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Schnell durch die französischen Alpen

Video von “Fayence Soaring”: Nutzen Sie eine einzigartige Form des Aufwinds und verbessern Sie Ihren Streckensegelflug sowie die Geschwindikeit in den Bergen. Quelle: ‘Youtube‘.

Kein “Nationales Segelflug-Sportzentrum”

Seit Anfang des letzten Jahres arbeitet der Segelflugverband an Abklärungen zur Errichtung eines nationalen Segelflug-Sportzentrums zur Unterstützung des Leistungssportes und des Swiss Gliding Teams (SGT). Aus den angemeldeten Interessenten wurden zwei Standorte evaluiert, welche über die benötigte Infrastruktur und Organisation verfügen. Die Bedürfnisabklärungen des Verbandes haben sich in die Länge gezogen und keinen verpflichtenden Nutzungsplan für die kommenden Jahre ergeben. Dieser wäre die Grundlage, um die Einrichtung eines Segelflug-Sportzentrums mit nationaler Bedeutung zu begründet und den grossen Aufwand rechtfertigt.

Der Vorstand des SFVS hat an seiner Sitzung Anfang September entschieden, das Projekt vorläufig einzustellen. Der Vorstand ist überzeugt, dass das die Mitglieder des SGT durch die intensive Nutzung eines Sportzentrums profitieren würden und die sportlichen Leistungen weiter gesteigert werden könnten. Der Segelflugverband bedankt sich bei den Segelfluggruppen für das gezeigte Interesse und die eingereichten Bewerbungen. Das Projekt wird zu gegebener Zeit und bei einer verlässlichen Nutzungsplanung weitergeführt. Quelle: ‘SFVS‘.

Fliegen “wie Gott in Frankreich”

Video von Roland Henz über seine zwei Wochen Segelfliegen in Südfrankreich im Spätsommer 2021. Startort der Flugplatz Serres, Flüge in Thermik, Wind, Konvergenz und Welle, vom Hochgebirge bis fast ans Meer. Das Wetter hat sich von seiner besten Seite gezeigt, mehr geht fast nicht! Aufnahmen u.a. von Matterhorn, Mt. Blanc, Aosta, Montagne de Lure, Vaumuse, Pic de Bure, Guillaume, Col d`Etache, Col de Carro, Lac de St. Croix, Vinon und weiteren schönen Ecken.

Achleitner/Unterrainer wieder Staatsmeister

Nach den in St. Johann im Frühsommer ausgetragenen österreichischen Meisterschaften im Streckensegelflug in den „kleinen“ Klassen, standen in dieser Saison noch die Bewerbe für die 18-Meter-Klasse, die Offene Klasse und die Doppelsitzer Klasse an, welche vom 6. bis 14. August am Flugplatz Dobersberg (Waldviertel) ausgetragen wurden.

Der befliegbare Wettbewerbsraum konnte auf tschechisches Staatsgebiet ausgedehnt werden, und bot somit ein hervorragendes Kontrastprogramm zu den doch sehr alpinen Bedingungen in St. Johann. Ähnlich zu den Meisterschaften in St. Johann war auch bei den Meisterschaften in Dobersberg die Ausbeute an flieg baren Wertungstagen, denn wiederum konnte wetterbedingt an 7 von 8 möglichen Tagen geflogen werden. Die Wettbewerbsflüge fanden bei teilweise sehr guten, allerdings auch recht selektiven Bedingungen statt. Nach dem Corona-bedingten Ausfall der Weltmeisterschaft in Stendal/Deutschland fanden die internationalen Elite-Piloten, zu denen auch Guido Achleitner und Michael Rass vom St. Johanner Fliegerclub zählen, bei der Staatsmeisterschaft in Dobersberg einen ebenbürtigen Ersatz-Wettbewerb für die abgesagte WM vor.

In der Doppelsitzerklasse (diesmal vereint mit den noch leistungsstärkeren Flugzeugen der Offenen Klasse) traten für den FC St. Johann das Team Achleitner/Unterrainer (Pilot Guido Achleitner aus Waidring mit seinem Co-Pilot Niklas Unterrainer aus Fieberbrunn) an. Das Doppelsitzer-Team konnte auf einer Schleicher ASG-32 den vierten Titel dieser Klasse in Folge gewinnen. Nach einem durchwachsenen Start mit einigen technischen Problemen am ersten Wettbewerbs-Tag, war dem Team Achleitner/Unterrainer nach einem gewonnenen Tag und folgenden Top-5 Platzierungen der Sieg in der Gesamtwertung und somit der Staatsmeistertitel nicht mehr zu nehmen. Auch Manuel Salcher aus Kirchberg, der bei dieser Staatsmeisterschaft als Co-Pilot von Christof Koch aus Fürstenfeld flog, konnte in der Doppelsitzerklasse mit dem 6. Gesamtrang eine beachtenswerte Top-10 Platzierung erreichen.

Michael Rass aus St. Johann war in der 18-Meter-Klasse auch dieses Mal erster Herausforderer des amtierenden Weltmeisters und mehrmaligen Europameisters Wolfgang Janowitsch. Beide Piloten lieferten sich während der gesamten Staatsmeisterschaft mit mehrmaligen Führungswechseln einen hochspannenden Kampf, und dies mit Tages-Schnittgeschwindigkeiten bis zu 120 km/h. Bis zum letzten Wertungstag blieb das Rennen zwischen beiden Kontrahenten offen und spannend. Michael Rass konnte dann am letzten Wertungstag mit seiner AS 33 über 380 Kilometer in dreieinhalb Stunden bei einem Tages-Schnitt von 104 km/h zwar den dritten Tagessieg erringen, musste sich aber dann schlussendlich dennoch Wolfgang Janowitsch (Ventus 3) um wenige Punkte geschlagen geben. Rass holte somit aber dennoch auch in der 18-Meter Klasse, wie schon zuvor in der Clubklasse, den Vize-Staatsmeistertitel nach St. Johann. Martin Embacher (Ventus 2 cxt) und Reinhard Haggenmüller (ASG-29) konnten mit den Platzierungen 10 und 11 das wiederum hervorragende Ergebnis der St. Johanner Piloten komplettieren, wobei Haggenmüller mit einem Tagessieg wiederum seine international bekannte Klasse aufzeigen konnte. Alle Teilnehmer und Piloten blicken nun Richtung 2022 und hoffen, dass für das kommende Jahr auch bei internationalen Großbewerben wieder Normalität eintritt. Dies auch deshalb, da für Anfang Mai 2022 mit dem 5. Kitzbüheler Alpenpokal in St. Johann der nächste hochkarätige Wettbewerb auf heimischen Boden vor der Tür steht. Quelle: ‘MeinBezirk.at‘.

Bis nach Österreich und zurück

Perfektes Wetter und die nötige Motivation ermöglichten den Coesfelder Segelflugpiloten Mark Wenning und Lars Siepelmeyer jetzt gleich an zwei Tagen eine Strecke von über 900 Kilometern ganz im Süden Deutschlands zurückzulegen. Im Rahmen des zweiwöchigen Segelfluglagers in Kronach (Bayern) flogen sie an einem Tag mit dem Hochleistungs-Doppelsitzer „Arcus T“ vom Startplatz Kronach über den Bayerischen Wald sogar bis nach Österreich und wieder zurück. Ebenso erfolgreich war die Flugschülerin Simone Hüning des Coesfelder Vereins, die ihrem Traum von der Segelfluglizenz bei dem Lager ein gutes Stück näher kam. Sie konnte den erforderlichen 50-Kilometer-Flug absolvieren und kann sich somit für die praktische Prüfung anmelden. Auch die anderen Mitglieder genossen die Zeit in Oberfranken und unternahmen ausgedehnte Streckenflüge und Wanderungen oder besuchten die umliegenden Städte und touristischen Hotspots. Der Coesfelder Luftsportverein blickt somit wieder einmal auf zwei entspannte und erfolgreiche Wochen beim befreundeten Verein in Kronach zurück und freut sich, auch im nächsten Jahr dort wieder zu Gast sein zu dürfen, heißt es im Pressetext des Vereins. Quelle: ‘AZonline.de‘.

Wie sich ein Rundflug im Segelflieger anfühlt

Es ist Bergfest der Teilnehmer des Fliegerlagers der Fliegergruppe Plettenberg-Herscheid. Seit einer Woche befinden sie sich im intensiven Flugtraining am Habbel. Nein, das stimmt nicht: Seit einer Woche sollten sie sich am Habbel befinden, doch das Wetter hat es mit ihnen noch weniger gut gemeint als mit mir an diesem Samstag. Der Platz war regelrecht abgesoffen. Da war es wie ein Segen, dass der Fliegerverein aus Attendorn angeboten hat, dass die Herscheider ihren Platz nutzen können, weil diese selbst nicht vor Ort waren. Seit Samstag sind die Flieger wieder zurück in Hüinghausen – und ich durfte hautnah dabei sein. Bevor es jedoch losgeht, steht ein gründlicher Flugzeugcheck auf dem Programm. Das geschehe jeden Morgen, erklärt mir Karl Schröder, der zwei Flugschüler bei ihrer Arbeit beaufsichtigt. Bei dem Flugzeug handelt es sich um einen Segeldoppelsitzer. Das Flugzeug vom Typ ASK 13 hat bereits über 50 Jahre auf dem Buckel – oder den Tragflächen, wie man’s nimmt – doch man sieht es ihm nicht an, denn es wurde in den letzten Monaten generalüberholt und erstrahlt nun in neuem Glanz. Es ist eins von zwei Schulungsflugzeugen der Fliegergruppe Plettenberg-Herscheid. Während am Morgen kontrolliert wird, wird am Abend geputzt: Jede Mücke wird von den Flugzeugen entfernt und das sind mitunter nicht wenige, wie Schröder zu berichten weiß: „Da sind die Puschen bei den Rädern unten schon mal schwarz.“

