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Tolles Alpenflug-Video aus dem Ventus 3

Patrick von „Rusty Flying“ präsentiert auch 2020 wieder tolle Video-Aufnahmen von seinen Flügen des Jahres 2020 in den Alpen mit dem neuen Ventus 3 von Schempp Hirth.

Segelflug-Bildkalender 2021 in neuem Design

Der Segelflug-Bildkalender mit traumhafte Segelflug-Aufnahmen in allen Jahreszeiten auf der Frontseite und spannenden, englisch- und deutschsprachigen Hintergrund-Informationen und Geschichten auf der Kalenderblatt-Rückseite erscheint dieses Jahr in einem überarbeiteten, modernen Design bei Gabler-Media – der Verlegerin des Segelfliegen-Magazins.

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Der Segelflug-Bildkalender 2021 ist ab sofort hier im Webstore erhältlich.

Hammelburger Nachwuchs holt Meistertitel

Mit großen Zielen war der Nachwuchs in die zurückliegende Saison gestartet – Jetzt gibt es einen besonderen Erfolg zu feiern. Im Vereinsheim der Flugsportgruppe Hammelburg hängt seit Kurzem eine ganz besondere Urkunde. Sie trägt die Aufschrift „Deutscher Meister 2020 – U25 Segelflug-Bundesliga“. Hinter dem etwas schlicht wirkenden Dokument verbirgt sich eine besondere sportliche Leistung, heißt es in einer Pressemitteilung der Flugsportgruppe Hammelburg.

Nicht zu beirren
2020 waren demnach drei junge Piloten mit dem klaren Ziel gestartet, den Titel nach Hammelburg zu holen. Es hatte laut Darstellung der Flugsportgruppe etwas von David gegen Goliath angesichts der mächtigen Konkurrenz. Segelflugvereine wie Oerlinghausen, Königsdorf und andere verfügen über ungleich mehr Ressourcen an Mensch und Maschine. Davon ließen sich die Hammelburger nicht beirren. „Für uns war das eher ein Ansporn, den Großen mal was vorzufliegen“, sagt Andreas Heil (25). Zusammen mit Eric Schneider (19) und Peter-Richard Wagner (19) trat er in der U25 gegen gleich 302 andere Vereine an. Wie in vielen anderen Sportarten fiel der Startschuss aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie relativ spät. Insgesamt gab es dreizehn Wertungsrunden. Nach dem ersten Wochenende im Mai lag man auf Platz 16 in der Tabelle, eine Woche später bereits auf Platz 4. Unaufhaltsam kämpften sich die drei Hammelburger nach vorne und standen ab der Hälfte der Wertungszeit permanent auf Platz 1.

Am Ende richtig knapp
Gegen Ende wurde es noch einmal richtig knapp, das Oerlinghausener Team war dicht auf den Fersen, fasst die Flugsportgruppe das Geschehen zusammen. Während der Saison war meistens vom heimatlichen Flugplatz aus gestartet worden. Für die letzte, entscheidende Runde Ende August traf man sich mit dem nordrhein-westfälischen Verein auf dem Flugplatz in Bückeburg am Wesergebirge. In freundschaftlicher Atmosphäre wurde noch einmal ein Wettstreit Auge in Auge mit dem schärfsten Gegner bei teilweise widrigen Wetterbedingungen ausgetragen. Es war ein Kampf um jeden Wertungspunkt. Die Hammelburger hätten ihren ersten Platz durchaus noch verlieren können, doch am Sonntagabend war klar: Man ist Deutscher Meister geworden.

Novum in der Vereinsgeschichte
Zeitgleich mit dem U25 Contest liefen die Qualifikationskämpfe für die 2. Segelflug-Bundesliga. Hier gibt es keine Altersgrenze nach oben. Mit Rolf Schneider (50), Matthias Gremer (53), Markus Daum (55), Alexander Hennrich (28), Alexander Oeding (29), Sebastian Oeding (25) und den drei Junioren hatten die Hammelburger einen größeren Kader zur Verfügung, um das Punktekonto zu füllen. s galt, sich gegen 463 andere Segelflugvereine in Deutschland zu behaupten. Ein ehrgeiziger Plan, denn nur die ersten sieben Plätze würden aufsteigen. Hartnäckig arbeitete sich die FSGH von anfangs Platz 141 hinauf in die Aufstiegsränge. Am Ende der Saison war mit Tabellenplatz 5 die Qualifikation für die 2. Bundesliga in trockenen Tüchern. In der Geschichte der FSGH ist das laut Verein ein Novum.

Durchhaltevermögen ist gefragt
Für den Erfolg braucht es Teamarbeit, Durchhaltevermögen, im Flug ein feines Gespür für Wind und Thermik und nicht zuletzt technisch einwandfreies Fluggerät. „Schlagkraft ist nicht nur eine Frage der Mannschaftsstärke“, bringt es Andreas Heil auf den Punkt. In nüchternen Zahlen betrachtet haben die Hammelburger an dreizehn Wochenenden in der Summe 556 Stunden in der Luft verbracht und dabei 43 000 Kilometer zurückgelegt und mit beständig hohen Leistungen den Lohn geerntet. Gesammelt werden die Daten beim Online Contest OLC. Auf der Internetpräsenz sind die Resultate für jedermann zugänglich. 2020 stand Eric Schneider durch Sponsorengelder eine LS8 neo zur Verfügung. In dieser Maschine konnte er mit einem Streckenflug über 1116 Kilometer erneut einen Vereinsrekord aufstellen. Für Rolf Schneider, Vorsitzender der Flugsportgruppe Hammelburg, sind der Meistertitel und der Aufstieg die Bestätigung, dass der Club auf dem richtigen Kurs ist.

Zwei neue Piloten
In den letzten beiden Jahren hat man sich verstärkt auf den Streckenflug und den sportlichen Wettkampf konzentriert. Dazu waren Anpassungen in der Flugzeugflotte notwendig. Mehrere Segelfluglehrer wurden in der vereinseigenen Flugschule neu ausgebildet. „Was wir hier machen, ist erfolgreiche Jugendförderung im Spitzensport“, sagt Rolf Schneider, der dankbar für einen städtischen Zuschuss ist. 2021 möchte man an die diesjährigen Erfolge anknüpfen. Zur Verstärkung der U25 stehen zwei neue Piloten in den Startlöchern, die ihre Saison Segelflugausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Quelle: Bernd Chittka in ‚InFranken.de‚.

Kann ein Rollstuhlfahrer Segelfliegen?

Ein Mann aus dem Raum Gmünd kann sich seit Jahren nur mit dem Rollstuhl fortbewegen. Seine Beine kann er nicht mehr aktiv bewegen und muss auch mit anderen Einschränkungen leben. Seinen großen Traum, einmal aus einem Segelflugzeug heraus einen anderen Blick auf unsere Welt zu werfen, hat die Fliegergruppe Lorch nun möglich gemacht! Daniel Ziegler ist Vereinsvorsitzender der Fliegergruppe Lorch und Pilot von Segelflugzeugen. Als ihm sein Vereinsmitglied Hermann Kircher vom Wunschtraum des körperbehinderten Freundes erzählte, war seine Reaktion: „Warum nicht?“ Er informierte sich detailliert über Formen und Auswirkungen der Beeinträchtigungen (spontane Krämpfe, unkontrollierte Bewegungen, Kopfkontrolle, Körpergewicht, Kommunikationsmöglichkeiten, Belastungswechsel), die sich eventuell auf die Flugsicherheit auswirken könnten. Am Ende war klar: Das scheinbar Unmögliche ist möglich. Quelle: ‚Remszeitung‚.

Die Welt aus der Luft erleben

Die immer schmaler werdende Straße mäandert an kahlen Feldern vorbei den Egelsberg hinauf. Bald ist das Plateau erreicht. Der Flugplatz breitet sich vor den Augen des Besuchers aus und am Horizont hinter der weitläufigen Wiese erblickt man schon den Hangar. Es ist ruhig an diesem Montagmorgen im Traarer Westen. Die Startbahn ist leer. 43 Meter über NN zeigt der Tower am Rande des Feldes an. Die Segelflugzeuge und Motormaschinen stehen abgedeckt in der großen Halle. Die Saison ist beendet. Draußen vor dem Tor steigt Ernst-Willi Bongartz noch einmal in den „Falke.“ Der Mann ist längst im Ruhestand, für ein Foto aber nimmt er gerne noch einmal Platz im Cockpit des Zweisitzers. Das Gefühl kennt er noch zu gut. Seit 64 Jahren ist er beim Aero Club Krefeld aktiv, der in diesem Herbst das 70-jährige Bestehen seit Vereinsgründung begeht. Ganz ruhig, ganz still. Die Pandemie lässt keine Sause zu. Der „Falke“, eine mit 80 PS angetriebene Maschine, ist vor 22 Jahre dazugekommen, doch spielt das Alter für viele der Segelflieger und Motorflugzeuge keine große Rolle.

Sehr beständig ist der Wert eines solchen Objektes, sehr hoch die Lebensdauer, wie auch die Leidenschaft zum Fliegen für die 200 Mitglieder. Zwar geht Bongartz mit seinen 81 Jahren nicht mehr in die Luft, das Gefühl aber wird er nie mehr vergessen, wenn er sich mit dem nur 900 Kilogramm schweren Gerät in die Lüfte erhob. Immer und immer wieder: „Es ist einfach beeindruckend und wunderschön“, erzählt der Senior und ehemalige Vorsitzende, der von 1994 bis 2005 die Hobby-Flieger am Egelsberg anführte: „Es hat etwas Befreiendes. Man hatte dort oben alle Freiheiten. Es war immer wieder schön, die Welt von oben zu sehen.“ Bis zu einer Höhe von 3600 Meter stieg Bongartz auf. Seit der Flughafen Düsseldorf aber Beschränkungen erlassen hat, müssen sich die Segelflieger mit einer maximalen Höhe von 900 Metern begnügen. Oder sie müssen sich eben spontan eine Freigabe einholen. Der Aero Club, das sei schon eine Art Familie für viele Mitglieder, erzählt Bongartz: „Der eine steht für den anderen ein.“ Gram über die zwangsläufig verschobene Jubiläumsfeier verspürt er nicht: „Wir sind gebeutelt wie alle anderen Vereine auch.“ Nachwuchssorgen hat der Club keine. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 40 Jahren.

Die Faszination Fliegen lässt beim Menschen eben nie nach. Das zeigt auch ein Blick in die Geschichte: Das Fliegen, es war nach dem Zweiten Weltkrieg erst einmal verboten in Deutschland. Das hielt die Begeisterten wie Hans Blank oder Thea Weichelt aber nicht davon ab, in ihrer „Interessengemeinschaft für Segelflug“ alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um das Fliegen doch wieder zurück in die Legalität zu führen. Blank gründete dann am 7. September 1950 den Aero-Club. Atze Ahrens kam die Aufgabe zu, eine zweisitzige Schulmaschine zu bauen. Der „Bergfalke Mü13E“ entstand. Ein Jahr später nannte man das Fluggerät in „Marathon“ um. Als es zum Jungfernflug am 20. Juli 1952 ab dem Egelsberg startete, war der Verein schon 97 Mitglieder stark. Nur ein Jahr später waren bereits 1000 Flüge absolviert. Willi Kippes stellte dazu 1954 einen Rekord auf: Zwei Stunden und 52 Minuten blieb er mit seinem Segelflieger in der Luft, legte 132 Kilometer zurück. Herbert „Sepp“ Tilling brachte es zu einigen Kunstflug-Darbietungen, 1975 wurde er sogar Deutscher Meister. Erst 1968 konnten die Flieger aus den Bauernscheunen in Traar zum Flugplatz am Egelsberg umziehen. Englische Pioniere halfen dabei, die Start- und Landebahn einzuebnen und eine Flugzeughalle zu errichten. 1973 – die Stadt beging ihren 600. Geburtstag – besuchte die Royal Air Force die Flieger vom Egelsberg. 50 000 Besucher schauten damals zu und feierten mit.

Mit der Zeit engagierte sich der Aero Club in mehreren Disziplinen: Motorflug, Motorsegler, Modellflug, Ballonfahrt. Kein Wunder, dass im Laufe der folgenden Jahre auch die nötige Infrastruktur entstand. Eine eigens betriebene Tankstelle und ein Café mit Spielplatz. Flugplatzfeste wurden eine Tradition auf dem Egelsberg. Alsbald begannen der Aero-Club und der Luftsportverein Bayer mit der Ausbildung von Flugschülern. 2005 kam es zur Vereinsfusion als Aero Club Bayer Uerdingen, seit 2016 aber ist der Konzern aus dem Namen und der Förderung wieder verschwunden. Die Namen der Segelflugzeuge haben immer wieder die Bauweise und Liebhaberei der Besitzer auf besondere Weise ausgedrückt: Falke, Rhönsperber, Spatz, Baby Ilb oder Libelle, Mosquito und Kiwi. Wenn man jedoch heute die modernen Kohlefaser-Tragflächen in der Werkstatt am Egelsberg liegen sieht, dann haben diese mit den Anfängen nicht mehr viel zu tun. Dort wird nun in den kommenden Monaten poliert und Hand angelegt. Im März soll es für die Flieger wieder in die Luft gehen und irgendwann die Feier nachgeholt werden. Dann hoffentlich ohne das Coronavirus. Quelle: ‚Westdeutsche Zeitung‚.

