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Ein besonderer Streckensegelflug

von Urs Zimmermann

Für Sonntag, 25. April 2021 verheisst Alptherm fantastisches Streckenflugwetter. Der ganze Alpenhauptkamm ist mehr oder weniger rot eingefärbt. Aus Angst, keinen Sitzplatz zu ergattern, habe ich mich für das 08.15-Uhr-Briefing eingeschrieben und somit meine geliebte ASG 29 auf sicher. Das Segelflugzeug ist schnell aufgerüstet und ich setze mich beim Start an die vorderste Stelle. In der vorderen Reihe setzt wie üblich eine leichte Nervosität ein und um 10.01 Uhr zieht mich die Robin in die Luft.

Erste Zweifel nach Frühstart

Ein Hochleistungsflugzeug, erster am Start und eine fantastische Prognose, da kann ja nichts schiefgehen. Der Schlepp verläuft auffällig ruhig und mir kommen langsam erste Zweifel. Der Himmel ist bis Walenstadt bedeckt, meine einzige Rettung ist, Richtung Osten der Sonne entgegen zu fliegen.

Erst bei Landquart über dem Bahnhof auf 1100m finde ich schwache Aufwinde. Mit einer «stolzen» Höhe von 1’500 m mache ich einen kurzen Abstecher nach Seewis, wo ich keine brauchbare Thermik finde. Die Sonneneinstrahlung ist noch zu schwach und dank leichter Bise ist das „lauwarme Etwas“ zudem zerrissen.

Zweimal durch die Klus von Landquart

Der Trichter zwingt mich zurück nach Bad Ragaz. Bei Pfäfers, dem Kerenzerberg (vom Talwind angeströmter Hang) von Bad Ragaz, kann ich wieder Höhe gewinnen. Pfäfers dient mir nach einem Abstecher vor den Calanda ein zweites Mal als Rettungsanker. Nach erneuter Talquerung versuche ich mich an den Ausläufern des Vilan und der Sassauna, wobei ich mich zweimal durch den Taleinschnitt am Eingang des Prättigau kämpfen muss.

Zähes Ringen

Ich ziehe alle Register und nach geschlagenen zweieinhalb Stunden Grundeln überquere ich an der Sassauna wieder die 2’000-m-Marke. Endlich wird es wieder kühler und ich setze meinen Flug über Davos und das vordere Rheintal fort. In mässiger Thermik fliege ich über den Lukmanier ins Val Bedretto.

Knapp über den Nufenenpass

Foxtrott Tango meldet gute Wetterverhältnisse im Wallis, dorthin will ich eigentlich auch. Mit 2’700 m ü. M. überquere ich den Nufenenpass und bin endlich im Obergoms angelangt. Die klassischen Rippen auf der Nordseite liefern keine brauchbare Thermik und bei Bellwald habe ich nicht genug Höhe, um lange nach Aufwinden zu suchen. Ich fliege in Richtung des Flugplatzes Münster zurück und muss nach einstündigem Kampf im Wallis die Flügel strecken und um 16.58 Uhr auf der Piste 05 aussenlanden. Die Landung verläuft problemlos, glücklicherweise ist nur der untere Teil der Piste noch schneebedeckt.

Starker Bergwind

Nach dem Öffnen des Capot wird mir erst bewusst, wie stark mir der Bergwind von der Furka und vom Grimselpass entgegenbläst. Da der Grossteil des Obergoms noch schneebedeckt ist, wird die gegen Abend schwache Thermik schon früh vom Bergwind verblasen. Kurz nach der Landung erfolgt das obligatorische Foto und der Anruf auf den Flugplatz. Beatrice Echter unterstützt mich liebevoll und sorgt dafür, dass ich den Code für den Segelflug-Hangar erhalte. Die ASG 29 soll darin nächtigen.

Unerreichbarer Hangarplatz hinter den Schneehaufen

Das Unterfangen wird jedoch durch den Schnee auf dem westlichen Teil der Piste vereitelt und die ASG 29 wird am Pistenrand verzurrt. Gerhard Kiechler vom Bauernhof nebenan, er ist gleichzeitig der Gemeindepräsident vom Goms, unterstützt mich dabei tatkräftig und liefert Heringe und Schnur. Auf Anraten von Armin Hürlimann fahre ich mit dem Zug nach Hause und komme um 23.30 Uhr müde in Wädenswil an. Während der Heimfahrt ruft mich Gerhard Wesp an und bietet mir seine Unterstützung an.

Ins Herz der Alpen

Am nächsten Tag machen wir uns mit dem Anhänger auf den 280 km langen Hin- und Rückweg. Er führt über den Hirzelpass, das Zugerland, die Axenstrasse und das Reusstal nach Andermatt und schliesslich nach Realp. Dort verladen wir unser Gefährt und rattern mit der Eisenbahn unter der Furka durch. Nach ein paar weiteren Fahrkilometern erreichen wir schliesslich den Flugplatz Münster.

Die klatschnasse ASG 29 wird getrocknet und die Flügel werden vor dem Verladen gewendet, damit das Wasser aus den Bremsklappenschächten abfliessen kann. Die Hilfsbereitschaft des Gemeindepräsidenten wird nach dem Verladen mit einem kleinen Präsent verdankt. Gerhard übernimmt die Rückfahrt und bringt uns sicher nach Schänis zurück. Hungrig und müde gönnen wir uns ein verdientes Abendessen im Flugplatzrestaurant. Damit findet die Aussenlandung ein Happy End.

Pilot und Flugzeug unversehrt

Ich habe mich über die spontane Hilfsbereitschaft von Gerhard sehr gefreut, es hat die Rückholaktion zu einem lässigen Roadtrip gemacht. Der Anhänger hat die 280 km lange Reise gut überstanden, keine Achse ist gebrochen. Hier gebührt Dank an den unermüdlichen Paul Kläger, er ist seit Jahrzehnten unser Gruppen-Materialwart.

Eine Aussenlandung gehört zum Streckensegelflug dazu, auch wenn sie dank Motor immer seltener wird. Auch 1’000 Flugstunden reichen noch nicht zum Streckenfuchs, hier zählt wirklich Erfahrung. Jeden Tag sind die Wetterverhältnisse anders und die regionale Situation kann sich stündlich ändern. Ausgelernt hat man nie und dies alles macht ja schliesslich die Faszination unseres einmaligen Hobbys aus!

>> online contest / Flugdetails

Sie leben den Traum vom Fliegen

Florian Eckert und Vincent Schmidtchen haben kürzlich den „Luftfahrzeugführer Segelflug“ im Sportfliegerclub Malmsheim (SFC), ehemals Leonberg, gemacht. Mit dem Segelflugschein dürfen sich die beiden Amateurpiloten alleine im Sportflugzeug in die Lüfte erheben – vorausgesetzt, Wetter und Thermik spielen mit. Das können die beiden beurteilen, denn umfassende Kenntnisse in Meteorologie, Thermik oder Flugtechnik gehören dazu, wenn man den Flugschein in Händen halten will.