40 Jahre Flugerfahrung
Dieter Siepmann-Hücking wird mein Pilot sein. Er fliegt seit über 40 Jahren und ich fühle mich bei ihm gut aufgehoben. Das Segelflugzeug ist inzwischen durchgecheckt und als flugfähig bewertet worden. Ein Auto zieht es über die Wiese zum Startpunkt; Siepmann-Hücking und ich gehen hinterher. Dabei erhalte ich eine Einweisung zum Platz, in der es unter anderem heißt: nicht mitten auf der Bahn gehen. Segelflugzeuge hört man nicht kommen, sodass es zu üblen Kollisionen kommen könnte. Nicht ohne Grund gibt es am Eingang zum Flugplatz auch eine Schranke. Ist diese unten, bedeutet das: Flugbetrieb. Beim Flugzeug angelangt, macht mich Siepmann-Hücking mit selbigem vertraut. Es ist ein bisschen so, wie bei den Urlaubsfliegern: die Sicherheitswesten befinden sich unter dem Sitz, im Fall eines plötzlichen Sauerstoffabfalls fallen automatisch Atemmasken von der Decke. Okay, nicht genauso, aber ein bisschen. Bei den Segelfliegern tragen die Flieger eine Art Rucksack, in dem ein Fallschirm steckt und der gleichzeitig als Sitzkissen dient. Siepmann-Hücking erklärt mir, wie ich das Ding aufzusetzen und festzuschnallen habe. „Keiner will das nutzen“, meint er und mir kommen die Worte meines Vaters in den Sinn, der stets „Besser haben als brauchen!“ sagt. Für Siepmann-Hücking gehört die Sicherheitsunterweisung einfach dazu. Letztendlich läuft es auf vier einfache Schritte hinaus: zwei Griffe, Haube, abschnallen, raus. Doch mein Pilot gibt mir Zuversicht: „Solange ich mit drin bin, werden wir sicher landen!“

Weiter werden mir die verschiedenen Anzeigen, der Fahrten- und der Höhenmesser, erklärt sowie der Steuerknüppel und die Pedale. In dem Doppelsitzer ist alles sowohl vorne als auch hinten vorhanden. Normal sitzt der Schüler vorne, der Lehrer hinten und kann so im Notfall eingreifen. Bei den Rundflügen, wie ich ihn gleich machen werde, sitzt der Pilot vorne, der Gast hinten. Der Höhenmesser wird genullt, sodass die tatsächliche Entfernung zum Boden gemessen wird. In den Bergen oder bei Überlandflügen stellt man ihn auf Meereshöhe ein.

Zwei Wege nach oben
Ein Segelflieger kann niemals allein starten; es ist immer Teamarbeit. Für den Start gibt es zwei Möglichkeiten: mittels Seilwinde oder per Motorflugzeug. Uns wird heute ein Motorflugzeug in die Luft befördern. Verglichen zur Seilwinde ist es zwar etwas umständlicher, aber man hat mehr Möglichkeiten. Während die Seilwinde einen nur auf eine Höhe von circa 300 Meter bringen kann, kann das Motorflugzeug einen theoretisch überallhin bringen, bevor man sich abkoppelt. Michael Liebau ist der Mann, der das Motorflugzeug heute fliegt; eine französische Robin, die optimiert ist für den Schleppflug. Die beiden Flugzeuge werden mit einem Seil verbunden und schon kann es losgehen. Ein Flugschüler gibt Hilfestellung, indem er das Segelflugzeug im Gleichgewicht hält. Ein kurzes Armzeichen, Liebau gibt Gas. Ein Stück über die Wiese, dann erhebt sich das Motorflugzeug und mit ihm der Segelflieger in die Luft.

Es ruckelt und wackelt ganz schön. Das liegt, so erfahre ich später, am herrschenden Südwind. Der geht quer zur Startbahn, sorgt für Verwirbelungen und macht die Handhabung des Flugzeugs etwas schwieriger. „Am liebsten starten und landen wir gegen den Wind“, wird mir erklärt. Nach kurzer Zeit klinken wir uns von dem Motorflugzeug ab und wir segeln allein weiter. „Die schönsten Tage sind die, an denen man die kleinen Schäfchenwolken sieht“, meinte Dieter Siepmann-Hücking vor dem Start. Von Schäfchenwolken ist heute leider weit und breit nichts zu sehen, doch die Aussicht ist dennoch beeindruckend. Wir kreisen über Plettenberg und Hüinghausen. Ich erkenne den Sportplatz in Böddinghausen und kann die Oestertalsperre erspähen. Allerdings stelle ich auch fest, dass ein paar Zentimeter mehr Körpergröße ganz gut wären, denn ich muss mich doch sehr recken, um etwas zu sehen. Was mich erschreckt, ist der Zustand des Waldes, oder vielmehr des nicht mehr vorhandenen Waldes. Von hier oben sieht man die Folgen des Borkenkäferbefalls noch viel deutlicher als am Boden. Und ich verliere schnell die Orientierung. Eine Kurve hier, eine Schleife dort und schon weiß ich nicht mehr, was unter mir liegt. Dabei kenne ich die Gegend; ich bin hier geboren und aufgewachsen. Doch die Perspektive, der weite Blick irritiert: Plötzlich scheint alles so dicht beieinander zu liegen. Da wundert es mich nicht, dass Flugschüler am Anfang immer in Sichtweite ihres Platzes fliegen – und auch später immer eine Wiese im Blick haben, auf der sie bei Bedarf landen können; zumindest, wenn sie eine Flughöhe von 600 Meter unterschreiten. Wir fliegen in einer Höhe von gut 500 Metern, mit einer Geschwindigkeit von etwa 100km/h – so sagen es die Anzeigen. Siepmann-Hücking fragt, ob ich das Steuer auch mal übernehmen wolle? – Klar, wieso nicht!? Nach Anleitung steuere ich uns zunächst in eine Rechtskurve, also: Hebel nach rechts drücken und die rechte Pedale treten. Klappt! Ich probiere auch die anderen Richtungen aus, doch eigentlich bin ich ganz gerne Beifahrer, bzw. Beiflieger.

Das Landen im Loch
Nach etwa 20 Minuten nähern wir uns wieder dem Flugplatz und setzen zur Landung an. Diese setzt sich aus drei Komponenten zusammen: dem Gegen-, dem Querund dem Endanflug. Im Grunde fliegt man erst parallel zur Landebahn, fliegt dann zweiKurven in gleicher Richtung, sodass quasi ein „U“ geflogen wird, bevor man schließlich landet. Dieses „U“ wird „Platzrunde“ genannt und ist „ein absolut wichtiger Sicherheitsfaktor“. Sie schließt aus, dass jeder startet und landet, wie es ihm gerade in den Sinn kommt. Normalerweise wird nämlich immer in die Richtung gelandet, in die auch gestartet wird. Der Flugplatz in Hüinghausen sei ein durchaus schwieriger Platz, erzählt der Vereinsvorsitzende Daniel Gärtner. Die Hänge zu beiden Seiten, das Dorf voraus und der Geländeanstieg hinten machen es so manch einem Flieger schwer. Die denken dann: „Wie kommste jetzt in das Loch da unten?“ Die andere Seite der Medaille ist die: „Wer hier das Fliegen lernt, ist gewappnet“, so Gärtner. Fliegenlernen kann man übrigens schon bereits ab 14 Jahren, also noch bevor man mit einem Mofa auf die Straße darf. Die Fliegergruppe bildet regelmäßig aus. Wer einfach mal an einem Rundflug teilnehmen möchte, kann sich ebenfalls vertrauensvoll an die Fliegergruppe wenden. Es lohnt sich und ist eine besondere Erfahrung, die Heimat mal aus der Vogelperspektive zu sehen. Quelle: ‘come-on.de’.

Wie die Mutter, so der Sohn

Nach dem verspäteten Saisonstart meldet der Aero Club Fürth erste Ausbildungserfolge. Eine besonders schöne Geschichte schreibt Ben Strobel aus Steinbach: Er hat das Piloten-Gen vererbt bekommen und folgt der Mutter ins Cockpit. Der 15-jährige Ben Strobel aus Steinbach hat als erster Schüler heuer mit drei souveränen Alleinflügen die A-Prüfung beim Aero Club Fürth geschafftDas ist die Anfangshürde auf dem Weg zum Luftfahrerschein. Begonnen mit der Segelflugschulung hatte Ben in den Sommerferien des vergangenen Jahres. Nach einer kurzen Vorschulung auf dem Motorsegler, einer kostengünstigen Variante zum Lernen von Starts und Landungen im Aero Club, und der weiteren intensiven Schulung auf dem Segelflugzeug “Twin Astir”, unter anderem mit Ausbildungsleiter und Onkel Bernd Tauber, war es nach rund 40 Starts und Landungen dann endlich soweit: zum ersten Mal alleine abheben ohne Fluglehrer.

“Anfangs war ich schon sehr nervös”, gab Ben zu, “aber im Schlepp ließ dann die Nervosität nach, da ich mich voll auf den Flug konzentrierte. Danach war ich den Rest des Tages sehr glücklich und zufrieden, und mit einem gemeinsamen Pizza-Essen fand der Abend einen sehr schönen Ausklang.” Ben, der die Segelflugausbildung mit 14 Jahren begann, hat im nun abgelaufenen Schuljahr die neunte Klasse des Gymnasiums in Langenzenn besucht, spielt in seiner Freizeit Fußball und ist bei der Jugendfeuerwehr Steinbach aktiv.

Die Lizenz ist nah
Die Corona- und Winterzeit nutzte er, um sich auf die umfangreiche Theorieprüfung zum Segelflugzeugführer vorzubereiten, die er heuer im Frühjahr erfolgreich im Luftamt Nordbayern bestanden hat. Jetzt geht die praktische Ausbildung mit schnellen Schritten weiter in Richtung Fluglizenz: Die Fähigkeiten des Nachwuchspiloten werden bei Soloflügen mit Flugauftrag des beaufsichtigenden Lehrers oder mit diesem zusammen im Doppelsitzer ausgebaut und verfeinert, Thermik- und kleinere Streckenflüge stehen immer mehr auf dem Schulungsprogramm. Nach Beendigung dieser weiteren Ausbildungsabschnitte findet die praktische Luftfahrerschein-Prüfung statt. Die kann Ben zwar noch heuer ablegen, wenn er die Ausbildung so zielstrebig wie bisher weiterbetreibt. In Empfang nehmen darf er die Lizenz nach den gesetzlichen Bestimmungen aber erst mit Vollendung des 16. Lebensjahrs im Januar 2022. In diesem Fall kein Nachteil, weil die Segelflieger des ACF ohnehin während der Wintermonate witterungsbedingt pausieren.

Bens fliegerisches Talent ist nicht verwunderlich: Er tritt in die Fußstapfen seiner Mutter Angela Tauber und seines Patenonkels, Fluglehrers und Ausbildungsleiters im ACF Bernd Tauber, die beide ebenfalls schon als 14-Jährige mit dem Segelfliegen auf dem Fluggelände im Cadolzburger Ortsteil Seckendorf anfingen und ihre Freizeit an den Wochenenden dort verbrachten. Naheliegend, da die beiden in Seckendorf aufwuchsen, den Flugplatz somit fast vor der Haustüre hatten und bereits von frühester Jugend an von den über ihnen kreisenden Seglern fasziniert waren.

