durch die Luft davongetragen wurden und einige Meter entfernt zu Boden fielen. Eines der beiden anderen (privaten) Segelflugzeuge, eine LS6, wurde wie von Geisterhand ca. 30 m (!) durch die Luft getragen und knallte nahe am Parkplatz zahlreicher anderer Maschinen zu Boden. Ein weiteres (privates) Segelflugzeug vom Typ LS7 wurde auf den Rücken gedreht und dabei zerstört. Die vordere Haube einer privaten ASG-32-Mi wurde ebenfalls zerschlagen. Der Flugplatz im Südosten Frankreichs war bereits 2013 von einem folgenschweren Wetterereignis betroffen, damals handelte es sich um einen Tornado.

LSV Sauerland: Darum läuft es bei den Segelfliegern so gut

Nachwuchssorgen, welche Nachwuchssorgen? Der LSV Sauerland freut sich über guten Andrang. Was läuft in Höveringhausen besser als anderswo?

Nachwuchssorgen, welche Nachwuchssorgen? Die Segelflieger des LSV Sauerland haben weiter Aufwind. Wo andere Vereine sich mit Sorgen um den Nachwuchs plagen, können die Luftakrobaten sich über neue Schüler freuen. In der vergangenen Woche fand in Höveringhausen ein Ausbildungscamp des LSV Sauerland mit befreundeten Vereinen statt, auch Gäste waren willkommen.

Sieben Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 16 Jahren, welche meist aus Neuenrade, Werdohl und Plettenberg stammen, haben im Juni die spannende Ausbildung des Segelfliegens unter fachkundiger Leitung begonnen. Quelle: ‘Westfalenpost‘.

Schänis: Flugplatzfest

Am Samstag, 30. Juli fand in Schänis ein Flugplatzfest statt. Gezeigt wurde alles, was in Schänis normalerweise fliegt, etwa Segelkunstflug, klassischer Motorflug und moderne Segelflugzeuge, auch welche mit verschiedenen Hilfs-Antrieben. Auch Oldtimer und Modellflieger sowie Elektro-Hängegleiter durften sich präsentieren. Rund 1’200 Gäste besuchten den Anlass.

Schänis: der Bristell ist da!

Das Angebot an Schleppflugzeugen ist beschränkt. Es ist kein Markt, der von extremer Dynamik und Innovation getrieben ist. Dennoch kommen neue Flugzeuge auf den Markt, die sich für den Schlepp von Segelflugzeugen eignen könnten. Um auch in Zukunft bestehen zu können ist es wichtig, auch in diesem Bereich vorne mit dabei zu bleiben.

Darum hat sich der Flugplatz Schänis im Herbst entschieden ein neues Schleppflugzeug zu beschaffen. Der Beschaffung gingen intensive Tests im Sommer 2021 voraus. Am 29. Juli war es soweit. Mike Hürlimann und Sonny Brändli konnten den nigelnagelneuen Bristell in Kunovice abholen. Rechtzeitig zum Flugplatzfest vom 30. Juli landete der neue Bristell B32 erstmals in Schänis.

Sie überflogen die neue Schleppmaschine nach Schänis: Sonny Brändli (li.) und Mike Hürlimann.

Schäner Bedingungen
In Schänis kann es im Sommer sehr heiss werden. Darum war es ideal, dass an den Testtagen Temperaturen um 30° herrschten. Auch ein vollbesetzter schwerer Doppelsitzer muss bei diesen Bedingungen mit ausreichend Sicherheitsmarge “clear of obstacles” sein. Zudem schleppt man in Schänis von 416 Meter bis auf Höhen von 3000 Metern. Das bedeutet, dass ein Schleppflugzeug eine konstant hohe Leistung erbringen muss. Technik-Chef Mike Hürlimann hatte die entsprechenden Tests in diversen Konfigurationen mit vollbesetzten Ein- und Doppelsitzern im August 2021 in Schänis durchgeführt.

