Archiv der Kategorie: Segelflug-News

Übersichtliche Kurznachrichten der Ereignisse im Segelflug.

Fliegen “wie Gott in Frankreich”

Video von Roland Henz über seine zwei Wochen Segelfliegen in Südfrankreich im Spätsommer 2021. Startort der Flugplatz Serres, Flüge in Thermik, Wind, Konvergenz und Welle, vom Hochgebirge bis fast ans Meer. Das Wetter hat sich von seiner besten Seite gezeigt, mehr geht fast nicht! Aufnahmen u.a. von Matterhorn, Mt. Blanc, Aosta, Montagne de Lure, Vaumuse, Pic de Bure, Guillaume, Col d`Etache, Col de Carro, Lac de St. Croix, Vinon und weiteren schönen Ecken.

Segelflugzeug aufrüsten

Dieses Video ist in einem Monat über 200’000 Mal auf Youtube betrachtet worden. Es zeigt hauptsächlich, wie attraktiv es sein kann, ein Segelflugzeug aufzurüsten. Quelle: ‘Youtube‘.

Unfall am Kuchelberggrat

Ein 60-jähriger Pilot aus dem Landkreis ist am Mittwoch, 11. August, mit seinem Segelflugzeug an einer Felswand im Bereich des Kuchelberggrates tödlich verunglückt. Die Bergung des Verstorbenen gestaltete sich als äußerst schwierig. Warum der Flieger abstürzte, ermittelt die Kriminalpolizei. Am Mittwoch machte sich der Einheimische mit einem Kleinflugzeug in Ohlstadt zu einem Rundflug auf. Am Abend kehrte er nicht mehr zurück. Jeglicher Kontaktversuch verlief ins Leere. Um 22 Uhr blieb dem Flugbetriebsleiter des Flugplatzes Ohlstadt-Pömetsried nichts anderes mehr übrig, als via Notruf bei der Integrierten Leitstelle den Segelflieger als vermisst zu melden. Sofort suchten der Polizeihubschrauber Edelweiß 3 und ein SAR-63-Helikopter nach dem verschollenen Fluggerät. Sie rechneten den letzten Standort aus: In den Ammergauer Alpen in der Nähe des Kuchelbergkopfes. Bis Donnerstag, 2 Uhr morgens, blieb die Fahndung erfolglos.

Pilot kann lang nicht geborgen werden
Im Laufe des Donnerstagvormittags setzten die Einsatzkräfte die Suche im hochalpinen Gelände sowohl auf bayerischer als auch auf Tiroler Seite mit drei Hubschraubern fort. Um kurz nach 11 Uhr entdeckte die Besatzung des Polizeihelikopters Edelweiß 8 das verunfallte Wrack des vermissten Motorseglers im nördlichen Bereich des Kuchelberggrates. In unmittelbarer Nähe zum Wrack sichtete sie auch den leblosen Körper des Piloten.

Ein Vordringen zur Absturzstelle war selbst für die beiden Polizeibergführer und die drei Einsatzkräfte der Bergwacht Oberammergau aufgrund des extrem steilen und brüchigen Felsgeländes zunächst nicht möglich. Zudem brach der Polizeihubschrauber mehrere Anflugversuche unmittelbar zum Wrack wegen widriger Witterungsbedingungen ab. Eine Rettungstruppe aus fünf Personen musste deshalb vorerst auf dem Grat ausharren. Erst gegen 16 Uhr ließ es das Wetter für kurze Zeit zu, einen Polizeibergführer an einem 50 Meter langen Seil per Rettungswinde vom Hubschrauber aus abzusetzen. Dann konnte endlich der Tote geborgen werden. Zur Klärung der Unfallursache hat die Kriminalpolizei Garmisch-Partenkirchen mit Unterstützung von Luftfahrtsachverständigen die Ermittlungen übernommen. Noch sei die Absturzursache unklar, teilt Polizeipressesprecher Martin Emig vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit. Quelle: ‘Merkur‘.

Achleitner/Unterrainer wieder Staatsmeister

Nach den in St. Johann im Frühsommer ausgetragenen österreichischen Meisterschaften im Streckensegelflug in den „kleinen“ Klassen, standen in dieser Saison noch die Bewerbe für die 18-Meter-Klasse, die Offene Klasse und die Doppelsitzer Klasse an, welche vom 6. bis 14. August am Flugplatz Dobersberg (Waldviertel) ausgetragen wurden.

Der befliegbare Wettbewerbsraum konnte auf tschechisches Staatsgebiet ausgedehnt werden, und bot somit ein hervorragendes Kontrastprogramm zu den doch sehr alpinen Bedingungen in St. Johann. Ähnlich zu den Meisterschaften in St. Johann war auch bei den Meisterschaften in Dobersberg die Ausbeute an flieg baren Wertungstagen, denn wiederum konnte wetterbedingt an 7 von 8 möglichen Tagen geflogen werden. Die Wettbewerbsflüge fanden bei teilweise sehr guten, allerdings auch recht selektiven Bedingungen statt. Nach dem Corona-bedingten Ausfall der Weltmeisterschaft in Stendal/Deutschland fanden die internationalen Elite-Piloten, zu denen auch Guido Achleitner und Michael Rass vom St. Johanner Fliegerclub zählen, bei der Staatsmeisterschaft in Dobersberg einen ebenbürtigen Ersatz-Wettbewerb für die abgesagte WM vor.

In der Doppelsitzerklasse (diesmal vereint mit den noch leistungsstärkeren Flugzeugen der Offenen Klasse) traten für den FC St. Johann das Team Achleitner/Unterrainer (Pilot Guido Achleitner aus Waidring mit seinem Co-Pilot Niklas Unterrainer aus Fieberbrunn) an. Das Doppelsitzer-Team konnte auf einer Schleicher ASG-32 den vierten Titel dieser Klasse in Folge gewinnen. Nach einem durchwachsenen Start mit einigen technischen Problemen am ersten Wettbewerbs-Tag, war dem Team Achleitner/Unterrainer nach einem gewonnenen Tag und folgenden Top-5 Platzierungen der Sieg in der Gesamtwertung und somit der Staatsmeistertitel nicht mehr zu nehmen. Auch Manuel Salcher aus Kirchberg, der bei dieser Staatsmeisterschaft als Co-Pilot von Christof Koch aus Fürstenfeld flog, konnte in der Doppelsitzerklasse mit dem 6. Gesamtrang eine beachtenswerte Top-10 Platzierung erreichen.

Michael Rass aus St. Johann war in der 18-Meter-Klasse auch dieses Mal erster Herausforderer des amtierenden Weltmeisters und mehrmaligen Europameisters Wolfgang Janowitsch. Beide Piloten lieferten sich während der gesamten Staatsmeisterschaft mit mehrmaligen Führungswechseln einen hochspannenden Kampf, und dies mit Tages-Schnittgeschwindigkeiten bis zu 120 km/h. Bis zum letzten Wertungstag blieb das Rennen zwischen beiden Kontrahenten offen und spannend. Michael Rass konnte dann am letzten Wertungstag mit seiner AS 33 über 380 Kilometer in dreieinhalb Stunden bei einem Tages-Schnitt von 104 km/h zwar den dritten Tagessieg erringen, musste sich aber dann schlussendlich dennoch Wolfgang Janowitsch (Ventus 3) um wenige Punkte geschlagen geben. Rass holte somit aber dennoch auch in der 18-Meter Klasse, wie schon zuvor in der Clubklasse, den Vize-Staatsmeistertitel nach St. Johann. Martin Embacher (Ventus 2 cxt) und Reinhard Haggenmüller (ASG-29) konnten mit den Platzierungen 10 und 11 das wiederum hervorragende Ergebnis der St. Johanner Piloten komplettieren, wobei Haggenmüller mit einem Tagessieg wiederum seine international bekannte Klasse aufzeigen konnte. Alle Teilnehmer und Piloten blicken nun Richtung 2022 und hoffen, dass für das kommende Jahr auch bei internationalen Großbewerben wieder Normalität eintritt. Dies auch deshalb, da für Anfang Mai 2022 mit dem 5. Kitzbüheler Alpenpokal in St. Johann der nächste hochkarätige Wettbewerb auf heimischen Boden vor der Tür steht. Quelle: ‘MeinBezirk.at‘.