Gefühl von Freiheit
Mama Angela kann sich noch sehr gut an das Gefühl erinnern, als sie selbst das erst Mal alleine abgehoben ist: Da war eine Spur Aufregung, aber auch ein großes Glücksgefühl über die neu gewonnene Freiheit und das Vertrauen der Fluglehrer in ihre Flugfähigkeiten. Die erfolgreiche Pilotin, die mit der Geburt ihrer Kinder die aktive Fluglaufbahn beendet hat, denkt gern an die Zeit auf dem Flugplatz zurück und freut sich besonders darüber, dass sich die Begeisterung für das Segelfliegen auf ihren Sohn Ben übertragen hat. Das anstehende Ferienfluglager im August bietet nicht nur den Schülern, sondern auch allen anderen Piloten Gelegenheit, ihr Hobby zwei Wochen lang intensiv auszuüben. Aufgrund der Corona-Lockerungen ist das Fluggelände auch wieder für Gäste und Interessenten geöffnet. Quelle: ‘Nordbayern.de‘.

Segelflieger verbessern in Hattorf ihr Können

Vom 27. Juli bis 6. August fand auf dem Flugplatz in Hattorf zusammen mit dem Luftsportverein Aue/ Hattorf der Streckenfluglehrgang des Luftsportverbands Niedersachsen statt. Es nahmen elf junge Piloten sowie neun Trainer teil. Laut Verein konnten sie schöne Strecken erfliegen, etwa vom Startplatz in Hattorf nach Hildesheim, Kassel oder Bad Frankenhausen.

„Das Segelfliegen lebt von gutem Wetter, wovon in diesem Lehrgang etwas zu wenig vorhanden war. Von zehn Tagen konnten leider nur fünf fliegerisch genutzt werden und das bei eher mäßigen Bedingungen“, berichtet Marian Linke, Pressewart des Vereins. Die Zeit, die nicht im Cockpit genutzt werden konnte, wurde in Theorieeinheiten verbracht. Hierbei wurden Themen wie Meteorologie, Sicherheit beim Fliegen und das Auffinden von Thermik gelehrt. Trotz der schlechten Wetterbedingungen waren alle Piloten sehr zufrieden und konnten ihr fliegerisches Können verbessern und Sicherheit gewinnen.

„Wir sind der einzige Luftsportverein im Landkreis Göttingen. Bei uns wird hauptsächlich Segelflug betrieben. Hierzu haben eine über 1.000 Meter lange Grasbahn, auf der wir entweder an einer Winde oder per Motorflugzeug nach oben gezogen werden. Sind wir einmal in der Luft, fliegen wir mit Hilfe der Sonnenenergie weiter. Wir suchen warme Luft die nach oben steigt und bewegen uns mit ihr in Richtung Himmel“, erklärt Marian Linke. Somit seien die Piloten bei guten Bedingungen durchaus bis zu acht Stunden in der Luft und legen 800 km und mehr zurück. Quelle: ‘Harzkurier‘.

Segelfliegen über dem Eiffelturm

2024 in Paris wird Breakdance als neue Sportart vorgestellt. Segelfliegen stand mal kurz davor, 1936 war es Demonstrationssport bei den Hitler-Spielen – bis der Krieg kam. Schade, denn man könnte die Herren der Lüfte wunderbar fernsehtauglich machen. Hach, man kann die Segelflieger des SFZ Königsdorf um ihren Piloten Mathias Schunk schon manchmal beneiden. Jede Woche schickt Schunk neue Bulletins zur Segelflug-Bundesliga – ja, die gibt es wirklich – herum. Und siehe da: Königsdorf ist als Dritter weiterhin im Titelrennen. Vielmehr als die Jagd nach Gold fasziniert aber seine Fliegerprosa. Am Montag erst berichtete der stets braungebrannte Schunk, der hierzulande den Status einer Segelflug-Legende hat, unter der Überschrift “Nur zwei schafften es in den Föhn” von Hangwinden, der herannahenden Schlechtwetterfront, von Wellenaufwinden und der Umkehr am Steinernen Meer.

Was muss das für ein Gefühl sein, da oben, ganz ohne Maske, fernab der Pandemie, vorbei an der Benediktenwand, rüber zur Zugspitze, manchmal 4000 Meter hoch. Anfang Juni flog Schunk gar aufgrund der Wetterlage Richtung Atlantikküste, die er mit zwei Kumpels zwischen Calais und Le Havre um halb fünf nachmittags erreichte. “Das war ein unfassbarer Blick, morgens noch die Alpen gesehen und dann auf einmal über dem offenen Meer zu segeln”, schwärmte der 55-Jährige.

Segelfliegen, jüngere Sportinteressierte vergessen das leicht, war mal olympisch, jedenfalls fast. 1936 bei den Spielen in Berlin war es Demonstrationssport, vier Jahre später in Helsinki sollte es offiziell so richtig losgehen in die Lüfte. Nur kam es leider nicht dazu, Olympia fiel aus, weil da schon andere Flieger mit viel schlimmeren Zielen die Segler vom Himmel verdrängt hatten. Und 1948, bei den ersten Spielen nach dem Zweiten Weltkrieg in London, waren die lautlosen Gleiter schon wieder vergessen.

Was wäre das für eine Renaissance 2024 in Paris: Segelfliegen über dem Eiffelturm und Montmartre, ein kurzer Abstecher an den Atlantik, immer im Aufwind. Schunk wäre sicher dabei. Ganz im Sinne des französischen Luftfahrtpioniers Louis Charles Joseph Blériot, der als erster Mensch den Ärmelkanal überflog.

Schon klar: Zuschauerfreundlich ist er nur bedingt, dieser Sport, das zeigt schon die Bundesliga. Aber in Tokio gab es ja auch nur Fernsehpublikum. Und es wäre doch gelacht, Segelfliegen in der heutigen Zeit nicht TV-tauglich machen zu können. Helm-, Front- und Heckkameras zeigen den Blick in die Ferne und lassen die Fans so nah ran wie nie zuvor, samt Echtzeitmessung der Leistungsdaten von Flugzeug und Pilot.

Und wenn Segeln schon olympisch ist, warum nicht auch das Segelfliegen? Stattdessen wird in Wahrheit Breakdance in Paris ins Programm aufgenommen, dessen Protagonisten wie die Segelflieger auch für ein gewisses Freiheitsgefühl stehen – alleine vom Zuschauen bekommt man dort aber eher Kopfweh. Das macht natürlich auch der Föhn, im oberbayerischen Königsdorf weiß man das. Aber wer wetterfühlig ist, der ist ohnehin nicht dafür geboren, seine Segel Richtung Alpen oder über den Ärmelkanal hinweg zu setzen. Quelle: ‘Süddeutsche Zeitung‘.

Echter Teamsport

Sieben oder acht Alleinflüge hat Tim schon hinter sich. Gestern durfte er wieder alleine starten. Zumindest allein im Cockpit. So ganz alleine ist er dann allerdings doch nicht. Der Flugschüler ist auf seinem Segelflug immer im Blick- und Funkfeld seines Fluglehrers Fabian. Bevor es jedoch in die Lüfte geht – hochgezogen an der Winde, die ihn in buchstäblicher Windeseile in den Himmel zieht – geht er mit seinem Fluglehrer noch einmal alles Wichtige durch. Dann ist er auch schon startklar. Zwischen April und Oktober, an Wochenenden und Feiertagen, herrscht auf dem Flugplatz Meiersberg Flugroutine.

Segelfliegen, das ist Teamsport, auch wenn die Piloten wie Jungflieger Tim oft allein oder zu zweit im Cockpit sitzen, kümmert sich auf dem Boden eine ganze Crew um den reibungslosen und sicheren Ablauf der Flüge. Auch gestern. Ideal war die Thermik dazu am Vormittag zwar nicht, wie der erfahrene Flieger Michael Böhm erklärt, die Sonne ließ sich erst später blicken, aber für ein paar Platzrunden reichte es trotzdem.

Auch für die alten Hasen sind die Starts dabei immer wieder spannend anzuschauen. „Fliegen ist Passion“, weiß Böhm, der selbst 20 Jahre lang geflogen ist. Der Aero-Club Ratingen fliegt gemeinsam mit dem Sportfliegern Niederberg auf dem Flugplatz am Meiersberg. Und da das Gelände damit eine Sportstätte ist, war es im vergangenen Jahr aufgrund der Hygieneschutzverordnungen besonders reglementiert: Die Saison startete später, doch die Einschränkungen im Vereinsleben sind immer noch spürbar. „Das Vereinsleben, also alles, was das Menschliche ausmacht, ist immer noch stark eingeschränkt, das macht es schwierig“, sagt Böhm. Und das bedauert auch der Aero-Club-Vorsitzende Franz Lorry. „Versammlungen fallen weg, dafür treffen wir uns dann online.“ Er findet: Gerade der sportliche Aspekt im Flugsport leide besonders, all das, was man hier eben auch lerne, von der Technik bis zum sozialen Aspekt. Das habe sich dann noch einmal besonders im Winter gezeigt, wo eigentlich in den Hallen die Flieger gewartet werden und der Blick noch einmal auf der Technik liegt. „Wenn dann nur zwei Menschen in die Halle dürfen, dann werden die Arbeiten sehr kompliziert“, sagt Lorry.

Um für den Sport und dieses einzigartige Hobby zu begeistern, wirbt man auf dem Flugplatz immer mehr in den Sozialen Medien. Das übernimmt Frank Schneider. Er nimmt die Follower auch mal mit ins Cockpit und auf die Reisen. „Der Platzrekord bei den Segelfliegern liegt bei 900 Kilometern“, erzählt er.

Das macht immer wieder auch möglichen Interessenten dieses besondere Hobby schmackhaft. Gestern schaute sich zum Beispiel Tabea den Flugplatz an und hat ein klares Ziel: selbst fliegen. „Ich habe einen Film dazu geschaut und immer wieder gesehen, dass hier Flieger starten. Das Fliegen reizt mich sehr.“ Dank der NRW-Fördermittel soll nun auch der Flugplatz modernisiert werden, das Geld soll in die Hallen fließen. „Die Planungen dazu laufen“, weiß Schneider.