Theoretischer und praktischer Unterricht finden parallel statt, die ersten Stunden im Doppelsitzer mit dem Lehrer. „Zuerst nimmt man mal das Steuer in die Hand, aber nach und nach übernimmt man immer mehr“, erzählt Schmidtchen. Das absolute Highlight ist dann natürlich der erste Alleinflug. „Klar war ich aufgeregt, aber das war so ein Megahammer-Gefühl allein in der Luft, ich habe mich komplett frei gefühlt.“ Vincent Schmidtchens Augen leuchten auf, als er davon erzählt. „Unbeschreiblich.“

„Ich war aufgeregt, aber ich wusste, dass ich’s kann“
Auch Florian Eckert erinnert sich genau an den ersten Alleinflug: „Erst beim Starten habe ich komplett realisiert, dass ich den Flieger jetzt alleine runterbringen muss“, erzählt er lachend, „ich war total aufgeregt, aber ich wusste ja, dass ich’s kann.“ Nach 200 Starts und 72 Stunden Flugzeit ein verdientes Selbstvertrauen des „Schönwetterfliegers“, wie er selbstironisch sagt, zumal der Fluglehrer genau abschätzen kann, wann seine Schüler zum ersten Mal allein in die Lüfte aufsteigen können und die Funkverbindung allzeit steht.

Die beiden jungen Männer arbeiten schon lange daran, ihren Traum vom Fliegen zu verwirklichen. Den Flugplatz kennt der Malmsheimer Vincent Schmidtchen von klein auf, und auch der Rutesheimer Eckert ist schon als Kind hier spazieren gegangen. Mit 16 Jahren haben beide dann Nägel mit Köpfen gemacht, sind in den Segelflugsport eingestiegen und haben die ersten Flugerfahrungen gemacht. „Segelfliegen ist eine kostengünstige Möglichkeit, in den Flugsport einzusteigen“, weiß Eckert. Die Flugzeuge brauchen keinen Sprit, sie stehen im Verein zur Verfügung und werden durch alle Mitglieder fachgerecht gewartet und instandgehalten. „Dazu muss man nicht übermäßig technikaffin sein“, erklärt Eckert weiter. „Durch das gemeinsame Arbeiten lernt man das Flugzeug schnell von innen kennen. Man lernt sehr viel in kurzer Zeit und bekommt nach und nach immer mehr Verantwortung übertragen, das finde ich super.“ Er überlegt kurz und ergänzt: „Aber das System Verein funktioniert nur, wenn alle mithelfen.“

Kein Segelflieger kann alleine aufsteigen
Die Vereinsgemeinschaft ist ein wichtiger Punkt beim SFC, denn kein Segelflieger kann alleine aufsteigen. Zwar kann auch ein Motorflugzeug den Segelflieger in die Lüfte bringen, doch in Malmsheim sind Gewindestarts die Regel. Dazu sind mehrere Helfer vonnöten: ein Gewindefahrer, ein Schlepp-Pilot und ein Flugleiter, der prüft, ob Startbahn und Luftraum frei sind. „Dann geht das richtig steil nach oben, in rund 45 Sekunden steigt man auf 300 m Höhe“, erzählt Schmidtchen, „das ist wie Achterbahnfahren.“ Und dann können mit Hilfe von thermischen Aufwinden Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern erreicht werden. Geübte Segelflieger kommen während eines Fluges mehrere Hundert Kilometer weit, beim Ligafliegen der Segelflug-Bundesliga schafften es die Flieger des SFC im August vergangenen Jahres bis auf die Höhe des Mont-Blanc-Gipfels, mit 4800 Metern der höchste Berg Europas. „Aber im Schnitt fliegen wir mit 90 bis 110 Kilometern in der Stunde“, bringt Schmidtchen den Höhenausflug wieder auf den Boden, über den Schwarzwald, die Schwäbische Alb oder eine Runde über Ulm und zurück. Er hat die Prüfung nach 140 Starts und 37 Flugstunden abgelegt und will weitermachen: „Der Flugschein für den Motorsegler ist der nächste Schritt.“ Das Berufsziel Pilot kommt für den luftfahrtbegeisterten Schüler trotzdem nicht in Frage: „Da macht der Autopilot alles“, sagt er schmunzelnd. Das Fliegen bleibt für ihn ein Hobby, ein Praktikum am Stuttgarter Flughafen ist trotzdem schon fix.

Das Hobby kostet auch Zeit
Eckert will Elektrotechnik studieren, doch natürlich bleibt er dem Fliegen und dem SFC treu. Sein nächster Schritt soll der Schein für den Motorsegler sein, „und dann mal sehen“. Das Hobby kostet Zeit, im Hangar gibt es immer viel zu tun. „Ich bin fast jedes Wochenende dort. Das macht man nur, wenn man dafür brennt.“ Die Begeisterung in Vincent Schmidtchens Stimme ist unüberhörbar. Und Eckert lädt ein: „Wer sich für’s Segelfliegen interessiert, der soll einfach bei uns vorbeikommen, sich alles anschauen und reinschnuppern.“ Quelle: ‚Leonberger Kreiszeitung‚.

Eine luftige Passion

Frühlingswetter bedeutet für Segelfliegerinnen und Segelflieger in Deutschland: Saisonstart! Sehnsüchtig haben sie auf das Ende des Winters gewartet, um wieder in die Luft zu steigen. Trotz der Pandemie ist eine Weltmeisterschaft in Stendal geplant. Saisonstart? Von wegen. Ich biege in die kleine Straße ein, die zum Segelflugplatz Kammermark führt. Hinter Feldern und den paar Häusern des Dorfes taucht die Flugzeughalle auf. Flieger sind aber nicht zu sehen. Eigentlich wollte ich dieses Feature mit einer Reportage vom ersten Flugtag des Jahres beginnen. Die freudig aufgeregte Stimmung meiner Fliegerfreunde einfangen. „Anfliegen“ nennen wir diesen Tag. Der Grund für die Absage, nicht überraschend: die Coronapandemie. Ich schiebe das große Hallentor auf. Dahinter schlummern die Segelflugzeuge in ihren Anhängern. Ich höre Stimmen. Neben dem Eingang vom Haupthaus parkt ein silberner BMW. Ganz alleine scheine ich hier doch nicht zu sein. Julian und Tobias sind Vereinskollegen. Beide in Arbeitshosen. „Wir sind eigentlich nur dabei, Bilder aufzuhängen, Haus durchzuwischen. Halt mal so, dass man nicht reinkommt und denkt: Oh Gott, ich gehe wieder raus.“

Die beiden verschwinden im Haus. Ich habe mir vorgenommen, heute noch ein bisschen Frühjahrsputz an meinem Flugzeug zu betreiben. Mein Blick wandert in Richtung Hangar. Dahinter beginnt der Flugplatz, eine riesige grüne Wiese. In meinem Kopf beginnt ein Film zu laufen – einer meiner vergangenen Flüge… Lesen Sie hier den ganzen Bericht von Lea Eichorn im auf der Webseite des Deutschlandfunks.

Gelungener Saisonstart der Klippenecker Segelflieger

Pünktlich vor Ostern erreicht den Vorstand des Aero-Clubs Klippeneck eine E-Mail des baden-württembergischen Luftfahrtverbandes mit Richtlinien, nach denen ein Flugbetrieb unter den Bedingungen der derzeitigen Corona-Verordnung möglich ist. So organisierten die Segelflieger des Aero-Clubs bereits am Ostersamstag, einen Tag vor der regulären Diensteinteilung, den ersten Flugbetrieb auf dem Segelfluggelände Klippeneck.