6200 Flugkilometer gesammelt

Sechs Flugschüler, drei Scheininhaber sowie ein Fluglehrer der Eutinger Fluggemeinschaft erlebten eine lehrreiche Woche auf dem Flugplatz in Laichingen. „Der hervorragend organisierte Flugbetrieb hat uns wirklich begeistert“, berichtet Ute Junger von insgesamt 434 Flügen aller Teilnehmer. Die Segel- und Ultraleichtpilotin hatte die Teilnahme der Eutinger beim Segelfluglager in Laichingen mit initiiert und betonte: „Das reichte von einer kompetenten Flugleitung und engagierten Fluglehrern über souveräne Windenschlepps und F-Schlepps bis zu der Tatsache, dass alle Teilnehmer mit anpackten und aufmerksam waren, wo immer es etwas zu tun gab.“ Die Teilnehmer nutzten das gute Segelflugwetter aus. Für ein so genanntes Sunrise-Fliegen weckten die Organisatoren die Schüler bereits vor Sonnenaufgang.

Ersten 100-Kilometer-Alleinflug gemeistert
Der 17-jährige Maxim Lazerus war vom Lager sehr begeistert: „In ruhigen Morgenstunden übten wir Starts und Landungen. Sobald die Thermik gegen Mittag einsetzte, starteten die erfahreneren Piloten zu schönen Streckenflügen und nahmen im Duo Discus auch Flugschüler mit. Dabei habe ich ganz neue Gebiete von oben erlebt und viel Neues zu Überlandflügen gelernt.“ Der stellvertretende Jugendleiter hatte im Rahmen des Lagers mit seinem ersten 100-Kilometern-Alleinflug einen weiteren Schritt im Streckenflug gemacht. „Die Laichinger fliegen auf hohem Niveau“, bescheinigte Elmar Voigt, der seit zwei Jahren Segelflug-Pilot in Eutingen ist. „Es war für uns sehr motivierend, von ihrer Erfahrung zu lernen. Man bekommt gezeigt, wie man in möglichst kurzer Zeit eine lange Strecke zurücklegen kann, und uns wurde Taktik und Strategie beim Segelflug geschärft.“ Die abendliche Modellflug-Challenge war ein ganz besonderes Erlebnis. „Bis in die Nacht haben die jugendlichen und erwachsenen Modellflugpiloten unter uns eine Flugshow geflogen mit Flugzeug-Schlepps, leichten Seglern, Hubschraubern, Drohnen und Kunstflugmaschinen. Beim Limbo steuerten sie die Modelle unter gespannten Seilen hindurch. Der nachtflugtaugliche, LED-beleuchtete Twin-Star war dann im Dunkeln ein echter Hingucker“, sagte der Eutinger Modellflugpilot Michael Dieterle. Er flog mit seinem kleinen Segler im Modell-F-Schlepp und war auch beim Modellflug-Limbo dabei. Für die Eutinger Teilnehmer was das so genannte abendliche „Einhallen“ eine erstaunliche Erfahrung, denn da wurden alle Flugzeuge in einer großen Halle untergebracht. „Es war einfach unglaublich, wie viele Flugzeuge die Laichinger Segelflughalle schlucken konnte. Selbst für einen Großteil der Eutinger Flugzeuge fand der Laichinger Hallenmeister ausreichend Platz, sodass wir unseren Duo Discus, den Puchacz, die Ka6 und die LS4 nicht Abend für Abend abbauen mussten, sondern bequem in die Halle schieben konnten“, erläuterte Ute Junger.

Für leibliches Wohl ist bestens gesorgt
Wegen der Corona-Situation konnten die Eutinger nicht in den Räumen des Vereinsheims übernachten. „Dafür durften wir uns mit unseren Zelten mit ausreichend Abstand zueinander hinter den Hallen gemütlich einrichten“, erläuterte Elmar Voigt und fügte hinzu: „Allerdings mussten wir feststellen, dass die Nächte auf der Alb doch etwas kühler sind als in Eutingen sind, sodass Abend für Abend eine kleine Karawane mit Isomatten in die Flugzeughalle wanderte, um dort einen wärmeren Schlafplatz zu finden, natürlich mit ausreichend Abstand zueinander.“

Für das leibliche Wohl sei bestens gesorgt worden. „Aus beiden Vereinen packten alle mit an, wo immer es etwas zu tun gab. Wir konnten viele Starts, Landungen, Flugstunden und Streckenkilometer sammeln, durften neue Flugzeugmuster erfliegen, haben nette Menschen kennengelernt und viel voneinander gelernt, und wir hatten eine Menge Spaß miteinander. Unser herzlicher Dank geht an den FSV Laichingen und an Jürgen Bauermeister für die Einladung und die gute Organisation des Fluglagers. Und natürlich an unsere Fluglehrer, die sich die Zeit für uns genommen haben, Peter Hermann war sogar die ganze Woche über dabei. Ich freue mich schon auf ein Segelfluglager 2021“, zog Ute Junger eine durchweg positive Bilanz des Segefluglagers in Laichingen. Quelle: ‚Schwarzwälder Bote‘.

Biberacher Segelflieger trotzen Corona

Die Abteilung Segelflug des Luftsportvereins LSV Biberach hat im Winter 2019/2020 fleißig an den vereinseigenen Segelflugzeugen geschraubt und poliert. Der Schulungsdoppelsitzer ASK21 erhielt ein komplett modernisiertes Cockpit und der Motorsegler Samburo Avo 68 – R 100 bekam eine neue Bespannung der Tragflügel. Wegen Corona konnte ab Mitte März nur noch sehr eingeschränkt und unter strengen Hygienemaßnahmen in der Werkstatt am Flugplatz Birkenhard gearbeitet werden. Allerdings war das Segelfliegen von Mitte März bis Mitte Mai ohnehin nicht mehr möglich. Die Nachwuchs-Förderprogramme wie Jugendlager des BWLV (Baden-Württembergischer Luftsportverband), verschiedene Wettbewerbe und das Gastfluglager fielen dieses Jahr der Pandemie zum Opfer. Als ab Mitte Mai erste Lockerungen in Kraft traten, konnte sich der LSV Biberach im Onlinecontest „OLC“ in Baden-Württemberg immerhin ins vordere Sechstel von 270 Vereinen emporarbeiten. Die größte Strecke gelang mit 770 Kilometern in rund acht Stunden Flugzeit auf der Schwäbischen Alb zwei Jugendlichen im Vereinsdoppelsitzer Duo Discus XL. Einige spannende Flüge führten von Biberach aus in die Alpen bis ins Engadin.

Neun Flugschüler kamen ab Mitte Mai wieder in den Genuß des Ausbildungsbetriebs. Unter Anleitung der ehrenamtlichen Fluglehrer konnte sich eine Flugschülerin im August „freifliegen“. So heißt es, wenn man nach der Schulung mit Fluglehrer die ersten Starts allein durchführt. Der Motorsegler Samburo wurde erstmals im F-Schlepp-Betrieb eingesetzt, fünf Piloten erwarben ihre Schlepp-Berechtigung. Damit kann der Verein künftig leichtere Segelflugzeuge leiser, sparsamer und umweltschonend in die Thermik schleppen. Bei Beschränkung der Personenzahl und mit Abstands- und Hygienemaßnahmen konnte der Flugbetrieb sicher durchgeführt werden, teilt der Verein mit. Das Flugplatzfest im September musste aufgrund der Corona-Auflagen entfallen – ein herber Verlust für die Besucher und für den Verein eine massive finanzielle Einbuße. Dafür gebe es keinen Ausgleich. Auch die Nachwuchsförderung entfiel, wie Informationsstände beim Flugplatzfest oder eine „Marktplatzaktion“ in Biberach, bei der Jugendliche mal einen Segelflieger aus der Nähe sehen können. Quelle: ‚Schwäbische Zeitung‚.

Über und unter den Wolken

Kurz vor dem Ende der diesjährigen Flugsaison konnten zwölf Flugschüler und Nachwuchspiloten des Vereins für Segelflug Krefeld (VfS Krefeld) noch einmal fantastische Flugerlebnisse sammeln. Bei einem Herbstfluglager auf dem Flugplatz Celle-Scheuen in der Lüneburger Heide wurde dabei mal über und mal unter den Wolken geflogen. Und dazu konnte vor Ort noch ein neues doppelsitziges Leistungsflugzeug vom Typ „Duo Discus X“ übernommen werden.

Osterfluglager
in kleinem Kreis nachgeholt
Der Herbst ist in Segelfliegerkreisen nicht dafür bekannt, dass sich gute Wetterbedingungen zum Segelfliegen einstellen. Trotzdem machte sich eine kleine Gruppe des VfS Krefeld auf zum Flugplatz Celle-Scheuen in der Lüneburger Heide, um dort das Corona-bedingt ausgefallene Osterfluglager nachzuholen.
Noch bevor die Corona-Zahlen den aktuellen Anstieg verzeichneten, konnte dort in der Clubanlage der Flugsportvereinigung Celle das einwöchige VfS-Herbstfluglager gestartet werden. Natürlich wurden dabei die Hygienekonzepte der Landesverbände Niedersachsen und Nordrhein Westfalen des Deutschen Aero Clubs konsequent eingehalten. Die Mitglieder hatten sich

mental schon darauf eingestellt, wetterbedingt vergleichsweise wenig in die Luft zu kommen, doch Petrus meinte es gut mit ihnen. Das Wetter gestaltete sich zwar sehr abwechslungsreich, aber fliegbar und erlaubte letztendlich an sechs von sieben möglichen Tagen Flugbetrieb. Insgesamt konnten 121 Flüge durchgeführt werden. Der herbstlichen Jahreszeit geschuldet stand die Sonne schon recht tief über dem Horizont; ideale Voraussetzungen für beeindruckende Lichterlebnisse über der mit herbstlichem Laub gezeichneten Heidelandschaft.
Ebenso gab es an manchen Tagen morgendlich tiefe Wolken, die mit den ersten frühen Windenstarts bei einer Ausklinkhöhe von bis zu 500 Metern deutlich überstiegen und umflogen werden konnten.

Faszinierendes Farbspiel
in der Luft erleben
Neben einigen Tagen mit fliegerisch sehr anspruchsvollem Seitenwind gab es auch Wetterlagen, wo unter Thermikwolken längere Flüge im Sonnenschein gelingen konnten. Hier und da waren allerdings Regenschauer eingestreut, und es war möglich, einen Regenbogen aus der Luft zu erleben. Anders als am Boden ist ein Regenbogen in der Luft je nach

Perspektive ein kreisrundes und unten geschlossenes Farbspiel, das sich in Flugrichtung mit dem Flugzeug zu bewegen scheint. Diese einzigartige Naturschauspiel bekommt man auch als Segelflieger äußerst selten zu sehen. Umso mehr erfreuten sich Flugschülerin Franziska Enger und Fluglehrer Thomas Wiehle an diesem Erlebnis, konnten es aber leider nicht ganz auf Fotos festhalten.

Mit „Duo Discus X“
wurde ein Traum für die Flieger wahr

Ein weiteres Erlebnis gönnte sich Timo Angenendt. Er stieg mit einem motorisierten Segelflugzeug auf fast 3.000 Meter Höhe und konnte so einzigartige Ausblicke über herbstlich angestrahlten Wolken beindruckend im Foto festhalten. Kein Wunder also, dass die Stimmung in der Gruppe hervorragend war und so auch das Corona-bedingte Indoor-Camping in der Segelflugzeughalle reine Nebensache war. Gekrönt wurde das diesjährige Herbstfluglager des VfS Krefeld allerdings mit einem neuen Segelflugzeug. Durch die guten und freundschaftlichen

Kontakte zur Flugsportvereinigung Celle erfuhren die Krefelder Segelflieger bereits im letzten Jahr, dass die Gastgeber ihren Hochleistungs-Doppelsitzer vom Typ „Duo Discus X“ in absehbarer Zeit abgeben würden. Ein solches Segelflugzeug ist selten zu bekommen und war schon lange ein Traum der VfS-Piloten, da es wegen seiner Flugleistungen und -eigenschaften ideal in die Segelflugzeugflotte des VfS passt. Von langer Hand unter der Leitung des ersten Vorsitzenden, Ansgar Heitkamp, geplant, konnte dieses Projekt nun mit der Übernahme im Rahmen des Fluglagers vollzogen und der schicke Segler nach Krefeld gebracht werden.