Segelflug-Elite in Eisenhüttenstadt

Zum ersten Mal fand in der Woche vom 24. bis zum 30. Juli der Grand Prix der Segelflieger in Ostdeutschland statt. 19 Piloten aus ganz Europa wollten sich in Eisenhüttenstadt für das Finale in Italien qualifizieren. Der Himmel über Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) war in dieser Woche Grand-Prix-Arena. 19 Piloten aus Großbritannien, Polen, den Niederlanden und Deutschland nahmen vom 24. bis zum 30. Juli am 11. Sailplane Grand Prix Germany statt. Organisiert wurde der Wettbewerb vom Flugsportverein Eisenhüttenstadt. Ausgangspunkt für die insgesamt sieben Rennen war der Flugplatz Pohlitz. Von dort wird je nach Wetterlage bis zu 350 Kilometer gesegelt. Die Besten qualifizierten sich schließlich für das Finale.

Mit 240 km/h durch die Lüfte
“Die Piloten sind dabei bis zu 240 km/h schnell”, sagt Sabrina Vogt. Sie ist zweifache Weltmeisterin und hat beim Grand Prix die Wettbewerbsleitung inne. Sie freut sich, dass in diesem Jahr hochkarätige Piloten am Start sind. “Die Anmeldung zum Grand Prix ist offen. Die 20 besten der Weltrangliste dürfen dann mitmachen”, so Vogt. Krankheitsbedingt musste jedoch ein Pilot kurzfristig absagen, so dass nur 19 Teilnehmer von Pohlitz an den Start gehen konnten. Resultate. Quelle: ‘rbb24.de’.

Segelflugzeug der Rekorde ist 50!

Wenn das immer noch größte Segelflugzeug der Welt 50 Jahre alt wird, machen wir uns auf zum Flughafen Waggum, um einige Pioniere dieses wunderbaren Segelflugzeugs zu treffen. Und erleben einen Bilderbuchstart von SB10, dem Aushängeschild der studentischen Vereinigung Akaflieg der TU Braunschweig. Michael Preß, einer dieser Pioniere, hat den Termin organisiert und auch die technischen Daten für diesen Artikel zusammengetragen. Immerhin ist von einem Stück Luftfahrtgeschichte die Rede. Und ganz entscheidend von einem Meilenstein, der bis heute die Luftfahrtindustrie verändert hat. Es ist der Einsatz von carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) – erstmals eingesetzt bei der SB10!

Als erstes Segelflugzeug erreichte die SB10 eine vermessene Gleitzahl von über 50
Oberstes Entwicklungsziel für die SB10, berichtet Michael Preß, war die Steigerung der Flugleistung. Und fährt fort: Weil damals keine wesentlichen aerodynamischen Verbesserungen oder bessere Flügelprofile in Aussicht standen, schien die Vergrößerung der Flügelspannweite das wirksamste Mittel zur Leistungssteigerung – ein Weg, den die Akaflieg bereits beim Vorgängerflugzeug SB9 erfolgreich beschritten hatte. Mit ursprünglich 18 Metern Spannweite, die durch ansteckbare Flügelenden auf 21 Meter erweitert wurde.

Um den Bauaufwand für das neue Flugzeug in Grenzen zu halten, wurden die bewährten Tragflächen der SB9 wieder verwendet und durch ein 8,7 Meter langes Flügelmittelstück ergänzt. Damit wurde die SB10 mit wahlweise 26 oder 29 Metern Spannweite das größte fliegende Segelflugzeug der Welt. Dieses Flügelmittelstück konnte allerdings mit der notwendigen Festigkeit und Steifigkeit und vertretbarem Gewicht nicht mehr in der üblichen Bauweise aus Glasfaser-verstärktem Kunststoff (GFK) gebaut werden. Da bot sich die gerade neu entwickelte Kohlenstoff- oder Carbonfaser an, die eine deutlich höhere Festigkeit und Steifigkeit bei geringerem Gewicht als Glasfaser versprach. Weil es noch keine zugelassenen Werkstoff-Kennwerte für die neuen Carbonfasern gab, mussten dafür bei der Akaflieg aufwendige Festigkeitsversuche und -Nachweise erbracht werden. Heute werden nicht nur Tennisschläger und Rennräder, sondern auch große Teile der Airbus- und Boeing-Flugzeuge aus CFK gebaut, aber das weltweit erste Flugzeug mit einem tragenden Flügel aus CFK war vor 50 Jahren die SB10. Als erstes Segelflugzeug erreichte sie eine vermessene Gleitzahl von über 50. Bedeutet: Aus 1000 Meter Höhe kann die SB10 in ruhiger Luft über 50 Kilometer weit gleiten. Und sammelte Titel und Rekorde.