Wolke in der Box

Nachdem drei Konkurrenten (zwei in der Kat. Sportsman und einer in der Kat. Advanced) noch bei schönstem Sonnenschein ihre Programme voll durchziehen konnten, schob sich eine neugierige Wolke in die Box. Jury und Konkurrenzleitung beschlossen darauf hin, die Programme wieder um zwei Figuren zu verkürzen. Bei den ersten drei Piloten wurden diese Figuren ebenfalls gestrichen und nicht bewertet. Bis am Mittag konnte der Wettbewerb abgeschlossen werden.

Am Nachmittag wurde den vier Jungpiloten ein Einweisungsflug mit dem Fox geschenkt. Es sind jene vier Teilnehmer, welche letzte Woche im BFK in Hausen teilgenommen haben. Dank ihrer spontanen Anmeldung zur SM konnte diese überhaupt durchgeführt werden. Sonst hätte es zu wenig Teilnehmer gehabt.

Champagner bitte kaltstellen
Um 16 Uhr fand die feierliche Siegerehrung statt. Unter grossem Applaus wurde Stefan Illi aus der Segelfluggruppe Thun zum Schweizermeister in der Kat. Sportsman gekürt. Die Silbermedaille ging an Nick Bachmann, Bronze gewann sein älterer Bruder Timm. Beide Piloten sind in Ruswil/LU zuhause und fliegen in der SG Olten.

In der Kat. Advanced verteidigte Roman Baumer wurde Schweizermeister, Silber ging an Christian Syfrig und Bronze gewann Pascal Zollikofer. Seine Führungsposition und wurde verdient Schweizermeister. Roman fliegt in der SG Schaffhausen im Schmerlat. Christian Syfrig aus Oftringen gewann die Silbermedaille und Pascal Zollikofer aus Winterthur durfte sich die Bronzemedaille umhängen. Quelle: ‘SG Thun‘. Foto-Album.

Propeller verloren

Ein vom Flugplatz Schänis aus gestartetes Segelflugzeug mit Hilfsmotor verliert während des Flugs den Propeller. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) stuft den Vorfall als schwer ein.

Es herrscht bestes Flugwetter, als am Montagnachmittag des vergangenen 19. Juli ein Segelflugzeug mit Hilfsmotor mit der Immatrikulation HB-2467 vom Flugplatz Schänis abhebt. Am Steuerknüppel sitzt ein erfahrener 57-jähriger Schweizer Pilot. Das Flugzeug ist ein Zweiplätzer. Der Flieger hängt an der Schleppwinde eines Motorflugzeugs. Nachdem er die nötige Höhe erreicht hat, um mit Aufwinden ohne Motorhilfe weiter steigen zu können, wird das Seil ausgeklinkt. Im Verlaufe des weiteren Flugs startet der Pilot den Hilfsmotor, der sich oben am Segler befindet und der ausgeklappt werden kann. Während des Anlassvorgangs löst sich plötzlich der Propeller vom Motor und fällt in die Tiefe. Er schlägt im Raum Kaltbrunn/Benken im Riet auf. Trotz des Vorfalls, der sich um 17 Uhr ereignet hatte, kann der Pilot das Segelflugzeug anschliessend sicher auf dem Flugplatz Schänis landen. Dies geht aus einem Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) vom 11. August hervor. Sie hat zum verloren gegangenen Propeller eine Untersuchung eröffnet. Das Ergebnis steht noch aus. Die Sust spricht jedoch von einem «schweren Vorfall».

Bewohntes Gebiet meiden
Ein Fluglehrer des Flugplatzes Schänis, der nicht namentlich genannt werden will, sagt dazu: «Grundsätzlich gilt jeder Flugabbruch als schwerer Vorfall, auch wenn die Pilotin oder der Pilot sicher zum Flugplatz zurückkehren kann.» Der Fluglehrer gibt stellvertretend für den betroffenen Piloten Auskunft. Aber ein Propeller, der einfach so vom Himmel fliegt, der hätte ja Menschen, Tiere, Häuser oder Fahrzeuge treffen können. Der Fluglehrer verneint. Bewohntes Gebiet werde prinzipiell gemieden. Dies, um die Emissionen für Bewohnerinnen und Bewohner möglichst gering zu halten. Die Pilotinnen und Piloten des Flugplatzes Schänis würden in ihrer Ausbildung darauf sensibilisiert, Rücksicht zu nehmen.

Der abgestürzte Propeller ist aus Glasfasern hergestellt und wiegt zwei bis drei Kilogramm. Im Vergleich dazu seien Eisklötze aus grossen Passagiermaschinen viel grösser und würden einiges häufiger vom Himmel fallen, gibt der Fluglehrer zu bedenken.

Nicht voraussehbar
Wie lange der Pilot in der Luft war, welche Route er genau geflogen ist und ob er allein oder zu zweit unterwegs war, kann der Fluglehrer nicht sagen. Auch nicht, weshalb der Pilot den Hilfsmotor startete. Immerhin ging der Absturz des Propellers glimpflich aus. Gemäss Sust wurde niemand verletzt. Das Segelflugzeug wurde beim Unfall leicht beschädigt und es sei nur geringer Landschaden entstanden. Der Vorfall wird auf dem Flugplatz Schänis auch intern untersucht. Über den Grund, weshalb der Propeller vom Motor abgefallen war, kann laut dem Fluglehrer nur spekuliert werden. Es deute aber alles auf eine technische Ursache hin. Vor und während des Flugs seien am Segelflugzeug keine Probleme festgestellt worden, sagt der Fluglehrer. «Zudem hätte der Pilot keinerlei Möglichkeit gehabt, den Verlust des Propellers vorauszusehen oder zu verhindern.»

Vorerst stillgelegt
Das betroffene Flugzeug ist neun Jahre alt, kostet gegen 200 000 Franken und gehört der auf dem Flugplatz Schänis beheimateten Segelfluggruppe Lägern. Die neun Jahre seien noch kein Alter für ein Segelflugzeug, sagt der Fluglehrer weiter. Segelflugzeuge könnten gut und gerne 50 bis 60 Jahre in der Luft sein. Die Wartungsarbeiten erfolgten in Schänis gemäss Herstellervorgaben in sehr kurzen Abständen. Nach jeweils 25 Betriebsstunden würden die Motoren kontrolliert. Gebaut hat das Segelflugzeug die Schempp-Hirth in Kirchheim unter Teck in Deutschland. Dort steht der vorerst stillgelegte Flieger aktuell in einem Hangar, wo er vom Hersteller und in Zusammenarbeit mit der europäischen Luftfahrtbehörde untersucht wird. Besonders interessant macht den Fall des losgelösten Propellers, dass es sich dabei um den ersten bekannten Vorfall dieser Art überhaupt in ganz Europa handelt, wie der Fluglehrer erklärt. Damit sich ein solcher nicht wiederhole, gehe es nun darum, die mögliche Ursache zu finden und zu beheben. Quelle: ‘Südostschweiz‘.

850 km Travel by Glider to the Alps

The most epic glider flight of my 3 days flying adventure. You feel like a tiny bird in-between the huge mountains. Passing the Kitzsteinhorn and Hintertuxer glacier – two stunning ski areas in Austria. Only with the power of nature! Quelle: ‘Stefan Langer, Youtube‘.

Sailplane Grand-Prix: Sebastian Kawa erneut Weltmeister

Nach einem wegen ungeeigneter Wetterverhältnisse eingeschobenen Ruhetages ging am Samstag, 11. September 2021 der Sailplane Grand-Prix in Saint Auban mit sechs spannenden Wertungstagen zu Ende.

In einem spannenden Rennen über 333 km entschied sich vor der Wende bei der Skistation Reallon mit kleinen Höhendifferenzen und wenigen Kilometern Rückstand, wer am Ende die WM gewann. Mario Kissling fiel anfangs unscheinbar aus der Spitzengruppe, verlor aber auf dem Weg zur nächsten Wende Greoux in der Region Morgon komplett den Anschluss ans Rennen. Tilo Holighaus, der gleichzeitig in ähnlichen Schwierigkeiten steckte, gewann am Ende das Rennen. Schauerzellen spülten jene Piloten im Endanflug zu Boden, die sich für einen Kurs westlich der Durance entschieden. Darunter war auch Sebastian Kawa, nachdem er kurz zuvor noch gut auf Endanflugkurs gelegen hatte. Er schrieb am Ende ebenso einen Nuller wie zuvor sein direkter Verfolger Mario Kiessling. Knapper kann ein WM-Finale kaum entschieden werden, Mario Kiessling wurde mit einem Punkt Rückstand erneut Vize-Weltmeister.