Die Flugschüler der Jugendgruppe sind dabei vor kurzem erst von einem Fliegerlager wieder gekommen. Sie waren in Landau in der Pfalz und haben viel gelernt. „Das war ein schöner Platz und eine tolle Umgebung, und wir haben viele Fortschritte gemacht“, berichtet Max. Im vergangenen Jahr musste das Ferienlager für den Fliegernachwuchs zwar nicht ausfallen, aber eine weite Reise konnte nicht stattfinden, stattdessen campte man am Meiersberg. Etwa ein Viertel der 200 Vereinsmitglieder gehört zur Jugendgruppe. Immer mehr Flugschülerinnen, so wie bald vielleicht Tabea, sind dabei. Auch Felix Ehrlich hat hier schon mit 14 angefangen. Frank Schneider fasst es, sicherlich stellvertretend für viele Flieger, zusammen: „Fliegen wird einfach zur Sucht.“

Ehrenamtliche Lehrer bilden aus
Start: Einmal in der Luft wird ein Segelflugzeug von der Thermik, also dem Aufwind, der durch die Lufterwärmung über Sonnenstrahlen entsteht, in der Luft gehalten. In den Jugendabteilungen der beiden Flugvereine am Meiersberg kann man schon mit 14 Jahren die Ausbildung zum Segelflugschein machen. Die Ausbildung des Nachwuchses erfolgt durch ehrenamtliche Fluglehrer. Quelle: ‘RP-online.de‘.

Zürich-Vinon-Zürich

Am Samstag, 14. August 2021 fliegt Bert Schmelzer trotz eines schwierigen Startes bei tiefen Basishöhen im Wallis ins südfranzösische Vinon s/Verdon – und auch nonstop durch die Hochalpen wieder zurück nach Zürich. Quelle: ‘OLC, online contest‘ sowie ‘weGlide‘.

Der Traum vom Fliegen

Die Ottenschlagerin Brigitte Danzinger fasziniert das Fliegen seit der Kindheit, es wurde ihre Leidenschaft, brachte sie zu vielen Großevents – und jetzt zur Segel-Kunstflug-WM. Brigitte Danzinger, die im Lebensresort in Ottenschlag als Physiotherapeutin arbeitet, hat ihre Begeisterung für das Segelfliegen schon seit der Kindheit, als sie einmal mitfliegen durfte. Sie wusste damals: „Das will ich auch machen.“ Ihre Familie – vor allem ihr Vater Franz Danzinger, der als Segelfluglehrer in Dobersberg tätig war – war ursprünglich dagegen. Doch mit Ferialjobs verdiente sie ihr eigenes Geld und konnte so mit 18 Jahren den Segelfliegerschein machen. Nur ihr Großvater Franz Danzinger, der ehemalige Bürgermeister von Ottenschlag, unterstützte sie und war auch bei ihrem ersten internationalen Auftritt, der Europameisterschaft 1996 in Ungarn, dabei.

Hoffnung auf eine Einzelmedaille. Ihre größten Erfolge bisher waren der Vizestaatsmeistertitel 2018 und der vierte Platz mit der österreichischen Mannschaft bei der letzten Weltmeisterschaft 2019 in Rumänien. Bei der diesjährigen WM, die vom 24. Juli bis 7. August in Leszno in Polen stattfindet, erhofft sie sich eine Einzel-Medaille. Für eine Medaille mit der Mannschaft, die grundsätzlich aus drei Teilnehmern besteht, gibt es kaum Chancen, da die Österreicher heuer nur zu zweit antreten. An den ersten Tagen finden nur die offiziellen Trainings statt. Wer dabei zu riskant fliegt, wird schon vor dem Wettbewerb disqualifiziert. Es ist also nicht so, wie man vielleicht vermuten könnte, dass nur „wilde Hunde“ fliegen.

Der perfekte Kreis. Das Reglement für die Wertung erklärt Brigitte Danzinger folgendermaßen: „Man muss das vorgegebene Programm in einem Würfel von jeweils 1 Kilometer Seitenlänge fliegen. Um mit diesem Platz auszukommen, muss man sich für die Abfolge schon vorher überlegen, wo man anfängt. Verlässt man diesen Bereich, gibt es Strafpunkte. Die zu fliegenden Figuren sind auf einem Plan vorgegeben. Es geht dabei um die Präzision dreidimensional in jede Richtung. Auch die Winkel des Fluges und die Richtungen – mit bzw. gegen die Windrichtung – sind vorgeschrieben, und für Abweichungen gibt es Punkteabzüge. Ein Looping muss kreisrund sein, darf also keine Ellipse sein. Jede Figur hat einen bestimmten Schwierigkeitsfaktor, den sogenannten K-Faktor. Dafür bekommt man Noten und für jeden Fehler Abzüge.“

Akribische Vorbereitung. Bei der Vorbereitung auf einen Wettkampf gibt es zwei Schwerpunkte: Einerseits macht man viel Mentaltraining, das heißt, man trainiert die Figurenabfolge ohne Flugzeug, wie es gesteuert werden soll und wie man mit dem Platz und der Höhe auskommt. Andererseits wird mit dem Flieger trainiert, doch das ist in Österreich schwierig, weil es hierzulande ein reiner Amateursport ist mit begrenzten zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten. Man benötigt dafür Sponsoren, für die eine entsprechende Medienpräsenz und ein Angebot an Flugvorführungen wichtig sind. Brigitte Danzinger: „Bei einer Weltmeisterschaft nehmen auch Leute teil, die das hauptberuflich gegen Bezahlung machen und 400 Trainingsflüge haben. Ich muss halt mit etwa 30 Trainingsflügen auskommen“. Brigitte Danzinger hat auch den Motorflugschein, doch ihre Faszination gehört dem Segelfliegen. Es sei vor allem die Stille und das Spielen mit Bewegungen in der Atmosphäre, was sie so begeistert. „Es ist eine Art von Entspannung, und man kommt weg von dem, was einen herunten stresst. Toll ist auch, dass die Vögel und Störche mit dem Segelflieger spielen. Es macht Spaß, mit dem Kopf nach unten oder Figuren zu fliegen und den Flieger mit den Kräften, die auf den Körper einwirken, präzise zu steuern.“ Brigitte Danzinger ist Mitglied der Unionsportfliegergruppe Ottenschlag, die etwa 10 Mitglieder hat. Im Hangar beim Flugplatz in Ottenschlag sind drei Flieger fix stationiert; dazu kommen noch drei private. Die meisten Flieger sind Doppelsitzer und werden auch für Schnupperflüge angeboten. Der Verein mit dem neuen Obmann Florian Vieghofer führt am 14. August den AIRlebnistag durch. Quelle: ‘NOEN.at‘.

3 (Vereins-) Rekorde an einem Tag

Für ein solches Vorhaben muss alles passen, vor allem die Thermik. Und so fackelten Simon Ehrenschwendtner, Vorsitzender der Fluggruppe Alt-Neuötting, 2. Vorsitzender Arthur Schweighofer, Segelflugreferent Hermann Maurer und das langjährige Mitglied Siegfried Schmelz nicht lange, als sie sahen, dass am Dienstag, 1. Juni, einer dieser wenigen Tage war, an dem alles passte. Sie stiegen in ihre Segelflieger, ließen sich von Schlepperpilot Konrad Baueregger nacheinander in die Luft ziehen und segelten los; ganz ohne Motor, angetrieben durch die Energie der Sonne. Ihr Ziel: die seltene Wetterlage ausnutzen und ganz nebenbei neue Vereinsrekorde aufstellen.

Der erste stand schon am Boden fest und für ihn brauchte es keine Leistung: Bis auf den Segelflugreferenten sind alle der Flieger Rentner, so dass in vier Flugzeugen insgesamt 250 Lebensjahre zeitgleich in der Luft waren. Rekord Nummer zwei und drei standen erst am Ende des Tages fest: Mit zwei Mal über acht Stunden und zwei Mal über fünf Stunden war die “Rentnertruppe” der Fluggruppe Alt-Neuötting insgesamt 27:03 Stunden in der Luft und flog dabei in Summe 1117 Kilometer. “Das sei ein seltenes Ereignis”, betont Ehrenschwendtner, der sich sicher ist, dass auch das noch nicht erreicht wurde. Der Vorsitzende war es auch, der den dritten Rekord des Dienstags aufstellte: Er war exakt 8:10 Stunden in der Luft. Das habe er in 35 Jahren Segelfliegen noch nicht geschafft, sagt er. Quelle: ‘PNP‘.

Segelflieger aus dem MK fliegen bis an den Rhein

Die Flieger des LSV Hegenscheid nutzen das gute Wetter, wann immer es geht. Das lädt nämlich zum Streckensegelflug ein. „Bei diesem versucht man, durch geschicktes Ausnutzen von Aufwinden eine Strecke von mehreren hundert Kilometern zurückzulegen und am Ende wieder an seinem Startflugplatz zu landen“, erläutert Anna-Laura Geusen vom LSV Hegenscheid. „Da man erstmal klein anfängt und damit auch Flugschüler einen Einblick erhalten, gehören kleinere Streckflüge zur Pilotenausbildung dazu.“ Und so hob am Wochenende auch das doppelsitziges Schulflugzeug ab. Im Cockpit die erst 14-jährige Nina Braselmann, zusammen mit dem Vorsitzenden des LSV, Philipp Hilker. Begleitet wurden sie von Vivian Hilker in einem Einsitzer-Segelflugzeug, die das erste Mal allein „auf Strecke ging“. Auch die fertig ausgebildeten Piloten bestaunten das Sauerland, den Rhein und das Siegerland von oben.
Corona verhagelt Saisonstart nicht

Derzeit bereitet sich der LSV schon auf die nächste Aktion vor: Auf dem Segelflugplatz am Hegenscheid wird vom 31. Juli bis 15. August ein Ferienlager stattfinden, das vor allem den Flugschülern Trainingsmöglichkeiten bietet, um der Pilotenlizenz näher zu kommen. „Man kann bereits mit 13 Jahren mit dem Segelfliegen beginnen“, sagt Geusen. Der Verein freut sich immer über Nachwuchs. Ebenso froh sind die Segelflieger, dass Corona ihnen nicht den Saisonstart verhagelt hat. „Das Fliegen als Outdoor-Sportart war trotz Corona bereits relativ früh wieder möglich“, sagt Anna-Lena Geusen. So starteten sie bereits trotz winterlicher Temperaturen bereits an Ostern und nutzten auch danach jede Gelegenheit, um das Sauerland von oben zu genießen. „Dabei entdeckten sie auch, dass Masken auch Nasen wärmen können“, sagt Geusen schmunzelnd.