Ende 2003 wurde nach über 30 Jahren eine Grundüberholung nötig, die jedoch die aktive Akaflieg-Gruppe überfordert hätte. Damit drohte der SB10 die Abschiebung in ein Museum – für einige „Alte Herren“ eine schwer erträgliche Vorstellung. Die deutsche Segelflug-Legende Helmut Reichmann beschrieb in einem Buch die SB10 als „das größte, vielleicht auch das beste und schönste Segelflugzeug der Welt“. Inzwischen gibt es zwar einige als Einzelstücke oder in Kleinserie gebaute Segelflugzeuge mit mehr als 30 Metern Spannweite, allerdings haben sie einen ausklappbaren Motor und gelten als Motorsegler. Damit ist die SB10 mit 29 Metern immer noch das größte reine Segelflugzeug der Welt. Das „Beste“ ist sie sicher nicht mehr – durch Weiterentwicklung der Aerodynamik wie zum Beispiel hochgebogene Flügelenden, sogenannte Winglets, und neue Profile erreichen die besten Segelflugzeuge inzwischen Gleitzahlen von 60 bis 70. Und auch die neue SB15 der Akaflieg, ein schlanker und vergleichsweise leichter Doppelsitzer mit „nur“ 20 Metern Spannweite, der gerade in der Akaflieg-Werkstatt von einer neuen Generation entsteht, wird der SB10 ebenbürtige Flugleistungen haben. Aber wie sie da am Himmel schwebt und kreist, Vögeln gleich die Thermik nutzend, ist es ein wunderbarer Anblick. Wie lange noch? Auf die nächsten 50 Jahre, hieß es am Wochenende. Quelle: ‘Braunschweiger Zeitung‘.

LSV Kaufbeuren holt 70. Geburtstag nach

Am 13. September 1950 wurde der Luftsportverein Kaufbeuren (LSVK) gegründet. Das sollte eigentlich gefeiert werden, musste jedoch coronabedingt abgesagt werden. Nun will der LSVK am Samstagabend mit Gästen in den Räumen des Luftsportvereins im Fliegerhorst Kaufbeuren und einem Rundflug die Feier nachholen. Über die wechselvollen vergangenen 72 Jahre sprachen wir mit Schriftführer Edmund Weiß.

Gab es bei der Gründung 1950 Probleme: ziviler Flugverkehr auf einem Militärflugplatz?
Edmund Weiß: Die ersten Flüge fanden in Ketterschwang, nördlich von Neugablonz oder im heutigen Haken statt. Mit dem damaligen amerikanischen Flugplatz-Kommandeur wurde die Nutzung des Flugplatzes am Wochenende und an Feiertagen verhandelt. Damit wurden die Startbedingungen für den Verein deutlich verbessert. Heute fliegen wir in enger und guter Abstimmung mit der Bundeswehr und profitieren von der Infrastruktur. Eine geräumte Start- und Landefläche im Winter hat nicht jeder Verein.

Wie war das damals: Musste jedes Mitglied ein Flugzeug besitzen?
Weiß: Damals wie heute ist es nicht notwendig, dass Mitglieder ein eigenes Flugzeug besitzen. Der Verein stellt seinen Mitgliedern Motor- und Segelflugzeuge zur Verfügung. Flugsport, insbesondere der Segelflug, ist ein Teamsport, der ab 14 Jahren möglich ist.

Und wie ist es heute: Reicht ein Modellflugzeug oder was muss ein Interessierter als Eintrittskarte besitzen oder wollen?
Weiß: Als Eintrittskarte genügt die Lust auf das Fliegen, eine normale körperliche Verfassung und das Wollen; die Ausbildung zum Segel-, Motor- oder Ultraleicht-Flugzeugführer zu absolvieren.