Die Zusammenfassung der Wettbewerbstage finden Sie hier. Und hier ist die Bilder-Galerie. Ebenso wie die Webseite der FAI, die Resultate, die facebook-Seite und der youtube-Kanal mit der Live-Übertragung des Rennens.

Seilriss an der Winde

In Günterode im Landkreis Eichsfeld ist am Mittwochabend, 25. August, ein Segelflugzeug notgelandet. Die Situation ging glücklicherweise glimpflich aus. Wie die Feuerwehr Günterode mitteilt, ereignete sich der Vorfall am Flugplatz Günterode. Laut Polizeiangaben wurde der Flieger mit einer Winde gestartet. Das Manöver lief leider nicht wie geplant. Wie der MDR schreibt, riss beim Windestart das Seil. Da der Segelflieger noch nicht die erforderliche Mindesthöhe erreicht hatte, musste er den geplanten Flug sofort abbrechen und notlanden. Dabei kam es zu Komplikationen. Beim Versuch, das Flugzeug sicher auf den Boden zu bringen, stieß das Luftfahrzeug mit einem Verkehrsschild zusammen. Die zweiköpfige Crew, die laut MDR-Angaben an Bord war, wurde aber nicht verletzt, allerdings entstand am Flugzeug erheblicher Schaden. Quelle: ‘Tag24.de‘.

Sebastian Kawa dreht Sailplane-GP-Rangliste

Das Grand-Prix-Format zeigt am Finale in Saint-Auban, wie spannend Segelflug-Rennen sein können. Nach fünf Wertungstagen dreht Rekordmeister Sebastian Kawa mit einem Tagessieg die Gesamt-Rangliste und führt nach einem attraktiven Rennverlauf mit bedecktem Himmel und schwierigen Bedingungen mit einem Punkt Vorsprung (39 Pt.) auf Mario Kiessling (38 Pt.), der die ersten drei Renntage souverän gewann. Maximilian Seis ist mit 22 Punkten der nächste Verfolger.

Der Sailplane-Grand-Prix ist sehenswert und dank des einfachen Punkte-Systems während des ganzen Wettbewerbes spannend. Die Fachkommentare machen den Rennverlauf zusätzlich interessant. Zudem ist es spannend, die unterschiedlichen Flug-Taktiken der Piloten in einem Gebiet, welches sehr viele Segelflieger/innen selber kennen, im Detail mitzuverfolgen.

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Sailplane GP: 4. Flugtag krempelt Rangliste um

Nach drei Flugtagen und Mario Kiessling als alleinigen Tagessieger stellt der vierte Renntag am Sailplane-Grand-Prix alles auf den Kopf. Bostjan Pristavec holt sich in einer JS-1 den Tagessieg vor Sebastian Kawa in der AS 33 ES und Sylvain Gerbaud ebenfalls in einer JS-1. Mario Kiessling schreibt einen Nuller, womit er in der Gesamt-Rangliste mit 30 Zählern noch einen einzigen Punkt vor Sebastian Kawa mit 29 und Maximilian Seis mit 22 Punkten liegt.

Der Sailplane-Grand-Prix ist absolut sehenswert und auch dank der Punkte-Verteilung während des ganzen Wettbewerbes spannend. Aude Untersee und Eric Napoléon begleiten das Rennen jeweils mit versierten Fachkommentaren und brillieren mit ihren Gebiets-Kenntnissen. Es ist spannend, die unterschiedlichen Flug-Taktiken der Teilnehmer/in mitzuverfolgen.

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3. Wertung am Sailplane-Grand-Prix

Mario Kiessling lässt sich in seinem Ventus 3 auch am dritten Wertungstag des Sailplane-Grand-Prix-Finals im Südfranzösischen Saint-Auban nicht aufhalten und gewinnt bisher alle drei Wertungen hintereinander. Sebastian Kawa hat mit 21 Punkten bereits einen deutlichen Rückstand eingefangen, Maximilian Seis liegt mit 16 Punkten auf dem dritten Zwischenrang. Der Anlass wird durch interessante Fach-Kommentare und Live-Tracking-Übertragung begleitet.

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Sailplane Grand Prix. 2. Flugtag.

In den Französischen Südalpen ist inzwischen vom Startort Saint-Auban aus bereits der zweite Flugtag abgeschlossen worden. Mario Kissling führt mit zwei Tagessiegen souverän das Weltklasse-Feld an. Der Anlass wird mit interessanten Kommentaren und Live-Tracking-Übertragung begleitet. Ein Blick auf das Rennen lohnt sich. Spannender war ein Segelflug-Wettbewerb noch nie.

Die Zusammenfassung der Wettbewerbstage finden Sie hier. Und hier ist die Bilder-Galerie. Ebenso wie die Webseite der FAI, die Resultate, die facebook-Seite und der youtube-Kanal mit der Live-Übertragung des Rennens.

Bis nach Österreich und zurück

Perfektes Wetter und die nötige Motivation ermöglichten den Coesfelder Segelflugpiloten Mark Wenning und Lars Siepelmeyer jetzt gleich an zwei Tagen eine Strecke von über 900 Kilometern ganz im Süden Deutschlands zurückzulegen. Im Rahmen des zweiwöchigen Segelfluglagers in Kronach (Bayern) flogen sie an einem Tag mit dem Hochleistungs-Doppelsitzer „Arcus T“ vom Startplatz Kronach über den Bayerischen Wald sogar bis nach Österreich und wieder zurück. Ebenso erfolgreich war die Flugschülerin Simone Hüning des Coesfelder Vereins, die ihrem Traum von der Segelfluglizenz bei dem Lager ein gutes Stück näher kam. Sie konnte den erforderlichen 50-Kilometer-Flug absolvieren und kann sich somit für die praktische Prüfung anmelden. Auch die anderen Mitglieder genossen die Zeit in Oberfranken und unternahmen ausgedehnte Streckenflüge und Wanderungen oder besuchten die umliegenden Städte und touristischen Hotspots. Der Coesfelder Luftsportverein blickt somit wieder einmal auf zwei entspannte und erfolgreiche Wochen beim befreundeten Verein in Kronach zurück und freut sich, auch im nächsten Jahr dort wieder zu Gast sein zu dürfen, heißt es im Pressetext des Vereins. Quelle: ‘AZonline.de‘.

Der Segelflug-Klassiker Ortler – Matterhorn

Dieser Bericht beschreibt im Detail und anhand zwei selbst geflogener Dreiecke einen der schönsten Alpen-Streckenflüge ab Schänis – die Umrundung von Ortler und Matterhorn.

Besonders ist daran ist neben der tollen Sicht auf das Matterhorn das Durchfliegen verschiedener Geländekammern vom italienischen Vinschgau über die Schweizer Zentralalpen bis zu den Granitriesen der südlichen Walliser Alpen.

Sie erhalten hier nicht nur einen fünfseiten Beschrieb der Flugwege um die markantesten Gipfel der Alpen, sondern auch zwei IGC-Files zum selber nachfliegen plus eine Thermik-Übersichtskarte mit den üblicherweise stärksten Aufwindgebieten.

Kein Sauerstoff nötig…

Ende August hat Daniel Rossier mit einem Flug ab dem Westschweizer Flugplatz Yverdon im leichten Nordwind entlang der nördlichen Voralpen über Wendepunkte in den Waadtländer Alpen sowie am Nordrand des Vercors-Nationalparks gezeigt, dass Ende Sommer in dieser Region mehr als 600 km lange Streckenflüge möglich sind, ohne die Höhe von 2’000 m/ASL markant zu überschreiten. Wie Daniel Rossier selber schreibt, ist dabei auch kein Sauerstoff nötig. Quelle: ‘OLC, online-contest‘.

Sailplane Grand-Prix-Finale in St.-Auban

Vom 2. bis 11. September findet im Südfranzösischen Segelflug-Zentrum der Final der “Sailplane-Grand-Prix-Serie X” statt. Für die Teilnahme haben sich folgende Pilot/innen qualifiziert: Gintas Zube, Melanie Gadoulet, Oscar Goudriaan, Louis Bouderlique, Sebastian Kawa, Tilo Holighaus, Gilles Navas, Marius Pluscauskas, Thomas Gostner, Bostjan Pristavec, Christophe Abadie, Sylvain Gerbaud, Mario Kissling, Uli Schwenk, Sean Fidler, Mike Young, Philippe de Pechy, Petr Panek, Dmitry Timoshenko und Maximilian Seis. Hier finden Sie die Webseite der FAI, Resultate auf Soaring Spot, die facebook-Seite und den youtube-Kanal.