Nachwuchs immer willkommen
In der ersten Mai-Woche fand bereits eine Segelkunstflug-Woche statt, wobei sich die Hegenscheider Flieger wortwörtlich um alle Achsen drehten, wenn nicht gerade ein Regen- oder Schneeschauer alle Pläne durchkreuzte. Wer Interesse am Segelfliegen hat, ist dem Hegenscheid willkommen. Quelle: ‘come-on.de‘.

Segelflieger bereiten sich in Elchingen auf die WM vor

Mit Steffen Schwarzer und dem Giengener Bernd Schmid werden auch zwei Piloten des Luftsportrings Aalen in Frankreich dabei sein. Zurzeit trainiert die Segelflug-Nationalmannschaft auf dem Flugplatz in Elchingen. Es sind die Besten der Besten die sich auf dem Härtsfeld für Trainingsflüge, aber auch taktische und organisatorische Aufgaben treffen. Im Fokus: Die WM-Teilnahme 2021. Diese findet für die sogenannten „kleinen Klassen“, also die Flugzeuge mit 15 Meter Spannweite, vom 7. bis 21. August in Montlucon in Frankreich statt. Steffen Schwarzer und David Bauder vom Luftsportring Aalen starten dort in der FAI 15-m-Klasse, sie fliegen einen neuen Ventus 3, der ihnen extra zur WM zur Verfügung gestellt wird. Quelle: ‘Heidenheimer Zeitung‘.

Astronaut in Laichingen

„Unglaublich, du steuerst sanft nach links und drehst ein, in einen Vollkreis, danach kann man den Knüppel loslassen. Der Arcus fliegt einfach weiter.“ Das waren am Samstag einer seiner ersten Sätze von Ulf Merbold nach der Landung des Hochleistung Segelflugzeuges Arcus. Ulf Merbold sei einer der wenigen Astronauten, die dreimal im Weltall waren. 1983 mit der Columbia, 1992 mit der Discovery und 1994 insgesamt 31 Tage auf der russischen Raumstation Mir.

Hintergrund zum Besuch
Eberhard Laur, Präsident des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbands, Sohn des Gründers des Jakob-Laur-Flugplatzes und langjähriger Freund von Ulf Merbold, hat ihn laut Mitteilung des Flugsportvereins Laichingen spontan zu einem Flug mit dem Arcus eingeladen. Merbold, der erst einen runden Geburtstag feiern durfte, hatte mit Laur sichtlich Spaß im Arcus.

Wetterbedingungen nicht so gut
Obwohl die Wetterbedingungen am Samstag alles andere als optimal gewesen seien, konnte das Duo mit dem Arcus 282 Kilometer zurücklegen und schaffte es in 1,5 Stunden bis ins Altmühltal hinter Bayerisch Eichstätt. Aber die Distanz spielte laut Mitteilung keine Rolle. Der Spaßfaktor stand eindeutig im Vordergrund, wie man aus den strahlenden Gesichtern nach der Landung ablesen konnte.

Auf ein Bier und Steak beim Flugplatz
Und da man unter den Fliegern „per Du“ ist, sei Ulf Merbold auch gerne noch auf ein Steak und ein alkoholfreies Bier geblieben und habe den Abend auf den Jakob-Laur-Flugplatz gemütlich ausklingen gelassen. Quelle: ‘Schwäbische‘.

Bert Schmelzer: FAI-1000er über den Alpen

Nicht der einfachste Tag: Start in der Blauthermik im Jura. Nur der westliche Teil rund um Genève war OL. Das Vercors war zwar schön wie immer, aber es war schwierig, gute Aufwinde zu finden. Die prognostizierte hohe Wolkenbasis im Wallis und Engadin war leider nicht da. Viele hohe Wolken und Überentwicklung auf den letzten 400 km wegen starker nördlichen Strömung. Am Ende schafften es der Discus und ich, dank einiger schöner Hangkanten, Rotoren, schwacher Wellen und spätem Sonnenuntergang wieder nach Hause zu kommen. Am Ende konnte ich das Dreieck nicht richtig schliessen – nicht wegen mangelnder Höhe, sondern wegen fehlendem Tageslicht (Sonnenuntergang +30 min war 5 Minuten zu früh 🙂 Quelle: Bert Schmelzer im OLC, online-contest sowie weGlide.

Hinter den Kulissen von Oerlinghausens Segelflugplatz

Sie gehören in Oerlinghausen einfach dazu: Segelflieger, die ihre Runden drehen oder sich von hier aus auf eine längere Strecke begeben. Auch im neuen Imagevideo von Oerlinghausen Marketing spielt der Luftsport eine große Rolle. Doch was tut sich eigentlich hinter den Kulissen eines Segelflugplatzes?

Schon bei der Anfahrt wird die Bedeutung deutlich. Am Wegesrand trägt die Grillbude den Namen „Landeplatz”, auf der gegenüberliegenden Seite ist das Restaurant unter „Check In” bekannt. Am Parkplatz, auf dem an Wochenenden viel los ist, geht der Blick in die Runde. Das weiträumige Gelände am Stukenbrocker Weg ist ein beliebtes Ausflugsziel oder Ausgangspunkt von Wanderungen.

Flugplatz wird von 13 Vereinen betrieben
„Das ist ein typischer Tag heute, man kann nicht richtig planen”, sagt der hauptamtliche Geschäftsführer der Flugplatzgemeinschaft Oerlinghausen (FGOe), Rolf Tiemeyer, zur Begrüßung und blickt in den wolkenverhangenen Himmel. Er hat sein Büro unterhalb des Towers. Nachdem er kurz auf die Wetterstation geschaut hat, geht’s ein paar Treppen hinauf. Dabei erklärt der 61-Jährige, dass der Flugplatz Oerlinghausen von der FGOe, dem Zusammenschluss von 13 Vereinen, betrieben wird.

Die FGOe besteht seit 1952, in den Mitgliedsvereinen betreiben etwa 1000 Mitglieder Luftsport. Der Flugplatz umfasst etwa 650.000 Quadratmeter und verzeichnet 25.000 bis 30.000 Starts und somit wohl die meisten weltweit. Klar, dass sich viele, viele Ehrenamtliche um große und kleine Dinge kümmern. Etwa 50 Fluglehrer sind es zum Beispiel, dazu kommen Aushilfskräfte als Flugleitung oder als Platz- und Gebäudewarte.

Oben im Tower hat Johannes Auf dem Venne als Flugleiter an diesem Tag seinen Posten bezogen. Er gibt wichtige Informationen wie zu Start- und Landerichtung, Windstärke oder Windrichtung weiter und registriert die Starts und Landungen. „Mein Name spielt im Prinzip keine Rolle. Ich stehe für Funktion und Abläufe. Alle in den Vereinen die den Flugbetrieb ermöglichen, Ausbildung organisieren, Rekorde fliegen, – die machen den Flugplatz aus”, sagt Rolf Tiemeyer – oder auch Leute wie Johannes Auf dem Venne. Quelle: ‘Lippesche Zeitung‘.

Standard-Checkliste für Segelflug

Immer wieder erhalte ich Anfragen betreffend einer Standard-Checkliste für den Segelflug. Hier finden Sie eine allgemein verwendbare Basisversion zum kostenlosen Download. Auf allen Druckern im A4-Format ausdruckbar, einmal falten, fertig.

Pilot beim Landen zu schnell

Schockmoment auf der Wasserkuppe: Bei einem Flugunfall ist am Sonntagnachmittag ein Segelflugzeug auf die angrenzende Landesstraße geraten. Verletzt wurde niemand. Der Pilot war offenbar viel zu schnell. Der Unfall ging glücklicherweise glimpflich aus: Niemand wurde verletzt. Einzig der Sachschaden am Flieger fällt mit gut 100.000 Euro hoch aus. Dass keiner – auch nicht der Pilot, der allein in dem Zweisitzer saß, – zu Schaden gekommen ist, das sei ein Glücksfall, betont der neue Leiter der Flugschule, Lukas Schmidt-Nentwig. „Im Straßenverkehr würde man von einem Alleinunfall sprechen.“ Doch der Schrecken sitzt tief, etwa bei Harald Jörges, dem ehemaligen Flugschulleiter. Er war am Sonntag als Fluglehrer auf dem Berg tätig und hat den Unfall aus einem Flugzeug heraus aus der Luft beobachtet. Der Pilot war kein Flugschüler, er sei bereits ausgebildet worden, habe also eine Fluglizenz. Er habe am Sonntag eines der 16 Flugzeuge, die der Flugschule gehören, gechartert.

Beim Landen habe er einen „unglücklichen Fehler“ gemacht, erklärt Schmidt-Nentwig. „Er ist beim Landeanflug zu hoch und zu schnell gewesen.“ Und Jörges konkretisiert: „Der Pilot hat statt des Bremshebels den verkehrten Hebel gezogen, vermutlich, weil er zuvor immer andere Flugzeugtypen geflogen ist. Wie bei Autos gibt es eben bei den Hebeln Unterschiede. Deshalb war er noch viel zu schnell und ist ungebremst auf die Landebahn zugeflogen. Es war letztendlich menschliches Versagen.“

Flugschulleiter kritisiert Pilot nach Unfall auf der Wasserkuppe
Das Segelflugzeug sei durch zwei Fangnetze abgebremst worden. Doch es handelte sich um ein großes und mit 750 Kilogramm ein schweres Modell. „Wäre er ein Segelflugzeug mit 500 Kilogramm geflogen und hätte nur noch 50 Stundenkilometer drauf gehabt, hätten die Netze gehalten“, erklärt Jörges. Doch durch die Geschwindigkeit von geschätzt 150 Stundenkilometern seien beide Netze gerissen. Der Flieger ist über die Landebahn hinaus gerollt und auf der Landesstraße zum Stehen gekommen. Die L 3068 verläuft über die Wasserkuppe am Rande des Sonderflugplatzes. Normalerweise fahren Autos, Motorrad- und Fahrradfahrer auf der Straße, auf dem nahegelegenen Gehweg laufen Fußgänger. „Das hätte schlimmer ausgehen können“, sagt Jörges.

