Im Oktober 2026 stehen in Deutschland, Österreich und der Schweiz drei nationale Segelflieger-Tage auf dem Kalender. Die Veranstaltungen verbinden Verbands-Informationen, fachliche Beiträge, Ausstellungen und Begegnungen innerhalb der Segelflug-Community. Während für Hagen und Niederöblarn noch Programmteile angekündigt werden, liegt für Olten bereits ein detaillierter Ablauf mit Referierenden vor.
Deutschland: 82. Deutscher Segelfliegertag in Hagen
Der 82. Deutsche Segelfliegertag 2026 findet am Samstag, 31. Oktober, im Kongress- und Eventpark Stadthalle Hagen, Wasserloses Tal 2, statt. Ausrichter ist der Aero-Club Hagen e.V.; die Bundeskommission Segelflug ist bei Eröffnung und Begrüssung eingebunden. Der Termin fällt zugleich in das Jahr des 99. Vereinsjubiläums des Aero-Clubs Hagen.
Einlass ist ab 09:00 Uhr, die Eröffnung ist für 10:00 Uhr vorgesehen. Der Vormittag soll einen Festakt mit Siegerehrung, Verbandsbericht und Festvortrag umfassen. Ab 13:00 Uhr folgen Fachvorträge und eine Ausstellung. Für 21:00 Uhr ist eine Party im Saal Sinfonium der Stadthalle angekündigt. Das Fachprogramm wird laut Veranstaltungsseite laufend ergänzt; Vortragsthemen, einzelne Referierende, Moderation und der Titel des Festvortrags waren zum Stand der veröffentlichten Informationen noch nicht genannt.
Eine Anmeldung wird für die Planung bis zum 6. Oktober 2026 erbeten; ein konkreter Anmeldeweg ist bislang nicht veröffentlicht. Direkt an der Stadthalle stehen 300 Parkplätze zur Verfügung, weitere Parkmöglichkeiten gibt es an den Elbershallen. Die Bushaltestellen „Hagen, Stadthalle“ und „Wasserloses Tal“ liegen vor dem Haus; der Hauptbahnhof Hagen ist rund 2,6 Kilometer entfernt.
Österreich: Segelfliegertag am Flugplatz Niederöblarn
Der Österreichische Segelfliegertag 2026 ist für Samstag, 17. Oktober, am Flugplatz Niederöblarn angesetzt. Der Save-the-Date-Flyer nennt einen Beginn um 12:30 Uhr. Die Veröffentlichung erfolgt durch den Österreichischen Aero-Club (ÖAeC), Sektion Segelflug beziehungsweise das Segelflug-Office.
Inhaltlich kündigt der ÖAeC ein Vortragsprogramm, Erfahrungsaustausch, Ausstellungen, Siegerehrungen und ein gemütliches Beisammensein an. Konkrete Vortragstitel, Themen im engeren Sinn und Referierende sowie ein detaillierter Zeitplan sollen folgen.
Rückfragen und Anmeldungen sind laut Flyer per E-Mail an segelflug@aeroclub.at oder lopez-alvarez.reda@aeroclub.at möglich. Kontakt im ÖAeC-Segelflug-Office ist Reda Lopez-Alvarez, Telefon 01 / 505 102 875. Für Übernachtungen verweist die Ankündigung auf Aero Active Niederöblarn direkt am Flugplatz; eine rechtzeitige Reservierung über welcome@aeroactive.at wird empfohlen.
Schweiz: Fachprogramm und Ausklang in Olten
Der Segelfliegertag 2026 der Schweiz findet am 24. Oktober in der Stadthalle Olten statt. Der SFVS wird im Begrüssungsprogramm genannt; das Sekretariat SFVS ist die veröffentlichte Kontaktstelle. Eine gesonderte formale Veranstalterrolle ist auf der Programmseite nicht ausgewiesen.
Die Türöffnung ist um 08:30 Uhr, ab 09:00 Uhr sind Ausstellung sowie Kaffee und Gipfeli vorgesehen. Um 10:00 Uhr begrüssen Ephraim Friedli und Felix Deutsch für die Birrfelder SG’s und den SFVS. Auf die Vorstellung der Birrfelder SG’s durch Ephraim Friedli folgen Beiträge von Toni Sibanc zu LXNAV, Markus Gnägi zu UpSoar und der Förderung des Breitensports sowie von Leon Blum mit einem Erlebnisbericht als Junioren-Schweizermeister. Thomas Fankhauser präsentiert Wettbewerbsresultate und Auszeichnungen.
Nach der Mittagspause ab 12:05 Uhr mit Apéro für Gäste und Ausstellung setzt das Nachmittagsprogramm um 14:00 Uhr ein: Aaron Sutor und Mikail Albayrak stellen „AK-X: Ein Nurflügler der nächsten Generation“ vor. Bruno Neininger und Andreas Duppenthaler sprechen über Erkenntnisse aus Unfalluntersuchungen zur Sicherheit im Segelflug. Weitere Beiträge sind „Über Grenzen hinaus“ von Bert Schmelzer sowie „Thermikprognosen im Zeitalter von Big Data“ von Tobia Lezuo. Die Verabschiedung ist für 16:00 Uhr vorgesehen; der offizielle Teil endet um 16:15 Uhr. Ausstellung, Barbetrieb und Ausklang laufen anschliessend weiter.
Ab 18:00 Uhr ist eine „Afterparty“ in der Bar MAGAZIN, Konradstrasse 7 im Zentrum von Olten, angekündigt. Dort besteht Gelegenheit zum gemeinsamen Nachtessen; die Bar liegt 15 Gehminuten auf dem Weg zum Hauptbahnhof. Kontakt: Sekretariat SFVS, Telefon 041 375 01 03, secretary@sfvs-fsvv.ch.
Der Luftsportverein Geratshof hat sein diesjähriges Sommercamp beendet. Das zweiwöchige Lager bildete nach dem Oster- und Pfingstcamp den dritten Ferienabschnitt der Saison. Die Termine in den Schulferien sollen insbesondere Flugschülern eine konzentrierte Ausbildung ermöglichen.
Nach Angaben des Vereins erlaubte das Wetter an nahezu allen Tagen Flugbetrieb. Davon profitierten sowohl Flugschüler als auch Streckenflieger. Während des Camps absolvierte ein Vereinsmitglied einen Flug über 50 Kilometer mit Ziellandung in Weißenhorn.
Neben dem Flugbetrieb gehörte auch das Vereinsleben zum Programm. Den einzigen Regentag nutzten die Teilnehmer für einen gemeinsamen Bowlingabend. Darüber hinaus standen gemeinsames Kochen und ein Filmabend auf dem Plan.
Besuch erhielt der Verein während des Camps von Mitgliedern des LSC Westerwald aus Montabaur. Mit dem Sommercamp ist die Reihe der drei Ferienlager in diesem Jahr abgeschlossen.
Beim Luftsportverein Hörbach haben mehrere junge Pilotinnen und Piloten in der Saison 2026 den Einstieg in den Streckenflug gemacht. Marcel, Raphael und Sammy hatten ihre Segelfluglizenz im Vorjahr erworben.
Einen ersten Schwerpunkt bildete die Wetzlarer Woche. Sammy brachte dabei bereits Erfahrungen mit dem Astir mit, darunter einen Flug über 276 Kilometer im Jahr 2025. Raphael absolvierte mit Felix im Duo Discus erste Streckenflüge. Die häufige Blauthermik erschwerte den Einstieg. Sammy musste mehrfach außenlanden und sammelte damit auch praktische Erfahrung bei der Auswahl geeigneter Landefelder.
Raphael erreichte während der Wetzlarer Woche 1.277 Streckenkilometer in knapp 30 Flugstunden. Sammy setzte seine Flüge nach einer Einweisung auf dem Ventus 2b fort und flog am 22. Mai 332 Kilometer. Beim Streckenfluglehrgang Strelah für Einsteiger, der von erfahrenen Trainern begleitet wird, erzielte er anschließend einen Flug über 503 Kilometer.
Auch Marcel nutzte ein Fliegerlager für einen Schritt in Richtung leistungsfähigerer Muster. Mit der Ka 8 erfüllte er die Voraussetzungen für Flüge auf dem Ventus: Sein Zielrückkehrflug führte über 121 Kilometer und beinhaltete einen Zielflug über 50 Kilometer.
Nach dem Fliegerlager flog Sammy jeweils eine Woche in Lachen-Speyerdorf und Ober-Mörlen. Am 21. Juli gelang ihm ein Flug über 603 Kilometer mit Umrundung des Frankfurter Luftraums.
Im August nahm auch Raphael wieder am Streckenflug teil. Am 16. August flog er mit dem Astir 219 Kilometer. Eine geplante Strecke nach Eisenach und zurück endete am 23. August nach 178 Kilometern mit einer Außenlandung bei Eisenach; die Rückholung dauerte mehr als fünf Stunden.
Mit den Flügen sammelten die jungen Pilotinnen und Piloten Erfahrungen in Thermik, Routenplanung, Außenlandungen und Rückholorganisation.
Der Flugsportverein Rosenheim hat im Rahmen des Brannenburger Ferienprogramms Jugendlichen einen Einblick in den Segelflugbetrieb gegeben. Auf dem Segelfluggelände lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Abläufe eines Flugtags kennen – von der Vorbereitung der Flugzeuge bis zur Rückholung nach der Landung.
Zu Beginn erläuterte der Verein die Grundlagen des Segelflugs. Dabei ging es unter anderem um die Nutzung der Thermik sowie um Aufbau und Bedienung eines Segelflugzeugs. Die Jugendlichen konnten das Cockpit besichtigen, auf dem Pilotensitz Platz nehmen und die Wirkung der Steuerung auf die Ruder nachvollziehen.
Anschließend standen die praktischen Aufgaben am Platz im Mittelpunkt. Vorgestellt wurden die Vorflugkontrolle, die Startwinde und das Auslegen der Schleppseile. Auch der Einsatz des LePo zum Rückholen gelandeter Flugzeuge wurde erklärt. Ein gemeinsames Mittagessen bot Gelegenheit zum Austausch mit Mitgliedern des Vereins.
Zum Abschluss konnten die Teilnehmenden nach Angaben des Vereins jeweils einen Flug im Segelflugzeug und im Ultraleichtflugzeug unternehmen. Die Flüge führten über Brannenburg und das Inntal.
Am Samstag, 24. Oktober 2026, treffen sich Segelfliegerinnen und Segelflieger zum Schweizer Segelfliegertag in der Stadthalle Olten. Das Programm verbindet Saisonrückblick, Nachwuchsförderung, technische Entwicklungen, Wetterprognosen und Flugsicherheit.