In der kommenden Flugsaison wird der „Duo Discus X“ mit seinen stolzen 20 Metern Spannweite und seiner auffallend eleganten Flügelgeometrie dann den Himmel am Niederrhein erobern. Auch wenn es bis dahin noch ein wenig Geduld benötigt, ist die Vorfreude im VfS Krefeld schon jetzt besonders groß.

Die Vorzeichen für die Flugsaison des nächsten Jahres sind somit schon jetzt sehr gut. Ganz sicher werden sich daher auch im nächsten Jahr wieder ganz besondere Flugerlebnisse ergeben und die Faszination des Segelflugsports erlebbar machen.
Wer sich durch diesen Bericht inspiriert

fühlt und sich vielleicht gerade jetzt mit dem Gedanken trägt, mit dem Segelfliegen anzufangen und Fliegen zu lernen, der ist beim VfS Krefeld jederzeit willkommen. Aufgrund der Corona-Situation ist eine Kontaktaufnahme derzeit zwar zunächst nur telefonisch oder per E-Mail möglich, aber das ändert sich in absehbarer Zeit hoffentlich. Als Ansprechpartner geben Ansgar Heitkamp, Tel. 02151/565494, und Daniel Heinrichsmeyer, Tel. 0176/47677441, gern Auskunft und berichten von Erfahrungen. Weitere Infos gibt es auf www.vfs-krefeld.de oder per E-Mail-Anfrage an vfs-krefeld@t-online.de. Quelle: ‚Wochen Anzeiger‚.

Auf dem Winzerweg Veltlin – Südtirol – Dolomiten

In dieser Fluggebiets-Präsentation stelle ich Ihnen die Besonderheiten der Flugregion zwischen den Lienzer Dolomiten und dem Veltlin vor. Wir streifen dabei durch die unendlichen Kalkzacken der nördlichen Dolomiten, queren das thermisch problematische Bozener Becken und erreichen bei ansteigender Operationshöhe die höchsten Eisgipfel Graubündens im Engadin. Erschliessen Sie sich mit dem ‚Winzerweg‘ durch die Südalpen das Know How, wie Sie das Bozener Becken queren können und erleben Sie zahlreiche landschaftliche Höhepunkte zwischen Lienz und St. Moritz.

Zum Finale Hochbetrieb auf der Hahnweide

Mit den kürzer werdenden Tagen und sinkenden Temperaturen geht für die Fliegergruppe Wolf Hirth die Segelflugsaison zu Ende. Das vergangene Wochenende allerdings bot mit Sonnenschein, mäßigem Wind und frühherbstlicher Thermik gute Bedingungen für einen Saisonabschluss ganz im Sinne der Piloten.

Mit dem Segelkunstflug war dabei eine in den vergangenen Jahren auf der Hahnweide nur wenig praktizierte Spielart des motorlosen Luftsports zu erleben. Dabei gilt es, in einem imaginären Luftraum-Würfel mit 1000 Metern Kantenlänge – der sogenannten Box – ein definiertes Programm von Figuren wie beispielsweise Loopings und Rollen so exakt wie möglich zu fliegen, wobei im Wettbewerb jede noch so geringe Abweichung von der Idealform mit Punktabzügen bestraft wird. Der Pilot bewegt sein Flugzeug mit Geschwindigkeiten von bis zu 280 km/h durch die Box und ist Kräften bis zum 6,5-Fachen der Erdbeschleunigung ausgesetzt.

Rückblickend war die Saison trotz des coronabedingt späten Beginns für die Fliegergruppe Wolf Hirth durchaus ein Erfolg. Größter Triumph war der zweite Platz in der Segelflug-Bundesliga, in der die Piloten im Jahr zuvor noch gegen den Abstieg geflogen waren. Meisterschaften und zentrale Wettbewerbe fanden nur vereinzelt statt. Dabei konnte Tilo Holighaus beim E2Glide-Wettbewerb, in dem Segelflugzeuge mit elektrischem Hilfsantrieb an den Start gehen und in jedem Flug einen definierten Energiebetrag einsetzen dürfen, Platz zehn erfliegen. Lars Reinhold belegte beim Doppelsitzer-Kunstflugwettbewerb in Agathazell im Allgäu Rang drei in der Sportsman-Klasse.

Beeindruckend sind neben den zwei „greifbaren“ Pokalen und Urkunden aber auch die erflogenen Kilometer der Kirchheimer Piloten. Insgesamt flogen sie mit knapp 170 000 Streckenkilometern gut ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Interner Spitzenreiter war Albert Kießling mit allein 22’700 Kilometern. Der weiteste Flug von der Hahnweide aus gelang Maximilian Schäfer, der im Juli 1’196 Kilometer am Stück absolvierte. Schnellster Pilot war Sören Nölke, der im August über 370 Kilometer einen Schnitt von 148 km/h flog.

„Wir können mit dem Ergebnis wirklich zufrieden sein“, kommentiert Eric Neubronner, Segelflugreferent des Vereins, die Saison. „Der Erfolg in der Bundesliga ist eine tolle Teamleistung, an der viele Piloten ihren Anteil haben.“ Wie die nächste Saison aussehen wird, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ab. „Die Devise muss in jedem Fall lauten, viel, sicher und mit Spaß zu fliegen“, sagt Norman Baum, Erster Vorsitzender der FG Wolf Hirth. „Alles Weitere wird sich von ganz allein ergeben.“ Quelle: ‚Teckbote‚.

Schritt um Schritt zum Erfolg

Klaus Ohlmann arbeitet konsequent an seinem Langstreckenflug-Projekt, das ihn aus Österreich quer durch die Alpen, Cevennen und Pyrenäen an die Atlantikküste Galiziens tragen soll. Ein weiteres Puzzlestück konnte er Ende Oktober hinzufügen. Quelle: ‚OLC, online contest‚.

Blick ins Massif des Ecrins. Foto: Hans Reis.

Nachlese zu „Sommer 2020 in der Provence“

Das Jahr 2020 wird wohl jedem Segelflugpiloten noch lange in Erinnerung bleiben. Corona – vor einem Jahr noch kaum denkbar – hat vieles, aber nicht alles verändert. Rückblickend kann man vielleicht sogar sagen: Wir hatten zumindest für die Sommermonate Juli/August noch «Glück im Unglück». So gingen die Grenzen nach Frankreich, zumindest aus der Schweiz, am 15. Juni wieder auf, und Frankreich hatte in den erwähnten Monaten noch eher tiefe, erst gegen Ende August wieder allmählich steigende Fallzahlen. Das führte dazu, dass Teile Frankreichs im September zum Risikogebiet erklärt wurden, darunter auch die Côte d’Azur, weite Teile der Provence, die Agglomeration Paris u.a.m. – lesen Sie hier den ganzen Bericht über einen Sommer-Urlaub in der Haute-Provence.

Blick ins Massif des Ecrins. Foto: Hans Reis.

Nachlese zu „Sommer 2020 in der Provence“

von Hans Reis

Das Jahr 2020 wird wohl jedem Segelflugpiloten noch lange in Erinnerung bleiben. Corona – vor einem Jahr noch kaum denkbar – hat vieles, aber nicht alles verändert. Rückblickend kann man vielleicht sogar sagen: Wir hatten zumindest für die Sommermonate Juli/August noch «Glück im Unglück». So gingen die Grenzen nach Frankreich, zumindest aus der Schweiz, am 15. Juni wieder auf, und Frankreich hatte in den erwähnten Monaten noch eher tiefe, erst gegen Ende August wieder allmählich steigende Fallzahlen. Das führte dazu, dass Teile Frankreichs im September zum Risikogebiet erklärt wurden, darunter auch die Côte d’Azur, weite Teile der Provence, die Agglomeration Paris u.a.m.

Schauerzellen Richtung Mercantour. Foto: Hans Reis.

Wetterglück

Glück hatten wir auch mit dem Wetter: Juli und August waren trockene, heisse Monate mit oftmals guten, sogar sehr guten Segelflugbedingungen, die sich auch im OLC niederschlugen. Es gab aber auch sehr stabile Tage, die das Wegkommen an der Serre de Montdenier oder das Überqueren des Plateau Valensole nicht einfach machten. Sogar Gilles Navas, bezüglich Streckenflüge kein Unbekannter, beobachteten wir einmal, wie er die Serre «polierte», nicht wegkam, dann über des Flugplatzgelände von Puimoisson flog, nicht um zu landen, sondern, um über der Piste seinen Motor zu „zünden“. Um die Schwierigkeit des Plateau Valensole zu umgehen, fliegt er meist sehr früh motorisiert bis an die Ostseite der Serre, wo er dann seine Rekordflüge startet. Er bringt es fertig, manchmal minutengenau auf die letztmögliche Landezeit Vinon anzufliegen, von weitem erkennbar an seinem blinkenden Flash am Flugzeug.

A propos Hitze: Der heisseste Tag in Vinon war der 1. August mit 41° C. An vielen Tagen zeigte das Thermometer dort zwischen 35 und 37° C. Wer die ersten drei Juliwochen in Puimoisson und anschliessend bis Ende August in Vinon war, erlebte erstmals am letzten August-Wochenende richtig Regen. Sonst gab es ganz vereinzelt nur wenige Tropfen. Entsprechend präsentierte sich auch die Landschaft. Wohl gab es Gewitter, meist aber in den Bergen.

Ein Blick in die Statistik „Flugplatz OLC-Plus 2020“ zeigt per Ende September 2020, dass Puimoisson nach Bitterwasser auf dem zweiten Platz liegt und zwar mit 527’322,92 Punkten, 541’162,93 km, von 184 Piloten mit 1’144 Flügen geflogen. Vinon figuriert auf Platz 13 mit 236’637,64 Punkten, 245 398,7 km, 81 Piloten und 569 Flügen.

St.Auban folgt auf Platz 15 mit 223’385,4 Punkten, 232’546,16 km, 131 Piloten und 759 Flügen. Mit grossem Abstand figuriert dann Fayence auf Platz 42 mit 128’857,75 Punkten, 140’674,71 km, 46 Piloten und 524 Flügen.

Die Schutzmaske: allgegenwärtiges und unvergessliches «Accessoire» im Sommer 2020. Foto: Hans Reis.

Finanzielle Einbussen wegen Covid-19

Covid-19 hinterliess natürlich auf den Flugplätzen finanzielle Spuren, nicht nur in Frankreich. Bis ca. Mitte Mai waren Puimoisson und Vinon geschlossen, wie auch viele andere Flugplätze in verschiedenen Ländern. Nach der Wiedereröffnung zögerten Piloten, ihre Segelflugferien in der Provence zu verbringen. In Vinon fehlten beispielsweise die Gruppen aus Birrfeld oder Beromünster komplett, andere waren weniger zahlreich vertreten als in früheren Jahren. Anfangs Juli seien in Puimoisson normalerweise etwa 43 Flugzeuge stationiert, dieses Jahr die Hälfte, sagte Alfred Spindelberger. Ab dem zweiten Juliwochenende war Puimoisson dann aber ziemlich vollbesetzt. Auch Noël Faucheux, Präsident der Association Aéronautique Verdon Alpilles (AAVA) in Vinon, ist mit der Belegung und vor allem der Anzahl Starts in den Monaten Juli/August recht zufrieden. Die Frequenzen waren höher als ursprünglich erwartet. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass – Stand Ende August – in den Kassen beider Flugplätze wichtige Einnahmen fehlen. Alfred Spindelberger beziffert die entgangenen Einnahmen für Puimoisson mit EUR 80’000.-. Für Vinon sind es EUR 200’000.-, wie der Präsident bereits Mitte Juli sagte und Ende August in einem Gespräch nochmals bestätigte. 

Aufgabenteilung mit Konsequenzen    

In Puimoisson fanden Audits verschiedener Institutionen statt. Sie stellten dem Flugplatz ein sehr gutes Zeugnis aus. Es war sogar von einem der «bestgeführten Segelflugplätze Frankreichs» die Rede. In Puimoisson ist die Halterin und Betreiberin des Flugplatzes das Centre de Vol à Voile de Puimoisson  (CVVP) eine SARL, d.h. eine Société à responsabilité limitée, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit eigener Rechtspersönlichkeit, analog der GmbH in Deutschland, Luxemburg oder der Schweiz. Zuständig für den ganzen Flugbetrieb ist der in Frankreich eingetragene Verein Association de Vol à Voile Puiplaneur. Alfred Spindelberger formuliert die Aufgabenteilung zwischen den beiden Institutionen bildlich so: «Alles, was sich 1 mm und mehr über dem Boden abspielt, gehört in die Zuständigkeit des Vereins, insbesondere der Schleppbetrieb». Würde das die SARL tun, wäre es gewerblich und mit grossen Auflagen verbunden. So dürften nur Berufspiloten schleppen. Es bräuchte zudem eine spezielle Infrastruktur mit einem «safety officer» und vieles mehr. Das ist der Grund, weshalb auf praktisch allen Segelflugplätzen Frankreichs Vereine für den eigentlichen Flugbetrieb verantwortlich sind. In Vinon ist es die Association Aéronautique Verdon Alpilles (AAVA).