Nachdem alle Flugzeuge über den Winter gewartet, gesäubert und poliert wurden, fieberten die Segelflieger dem Saisonstart entgegen. So organisierten die Segelflieger des Aero-Clubs bereits am Ostersamstag, einen Tag vor der regulären Diensteinteilung, den ersten Flugbetrieb auf dem Segelfluggelände Klippeneck. Die ersten Starts an der 330 PS starken Seilwinde, die ersten Schul- und Überprüfungsflüge der neuen Saison fanden am Samstag noch unter bedecktem Himmel und bei starkem Ostwind statt. Am Morgen des Ostersonntag herrschte bestes Flugwetter mit strahlend blauem Himmel und den ersten Quellwolken. Während einige Segelflieger schon die Einsitzer für die ersten Überlandflüge der Saison aufbauten, machte Fluglehrer Rüdiger Hahn mit der doppelsitzigen ASK 21 einige Flüge mit seinen Flugschülern. Gegen Nachmittag stieg Pilot Willi Eppler zu Hahn in den Flieger. Auf seiner Thermiksuche verschenkte Eppler so viele Höhenmeter, dass es unmöglich erschien, die Landebahn noch zu erreichen.

Die Modellflieger des MFC-Heuberg staunten nicht schlecht, als Eppler sich kurzerhand ihren Modellflugplatz als Landebahn für seine erste Außenlandung des Jahres aussuchte. Nach einer sauberen Landeeinteilung und mit einem versierten Fluglehrer als Backup auf dem hinteren Sitz, legte Eppler eine tadellose Landung auf dem Modellflugplatz hin. Quelle: ‚Schwarzwälder Bote‚.

Neuer Flughafen-Vertrag für Berner Segelflieger

Dank der neuen Vereinbarung dürfte der Feier zum 100-Jahr-Jubiläum des Segelflugs auf dem Belpmoos im Jahr 2023 nichts mehr im Weg stehen. Die Segelfluggruppe (SG) Bern wird im Jahr 2023 voraussichtlich doch das 100-jährige Bestehen des Segelflugs auf dem Belpmoos feiern können: Sie hat von der Flughafen Bern AG einen neuen Vertrag für die Nutzung ihres Areals erhalten. Das ist der neusten Ausgabe der SG-Mitgliederzeitschrift «Glider News» zu entnehmen.

Anfang 2018 war dieses Jubiläum gefährdet: Die Flughafen Bern AG kündigte damals der SG Bern den Mietvertrag für die Flächen in der südwestlichen Ecke des Belper Flughafenareals. Das Unternehmen teilte den Segelfliegern mit, es brauche das Gelände für Immobilienprojekte. Nach der Kündigung prüfte die Segelfluggruppe Bern die Vereinsauflösung, wie Vereinspräsident Stefan Zlot der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage sagte.

Doch dann kam das Grounding der Berner SkyWork Airlines und im vergangenen Jahr verhinderte die Coronapandemie, dass die neue Berner Fluggesellschaft Flybair wirklich Fuss fasste. Die Flughafen Bern AG sistierte deshalb die 4. Ausbauetappe und die Segelflieger konnten bleiben. Im Frühling 2019 hatte die Flughafenbetreiberin noch bekannt gegeben, das Belpmoos solle künftig eine Mobilitätsplattform sein: Eine Plattform für den Flugbetrieb, aber auch für Drohnen, elektronische Flugtaxis und selbstfahrende Autos. Mit dieser Strategie wollte die Flughafen Bern AG in die Zukunft gehen. Dennoch kündigte das Unternehmen der Segelfluggruppe vorsorglich.

Zum Umziehen bereit
Laut SG-Präsident Zlot und SG-Cheffluglehrer Christoph Schläppi ist es der Segelfluggruppe inzwischen gelungen, der Flughafen Bern AG den Wert der Segelfliegerei aufzuzeigen. Beispielsweise demonstriere die SG mit den einmal pro Jahr durchgeführten Windenstarts, dass Flugzeuge auch weitgehend umweltfreundlich in die Luft kämen. Bei diesen Starts befördert eine motorisierte Winde die Flugzeuge an einem langen Seil in die Höhe. Einmal in der Luft, fliegen Segelflugzeuge dank der Energie der Sonne, welche für Aufwinde sorgt. Allerdings kommen Segelflieger bisher meistens mit Hilfe von Schleppflugzeugen in die Luft.

Die Segelfliegerei habe auch stets für Innovationen gesorgt, sagt Schläppi, etwa mit karbonverstärkten Cockpits, wie sie heute im Automobilsport benutzt werden. Zudem hätten viele Motorflugzeugpiloten ihre ersten Flüge in Segelfliegern gemacht.

Das Verhältnis zwischen SG Bern und Flughafen Bern hat sich so weit gebessert, dass die Segelfluggruppe bereit ist, ihre bisherige Start- und Landepiste aufzugeben. Sie ist gewillt, weiter östlich eine Graspiste zu verwenden, welche parallel zur Betonpiste des Belpmooses verläuft. Das sieht die 4. Ausbauetappe des Flughafens so vor. Flughafendirektor Urs Ryf sagt dazu auf Anfrage, sein Unternehmen prüfe momentan noch, ob die ehemalige Graspiste reaktiviert werden solle. Ist der Umzug vollzogen, könnte die Flughafen Bern AG auf dem Segelfliegerareal Immobilienpläne verwirklichen, falls sich solche realisieren lassen.

Luftraum noch neu zuzuteilen
Noch belastet ein Streit um den Luftraum südwestlich von Belp das Verhältnis zwischen Flughafen und SG Bern. Es geht um die Einführung des satellitengestützten Anflugs von Süden her auf die Belpmoos-Piste. Die Flughafen Bern AG will mit diesem Verfahren die Flüge räumlich besser verteilen und den Flughafen flexibler und bei schlechten Witterungsbedingungen besser erreichbar machen. Die Segelfluggruppe Bern – unterstützt unter anderem von Hängegleitern und Ballonfahrern – kämpfte dagegen bis vor Bundesgericht.

Nach Angaben der SG Bern droht das neue Verfahren beispielsweise den Luftraum über dem Gurnigel zu beeinträchtigen, welche unter anderem den Segelfliegern als wichtiger Trainingsraum dient. Nachdem das Bundesgericht im vergangenen Sommer die Einsprache der SG Bern letztinstanzlich ablehnte, will die Flughafen Bern AG das neue Verfahren im Jahr 2024 einführen, wie aus dem neusten Geschäftsbericht hervorgeht.

SG-Cheffluglehrer Schläppi geht beim Aufteilen des Luftraums von einer Verständigung aus. Auch Flughafendirektor Ryf sagt, es gelte, die Luftraumstrukturen «dynamisch zu aktivieren, so dass es auch mit Südanflug ein Nebeneinander geben wird». Die Zusammenarbeit mit der SG Bern sei «gut bis sehr gut», so Ryf. Quelle: ‚Der Bund‚.

Flying in a Winter-Wonderland

Ich werde bequem. Zumindest gewinne ich diesen Eindruck, wenn ich meine Winterflugaktivitäten in diesem Jahr mit denen der Vorjahre vergleiche. Kaum erkannt, dass auf der Hahnweide die Saison eigentlich nie endet und die Thermik lediglich durch Hangwind und Welle abgelöst wird, war der Blick in die App „Windfinder“ ab Donnerstag obligatorisch, um die Lage fürs Wochenende zu checken auch ja keinen fliegbaren Tag zu verpassen. Nieselregen, leichter Schnefall, Affenkälte – wurschd, hauptsache Arsch in der Luft. Inzwischen aber kommen immer häufiger die Zweifel, ob ich mir für ein paar Minuten Flugspaß den Aufwand antun muss. Ab und an aber ist der innere Schweinhund mit anderem Kram beschäftigt und ich ziehe los, dick eingemummelt, mit ner Flasche heißem Tee und bisschen Knabberkram, um mir die verschneite Landschaft aus der Luft anzugucken. Lesen Sie den ganzen Bericht von Lars Reinhold in seinem Blog ‚dertraumvomfliegen‘.