Der Schweizer Segelflugverband führt den Schweizer Segelfliegertag 2026 gemeinsam mit der AFG Zürich, der SG Birrfeld und der SG Lenzburg durch. Die drei Segelfluggruppen sind auf dem Flugplatz Birrfeld beheimatet und stellen am Anlass ihre Aktivitäten und Fluglager vor.
Rückblick auf die Segelflugsaison
Vertreter des Ressorts Sport präsentieren die Bestleistungen sowie die Gewinnerinnen und Gewinner der Wettbewerbe der Saison 2026. Einen persönlichen Einblick gibt Leon Blum. Der 21-jährige Junioren-Schweizermeister 2026 berichtet über seine Saison und die Faktoren, die zu seinen Resultaten beigetragen haben.
Mit der Initiative UpSoar will der Verband ausgebildete Pilotinnen und Piloten bei ihrer fliegerischen Weiterentwicklung begleiten. Markus Gnägi stellt das Konzept und die Ziele des Programms vor.
Technik, Wetter und Streckenflug
Mehrere Referate befassen sich mit aktuellen Entwicklungen im Segelflug. Die Akaflieg Karlsruhe informiert über den Stand des Nurflügel-Segelflugzeugprojekts AK-X. Tobia Lezuo von XC Therm zeigt, wie grosse Datenmengen für Thermik- und Wetterprognosen im Segel- und Gleitschirmflug genutzt werden können.
Toni Sibanc stellt zudem die nächste Gerätegeneration von LXNAV vor. Einen weiteren Programmpunkt übernimmt Bert Schmelzer mit einem Beitrag zur Entwicklung des Segelstreckenflugs.
Erkenntnisse für die Flugsicherheit
Bruno Neininger und Andreas Duppenthaler fassen Ergebnisse aus Unfalluntersuchungen zusammen. Im Mittelpunkt stehen Erkenntnisse, die sich auf die eigene fliegerische Praxis übertragen lassen.
Begleitend zum Bühnenprogramm präsentieren Hersteller Ausrüstungen und Segelflugzeuge. Die Ausstellung ist ab 09.00 Uhr, über Mittag und nach dem Nachmittagsprogramm bis etwa 17.30 Uhr zugänglich. Sie bietet Gelegenheit, sich über Produkte und Entwicklungen zu informieren und Kontakte innerhalb der Segelflugszene zu pflegen.
Nach dem offiziellen Programm ist ab 17.30 Uhr eine Afterparty in der «MAGAZIN Bar» gegenüber dem Hotel Astoria im Zentrum von Olten vorgesehen. Dort besteht auch die Möglichkeit, vor der Heimreise etwas zu essen.
Anmeldung bis 9. Oktober
An- und Abmeldungen nimmt das Sekretariat des Schweizer Segelflugverbandes bis zum 9. Oktober 2026 per E-Mail an secretary@sfvs-fsvv.ch entgegen. Bei der Anmeldung sind die Anzahl Personen, das gewünschte Mittagsmenü mit oder ohne Fleisch sowie die Teilnahme an der Afterparty anzugeben.
Eckdaten
Angaben
Datum
Samstag, 24. Oktober 2026
Ort
Stadthalle Olten
Ausstellung
ab 09.00 Uhr bis etwa 17.30 Uhr; auch über Mittag geöffnet
Die Alpine Segelflugschule Schänis richtet Schnuppertage für Menschen aus, die den Einstieg in den Segelflug prüfen möchten. Vorgesehen sind eine theoretische Einführung und ein Flug im Schleppstart auf dem Pilotensitz eines Segelflugzeugs – begleitet von einem erfahrenen Fluglehrer.
Der Flugplatz Schänis bietet mit den Schnuppertagen einen eintägigen Einblick in den Segelflugbetrieb. Der Veranstalter sieht einen Start um 09.45 Uhr vor; das Programm endet gegen 18.00 Uhr. Neben der Einführung in die Grundlagen des Segelflugs ist ein Flug im Schleppstart vorgesehen. Im Anschluss kann der Tag auf der Restaurantterrasse ausklingen.
Die Teilnahme kostet gemäss Ausschreibung CHF 330.– inklusive aller Leistungen. Für Personen unter 26 Jahren ist ein reduzierter Tarif angekündigt. Die Durchführung setzt fliegbares Wetter voraus. Einige Tage vor dem jeweiligen Termin informiert die Segelflugschule über die Durchführung, das detaillierte Programm und die passende Bekleidung.
Aus Sicherheitsgründen gilt eine Gewichtsvorgabe: Mitsamt Ausrüstung und Fallschirm dürfen Teilnehmende maximal 110 Kilogramm wiegen. Das Körpergewicht darf deshalb höchstens 100 Kilogramm betragen.
Veranstaltungsdaten
Information
Angaben des Veranstalters
Ort
Flugplatz Schänis, CH-8718 Schänis
Zeit
09.45 Uhr bis gegen 18.00 Uhr
Programm
Theorieeinführung und Segelflug im Schleppstart mit Fluglehrer
Teilnahme
CHF 330.– inklusive aller Leistungen; reduzierter Tarif für Unter-26-Jährige angekündigt
Durchführung
Wetterabhängig; Information einige Tage vor dem Termin
Anmeldung
Online über die Veranstaltungsseite; Fragen an info@flugplatz-schaenis.ch
Mehrere Schweizer Segelflugorganisationen laden im September zu Passagierflügen und Besucheranlässen ein. Am ersten Septemberwochenende finden in Olten und auf dem Schmerlat bei Neunkirch zwei Veranstaltungen statt; Ende Monat folgen die Segelflug-Passagierflugtage in Schänis. Neben Mitfluggelegenheiten bieten die Veranstalter Einblicke in Flugzeuge, Flugbetrieb und Ausbildung.
Datum
Ort
Anlass
Angebot für Besucher
5.–6. Sept.
Flugplatz Olten, Gheid
Passagierflug-Wochenende
Segelflug-Passagierflüge, Flugzeugausstellung und Informationen zur Ausbildung
5.–6. Sept.
Schmerlat, Neunkirch SH
Flüüger-Fäscht
Rundflüge, Flugvorführungen, Kunstflug, Modellflug und Festwirtschaft
26.–27. Sept.
Flugplatz Schänis
Segelflug-Passagierflugtage
30-minütige Lufttaufen, Segelkunstflug, Simulator und Flugschulinformationen
Olten: Segelflug zum Mitfliegen
Die Segelfluggruppe Olten veranstaltet ihr Passagierflug-Wochenende am 5. und 6. September auf dem Flugplatz im Gheid. Neben den Segelflug-Passagierflügen stehen eine Flugzeugausstellung mit unter anderem ASK 23 und LS-8 sowie Auskünfte über die Segelflugausbildung auf dem Programm. Für die Verpflegung sorgt das Beizli. Ein Flug kostet CHF 50; die Gruppe empfiehlt den Vorverkauf, hält aber ein begrenztes Kontingent für Buchungen vor Ort bereit. Für Passagiere gelten ein Mindestalter von sechs Jahren und ein Höchstgewicht von 100 Kilogramm; Minderjährige müssen von den Eltern begleitet werden.
Schmerlat: Flüüger-Fäscht mit Flugprogramm
Ebenfalls am 5. und 6. September organisiert die Segelfluggruppe Schaffhausen ihr Flüüger-Fäscht auf dem Schmerlat bei Neunkirch. Das Programm umfasst Rundflüge, Motor- und Segelkunstflug, Modellflugvorführungen sowie eine Festwirtschaft. Angekündigt sind Vorführungen mit einer XA-42 Xtreme, einer Boeing Stearman und einem Kunstflugsegelflugzeug Fox; am Sonntagabend ist ein Ballonstart vorgesehen. Für Rundflüge sollen eine Antonov An-2, viersitzige Robin-Flugzeuge und zwei Segelflug-Doppelsitzer zur Verfügung stehen. Der Eintritt ist frei. Für Autos fällt eine Parkgebühr von CHF 10 an; zwischen Löhningen und dem Schmerlat wird ein Shuttlebus angeboten.
Schänis: Lufttaufe oder Segelkunstflug
Der Flugplatz Schänis plant seine Passagierflugtage für den 26. und 27. September. Angeboten wird eine 30-minütige Lufttaufe über der Linthebene für CHF 160 sowie Segelkunstflug für CHF 230; für den Kunstflug nennt der Veranstalter einen regulären Preis von CHF 250. Eine Reservation ist online möglich, alternativ können freie Plätze am Infostand gebucht werden. Ergänzend gibt es einen kostenlosen Segelflug-Simulator, Informationen der Piloten zur Ausbildung und das Flugplatz-Restaurant. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, die Zahl der Plätze ist jedoch begrenzt.
Bereits zum elften Mal schlug die Fluggruppe Neuburg Anfang August ihr Fliegerlager in Ellwangen auf. Vom 1. bis 8. August 2026 standen gemeinsamer Flugbetrieb, Schulung, Ausflüge und vor allem das kameradschaftliche Miteinander auf dem Programm. Der herzliche Empfang durch die Fliegergruppe Ellwangen sorgte einmal mehr dafür, dass sich die Neuburger schnell heimisch fühlten.
Schon am ersten Tag wurde bei guten Bedingungen geflogen – im Windenbetrieb und im F-Schlepp. Die folgenden Tage boten hochsommerliches Wetter mit Temperaturen von bis zu 36 Grad. Im täglichen Briefing wurden neben Wetter und Flugplanung auch sicherheitsrelevante Themen besprochen. Gerade bei Hitze, böigem Wind und nachlassender Konzentration am Nachmittag lag ein besonderes Augenmerk auf dem sicheren Umgang mit Flugzeugen und Personen am Flugplatz.
Schulung und Streckenflüge
Besonders die fünf Flugschüler profitierten von den guten Bedingungen und der engagierten Betreuung durch das wechselnde Fluglehrerteam. Für einige war der Windenstart eine Premiere. Leon und Pauline erlebten ihre ersten Starts und waren begeistert: „Ein bisschen wie Achterbahn fahren.“
Auch die fortgeschrittenen Piloten kamen auf ihre Kosten. Mehrere längere Streckenflüge führten unter anderem in Richtung Schwäbische Alb und Bodensee. Norbert absolvierte einen 420-Kilometer-Flug mit einem Schnitt von 107 km/h, während Wolfgang eine ausgeprägte Wolkenstraße nutzte und bis auf Flight Level 100 steigen konnte. Gleichzeitig sorgten die Junioren-Weltmeisterschaften im Segelfliegen im benachbarten Aalen für zusätzliches fliegerisches Interesse. Mehrere Teilnehmer der Weltmeisterschaft landeten im Laufe der Woche in Ellwangen.