Im Gegensatz zu den umliegenden Vereinen, die meist auch auf kostenlos zur Verfügung gestelltem Gelände fliegen, muss das CVVP in Puimoisson  für den Flugplatz erheblich Pacht bezahlen und in den Preisen ist auch die französische Mehrwertsteuer von 20% enthalten.  

Für die SARL als Halterin und Betreiberin des Flugplatzes bestehen auch am Boden strenge Auflagen, deren Erfüllung immer wieder ins Geld geht. Einige Beispiele mögen das verdeutlichen. Puimoisson musste eben einen neuen Wassertank für das Feuerlöschen bauen. Er befindet sich oberhalb der sanitären Anlagen Richtung Rollweg. Vorschrift: mindestens 20 m und maximal 200 m vom brandgefährdetsten Objekt entfernt. Dieses Objekt ist der Hangar. Die Kosten des neuen Tanks beliefen sich auf knapp EUR 40’000.-. Der Tank muss zudem von Sand umgeben sein, damit ihn Steine nicht beschädigen können. Die Kosten allein für den Sand betrugen EUR 7’000.-.

4. Juli, 21:36 Uhr: Aufgang des Monds im Osten…
und gleichzeitiger Sonnenuntergang im Westen. Fotos: Hans Reis.

Zweites Beispiel: In der Gegend von Puimoisson ist Grillieren zwischen Mitte Juni und September grundsätzlich verboten. Warum? Diese Gegend gehört zu den brandgefährdetsten Gebieten Frankreichs, was erstaunen mag. Der Grund sind die Lavendelfelder. Diese brennen sehr leicht, wegen der ätherischen Öle des Lavendels. Marcel, ein Einheimischer, sagte: «Diese brennen wie Zunder.» Puimoisson brauchte eine Spezialbewilligung für den Grill, dem auch ein «Dach» als Schutz gegen wegfliegende Gluten vorgeschrieben wurde. Es muss zudem immer ein Wasserschlauch in der Nähe sein. Nur so kann das wöchentlich Barbecue am Montag stattfinden. Der Flugplatz von Puimoisson liegt im «Parc naturel régional du Verdon» in einer Zone, die mit «Natura 2000» klassifiziert ist.

«Natura 2000» ist ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten innerhalb der EU, das seit 1992 nach den Massgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG, kurz FFH-Richtlinie) errichtet wird. Sein Zweck ist der länderübergreifende Schutz gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume. In das Schutzgebietsnetz werden auch die gemäss der Vogelschutzrichtlinie (Richtlinie 79/409/EWG) ausgewiesenen Gebiete integriert. Das Natura-2000-Netzwerk umfasste 2013 mehr als 18 % der Landfläche und mehr als 7 % der Meeresfläche der EU. Nicht dazu gehören hingegen die französischen und niederländischen Überseegebiete der EU.

Unterschiedliche Auflagen auch für Schwimmbäder

Der Unterschied der Auflagen zwischen der SARL (GmbH) und einem Verein zeigt sich auch beim Betrieb eines Schwimmbads. In Puimoisson war dies in diesen Sommermonaten nicht in Betrieb, was sehr schade war und teilweise auch heftig kritisiert wurde. Der Grund: Es seien technische Gründe, d.h. veraltete Anlagen, die nur mit grossem Aufwand auflagengerecht wiederhergestellt werden könnten. Ein weiterer Grund für das geschlossene Schwimmbad in Puimoisson war gemäss Alfred Spindelberger auch die Schwierigkeit, die Corona-Bestimmungen einzuhalten. Das Schwimmbad war bereits im Jahr 2009 schon einmal für die Gäste des CVVP gesperrt.

In Vinon pflegte und betreute in den Sommermonaten die Gastpilotin Aniko Molnar das Schwimmbad, und ihr tägliches Engagement zeigte sich im Resultat. Es war kaum je so sauber und gepflegt wie 2020. Ihr gebührt ein grosser Dank, war es bei den eingangs erwähnten Temperaturen doch eine Wohltat, sich dort abkühlen zu können und für die notwenige Bewegung zu sorgen. Etliche Piloten benützten die Erfrischung regelmässig vor ihrem Flug. 

Interessant ist die Frage, wer ein Schwimmbad betreibt, sind damit doch grosse Unterschiede bei den zu erfüllenden Auflagen verbunden. Betreibt dieses ein Verein, wie das in Vinon der Fall ist, dann sind die Auflagen weniger streng – weil «privat genutzt» –, als bei einer SARL, was «gewerbliche Nutzung» impliziert. So erfolgt bei einem «Vereinsbad» keine amtliche Kontrolle der Wasserqualität. Es gibt keine speziellen Vorschriften wie Rettungsring am Bassinrand oder ein rotes Nottelefon im Schwimmbadbereich mit direkter Verbindung zu den Sapeurs pompiers, auch keine spezielle Instruktion einer Person für lebensrettende Massnahmen u.a.m.

Es ist derselbe Unterschied wie beim Flugbetrieb: Ist ein Verein dafür verantwortlich, gilt es als privat; eine Nutzung durch eine Firma aber als gewerblich – mit den entsprechenden Auflagen. Genauso verhält es sich mit Vereins-Gaststätten im Vergleich zu öffentlichen Restaurants.

Für Verwirrung sorgte in Puimoisson im Juli eine ungelöste Versicherungsfrage, was dazu führte, dass an einem Tag keine Starts erfolgen durften. Das Problem konnte aber rasch gelöst und der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden. Klar deklariert und von den zuständigen Behörden auch kontrolliert wird der Funkverkehr in Puimoisson. Primär hat er in Englisch zu erfolgen. Französisch ist auch möglich, aber auf gar keinen Fall Deutsch. Weil die meisten Piloten eher des Englischen als des Französischen mächtig sind, hat Englisch klar Priorität und wird auch entsprechend praktiziert. In Vinon erfolgt der Funkverkehr mehrheitlich in Französisch, ist aber jederzeit auch in Englisch möglich.

Zufahrtstrasse Puimoisson als Dauerthema

Zu reden gibt in Puimoisson auch immer wieder der Zustand der Zufahrtstrasse zum Flugplatz. Interessant war in diesem Zusammenhang ein Gespräch mit dem neugewählten Bürgermeister (Maire) von Puimoisson, den Alfred Spindelberger zur Besichtigung des Flugplatzes zum Nachtessen eingeladen hatte, zusammen mit seiner Gattin. Das Ganze ist nebst einer Kosten- und Beteiligungsfrage auch eine Frage der Vorschriften. So meinte der Gemeindepräsident zur Frage der Asphaltierung, sie hätten diesbezüglich sehr strenge Auflagen. Würde irgendwo eine Naturstrasse neu asphaltiert, müsste an einem anderen Ort die gleiche Fläche Hartbelag rückgebaut werden. Man will damit offenbar eine Asphaltierung/Zubetonierung der Landschaft verhindern.       

Erfreuliche Unfallbilanz

Im Unterschied zu früheren Jahren präsentiert sich die Unfallbilanz für den Sommer 2020 recht positiv. In den beiden Monaten Juli und August ist «nur» von zwei schweren Segelflugunfällen im Berichtsgebiet die Rede.  

Der An-, Vorbei- und Überflug des Monte Viso ist immer wieder faszinierend. Foto: Hans Reis.

Am Nachmittag des 5. August verunglückte ein Doppelsitzer in der Region Parmelan bei Annecy. Erste Berichte deuteten darauf hin, dass das Flugzeug mit dem Seil des Lastenseilbahn zur Parmelan-Hütte kollidiert ist. Es stürzte in den Wald ab. Die beiden an Bord befindlichen Personen im Alter von 60 und 61 Jahren wurden schwer verletzt, konnten von der Feuerwehr vor Ort medizinisch versorgt und auf dem Luftweg in das Krankenhaus von Annecy geflogen werden. Eine Untersuchung des Unfalls ist eingeleitet. Quelle: «Le Dauphiné».

Am Dienstag, 18. August kam ein 58jähriger Segelflugpilot bei Angles ums Leben. Das Flugzeug stürzte in einer schwer zugänglichen, steilen und bewaldeten Bergregion im Verdon-Tal zwischen den Gemeinden Angles und Saint-André-les-Alpes ab. Das Segelflugzeug befand sich an der «Crête du Petit Grau» in einer Höhe von gut 1200 m/M. Der Pilot, Eigentümer des Flugzeugs, war in Fayence gestartet und in Nizza zu Hause. Er starb noch vor dem Eintreffen der Feuerwehrleute und Retter des Zuges der Hochgebirgsgendarmerie (PGHM) von Jausiers. Die Staatsanwaltschaft von Digne-les-Bains leitete eine gerichtliche Untersuchung ein, um die Ursachen des Absturzes zu ermitteln. Quellen: «La Provence» und «Les pelotons de gendarmerie de haute montagne, Jausiers, PGHM».

Von diesem Unfall wurde auch am Briefing in Vinon berichtet, und es zeigte sich einmal mehr, wie nach einem Unfall immer wieder Falschinformationen/Spekulationen ins Kraut schiessen. Zuerst hiess es, der Pilot sei 61, deutscher Nationalität, und er sei mit einem Discus verunglückt. Im Internet war dann zu lesen, es sei ein Ventus, auf dem er noch wenig Flugerfahrung gehabt habe, und er sei beim Hangflug mit dem Gelände kollidiert… Was effektiv war, wird die Untersuchung zu Tage fördern. 

Moustiers ist auch abends einen Ausflug wert.

Bereits ist es herbstlich und schon bald folgt der Winter. Wie verhält es sich eigentlich mit diesen Flugplätzen im Winter? Dürfte man dort landen und starten, auch wenn sie «verwaist» sind? Grundsätzlich gilt: Wenn der Windsack hängt und kein Notam publiziert ist, kann (in Frankreich) auf einem Flugplatz ohne Betrieb zu jeder Jahreszeit gelandet und gestartet werden. Passiert aber ein Schaden, z.B. wegen eines Defekts an einer Piste, etwa wegen eines Lochs in einer Graspiste oder einem Rollweg – gegraben von Wildschweinen –, dann haftet der Betreiber des Flugplatzes. Und das könnte ins Geld gehen, wenn z.B. ein landendes Flugzeug mit dem Bugrad in ein solches Loch gerät und das Bugrad einknickt. Deshalb: Windsack weg, Notam publizieren. Dann entfällt dieses Risiko für die Verantwortlichen. Eine Ausnahme gilt für Puimoisson: Dort dürfen Motorflugzeuge grundsätzlich nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung der Direction générale de l’Aviation civile (DGAC) in Aix-en-Provence landen.

Wie nach der Heimkehr zu erfahren war, hat sich zum Saisonende in Puimoisson bei der Stelle des Chefpiloten eine personelle Veränderung ergeben.

1’150 km im Südföhn

Yves Gerster fliegt mit Copilotin Barbara Muntwyler anfangs Oktober vom Segelflugplatz Thun aus in einem Arcus T in einer ziemlich feuchten und nur kurz anhaltenden Südströmung 1’150 km. Dabei wendet er am Genfer See und über den Tauern in Österreich. Hier geht’s zum Video.

Fürs Weekend in den Nordföhn nach Italien

Yves Gerster scheut keinen Aufwand, um Wellenfliegen zu können. Auch eine ausgedehnte Nordwest-Staulage hindert ihn nicht daran. Er fährt einfach kurz über das Weekend nach Aosta in Norditalien und surft von diesem Startplatz aus in den Nordföhn-Wellen über Italien, der Schweiz und Frankreich. Hier geht’s zum Video.

Trudeln will gelernt sein

Immer im September werden in Blumberg seit Jahren Segelflugpiloten aus der Region und der benachbarten Schweiz in Sachen Sicherheit beim Segelflug und Kunstflug von erfahrenen Fluglehrern geschult.

Blumberg. Als Fluglehrer nach zehnjähriger Pause wieder dabei ist der Ausbildungsleiter Dirk Lohmann. Er ist vor allem für die Grund- und Weiterbildung der Segelflugpiloten und auch Fluglehrer im Segelkunstflug zuständig. So können Anwärter bei dieser Gelegenheit den Kunstflugschein erwerben, war von Lohmann zu hören. Dabei spielen unter anderem das sogenannte Bildflugprogramm, die Grundfiguren für den Kunstflug und das Sicherheitstraining eine entscheidende Rolle, so der Ausbildungsleiter.