Absturz beim Flugplatz Oerlinghausen

Ein Segelflugzeug ist am Mittwoch, 18. August 2021, in Oerlinghausen im Kreis Lippe abgestürzt, der Pilot kam ums Leben. Die Maschine sei in einem Waldgebiet in der Nähe des Segelflugplatzes aus noch ungeklärter Ursache verunglückt. Nach dem Notruf einer Zeugin leiteten Polizei und Feuerwehr eine Suchaktion ein. Der Notarzt habe aber nur noch den Tod des 74-jährigen Piloten feststellen können, teilte die Polizei mit. Nach bisherigen Erkenntnissen stürzte das Segelflugzeug kurz nach dem Start ab. Der Pilot war alleine. Die Kriminalpolizei und die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung nahmen Ermittlungen zur Unglücksursache auf. Quelle: ‘Die Zeit‘.

LSV Rinteln gewinnt Bundesliga

Das letzte Ligawochenende gab ein letztes Mal Gelegenheit, die Geschwindigkeits-Kkonten aufzustocken. Größere Veränderungen an der Spitze brachte dies nicht, aber sehr wohl bei dem Kampf um die Zugehörigkeit zur jeweiligen Liga in der nächsten Saison. Die Vereine im Süden waren meteorologisch im Vorteil, aber auch andernorts konnte gepunktet werden. Der Rundensieg geht an die Königsdorfer, die mal wieder Richtung Südwesten unterwegs waren. Aber es half nicht, die sehr konstanten Sachsen aus Pirna in der Tabelle zu überholen. Diese festigten mit Rundenplatz drei ihren „Vizetitel“. Wie nicht anders zu erwarten, geht der Gesamtsieg an den LSV Rinteln, der trotz einer durchwachsenen Rundenausbeute haushoch den Meistertitel erringt. Herzlichen Glückwunsch! Brandenburg erzielt ungefährdet den vierten Gesamtplatz. Mit Rundenplatz sieben lösen die Piloten aus Schwäbisch Gmünd das Ticket in die 1.Liga. Damit ist die Einführungssaison zur neu gestalteten DMSt Geschichte. Im nächsten Jahr wird ja bekanntlich in 1.,2. und Regionalliga differenziert und auch eine Punktewertung eingeführt werden.

Die Rückmeldungen zum neuen Format, das vom DAeC in Kooperation mit WeGlide ins Leben gerufen wurde sind größtenteils positiv. Die Möglichkeit des neuen Streckenbonus erlaubt es auch große, flächige Strecken zu fliegen und damit zu punkten, was mit einer reinen Speedwertung schwieriger ist, da die hohen Geschwindigkeiten meisten bei linienartigen Flügen (Hänge, Alb rauf und runter, Wolkenstrassen etc.) zu Stande kommen. Auch können bis zu sechs Pilot*innen in eine Rundenwertung kommen. Diese positiven Aspekte kompensieren m.E. den geringen Verlust an Übersichtlichkeit. Die Philosophie von WeGlide ist abheben und genießen. Dass beim dezentralen Fliegen keine absolute „Wertungsgerechtigkeit“ erzielt werden kann ist bekannt. Irgendein Vorteil oder Nachteil ist oft im Spiel. Aber ein Blick auf die Top Ten der Gesamtwertung zeigt, von Hamburg bis Königsdorf, bzw. von Pirna bis Dannstadt sind die einzelnen Regionen gut repräsentiert. Quelle: ‘weGlide‘. Foto: ‘rinteln-aktuell.de‘.

Fluglager auf dem Dingel

Die Vorfreude war riesig, als sich am 24. Juli 2021 um die Mittagszeit die ersten FKBler auf dem Flugplatz trafen, um die letzten Vorbereitungen für das Fluglager auf „dem Dingel“ abzuschließen. Nach mehreren Monaten Vorbereitung wurde es nun Zeit, die Flugzeuganhänger an die Autos zu koppeln und sich endlich aufzumachen, gemeinsam eine Woche lang eine neue Region fliegerisch zu erkunden. Das Ziel war der Flugplatz „Der Dingel“ – die Heimat des Luftsportvereins Hofgeismar, nur wenige Kilometer nördlich der Stadt Kassel. Unser Ausbildungsleiter Herbert Horbrügger hat das Fliegen hier in seiner Jugend erlernt und das Fluglager federführend organisiert. Die Resonanz war groß, unter den 13 mitfahrenden Vereinsmitgliedern waren nicht nur Flugschülerinnen und -schüler, sondern auch ausgebildete Scheinpilotinnen und -piloten sowie vier Fluglehrer. Eine bunte Truppe, zwischen 17 und 65 Jahre alt. Mit den beiden Doppelsitzern ASK 21 und DG 1000 sowie den einsitzigen Segelflugzeugen LS 4, DG 300 und Astir wurden gleich fünf Vereinsflugzeuge mit in das Fluglager nach Nordhessen genommen. Ein großer Dank geht an das „Abbauteam“, die die Flugzeuge bereits am 18. Juli abgebaut und abfahrbereit in die Flugzeughänger verstaut hatten. So konnte es am 23. Juli dann direkt losgehen. Nach vierstündiger Fahrzeit erwarteten uns die „Dingelaner“ bereits mit einem (oder zwei) Erfrischungsgetränk(en) und einem leckeren Abendessen. Nach einem langen Corona-Jahr war es da wieder, dieses großartige Gefühl sich auch an anderen Flugplätzen und umgeben von anderen Segelfliegern direkt „zu Hause“ zu fühlen. Man nennt es nicht umsonst auch die „Flieger-Familie“. Fliegerisch waren die ersten Tage für die Eingewöhnung reserviert. Neben den obligatorischen Einweisungsstarts für alle Pilotinnen und Piloten haben wir eine Sicherheitseinweisung gemacht und die Besonderheiten des Flugplatzes besprochen. Für viele von uns „Flachlandfliegern“ aus Brandenburg war viel Neues dabei: Hügel, Berge, Fliegen nach „Luvs“ und „Lees“ und einiges mehr. Da auch der Wind in den kommenden Tagen zunehmen sollte, war es goldrichtig die Wetter- und Windphänomene der regionalen Umgebung genauestens zu briefen – über allem Spaß steht stets ein sicherer Flugbetrieb. Nachdem das FKB-Team am 24. Juli durch die Ankunft der letzten Nachzügler vervollständigt wurde, veranstalteten die heimischen Piloten vom Dingel ein kleines Grill-Fest. Segelflug ist ein Team-Sport, über Tag und auch am Abend.

Schulung
Das Wetter gestaltete sich direkt ab dem ersten Flugtag anspruchsvoll. Unsere Flugschülerin Belana Goll (17) und die Flugschüler Thorge Rumpf (15), Alexander Wormuth (27), Andreas Inselmann (18) und Dirk Furchtbar (53) sammelten, begleitet von einem Fluglehrer, die ersten Flugerfahrungen in der neuen Umgebung und Landeerfahrungen auf einem Flugplatz, der deutlich weniger Platz als das heimische „Mühlenfeld“ bietet. Schnell entwickelten sich Cumulus-Wolken, die durch thermische Aufwinde zwar auch längere Flüge ermöglichten, sich jedoch schnell überentwickelten und für einige Schauer am Nachmittag sorgten. Diese Wetterlage sollte sich auch in den kommenden Tagen bei auffrischendem Wind aus westlichen Richtungen, kaum ändern. Für den thermischen Streckenflug waren die Bedingungen also nicht optimal, für die Schulflüge boten sich hier jedoch gute Trainingsbedingungen. Herbert Horbrügger, Lars Bamberger, Max Michaelis und Dominique Langhans schulten im Wechsel auf der ASK 21 und waren schnell beeindruckt davon, wie gut sich die Flugschüler an die neue Umgebung gewöhnt haben und Flug für Flug Fortschritte erzielen konnten. In den späteren Abend- und früheren Morgenstunden beruhigte sich das wechselhafte Wetter dann meist und eröffnete so auch Zeitfenster für die wohl unvergesslichsten Flüge eines jeden Piloten: Die ersten Alleinflüge ohne Fluglehrer.