Der LSVK ist nun fast 72 Jahre alt. Wie hat sich der Verein in der Zeit gewandelt?
Weiß: Seit der Gründung musste der Flugsportverein einige Male umziehen, bis er an dem heutigen Standort auf dem Fliegerhorst sein zuhause fand. Anfangs nach 1950 wurde nur Segelflug betrieben. Später kam dann Motorflug und Fallschirmspringen hinzu. 1980 fand die Fusion der Bundeswehrsportfluggruppe der TSLw1 mit dem LSVK statt. Heute sind die Fallschirmspringer abgewandert, sodass wir nur noch Segelflug und Motorflug betreiben.

Der Fliegerhorst hat ja eine wechselvolle Geschichte. Das betrifft doch dann auch immer den LSVK?
Weiß: Natürlich gehen militärische und hoheitliche Arbeiten auf dem Gelände des Fliegerhorstes vor. Es gab und gibt Themen, die uns direkt betreffen. Jedoch finden wir hier, dank der guten Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, gute Lösungen.

Dennoch stellt sich die Frage: Ist die Zukunft des LSVK gesichert?
Weiß: Der LSVK ist immer dann direkt betroffen, wenn die Schließung des Standortes droht. Solange die Ausbildung am Eurofighter in Kaufbeuren stattfindet, ist unser Flugbetrieb gesichert.

Zumal viele Mitglieder ja Soldaten sind…
Weiß: Die Mitglieder waren schon immer ein Spiegelbild der Gesellschaft. Der früher recht hohe Anteil an Soldaten ist derzeit etwas rückläufig, jedoch erfreuen sich auch aktive Soldaten, die zu Lehrgängen Kaufbeuren besuchen, an einer Zeitmitgliedschaft und fliegen auf unseren Flugzeugen.

Und wie viele feste Mitglieder hat der LSVK heute und in welchen Sparten?
Weiß: Der Verein hat 158 Mitglieder von 14 bis 82 Jahre, davon 67 aktive Piloten, von denen elf Jugendliche sind. Sparten gibt es bei uns nicht: Wir sind ein Verein und teilen eine Leidenschaft – und die ist das Fliegen. Ob mit Motor oder ohne, das ist egal, Hauptsache fliegen. Wir freuen uns immer über Zuwachs.

Welche Projekte stehen künftig beim LSVK an?
Weiß: Nachdem wir gerade einen modernen und leisen Motorsegler für den Verein gekauft haben, möchten wir in nächster Zukunft unseren Hochleistungsdoppelsitzer im Segelflug durch einen moderneren ersetzen. Dieser wird dann zusätzlich mit einem Elektroantrieb ausgestattet sein. Auch hier wollen wir mit der Zeit gehen und die Vorteile der neuen klimaneutralen Technologien nutzen.

Und: Warum sollte jeder Kaufbeurer Mitglied beim LSVK sein?
Weiß: Als Burone gibt es nichts Schöneres als die Perle im Schwabenland von oben zu betrachten. Diesen Anblick sollte jeder Kaufbeurer gesehen haben. Die Landschaft, das Stadtbild mit dem Fünfknopfturm vor dem alpinen Bergland ist einfach atemberaubend schön. Zusammen die Freiheit über der Stadt genießen: Herrlich! Quelle: ‘Allgäuer Zeitung / Edmund Weiß‘.

How Blue Condor will accelerate Airbus’ first hydrogen-powered test flights

Blue Condor, launched by Airbus UpNext, is taking a modified glider up to 33,000 feet – an extreme altitude for an aircraft that normally cruises below 10’000 feet – to analyse hydrogen combustion’s impact on contrail properties. The result of this analysis will provide critical information on aviation’s non-CO2 emissions, including contrails and NOx, in advance of the ZEROe demonstrator flight testing.