Loopings am Himmel

Die Piloten erleben Flugzustände, die beim normalen Fliegen nicht vorkommen. Sie trainieren Elemente aus dem Kunstflug, wie Loopings, Rolle, Turm, Auf- und Abschwung und den Rückenflug, eine anspruchsvolle Aufgabe. 18 Segelflieger hat Lohmann zum Wochenbeginn unter seine Fittiche genommen. In den letzten Tagen habe er bereits Kunstflugprüfungen durchgeführt, erläuterte er. Die Kandidaten hätten sich geschickt angestellt.

Auch „alte Hasen“ aus Blumberg, wie Benni Blust, sind mit Begeisterung dabei. Natürlich spiele die Theorie bei der Ausbildung eine große Rolle. An jedem Vormittag, bevor es im Doppelsitzer in die Lüfte geht, finden Besprechungen mit den Piloten und Ausbildern statt, machte Lohmann deutlich. „Nach jedem Übungsflug führe ich aufklärende Gespräche mit den Piloten wie auch mit den Fluglehrern. Die Piloten sind durchweg Inhaber des Segelflugscheins“, sagte Lohmann.

Er habe sich das Verhalten der Piloten am Himmel über Blumberg und dem Flugplatz sehr genau angesehen, so Lohmann. Kritik und Anerkennung würden dem jeweiligen Aspiranten helfen und auch jeweils beherzigt. Die Ausbilder Martin Eibich, Thomas Drescher und Uli Baiersdorfer seien erfahrene Fluglehrer, die sich schon seit Jahren als Ausbildungsleiter und Fluglehrer bei den Kunstflug- und Sicherheitstagen auf dem Blumberger Flugplatz engagieren.

Weitere ehrenamtliche Fluglehrer aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und der Schweiz unterstützen die Aktivitäten des Blumberger Luftsportvereins. Sie alle kämen immer wieder gerne nach Blumberg. Nicht unerwähnt wollte Lohmann lassen, dass sich Martin Eibich mit dem Schleppflugzeug des Blumberger Vereins einbringt. Er und ein Pilot vom Luftsportverein aus Stahringen am Bodensee schleppen mit ihren Maschinen die Segelflugzeuge in die notwendige Höhe.

Wie kameradschaftlich und freundschaftlich es unter den Segelfliegern zugeht, schilderte Benni Blust, der schon oft die Fortbildungsmöglichkeiten genutzt hat, im Gespräch. Er lerne immer wieder etwas dazu und finde in Lohmann einen kompetenten Ansprechpartner. Der Vereinsvize Hubert Schilling hat mit seiner Ehefrau Annette den Wirtschaftsbetrieb im Vereinsheim übernommen. Außerdem betreute Schilling die Teilnehmer des Sicherheitslehrgangs, dem sogenannten Trudellehrgang. Nahezu 20 Segelflieger aus den umliegenden Vereinen nahmen die Gelegenheit wahr, sich von den Fluglehrern Martin Eibich und Thomas Drescher mit den Tücken vertraut zu machen, wenn sie einmal mit ihrem Flugzeuge ins Trudeln kommen. Eine Situation, mit der die Piloten gut umgehen können.

Für die Ausbildung der Piloten stellten der Luftsportverein und der Förderverein drei Flugzeuge zur Verfügung. Auch ein Vorführungsflugzeug aus Polen kam zum Einsatz. Vermutlich werde der Flugwettbewerb am Wochende wegen der Witterungsverhältnisse ausfallen, so die Organisatoren.

Segelfliegen ist ein Sport aller Generationen. Ab dem 14. Lebensjahr kann mit der Ausbildung begonnen werden. Für die Ausbildung müssen in der Regel zwei bis drei Jahre veranschlagt werden. Den Abschluss der praktischen Ausbildung bilden ein Überlandflug von mindestens 50 Kilometern und drei Prüfungsflüge mit einem Prüfer vom Regierungspräsidium. Für die Pilotenlizenz benötigen die Flugschüler ein Flugfunkzeugnis und die bestandene theoretische Prüfung, auf die sie in 60 Unterrichtsstunden vorbereitet werden. Quelle: ‚Schwarzwälder Bote‚.

Kulturlandschaft und Segelfliegen

Hoch hinaus geht es auf der Wasserkuppe seit 100 Jahren. Mit dem Segelflug wurde auch die gewachsene Kultur- und Naturlandschaft rund um Hessens höchstem Berg entdeckt. Im langen Erinnerungskorso zu den Jahrestagen von Erstem Weltkrieg und Versailler Vertrag ging ein die Rhön prägendes Element fast unter – ohne die Bestimmungen des Friedensschlusses wäre die 950 Meter hohe Wasserkuppe kaum zum Segelflugmekka geworden. Sie erst schufen indirekt die heute auf Hessens höchsten Berg vorherrschende Infrastruktur, allem voran das vor 50 Jahren eröffnete und später mehrfach erweiterte Deutsche Segelflugmuseum.

Dabei mutet es wie ein Treppenwitz der Geschichte an, dass ausgerechnet der Versailler Vertrag dem lautlosen Schweben erst den rechten Auftrieb gab. Das Paragraphenwerk untersagte – gewiss unbeabsichtigt – nur den Motorflug. Dieses weidlich ausgenutzte Versehen bescherte der Wasserkuppe eine kleine Fliegerstadt mit Zufahrtsstraßen, Unterkünften, Hangars, Startkatapulten und später eine Startbahn, in deren Gefolge das mächtige Plateau auch für Erkundungen zu Fuß entdeckt wurde.

Der nun auf das optimale Gleiten ausgerichtete Fachverstand von Piloten und Luftfahrtingenieuren ließ die Segler zusehends Gestalt und Eigenschaften von Motormaschinen annehmen. Ein Weitenrekord jagte den nächsten, und die gesamte Nation nahm lebhaften Anteil, wenn ihre Flughelden bei den seit 1920 jährlich ausgetragenen Rhönwettbewerben mit Zehntausenden Zuschauern ihre Besten ermittelten. Lesen Sie den kompletten Bericht in der ‚FAZ, Frankfurter Allgemeine Zeitung‚.

Reise mit Abstandsregeln

Andris Kade, seine Frau Gabi und sein Freund Thomas segelten diesen Sommer quer durch Osteuropa. Was sie auf ihrem Wandersegelflug durch Österreich, die Slowakei, Ungarn und auf dem Weg zurück zum Hotzenwald alles erleben, lesen Sie hier in Andris‘ illustriertem und ausführlichen Bericht.

Wandersegelflug 2020 – Reise mit Abstandsregeln

Text und Bilder von Andris Kade.

Es ist noch gut eine Woche bis zu unserem Wandersegelflug 2020. Seit zehn Jahren unternehmen wir Wandersegelflüge quer durch Europa. Wir sind meine Frau und ich sowie unser Fliegerkamerad und Freund Thomas. Er fliegt eine DG 800 B und wir haben seit zehn Jahren eine gut gepflegte DG 500 M. Diese ist ein Glücksfall, denn wir konnten das Flugzeug in gutem Zustand von der Segelfluggruppe Bex erwerben. Das ist der Grundstein, um unseren Wandersegelflieger-Traum umsetzen zu können.

Querung der Donau östlich von Linz.

Schon ein bis zwei Wochen im Voraus beobachte ich aufmerksam das Wetter, um einen optimalen Abflug-Zeitpunkt zu planen. Aber nicht nur das Wetter ist in diesem Jahr eines der größten Herausforderungen, sondern vor allem die Covid-19-Situation macht die Planung nicht einfach. Da jedes der geplanten Länder andere Vorschriften erlässt, muss ich mehrfache Telefonate mit Behörden und Flugsicherungen führen. Plötzlich brauchen wir Flugpläne, wo man früher einfach über Grenzen fliegen konnte. Als Segelflieger ist man das Ausfüllen von Flugplänen nicht gewohnt. Mit dem Online-Tool der DFS ist das aber kein Problem mehr, denn man kann die Flugpläne nicht nur für das In- sondern auch für das Ausland problemlos erstellen. Besonderer Dank gilt hier den Mitarbeitern der DFS, die ich mehrfach im Vorfeld telefonisch um Hilfe bitte und die mir jedes Mal geduldig zur Seite stehen.

Samstag 11.07.2020
Tolle Rückseite zum Auftakt
Das Wetter passt endlich, es geht los. Wir können eine wunderbare Rückseite nutzen, um von unserem Heimatflugplatz Hütten-Hotzenwald nach Osten wegzufliegen. Der erste Flugplatz ist auch in diesem Jahr Regensburg-Oberhub. Nach gut fünf Stunden Flugzeit kommen wir in Regensburg an und stellen fest, dass es dort keine Taxifahrer gibt. Unser Hotel liegt einige Kilometer vom Flugplatz weg. Glücklicherweise gibt es am Flugplatz ein Restaurant und die ältere und rüstige Wirtin bringt uns kurzerhand in ihrem kleinen roten Auto und mit zügigem Fahrstil zum Hotel.

Sonntag, 12.07.2020
Tiefe Basis in den Alpen und ein bisschen Mut
Aufgrund der Wettervorhersage entscheiden wir, weiter Richtung Österreich zu fliegen. Leider merken wir schnell, dass das Wetter weniger gut als die Vorhersage ist. Schon am frühen Nachmittag treffen wir auf größere Ausbreitungen und Regenschauer im Bayrischen Wald. Dennoch gelingt uns schliesslich dank einem Aufwind auf 2‘600 m nordöstlich von Linz problemlos der Sprung zu den Alpen. Ohne den Motor zu nutzen, erreichen wir die ersten hohen Berge südlich von Amstetten und weiter Richtung Mariazell. Bei nur 2000 m Basishöhe basteln wir uns durch das hohe Gelände weiter nach Punitz, unserem heutigen Ziel. Der Einstieg in die Alpen gelingt Thomas nicht so problemlos und er braucht den Motor. In Punitz ist es wieder ein eifriger 84jähriger Fliegerkamerad, der uns bei der Hotelsuche unterstützt und uns zum Hotel bringt. Am nächsten Morgen werden wir sogar wieder abgeholt.

Das „Märchenschloss“ von Weinitz von Prievidza, eine schöne Kulisse im Anflug.

Montag, 13.7.2020
Flugpläne und Corona-News
Nach längerem Wetter- und Corona-Newsbriefing und einigem Hin und Her entscheiden wir uns heute, in die Slowakei zu fliegen. Die Corona-Situation macht uns Sorgen. Es gilt auf jeden Fall zu vermeiden, nicht in einer Quarantäne-Falle zu landen. Für den Flug in die Slowakei ist jedoch ein Flugplan nötig, den wir problemlos über das DFS-Tool online erledigen. Bei hervorragendem Wetter und guter Wolkenthermik erreichen wir am frühen Nachmittag den slowakischen Flugplatz Prievidza. Hier treffen wir auf unsere Bekannten Katarina und ihren Freund Daniel, mit denen wir einen netten Abend verbringen. Beide sind dort am Platz Segelflieger. Wir werden von ihnen durch den netten Ort Bojnice geführt sowie bei der Besichtigung des hübschen Schlosses Weinitz von Prievidza begleitet.

Nach den Bergen wird es flach in Ungarn, hier südlich von Sopron. Im Hintergrund der Neusiedler See.

Dienstag 14.07.2020
Wie Schachspielen – immer ein paar Flugtage weiterdenken
Es ist 10:00 Uhr, das morgendliche „Schachspiel“ nimmt seinen Lauf… Optionen um Optionen werden geprüft und verworfen. Weiterfliegen in Richtung Polen ist heute bei dieser Wetterlage nicht möglich. Außerdem stellen wir fest, dass wir für die kommenden Tage ein Flugplatz weiter im Süden wählen müssen, um starken Regenfällen im Norden auszuweichen. Wir entscheiden uns für Gabis Heimat Ungarn. Im Südosten Ungarns liegt der Flugplatz Bekescsaba. Natürlich benötigen wir auch für diesen Flug einen Flugplan. Mittlerweile sind wir fast schon Profis, das Ausfüllen des Flugplans dauert keine fünf Minuten. So wie an den Tagen zuvor füllen wir nur einen Flugplan aus, da wir als Team fliegen und der Aufwand mit der Flugsicherung während des Fluges kleiner wird. Den Funkverkehr überlässt Thomas mir, weil wir ja im Doppelsitzer fliegen und es einfacher sei – meint er…. naja. Nach einem stressigen Flug mit viel Funkverkehr, Frequenzwechsel und unsäglichem Transpondereinsatz sage ich zu Thomas: „Es ist halt im Alter wie beim betreuten Wohnen – Du bekommst betreutes Wandersegelfliegen!“

Von Prievidza nach Bekescsaba. Ungarische Puszta – kein Berg weit und breit. Der Theiß-See ist Ungarns grösster künstlicher See.

