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Was am Segelflugzentrum im Winter passiert

Dreh- und Angelpunkt des Vereinslebens ist im Moment jedoch nicht der Himmel über Königsdorf, sondern die Flugzeugwerkstatt. Und auch hier geht ohne die gemeinsame Arbeit und gegenseitige Unterstützung nichts. Vor zwei Wochen erst habe man die Dächer der Hangars in einer großen gemeinsamen Aktion vom Schnee befreit, um einer möglichen Überlastung vorzubeugen. Das Juniorenteam der Königsdorfer, das in der vergangenen Saison seinen Titel in der U25-Bundesliga verteidigt hat, ist in dieser Hinsicht besonders aktiv. Die Jungpiloten erledigen Wartungsarbeiten an den Flugzeugen und führen die durch strenge Sicherheitsvorschriften vorgegebenen Kontrollen durch. Auch Schönheitsreparaturen wie die Ausbesserung von Lackschäden übernehmen sie. Jetzt im Winter pauken zudem die Flugschüler Grundlagenwissen. Zum Erwerb der Pilotenlizenz gehört neben der praktischen Fliegerei nämlich jede Menge Theorie über Luftrecht, Navigation, Meteorologie und Flugzeugtechnik. Quelle: ‚Merkur‘.

‚Mac‘ fliegt mit LS8 Australien-Kontinentalrekord

Makoto Ichikawa, den meisten bekannt als “Mac” hat mit seiner LS8 einen neuen kontinental Rekord für Australien aufgestellt. Bereits am 25. Dezember gelang Ihm von Tocumwal aus ein beachtliches Jojo mit über 1.100km. Zwei Tage später konnte er erneut das gute Wetter nutzen und flog ein 1000er FAI mit einer Wertungsdistanz von 1026km! Quelle: DG-Flugzeugbau.

Innovationen aus dem Segelflug

Airbus‘ A350 und Boeings Dreamliner 787 sind die derzeit effizientesten Langstreckenflugzeuge der Welt. Beide fliegen mit einer Technologie, die an Bord von Segelflugzeugen schon vor Jahrzehnten eingesetzt und erprobt wurde. Zahlreiche Innovationen, die die großen Flugzeugbauer ankündigen, nutzten die Segler lange vor ihnen. Deren Werkstoffe und Flügelprofile sowie Antriebstechniken stehen Modell bei der Entwicklung hocheffizienter Verkehrsmaschinen. Schließlich sind die Segler für herausstechende Leistungen bekannt: Ohne einen Tropfen Sprit kommen sie Tausende Kilometer weit. Wie sie das schaffen, erklärt Tilo Holighaus, Geschäftsführer des Segelflugzeugherstellers Schempp-Hirth in Kirchheim unter Teck bei Stuttgart: „Wir sind einerseits ein sehr technischer Sport, andererseits setzen wir Naturressourcen sparsam ein und nutzen die Naturkräfte intelligent.“ Mehr im Bericht von ‚golem.de‘.

Transponder in Segelflugzeugen – DSV-Klarstellung

Das Thema hat aufgrund von Missverständnissen und fehlerhaften Formulierungen zu Diskussionen insbesondere im Segelflug geführt. Lesen Sie hier eine Klarstellung des DSV dazu: ‚Segelflugzeuge, die eine TMZ befliegen, müssen über einen Transponder verfügen. Für den Luftraum E und G (auch RMZ) gilt dies nicht‘. Mehr Details und Informationen…

Hotzenwald mit Rückhol-Service

Der traditionelle Segelflug-Wettbewerb am Tor zu Schwarzwald, Jura und der Schwäbischen Alb offeriert den TeilnehmerInnen dieses Jahr (wieder) eine tolle Infrastruktur inkl. Brötchendienst, Gratis-WLAN und auch einen Rückholservice für Piloten, die ohne Rückholer / Helfer teilnehmen wollen. Video der Vorjahres-Ausgabe. Webseite Hotzenwald-Wettbewerb.