Am Mittwoch war es für Dirk Furchtbar soweit. Nach einem letzten Checkflug mit Fluglehrer wurden im hinteren Sitz die Gurte verschlossen, der Fallschirm entfernt und der Flugleiter gab dem Windenfahrer durch: „Die ASK 21 ist einsitzig am Bergseil abflugbereit“. Sichtlich erschöpft, aber ebenso glücklich und zufrieden sah man Dirk nach dem dritten Start aus dem Cockpit steigen. Geschafft! Naja fast, denn unumstößlich zusammen mit den ersten Alleinflügen (der sogenannten „A-Prüfung“) hängt eine Zeremonie, durch die Herbert Horbrügger als Fluglehrer auch den Dirk „geführt“ hat. Dann war es aber geschafft, das abendliche Getränk hat sich Dirk verdient: Herzlichen Glückwunsch!

Das jede A-Prüfung besonders ist, zeigte sich dann am Freitag. Denn auch Belana Goll hatte alle Punkte im Ausbildungsnachweis erfolgreich abgehakt und die Fluglehrer waren sich einig: Belana kann das! Da das Wetter ab dem Vormittag thermisch aktiv (also auch ordentlich ruppelig) werden sollte, trafen sich kurzerhand alle FKB-Piloten (und auch unsere motivierten Fliegerfreunde vom Dingel!) morgens früh um 7 Uhr zum Flugbetrieb. Ein zauberhafter, ruhiger Morgen – das perfekte Wetter für die ersten Alleinflüge! Nach einem letzten Check war es dann auch soweit und Belana ließ sich in der ASK 21 zum ersten Mal alleine von der Seilwinde in die Luft ziehen. Überglücklich nahm Belana nach dem dritten Alleinflug die Glückwünsche entgegen, zur Belohnung wartete bereits das Frühstück – es war schließlich noch nicht einmal 9 Uhr! Auch unsere etwas weiter fortgeschrittenen Flugschüler konnten tolle Erfolge erzielen! Alexander Wormuth absolvierte mit Bravour die B-Prüfung. Dies ist die zweite Prüfung auf dem Weg zum Segelflugschein und erfordert bereits fortgeschrittene Flugfähigkeiten, um die erforderlichen Flugaufgaben zu erfüllen. Herzlichen Glückwunsch! Auch Thorge Rumpf und Andreas Inselmann waren viel in der Luft und sammelten reichlich neue Erfahrungen auf diesem besonderen Segelflugplatz. So absolvierte unsere ASK 21 im Fliegerlager 107 Starts und war dabei über 18 Stunden in der Luft und auch unser Schulungseinsitzer wurde 10mal von der Seilwinde in die Luft gezogen.

Streckenflug
Nachdem Dominique Langhans in der DG300 am Montag über 200km geflogen ist und sich ganz fasziniert von der Landschaft gezeigt hat, versprach das Wetter am Freitag noch einmal die Möglichkeit für längere Flüge. Nach dem morgendlichen Wetterbriefing gab es zunächst auch ein „Geländebriefing“. Zwar liegt der Flugplatz Dingel bereits auf ca. 200m über dem Meeresspiegel, zahlreiche großen Wälder und viele Berge in der Region liegen jedoch nochmals höher und machen das Segelfliegen dadurch anspruchsvoll. Das Wetter sollte sich südlich des Flugplatzes etwas besser entwickeln als nördlich. Der Vereinsvorsitzende Lars Bamberger und Klaus Tiedemann in der DG1000, Lenja Goll in der LS4, Jan Jensen in der DG300 und Max Michaelis in der ASG29 entschieden sich daher für südlichere Kurse nach dem Start. Dabei gab es jedoch vieles zu beachten: So sind beispielsweise Außenlandemöglichkeiten, insbesondere im Sauerland und Thüringer Wald, nur sehr begrenzt vorhanden. Ein Vorausschauendes und sehr überlegtes Fliegen war Pflicht. Nach einem langen Flugtag mit Flügen von bis zu 430km (Max Michaelis) waren am Abend alle wieder zu Hause angekommen – erschöpft, aber glücklich. Auch wenn die thermischen Bedingungen hätten besser sein können, das Fliegen im hügeligem Gelände zu trainieren hat nicht nur viel Freude bereitet, sondern den Scheinpilotinnen und -piloten eine Vielzahl neue Erfahrungen gebracht und zur fliegerischen Weiterentwicklung beigetragen.

Bis bald!
Auch am letzten Tag – dem 31. Juli – sind wir noch geflogen. Nach somit acht sehr gut genutzten Flugtagen rollte die ASK21 nach einigen Abschlussflügen direkt zu den Flugzeughängern. Nachdem kurze Zeit später alle Flugzeuge in den Hängern verstaut, die Zelte abgebaut, das Vereinsheim geputzt und alle Rechnungen beglichen wurden, hieß es dann bei Kaffee & Nussecke: Abschied nehmen. Einen herzlichen Dank an die Dingelaner Fliegerfreunde, die uns mit offenen Armen empfangen haben und die gesamte Woche über wunderbare Gastgeber waren. Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen! Quelle: ‘Meetingpoint Brandenburg‘.

Wie sich ein Rundflug im Segelflieger anfühlt

Es ist Bergfest der Teilnehmer des Fliegerlagers der Fliegergruppe Plettenberg-Herscheid. Seit einer Woche befinden sie sich im intensiven Flugtraining am Habbel. Nein, das stimmt nicht: Seit einer Woche sollten sie sich am Habbel befinden, doch das Wetter hat es mit ihnen noch weniger gut gemeint als mit mir an diesem Samstag. Der Platz war regelrecht abgesoffen. Da war es wie ein Segen, dass der Fliegerverein aus Attendorn angeboten hat, dass die Herscheider ihren Platz nutzen können, weil diese selbst nicht vor Ort waren. Seit Samstag sind die Flieger wieder zurück in Hüinghausen – und ich durfte hautnah dabei sein. Bevor es jedoch losgeht, steht ein gründlicher Flugzeugcheck auf dem Programm. Das geschehe jeden Morgen, erklärt mir Karl Schröder, der zwei Flugschüler bei ihrer Arbeit beaufsichtigt. Bei dem Flugzeug handelt es sich um einen Segeldoppelsitzer. Das Flugzeug vom Typ ASK 13 hat bereits über 50 Jahre auf dem Buckel – oder den Tragflächen, wie man’s nimmt – doch man sieht es ihm nicht an, denn es wurde in den letzten Monaten generalüberholt und erstrahlt nun in neuem Glanz. Es ist eins von zwei Schulungsflugzeugen der Fliegergruppe Plettenberg-Herscheid. Während am Morgen kontrolliert wird, wird am Abend geputzt: Jede Mücke wird von den Flugzeugen entfernt und das sind mitunter nicht wenige, wie Schröder zu berichten weiß: „Da sind die Puschen bei den Rädern unten schon mal schwarz.“

40 Jahre Flugerfahrung
Dieter Siepmann-Hücking wird mein Pilot sein. Er fliegt seit über 40 Jahren und ich fühle mich bei ihm gut aufgehoben. Das Segelflugzeug ist inzwischen durchgecheckt und als flugfähig bewertet worden. Ein Auto zieht es über die Wiese zum Startpunkt; Siepmann-Hücking und ich gehen hinterher. Dabei erhalte ich eine Einweisung zum Platz, in der es unter anderem heißt: nicht mitten auf der Bahn gehen. Segelflugzeuge hört man nicht kommen, sodass es zu üblen Kollisionen kommen könnte. Nicht ohne Grund gibt es am Eingang zum Flugplatz auch eine Schranke. Ist diese unten, bedeutet das: Flugbetrieb. Beim Flugzeug angelangt, macht mich Siepmann-Hücking mit selbigem vertraut. Es ist ein bisschen so, wie bei den Urlaubsfliegern: die Sicherheitswesten befinden sich unter dem Sitz, im Fall eines plötzlichen Sauerstoffabfalls fallen automatisch Atemmasken von der Decke. Okay, nicht genauso, aber ein bisschen. Bei den Segelfliegern tragen die Flieger eine Art Rucksack, in dem ein Fallschirm steckt und der gleichzeitig als Sitzkissen dient. Siepmann-Hücking erklärt mir, wie ich das Ding aufzusetzen und festzuschnallen habe. „Keiner will das nutzen“, meint er und mir kommen die Worte meines Vaters in den Sinn, der stets „Besser haben als brauchen!“ sagt. Für Siepmann-Hücking gehört die Sicherheitsunterweisung einfach dazu. Letztendlich läuft es auf vier einfache Schritte hinaus: zwei Griffe, Haube, abschnallen, raus. Doch mein Pilot gibt mir Zuversicht: „Solange ich mit drin bin, werden wir sicher landen!“

Weiter werden mir die verschiedenen Anzeigen, der Fahrten- und der Höhenmesser, erklärt sowie der Steuerknüppel und die Pedale. In dem Doppelsitzer ist alles sowohl vorne als auch hinten vorhanden. Normal sitzt der Schüler vorne, der Lehrer hinten und kann so im Notfall eingreifen. Bei den Rundflügen, wie ich ihn gleich machen werde, sitzt der Pilot vorne, der Gast hinten. Der Höhenmesser wird genullt, sodass die tatsächliche Entfernung zum Boden gemessen wird. In den Bergen oder bei Überlandflügen stellt man ihn auf Meereshöhe ein.