The Arcus-J glider is somewhat of an outlier in the world of aviation. It is configured like any sailplane capable of free flight thanks to its 20-metre wingspan, but with the added advantage of a retractable PBS TJ-100 jet engine to optimise the glider’s self-launching and long cross-country capabilities. It all started in 2016. Bob Carlton of US company Desert Aerospace converted the Arcus-M, a motorised sailplane, into what is now known as an “Arcus-J jet sailplane.” After retrofitting the glider, Bob and the Arcus-J’s owner Dennis Tito powered up and embarked on the world’s first significant long-soaring flight in a jet-powered sailplane. Today, there are only a few Arcus-J gliders in the world. Now, two of these gliders have been called upon to undertake the Blue Condor mission – an Airbus UpNext project that focuses on analysing contrails and other emissions from a hydrogen combustion engine by comparing them to those produced by a conventional kerosene engine in the same power class. The Perlan Project, alongside Airbus and its technical partners, will modify one glider and, thanks to Perlan’s world-renowned, high-altitude piloting expertise, will operate the gliders at their limit during each phase of the mission.

A flight test campaign in three phases
The first phase of the Blue Condor project involves modifying one Arcus-J glider. Airbus engineers are replacing the rear pilot seating with a hydrogen-propulsion system. Two 700-bar gaseous hydrogen tanks will provide fuel to the turbojet hydrogen combustion engine. The second Arcus-J glider will remain unmodified, operating on its existing turbojet engine. Once fully modified, the glider is expected to take its first flight in July 2022. The aim of this first flight test campaign is to validate the overall platform configuration, as well as flight handling in real conditions. A second flight test campaign is planned for November 2022 during which the modified glider will operate exclusively on hydrogen.

The third flight test campaign, scheduled for early 2023, will see a Grob Egrett – another aircraft reputed for its long-endurance and high-altitude test capabilities – steer the two gliders to the test altitude, release them, and then mirror their every movement at speeds of 80-85kts during back-to-back tests. In doing so, the Grob Egrett will act as a “chase” aircraft, capturing critical data thanks to the emissions sensors and associated instrumentation provided by key partner DLR – the German aerospace centre. “The Blue Condor project is a major milestone on our ZEROe journey as it will launch the first series of in-flight tests using a hydrogen combustion engine at Airbus,” explains Mathias Andriamisaina, Airbus Head of Zero-Emission Demonstrators. “These flight test campaigns will provide an excellent knowledge base on hydrogen’s impact on engine behaviour, contrails and other non-CO2 emissions. This will undoubtedly inform the direction of future flight testing using the upcoming ZEROe A380 test platform.”

An in-depth look at contrails from hydrogen combustion
Analysing contrail properties at near and far fields is a core objective of the Blue Condor project. Indeed, very little research currently exists on contrails produced by hydrogen combustion. Contrails, or “condensation trails,” are clouds of ice crystals that can form behind an aircraft at high altitude. Although hydrogen combustion can produce contrails depending on the ambient atmospheric conditions, they differ significantly to those produced by conventional combustion engines. And because hydrogen combustion emits about 2.6 times more water compared to standard JetA/A1, in-depth analysis is required to understand its full impact on contrails. Contrail formation and measurement are highly complex. High altitudes and cold environments offer ideal meteorological conditions for contrails to form naturally due to the static temperatures and relative humidity at altitude. A variety of elements is of interest when analysing contrail properties, including the following:

  • Ice crystal size, distribution, density and number
  • Water vapour in the atmosphere

Blue Condor’s first two flight test campaigns will be carried out in Nevada, USA. The third will be conducted in North Dakota, USA, in partnership with the University of North Dakota, to take advantage of the ideal meteorological conditions.

Contrail characterisation: a key Airbus research area
Contrail characterisation is of significant interest to any future hydrogen combustion aircraft programme. The Blue Condor project is thus a cornerstone of the ZEROe initiative, shedding light on one key aspect of hydrogen-powered flight. In fact, the results of Blue Condor’s three flight test campaigns will play an essential role in preparing the groundwork for the flight-testing phases of the ZEROe demonstrator using the A380 platform.

In addition, the objectives of the Blue Condor project perfectly complement Airbus’ overall climate strategy, which aims to better understand contrails produced by alternative fuel sources. Several Airbus initiatives are currently underway in this respect, including the ECLIF3 and VOLAN flight demonstration projects involving the A350 and A319neo respectively. Both initiatives focus on emissions characterisation, including contrails, related to the use of 100% sustainable aviation fuel (SAF).