Ein besonderes Erlebnis war auch ein Ausflug von Karre und Thomas mit dem Motorsegler an die Mosel. Nach einem Zwischenstopp in Traben-Trarbach und einem Abstecher über Trier ging es wieder zurück Richtung Ellwangen. Wegen knapper Kraftstoffreserven wurde in Mosbach-Lohrbach ein Tankstopp eingelegt, bevor die beiden am späten Nachmittag sicher nach Ellwangen zurückkehrten.
Sommer, Gemeinschaft und ein wenig Abenteuer
Neben dem Flugbetrieb kam die Gemeinschaft nicht zu kurz. Gemeinsame Abendessen mit Nudelpfanne, Gulasch, Chili con Carne, Käsespätzle und Fleischpflanzerln gehörten ebenso zum Lageralltag wie Gitarrenmusik, Freibier und lange Gespräche an der Tafel. Die Kinder waren längst Teil der Mannschaft und halfen zunehmend selbstverständlich beim Flugbetrieb mit.
Auch außerhalb des Flugplatzes gab es einiges zu erleben. Ausflüge führten unter anderem zum Badesee, nach Gunzenhausen und an den Bodensee. Eine De Havilland DH.89 Dragon Rapide, einst bei Swissair im Einsatz, sorgte in Ellwangen für ein besonderes historisches Highlight. Beim Anwerfen der beiden Motoren konnte noch echte Handarbeit beobachtet werden.
Nicht alles verlief nach Plan – glücklicherweise jedoch ohne ernsthafte Folgen. Zwei Seilrisse und ein Fehlstart beim Windenbetrieb boten wertvolle Lerngelegenheiten. Renate absolvierte ihre erste Außenlandung am Fuß des Hesselbergs und konnte das Segelflugzeug sicher auf einem geeigneten Feld absetzen. Mensch und Maschine blieben unversehrt; der Bergungstrupp konnte das Flugzeug anschließend problemlos zurückholen.
Erfolgreicher Abschluss
Am letzten Flugtag sorgte ein besonderer Moment für große Freude: Cornelius absolvierte nach drei tadellosen Flügen seinen ersten Alleinflug. Fluglehrer Wolfgang gratulierte mit einer kurzen Ansprache und einem Blumenstrauß – begleitet von den traditionellen Glückwünschen der Vereinskameraden.
Auch die Ausbildung kam zum Abschluss noch einmal voll zum Zug. Ein simulierter Seilriss beim F-Schlepp forderte die Piloten, während Werner seine Auffrischungsschulung auf dem Motorsegler absolvierte. Der drehende Wind erforderte am Nachmittag schließlich einen Wechsel der Startrichtung.
Zum Abschluss traf sich die Gruppe noch einmal zu schwäbischer Küche im Gasthof „Zum Grünen Baum“ in Pfahlheim. Ein von Werner vorbereitetes Rum-Tasting bildete den geselligen Schlusspunkt einer ereignisreichen Woche.
Wiedersehen in Ellwangen
Das Fliegerlager 2026 hinterlässt bei der Fluggruppe Neuburg viele schöne Erinnerungen – an erfolgreiche Ausbildungsflüge, lange Strecken, gemeinsame Erlebnisse und eine außergewöhnliche Kameradschaft.
Ein besonderer Dank gilt den Fliegerfreunden aus Ellwangen für ihre herzliche Gastfreundschaft und das entgegengebrachte Vertrauen. Für die Neuburger steht damit fest: Auch das zwölfte Fliegerlager in Ellwangen darf gerne kommen.
Vom 30. Juli bis 2. August 2026 fand auf dem Flughafen Épagny (La Gruyère, Schweiz) die Regionalmeisterschaft im Segelflug (CR Alpes Gruyères 2026) statt. Organisiert wurde der Wettbewerb vom Groupe de Vol à Voile de la Gruyère (GVVG). Insgesamt 18 Teams aus der ganzen Schweiz traten in zwei Klassen an: Mixte (Gemischte Klasse) und Libre (Freie Klasse).
Der Wettbewerb bot ideale Bedingungen für Segelflugbegeisterte, um sich auszutauschen und ihre Fähigkeiten zu messen. Die Aufgaben umfassten Streckenflüge mit Zielvorgaben, die je nach Klasse und Tag variierten. Die Wertung erfolgte über die durchschnittliche Geschwindigkeit (km/h) der geflogenen Aufgaben.
Der CR Alpes Gruyères 2026 war ein erfolgreicher Wettbewerb mit starker Beteiligung und herausfordernden Aufgaben.
Die Segelfluggruppe Basel-Fricktal hat am Alpen-Breitenförderungskurs (BFK) in Samedan teilgenommen. Insgesamt 17 Teilnehmer absolvierten die Einweisung ins Gebirgsfluggebiet des Engadins. Als Schulungsflugzeuge standen Duo Discus, DG-1000 und Arcus zur Verfügung.
Das Wetter präsentierte sich während des Kurses atypisch für die Region: Statt des erwarteten Malojawinds dominierte ein überregionaler Nordwind, was die Trainingsbedingungen zwar anspruchsvoller, aber lehrreicher machte. Die Teilnehmer lernten, die jeweils tragenden Hänge situativ zu beurteilen und ihre Flugtaktik entsprechend anzupassen.
Gestartet wurde ausschliesslich an der Winde, betrieben von einem professionellen Team aus Startleiter, Windenfahrer und Tower-Koordination. Nach dem Ausklinken galt es, die Hänge rund um den Flugplatz Samedan zu nutzen und schrittweise die Krete zu überhöhen. Wer die Thermik nicht rechtzeitig fand, kehrte mit Tower-Unterstützung in die Platzrunde zurück – auf einer Piste, die Segelflugzeuge neben Business-Jets und einer PC-7 der Schweizer Luftwaffe beherbergte.
Im Verlauf des Kurses absolvierten die Teilnehmer zusammen 181 Starts und flogen insgesamt 318 Stunden. Neben den Doppelsitzern konnten die Piloten gegen Ende des Kurses auch ihre eigenen Einsitzer einsetzen. Als besonderes Highlight ermöglichte ein österreichisches Ultraleichtflugzeug des Typs Dynamic WT9 ausnahmsweise einige Flugzeugschlepps – in Samedan normalerweise nicht vorgesehen.
Das Kursprogramm umfasste neben den Flügen tägliche Meteo-Briefings sowie theoretische Einheiten zu Windverhältnissen in Alpentälern, menschlichen Leistungsgrenzen und Windenstartechnik. Abgerundet wurde der Kurs mit lokalen Spezialitäten wie Pizzoccheri und Capunet.
Auf dem flieger.markt können Sie alles, was mit Segelflug zu tun hat, verkaufen. Der flieger.markt ist kostenlos und übersichtlich. Es ist einfach, Inhalte einzustellen und Sie werden nicht von Werbe-Einblendungen gestört.
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Am 27. Juni 2026 absolvierten André Bartsch und Daniel vom Brausegeier-Verein Schwarzwald (BVS) einen 711-Kilometer-Streckenflug ab dem Freiburger Flugplatz. Geflogen wurde im vereinseigenen Duo Discus. Während am Boden Temperaturen von fast 40 °C herrschten, lagen die Verhältnisse in 2.500 Metern Höhe mit gut entwickelter Thermikbei rund 15 °C.
Nach dem Start und dem Aufstieg auf 2.700 Meter erkundeten die beiden Piloten zunächst bis kurz vor Schwann-Connweiler den nördlichen Schwarzwald. Auf dem Rückschenkel Richtung Süden zum Flugplatz Hütten-Hotzenwald erreichten sie eine Schnittgeschwindigkeit von 113 km/h. Ein weiterer Vereinskollege flog am selben Tag auf einem anderen Kurs über dem Schwarzwald 621 km mit einer Schnittgeschwindigkeit von 117 km/h.
Der zweite Teil des Fluges führte in den Schweizer Jura. Der Übergang über die thermisch schwierige Rheinebene unter den Lufträumen von Basel und Zürich erforderte taktisches Vorgehen. Im Jura flogen die Piloten am Chasseral vorbei bis westlich von Neuchâtel.
Der Rückweg über den Schwarzwald brachte am Schluchsee noch einen Aufwind auf knapp 3.000 Meter. Das verbleibende Wetterfenster nutzten die Piloten für einen weiteren Nordschenkel, bevor sie den Endanflug mit 711 Kilometern auf dem Bordcomputer einleiteten.
Der Hessische Luftsportbund (HLB) plant, seinen HLB-Arcus im Winter 2026/2027 nach Gariep Dam in Südafrika zu verschiffen. Hessische Pilotinnen und Piloten erhalten damit die Möglichkeit, zu vergleichsweise günstigen Konditionen in einem der bekanntesten Segelfluggebiete der südlichen Hemisphäre zu fliegen.
Gariep Dam
Gariep Dam gilt seit Jahren als beliebte Segelflugdestination. Der Flugplatz liegt in der südafrikanischen Provinz Free State und bietet ausgeprägte Thermikbedingungen sowie weiträumiges Streckenfluggelände. An flugfreien Tagen stehen touristische Aktivitäten in der Region zur Verfügung.
Organisation und Kosten
Die Flugsaison ist von Anfang November 2026 bis Mitte bzw. Ende Januar 2027 geplant. Geflogen wird per F-Schlepp. Der Arcus ist vor Ort in einer Halle untergebracht. Für HLB-Mitglieder fallen lediglich die regulären deutschen Chartergebühren an; die Kosten für den Containertransport werden auf die Teilnehmer der jeweiligen Flugwochen umgelegt. Gemeinsam angemietete Unterkünfte sollen die Kosten weiter reduzieren.
Anmeldung
Aktuell sind noch Flugwochen verfügbar. Die Vergabe erfolgt nach den geltenden HLB-Vergabe-Richtlinien. Nach Bestätigung eines Zeitraums können Flüge und Mietwagen individuell gebucht werden. Im Herbst 2026 ist ein gemeinsames Vorbereitungstreffen für alle Teilnehmer geplant.
Interessierte wenden sich an Heike Wagner in der HLB-Geschäftsstelle (heike.wagner@hlb-info.de, Tel. 06151 21001). Weitere Informationen und verfügbare Zeiträume sind hier verfügbar.
Für die Saison 2027 werden vom DAeC weiterhin dringend Ausrichter für Segelflug-Wettbewerbe gesucht. Bewerbungsschluss ist der 31. Juli 2026.