Der Flugplatz Bekescsaba ist als regionaler Flughafen ausgelegt. Entsprechend sind Lande- und Rollbahnen, Zollhäuschen, Gepäckbänder und Abflughalle ausgerüstet. Für Segelflieger-Landungen auf einer Asphaltbahn mit 1400 x 40m mehr als komfortabel. Unglaublich, was mit EU-Geldern finanziert wird. Nach der Landung begrüsst uns eine junge, quirlige Flugleiterin, die uns spontan zu einem Kaffee in ihrem Büro einlädt. So was haben wir auf unseren Reisen noch nicht erlebt. Nebenbei organisiert sie Taxi sowie ein wunderbares Hotel in der Nähe. Ein Traum! Fast wie eine Pauschalreise von TUI, aber eben nur fast, denn die fliegen ja derzeit nicht.

Mittwoch 15.07.2020
Auf der Suche nach gutem Wetter
Das Wetter wird ab Donnerstag schlechter. Wir überlegen uns, wo wir die nächsten Tage im Trockenen verbringen können. Wieder fällt die Wahl auf die wunderschöne Kleinstadt Pecs südlich des Balatons. Auch hier befindet sich ein Regionalflughafen der ausreichend Komfort bietet – bei Gewittern notfalls Hangarplätze. Das Flughafenpersonal kennt uns schon seit mehreren Jahren und ist erfreut, uns wieder begrüssen zu dürfen. Das Hotel liegt im Zentrum der Altstadt von Pecs, wo es ausreichend Restaurants und Zuckerbäckereien gibt. Zuckerbäckereien sind Thomas´ Plaisir an den Nachmittagen. Kaffee und Kuchen sind ein „Muss“ an unfliegbaren Tagen.

Das Zentrum von Pecs. Herrliches Ambiente.

Donnerstag 16.07. bis Samstag, 18.07.
Rien ne va plus
Das Wetter läst in den nächsten Tagen keinen Weiterflug zu. Wir sitzen jetzt mitten im Zentrum eines Tiefdruckgebietes, welches sich freudig um uns dreht. Wir sind umzingelt von Regen und Gewittern.

Sonntag 20.07.2020
Verlagerung nach Nordwesten Ungarns
Das Warten hat ein Ende und die Wettervorhersage sieht brauchbar aus. Das Queren der Alpen oder entlang der Alpen zu fliegen ist zwar nach wie vor nicht machbar, aber wir verlagern unseren Standort in den Nordwesten Ungarns. Der Flugplatz Fertöszentmiklos (Meidl Airport) verspricht für den nächsten Tag eine gute Ausgangsposition, um dann um Wien herum das Alpenvorland nach Deutschland zu queren. Auf dem Flugplatz werden wir vom jungen Flugleiter Namens Krisztian herzlich empfangen. Vorteilhaft auf Ungarnreisen ist, dass Gabi perfekt ungarisch spricht. So sind alle Sprachbarrieren gebrochen. Krisztian bringt uns in ein hervorragendes Hotel in Flugplatz-Nähe. Für den nächsten Tag wird eine Uhrzeit für den für Krisztian selbstverständlichen Abholservice am Morgen ausgemacht. Ein grandioser Service in Ungarn!

Montag, 21.07.2020
Tiefe Basis, Regenschauer und coole Controller
Um 10 Uhr morgens stehen erste Cumulus am blauen Himmel. Eigentlich wäre das eine gute Voraussetzung für einen tollen Tag. Doch beim ersten Blick in die Wettermodelle wird schnell klar, dass wir heute einen feuchtlabilen Tag mit Regenschauern zu erwarten haben. Wie feucht merken wir später… Prognosen von Meteoblue kündigen schon ab Mittag erste Regenschauer in den Ostalpen an. Trotzdem entscheiden wir, den Tag zu nutzen, denn die Folgetage sehen nicht besser aus. Bevor es aber heute los geht, tanken wir beide nochmals komplett voll (nichts ist so unsinnig wie das Benzin in der Tankstelle…).

Der Neusiedler See, ein wunderbares Naturgebiet nicht nur für Segelflieger, sondern auch für Radfahrer.

Kurz nach 12 Uhr starten wir bei sehr guter Thermik. Mit einem schönen Ausblick auf den Neusiedler See fliegen wir westwärts. Wir erreichen gerade die Hügelchen (Ungaren nennen das Berge) südlich von Sopron, da prasselt der erste Regenschauer auf uns nieder. Mit Mühe rette ich mich ein paar Kilometer weiter in einem Sonnenfleck und erreiche tatsächlich eine Wolke mit gutem Steigen. Jetzt merke ich schnell, dass wir unseren Flug nicht über die Berge fortsetzen können, sondern über das Wiener Becken ausweichen müssen. Während meine Frau fleißig weiter Höhe macht, studiere ich den komplexen Wiener Luftraum. Der Transponder wird eingeschaltet und Wien Information um eine Freigabe quer durch das Wiener Becken angefragt. Zügig erhalte ich einen Squawk und die gewünschte Freigabe auf 5‘500 ft. Damit kommen wir problemlos durch das Wiener Becken und erreichen die ersten Berge westlich Wiener Neustadts. Das Glück meint es gut mit uns und wir finden einen guten Bart, der uns auf 1900 m bringt. Aufgrund massiver Ausbreitungen und Regenschauer in den Bergen bleibt uns nichts anderes übrig, als in das flachere Gebiet nördlich der Alpen auszuweichen. Erst in 300 m GND finden wir nach viel Herumbohren endlich ein wenig Thermik. Mühsam geht es weiter entlang der ersten Bergketten Richtung Westen. Bei Steyr, südlich Linz erwischen wir das letzte Mal Thermik. Im Westen macht eine massive Abschirmung jede Hoffnung, thermisch weiter zu fliegen, zunichte. Ich melde mich jetzt bei Wien Information ab, um mit dem Controller von Linz Kontakt aufzunehmen. Von Thomas höre ich nichts. Irgendwie haben wir uns verloren. Nach kurzer Rücksprache mit Linz Radar dürfen wir problemlos die TMA queren und auf dem Direktflug weiter Richtung Schärding, unserem heutigen Tagesziel, fliegen. So sparen wir uns einen grossen Umweg und lange Motorlaufzeiten. Glücklicherweise strahlt in Schärding die Sonne und wir können einen wunderbaren Abend im Freien bei gutem Essen verbringen.

Dienstag, 22.08.2020
Schwache Thermik, frühes Thermikende und eine Märchenstadt
Den Traum, über die Alpen nach Hause zu fliegen, haben wir am Vortag aufgegeben. In den Jahren zuvor konnten wir den Heimflug immer über die Alpen realisieren. So müssen wir aufgrund der Wetterlage einen Weg nördlich von München suchen. Warmlufteinfluss macht heute einen frühen Start unmöglich. Bei anfänglich schwacher Blauthermik kämpfen wir uns langsam voran. Bei Landau an der Isar ist dann endgültig Schluss. Wir gönnen uns sieben Minuten Motorzeit und erreichen 12 km weiter endlich erste brauchbare Wolken. Irgendwie scheinen wir in eine andere Klimazone einzufliegen. Mit ordentlicher Wolkenthermik bis 2000 m geht es die nächsten 160 km zügig weiter. Übermütig frage ich Thomas, ob wir anstelle Rothenburg o.d.T. nicht doch Würzburg anfliegen wollen. Thomas stimmt zu, doch schon wenig später merke ich, wie der Wind zunimmt und die Thermik südöstlich Nürnbergs nachlässt. Rothenburg würde ich problemlos im Gleitwinkel erreichen. Nochmals den Motor bemühen möchte ich nicht. Ich informiere Thomas und lande in Rothenburg. Er wollte ohnehin nicht unbedingt nach Würzburg.

Rothenburg o.d.Tauber: Kurz nach dem Start fliegen wir eine Runde über der historischen Kleinstadt. Markant ist die vollständig erhaltene Stadtmauer.

Den Abend verbringen wir im Zentrum von Rothenburg – einer Märchenstadt. Die historische Altstadt mit bezaubernden Häuschen und gemütlichen Biergärten. Ein Besuch, der sich lohnt.

Mittwoch, 23.08.2020
Die kaputte Statistik und viel Warmluft
Wäre der heutige Tag nicht gewesen, hätten wir einen neuen Rekord aufgestellt. Nur etwas mehr als eine Stunde Motorlaufzeit haben wir bis jetzt gebraucht. Die ersten sechs Tage benötigen wir den Motor ausschliesslich zum Starten… und jetzt das! Strahlend blauer Himmel, kein Wölkchen weit und breit. Gegen 12 Uhr startet ein Arcus M. Leicht verunsichert halten wir aber an der Strategie fest, erst gegen 13 Uhr loszufliegen.

Erstaunlicherweise finden wir kurz nach dem Start gute Blauthermik mit Steigwerten um 2,5-3m/s. Die Freude ist gross, aber nur bis Schwäbisch Hall. Sobald die Bauern mit den Traktoren durchs Cockpit zu fahren scheinen, entscheiden wir uns, den Motor arbeiten zu lassen. Bis zum Schwarzwald prägt ein Mix aus Thermik und Motor das sonst so lautlose Fliegen. Selbst der Schwarzwald ist durch Überentwicklungen und breit laufende Wolken thermisch kaum nutzbar. Als wir nach rund vier Stunden wieder Zuhause am Hotzenwald ankommen, bin ich froh. 40 Minuten Motorlaufzeit drückt einem ambitionierten Segelflieger schon aufs Gemüt. Eine so miese Etappe hatten wir auf Wandersegelfliegen noch nie. Kein schöner Abschluss nach so tollen Erlebnissen in den letzten zwei Wochen.

Zusammenfassend legten wir in elf Tagen 2‘700 km in 42 Stunden Flugzeit zurück. Der Motor kam während der ersten Etappen unterwegs nicht, sondern erst auf dem Rückweg zum Einsatz, als die Wettersituation schwierig wurde. So kamen wir am Schluss auf einem Motor Laufzeit von knapp zwei Stunden. Bemerkenswert ist, dass weder Thomas noch ich keine Probleme mit dem Motor hatten. Das ist nach den Jahren zuvor erwähnenswert. Mal schauen, welche Überraschungen 2021 bringen wird.

Wie ich zum Segelfliegen überredet wurde

Semesterferien auf dem Flugplatz: 14 Studierende der Uni Freiburg dürfen beim Breisgauverein für Segelflug in die Lüfte gehen – und selber ein Segelflugzeug steuern. Möglich macht’s ein Hochschulsport-Angebot. fudder-Redakteurin Gina Kutkat ist spontan mitgeflogen. Während andere Studierende gerade in der UB oder zuhause sitzen und an ihren Hausarbeiten schreiben, lernt ein anderer Teil, wie man ein Segelflugzeug fliegt: Seit rund einer Woche campen 14 Studierende der Uni Freiburg auf einem Feld bei Kirchzarten und nehmen Schnupperstunden im Segelfliegen. Was sie richtig gemacht haben? Sie haben den Semesterferien-Kurs im allgemeinen Hochschulsport gebucht – ein Angebot, das Pilot Nils Wiegmann mit dem Breisgauverein für Segelflug vor ein paar Jahren ins Leben gerufen hat. „Heute Abend fliegen wir bis zum Sonnenuntergang“, sagt Wiegmann zu seinen Teilnehmenden, die sich in den letzten Tagen richtig gut kennengelernt haben: Eine Woche verbringen sie auf dem Segelflugplatz in Kirchzarten, essen, pauken und fliegen gemeinsam. „Segelfliegen ist ein Teamsport“, fügt Alexander Gütermann hinzu, der dem Piloten an diesem Tag als Fluglehrer assistiert. Und während er den Start eines Flugzeugs durchgibt – „ASK 13, doppelsitzig, startklar“ – machen die Studierenden das nächste Flugzeug fit oder breiten sich auf ihren eigenen Flug vor. Nichtsahnend mache ich fleißig Notizen, frage die Studierenden nach ihren Erfahrungen und bin heilfroh, nicht selber in die Luft zu müssen. Zu früh gefreut. Die Faszination des Segelfliegens – die darf jeder Teilnehmer mehrmals in den sieben Tagen erleben. „Jeden Tag pro Person zwei Flüge unter Aufsicht eines Lehrers, das ist realistisch“, sagt Nils Wiegmann. Solange das Wetter mitspielt, versteht sich, denn wie jeder Natursport ist das Segelfliegen davon abhängig. Doch auch wenn es regnet, gibt es genügend Theorie zu pauken – auch das gehört zum Segelfliegen dazu. Heute spielt das Wetter mit, es ist etwas bewölkt, der Wind kommt aus Norden. In Doppelsitzer-Segelflugzeugen vom Typ ASK 13 und 21 wird gegen den Wind gestartet. Quelle: ‚Badische-Zeitung.de‚.