Flug um die San Francisco Bay

Original-Kommentar von Ramy Yanetz im OLC, online contest: „Another fantastic post frontal day. Started from a pattern tow. This time looked great for going west for another Bay Tour so went to Mt Tamalpais and to the coast near Stinson Beach via Berkeley, Richmond and San Rafael, then to Sonoma, Napa valley and the Mendocinos west of Williams. Turned Goat before heading back to Byron. Down to pattern altitude at Concord but managed to get back up just as the last few clouds were dying„.

Erfüllende Freizeitbeschäftigung

Seit Andreas Trainer zum ersten Mal abgehoben ist, hat ihn die Faszination vom Fliegen nicht mehr losgelassen. 1972 hatte ihn sein Vater auf einen Flug mitgenommen – und für den Sohn stand schnell fest, dass er auch fliegen will. Also machte der heute 52-Jährige mit 17 seinen Flugschein. »Drei Wochen später habe ich erst meinen Führerschein gemacht, aber das hat mich überhaupt nicht interessiert«, erinnert er sich.

Sein Interesse gilt bis heute der Fliegerei, seinem Hobby geht er bei der Fliegergruppe Traunstein nach. Knapp 100 Mitglieder hat der Verein, der 1959 unter dem Namen Alpine Fliegergruppe von zwölf Traunsteinern gegründet wurde. Rund die Hälfte der Mitglieder sind aktive Piloten, die die Segelflugzeuge, die viersitzige Motormaschine oder den Motorsegler nutzen, die auf den Flugplätzen in Unterwössen – dort dürfen keine Motorflugzeuge landen – und Schönberg (Kienberg) stehen.

Bei der Meisterschaft geht es um die Entfernung
Einige Piloten der Fliegergruppe nehmen auch an Meisterschaften teil. Diese werden dezentral ausgetragen, die Piloten starten also jeweils von ihren Heimatstandorten aus. Bei der Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug (DMSt) wird – vereinfacht ausgedrückt – gewertet, welche Entfernung der jeweilige Pilot mit seinem Flugzeug zurücklegt. Über einen GPS-Empfänger wird der Flug mitgeschrieben und kann nach der Landung ausgelesen werden. Anschließend kann der Pilot seinen Flug über ein Onlineportal melden. Aus diesen gemeldeten Strecken wird dann eine bundesweite Rangliste erstellt. Außerdem gibt es auch einen Wettbewerb, bei dem sich Segelflugpiloten auf der ganzen Welt vergleichen können: Der Online Contest (OLC) ist ein dezentraler Breitensport-Wettbewerb, der seit 1999 besteht. Die Teilnehmer laden nach der Landung ebenfalls die Daten ihres Flugs auf die OLC-Webseite, wo die Flüge in die nationale oder internationale Wertung eingehen – zum Beispiel um den weitesten oder schnellsten Flug.

Die Segelflieger der Fliegergruppe Traunstein haben sich mit den Fliegern der anderen in Unterwössen ansässigen Vereine zu einer Meldegemeinschaft als Alpenflugzentrum Unterwössen zusammengeschlossen, um »im internationalen Wettbewerb als kleiner Verein auch mal weiter vorne in den Ranglisten aufzutauchen«, wie der Vorsitzende der Fliegergruppe, Marco Stadter, erklärt. So haben die Piloten des Alpenflugzentrums in den vergangenen Jahren weltweit mit die meisten OLC-Punkte erflogen. »Auch in der DMSt gehört das Alpenflugzentrum zu den Vereinen mit den meisten Streckenflugkilometern«, freut sich der Vereinsvorsitzende.

Die Fliegergruppe vergleicht sich aber nicht nur mit nationaler und internationaler Konkurrenz, auch innerhalb des Alpenflugzentrums gibt es verschiedene Wettbewerbe wie den Walter-Weber-Cup zu Ehren eines langjährigen Mitglieds. Bis die Piloten aber an Wettkämpfen teilnehmen können, müssen sie eine intensive Ausbildung absolvieren. Die Fliegergruppe Traunstein bietet Interessierten zwar die Möglichkeit, mitzufliegen, der Verein selbst bildet aber keine angehenden Piloten aus. Die Ausbildung übernimmt die Deutsche Alpensegelflugschule Unterwössen. Das Mindestalter für eine Segelfluglizenz beträgt 14 Jahre. »Der Flugschein ist die Berechtigung, ein Flugzeug zu fliegen«, sagt Andreas Trainer. »Und gleichzeitig eine Aufforderung, sich ständig weiterzubilden. Schließlich gibt es immer wieder neue Vorschriften, neue Ausrüstung und die Lufträume verändern sich.« Der 52-Jährige erinnert sich noch gut daran, wie er auf seinen ersten Flügen mit einer Maschine von 1942 noch mit Karte, Kompass und Uhr navigiert hatte. »Aber es wird immer wichtiger, exakt zu navigieren. Da ist es einfach gut, wenn einem das GPS Sperrgebiete genau zeigt und warnt, bevor man horizontal oder vertikal in einen geschützten Bereich kommt.« Die neue Technik weiß Andreas Trainer durchaus zu schätzen. »Eigentlich ist man blöd, wenn man diesen Komfort und diese Sicherheit nicht nutzt.«

Schließlich steht die Sicherheit für die Piloten an erster Stelle. Andreas Trainer vergleicht das Fliegen dabei gerne mit einer Skitour oder einer Wanderung: »Es gibt Wetter- oder Schneelagen, da ist es von vornherein aussichtslos«, weiß er. »Es gibt aber auch einen Zwischenbereich, da könnte es klappen. Wie am Berg muss man seine Tour eben entsprechend anpassen, auf einen anderen Berg gehen oder nur die halbe Tour machen.« Denn für Andreas Trainer ist klar: »Es gibt mutige Piloten und es gibt alte Piloten.« Der 52-Jährige macht aber auch deutlich, dass das »alles kein Hexenwerk« ist: »Man muss sich eben Gedanken machen.« Dann sei die Fliegerei eine »wahnsinnig erfüllende Freizeitbeschäftigung« – und das natürlich auch für Frauen: »Die können das genauso gut, aber leider haben wir viel zu wenige weibliche Mitglieder.«

Die wichtigste Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist aus Sicht von Andreas Trainer eine »gewisse Zuverlässigkeit. Man muss auch ein bisschen Spaß daran haben, sich um das Material zu kümmern und nicht nur daran, in der Luft zu sein.« Außerdem ist auch der Zusammenhalt im Verein wichtig – und das nicht nur bei gemeinsamen Arbeiten: Ein Start mit dem Segelflugzeug ist alleine kaum möglich und wenn es die Piloten mal nicht zurück nach Unterwössen schaffen, sind sie auf die anderen Vereinsmitglieder angewiesen, die sie im Fall einer Außenlandung – also abseits eines Flugplatzes – mit einem Hänger abholen müssen. Das Flugzeug wird dann zerlegt und nach Unterwössen gefahren.

Dass nicht nur regelmäßige Flüge, sondern auch Untersuchungen beim Flugarzt für den Freizeitpiloten dazugehören, stört Andreas Trainer nicht. »Da werden keine Astronauten gesucht«, erklärt er und lacht. Der frühere Schatzmeister der Fliegergruppe versteht den Reiz am Segelfliegen durchaus: »Da kann man die Ruhe beim Fliegen genießen. Dieses Gleiten und die Welt von oben zu sehen, hat schon was.« Trotzdem ist er vor allem mit der Motormaschine – einer Cessna 182Q – unterwegs. »Für Puristen ist das nichts, aber man kann sich damit eben auch weiter vom Flugplatz weg trauen.« Immerhin beträgt die Reichweite rund 1400 Kilometer. »Ziele in ganz Europa oder auch Marokko sind damit gut erreichbar«, erzählt Andreas Trainer. Segelflieger kommen zwar nicht ganz so weit, 2001 gab es aber auch den ersten 1000-Kilometer-Segelflug von Unterwössen aus.