Die Ausrichtung eines Wettbewerbes ist nicht nur eine spannende Herausforderung, sondern auch eine Gelegenheit, den eigenen Verein zu präsentieren und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Aktuell fehlen noch Ausrichter – und ohne ausreichende Bewerbungen werden Wettbewerbe nicht stattfinden:
Am verlängerten Wochenende vom 10.-12. Juli 2026 haben wir für einmal in aller Ruhe die Höhen und Tiefen zwischen Kaiserschmarrn, Frittatensuppe und Grossglockner mit dem Segelflugzeug erkundet. In drei Tagen sind wir kreuz und quer durch Österreich geflogen und sind dabei in Lienz-Nikolsdorf und Zell am See auch mal zu Boden gekommen.
Heisse Bedingungen
Das heisse Sommerwetter bestimmt diesmal weitgehend unsere grobe Routenwahl. Anfangs haben wir noch kurz erwogen, einen Dreiecksflug von Schänis nach Ost-Österreich, dann den Weiterflug über den Bayrischen Wald in die Region von Bayreuth und via Schwäbische Alb zurück in die Schweiz zu wagen. Die Aussicht auf Niedergar-Temperaturen im Cockpit bei Flughöhen zwischen 500 und 2’000 m bewegt uns aber, in den kühleren Alpen mit etwas grosszügigeren Operationshöhen bis 4’000 m zu bleiben.
Autor Ernst Willi
In die Radstätter Tauern Der erste Flugtag, ein klassischer Rentner-Freitag, läuft einfach und zügig. Die Wetterbedingungen lassen unseren gemieteten Arcus M zügig über Graubünden und das Engadin in die Ötztaler Alpen bei angenehm hoher Wolkenbasis und satten Aufwinden vorstossen, wo sich erstmals sanft der Nordwind bemerkbar macht. Er und die verlockenden Wolkenbilder lassen uns in angenehmer Operationshöhe eine Route etwas südlich des Alpen-Hauptkamms wählen. Bis zum frühen Nachmittag sind wir über Lienz hinaus bis Mauterndorf voran gekommen.
Hier wird aus dem sanften Nordwind ein kleinerer Nordwindsturm. Um auf die Luvseite der Tauern zu kommen, hangeln wir uns von Krete zu Krete nordostwärts bis in die Region von Niederöblarn. Die Wolken hängen von hier aus ostwärts eine Etage tiefer. Das und eine verlockende Funk-Nachricht von Bruno Wettstein, der in Lienz im Osttirol Urlaub macht, ziehen uns magnetisch wieder auf die Alpensüdseite. Die Aussicht auf einen fahrbaren Untersatz und freie Übernachtungs-Plätze im Waldhotel Bad Jungbrunn sprechen für einmal gegen Niederöblarn mit seinem flugplatznahen Sporthotel, gegen St. Johann mit einem Fallschirm-Springer-Weekend und auch gegen Zell am See, wo offenbar eine Flugshow stattfindet (jedenfalls hört sich das am Funk so an).
Platz, ein rares Gut Eine der Sorgen auf einem Wander-Segelflug ist, das Flugzeug über Nacht wettersicher parkieren zu können. Erste Wahl ist dabei natürlich ein freies Plätzchen in einem Hangar. Zweite Wahl ein Parkplatz, auf dem man das Flugzeug gut vertäuen kann. Da wir im engen Arcus M ohnehin kaum mehr freien Raum für mehr als Unterwäsche, Zahnbürste und Kreditkarten finden, ist das Mitführen der etwas dick auftragenden Befestigungs-Materialien, von Seilen, Verankerungs-Metall-Heringen, einem schweren Hammer und Dergleichen, unrealistisch. Nur schon deren Gewicht würde unsere Flugzeugmasse und die bei bei über 30° C geringere Dichtehöhe ohnehin lange Rolldistanz ins Unsichere verlängern, was niemand will.
Hurrikan-fest Umso dankbarer sind wir, dass unser Kamerad Bruno für seinen Urlaub und damit verbundene Unwägbarkeiten wie wir beide solides Material im Anhänger eingepackt hat. Seine Monster-Heringe sind einen Meter lang. Sein «Hammer» ist eine solide Axt, mit der man auch eine deutsche Eiche zu Boden brächte. Und seine Seile sind Spannsets, mit denen auch ein Pickup unverrückbar fixiert werden kann. Nachdem wir den Arcus M auf dem ansonsten ruhigen Flugplatz Lienz-Nikolsdorf «Hurrikan-fest» vertäut haben, geniessen wir die Annehmlichkeiten des Waldhotels Jungbrunn in Tristach. Das Wasser soll Gerüchten zufolge verjüngende Wirkung entfalten. Wir sorgen uns schon darum, dass unsere Ehefrauen uns Jünglinge bei der Rückkehr nicht mehr erkennen könnten, zum Glück ist aber unser Aufenthalt zu kurz dafür. Eine gut sichtbare Wirkung ist bis zur Abreise noch nicht zu erkennen. Da hilft wohl nur wieder in Lienz nieder zu kommen.
Leethermik, Ausgrabungen und Schwimmteiche Anderntags investieren wir eine Viertelstunde Motorlaufzeit, um unter den schon früh – dafür tief – am Himmel hängenden Kondensaten Anschluss in die Thermik zu finden. Die ist zwar auch schon da, allerdings reicht sie noch nicht hoch genug, um unseren Plan, nach Osten Richtung Ennstal abzufliegen, umzusetzen. Stattdessen hangeln wir uns weit unter den Gipfeln nordwärts von Geländesattel zu Geländesattel, immer begleitet von ausgedehnteren Lee-Zonen. Irgendwann müssen wir erkennen, dass der direkte Sprung auf die Nord- und damit die Luvseite schwierig wird. Also ändern wir den Plan und rücken stattdessen den Dolomiten auf den Pelz. Zuvor, damit das auch genügend spannend wird, hängen wir eine kurze Schlaufe ins Gailtal an. Da ist die Wolkenbasis nochmals eine Etage tiefer, dafür pfeift der Nordwind kanalisierter durch die Gegend. Das Resultat ist eine ausgiebige Ausgrabungsaktion an den steilen Abhängen der Lienzer Dolomiten. Irgendwann finden wir an den gut eingestrahlten Nordhängen bei Lienz (jaa, wir fliegen manchmal auch im Kreis) wieder Anschluss, wenn auch «von ganz unten». Falls jemand von Ihnen südlich der Alpen eine nette Ferien-Immobilie unter der Waldgrenze sucht, ich kann Ihnen heute eine handverlesene Auswahl schöner Wald-Villen mit und ohne Schwimmteich verraten.
Irgendwann retten wir uns im Pustertal wieder hinauf in angenehmere Höhen und Temperaturen. Wie war das jetzt genau mit dem gestrigen Entscheid, in den Alpen deutlich über 2’000 m fliegen zu können?
Lieber kein Gras Den weiteren Flug Richtung Brenner und über die hohen Gipfel und Gletscher am Hauptalpenkamm zurück ins Enntal kann man mit «ausgiebigem Sightseiing» treffend beschreiben. Entspannt erkunden wir jede Ecke der Region, machen uns irgendwann westwärts auf den Weg. Die Region, in der wir die Nacht verbringen könnten, ist zu dem Zeitpunkt weiträumig gefasst. Sie reicht von Königsdorfund Vogtareuth bis Innsbruck, umfasst aber auch Landeplätze wie St. Johann und Zell am See. Das schöne Kufstein ist auch in unserer engeren Wahl, uns graut aber nach der langen Rollstrecke von heute Morgen vor dem bremsenden Effekt der dortigen Graspiste.
Königliches Frühstück In Zell am See mieten wir nach einer Landung im kräftigen Talwindsystem und dem ebenso kräftigen Verzurren des Flugzeuges zwei Fahrräder und pedalen darauf zum Landhaus Gitti, einer sympathischen, privaten Unterkunft mit einem wirklich ausgezeichneten und grosszügigen Frühstück, welches unsere interne Rangliste künftig vom ersten Platz aus anführen wird. Stockerlplätze sind hierzulande ja wichtig. Peter schwärmt noch Tage danach vom Omelett, von der grosszügigen Früchteplatte und von den anderen gereichten Köstlichkeiten. Den Abend rundete zuvor das Seenachtsfest ab, bei dem drei Gyrokopter mit viel Rauch und Schall einen gepflegten Auftritt hinlegten.
Frühthermik? Schon frühmorgens wundern wir uns beim Blick vom Balkon hinüber nach Kaprun über die dort bereits am Himmel hängenden Cumulus-Wolken. Von weitem sehen sie so aus, als würden sie tatsächlich «ziehen». Nachdem wir uns ordentlich und online «selbst Ausfuhr-verzollt» haben (was an einem Sonntagmorgen aber niemanden entscheidend zu interessieren scheint), starten wir nach einem kurzen Motor-Einsatz unser heutiges Abenteuer.
Beim Suchen des ersten Aufwindes spüren wir unseren treuen Begleiter der letzten Tage, den Nordwind. Er hebt uns zwar in Kombination mit der Leethermik über den Waldkamm des Hahneckkogels (erster Hügelzug östlich von Zell am See), aber nicht weit darüber. Der Sprung auf die Schmittenhöhe wird damit eine zu knappe Sache. Peter gräbt aber meiner Überraschung in der Nähe unseres Startortes wieder einen kräftigen Leebart aus, der uns knapp auf die Krete hinauf hebt. Bis Pass Thurn kommen wir gut westwärts voran, dort fallen wir aber unter die Krete und müssen in Matrei auf der schattigen Südseite Zuflucht suchen.
Tückische Pinzgauer Nordkrete Da war ich vor ein paar Wochen schon mal. Ebenso tief. Damals sind wir auf der Nordkrete bei vergleichbaren Windverhältnissen förmlich «vom Baum gefallen». Den Kinderspielplatz beim Freibad von Mittersill kenne ich seither genauer. Nach einer langen und zähen Ausgrabungs-Aktion erreichen wir hier aber auch diesmal die Weiterflughöhe an den Gerlos. Diesmal bleiben wir auf der Südseite des Pinzgaus und des Zillertales. Je weiter westwärts wir vorfliegen, umso trockener wird die Luft und umso höher klettert die Operationshöhe. Dennoch beginnt ab dem Wipptal ein langer, «blauer» Streckenabschnitt, während auf der Inntaler Nordseite kräftige und verlockende Cumulanten über den Kreten stehen.