An Pfingsten zu den drei Zinnen

Von Peter Schmid

Der gemeinsame Wandersegelflug an Pfingsten hat sich inzwischen bei Heinz Brem und mir in der Jahresplanungzu einem festen Termin gemausert. Die Ausgabe 2020 sollte wegen der Corona-Schutzmassnahmen in etwas anderer Form stattfinden. Landen im Ausland war keine Option, was unseren Wirkungsradius massiv einschränkte.

Ich erinnere mich kaum, jemals eine so lange und starke Bisenlage erlebt zu haben. Diese brachte in der zweiten Hälfte des Monats Mai anspruchsvolle Segelflugbedingungen. Heute gilt ja als gesichert, dass der Süden bei Nordwind sehr gut funktioniert. Diese Theorie wollten wir am Freitag, 29. Mai 2020 bei einem Flug in die Sarntaler Alpen und das Pustertal genauer prüfen.

Der Pfingstmontag war erneut geprägt von Bise und vor allem extrem stabiler Luft im Mittelland und in den Voralpen. Für die Alpen und besonders für die Südalpen waren die Prognosen aber ’superknackig‘. Auch im Wallis waren gute Bedingungen prognostiziert. Schnell einigten wir uns darauf, dass wir schon sehr häufig im Wallis unterwegs waren und die Dolomiten noch nicht ganz so gut kennen. Die Idee war mit einem hohen Start ab Schänis durch die stabile Luftmasse direkt ins Prättigau zu gleiten, um dort Anschluss an die knackigere Luft zu finden. Die Theorie war perfekt, es haperte aber etwas an der Umsetzung. Der hohe Start war etwas zu wenig hoch, sodass wir am Vilan nochmals kurz unsere „Blei-Thermik“ anwerfen mussten, um an der Sassauna einen ersten Vorgeschmack auf die knackige Luft zu erhalten. Einigermassen vernünftig kamen wir nun vorwärts. Schnell arbeiteten wir uns an unsere Lieblingskrete, welche von Davos zum Flüela Schwarzhorn (westlich der Flüela Passstrasse) führt, vorgearbeitet. Übrigens: wer diese Krete noch nie versucht hat, „must do“, Prädikat „sehr empfehlenswert“. An dieser Stelle ein kurzer Reminder, im Engadin gelten seit diesem Jahr die grossen Wolkenabstände. Dies ist dem GNSS Approach nach Samedan geschuldet. Die dringende Empfehlung: den Transponder aktivieren und die grossen Wolkenabstände einhalten.

Über Nuna, Ofenpass fliegen wir bei sehr zerrissener, ruppiger und nicht immer verlässlicher Thermik weiter ins Vinschgau. Heinz in der griechischen Mythologie offenbar besser bewandert als ich, meinte, dass einige der toll ausschauenden Wolken wie Sirenen seien. Und denjenigen welchen es ergeht wie mir, hier noch die Definition von Sirene: Eine Sirene ist in der griechischen Mythologie ein meist weibliches, in Darstellungen bisweilen bärtiges Fabelwesen (Mischwesen aus ursprünglich Mensch und Vogel, später auch Mensch und Fisch), das durch seinen betörenden Gesang die vorbeifahrenden Schiffer anlockt, um sie zu töten. (Quelle Wikipedia). Na ja, ob Wolken jemals Schiffer angelockt haben, entzieht sich meiner Kenntnis, uns Segelflieger haben sie aber auf jeden Fall angelockt. Meist offenbarten sie sich dann aber als Enttäuschung. Was darf man aber auch anderes von einem weiblichen, meist bärtigen Fabelwesen aus Mensch und Vogel erwarten?

Trotzdem kamen wir gut nach Meran voran. Die Optik gegen die Sarntaler Alpen war nicht sonderlich verheissungsvoll. Ausserdem fliegt man hier aus dem hohen Relief ins niedrigere Relief, was zumindest in dieser Richtung positiv ist, allerdings bleibt im Hinterkopf der Gedanke an den Rückweg. Die Steigwerte in den Sarntaler waren deutlich verhaltener, aber immerhin gab es da Steigwerte. Die Optik in den Dolomiten verhiess das Segelflieger-Paradies schlechthin. Damit war den Entschluss schnell gefasst: Über das Eisacktal (zwischen Bozen und Brenner) glitten wir ins Val Gardena, Richtung Gröden. Die ersten Wolken entpuppten sich als wahre Sirenen, knackige Optik, enttäuschende Steigwerte. Es dauerte einen Moment, bis wir wieder vernünftigen Anschluss hatten. Allerdings entpuppte sich das vermeintliche Segelflieger-Paradies bestenfalls als dessen Vorzimmer, Steigwerte und Basishöhen waren mittelmässig. In der Region Silian, mit fantastischem Ausblick auf die Drei Zinnen, entschlossen wir uns, den Rückflug anzutreten. Seit der Erstbesteigung der Großen Zinne im Jahr 1869 zählen die Drei Zinnen bei Kletterern zu den begehrtesten Gipfelzielen der Alpen. Sie sind durch zahlreiche Routen verschiedener Schwierigkeitsgrade erschlossen und wurden so zu einem Zentrum des alpinen Kletterns, von welchem viele wichtige Entwicklungen in der Geschichte dieses Sports ihren Ausgang nahmen. (Quelle Wikipedia). Ich persönlich bevorzuge weiterhin den Ausblick aus unserem „Liegestuhl im Himmel“, da fühle ich mich deutlich sicherer. Kann manchmal auch nervenaufreibend und anstrengend sein, insgesamt ist es aber meine bevorzugte Variante.

Die Wetteroptik in Richtung Westen, wo wir herkamen, liess keine Euphorie im Cockpit aufkommen. Trotzdem entpuppte sich der Rückflug als reiner Genuss. Ein Segelflieger-Paradies erlebten wir dann nochmals bei Schluderns, als Heinz in einen Aufwind eindrehte, wobei es uns „die Socken herunterrollte“. Sage und schreibe 5 m/sec. integriert, weshalb – so frage ich mich immer wieder – gibt es solche Aufwinde nicht häufiger? So muss Thermik! Solche Schläuche müsste man klonen, quasi als „Dolly“ unter den Aufwinden. Der Rest des Fluges bestand dann auch spazierenfliegen über Sedrun, Klausen und zurück nach Schänis. Sensationelles Flugerlebnis, und Ja, die Theorie stimmt, bei Nordwind funktionieren die Südalpen sehr gut.

Lust an hoher Luft

Nicht über, sondern unter den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, so heißt es bei den Segelfliegern in Rotenburg. Der Verein für Luftsport Rotenburg Wümme wurde 1952 gegründet. Der Flugbetrieb startete 1953 in Unterstedt im Weißen Moor. Aus den umliegenden Städten trafen sich die Flugbegeisterten. Die Rotenburger bauten eine Startwinde, die Verdener stellten ein Flugzeug zur Verfügung, mit vereinten Kräften wurde aus einem Feld eine Start- und Landebahn erschaffen. Bereits nach kurzer Zeit bot sich bei den Engländern in der heutigen Von-Düring-Kaserne die Nutzung von Flugplatz und Gebäuden an. Mitte der 60er-Jahre wurde das heutige Vereinsgrundstück an der Zevener Straße mit eigener Flugzeughalle, Werkstätten und Vereinsheim bebaut. Zum Fliegen ging es zuerst über einen Feldweg zum Flugplatz, dann kaufte der Verein selber Land dazu. 100 Mitglieder zählen zum Verein, davon sind 45 bis 50 Aktive und 15 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 25 Jahren dabei. Es stehen fünf Segelflugzeuge und ein Motorsegler zur Verfügung. Vom Schulungsdoppelsitzer über den Schulungseinsitzer bis zum Hochleistungsdoppelsitzer und -einsitzer, mit denen die Mitglieder auch bei Weltmeisterschaften mitfliegen könnten, ist alles dabei. Anfang des Jahres wurde ein neues Schulflugzeug mit den neuesten Standards gekauft. Die Wartungs- und Reparaturarbeiten an den Segelfliegern übernimmt die Segelfluggemeinschaft in der eigenen Werkstatt selber.

Die Außenstelle Rotenburg des Luftsport-Verbands Niedersachsen bildet Segelflugpiloten aus. Im Alter von 14 Jahren dürfen diese das erste Mal alleine fliegen. Acht Fluglehrer des Vereins wechseln sich wöchentlich mit der Ausbildung ab. Einer dieser Fluglehrer ist Christian Rinn, der 2005 zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde und somit die Nachfolge seines Vaters antrat. Rinn ist auf dem Segelflugplatz groß geworden. Das Besondere für ihn sei die tolle Gemeinschaft, das Füreinander- da-sein, gemeinsam in den Urlaub zu fahren und neue Gebiete zu befliegen. In der Luft sei es die Weite und eine Strecke in einer Zeit zu bewältigen, die mit dem Auto nicht möglich wäre, das fasziniert den 54-Jährigen. „Beim Segelfliegen kommt es auf die richtige Thermik an“, erklärt Christian Rinn. In diesen Breitengraden sei die beste Jahreszeit zum Segelfliegen von April bis August, um das Ziel, so lange wie möglich und große Strecken zu fliegen, zu bewältigen.

Im Verein für Luftsport wird von Ende März bis Ende Oktober noch geflogen, aber die Thermik lässt ab September keine langen Flüge mehr zu. Die besten Voraussetzungen für einen Flugtag sind gegeben, wenn die Nacht kalt war, die Sonnenstrahlen am nächsten Tag den Boden erwärmen. Die erwärmte Luft steigt nach oben, es bilden sich Kumulus-/Schäfchenwolken. Diesen Thermikschlauch, auch Bart genannt, steigen die Segelflieger kreisend nach oben, um an Höhe zu gewinnen. Im anschließenden Gleitflug sinkt das Flugzeug 0,5 bis zwei Meter pro Sekunde bis zum nächsten Thermikschlauch. Bei den neuwertigen Flugzeugen kann zusätzlich Wasser als Ballast in die Tanks der Tragflächen gefüllt werden. Das Flugzeug steigt zwar langsamer in dem Bart, fliegt aber schneller im Gleitflug, deshalb wird das schlechte Steigen gerne in Kauf genommen. Die Segelflugzeuge können mit Hilfe eines Motorflugzeugs in die Luft geschleppt werden. In Rotenburg zieht eine Seilwinde die Flugzeuge nach oben. Diese ist auf einem Lastwagen befestigt und wird von einem 400-PS-starken Dieselmotor angetrieben. Das Kunststoffseil beschleunigt die Segelflugzeuge in zwei Sekunden von null auf 100 Stundenkilometer und wird in einer Höhe von 600 Metern automatisch ausgeklinkt. Es schwebt an einem Fallschirm langsam zu Boden. Quelle: ‚Kreiszeitung.de‚.

Glide Omarama gibt auf

Folgender Eintrag ist auf dem facebook-Account von Glide Omarama zu finden:

Sadly, Glide Omarama does not expect to be operating from the Omarama Airfield in the near future. It has been an incredibly challenging six months for us on many fronts. Many of you will know that the Civil Aviation Authority decided to discontinue our letter of exemption from part 115 of the civil aviation act earlier in the year. This decision, to enforce new compliance on Glide Omarama’s operations, was abrupt and unexpected and was made following extensive personnel changes within the Authority. Unfortunately for us, it fell in the middle of our season. Part 115 compliance for Gliding is unique to New Zealand and is a complex, lengthy, and expensive process. Requiring significant new levels of regulatory and administrative overhead it would have vastly increased our operating costs without adding any measurable safety benefits. It would also push many of our most experienced and talented instructors out of the industry.

Even as we began to tackle part 115 compliance, Covid-19 turned the world upside down. Despite some newfound local interest in gliding, many of our regular overseas clients and team are unable to travel here for the 20/21 season. We’re thinking of you all; whatever this gliding season brings it will not be the same without you. A further hurdle has now been thrown at us by the Omarama Airfield Company. Despite our existing legal rights to an exclusive license to operate commercial gliding from the airfield, they have proceeded to advertise for new commercial operators. We have been attempting to work with them to resolve our concerns in a way which minimises impact on everybody else. Unfortunately, they have declined to engage with us around the issues raised. As a result of all of the above, there really is no choice but to suspend operations from the Omarama Airfield until further notice. I myself have retired and handed over the business assets and affairs to my son George in the hope that he can pull together new leadership and a future for what we have built over the last 22 years in Omarama. In the meantime, I am preparing all of the equipment for sale including gliders, tow planes, hangers, and ancillary equipment, as well as writing a book. So please watch this space for updates.