Andreas Trainer nutzt die Möglichkeiten des Motorflugzeugs gerne – egal, ob für Besuche bei den Schwiegereltern oder für Urlaube und Ausflüge. So war der 52-Jährige 2008 vor der Schließung noch in Tempelhof gelandet, um einen Tag in Berlin zu verbringen und abends wieder zurückzufliegen. Einen Tagesausflug unternahm er mit dem Flugzeug auch schon nach Hamburg. Besonders in Erinnerung sind ihm zudem »jeder Flug nach Venedig oder England-Flüge« geblieben: »Schließlich hat man über dem Kanal 20 Minuten lang keine Möglichkeit zu landen.« Nach Kroatien, Norwegen oder Ungarn ist der Freizeitpilot ebenfalls schon geflogen. Und als der Heidenhain-Angestellte beruflich in den USA war, nutzte er die Zeit, um in den Vereinigten Staaten und in Kanada zu fliegen.

Im Flugzeug hat man »Zeit zum Schauen«
»Schön ist, dass man dabei Zeit zum Schauen hat«, erklärt er. »Beim Fliegen muss man sich anders konzentrieren als beim Autofahren – dabei kann man nicht wirklich auf die Landschaft schauen. «Allerdings muss der Groß- und Außenhandelskaufmann gar nicht so weit fliegen, um sich von der Landschaft begeistern zu lassen: Den Chiemsee, das Achendelta oder die Berge der Region von oben zu sehen, begeistert ihn immer wieder. Den besonderen Reiz macht für Andreas Trainer aber nicht nur die Landschaft unter ihm aus, sondern auch die Technik: »Es macht Spaß, sich im dreidimensionalen Raum zu bewegen, die Technik und die Lufträume zu beherrschen«, erklärt der Pilot. »Man kann zwar notfalls schnell landen, aber nicht einfach stehen bleiben oder rechts ranfahren.« Deshalb gehört für ihn auch ein »gesundes Selbstvertrauen« beim Fliegen dazu – »aber nicht zu viel und nicht zu wenig davon«. Quelle: ‚Traunsteiner Tagblatt‚.

Klaus Ohlmann: Nordwind-Flug in den Südalpen

Was für ein Ritt! Zuerst dachte ich, ich fliege in die Pyrenäen. Letzter Check am Morgen… Schwache Wellenbedingungen im Westen. Also, neuer Flugplan nach Österreich, wissend, dass der starke Wind eine Herausforderung sein würde, um zum Monte Rosa zu fliegen. Und das war es auch… Windstärken bis zu 180 km/h, riesige Turbulenzen und hohe Sinkraten. Von Domodossola aus sah es sehr gut nach Osten aus. Aber die neuen Covid-Maßnahmen in Italien sind nicht gerade ermutigend für eine Landung in Italien – also zurück nach Südwesten. Unsere italienischen Freunde haben uns an diesem Flugtag gezeigt, wie gut es dort war. Die Überquerung des Rhonetals war recht einfach. Es wäre ein Leichtes gewesen, die Pyrenäen zu erreichen. Auf jeden Fall ein toller Trainingstag, um das Können für den richtigen Tag zu trainieren. Quelle: ‚Klaus Ohlmann, OLC‚.

Segelflug als Banken-Imagewerbung

Der Basler Banken-Dienstleister Aquila setzt in einem Firmen-Video auf den Segelflug-Sport als Imagebuilder. Der Werbespot wurde im Februar 2020 noch kurz vor dem ersten Covid-Lockdown von einer 5-Mann-Crew aufwendig auf und über dem Flugplatz in Schänis gedreht.

3 Tage Wandersegelflug durch Deutschland

1’500 km durch Deutschland mit dem SegelflUgzeug: Ich lag auf der Lauer, um ein Wetterfenster für einen 3- tägigen Ausflug ab Hamburg Boberg zu erwischen. Die großen Dreiecksstrecken für die Deutschen Meisterschaften (DMST) 2019 sind bis August geflogen und ich nahm mir Zeit für ein neues Abenteuer. Ich wollte etwas anderes sehen, etwas, was außerhalb der normalen Reichweite vom Startplatz Hamburg Boberg liegt. Südlich Leipzig und südlich des Harzes, das fehlt mir noch. Das Wetter musste passen. Die Wetterlagen zum Segelfliegen sind in den letzten Jahren wie Eintagsfliegen. Ein Hochdruckgebiet, das sich mit der Zugbahn gen Osten etwas Zeit lässt, das sollte es sein. Ende August war es soweit und die Segelflugreise begann am 21. August. Den ganzen Bericht finden Sie im Blog von Holger Weitzel.

Vinon für Anwohner gesperrt, für Ausländer offen

Folgende Meldung erreicht uns aus Südfrankreich:
Die neuesten staatlichen COVID-Lockdown-Maßnahmen betreffen ab 20. März während der kommenden vier Wochen 16 französische Departemente: Aisne, Alpes-Maritimes, Essonne, Eure, Hauts-de-Seine, Nord, Oise, Paris, Pas-de-Calais, Seine-et-Marne, Seine-Saint-Denis, Seine-Maritime, Somme, Val-de-Marne, Val-d’Oise, Yvelines. In all diesen Regionen sind Reisen verboten, außer man kann zwingende oder berufliche Gründe geltend machen. Ausserdem darf man sein Haus nur in einem Umkreis von 10 km verlassen.

Das heißt in der praktischen Anwendung, wenn Sie in einem dieser Departments wohnen, dürfen Sie in Vinon NICHT fliegen (u.a., weil Sie den Flugplatz mit der 10-km-Regel nicht mehr erreichen können). Für alle anderen bleibt die fliegerische Tätigkeit bei der AAVA möglich, sofern man die geltenden Gesundheits-Vorschriften und die Sperrstunde, die auf 19h lokal festgesetzt wurde, einhält.

Quelle: AAVA Vinon.

Wellensegelflug in Graz

Fast perfekte Wetterbedingungen für Wellensegelflüge in Graz! Steigen bis auf FL200 ~6.000m MSL wurden genehmigt. Geflogen auf einer ASH25Mi, in Formation mit DG808 und Arcus M. Quelle: ‚youtube‚.

Das Streckenflug-Nachwuchs-Programm GliderCup

Seit 2009 führt der Flugplatz Schänis den GliderCup durch. Die an sechs Tagen pro Saison stattfindende Veranstaltung ist eine begleitete Einführung in den Streckenflug, bei der Nachwuchs-Piloten mit einem „Streckenfuchs“ oder Fluglehrer auf dem hinteren Sitz die Region ausserhalb des gewohnten „Flugplatz-Trichters“ erkunden können.

Andrang beim morgendlichen Briefung und bei der Flugzeugverteilung, die gleichzeitig auch die Teams für die Doppelsitzer-Besatzungen definiert.