Dicke Hummel Da wir heute ausreichend Zeit vorrätig haben, queren wir mitten durch die CTR von Innsbruck an die Reitherspitze. Unterwegs erkenne ich im Augenwinkel ein Motorflugzeug, welches sich auf gleicher Höhe von hinten rechts unbeirrt wie eine dicke Hummel nähert. Nach einem zügigen Flügelwackler erkennt nicht nur dessen Pilot, dass er heute nicht völlig alleine unterwegs ist. Auch der Fluglotse meldet sich gleichzeitig mit einer «Verkehrsmeldung». Knapp war’s nicht, aber trotzdem etwas beunruhigend, wir waren immerhin mit Clearence und Transpondersignal in diesem kontrollierten Luftraum unterwegs.
Über das Lechtal erreichen wir komfortabel Montafon und Prättigau. Peter hat offensichtlich einen Plan. Er will unbedingt noch ins Engadin und an die Bernina und presst aus der inzwischen wolkenfreien Thermik über der Engadiner Nordkrete 4’000 Meter heraus. Die Höhe hält er eisern bis zum Überflug von Piz Palü, Bernina und Piz Roseg. Ab da bildet ein einstündiger Gleitflug zurück in die heisse Luft der Linthebene den krönenden Abschluss unseres dreitätigen «Österreich-Rundfluges».
Vom 5. bis 11. Juli 2026 fanden in Vinon-sur-Verdon (Frankreich) parallel zwei bedeutende Segelflugwettbewerbe statt: Das Championnat de France in den Klassen 18-Meter und Libre sowie der Pre-EGC Vinon 2026 in der Multi-Klasse. Rund 50 Piloten nutzten die thermischen Bedingungen über der Provence und den Südalpen für anspruchsvolle Streckenflüge.
Championnat de France 2026
Das Championnat de France wurde in den Klassen 18-Meter und Libre ausgetragen. Die Wettbewerbswoche bot an sechs Wertungstagen anspruchsvolle Aufgaben, bei denen die Piloten Distanzen von bis zu 665 Kilometern zurücklegten.
In der 18-Meter-Klasse sicherte sich Thierry Boilley den französischen Meistertitel, gefolgt von Omaël Nicolas und Nicolas Bernhard. In der Offenen Klasse (Libre) siegte Didier Hauss vor dem Team Corbillé & Corbillé und dem Team Le Gall & Bruyere.
Ergebnisse 18-Meter-Klasse
Rang
Name
Vorname
Flugzeug
Punkte
1
Boilley
Thierry
JS3 RES 18m
4.667
2
Nicolas
Omaël
JS1 18m
4.591
3
Bernhard
Nicolas
Ventus 3T 18m
4.563
4
Roche
Hugo
JS1 18m
4.451
5
Puyou
Yvon
LS 6 18m
4.169
(Hinweis: Erik Borgmann (4.851 Punkte) und Conrad Hartter (4.389 Punkte) nahmen außer Konkurrenz teil)
Parallel zur französischen Meisterschaft wurde der Pre-EGC als Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2027 ausgetragen. In der Multi-Klasse traten internationale Piloten gegeneinander an. Nach fünf Wertungstagen gewann der Italiener Alberto Sironi vor dem Deutschen Patrick Puskeiler und der Spanierin Lucia Esteban Loring.
Überschattet wurden die Wettbewerbe von einem tödlichen Unfall am 9. Juli 2026. Ein 67-jähriger Pilot stürzte während eines Wettbewerbsfluges mit einer Schleicher AS 33 Es (F-CVGD) auf einer Höhe von 2.100 Metern nahe dem Gipfel der Tête de Cuguret (östlich von Jausiers in den Alpes-de-Haute-Provence) ab. Der Pilot kam dabei ums Leben, das Flugzeug wurde zerstört. Die Unfallursache ist noch ungeklärt und wird untersucht.
Wie in allen Bereichen der Mobilität ist die Verbesserung der Sicherheit auch beim Segelfliegen eine Daueraufgabe. In den letzten Jahrzehnten ist dies-bezüglich vieles passiert. Interessant ist die Frage, ob Segelfliegen dadurch sicherer geworden ist.
Autor: Hans Reis
Die Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit beim Segelfliegen beziehen sich auf zwei Ebenen: einerseits auf das Flugzeug und seine Instrumente, andererseits den Piloten und seine Ausbildung. Erhöhtes Unfallrisiko besteht beispielsweise bei Flachlandfliegern, die sich erstmalig in die Alpen vorwagen – in Unkenntnis der dort herrschenden starken Aufwind- und Abwindverhältnisse und beschränkten Aussenlandemöglichkeiten. Segelfluggruppen oder -verbände organisieren deshalb Lager und setzen «Neulinge» mit erfahrenen Fluglehrern/Piloten ins Cockpit, um sich gemeinsam an die neuen Verhältnisse heranzutasten. Die Erfahrung zeigt, dass diese Unterstützung durch Experten sehr hilfreich ist.
Viele Segelfluggruppen kennen auch ein Testatsystem, bei welchem noch unerfahrene Piloten zuerst einfache Aufgaben bestehen müssen. Diese werden von einem Fluglehrer kontrolliert und bestätigt. Sukzessive werden die Anforderungen höher, mit dem Ziel, schliesslich auch anspruchsvollere Flugzeuge, z.B. mit Wölbklappen, sowie grössere und schwierigere Strecken zu fliegen.
Flarm als Meilenstein
Ein Meilenstein für die Sicherheit war die Einführung des Antikollisionsgeräts Flarm. An dessen Entwicklung waren zu Beginn der 2000er Jahre Urban Mäder, Urs Rotacher und Andrea Schlappbach wesentlich beteiligt, alle drei erfahrene Segelflieger und Absolventen der ETH Zürich. Kollisionen zwischen Flugzeugen oder einem festen Hindernis am Boden (Kabel, Seilbahnen, Funkmasten, etc.) waren früher häufige Unfallursachen im In- und Ausland, meist mit schwerwiegenden Folgen.
Heute ist Flarm weit verbreitet. Nach Angaben der Flarm Technology AG in Zug sind weltweit mindestens 85’000 Geräte für bemannte Luftfahrzeuge und Drohnen verkauft worden. In Frankreich ist Flarm für Segelflugzeuge vorgeschrieben, inklusive jährlichem Update. In der Schweiz besteht zwar kein Obligatorium, aber es darf davon ausgegangen werden, dass heute fast jedes Segelflugzeug damit ausgerüstet ist.
Das Flarm misst mithilfe eines eingebauten GPS-Empfängers kontinuierlich die Position und die Flugrichtung des eigenen Flugzeugs. Aus diesen Daten wird der zukünftige Flugweg abgeleitet, welcher über Digitalfunk sekündlich ausgestrahlt wird. Andere Flarm-Geräte in der Nähe empfangen diese Datenpakete und vergleichen den Flugweg mit dem eigenen. Wird eine mögliche Kollision festgestellt, wird der Pilot rechtzeitig akustisch und optisch gewarnt, je gefährlicher die Situation, desto eindringlicher das Signal. Zwingend für die Warnung ist, dass auch das «gefährliche» Flugobjekt mit einem Flarm ausgerüstet ist.
Um sich vor Kollisionen mit festen Hindernissen zu schützen, enthält Flarm auch eine Hindernis-Datenbank mit Tausenden von Objekten im gesamten Alpenraum, welche laufend nachgeführt wird. Auch hier macht ein Algorithmus eine raumzeitliche Flugbahnvorhersage, um Konflikte in Echtzeit zu erkennen. Ein Segelflieger kann so neben einer Hochspannungsleitung oder dem Sendeturm auf der Rigi oder Säntis kreisen, ohne störende Warnungen zu erhalten. Diese erfolgt erst, wenn der Pilot das Kreisen beendet, auf das Hindernis zufliegt und damit eine Gefahr entsteht. Flarm-Daten dienen auch bei einer Unfalluntersuchung zur genauen Rekonstruktion des Flugwegs.
Leistungsfähigere Elektronik – verstärkte Cockpits
Zur Sicherheit tragen auch die heutigen Rechner im Flugzeug (z.B. LX 9000) mit Moving Maps und genauer Ortsangabe bei; zentral, wenn es um Lufträume geht, die nur eingeschränkt oder gar nicht beflogen werden dürfen. Rechtzeitig vor dem Einflug ertönt eine warnende Stimme. Damit entfällt die Ablenkung durch das Fliegen mit der Luftfahrtkarte auf den Knien und dem ständigen (und doch nur ungefähren!) Bestimmen der Position. Hingegen sind Stall-Warning-Geräte, die vor einem Kontrollverlust wegen Abschmieren durch zu tiefe Geschwindigkeit warnen, bei Segelflugzeugen in der Schweiz erst vereinzelt im Einsatz. Diese häufige Unfallursache könnte mit einer flächendeckenden Verbreitung des Hilfsmittels möglicherweise entschärft werden.
Was die Zelle, insbesondere den Rumpf betrifft, sind die Bauvorschriften für die Zulassung laufend und stark verschärft worden. Das sagt Peter Neukom, Inhaber und Chef der LTB Peter Neukom GmbH Segelflugwerkstatt, in Schaffhausen aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung. Er erwähnt namentlich die Cockpitzone. So hätten Aufschlagversuche ergeben, «dass sich bei einem senkrechten Aufschlag das Cockpit in die Breite deformiert. Die Folgerung: Die Bordwände eines Cockpits sind heute mindestens viermal dicker als noch vor Jahren und – ebenso wichtig – es werden heute entsprechende Mischgewebe verwendet, wie beim Cockpit eines Formel-1 Rennwagens, nämlich Aramid- oder Kohle-Aramid-Mischgewebe, umgangssprachlich Kohle-Kevlar-Gewebe genannt».
Ebenfalls ein Sicherheitsgewinn ist, dass immer mehr Segelflugzeuge mit einem LED-Blitzgerät vorne am Rumpf ausgerüstet werden. Gemäss Neukom bewährt sich das vor allem beim direkten Anflug eines Flugzeugs auf ein anderes. Er erachtet diese Massnahme als viel wirkungsvoller als die traditionelle Bemalung mit roten Streifen am Flügelende oder an der Rumpfspitze, auch wenn heute gemäss Easa grossflächigere Bemalungen zugelassen sind dank der Verwendung weniger wärmeempfindlicher Harzsysteme. Bis jetzt waren der farbigen Bemalung enge Grenzen gesetzt, damit sich die weisse Zelle nicht zu stark erhitzt und die Festigkeit leidet.
Sicherheit: Was sagen die Fakten?