60 Starts und Landungen wurden am Sonntag durchgeführt, „alle waren unkritisch, bis auf diese“, erklärt der neue Flugschulleiter Schmidt-Nentwig. „Solche Unfälle passieren sehr selten.“ Letztlich sei man – so wie auch im Straßenverkehr – vor einem Unfall nie gefeit. „Ganz vermeiden lässt sich so etwas nicht“, so der 30-Jährige. Die Fangnetze, die nach dem tödlichen Unfall 2018 freiwillig aufgestellt worden waren und für mehr Sicherheit für Segelflieger sorgen sollten, hätten sich in diesem Fall aber ein Stück weit bewährt und den Flieger abgebremst. Harald Jörges betont: „So etwas darf nicht mehr passieren.“ Er erklärt, es werde nun nachgebessert. Ein zusätzlicher, stärkerer Fangzaun sei bestellt worden und die Landebahn für Segelflieger werde von 500 auf eine Länge von 700 Metern verlängert. Laut Polizei wird die genaue Unfallursache von den zuständigen Aufsichtsbehörden ermittelt. Quelle: ‘Fuldaer Zeitung‘.

Erster thermischer 1000er ab Schänis

Am Dienstag, 2. Juni, flog Martin Bühlmann auf einer JS1 um die Wenden Zell am See, Zermatt, Schänis und Farnern den ersten thermischen 1000er ab dem Flugplatz Schänis. Der Platz ist bekannt für lange Föhn-Distanzflüge. Ausführlicher Flugbericht folgt.

Segelfliegertag neu am 12. Februar 2022

Der Deutsche Segelfliegertag, das jährliche Branchentreffen der Segelflieger und die größte deutsche Zusammenkunft der Segelfliegerszene, findet neu im Februar 2022 statt.

Burg Feuerstein Traingslager des bayerischen D‑Kaders

Der Flugplatz Burg Feuerstein wird vom 28. Mai bis zum 5. Juni zur Heimat für 15 junge bayerische Leistungspiloten und ihre Trainer. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Im August 2021 finden auf dem Flugplatz Burg Feuerstein die Deutschen Segelflug-Meisterschaften der Junioren (DMJ) statt. Zur Vorbereitung auf dieses Ereignis kommen 15 Piloten des bayerischen D‑Kaders vom 28. Mai bis zum 5. Juni zum Training. Unter Anleitung des Bundestrainers Dr. Wolfgang „Wolli“ Beyer und des bayerischen Landestrainers Dr. Claus Triebel lernen die Piloten, die alle unter 25 Jahre alt sind, das Wettbewerbsgebiet und seine Besonderheiten kennen. Vom Feuerstein aus werden die Flüge bei entsprechendem Wetter über den Steigerwald in den Odenwald, von der Rhön bis in den Thüringer Wald und das Erzgebirge sowie über den Bayerischen Wald bis zur Tschechischen Republik reichen. Bestens vorbereitet haben sie gute Chancen, im August um die Titel in der Club- und Standardklasse mitzufliegen. Gleichzeitig mit dem Training des D‑Kaders werden auch noch einige neue B‑Trainer ausgebildet, die nächste Trainer-Generation kann also das Erlernte gleich umsetzen. Die Bedingungen auf dem Flugplatz Burg Feuerstein sind optimal für das Trainingslager: „Hier finden wir alles, was wir brauchen: Genügend Platz für Flugzeuge und Campen, frühen Thermikbeginn und spannende Streckenführung, starke Schleppmaschinen und ein tolles Team, das uns unterstützt“, so Dr. Beyer. Teilnehmer Patrick Benoist, der am Feuerstein beheimatet ist, freut sich: „Endlich kann ich mit meinen Freuden und Teamkameraden aus dem D‑Kader im heimischen Fluggebiet für die Deutsche Meisterschaft trainieren.“ Ursprünglich war das Lager für Anfang Mai geplant, musste aber wegen Corona verschoben werden. Bis zu 800 km ist Patrick dieses Jahr schon am Stück im reinen Segelflug geflogen, im Trainingslager will er seine Erfahrungen erweitern und seine Fähigkeiten weiterentwickeln.

„Wir freuen uns sehr auf den D‑Kader. Zusammen mit den anderen Gästen, die in dieser Zeit vom Feuerstein aus fliegen, können wir alle unsere Systeme testen“, so Tanja Adamski, Operations Managerin der Fränkische Fliegerschule Feuerstein. Seit Monaten arbeitet das Team bereits an der Vorbereitung der DMJ im August. Nach der Absage im vergangenen Jahr sind die Veranstalter dieses Jahr zuversichtlich, den Wettbewerb vom 8. bis 20. August durchführen zu können. 75 Flugzeuge starten dann jeden Morgen am Feuerstein, auch für Zuschauer ein beeindruckendes Schauspiel. Quelle: ‘Wisentbote‘.

Fehlerkultur

Heute wollen wir über Fehler sprechen. Zum Stichwort „Umgang mit Fehlern“ möchte ich euch gleich zu Beginn meine Lieblingsgeschichte erzählen, die ich bereits vor vielen Jahren in einem Buch gelesen habe. Sie geht so: An einem Flughafen hatte ein junger Mechaniker die Aufgabe, die Maschine eines Hobbypiloten zu betanken. Versehentlich griff er dabei allerdings zum falschen Treibstoff. Schon kurz nach dem Start des Flugzeugs setzte deshalb der Motor aus, der Pilot konnte allerdings mit viel Geschick und Glück unversehrt notlanden.

Der Pilot stieg aus, ging schnurgerade auf den Mechaniker zu, der sein Missgeschick bereits bemerkt und den Beinahe-Absturz kreidebleich miterlebt hatte, und sprach: „Sie sollen wissen, dass mir bewusst ist, dass ihnen ein solcher Fehler nie wieder passieren wird. Darum möchte ich, dass meine Maschine in Zukunft ausschließlich von ihnen betankt wird.“ Ich denke nicht, dass ich zu so einer Reaktion in der Lage wäre, dennoch glaube ich, dass es aus Sicht des Piloten die bestmögliche Versicherung gegen eine Wiederholung dieses Fehlers war. „Normal“ wäre wohl gewesen, den Mechaniker rauszuwerfen. Damit hätte man ihm aber auch gleichzeitig die Möglichkeit genommen, aus seinem Fehler zu lernen.

Der schwerwiegendste Fehler, den ich in meiner beruflichen Laufbahn machte, hatte zwar keine beinahe tödliche Notlandung zur Folge, aber er verursachte einen beträchtlichen finanziellen Schaden. Ende der 90er Jahre war ich in einer PKW-Fabrik für ein System zuständig, welches Daten für die Produktionssteuerung lieferte. Mein System sorgte dafür, dass den Leuten am Band angezeigt wurde, welches Teil sie – abhängig von der Ausstattung des Fahrzeugs – einbauen sollten. Über die Fabrik verteilt gab es dutzende dieser Stationen. Eines Tages änderte ich eine Kleinigkeit an der Konfiguration. Für Leute, die ebenfalls in der IT arbeiten: Ihr wisst schon, diese kleinen, unbedeutenden Änderungen, die man mal eben schnell nebenbei macht, weil dabei überhaupt nichts schief gehen kann… Die Folge meiner unbedeutenden Änderung war, dass oben erwähnte Anzeigen ausfielen und die Fabrik für mehrere Stunden komplett stillstand. Auch ich wurde damals weder gefeuert noch strafversetzt, sondern man gab mir die Gelegenheit, den Fehler zu analysieren und mir zu überlegen, wie man derartiges Unheil in Zukunft verhindern könnte. Ich entwickelte ein Programm, das alle vorgelagerten Änderungen, die einen Einfluss auf diese Visualisierungen haben könnten, simulierte und in eine Protokolldatei schrieb. So würde man derart fatale Fehler künftig erkennen, bevor sie auf dem harten Hallenboden aufschlagen. Das Programm war mehr als zehn Jahre im Einsatz und verhinderte in dieser Zeit mehrfach ähnliche Vorfalle. Unter dem Strich hatte mein Fehler und der richtige Umgang damit am Ende also mehr Schaden verhindert als angerichtet.

Dieses Erlebnis hat mich geprägt. Es hat mich, was die Fehler anderer Menschen um mich herum angeht, nachsichtiger werden lassen. Dass ich jemanden wegen eines Fehlers „zusammenfalte“, kommt selten bis nie vor, und wenn ich das Gefühl habe, dass jemand nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat, kann ich in den meisten Fällen nicht mal böse sein. Das hat mir den Ruf eingebracht, ein „gutmütiger Trottel“ zu sein. Es gibt Situationen, in denen das durchaus zutrifft. Das ist mir bewusst und ich störe mich nicht daran, weil mir Verärgerung letztlich nur selbst schadet. Da halte ich es lieber wie Konrad Adenauer, der auf die Frage von Journalisten, wie sehr er sich über Fehler seiner Untergeben ärgere, gesagt haben soll: „Ich, mich aufregen über die Fehler meiner Mitarbeiter? Nein! Ich bezahle doch nicht mit meiner Gesundheit für die Sünden der anderen.“

Trotz besagter Gutmütigkeit habe ich eine Schwäche, an der ich bisher erfolglos gearbeitet habe, nämlich dem Umgang mit Kritik, was ja ebenfalls zur Fehlerkultur zählt. In der Theorie weiß ich, was richtig ist: Kritik ist immer ein Geschenk. Egal in welcher Form sie geäußert wird, ich habe immer die Möglichkeit, zu reflektieren und darüber nachzudenken, ob sie berechtigt ist. Umgekehrt weiß ich, dass Kritik, die man an Anderen übt, immer dann die größte Aussicht auf Erfolg hat, wenn sie nicht verletzend ist und nicht in die Rechtfertigung drängt, sondern so geäußert wird, dass mein Gegenüber die Chance hat, sie anzunehmen, ohne sein Gesicht zu verlieren. In beiden Fällen versage ich leider mit schöner Regelmäßigkeit.

Wir leben leider in Zeiten, in denen es fast schon zur Gewohnheit geworden ist, selbst für kleine Fehler drastische Konsequenzen zu fordern. Selbstverständlich nur, wenn es nicht unsere eigenen sind. Wir sollten uns wieder bewusster werden, dass wir alle wandelnde Zeitbomben sind, jederzeit bereit, kleine und große Fehler zu machen, unter denen im schlimmsten Fall andere Menschen zu leiden haben, auf deren Nachsicht wir dann angewiesen sind. Quelle: Martin Geuss im ‘DrWindows.de“.