Zwei Wege nach oben
Ein Segelflieger kann niemals allein starten; es ist immer Teamarbeit. Für den Start gibt es zwei Möglichkeiten: mittels Seilwinde oder per Motorflugzeug. Uns wird heute ein Motorflugzeug in die Luft befördern. Verglichen zur Seilwinde ist es zwar etwas umständlicher, aber man hat mehr Möglichkeiten. Während die Seilwinde einen nur auf eine Höhe von circa 300 Meter bringen kann, kann das Motorflugzeug einen theoretisch überallhin bringen, bevor man sich abkoppelt. Michael Liebau ist der Mann, der das Motorflugzeug heute fliegt; eine französische Robin, die optimiert ist für den Schleppflug. Die beiden Flugzeuge werden mit einem Seil verbunden und schon kann es losgehen. Ein Flugschüler gibt Hilfestellung, indem er das Segelflugzeug im Gleichgewicht hält. Ein kurzes Armzeichen, Liebau gibt Gas. Ein Stück über die Wiese, dann erhebt sich das Motorflugzeug und mit ihm der Segelflieger in die Luft.

Es ruckelt und wackelt ganz schön. Das liegt, so erfahre ich später, am herrschenden Südwind. Der geht quer zur Startbahn, sorgt für Verwirbelungen und macht die Handhabung des Flugzeugs etwas schwieriger. „Am liebsten starten und landen wir gegen den Wind“, wird mir erklärt. Nach kurzer Zeit klinken wir uns von dem Motorflugzeug ab und wir segeln allein weiter. „Die schönsten Tage sind die, an denen man die kleinen Schäfchenwolken sieht“, meinte Dieter Siepmann-Hücking vor dem Start. Von Schäfchenwolken ist heute leider weit und breit nichts zu sehen, doch die Aussicht ist dennoch beeindruckend. Wir kreisen über Plettenberg und Hüinghausen. Ich erkenne den Sportplatz in Böddinghausen und kann die Oestertalsperre erspähen. Allerdings stelle ich auch fest, dass ein paar Zentimeter mehr Körpergröße ganz gut wären, denn ich muss mich doch sehr recken, um etwas zu sehen. Was mich erschreckt, ist der Zustand des Waldes, oder vielmehr des nicht mehr vorhandenen Waldes. Von hier oben sieht man die Folgen des Borkenkäferbefalls noch viel deutlicher als am Boden. Und ich verliere schnell die Orientierung. Eine Kurve hier, eine Schleife dort und schon weiß ich nicht mehr, was unter mir liegt. Dabei kenne ich die Gegend; ich bin hier geboren und aufgewachsen. Doch die Perspektive, der weite Blick irritiert: Plötzlich scheint alles so dicht beieinander zu liegen. Da wundert es mich nicht, dass Flugschüler am Anfang immer in Sichtweite ihres Platzes fliegen – und auch später immer eine Wiese im Blick haben, auf der sie bei Bedarf landen können; zumindest, wenn sie eine Flughöhe von 600 Meter unterschreiten. Wir fliegen in einer Höhe von gut 500 Metern, mit einer Geschwindigkeit von etwa 100km/h – so sagen es die Anzeigen. Siepmann-Hücking fragt, ob ich das Steuer auch mal übernehmen wolle? – Klar, wieso nicht!? Nach Anleitung steuere ich uns zunächst in eine Rechtskurve, also: Hebel nach rechts drücken und die rechte Pedale treten. Klappt! Ich probiere auch die anderen Richtungen aus, doch eigentlich bin ich ganz gerne Beifahrer, bzw. Beiflieger.

Das Landen im Loch
Nach etwa 20 Minuten nähern wir uns wieder dem Flugplatz und setzen zur Landung an. Diese setzt sich aus drei Komponenten zusammen: dem Gegen-, dem Querund dem Endanflug. Im Grunde fliegt man erst parallel zur Landebahn, fliegt dann zweiKurven in gleicher Richtung, sodass quasi ein „U“ geflogen wird, bevor man schließlich landet. Dieses „U“ wird „Platzrunde“ genannt und ist „ein absolut wichtiger Sicherheitsfaktor“. Sie schließt aus, dass jeder startet und landet, wie es ihm gerade in den Sinn kommt. Normalerweise wird nämlich immer in die Richtung gelandet, in die auch gestartet wird. Der Flugplatz in Hüinghausen sei ein durchaus schwieriger Platz, erzählt der Vereinsvorsitzende Daniel Gärtner. Die Hänge zu beiden Seiten, das Dorf voraus und der Geländeanstieg hinten machen es so manch einem Flieger schwer. Die denken dann: „Wie kommste jetzt in das Loch da unten?“ Die andere Seite der Medaille ist die: „Wer hier das Fliegen lernt, ist gewappnet“, so Gärtner. Fliegenlernen kann man übrigens schon bereits ab 14 Jahren, also noch bevor man mit einem Mofa auf die Straße darf. Die Fliegergruppe bildet regelmäßig aus. Wer einfach mal an einem Rundflug teilnehmen möchte, kann sich ebenfalls vertrauensvoll an die Fliegergruppe wenden. Es lohnt sich und ist eine besondere Erfahrung, die Heimat mal aus der Vogelperspektive zu sehen. Quelle: ‘come-on.de’.

Asperden ist eine spezielle Erlebniswelt

Jens-Uwe Beyer und der neue Vorsitzende, Pressechef Rainer Haas, ließen keinen Zweifel daran, dass ihr Luftsportverein Goch nach den schwierigen Corona-Monaten frischen Wind unter den Flügeln verträgt. „Der Luftsportverein wird in diesen Wochen 60 Jahre jung. Da freuen wir uns besonders über das breite Licht der Öffentlichkeit“, so der einstige Bundeswehr-Berufspilot Beyer. Zusammen mit der Asperdener Flieger-Familie hatten er für diesen Morgen Segler und Einmotorige vor den noch jungen Hangar gezogen – flankiert von einem guten Dutzend Segelflugzeugen. Neun Vereinsflugzeuge zählen die 221 Luftsportler, weitere 40 sind im Privatbesitz und haben hier auf halber Strecke zwischen Goch und dem Ortsteil Kessel eine Heimat. Der deutlichen Nähe zum Nachbarland zuzuschreiben sind die 30 niederländischen Mitglieder, die auf deutscher Seite ihrem Luftsport preiswerter nachgehen können. Beeindruckend sei die ausgeprägte Jugendarbeit im Verein. Natürlich wollen die derzeit 36 jungen Leute das Fliegen lernen. Dazu werden ihnen Schulungen verschiedenster Art geboten. Sie bauen an einem Simulator und sind jährlich gemeinsam auf befreundeten Flugplätzen in Sommerlagern unterwegs. Die Fliegerei sei ein bezahlbares Hobby, unterstrich Rainer Haas und will für den Verein im 60. Jahr auch neue Mitglieder gewinnen.

Segelfliegen ist ein sauberer Sport
„Für uns ist der Luftsportverein Goch mit dem Flugplatz Asperden eine besondere Erlebniswelt für die Region“, begründete Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers den Besuch im Rahmen der aktuellen Sommertour. Nicht zuletzt die regelmäßig stattfindenden ‘Tage der offenen Tür’ mit Tausenden von Besuchern zeigten deutlich das Interesse an diesem sauberen Sport. Für den Gocher Wirtschaftsförderer Rüdiger Wenzel wie für seinen Kollegen Tourismusförderer Lutz Dennstedt handelt sich in Asperden um einen absoluten Vorzeigeverein, dessen Jugendarbeit über den Standort hinaus Anerkennung finde. Quelle: ‘NRZ’.