I am told that over our 22 years, Glide Omarama had grown to become one of the most successful gliding operations worldwide. It was certainly unique considering the skills and professionalism of our staff, our wonderful guests from around the world, not to mention the Omarama soaring environment. I often said that the real reward from this line of work was the people we met and the adventures we shared. This is certainly true for both Mandy and me. I would very much like to thank all our guests from wherever you came and our outstanding team. There is also a very special thank you which I would like to make to Rod Dew our General Manager; his outstanding leadership and steady support throughout these difficult times have meant so much. (Gavin Wills – Retired, Omarama)

Keine Bitterwasser-Segelflugsaison 20/21

Das Segelflugzentrum Bitterwasser teilt mit: „Liebe Bitterwasser Freunde, gestern hat das Bitterwasser Board getagt und beschlossen das es in diesem Jahr keine Segelflugsaison in Bitterwasser, wie wir es gewohnt sind, geben wird. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Die Grenzen in Namibia sind nach wie vor zu. Es gibt keine Flüge von und nach Namibia und in Deutschland und der Schweiz gibt es immer noch eine Reisewarnung für Namibia. Eine entscheidende Verbesserung der jetzigen Situation ist in Anbetracht zunehmender Fallzahlen und damit einhergehenden verschärften Restriktionen sehr unwahrscheinlich. Wir müssen trotz grundsätzlich optimistischer Grundeinstellung die aktuellen Fakten respektieren und Euch leider diese für uns alle negative Nachricht übermitteln. Sollte sich wider Erwarten bis Anfang Oktober eine deutlich positive Entwicklung ergeben, könnten wir über eine verkürzte, abgespeckte Saison nachdenken. Freuen wir uns aufs nächste Jahr. Machts gut und bleibt gesund“. (Rainer Hog, Director Chairman)

Der Traum vom Fliegen

Zweifellos ist es ein unübliches Hobby: Segelfliegen steht bei den allermeisten Jugendlichen nicht auf der Freizeitagenda. Dass man schon mit jungen 14 Jahren die Ausbildung zum Segelflieger beginnen darf, wissen dementsprechend nicht viele. „Die meisten unterschätzen oft, dass das Segelfliegen eine absolute Teamaufgabe ist“, beginnt Klaus Berger, Vorsitzender des Fliegerclubs Gladbeck und Kirchhellen (FCGK). Beim Segelfliegen käme es nicht allein auf die Performance in der Luft an, sondern auf das Zusammenspiel des gesamten Teams. „Es sind schon so vier bis fünf Leute an einem einzigen Segelflug beteiligt. Einer sitzt natürlich im Segelflugzeug, aber am Boden sorgt eine Mannschaft dafür, dass der Flieger überhaupt in die Luft gehen kann und danach natürlich auch sicher landet“, wissen wir jetzt. Klaus Berger erzählt: „Das ist das Schöne am Fliegen. Man lernt, Verantwortung für sich und vor allem für andere zu übernehmen. Da die Auszubildenden bei uns sehr früh anfangen, lernen sie diese Verantwortung eben auch sehr früh. Hinter dem Segelfliegen steckt also eine ganze Menge“, ergänzt der Segelflieger.

Damit alle Beteiligten wissen, was sie zu tun haben – ob nun als Flieger selbst oder als Bodentrupp – bedarf es einer ordentlichen Ausbildung. Bereits ab 14 Jahren dürfen Interessierte die Ausbildung beginnen. Schon nach etwa einem Jahr ist das Fliegen ohne Begleitung möglich. Mit 16 Jahren etwa, und das ist der früheste Zeitpunkt, können die Auszubildenden ihre Prüfung ablegen und somit ihre Lizenz zum Segelfliegen erwerben. Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt etwa zweieinhalb bis drei Jahre und ist kostenfrei, da alle Fluglehrer ehrenamtlich im Verein arbeiten. Zur Ausbildung gehört neben dem praktischen auch ein theoretischer Teil. Hier lernen sie in verschiedenen Fächern alles über Navigation, Luftrecht, Meteorologie, Flugtechniken, Sicherheitsaspekte und Krisenmanagement für anspruchsvolle Situationen. In diesen Fächern legen die Auszubildenden eine theoretische Prüfung ab, danach ist die Praxis dran. „Besonders beim Krisenmanagement lernen die angehenden Piloten ihre eigenen, menschlichen Grenzen kennen. Die zu kennen ist wichtig, denn sich selbst zu überschätzen kann zu gefährlichen Situationen führen“, betont Klaus Berger. „Die Flugsaison bei uns ist vom 1. März bis 31. Oktober. Im Winter wird zwar nicht geflogen, da lernen die Prüflinge aber, die Flugzeuge selbst zu warten, sodass sie die jährliche Flugzeugprüfung überstehen.“ Quelle: ‚Lebensart-regional.de‚.

Wochenende für die Galerie

Während die Natur ein Ende der Trockenheit der letzten Wochen herbeisehnt, freuten sich die Piloten des Aero-Club Bad Nauheim am vergangenen Wochenende über den richtigen Wetter-Mix. Denn nicht nur die Temperaturen erinnerten an Afrika, auch die möglichen Flughöhen von fast 3000 Metern (die maximal erlaubte Höhe in Deutschland) zauberten ein breites Grinsen in die Gesichter der heimischen Segelflieger. Das hatte auch sportliche Vorteile, kämpfen die Bad Nauheimer in der Segelflug-Bundesliga doch noch um den Klassenerhalt. Bei der elften Runde des Wettbewerbs dieser Saison konnte genau dafür ein großer Schritt in die richtige Richtung gemacht werden, mehr noch: Das Team hat nun sogar Chancen auf eine Top-10-Platzierung. In der Bundesliga werden die Flüge der schnellsten drei Piloten des Vereins gewertet und dann mit den insgesamt 30 Erstliga-Vereinen verglichen. Dabei werden nur die schnellsten 2,5 Stunden jedes Fluges betrachtet – auch wenn der Flug wesentlich länger gedauert hat. Eine Liga-Saison läuft über 19 Runden mit jeweils einem Wettkampf pro Wochenende und in jeder Runde können entsprechend der Platzierung bis zu 20 Punkte für das Vereinskonto gesammelt werden. Doch auch vor den Segelfliegern macht die Coronavirus-Krise nicht halt: Die Saison musste später starten und ist in diesem Jahr auf 13 Runden zusammengeschrumpft.

Die drei schnellsten Nauheimer waren an diesem Wochenende Karsten Leucker, Lorenz Dierschke und das Doppelsitzer-Team Thomas Liebert/Hans-Jürgen Gelsebach. Dabei führten die Streckenflüge vom Start am Flugplatz Ober-Mörlen an den Rhein, ins Sauerland und bis in den Thüringer Wald kurz vor die tschechische Grenze – und zurück. Alleine diese drei Flüge legten in zweieinhalb Stunden Wertungszeit zusammen unglaubliche 1084 Kilometer zurück, was eine Team-Speed von 434 Kilometer pro Stunde bedeutet – eine noch nie zuvor erreichte Leistung, die zum ersten Mal in der Bad Nauheimer Vereinsgeschichte den ersten Platz bei einem Wettkampf in der deutschen Königsklasse bedeutet.

Dass nicht nur Segelfliegen an sich ein Teamsport ist – denn um in die Luft zu kommen ist die gegenseitige Hilfe notwendig – sondern auch die Ligasaison vom ganzen AeC-Team bestritten wird, zeigt die Menge an gemeldeten Flügen. Zwölf Piloten haben das Wetter genutzt und insgesamt 4750 Kilometer unter Ausnutzung von thermischen Aufwinden zurückgelegt. Während man am Boden bei über 35 Grad Celsius ordentlich schwitzen musste, war es in 2500 Meter Höhe mit 10 Grad Außentemperatur angenehm kühl. Auch in der Breite ist der Verein gut aufgestellt: Mit 450 Kilometern auf seinem Oldtimer „Pilatus B 4“ konnte der Erfahrenste im Bunde, Willi Breitenfelder mit mehr als 60 Jahren Segelflugerfahrung, den drittgrößten Flug beisteuern – der jüngste Pilot, Nuno Ferreira, war dagegen gerade einmal 18 Jahre jung. Quelle: ‚Wetterauer Zeitung‚.

Erzbergland Cup

Drei Schweizer Segelflug-Junioren nahmen am Erzbergland Cup teil, welcher gleichzeitig wie die Österreichischen Meisterschaften im Segelflug in Timmersdorf ausgetragen wurde.

David Leemann (Ex-Junior) belegte Platz 2, Nico Jägli Platz 3 auf dem Siegerpodest. Auch Raphaël Pahud, neu im Swiss Junior Gliding Team seit Beginn dieses Jahres, zeigte gute Leistungen.

Einmal Schweiz und zurück – im Segelflieger

Eintausend Kilometer am Stück – mit den meisten Autos unmöglich. Die Segelflieger des Sportfliegerclubs Leonberg haben das am vergangenen Wochenende Ganz ohne Motor und Benzin bewerkstelligt. Ohne eigenen Antrieb segelten sie über den Schwarzwald oder zum Teil sogar bis ins Schweizer Juragebirge und wieder zurück nach Malms­heim. „Das Wetter war ideal“, schwärmt Holger Leicht vom SFC Leonberg. „Die wenigsten wissen, was im Segelflug machbar ist und dass im Sommer bei günstigen Wetterlagen Flüge über viele hundert Kilometer ganz ohne Motor möglich sind“, sagt Holger Leicht. „Die Segelflieger können durch Kreisen in der Thermik Höhe gewinnen und mit der gewonnenen Höhe wieder Strecke machen.“ Wind sei dazu gar nicht notwendig, „auch wenn das die landläufige Meinung ist“.

Am vergangenen Wochenende hat es das Wetter, wie schon relativ oft in dieser Saison, gut gemeint mit den Piloten in Malmsheim. „Der Schwarzwald vor der Haustür und der angrenzende Schweizer Jura sind für die Malmsheimer eine wahre Spielwiese“, so Holger Leicht. Manche Routen gingen an Basel vorbei bis in die Nähe von Genf oder über die Schwäbische Alb großräumig um den Luftraum des Stuttgarter Flughafens herum. „Neben der Wertung faszinieren immer auch die Ausblicke auf die beeindruckenden Landschaften mit Titisee und Schluchsee im Schwarzwald und natürlich den Felsformationen im Jura sowie der Blick auf die Alpen und den Mont Blanc.“ Doch was passiert, wenn man auf so einem langen Flug doch mal unvorhergesehen landen muss? „Es kommt schon vor, dass jemand es nicht ganz bis zum Flugplatz zurückschafft“, erklärt Leicht. Das passiere aber meist erst gegen Ende des Rückflugs, wenn es nur noch wenige Kilometer bis nach Hause sind. Zwischenlandungen auf ganz langen Flügen kämen eigentlich nicht vor, „die Wetterberichte sind mittlerweile sehr zuverlässig“. Trotzdem: Große Flüge unternehme man eigentlich nur mit einem Notmotor, falls doch mal etwas sein sollte. Quelle: ‚Leonberger Kreiszeitung‚.

Die Kunst, mit der Luft zu schwimmen

Für Segelflieger gelten die gleiche Gesetze wie für die Vögel – sie sind immer auf der Suche nach warmen Aufwinden. Segelfliegen ist nicht nur ein Hobby, nicht nur ein Sport, sondern eine Lebenseinstellung. Segelfliegen – ist das überhaupt ein Sport? Diese Frage höre ich oft. Auf den ersten Blick spricht einiges dagegen: In den meisten modernen Cockpit-Sitzen liege ich schon fast. Die Pedale an den Füßen lassen sich bequem an meine Beinlänge anpassen. Unter mir ein stoßabsorbierendes Sitzkissen. Im Nacken eine gepolsterte Kopfstütze. Klingt komfortabel oder? Na, dann wollen wir mal. Start an der Seilwinde. Beim Start beschleunigt das Flugzeug in wenigen Sekunden von null auf etwa 120 Kilometer pro Stunde. Ich werde in den Sitz gedrückt. Oben klinke ich das Seil aus. Mich verbindet jetzt nichts mehr mit der Erde. Wie lange kann man da eigentlich oben bleiben? Wenn das Wetter passt, fliege ich mehrere Stunden. Dann wird es anstrengend. Im Sommer wird das Cockpit zum Gewächshaus – im Frühjahr oder Herbst werden meine Füße taub vor Kälte. Das klingt jetzt wahrscheinlich nach einem recht einsamen Sport. Stundenlang allein im Cockpit. Segelfliegen klappt aber nur im Team. Alleine komme ich nicht in die Luft. Wenn ich fliege, helfen die anderen Vereinsmitglieder am Boden mit. Am nächsten Tag läuft es andersherum. Für unsere Leidenschaft opfern wir ein ganzes Wochenende. Quelle: ‚Deutschlandfunkkultur.de‚.