Besser einfach, einfach besser…
Seit 2009, dem ersten Durchführungsdatum gelten unverändert folgende Ziele: Mehr fliegen, mehr Spass beim Fliegen, mehr gemeinsam erleben, mehr lernen sowie Logger & Co. sicher bedienen können. Die GliderCup-Spielregeln haben auch im 13. Durchführungsjahr noch auf einem Blatt A4 Platz. Gleichzeitig gelten folgende Grundsätze:

  • Sicherheit: die Aufgaben werden so gewählt, dass sie ohne zusätzliches Risiko oder Zeitdruck geflogen werden können. Der Spass am gemeinsamen ‚Erlebnis Segelfliegen’ ist wichtiger.
  • GliderCup-Flugtage sind ein gesellschaftlicher Anlass; abends findet deshalb ein gemeinsames Nachtessen im Flugplatz-Restaurant statt.
  • GliderCup-Teilnehmer haben keinen Vorrang bei der morgendlichen Flugzeugverteilung und sie geniessen keine Start-Priorität.
  • GliderCup-Aufgaben sind so gewählt, dass man sie auch um 14.00 Uhr noch fliegen kann.
  • Im Doppelsitzer-Team erhalten beide Piloten dieselben Punkte.
  • Um den Umgang mit Segelflug-Planungs-Software und Moving-Map-Systemen zu erleichtern, wird ein Theorie-Abend abgehalten, bei dem ein erfahrener Segelflug-Lehrer auch in die Grundsätze des Alpen-Segelfluges einführt.
  • Der Aufgaben-Katalog ist in den Moving Map-Systemen der Clubflugzeuge gespeichert, damit GliderCup-Teilnehmer/innen die gewünschte Aufgabe einfach aktivieren können.
Beim GliderCup lernen die Teilnehmer/innen, auch mit ungewöhnlichen Bedingungen klarzukommen – hier an einem feuchtlabilen Flugtag mit einer 300-km-Flugaufgabe von Schänis an den Fernsteinsee, nach Zernez im Engadin und zurück an den Ausgangsort.

Standard-Aufgaben-Katalog, einfache Spielregeln
Aus dem im Internet veröffentlichten Aufgabenkatalog von 21 Flugaufgaben wählt der Tages-OK-Chef beim Briefing um 09.00 Uhr eine Flugaufgabe aus. Ein qualifiziertes «moving map-Care team» steht zur Verfügung, das den Teilnehmer/innen beim Programmieren der Aufgabe hilft. Diese wird so gewählt, dass auch ein ‚Rookie’ gute Chancen hat, sie zu vollenden. Startstress wird so vermieden, weil die Aufgabenlänge es zulässt, auch um 14.00 Uhr den Flug noch fliegen. Bei Doppelsitzer-Teams erhalten beide Piloten gleiche Punkte, wenn sie die Aufgabe erfüllt haben. Das hilft, dass erfahrene Streckenfüchse ihr fliegerisches know how in lockerem Rahmen an weniger erfahrene Pilot/innen weitergeben.

Sechs Wertungstage, zwei Reservetage, vier Wertungen
Für die Jahreswertung zählen die vier besten erflogenen Tagesränge. Wie im Automobilrennsport erhalten die ersten acht Rangierten zwischen 10 und 1 Punkt pro Wertungstag gutgeschrieben. Damit bleibt während der Saison eine gewisse Spannung erhalten. Alle Teilnehmer/innen können sich auf ein Souvenir freuen, das am Schlusstag abgegeben wird.

Der GliderCup ist auch ein gesellschaftlicher Anlass
Der soziale Aspekt spielt beim GliderCup ebenfalls eine Rolle. Für den Austausch der gemachten Flug-Erfahrungen findet abends ein gemeinsames Essen statt. Das OK bemüht sich, die Flugaufgaben so auszuschreiben, dass bis zum Debriefing alle PilotInnen zurück sein können. Danach werden gemeinsame Erlebnisse ausgetauscht, beim Fachsimpeln lernen alle TeilnehmerInnen, wie man es auch noch hätte machen können. Dank einer einfachen Auswertung stehen noch am gleichen Abend die Resultate fest und die schnellsten sowie die langsamsten Piloten stellen jeweils ihre gemachten Erfahrungen vor. Mehr Informationen.

Gelegentlich sorgt(e) ein junges Musiker-Duo für musikalische Unterhaltung der «Streckenflug-Helden».

Hans-Werner Grosse mit 98 Jahren verstorben

Eine grosse Segelflug-Legende ist nicht mehr. Am Donnerstag, 18. Februar ist der Lübecker Rekord-Segelflieger im Alter von 98 Jahren verstorben. Hans-Werner Grosse wurde in der Segelflugszene durch seinen bahnbrechenden Rekordflug von Lübeck nach Biarritz weltberühmt.

Frank Neupert geht seit 50 Jahren in die Luft

Dieser Firmenchef geht ganz schnell mal in die Luft. Und das schon seit fünf Jahrzehnten. „Im April steht das Jubiläum an“, sagt der Schweinitzer Frank Neupert. Der Mann ist Segelflieger – also ohne Motor – aus Leidenschaft. Angefangen hat es schon 1970 bei der Gesellschaft für Sport und Technik (GST). „Da habe ich für die Theorie gebüffelt“, erzählt er. Und dann eben vor genau 50 Jahren erfüllt sich der Traum vom Fliegen. Die große Liebe sorgt dann für eine Zwangspause. Die DDR erteilt dem Diplomingenieur Flugverbot, weil er eine Familie gründete. „Ich hatte Westverwandtschaft und galt deshalb als potenzieller Republikflüchtling“, erzählt der Schweinitzer im Gespräch mit der MZ.

Alte Liebe rostet nicht
Erst nach der Wende darf er seine alte Leidenschaft wieder neu entdecken. „Fliegen verlernt man nicht“, sagt der Schweinitzer, der dem Aeroclub Berlin – der Verein hat 120 Mitglieder im Alter von 14 bis 80 Jahren – angehört. Der 64-Jährige startet vom Flugplatz Reinsdorf bei Jüterbog und schwärmt: „Man sieht Berlin und die Lichter von Tropical Island.“ Und auf dem ehemaligen Militärflughafen sei er schneller als seine Mitstreiter aus der Hauptstadt, um sportlich aktiv zu werden. „Es gibt Landesmeisterschaften und auch Deutsche Titelkämpfe“, berichtet der Experte. Wettkämpfe gebe es aller zwei Jahre auch in Holzdorf. Dabei geht es um Schnelligkeit und die richtige Taktik.

„Man muss versuchen, die beste Thermik zu finden“, so Neupert, der das Kunstfliegen als seine zweite Leidenschaft bezeichnet. Auch hier kann das Können der Sportler mit Medaillen bewertet werden. „Segelfliegen war in den 30-er Jahren Volkssport“, erzählt Neupert, der selbst nicht an Wettbewerben teilnimmt. „Ich fliege aus Spaß. Das ist mein Hobby“, sagt er. Er könne das genießen. „Die jungen Leute fliegen forscher“, berichtet er. Deshalb ende die Tour mitunter auf einem Feld. Das sei ihm aber auch schon passiert. „Und zwar während der Ernte, die Arbeiten gingen unbeeindruckt weiter“, berichtet er. Erworben hat er seinen Segelflieger günstig, aber in „einem miserabeln Zustand“. Wer über eine Anschaffung nachdenkt, muss mit einem Preis wie für einen Kleinwagen rechnen. Nach oben sei die Preisklasse offen. Wer aber einem Club angehört, könne ohne eigenen Flieger für etwa 1.000 Euro in der Saison, die von April bis Oktober geht, fliegen. So betrage die Jahresgebühr 360 Euro, jeder Start koste fünf Euro und jede Stunde zwölf Euro. „Im Verein ist die Ausbildung kostenlos“, berichtet Neupert. Die Fluglizenz gelte ein Leben lang. Aber es gebe regelmäßige Checks für Mensch und Technik.