Wie die Mutter, so der Sohn

Nach dem verspäteten Saisonstart meldet der Aero Club Fürth erste Ausbildungserfolge. Eine besonders schöne Geschichte schreibt Ben Strobel aus Steinbach: Er hat das Piloten-Gen vererbt bekommen und folgt der Mutter ins Cockpit. Der 15-jährige Ben Strobel aus Steinbach hat als erster Schüler heuer mit drei souveränen Alleinflügen die A-Prüfung beim Aero Club Fürth geschafftDas ist die Anfangshürde auf dem Weg zum Luftfahrerschein. Begonnen mit der Segelflugschulung hatte Ben in den Sommerferien des vergangenen Jahres. Nach einer kurzen Vorschulung auf dem Motorsegler, einer kostengünstigen Variante zum Lernen von Starts und Landungen im Aero Club, und der weiteren intensiven Schulung auf dem Segelflugzeug “Twin Astir”, unter anderem mit Ausbildungsleiter und Onkel Bernd Tauber, war es nach rund 40 Starts und Landungen dann endlich soweit: zum ersten Mal alleine abheben ohne Fluglehrer.

“Anfangs war ich schon sehr nervös”, gab Ben zu, “aber im Schlepp ließ dann die Nervosität nach, da ich mich voll auf den Flug konzentrierte. Danach war ich den Rest des Tages sehr glücklich und zufrieden, und mit einem gemeinsamen Pizza-Essen fand der Abend einen sehr schönen Ausklang.” Ben, der die Segelflugausbildung mit 14 Jahren begann, hat im nun abgelaufenen Schuljahr die neunte Klasse des Gymnasiums in Langenzenn besucht, spielt in seiner Freizeit Fußball und ist bei der Jugendfeuerwehr Steinbach aktiv.

Die Lizenz ist nah
Die Corona- und Winterzeit nutzte er, um sich auf die umfangreiche Theorieprüfung zum Segelflugzeugführer vorzubereiten, die er heuer im Frühjahr erfolgreich im Luftamt Nordbayern bestanden hat. Jetzt geht die praktische Ausbildung mit schnellen Schritten weiter in Richtung Fluglizenz: Die Fähigkeiten des Nachwuchspiloten werden bei Soloflügen mit Flugauftrag des beaufsichtigenden Lehrers oder mit diesem zusammen im Doppelsitzer ausgebaut und verfeinert, Thermik- und kleinere Streckenflüge stehen immer mehr auf dem Schulungsprogramm. Nach Beendigung dieser weiteren Ausbildungsabschnitte findet die praktische Luftfahrerschein-Prüfung statt. Die kann Ben zwar noch heuer ablegen, wenn er die Ausbildung so zielstrebig wie bisher weiterbetreibt. In Empfang nehmen darf er die Lizenz nach den gesetzlichen Bestimmungen aber erst mit Vollendung des 16. Lebensjahrs im Januar 2022. In diesem Fall kein Nachteil, weil die Segelflieger des ACF ohnehin während der Wintermonate witterungsbedingt pausieren.

Bens fliegerisches Talent ist nicht verwunderlich: Er tritt in die Fußstapfen seiner Mutter Angela Tauber und seines Patenonkels, Fluglehrers und Ausbildungsleiters im ACF Bernd Tauber, die beide ebenfalls schon als 14-Jährige mit dem Segelfliegen auf dem Fluggelände im Cadolzburger Ortsteil Seckendorf anfingen und ihre Freizeit an den Wochenenden dort verbrachten. Naheliegend, da die beiden in Seckendorf aufwuchsen, den Flugplatz somit fast vor der Haustüre hatten und bereits von frühester Jugend an von den über ihnen kreisenden Seglern fasziniert waren.

Gefühl von Freiheit
Mama Angela kann sich noch sehr gut an das Gefühl erinnern, als sie selbst das erst Mal alleine abgehoben ist: Da war eine Spur Aufregung, aber auch ein großes Glücksgefühl über die neu gewonnene Freiheit und das Vertrauen der Fluglehrer in ihre Flugfähigkeiten. Die erfolgreiche Pilotin, die mit der Geburt ihrer Kinder die aktive Fluglaufbahn beendet hat, denkt gern an die Zeit auf dem Flugplatz zurück und freut sich besonders darüber, dass sich die Begeisterung für das Segelfliegen auf ihren Sohn Ben übertragen hat. Das anstehende Ferienfluglager im August bietet nicht nur den Schülern, sondern auch allen anderen Piloten Gelegenheit, ihr Hobby zwei Wochen lang intensiv auszuüben. Aufgrund der Corona-Lockerungen ist das Fluggelände auch wieder für Gäste und Interessenten geöffnet. Quelle: ‘Nordbayern.de‘.

Deutsche Jugend-Meisterschaft

Ganz ohne Motor, scheinbar ohne Antrieb kreist die Flotte, fast wie ein Schwarm übergroßer Vögel, am Himmel rund um den Flugplatz der Burg Feuerstein. Einer von diesen Piloten ist Patrick Benoist. Der 19-jährige Dobenreuther ist einer von den rund 75 Teilnehmern, die sich noch bis zum 20. August bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften im Segelflug auf Burg Feuerstein messen. Und der einzige Lokalmatador aus dem Landkreis.

Rund 50 Helfer sind im Einsatz, um das Event, das am 9. August offiziell startete, auf die Beine zu stellen. Ein Spektakel, das hoch in den Lüften einige spannende Duelle erahnen lässt. Maximal zwölf Wertungstage hätte es gegeben. Doch das Wetter muss mitspielen, die Thermik für die Segelflieger gut sein. Auch wenn alles gut aussieht, die Sonne scheint, reicht die Thermik oftmals nicht aus. Einige Wertungstage fielen aus.

Bisher scheint Patrick Benoist mit seiner ersten Deutschen Meisterschaft zufrieden zu sein. Er sei noch nicht so erfahren, habe erst rund 400 Flugstunden. Andere Teilnehmer haben über 1000. Mit dabei sind die Besten der Besten, der amtierende Europameister Simon Briel, einige Flieger aus dem Nationalteam. “Man kann viel lernen”, sagt Benoist. Am zweiten Wertungstag flog er in der Standardklasse, in der er startet, auf den zweiten Platz.

Fliegerei in die Wiege gelegt
Das Fliegen ist ihm irgendwie in die Wiege gelegt worden. Die ganze Familie liebt die Fliegerei. Opa, Onkel, Tante, die Cousins – alle sind Piloten. Auch Papa Max steigt privat gerne in den Segelflieger. Bei der Arbeit steuert der Berufspilot auch schonmal einen großen A320, erzählt Patrick. Nur Mama Gisela fliegt nicht selbst. Dafür Sohn Patrick umso mehr. Ob man als Mutter keine Angst hat? “Man stirbt tausend Tode”, sagt sie. Aber das ist sie mittlerweile gewohnt. Seit er 14 ist, hat sie sich mit dem sportlichen Hobby ihres Sohnemanns arrangiert. Später, als er in der Luft ist, verfolgt sie sein Flugzeug auf dem Handy, hat seine Flugdaten im Blick.

Alle zwei Jahre finden die Deutschen Juniorenmeisterschaften im Segelfliegen statt. Aufgrund der Pandemie war der Wettbewerb vergangenes Jahr abgesagt und auf diesen Sommer verschoben worden. Und so kamen zahlreiche Nachwuchspiloten bis 26 Jahren aus dem ganzen Land nach Burg Feuerstein. Auch zwei Gäste aus der Schweiz und Frankreich waren mit am Start. Täglich um zehn Uhr gibt es das Briefing für die Piloten. Dort erfahren sie dann, welche Routen am Tag zu fliegen sind. Wie weit es letztlich geht, hängt vom Wetter ab. Für den vergangenen Samstag war eine Tour Richtung Bayerischer Wald über das Fichtelgebirge und zurück nach Feuerstein geplant. Die Flugzeuge stehen in der Startaufstellung im Osten des Flugplatzes. Die Sonne knallt vom Himmel. Wer ein schattiges Plätzchen sucht, legt sich meist unter die Flügel seines Fliegers.