Lautlos über der Kalahari

Während der Segelflug in Europa seinen Winterschlaf hält, läuft der Sommer auf der Südhalbkugel zur Hochform auf. Namibias Bitterwasser-Farm ist touristisch erschlossen und zieht zwischen Anfang November bis Ende Januar Segelflieger aus aller Welt an. Die Bedingungen dort sind optimal. Wohl an keinem anderen Ort der Welt werden so viele Flüge über 1’000 Kilometer Distanz absolviert. Mehr Informationen im Originalbericht des Schwarzwälder Boten.

Mit den Adlern kreisen

„Mich begeistert beim Segelflug, dass wir die Naturkräfte, die insbesondere von unserer Sonne angetrieben werden, sehr effizient nutzen und dabei sehr große Strecken im reinen Segelflug zurücklegen können. Sich mitten in der Natur bewegen, gemeinsam mit Adlern oder Geiern kreisen, ist für mich eine ganz besondere, einzigartige Faszination“, erklärt Wolfgang Schötz. Mehr Informationen im Originalbericht des Schwarzwälder Boten.

Manchmal wird es knapp.

Der Schweizer Luftraum ist komplex, immer wieder kommen sich Flugzeuge näher als erlaubt. Schuld daran sei auch das Militär, sagen Unfallexperten in einem ungewohnt scharfen Bericht. Die Unfallexperten fahren schweres Geschütz gegen die Luftwaffe auf. Der Schlussbericht über die gefährliche Annäherung eines zivilen und eines militärischen Flugzeugs endet mit zwei sogenannten Sicherheitsempfehlungen: Die Radaranlagen der Flugsicherung auf den Militärflugplätzen sollten mit einem System ausgerüstet werden, das vor Kolli­sionskursen warnt, und die von der Luftwaffe betriebenen Flugzeuge sollten Kollisionswarngeräte erhalten. Das Militär, so stellt die Unfalluntersuchungsstelle (Sust) fest, sei in dieser Beziehung nicht auf dem Niveau der zivilen Fliegerei. Das Fehlen von Kollisionswarngeräten in den Militärmaschinen sei sogar «ein beträchtliches Risiko für alle Luftraumbenützer», da sie sich oft im gleichen Luftraum bewegen wie der zivile Verkehr. Mehr Informationen im Orignalbericht des Tages Anzeigers, Zürich.

Stürzen wir schon oder fliegen wir noch?

Mitarbeiter-Flugtage der IMT AG in Schänis Ende April 2018.

In Franz Egles näherer Heimat, am Gipfel des Säntis.

An der Kaffeebar erkundigen sich meine Arbeitskollegen bei der IMT AG in Buchs immer mal wieder nach meiner seltsamen Freizeit-Beschäftigung. Mit dem Arcus M besitzen wir bei SchänisSoaring seit drei Jahren ein tolles Fluggerät, um diese Neugier stillen zu können. Dabei kann ich pro Flugtag mindestens zwei Fluggästen die Vorzüge und Eindrücke des Segelfliegens fahrplanmässig genau demonstrieren.

Auch Schneeschauer können aufwindig sein. Hier auf der Südseite des Tödi, über dem Val Punteglias.

Der erste Fluggast kommt mit dem Eigenstarter um 11.00 Uhr in die Luft – gerade rechtzeitig beim Einsetzen der ersten Thermik – während sich ein zweiter Fluggast dann Mitte Nachmittag im Doppelsitzer bequem für einen mehrstündigen, luftigen Aufenthalt einrichten kann und sich der erste bei einem ‚Survival-Beer‘ bereits wieder erholen kann.

Gerüchteweise die schönsten Toggenburger (?) – die Churfirsten – und dahinter (direkt nach dem Neid) mit dem Tödi der ‚älteste Glarner‘ – gesehen aus dem schwachen Hangaufwind vom Säntis aus.