“In partnership with the Perlan Project and the DLR, we’re really taking a scholarly and science-based approach to contrail characterisation,” Mathias says. “The use of innovative methods – like a modified glider to reach higher altitudes and a chaser aircraft to capture emissions – also proves that we’re willing to try new things to obtain the data needed to give us a complete picture of aviation’s climate impact.” Source: ‘Airbus‘.

OLC-Förderflugzeuge für Junioren/Juniorinnen

Der OLC vergibt jährlich zwei hochwertige Flugzeuge an förderwürdige Segelflug-Junioren. Weniger bekannt sind manchmal die Regeln, nach denen diese beiden Rennmaschinen vergeben werden und welche Voraussetzungen dafür gelten. Dabei geht es nicht ausschließlich um das „Gewinnen“ einer bestimmten Wertung. Um das Auswahlfeld der jeweiligen Vergabe-Jury groß zu halten, spielen auch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Wir wollen hier alle interessierten Junioren/Juniorinnen aufrufen, sich mit den Regeln und Kriterien vertraut zu machen. Es stehen noch genügend Flugtage bis zum Ende der Saison zur Verfügung, um sich in den engeren Kreis der Kandidaten für eines der Förderflugzeug zu fliegen. Quelle / Anforderungen / ganzer Artikel: “OLC, online contest“.

European Gliding Championships in Pociunai

13.5m Class Podium
1 Nick Hanenburg
2 Darius Gudžiunas
3 Linas Miežlaiškis

Club Class Podium
1 Tomas Suchanek
2 Thies Bruins
3 Tom Arscott

Standard Class Podium
1 Jan-Ola Nordh
2 Lukasz Blaszczyk
3 Dennis Huybreckx

15m Class Podium
1 Sebastian Kawa
2 Lukasz Grabowski
3 Oliver Springer

Pictures. Complete Results. Website of the organizer.

Auge in Auge mit dem Adler

Nico Jägli aus Fideris weiss, wie man wenig Material zum Funktionieren bringt. Mit dem Segelflugzeug fliegt der Schweizermeister der Junioren in seiner Freizeit über 500 Kilometer ganz ohne Strom, nur mit Sonne und Wind. Als sein eigener Chef der Firma 3d Profidruck verwandelt er Kunststoff in robuste Teile für Branchen wie Medizin, Luftfahrt oder Maschinenbau. Wer ist dieser motivierte junge Mann?

Da sitzt man bequem im Segelflieger und lässt sich durch die Lüfte tragen, und dann nennt sich das ganze Vergnügen Sport. Tönt auf den ersten Blick einfach. Nico Jägli, Schweizermeister der Junioren im Segelfliegen 2022, kann mich bei sich zu Hause in Fideris eines Besseren belehren: «Segelfliegen ist erstmal geistig extrem anstrengend; die Zeit in der Luft ist man 100 Prozent konzentriert, um die gute Linie zu finden, meistens im Zickzack. Man versucht Luftmassen, die ansteigen, auszunutzen und den Abwindfeldern auszuweichen. Körperlich muss man fit sein, damit man die Höhendifferenzen gut wegstecken kann.» Da hilft viel Wasser trinken gegen Kopfweh. «Bei einem Flug von 500 Kilometern machen wir schnell mal eine Höhendifferenz von 6000 bis 7000 Meter. Das ist recht anstrengend für den Körper.» Gut, das kann ich nachvollziehen, also doch anstrengend und sportlich.

Die Natur lesen
Ich frage, woher die Motivation zum Segelfliegen kommt. «Das Coole am Segelfliegen ist das Spiel mit der Natur. Man muss die Natur lesen, das heisst, man muss wissen, wie die Luft, wie das Wetter ist, wie es sich entwickelt. Wenn man im Aufwind ist und einen Adler sieht, ist es cool, wenn man zusammen mit dem Adler kreisen kann. Meist steigen wir gleich schnell, so dass wir Aug in Aug mit dem Adler fliegen.» Von klein auf war Nico Jägli fasziniert von Helikoptern und Flugzeugen. «Das ist bei mir fast ein Urinstinkt.» Segelfliegen begann Jägli, als er vom stundenlangen Computer-Spielen als Jugendlicher wegkommen wollte und erfahren hat, dass man schon mit 16 Jahren das Brevet fürs Segelfliegen machen kann. Nun steckt er seine Ausdauer also ins Segelfliegen und braucht auch dort gute Computerkenntnisse. Denn das Training besteht nicht nur aus Fliegen, sondern vor allem aus der Fluganalyse. Die Aufzeichnungen zeigen, ob man einen Kreis zu viel genommen hat, wie die Bodenbeschaffenheit ist und ob es thermisch ein besseres Gebiet gebe. Wurde das Wetter gut einbezogen? So studiert Jägli ständig die Flüge von den Besten, die online verfügbar sind.