International auch im Job
Neupert selbst ist jährlich 50 Stunden in der Luft. Er kennt etwa 40 Flugplätze in Deutschland, Dänemark Polen oder Tschechien. Allerdings gibt es über das Corona-Jahr 2020 nicht viel zu berichten. Da sei praktisch alles ausgefallen – auch das internationale Oldtimer-Treffen bei Osnabrück. Neupert bedauert dies. Er hat ein Herz für alte Technik, und er hilft in der Region bei der Sanierung eines Kulturdenkmals mit. Seine Firma beliefert Kunden in 30 Ländern und auf allen Kontinenten mit Förderanlagen. Quelle: ‚Mitteldeutsche Zeitung‚.

Bei -10° über die Alb

Segelflug ist eine Sommersportart – so weit, so bekannt, aber in dieser absoluten Definition auch so falsch. Zwar sind die Wetterbedingungen im Sommer für die Piloten der eleganten Flugzeuge optimal – vor allem nach dem Durchgang einer Kaltfront bietet intensive Sonneneinstrahlung im Sommer nahezu eine Garantie für starke Thermik.

Aber Thermik, also durch Temperatur­unterschiede entstehende Aufwinde, in denen ein Segelflugzeug an Höhe gewinnen kann, braucht es nicht unbedingt, um in der Luft zu bleiben. Gerade in der kälteren Jahreszeit machen sich die Piloten auch dynamische Aufwinde zunutze. Diese entstehen, wenn Bodenwind auf ein Hindernis trifft und an diesem nach oben gelenkt wird. Mit dem Teckberg steht in unmittelbarer Nähe zur Kirchheimer Hahnweide genau solch ein Hindernis, das mit seiner Nord-Süd-Ausrichtung auch noch optimal 90 Grad versetzt zu den beiden Hauptwindrichtungen West und Ost ausgerichtet ist. Und den Ostwind machten sich die Segelflieger für ein paar Spaßflüge zunutze. Mit dem Schleppflugzeug ließen sie sich auf gut 700 Meter über Grund ziehen, steuerten anschließend die Ostseite des Teckbergs an und konnten unter Ausnutzung eines schmalen Aufwindbandes ihrer Leidenschaft frönen. Trotz eisiger Temperaturen von bis zu minus zehn Grad im Cockpit bot die verschneite Landschaft, die von der tiefstehenden Sonne in warmes Licht getaucht wurde, ein unvergessliches Flugerlebnis. Quelle: ‚Lars Reinhold im Teckboten‚.

Auf dem Winzerweg Veltlin – Südtirol – Dolomiten

In dieser Fluggebiets-Präsentation stelle ich Ihnen die Besonderheiten der Flugregion zwischen den Lienzer Dolomiten und dem Veltlin vor. Wir streifen dabei durch die unendlichen Kalkzacken der nördlichen Dolomiten, queren das thermisch problematische Bozener Becken und erreichen bei ansteigender Operationshöhe die höchsten Eisgipfel Graubündens im Engadin. Erschliessen Sie sich mit dem ‚Winzerweg‘ durch die Südalpen das Know How, wie Sie das Bozener Becken queren können und erleben Sie zahlreiche landschaftliche Höhepunkte zwischen Lienz und St. Moritz.

200’000 Euro für Sportvereine im Sauerland

Aus dem Landesprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ fließen mehr als 200’000 Euro an Sportvereine im Sauerland. Der Ski-Club Liesen e.V. bekommt für den Ausbau zum „Natur-Aktiv-Zentrum“ rund 5’000 Euro. Der Luftsportverein Brilon e.V. kann Sanierungsmaßnahmen angehen. Die Sanierung des Hallentors und die Modernisierung der Infrastruktur Segelflug wird mit 57’390 Euro gefördert. Der Reit- und Fahrverein Oeventrop e.V. kann seine Reitanlage und das Nebengebäude modernisieren. Es gibt einen Landeszuschuss in Höhe von rund 11’500 Euro. Der FC Nuhnetal 2004 e.V. bekommt rund 86’000 Euro. Der Zuschuss ist für die Modernisierung des Sportheims sowie die Anbringung einer Photovoltaikanlage. Mit dem Programm „Moderne Sportstätte 2022“ werden Investitions-maßnahmen zur Modernisierung, Instandsetzung, Sanierung, Ausstattung, Entwicklung, zum Umbau und Ersatzneubau von Sportstätten und -anlagen gefördert, heißt es. Insgesamt 300 Millionen Euro stehen im Rahmen des Programms „Moderne Sportstätte 2022“ zur Verfügung. Quelle: ‚Radio Sauerland‚.

Erlebnisreiches und erfolgreiches Jahr

Auch in diesem Jahr stand an den Sommer-Wochenenden die Segelflug-Bundesliga im Vordergrund der Flugplanung. Trotz der notwendigen Anpassung der Bundesliga-Saison an die Auswirkungen der Corona-Pandemie, erzielte der FKB zum Saisonende mit Platz 8 von 30 eine hervorragende Platzierung im vorderen Tabellendrittel. Nicht nur unsere Schüler und jungen Lizenzpiloten haben sich dieses Jahr trotzt der Umstände hervorragend weiterentwickelt. Mit Dominique Langhans konnte außerdem ein FKB-Mitglied zum Fluglehrer ausgebildet werden und unterstützt das Fluglehrerteam nun tatkräftig dabei, neuen Vereinsmitgliedern ihren Traum zu ermöglichen: Ein Flugzeug allein durch die Luft zu navigieren.

Weiterhin spielt die Corona-Pandemie eine große Rolle in den Planungen des Vereins. So musste der beliebte Fliegerball in 2020 leider entfallen und das Fortbildungswochenende im Januar 2021 soll im digitalen Raum stattfinden. Der FKB ist jedoch optimistisch, die in 2020 ausgefallen Deutsche Segelflug-Meisterschaft der Frauen im kommenden Sommer durchführen zu können. Voraussetzung sei jedoch, dass zum einen die geltenden Regeln dies zulassen und zum anderen das Durchführen so einer Veranstaltung mit bis zu 300 Personen auf dem Flugplatz gesellschaftlich vertretbar ist. Diese Einschränkung hält die zahlreichen tatkräftigen Helfenden jedoch nicht davon ab, die Planung mit „Volldampf“ voranzutreiben. Pilotinnen und Piloten haben den Ruf stets optimistisch nach vorne zu schauen – für die Mitglieder des Fliegerklub Brandenburg trifft dieses Vorurteil in jedem Fall zu. Die Vorfreude auf die Flugsaison 2021 ist quasi „mit den Händen zu greifen.“ Quelle: ‚Meetingpoint Brandenburg‚.

Rekordhalter Alfred Hock wird 101

Alfred Hock aus Karlstadt hat Geburtstag: er wird 101 Jahre alt. Der Unterfranke hat noch immer eine Leidenschaft für das Segelfliegen. Genau diese Leidenschaft hat Alfred Hock vor zwei Jahren sogar einen Rekord eingebracht, den er weiterhin hält. „Zum Geburtstag viel Glück“ heißt es für Alfred Hock aus Karlstadt im Landkreis Main-Spessart. Der gebürtige Laufacher wird nämlich an diesem 5. Januar 101 Jahre alt. In seinem Leben hat es der Unterfranke zu einiger Berühmtheit geschafft – nicht zuletzt wegen seiner Leidenschaft für das Fliegen, genauer gesagt für das Segelfliegen.