Ende April können so während zweier Flugtage

  • Christian Remus
  • Karl Wickli (pensionierter, passionierter Ex-Segelflieger)
  • Christian Büchel
  • Franz Egle

Franz Egle macht es sich im Arcus M bequem.

persönliche Eindrücke über den Segelflug-Sport gewinnen.

Situations-Komik.

Am ersten Flugtag erwischen wir gleich einen thermischen Lotto-Sechser und beide Fluggäste können motorlos 210 und 350 km weit durch die Ostschweiz, Vorarlberg, Graubünden und Schwyz reisen.

Den Spruch des Tages liefert dabei Christian Remus, der sich als ehemaliger Intensivpfleger ja allerhand gewohnt ist. Beim Eindrehen in die erste schöne Thermik des Tages über dem liechtensteinischen Malbun vergesse ich einen Augenblick, dass hinter mir ja noch ein Fluggast sitzt. Gepackt vom Rennfieber, reisse den schweren Doppelsitzer in die Höhe, lasse ihn sauber steigen und die Geschwindigkeit langsam zusammenfallen. Die verbleibenden Reste der potenziellen und kinetischen Energie unseres 850-kg-Seglers wandle ich dann elegant in eine 40°-Steilkurve um. Beeindruckt von soviel Physik fragt er nach der ersten vollen Kurve höflich wie immer in aller Ruhe nach, ob ‚wir denn nun schon stürzen oder noch fliegen‘ ?  Ich bin dann aus lauter Überraschung selber beinahe aus dem Cockpit gefallen…

Sagenhaft starke Thermik über dem Itonskopf und dem Silbertal im Vorarlberg.

Föhnstürmchen.

Am zweiten Flugtag fliesst die Luft in einer sanften Südwestströmung über die Alpen. Aufbauender Föhn, erster Tag. Das sind ideale Bedingungen für einen frühen Start und zwei lange, erlebnisreiche Gästeflüge. Sofern die Gäste turbulenztauglich oder in der Umgangssprache ‚luftlochfest‚ genug sind. Sind sie. Christian erlebt nach dem Start, wie lange man nahe der Primärwelle manchmal kämpfen muss, um eine Föhnwelle zu erwischen und die Eindrücke des Wellenfliegens erleben zu können.

Die Eleganz des Föhnwellen-Fliegens: Blick auf das Rheintal aus 4’000 m.ü.M. am Pizol.

Kämpfen lohnt sich aber – danach ist die Reise durch das die Glarner Alpen und das Prättigau ein reines Vergnügen. Franz hat sich danach als ebenso robuster Fluggast wie Christian erwiesen und lässt sich weder von der starken Schächtentaler Welle noch von aufwindigen Schneeschauern am Oberalp noch vom Wasserfall nördlich des Oberalpstocks auch nur ansatzweise beeindrucken. Im Gegenteil: er geniesst auf dem Rücksitz die Show, die uns heute bis an die Grenze des Sauerstoffgebrauches auf 4’500 m.ü.M. und durch die Glarner Alpen, das Prättigau, Vorderrheintal, die Urner Alpen und wieder zurück in die ruhigeren Luftmassen über dem Säntis – dem Heimatberg von Franz – und dem Zürichsee, führt.

Graubündens Hauptstadt Chur vom Gipfel des Calanda aus gesehen.

Fazit: viel Begeisterung bei den Fluggästen – und die Flüge waren auch für mich ein tolles Erlebnis!

Das Skigebiet am Davoser Weissfluhjoch ist bereits ausser Betrieb. Soviel Schnee, wie jetzt im Frühling da noch liegt, wünscht sich das Tourismusbüro wohl heute schon für den kommenden Winter.

Hier ein Kurzvideo von Christian Remus, über der Ostflanke des Toggenburgs aufgenommen kurz nach dem Start in Schänis:

Aufzeichnung der Flüge vom 22. April, mit Christian Remus und Karl Wickli.
Aufzeichnung der Flüge vom 28. April 2018, mit Christian Büchel und Franz Egle.