Die letzten Vorbereitungen vor dem Start laufen. Hier und da werden Flügel poliert. Auch Patrick Benoist legt nochmal Hand an, checkt seine Instrumente, schnallt sich seinen Not-Fallschirm um, der ihn im Fall der Fälle retten soll, und steigt ein. Er wirkt selbstsicher, routiniert. Kein Wunder. Es ist sein Heimatflughafen. Er kenne das Gebiet gut, hat er zuvor gesagt. Und dann geht es los. Die Motoren der Zugmaschinen heulen auf und ziehen die ersten Segelflieger in die Lüfte. Auch Patrick Benoist steigt mit auf. Wenn er oben in der Luft sei, sagt er, und sich im Wettbewerb misst, dann sei er fokussiert. Ganz anders, wenn er allein fliegt. Was das für ihn heiße? “Freiheit”, sagt er.

Knapp 15 Piloten kreisen rund um den Flugplatz, suchen die richtige Thermik, um aufzusteigen, um sich in der Luft halten zu können. Mehrmals wechseln sie die Position, fliegen vom Westen in den Osten, versuchen an Höhe zu gewinnen. Die übrigen Starter bleiben erstmal am Boden. Nach und nach verlieren die Piloten an Höhe, können nicht aufsteigen. Einer nach dem anderen landet wieder. Später am Tag soll dann neutralisiert werden. Das heißt, dass nicht mehr geflogen wird. “Die paar Minuten waren vor allem sehr heiß und stressig, weil alles in niedriger Höhe war und die Thermik sehr schwach beziehungsweise kaum vorhanden”, bilanziert Benoist am Abend. Quelle: ‘Nordbayern.de‘.

Segelflieger verbessern in Hattorf ihr Können

Vom 27. Juli bis 6. August fand auf dem Flugplatz in Hattorf zusammen mit dem Luftsportverein Aue/ Hattorf der Streckenfluglehrgang des Luftsportverbands Niedersachsen statt. Es nahmen elf junge Piloten sowie neun Trainer teil. Laut Verein konnten sie schöne Strecken erfliegen, etwa vom Startplatz in Hattorf nach Hildesheim, Kassel oder Bad Frankenhausen.

„Das Segelfliegen lebt von gutem Wetter, wovon in diesem Lehrgang etwas zu wenig vorhanden war. Von zehn Tagen konnten leider nur fünf fliegerisch genutzt werden und das bei eher mäßigen Bedingungen“, berichtet Marian Linke, Pressewart des Vereins. Die Zeit, die nicht im Cockpit genutzt werden konnte, wurde in Theorieeinheiten verbracht. Hierbei wurden Themen wie Meteorologie, Sicherheit beim Fliegen und das Auffinden von Thermik gelehrt. Trotz der schlechten Wetterbedingungen waren alle Piloten sehr zufrieden und konnten ihr fliegerisches Können verbessern und Sicherheit gewinnen.

„Wir sind der einzige Luftsportverein im Landkreis Göttingen. Bei uns wird hauptsächlich Segelflug betrieben. Hierzu haben eine über 1.000 Meter lange Grasbahn, auf der wir entweder an einer Winde oder per Motorflugzeug nach oben gezogen werden. Sind wir einmal in der Luft, fliegen wir mit Hilfe der Sonnenenergie weiter. Wir suchen warme Luft die nach oben steigt und bewegen uns mit ihr in Richtung Himmel“, erklärt Marian Linke. Somit seien die Piloten bei guten Bedingungen durchaus bis zu acht Stunden in der Luft und legen 800 km und mehr zurück. Quelle: ‘Harzkurier‘.

Zwischenbericht zu Unfall in Horn-Bad Meinberg

Gut drei Monate nach dem tödlichen Unglück eines aus Steinheim stammenden Piloten liegt ein Zwischenbericht vor. Demnach ist die Ursache für den Absturz des Segelflugzeugs in Horn-Bad Meinberg weiter offen. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat keine Vorschäden an der Maschine gefunden. Auch Hinweise auf medizinische Probleme oder Fremdverschulden gibt es nicht. Die Auswertung eines Kollisions-Warngeräts ergab jetzt, dass der Flug nach dem Start in Steinheim-Vinsebeck eine halbe Stunde lang unauffällig verlief. Die Maschine erreicht eine Höhe von etwa 2000 Metern. In den vier Minuten vor dem Aufprall verlor sie dann stetig an Höhe, schwankte dabei und überschritt zeitweise die zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h. Zeugen berichteten über starke Pfeifgeräusche. Der Pilot verfügte laut dem Zwischenbericht über eine Erfahrung von mehr als 3.400 Flügen. Der 74-Jährige trug einen Rettungsfallschirm, den er aber nicht auslöste. Die Untersuchungen zu dem tödlichen Unglück laufen weiter. Quelle: ‘Radiohochstift.de‘.

Segelfliegen über dem Eiffelturm

2024 in Paris wird Breakdance als neue Sportart vorgestellt. Segelfliegen stand mal kurz davor, 1936 war es Demonstrationssport bei den Hitler-Spielen – bis der Krieg kam. Schade, denn man könnte die Herren der Lüfte wunderbar fernsehtauglich machen. Hach, man kann die Segelflieger des SFZ Königsdorf um ihren Piloten Mathias Schunk schon manchmal beneiden. Jede Woche schickt Schunk neue Bulletins zur Segelflug-Bundesliga – ja, die gibt es wirklich – herum. Und siehe da: Königsdorf ist als Dritter weiterhin im Titelrennen. Vielmehr als die Jagd nach Gold fasziniert aber seine Fliegerprosa. Am Montag erst berichtete der stets braungebrannte Schunk, der hierzulande den Status einer Segelflug-Legende hat, unter der Überschrift “Nur zwei schafften es in den Föhn” von Hangwinden, der herannahenden Schlechtwetterfront, von Wellenaufwinden und der Umkehr am Steinernen Meer.

Was muss das für ein Gefühl sein, da oben, ganz ohne Maske, fernab der Pandemie, vorbei an der Benediktenwand, rüber zur Zugspitze, manchmal 4000 Meter hoch. Anfang Juni flog Schunk gar aufgrund der Wetterlage Richtung Atlantikküste, die er mit zwei Kumpels zwischen Calais und Le Havre um halb fünf nachmittags erreichte. “Das war ein unfassbarer Blick, morgens noch die Alpen gesehen und dann auf einmal über dem offenen Meer zu segeln”, schwärmte der 55-Jährige.

Segelfliegen, jüngere Sportinteressierte vergessen das leicht, war mal olympisch, jedenfalls fast. 1936 bei den Spielen in Berlin war es Demonstrationssport, vier Jahre später in Helsinki sollte es offiziell so richtig losgehen in die Lüfte. Nur kam es leider nicht dazu, Olympia fiel aus, weil da schon andere Flieger mit viel schlimmeren Zielen die Segler vom Himmel verdrängt hatten. Und 1948, bei den ersten Spielen nach dem Zweiten Weltkrieg in London, waren die lautlosen Gleiter schon wieder vergessen.

Was wäre das für eine Renaissance 2024 in Paris: Segelfliegen über dem Eiffelturm und Montmartre, ein kurzer Abstecher an den Atlantik, immer im Aufwind. Schunk wäre sicher dabei. Ganz im Sinne des französischen Luftfahrtpioniers Louis Charles Joseph Blériot, der als erster Mensch den Ärmelkanal überflog.

Schon klar: Zuschauerfreundlich ist er nur bedingt, dieser Sport, das zeigt schon die Bundesliga. Aber in Tokio gab es ja auch nur Fernsehpublikum. Und es wäre doch gelacht, Segelfliegen in der heutigen Zeit nicht TV-tauglich machen zu können. Helm-, Front- und Heckkameras zeigen den Blick in die Ferne und lassen die Fans so nah ran wie nie zuvor, samt Echtzeitmessung der Leistungsdaten von Flugzeug und Pilot.

Und wenn Segeln schon olympisch ist, warum nicht auch das Segelfliegen? Stattdessen wird in Wahrheit Breakdance in Paris ins Programm aufgenommen, dessen Protagonisten wie die Segelflieger auch für ein gewisses Freiheitsgefühl stehen – alleine vom Zuschauen bekommt man dort aber eher Kopfweh. Das macht natürlich auch der Föhn, im oberbayerischen Königsdorf weiß man das. Aber wer wetterfühlig ist, der ist ohnehin nicht dafür geboren, seine Segel Richtung Alpen oder über den Ärmelkanal hinweg zu setzen. Quelle: ‘Süddeutsche Zeitung‘.