Segelflugzeug auf der Koralpe abgestürzt

Am Freitag startete ein 60-jähriger Wolfsberger mit seinem Segelflugzeug gegen 12 Uhr am Flugfeld St. Marein in der Gemeinde Wolfsberg. Dazu wurde er von einem Motorflugzeug auf eine derzeit noch unbekannte Höhe geschleppt. Kurz vor 12.30 Uhr hörten Zeugen in Rieding – Siedlungs- und Waldgebiet an der Koralpe, ein dumpfes Geräusch. Da weitere Zeugen beobachtet hatten, dass ein Segelflugzeug kurz zuvor sehr tief über die Baumwipfel segelte, nahmen diese einen Unfall an. In einem Waldstück außerhalb von Rieding entdeckten sie das Flugzeugwrack. Der 60-Jährige gab an, er habe lediglich leichte Verletzungen. Im LKH Wolfsberg wurde jedoch festgesellt, dass er beim Absturz doch schwere Verletzungen davongetragen hatte. Die Klärung der Unfallursache wird durch die Flugunfallskommission am Samstag durchgeführt werden. Derzeit steht noch nicht fest, was zum Absturz geführt haben könnte. Quelle: ‘Krone-Zeitung‘.

“Wie ein Vogel durch die Lüfte zu gleiten, ist atemberaubend”

Ein Leben für die Fliegerei: Klaus Hildebrand ist ein echtes Urgestein der Luftsportgruppe Rhönflug Hünfeld. Er war dabei, als der Verein 1961 in seiner heutigen Form gegründet wurde und er erlebte hautnah, wie das Segelfluggelände auf dem Plätzer bei Burghaun entstand. Dieses Jahr feiert Hildebrand sein 60-jähriges Vereinsjubiläum – und so ganz kann er das Fliegen immer noch nicht sein lassen. Denn mit inzwischen 74 Jahren hat Hildebrand immer noch nicht genug, auch wenn es mit dem Fliegen natürlich weniger geworden ist in den letzten Jahren. “In meinem Alter hat man auch ganz gerne mal seine Ruhe”, sagt er lachend, schiebt jedoch gleich hinterher, “aber solange ich noch fit bin, möchte ich noch etwas fliegen.”

Mit 14 das erste Mal alleine
Schließlich ist das seine große Leidenschaft. Wie andere Jungen zum Fußball kommen, kam Hildebrand zum Flugsport. “1950 nahm mich mein Vater das erste Mal mit auf den Flugplatz. Damit war es um mich geschehen. Seitdem ist Fliegen eigentlich mein Leben”, erzählt der 74-Jährige. In den Jahren danach hat er viel erlebt. Mit 14 Jahren saß er das erste Mal alleine in einem Segelflugzeug, es folgten über 4.000 Starts und Landungen und insgesamt rund 1.400 Flugstunden, nebenher bildete er auch noch über 180 Flugschüler aus.

Besonders angetan hatte es ihm das Segelfliegen. “Dieses Gefühl, wie ein Vogel durch die Lüfte zu gleiten, ist atemberaubend”, sagt er. Es sei zwar hoch anstrengend, da man den Luftraum beobachten und die thermischen Aufwinde erkennen müsse, doch genau dies mache auch die Faszination aus. “Das Highlight war ein Flug rund um den Mont Blanc in 5.000 Meter Höhe. Dieses Glück haben nicht viele, da dafür die Witterung optimal sein muss. Bei mir hat alles gepasst”, erzählt er noch heute freudestrahlend. In den letzten 20 Jahren ist Hildebrand aber auch vermehrt Ultraleichtflugzeuge und Motorsegler geflogen. “Das ist einfach bequemer”, sagt er.

Aber auch abseits seines privaten Flugvergnügens hat Hildebrand viel für den Flugsport in Osthessen getan. Er war gerade ein Jahr Mitglied bei der Luftsportgruppe Hünfeld, als der Flugplatz Plätzer in Burghaun 1962 eröffnet wurde. Hildebrand, der lange Jahre auch 1. Vorsitzender des Vereins war, sorgte gemeinsam mit anderen Mitgliedern dafür, dass sich der Flugplatz über die Jahre zu dem entwickelte, was er heute ist. “Wir haben unter anderem zwei Hallen, einen Briefingroom und eine Werkstatt gebaut. Alles in Eigenleistung. Damals hat jeder mit angepackt, die Kameradschaft war schon toll und wir hatten Unterstützung durch die Kommunen, insbesondere der ehemalige Hünfelder Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel hat uns immer sehr unterstützt”, erzählt der bald 75-Jährige.

Von alldem profitiert der Verein noch heute. Anfangs noch 15 Mitglieder stark, sind es inzwischen über 50. Und während andere Flugvereine mit Mitgliederschwund zu kämpfen haben, ist die Tendenz in Hünfeld sogar leicht steigend. Mit seinem fliegerischen Lebenswerk dürfte Klaus Hildebrand also mehr als zufrieden sein. Quelle: ‘Osthessen-News‘.

Deutschlands jüngster Segelflieger

Der jüngste Segelflieger Deutschlands kommt aus Vinsebeck. Er heißt Florian Scholz, fliegt sich mit gerade 14 Jahren in Vinsebeck „frei” – also besteht die Prüfung der Segelflieger. Groß war die Freude, als Florian die Glückwünsche seines Fluglehrers Hubertus Postert entgegennahm. Der frisch gebackene Segelflieger geht in die 8. Klasse des Städtischen Gymnasiums Steinheim. In seiner Freizeit ist er, wenn nicht auf dem Flugplatz, häufig mit dem Mountainbike unterwegs.

Seit mehr als zwei Jahren ist Florian aber auch aktives Mitglied im Luftsportverein Egge, dem Segelflugverein in Vinsebeck-Steinheim auf dem Frankenberg (www.lsv-egge.de). Aufgrund seines Alters konnte er jedoch erst im letzten Jahr mit der Ausbildung im Segelflug beginnen. In der Zwischenzeit hat er den Betrieb auf einem Flugplatz „von der Pike auf” gelernt: Etwa den Flugbetrieb mit Seilrückholwagen, dem „Leppo”, die Funktion der Startwinde, welche die Flugzeuge in die Luft befördert, Flugzeuge vorbereiten, Pilotinnen und Piloten bei den Vorbereitungen zum Start helfen, Dokumentation der Flugzeugstarts, Einblicke in die Werkstatt und vieles andere mehr.

„Was halt alles so auf einem Flugplatz getan werden muss, damit die Flugzeuge in die Luft kommen”, sagt Florian. In der Zeit bis zum Beginn der Ausbildung nutzte er jede Gelegenheit, im Segelflugzeug Platz zu nehmen und konnte so die ersten Schritte auf dem Weg zum Pilot machen. 2020 war es dann so weit. Florian konnte mit 13 Jahren die praktische Ausbildung im Segelflug beginnen. Die Fluglehrer des Vereins fanden einen gelehrigen und talentierten Schüler, der begierig alles aufnahm, was ihn seinem Zwischen-Ziel „erster Allein-Flug”, auf dem Weg zum Piloten näherbrachte.

Die erste Prüfung
Parallel dazu musste auch die Theorie für die sogenannte A-Prüfung gebüffelt und eine Prüfung bestanden werden. „A-Prüfung”, so nennt man die erste von mehreren Prüfungen bis zur Erlangung des Luftfahrerscheines. Dieser ist mit dem Führerschein beim Autofahren vergleichbar. Ende 2020 war Florian schon so weit, dass er allein hätte fliegen können. Da war er aber leider immer noch zu jung. Dann kam der Winter. Die Flugzeuge blieben im Hangar, die Pilotinnen und Piloten auf der Erde. Im März dieses Jahres kam Florians 14. Geburtstag und damit endlich die rechtliche Möglichkeit für die ersten Alleinflüge.

Einige Flüge mit Fluglehrern waren zu Beginn dieser Saison noch nötig. Dann kam der Überprüfungsstart mit einem weiteren Fluglehrer. Wilfried Dinger, Fluglehrer und erster Vorsitzender des Vereins: „Florian ist so weit. Es kann losgehen!” Die Freigabe für die Alleinflüge erfolgt aus Gründen der Sicherheit immer mindestens nach dem „4-Augen-Prinzip”. So gab sein Fluglehrer Hubertus Postert seinem Schüler am 25. April „frei”. Bis dahin benötigte Florian nur etwa 40 Starts und Landungen. Das Wetter war sonnig, kaum windig, die kalte Luft aus dem Norden versprach eine sehr gute Sicht.

Das erste Mal ganz vorn
Florian bereite unter den Augen seiner Lehrer das Flugzeug vor, zog den Fallschirm an und nahm in „seinem” Flugzeug, jetzt aber das erste Mal allein im vorderen Sitz, Platz. Die Startwinde zog mit dem Seil das Schulflugzeug, die „ASK 21″, in die Luft. Florian konnte souverän die drei Starts und Landungen – Landung: der schwierigere Teil des Fliegens – absolvieren. Auch nach dem immer erforderlichen dritten Start landete er das Segelflugzeug souverän und sicher auf der Wiese des Flugplatzes in Vinsebeck. Fluglehrer Postert gratulierte – und gab so den Weg für die Gratulationen der anderen Anwesenden frei. Das erfolgte selbstverständlich alles unter Einhaltung der aktuellen Hygienebedingungen. So klang das Wochenende auf dem Flugplatz fröhlich aus und Florian freut sich nach diesem sogenannten „Freifliegen” schon auf die nächsten Schritte auf dem Weg zum selbstständigen Segelflugpiloten. Quelle: ‘nw.de‘.

Ein besonderer Streckensegelflug

von Urs Zimmermann

Für Sonntag, 25. April 2021 verheisst Alptherm fantastisches Streckenflugwetter. Der ganze Alpenhauptkamm ist mehr oder weniger rot eingefärbt. Aus Angst, keinen Sitzplatz zu ergattern, habe ich mich für das 08.15-Uhr-Briefing eingeschrieben und somit meine geliebte ASG 29 auf sicher. Das Segelflugzeug ist schnell aufgerüstet und ich setze mich beim Start an die vorderste Stelle. In der vorderen Reihe setzt wie üblich eine leichte Nervosität ein und um 10.01 Uhr zieht mich die Robin in die Luft.

Erste Zweifel nach Frühstart

Ein Hochleistungsflugzeug, erster am Start und eine fantastische Prognose, da kann ja nichts schiefgehen. Der Schlepp verläuft auffällig ruhig und mir kommen langsam erste Zweifel. Der Himmel ist bis Walenstadt bedeckt, meine einzige Rettung ist, Richtung Osten der Sonne entgegen zu fliegen.

Erst bei Landquart über dem Bahnhof auf 1100m finde ich schwache Aufwinde. Mit einer «stolzen» Höhe von 1’500 m mache ich einen kurzen Abstecher nach Seewis, wo ich keine brauchbare Thermik finde. Die Sonneneinstrahlung ist noch zu schwach und dank leichter Bise ist das “lauwarme Etwas” zudem zerrissen.