Auf 5500 Meter Höhe
Fliegen findet also viel im Kopf statt, bis es so richtig gut klappt. Was sind denn gute Bedingungen zum Fliegen, will ich wissen und erfahre, dass bestes Flugwetter mit Wolken und wechselhaften Bedingungen zu tun hat. Eine lange Sonnenscheinperiode ist ungünstig. «Die Luft soll frisch sein, denn Tage alte Luft ist zu trocken. Damit Thermik entstehen kann, braucht es eine gewisse Luftfeuchtigkeit. Am besten sind labile Luftschichten, das heisst Sonne mit Wärme und Wolken, die kältere Luft unter sich haben. Es sollte von unten bis oben konstante Temperaturabnahme haben, sonst wird die Thermik gebremst und man kann keine langen Strecken fliegen». Lange Strecken bedeuten mindestens 250 Kilometer oder bei Weltmeisterschaften eher 550 Kilometer. Jägli ist begeistert, rein mit Sonnen- und Windenergie Distanzen bis 1000 Kilometer zurücklegen zu können – ohne Zwischenlandung. Man wisse am Tagesanfang nicht, wohin man wirklich komme. Reicht es bis zum Matterhorn oder sogar noch weiter? Das tönt ziemlich weit für einen Tag. Mich nimmt wunder, wie hoch so ein Segelflieger kommt. «Ich war mal mit Freigabe vom Tower in Zürich auf 5500 Meter Höhe.» Dann nimmt man über Funk Kontakt mit den Fluglotsen in Zürich auf, damit sich Luftverkehr und Segelflieger nicht in die Quere kommen. Ohne Genehmigung kann man 4500 Meter hoch fliegen in der Schweiz.

Ein Familienunternehmen
Nico Jäggli betreibt das Segelfliegen in seiner Freizeit. Beruflich ist er selbstständig. Seit 2019 baut er als Geschäftsführer zusammen mit Mutter, Bruder und Schwester ein Familienunternehmen auf, die 3d Profidruck AG in Sargans. Hier werden Teile aus dem Kunststoff Polyamid 12 für unterschiedlichste Branchen wie Elektronik, Medizin, Maschinenbau, Luftfahrt gedruckt. Jägli gerät auch hier ins Schwärmen und zeigt mir einige kleine Boxen: «Vor kurzem wurden ja die kleinen Würfel zum Messen des CO2-Gehalts in den Schulzimmern eingeführt, um anzuzeigen, wann gelüftet werden muss, vor allem in der Coronazeit. Dafür haben wir die Sensorboxen gedruckt. Man kann materialsparend, stabil und schnell drucken.»

Wie geht es weiter? Ab Ende Juli geht es für zwei Wochen nach Tschechien an die für Nico Jägli letzten Junioren-Weltmeisterschaften; der Juniorenstatus gilt nur bis 25 Jahre. Wir drücken dem Noch-Junior die Daumen für einen Podestplatz. Nachher tritt er weiter bei der Elite-WM an, wo er bereits seit 2018 mitmachen kann, da es hier keine Alterslimite gibt, sondern die Leistung den Ausschlag fürs Mitmachen gibt. Dort gibt es auch noch Piloten mit 70 Jahren. Kein Problem ist es beim Segelfliegen, zwischendurch kürzer zu treten, zum Beispiel in der Familienphase, um dann später wieder anzufangen. Nico Jägli lässt also einerseits Dinge entspannt auf sich zukommen und packt Gelegenheiten am Schopf. Anderseits prägen ihn Zielstrebigkeit und Ausdauer, wenn er im Kopf und in der Luft fliegt oder Kunststoff in Zukunft verwandelt. Quelle: ‘Vilan24‘.