Nun stellt sich die Frage, wie wirksam diese Massnahmen sind bzw. waren, und ob sie signifikant zur Sicherheit beim Segelfliegen beigetragen haben. Eindeutige Antworten darauf fehlen, aber Indizien sind vorhanden.
Aufschlussreich ist die im Auftrag der Sust erstellte Studie von Dr. Marcel Dettling «Auswertung Flugunfälle Schweiz 2021». Der Autor ist Dozent am Institut für Data Science der ZHAW in Winterthur und hat für die Periode 2008 bis 2021 die jährlichen Unfallzahlen im CH-Segelflug ausgewertet. Der Trend bei der Anzahl Unfälle mit erheblich Verletzten oder Toten ist signifikant sinkend mit minus 8,9 Prozent pro Jahr, bei einem Wahrscheinlichkeitswert (p-Wert) von 0,026 (Grafik 1). Ein Rückgang der schwerwiegenden Segelflugunfälle ist damit statistisch nachgewiesen. Dieser geht jedoch mit einem markanten Rückgang der Flugbewegungen einher und ist damit nicht zwingend einem Sicherheitsgewinn geschuldet. Es zeigt sich aber, dass auch die Unfallrate, d.h. Anzahl Unfälle auf 100‘000 Flugbewegungen sinkt, mit minus 6,2 % pro Jahr. Bei einem p-Wert von 0,129 ist diese Abnahme jedoch statistisch nicht signifikant.
Die Fortschreibung der Zahlenreihe bis 2025 ist leider nicht möglich. Die Sust schreibt: «In der Zwischenzeit wurde die Datenerhebung und auch die Untersuchungspraxis verschiedentlich angepasst, und es sind deshalb keine vergleichbaren Daten mehr vorhanden bzw. sie wurden nicht mehr erhoben». Sie verweist auf die auf die publizierten Segelflugunfallberichte mit der Ergänzung «damit sollte zumindest ein Teil der Daten rekonstruierbar sein». Marcel Dettling hat das mit Blick auf diesen Artikel freundlicherweise versucht und schreibt: «Die in den Anhängen der neueren Jahresberichte angegeben Zahlen zu den Flugunfällen konnte ich nicht mit den Werten der früheren Reihe in Einklang bringen. (…) Ich gehe davon aus, dass die Erhebungsgrundlage nicht identisch ist». Auch ein Versuch der Datenallokation via die publizierten Unfallberichte führte nicht zu übereinstimmenden Zahlen.
Bei der Interpretation der erwähnten Werte für 2008 bis 2021 ist Vorsicht geboten. Eine Aussage, dass Segelfliegen wirklich sicherer geworden ist, verlangt nach einer noch tiefergehenden Analyse. Eine bessere Bezugsgrösse als die Flugbewegungen wäre die Zahl der geflogenen Stunden. Dieser Wert wird jedoch nicht erhoben.
Somit verbleibt die Abnahme der Unfallrate von 2008 bis 2021 – wenn auch nicht signifikant – als wertvollstes Indiz für einen Sicherheitsgewinn beim Segelfliegen. Zu welchen Teilen diese den verbesserten technischen Möglichkeiten zugeschrieben werden kann, inwiefern Änderungen bei der Ausbildung geholfen haben oder ob andere Faktoren wie eine veränderte Pilotenpopulation oder deren Denkweise verantwortlich sind, kann jedoch nicht beziffert werden.
Mit einem packenden Finaltag ist der FAI Sailplane Grand Prix Norway 2026 auf dem Flugplatz Starmoen bei Elverum zu Ende gegangen. Nach fünf Wertungsläufen sicherte sich der Deutsche Tilo Holighaus auf einem Ventus-3T mit 35 Punkten den Gesamtsieg. Aufgrund der höheren Anzahl an Tagessiegen setzte er sich im Tie-Break gegen den punktgleichen Norweger Arne Martin Güettler durch. Rang drei belegte der ebenfalls aus Deutschland stammende Klaus Kalmbach.
Der letzte Wertungstag bot nochmals Spannung bis zum Schluss. Klaus Kalmbach gewann die Abschlussaufgabe mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 108,5 km/h vor dem Polen Maciej Walasek und Arne Martin Güettler. Für den Gesamtsieg reichte dies jedoch nicht mehr, da Holighaus mit Rang fünf die entscheidenden Punkte zum Titelgewinn sammelte. Insgesamt wurden während der Veranstaltung fünf Wertungsläufe ausgetragen, zwei weitere geplante Aufgaben mussten wetterbedingt abgesagt werden.
Schlussrangliste
Rang
Pilot
Nation
Flugzeug
Punkte
1
Tilo Holighaus
Deutschland
Ventus-3T
35
2
Arne Martin Güettler
Norwegen
JS3 RES
35
3
Klaus Kalmbach
Deutschland
JS3
33
4
Kato Kvitne
Norwegen
JS3 RES
25
5
Michael Pfennig
Deutschland
JS 3 TJ 18 m
25
Mit seinem Erfolg in Norwegen verschafft sich Tilo Holighaus eine ausgezeichnete Ausgangslage für die weitere Sailplane-Grand-Prix-Serie. Die Veranstaltung in Starmoen bestätigte einmal mehr das hohe sportliche Niveau des internationalen Grand-Prix-Formats mit engen Entscheidungen bis zum letzten Wertungslauf.
Nach rund zwei Wochen ist der Euroglide 2026 in Venlo (NL) zu Ende gegangen. Die internationale Streckenflugveranstaltung führte die teilnehmenden Zweierteams über rund 2’500 Kilometer quer durch Europa. Anders als bei klassischen Segelflugmeisterschaften bestimmen die Crews ihre Route, Flugplätze und Übernachtungen weitgehend selbst und müssen sich dabei laufend auf Wetter und Infrastruktur einstellen.
Der Wettbewerb begann wetterbedingt mit Verzögerung. Im weiteren Verlauf verlangten wechselnde Wetterbedingungen, schwache Thermik und teilweise begrenzte Schleppkapazitäten den Teams viel Flexibilität und taktisches Geschick ab. Nach mehreren Flugtagen erreichten die ersten Mannschaften wieder den Zielflugplatz in Venlo.
Den Sieg sicherte sich das australische Team WX. Die weiteren Podestplätze gingen an die deutschen Teams SF und SL. Auf Rang vier folgte das niederländische Team OV, den fünften Platz belegte das deutsche Team BF.
Schlussrangliste Euroglide 2026 (Top 5)
Rang: „WX“ (Matthew Scutter, Australien)
Rang: „SF“ (Stefan Langer, Deutschland)
Rang: „SL“ (Maximilian Schäfer, Klaus Reinhold, Deutschland)
Ramg: „OV“ (Rens van Breokhuijsen, Sander T Hart, Thijs Paré, Wolfert Voet, Niederlande)
Rang: „BF“ (Manfred Schroder, Michael Paul, Klaus Willenbrink, Deutschland)
Der Euroglide wird alle zwei Jahre vom Venlo Eindhoven Gliding Club organisiert und zählt zu den außergewöhnlichsten Segelflugveranstaltungen Europas. Im Mittelpunkt stehen nicht nur fliegerisches Können, sondern auch Streckenplanung, Wettertaktik und Teamarbeit über mehrere Tage hinweg. Fotos: Martin Knops.
Mitte Mai 2026 absolvierte Bruno, Nachwuchspilot beim Aero-Club Fürth e.V., seine ersten Alleinflüge im Segelflug. Nach mehreren Starts mit verschiedenen Fluglehrern war es so weit: Bruno steuerte das Flugzeug erstmals ohne Begleitung.
Im Gespräch schildert er seine Eindrücke: Bereits beim ersten Soloflug fiel ihm auf, wie viel leichtgängiger das Flugzeug ohne den Fluglehrer reagiert. Beim zweiten Alleinflug nutzte er die Gelegenheit bereits, um nach Thermik zu suchen. Zum Segel-Fliegen kam Bruno durch einen Gastflug in Petersdorf an seinem 14. Geburtstag. Als nächstes Ziel nennt er den Erwerb der Segelfluglizenz — danach stehen Kunstflug oder Motorsegler im Raum.
Alleinflüge sind in der Segelflug-Ausbildung ein fester Bestandteil. Sie dienen dem Erfahrungsaufbau und finden stets unter Beobachtung eines Fluglehrers am Boden statt.
Zwischen dem 2. und 16. Januar 2026 verbrachte Mark Christmann zwei Wochen auf der Veronica-Lodge in Namibia. Der Pilot der Segelfluggruppe Schwarzwald-Baar (SGSM) nutzte dabei den Arcus M seines Freundes Ernst Eymann.
Flugbedingungen im namibischen Hochsommer Die Thermik setzte an den meisten Tagen früh ein, oft bereits gegen 10:30 Uhr Ortszeit. Die Wolkenbasis lag zwischen 4.200 und 5.000 Metern MSL, an besonders guten Tagen auch darüber. Die Steigwerte bewegten sich überwiegend zwischen 3 und 5 m/s. Trotz dieser günstigen Ausgangslage waren die Bedingungen nicht durchgehend einfach: Blaue Phasen, Inversionen und lokale Abschattungen erforderten taktisch sorgfältiges Vorgehen und die Bereitschaft, Entscheidungen kurzfristig anzupassen.
Ausgewählte Flugtage Am 2. Januar flog das Team zur Eingewöhnung ein konservatives Dreieck über Gobabis und Leonardville. Die Thermik war brauchbar, aber noch nicht voll entwickelt. Bewusstes Höhehalten und das Wiedereingewöhnen an die lokale Struktur standen im Vordergrund.
Am 4. Januar ermöglichte eine ausgeprägte Wolkenstraße Richtung Nordosten längere Gleitstrecken. Die Querungen erwiesen sich als schwächer als erwartet, weshalb der nördliche Wendepunkt nicht weiter hinausgelegt wurde. Der Tag verlief ohne Motoreinsatz.
Am 9. Januar lagen die Basis bei knapp 5.000 Metern und die Steigwerte zwischen 5 und 6 m/s. Die Route führte Richtung Tsumeb und entlang des Etosha-Randes. Trotz der guten Bedingungen verzichteten die Piloten auf ein weiteres Vorstoßen nach Westen, da dort Abschattung drohte.
Der 1.000-km-Flug Das Highlight des Aufenthalts war ein 1.103-km-Flug, den Mark Christmann am 8. Januar absolvierte. Der Flug ist auf WeGlide dokumentiert. Christmann nennt als Voraussetzungen für einen solchen Flug in Namibia: frühe Startbereitschaft, eine hohe Wolkenbasis, durchgehende Linien über mehrere hundert Kilometer sowie konsequentes taktisches Fliegen ohne sich von lokalen Störungen beeinflussen zu lassen. Auch Ernst Eymann gelang während des Aufenthalts ein 1.000-km-Flug.