Zweimal durch die Klus von Landquart

Der Trichter zwingt mich zurück nach Bad Ragaz. Bei Pfäfers, dem Kerenzerberg (vom Talwind angeströmter Hang) von Bad Ragaz, kann ich wieder Höhe gewinnen. Pfäfers dient mir nach einem Abstecher vor den Calanda ein zweites Mal als Rettungsanker. Nach erneuter Talquerung versuche ich mich an den Ausläufern des Vilan und der Sassauna, wobei ich mich zweimal durch den Taleinschnitt am Eingang des Prättigau kämpfen muss.

Zähes Ringen

Ich ziehe alle Register und nach geschlagenen zweieinhalb Stunden Grundeln überquere ich an der Sassauna wieder die 2’000-m-Marke. Endlich wird es wieder kühler und ich setze meinen Flug über Davos und das vordere Rheintal fort. In mässiger Thermik fliege ich über den Lukmanier ins Val Bedretto.

Knapp über den Nufenenpass

Foxtrott Tango meldet gute Wetterverhältnisse im Wallis, dorthin will ich eigentlich auch. Mit 2’700 m ü. M. überquere ich den Nufenenpass und bin endlich im Obergoms angelangt. Die klassischen Rippen auf der Nordseite liefern keine brauchbare Thermik und bei Bellwald habe ich nicht genug Höhe, um lange nach Aufwinden zu suchen. Ich fliege in Richtung des Flugplatzes Münster zurück und muss nach einstündigem Kampf im Wallis die Flügel strecken und um 16.58 Uhr auf der Piste 05 aussenlanden. Die Landung verläuft problemlos, glücklicherweise ist nur der untere Teil der Piste noch schneebedeckt.

Starker Bergwind

Nach dem Öffnen des Capot wird mir erst bewusst, wie stark mir der Bergwind von der Furka und vom Grimselpass entgegenbläst. Da der Grossteil des Obergoms noch schneebedeckt ist, wird die gegen Abend schwache Thermik schon früh vom Bergwind verblasen. Kurz nach der Landung erfolgt das obligatorische Foto und der Anruf auf den Flugplatz. Beatrice Echter unterstützt mich liebevoll und sorgt dafür, dass ich den Code für den Segelflug-Hangar erhalte. Die ASG 29 soll darin nächtigen.

Unerreichbarer Hangarplatz hinter den Schneehaufen

Das Unterfangen wird jedoch durch den Schnee auf dem westlichen Teil der Piste vereitelt und die ASG 29 wird am Pistenrand verzurrt. Gerhard Kiechler vom Bauernhof nebenan, er ist gleichzeitig der Gemeindepräsident vom Goms, unterstützt mich dabei tatkräftig und liefert Heringe und Schnur. Auf Anraten von Armin Hürlimann fahre ich mit dem Zug nach Hause und komme um 23.30 Uhr müde in Wädenswil an. Während der Heimfahrt ruft mich Gerhard Wesp an und bietet mir seine Unterstützung an.

Ins Herz der Alpen

Am nächsten Tag machen wir uns mit dem Anhänger auf den 280 km langen Hin- und Rückweg. Er führt über den Hirzelpass, das Zugerland, die Axenstrasse und das Reusstal nach Andermatt und schliesslich nach Realp. Dort verladen wir unser Gefährt und rattern mit der Eisenbahn unter der Furka durch. Nach ein paar weiteren Fahrkilometern erreichen wir schliesslich den Flugplatz Münster.

Die klatschnasse ASG 29 wird getrocknet und die Flügel werden vor dem Verladen gewendet, damit das Wasser aus den Bremsklappenschächten abfliessen kann. Die Hilfsbereitschaft des Gemeindepräsidenten wird nach dem Verladen mit einem kleinen Präsent verdankt. Gerhard übernimmt die Rückfahrt und bringt uns sicher nach Schänis zurück. Hungrig und müde gönnen wir uns ein verdientes Abendessen im Flugplatzrestaurant. Damit findet die Aussenlandung ein Happy End.

Pilot und Flugzeug unversehrt

Ich habe mich über die spontane Hilfsbereitschaft von Gerhard sehr gefreut, es hat die Rückholaktion zu einem lässigen Roadtrip gemacht. Der Anhänger hat die 280 km lange Reise gut überstanden, keine Achse ist gebrochen. Hier gebührt Dank an den unermüdlichen Paul Kläger, er ist seit Jahrzehnten unser Gruppen-Materialwart.

Eine Aussenlandung gehört zum Streckensegelflug dazu, auch wenn sie dank Motor immer seltener wird. Auch 1’000 Flugstunden reichen noch nicht zum Streckenfuchs, hier zählt wirklich Erfahrung. Jeden Tag sind die Wetterverhältnisse anders und die regionale Situation kann sich stündlich ändern. Ausgelernt hat man nie und dies alles macht ja schliesslich die Faszination unseres einmaligen Hobbys aus!

>> online contest / Flugdetails

Sie leben den Traum vom Fliegen

Florian Eckert und Vincent Schmidtchen haben kürzlich den „Luftfahrzeugführer Segelflug“ im Sportfliegerclub Malmsheim (SFC), ehemals Leonberg, gemacht. Mit dem Segelflugschein dürfen sich die beiden Amateurpiloten alleine im Sportflugzeug in die Lüfte erheben – vorausgesetzt, Wetter und Thermik spielen mit. Das können die beiden beurteilen, denn umfassende Kenntnisse in Meteorologie, Thermik oder Flugtechnik gehören dazu, wenn man den Flugschein in Händen halten will.

Theoretischer und praktischer Unterricht finden parallel statt, die ersten Stunden im Doppelsitzer mit dem Lehrer. „Zuerst nimmt man mal das Steuer in die Hand, aber nach und nach übernimmt man immer mehr“, erzählt Schmidtchen. Das absolute Highlight ist dann natürlich der erste Alleinflug. „Klar war ich aufgeregt, aber das war so ein Megahammer-Gefühl allein in der Luft, ich habe mich komplett frei gefühlt.“ Vincent Schmidtchens Augen leuchten auf, als er davon erzählt. „Unbeschreiblich.“

„Ich war aufgeregt, aber ich wusste, dass ich’s kann“
Auch Florian Eckert erinnert sich genau an den ersten Alleinflug: „Erst beim Starten habe ich komplett realisiert, dass ich den Flieger jetzt alleine runterbringen muss“, erzählt er lachend, „ich war total aufgeregt, aber ich wusste ja, dass ich’s kann.“ Nach 200 Starts und 72 Stunden Flugzeit ein verdientes Selbstvertrauen des „Schönwetterfliegers“, wie er selbstironisch sagt, zumal der Fluglehrer genau abschätzen kann, wann seine Schüler zum ersten Mal allein in die Lüfte aufsteigen können und die Funkverbindung allzeit steht.

Die beiden jungen Männer arbeiten schon lange daran, ihren Traum vom Fliegen zu verwirklichen. Den Flugplatz kennt der Malmsheimer Vincent Schmidtchen von klein auf, und auch der Rutesheimer Eckert ist schon als Kind hier spazieren gegangen. Mit 16 Jahren haben beide dann Nägel mit Köpfen gemacht, sind in den Segelflugsport eingestiegen und haben die ersten Flugerfahrungen gemacht. „Segelfliegen ist eine kostengünstige Möglichkeit, in den Flugsport einzusteigen“, weiß Eckert. Die Flugzeuge brauchen keinen Sprit, sie stehen im Verein zur Verfügung und werden durch alle Mitglieder fachgerecht gewartet und instandgehalten. „Dazu muss man nicht übermäßig technikaffin sein“, erklärt Eckert weiter. „Durch das gemeinsame Arbeiten lernt man das Flugzeug schnell von innen kennen. Man lernt sehr viel in kurzer Zeit und bekommt nach und nach immer mehr Verantwortung übertragen, das finde ich super.“ Er überlegt kurz und ergänzt: „Aber das System Verein funktioniert nur, wenn alle mithelfen.“

Kein Segelflieger kann alleine aufsteigen
Die Vereinsgemeinschaft ist ein wichtiger Punkt beim SFC, denn kein Segelflieger kann alleine aufsteigen. Zwar kann auch ein Motorflugzeug den Segelflieger in die Lüfte bringen, doch in Malmsheim sind Gewindestarts die Regel. Dazu sind mehrere Helfer vonnöten: ein Gewindefahrer, ein Schlepp-Pilot und ein Flugleiter, der prüft, ob Startbahn und Luftraum frei sind. „Dann geht das richtig steil nach oben, in rund 45 Sekunden steigt man auf 300 m Höhe“, erzählt Schmidtchen, „das ist wie Achterbahnfahren.“ Und dann können mit Hilfe von thermischen Aufwinden Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern erreicht werden. Geübte Segelflieger kommen während eines Fluges mehrere Hundert Kilometer weit, beim Ligafliegen der Segelflug-Bundesliga schafften es die Flieger des SFC im August vergangenen Jahres bis auf die Höhe des Mont-Blanc-Gipfels, mit 4800 Metern der höchste Berg Europas. „Aber im Schnitt fliegen wir mit 90 bis 110 Kilometern in der Stunde“, bringt Schmidtchen den Höhenausflug wieder auf den Boden, über den Schwarzwald, die Schwäbische Alb oder eine Runde über Ulm und zurück. Er hat die Prüfung nach 140 Starts und 37 Flugstunden abgelegt und will weitermachen: „Der Flugschein für den Motorsegler ist der nächste Schritt.“ Das Berufsziel Pilot kommt für den luftfahrtbegeisterten Schüler trotzdem nicht in Frage: „Da macht der Autopilot alles“, sagt er schmunzelnd. Das Fliegen bleibt für ihn ein Hobby, ein Praktikum am Stuttgarter Flughafen ist trotzdem schon fix.

Das Hobby kostet auch Zeit
Eckert will Elektrotechnik studieren, doch natürlich bleibt er dem Fliegen und dem SFC treu. Sein nächster Schritt soll der Schein für den Motorsegler sein, „und dann mal sehen“. Das Hobby kostet Zeit, im Hangar gibt es immer viel zu tun. „Ich bin fast jedes Wochenende dort. Das macht man nur, wenn man dafür brennt.“ Die Begeisterung in Vincent Schmidtchens Stimme ist unüberhörbar. Und Eckert lädt ein: „Wer sich für’s Segelfliegen interessiert, der soll einfach bei uns vorbeikommen, sich alles anschauen und reinschnuppern.“ Quelle: ‘Leonberger Kreiszeitung‘.