Ältester Looping-Passagier in einem Segelflugzeug
Seit Jahrzehnten ist Alfred Hock dem örtlichen Luftsport-Club Karlstadt eng verbunden. Schon als junger Mann erlernte er noch vor dem zweiten Weltkrieg das Fliegen. Die Segelfliegerei ist sein großes Hobby geblieben. Noch heute repariert er beispielsweise den Fallschirm für die Winde, die die Segelflugzeuge in die Luft bringt oder macht Sitzpolster für das Fliegerheim. Für seine immerwährende Hilfsbereitschaft schenkte ihm der Verein zum 99. Geburtstag einen Segelflug über seine Heimat – und machte ihn damit zum Rekordhalter: Er ist der „älteste Looping-Passagier im Segelflugzeug“ der Welt.

Auftritt im BR-Fernsehen bei „Heimat der Rekorde“
Als Rekordhalter ist er auch im BR Fernsehen am 11. Januar 2021 um 20.15 Uhr zu sehen in der Reihe „Heimat der Rekorde“. Ein gutes Gedächtnis hat der Karlstadt auch noch mit 101 Jahren: er verteilt Telefonkarteikarten mit etwa 300 Telefonnummern, die er einmal auswendig gelernt hat und lässt sich abfragen. Man kann mit ihm wetten – doch Hock liegt nie daneben. Quelle: ‚BR 24′.

Der Tausend-Kilometer-Trick

(…) Es war mein erster Frühstart seit dem 4. März 2017 – die beiden Winter in Amerika hatten mich über viele Föhnlagen hinweg auf die Zuschauerränge gezwungen. Aber um 07:15 war es endlich soweit: Christian schiebt vorne in der Remo das Gas rein, und wir steigen langsam aus der völlig windstillen Bodeninversion heraus in den schwachen Nordwind, der unter dem Föhnstrahl am Alpenrand liegt. In 500 Metern kommt der Südwind langsam durch. Ich habe erst wenige Ostabflüge im Föhn gemacht, weil ich mich davor scheue, im gleißenden Gegenlicht gegen die Sonne zu fliegen, und dann später meistens auch gegen die Abendsonne wieder zurück zu fliegen. Gute Sicht ist im Hochgebirge lebenswichtig. Aber heute geht es nicht anders, und einen Heimflug wird es ohnehin nicht geben. Schon im Schlepp sehen wir jenseits des Wettersteins, wie das Inntal von Westen mit überschwappendem Regen gefüllt wird. Der Tag ist erst wenige Minuten alt, aber wir sind keinen Augenblick zu früh dran. Als ich über Vorderriss in 2700 m ausklinke, weiß ich, dass wir Königsdorf heute nicht mehr wieder sehen werden… den ganzen Bericht von Benjamin Bachmaier finden Sie hier in seinem Blog.

Bohlhof macht Flugzeuge winterfit

Die Segelfluggemeinschaft Bohlhof in Wutöschingen ist trotz Corona aktiv. Denn jetzt werden die Flugzeuge, Fahrzeuge und das Gebäude in Schuss gebracht. Zeit also, das Schleifpapier und den Schraubenschlüssel hervorzuholen – alles corona-konform, wie der Vorsitzende Peter Hofmann noch vor dem Lockdown betonte. Quelle: ‚Südkurier‚.

ZDF-Segelflugfilm über Jochen von Kalckreuth

Jochen von Kalckreuth war zu seiner Zeit einer der bekanntesten und erfolgreichsten Segelflieger. Er hat viele Bücher geschrieben. Sein größtes Ziel war, als erster Segelflieger ein FAI-Dreieck über 1000 km zu fliegen. Ein ZDF-Team unter Karl Senne, ebenfalls Pilot, hat seine Versuche im Jahre 1975 begleitet. Die TV-Kameras waren damals noch größer als ein Schuhkarton und wogen mehr als vier kg. Der 45-Minuten-Film lief in der Reihe SPORTSPIEGEL des ZDF. Quelle: Katrin Senne auf youtube.

Schweinfurt: Aero-Club wird 70

1950 wurde der Aero-Club gegründet. Warum die Flugtradition viel älter ist, welche Herausforderungen Corona mit sich brachte und warum man für die Zukunft zuversichtlich ist. Der 4. September 1950 war ein besonderer Tag für die Flugbegeisterten in und um Schweinfurt: An diesem Tag wurde der Aero-Club gegründet, der heute 70 Jahre später einer der ältesten noch bestehenden Luftsportvereine in Deutschland ist. Kein Wunder, dass man das Jubiläum gebührend feiern wollte, leider machte das Coronavirus dem einen Strich durch die Rechnung.

Nichtsdestotrotz ist Peter Wiggen, Ausbildungsleiter Motorflug und im Verein für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, stolz auf das Erreichte und verweist auf die von Michael Fasel erstellte reich bebilderte über 130 Seiten dicke Vereinschronik. Der Aero-Club ist zurecht stolz auf seine Tradition, denn das Fliegen in Schweinfurt faszinierte die Menschen schon vor dem Ersten Weltkrieg, mit den Anfängen der modernen Fliegerei.

Schon 1912 gab es in Oberndorf Schauflüge für die Bevölkerung. In den 1920er-Jahren gründeten dann einige Piloten aus dem Ersten Weltkrieg die Fliegervereinigung Schweinfurt, bei der auch Edgar Dittmar, späteres Gründungsmitglied des Aero-Clubs, dabei war. Das Fluggelände war in Oberndorf. Gerade das Segelfliegen unter anderem auf der Wasserkuppe ist untrennbar mit den Schweinfurter Brüdern Heini und Edgar Dittmar verbunden. Letzterer hat 1928 einen Weltrekord im Segelflug mit 775 Metern Startüberhöhung aufgestellt. Heini Dittmar gelang 1936 die erste Alpenüberquerung per Segelflugzeug, außerdem war er 1937 der erste Segelflugweltmeister. Er war auch der erste Mensch, der 1941 mit dem Raketenflugzeug Me 163 knapp unter der Marke 1000 km/h blieb. Quelle: ‚Mainpost‚.

Segelfliegen im Advent

Während die meisten Segelflugplätze in der kalten Jahreszeit in eine Art Winterschlaf verfallen, wird auf der Hahnweide auch im Winter regelmäßig geflogen. Unlängst haben Mitglieder der Fliegergruppe Wolf Hirth den starken Westwind genutzt, um im Hangaufwind am Teckberg und in Leewellen über der Alb ihrer Leidenschaft nachzugehen. Während vor zwei Wochen fünf Piloten mit drei Flugzeugen bei konstanten Bedingungen sogar ein paar Streckenkilometer machen konnten, reichte es am vergangenen Sonntag nur für einen Start, bevor Regen aufzog und die Segelflieger aufgeben mussten. „Aber genau das ist es, was unseren Verein ausmacht“, sagte FG-Pilot Frank Wollmershäuser nach der Aktion. „Wir stehen nicht am Boden, gucken in den Himmel und rätseln, ob es wohl geht, sondern wir probieren es aus und holen uns so auch im Winter manch wunderschönes Flugerlebnis.“ Für Advents-Feeling sorgte dabei diese Mal ein LED-Teelicht auf dem Instrumenten Panel. „Spaß muss sein“, flachste Wollmershäuser. Die reguläre Flugsaison endete Anfang November, 2020 geht es Ende März wieder mit regelmäßigem Flugbetrieb los. Quelle: ‚Teckbote‚.