Veronica-Lodge Die Lodge selbst liegt abseits der Infrastruktur. Sie ist klein und persönlich gehalten. Nach langen Flugtagen bot sie den Piloten die nötige Erholung: Gespräche mit anderen Piloten über Strecken und Entscheidungen, Sonnenuntergänge und die Stille der namibischen Nacht. Die Abende bildeten einen ruhigen Gegenpol zu den anspruchsvollen Flugtagen.
Fazit Keine Rekorde, keine außergewöhnlichen Ereignisse – aber zwei Wochen solides, technisch sauberes Fliegen in einem Gebiet, das bei guten Bedingungen Strecken von über 1.000 Kilometern ermöglicht. Namibia bleibt für Streckenflieger ein Reiseziel, das Respekt erfordert und entsprechende Leistungen ermöglicht.
Vom 3. bis 7. Juni 2026 fand das traditionelle Stillberghof-Vergleichsfliegen in Donauwörth-Zirgesheim statt. Der Wettbewerb, der nach rund 20 Jahren Pause seit 2022 wieder von der Segelfluggruppe (SFG) Donauwörth-Monheim organisiert wird, verzeichnete in diesem Jahr 14 teilnehmende Piloten aus der gastgebenden SFG sowie benachbarten Vereinen.
Der Wettbewerb wurde nach Grand-Prix-Regeln mit Distance-Handicapping ausgetragen. Bei diesem Format fliegen alle Teilnehmer gleichzeitig eine vorgegebene Strecke ab. Der Pilot, der zuerst den Zielflugplatz erreicht, erhält die höchste Punktzahl für den jeweiligen Durchgang. Von den fünf angesetzten Tagen boten drei ausreichende Segelflugbedingungen für Wertungsflüge.
Der erste Wertungstag am Freitag begann aufgrund spät einsetzender Thermik erst kurz vor 17 Uhr. Die Piloten absolvierten einen Rundkurs von etwa 120 Kilometern. Am Wochenende verbesserten sich die Bedingungen deutlich. Am Sonntag, dem fünften und letzten Wertungstag, wurde eine Strecke von 342,85 Kilometern ausgeschrieben, die unter anderem über Kaisheim, Roth, Beratzhausen und Oppingen-Au führte. Neun der 14 Teilnehmer beendeten diese Aufgabe erfolgreich.
David Bauder sichert sich Gesamtsieg In der Gesamtwertung siegte David Bauder (SFG Donauwörth-Monheim) in einem Ventus 3T mit 26 Punkten. Er gewann alle drei ausgetragenen Wertungstage. Den zweiten Platz belegten die Brüder Michael und Andreas Gesell (SFG Donauwörth-Monheim) im Arcus M mit 15 Punkten. Sebastian Langer (SFZ Augsburg) erreichte in einer ASG 29 mit 14 Punkten den dritten Rang. Tim Schmidtlein (Mittelschwäbischer Luftsportverein, ASW 24 WL) folgte mit 13 Punkten auf dem vierten Platz.
Parallel zum lokalen Wettbewerb verzeichnete die SFG Donauwörth-Monheim in der Segelflug-Bundesliga einen Rückschlag. Trotz dreier Wertungsflüge rutschte der Verein nach der achten Runde auf den 24. und damit vorletzten Tabellenplatz ab.
Ende Mai 2026 trieft unsere Vereins-Chatgruppe vor Selbstmitleid. „Wir bräuchten mal wieder Wetter…“, „Überhaupt (mal) würde ich sagen“, „wird Zeit, ist bald schon Juni“. War die bisherige Saison wirklich so schlecht? Ich kann eigentlich nicht klagen. 74 Stunden auf der Uhr (so viel wie nie!), unzählige tolle Erlebnisse, Pfingst-Wandersegelflug bis in die Alpen (und zurück) – nur eben kein 1’000er-Wetter zwischendrin. Aber braucht es das wirklich? Zugegeben: ich habe diese leicht masochistische Ader, quäle mich auch mal gerne durch marginale Bedingungen, bestenfalls ins hunderte Kilometer entfernte Hammerwetter, scheue nicht das „Risiko“ der nicht 100% garantierten Rückkehr zum Startflugplatz.
Klar: Mit Heimkehrhilfe im Gepäck fällt das leichter. Aber noch immer muss man sich den Ruck geben, den „inneren Schweinehund“ überwinden, das Wetterfenster nutzen, anstatt zu warten, bis es sich wieder schließt.
Und genau dafür möchte ich werben! Traut Euch! Schauen wir uns exemplarisch den 19.4.2026 an. Schlagzeile des Bulletins von Bernd Fischer: „Tolle Luftmasse – nur leider ein wenig feucht“ und weiter: „Die unter Hochdruck kommende Kaltluft kommt nicht signifikant nach Osten voran, denn es bildet sich ein kleines Tief über der Mitte Deutschlands, das die Front vor allem über dem Nordosten später sogar rückläufig werden lässt.“ Und: „Auch der sich aufbauende Hochdruckeinfluss kann nicht verhindern, dass sich eingelagert in die meist hohen Bedeckungsgrade noch einzelne Schauer bilden.“
Angesichts dieser Aussichten sind die meisten wohl im Bett liegen geblieben. Aber ein genauerer Blick lohnte sich! Von Langenfeld aus zeigte TopMeteo eine fliegbare Spur durch die Eifel an die Mosel und weiter ins Saarland. Und die „einzelnen Schauer“ sollten uns nicht schrecken. Dachte ich – dazu später mehr…
Das Besondere an diesem Tag war die wirklich sehr niedrige Basis. Maximal 500–600 m über Grund sind nicht die Welt – eröffnen aber sogar neue Möglichkeiten! So ging es auf direktem Weg unter dem Kölner Luftraum hindurch in die Eifel. Hier fliegt man sonst nie – aber wenn es eh nicht höher geht, dann stört auch der Deckel in 2500 Fuß nicht. Dieser Ritt in Ameisenkniehöhe über Köln und weiter mitten durch die Eifel war schon spektakulär und brachte mir einiges an Feedback: „inspirierend“, „Nerven aus Stahl“, „Respekt!“, „Du bist echt der Härteste!“ …
Dabei war es im Cockpit sogar recht entspannt. Bekanntlich stehen die Aufwinde bei niedriger Arbeitshöhe eng beieinander. Dazu kamen mit frischer Kaltluft, durch Wolken gezeichneter Thermik und Rückenwind die richtigen Zutaten für einen relaxten Flug auch bei niedriger Basis. Landeoptionen hatte ich zudem immer: Nörvenich, Weilerswist, Wershofen, Hinterweiler, Daun. So ging es zügig bis an die Mosel. Und hier öffnete sich der Himmel plötzlich: Hammeroptik mit hoher Basis!
Über Marpingen und quer durchs Saarland ging es nun mitten hinein nach Frankreich und hätte ewig so weitergehen können. Aber ich wollte und musste nach Hause. Wandersegelflug war an diesem Sonntag nicht angesagt und so kehrte ich schweren Herzens kurz vor 15 Uhr um und drehte die Nase in den Wind. Leider dauerte es nun nicht lange, bis ich in echten Schwierigkeiten steckte. Ich traf gegen den Wind die Bärte nicht mehr, musste tief runter, Haken schlagen und verlor wertvolle Zeit.
Als es endlich wieder lief, fand ich die Muße, einen Blick auf das aktuelle Satellitenbild zu werfen. Dieses offenbarte neues Ungemach: In der Heimat waren nicht einzelne Schauer, sondern ganze Schauerlinien durchgezogen und in Langenfeld hatten sie schon mittags den Flugbetrieb eingestellt. So erkurbelte ich querab der Dahlemer Binz jeden machbaren Höhenmeter und glitt dann langsam über die komplett abgeschattete Landschaft gen Heimat. Über Hürtgenwald schauerte es, über Köln schauerte es – einschließlich wunderbaren Regenbogens. Aber ganz im Norden strahlte wieder großflächig Sonne ein. Trotz Gleitzahl 60 würde es allerdings leider knapp nicht reichen, hier anzukommen und wieder Thermikanschluss zu finden. Ein paar hundert Höhenmeter fehlten gegen den immer noch strammen Wind. Das war mir schnell klar und so zündete ich schließlich mitten über dem Fliegerhorst Nörvenich den Jet. Ist man sich dort ja gewohnt😃.
Alles in allem trotz des kurzen Motoreinsatzes ein wunderbarer Flug. Hat sich gelohnt, nicht im Bett liegenzubleiben!
Vom 29. Mai bis 7. Juni 2026 fanden in Winzeln-Schramberg die Süddeutschen Segelflugmeisterschaften der Junioren statt. Insgesamt 44 Pilotinnen und Piloten traten in der Standard- und Clubklasse an. Parallel wurde der Vereinswettbewerb „Winzeln Open“ mit 13 Teilnehmenden in der Mixed-Klasse ausgetragen.
Das Wetter während der Wettbewerbswoche zeigte sich wechselhaft. In der Standardklasse konnten an vier von acht möglichen Wertungstagen Aufgaben geflogen werden, in der Clubklasse an fünf Tagen. Die Strecken wurden täglich an die Bedingungen angepasst. Die Mixed-Klasse absolvierte an zwei von vier Wertungstagen Flüge. Aufgrund der Wetterlage kam es im Verlauf der Woche zu mehreren Außenlandungen, die von den Teilnehmenden sicher durchgeführt wurden.
Die geflogenen Strecken konnten an den Wochenenden gleichzeitig für die Segelflug-Bundesliga gewertet werden. Neben dem sportlichen Aspekt stand der Austausch unter den Teilnehmenden im Vordergrund.
Podestplätze:
Standardklasse
1. Felix Neuburger (FG Gingen / Fils e.V.) 2. Lorenz Schulze-Varnholt (LSV Burgdorf e.V.) 3. Florian Taigel (LSV Reutlingen e.V.)
Clubklasse
1. Nils Zitzelsberger (AC Langenselbold e.V.) 2. Tobias Taigel (LSV Reutlingen e.V.) 3. Hannes Komoll (HAC Boberg e.V.)
Mixed-Klasse (Winzeln Open)
1. Team Single & Kühlbrey (FGB Pattonville e.V.) 2. Pascal Schwarz (FSV Ammerbuch e.V.) 3. Stephan Mayer (LSV Schwarzwald e.V.)
Die Soar Hawaii Foundation hat ein Bildungsprogramm gestartet, das Jugendliche und Interessierte an den Flugsport heranführen soll. Im Mittelpunkt stehen Stipendienflüge, Schnupperflüge, öffentliche Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit rund um die Fliegerei.
Hawaii bietet dafür ungewöhnlich gute Voraussetzungen: mehr als 300 fliegbare Tage pro Jahr, zuverlässige Hangaufwinde und eine spektakuläre Landschaft mit Vulkanen. Für die Umsetzung des Programms setzt die Foundation auf eine Stemme S10 VT – einen zweisitzigen Reisemotorsegler des deutschen Herstellers Stemme GmbH aus Strausberg.
Das Muster verbindet Hochleistungssegelflug mit Reichweite, Sicherheit und operativer Flexibilität, was es nach Einschätzung der Foundation für Ausbildungs- und Öffentlichkeits-Missionen in abgelegenen Regionen besonders geeignet macht. Das Flugzeug soll auch für Luft-zu-Luft-Aufnahmen eingesetzt werden.
Stemme unterstützt das Projekt und sieht darin ein Beispiel für einen zentralen Aspekt der Luftfahrtkultur: die Weitergabe von Wissen und Begeisterung an die nächste Generation von Piloten.
Trotz eines verhaltenen Saisonstarts haben Piloten des Luftsportclubs Bad Homburg (LSC) bereits eine Reihe bemerkenswerter Flüge absolviert. Im April reiste eine Gruppe um Gerd Spiegelberg für zwei Wochen zum Alpensegelfliegen nach Lienz in Österreich. Mit dabei waren Philipp Wischnewski und Jens Finkbeiner im frisch neulackierten Leistungsdoppelsitzer des Vereins sowie Volker Mahnke. Bei wechselhaftem Wetter gelangen dennoch Flüge über die Dolomiten, das Pustertal und den Vinschgau. Anfang Mai absolvierte Annika Gräber beim Kitzbühler Alpenpokal in St. Johann weitere Flüge über die Alpenlandschaft.
In der Segelflug-Bundesliga, die Ende April in die neue Saison gestartet ist, tritt der LSC nach dem Abstieg in der Vorsaison nun in der 2. Bundesliga an. Ziel ist der Wiederaufstieg in die 1. Liga – in der aktuellen Saison ist kein hessischer Verein in der Eliteklasse vertreten. Nach dem ersten Wettbewerbswochenende belegt der LSC Rundenplatz 3 und liegt in der Gesamtwertung auf Rang 11. Die ersten fünf Plätze der Saison steigen auf.
Auf internationaler Ebene nimmt Jan Omsels, der im Vorjahr seinen dritten Deutschen Meistertitel – diesmal in der Doppelsitzerklasse – errungen hat, gemeinsam mit Teamkollege Karsten Leucker vom AeC Bad Nauheim an der Segelflug-Weltmeisterschaft teil, die vom 16. bis 30. Mai in Polen ausgetragen wird. Die Deutsche Meisterschaft in Zwickau beginnt am 25. Mai; für den LSC gehen Steffen Göttler, Burkhard Müller und Nils Deimel an den Start. Göttler reist als amtierender Deutscher Meister an und fliegt um die Titelverteidigung.
Benedikt Waegele vom SFZ Königsdorf freut sich über das Förderflugzeug Nimbus 4, welches er diese Saison erhalten hat.
Einen weiteren Beweis für die hervorragende Jugendarbeit des SFZ Königsdorf gab es bei der Vergabe des Junioren Förderflugzeug durch den Förderverein Segelflug. Der Königsdorfer Junior Benedikt Waegele (21) erhielt aufgrund seiner tollen fliegerischen Leistungen der letzten Jahre für diese Flugsaison ein Flugzeug vom Typ Nimbus 4 zur Verfügung gestellt. Waegele war und ist nicht nur eine der größten Stützen des Königsdorfer Juniorenteams, das 2024 und 2025 den deutschen Meistertitel in der Junioren Bundesliga erflog und momentan auch schon wieder an der Tabellenspitze liegt, er wurde gemeinsam mit Felix Herold und Andreas Weitz im letzten Jahr auch deutscher Junioren Mannschaftsmeister bei der Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug. In der Einzelwertung wurde er 2024 deutscher Meister. Im letzten Jahr war er Sportsoldat und konnte ungestört eine komplette Saison seinem Sport nachgehen.
Unter den zahlreichen Bewerbern wurde Waegele für seine hervorragenden Leistungen ausgewählt. Der Nimbus 4 ist mit 26,5 Meter Spannweite eines der größten Segelflugzeuge und damit in der offenen Klasse auch eines der leistungsmäßig besten Flugzeuge. Seine Gleitzahl liegt bei etwa 60, d.h. aus einem Kilometer Höhe gleitet das Flugzeug ca. 60 km weit. Es ist nicht das erste Mal, dass der Fördernimbus nach Königsdorf vergeben wurde. Erst letztes Jahr hatte Felix Herold diesen Förderflieger und vor drei Jahren hatte Johannes Beyer die Chance ein Jahr Nimbus zu fliegen. Aber auch bereits im Jahr 1999 kam Jens Ammerlahn in diesen Genuss. „Damit ist Königsdorf in der Geschichte der erste Segelflugplatz an den dieses Flugzeug zum vierten Mal vergeben wird, woran man auch unsere langjährige erfolgreiche Jugendarbeit sieht“, freut sich auch Pressesprecher Mathias Schunk mit Benedikt Waegele über die Vergabe.
Bereits die ersten Flüge mit dem Nimbus waren überaus erfolgreich für Waegele. So konnte er bereits ein 1000km Viereck und ein 1000km Dreieck absolvieren. Dazu kam noch ein Zielrückkehrflug bis zum Mont Blanc und zurück. Momentan liegt er bei der Deutschen Meisterschaft in der Zwischenwertung auf Rang zwei, hinter Felix Herold. Im Laufe der weiteren Flugsaison möchte er in erster Linie viel Spaß haben und „ausserdem möchte ich gerne Wandersegelflug machen, also mehrere Tage immer von einem Flugplatz zum nächsten fliegen““ berichtet Waegele, der gerade ein Praktikum bei einem Drohnenhersteller macht und im Herbst Luft- und Raumfahrttechnik in München studieren möchte. Quelle: ‚Segelflugzentrum Königsdorf‚. Foto: Mathias Schunk.
Am 26. Juli 1934 legte der bedeutende Segelflugpionier Wolf Hirth im Rahmen des Rhön-Wettbewerbs eine Strecke von 352km von der Wasserkuppe (WaKu) nach Görlitz zurück und erreichte somit den ersten Streckenflug über 300km – bis dato Weltrekord!
Dies ist für den Görlitzer Flugsportclub der Anlass, einen Wanderpokal für die damalige Rekordstrecke im Segelflug Wasserkuppe–Görlitz auszuschreiben.
Der neue „Landeskrone-Wasserkuppe-Pokal“ soll:
Spaß und Freude am Abenteuer Streckensegelflug bringen.
Luftfahrtgeschichte für Jung und Alt erlebbar machen.
Verbindungen schaffen, dabei die Oberlausitz und die Rhön bewerben.
Alle Segelflieger aus allen Regionen sind eingeladen, am Wettbewerb teilzunehmen.
Der Fliegerclub Condor in Antersberg ist mit idealen Bedingungen in die neue Flugsaison gestartet. Zahlreiche sonnige Tage und gute thermische Verhältnisse sorgten bereits für einen gelungenen Auftakt und viele eindrucksvolle Flüge. Entsprechend positiv ist die Stimmung unter den Pilotinnen und Piloten sowie den Flugschülern.
SylvensteinspeicherHohe Munde und Inntal
Auch organisatorisch und infrastrukturell entwickelt sich der Verein stetig weiter. Ein zentrales Projekt, das sich bereits in vollem Gange befindet, ist das LEADER-Förder-Programm. In dessen Rahmen wird ein neues Schulungsflugzeug angeschafft, das gegen Ende der Saison erwartet wird. Ergänzend dazu wird ein moderner Flugsimulator eingeführt, der die Ausbildung der Flugschüler künftig noch effektiver und praxisnäher gestalten soll.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der nachhaltigen Modernisierung der Energie-Versorgung. Derzeit wird die elektrische Infrastruktur umfassend erneuert. Mit der Installation einer Photovoltaikanlage und eines leistungsstarken Speichersystems strebt der Verein eine nahezu autarke Stromversorgung an und setzt damit ein klares Zeichen für Umweltbewusstsein und Zukunftsfähigkeit.
Besonders erfreulich ist die große Zahl an neuen Flugschülerinnen und Flugschülern, die den Weg zum Fliegerclub Condor gefunden haben. Das anhaltend hohe Interesse zeigt, dass der Segelflug nichts von seiner Faszination verloren hat und weiterhin viele Menschen begeistert. Die starke Jugendarbeit wurde nun das zweite Jahr infolge mit dem Peschke-Jugendförderpreis des Luftsportverband Bayerns ausgezeichnet.
Mit diesem positiven Start und den vielversprechenden Projekten blickt der Fliegerclub Condor optimistisch auf die weitere Saison und freut sich auf zahlreiche erfolgreiche Flugtage.
Der Aero-Club Bad Nauheim hat seine Flugsaison 2022 in Sisteron, in den französischen Alpen, eröffnet. Seit über 40 Jahren nutzt eine Gruppe von Piloten des Vereins den Flugplatz Ober-Mörlen als Ausgangspunkt für diese Reise. Ende März reisten zehn Piloten mit sechs Fahrzeugen und sechs Segelflugzeugen in die Provence.
Die Region um Sisteron bietet aufgrund ihrer topografischen Beschaffenheit, die von flachen Ebenen über Bergseen bis hin zu Gletschern reicht, vielseitige Flugbedingungen. Diese ermöglichen Flüge bei unterschiedlichen Wetterlagen, sei es durch thermische Aufwinde an den Bergen, Hangwinde oder Leewellen, in denen Höhen von bis zu 6.000 Metern erreicht wurden.
Während des Aufenthalts standen tägliche Flüge im Mittelpunkt. Die Piloten absolvierten Flüge in der Lure-Welle, Hangflüge am Parcours des Combattants und in den Baronnies. Ein Team nutzte die Gelegenheit für Flüge in der Region um den Mont Blanc und das Matterhorn.
Neben den fliegerischen Aktivitäten organisierten die Teilnehmer gemeinsame Abendessen in ihren Unterkünften. Aufgrund ungünstiger Wetterprognosen für die letzten Tage wurde die Rückreise einen Tag früher als geplant angetreten.