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AustroControl modernisiert Flugmeteorologie

Am Flughafen Wien-Schwechat entsteht eines der modernsten flugmeteorologischen Zentren Europas. Die österreichische Flugsicherung Austro Control macht einen entscheidenden Schritt zur Modernisierung der Flugmeteorologie. Mit präzisen Wetterbeobachtungen, -vorhersagen, -beratungen und -warnungen sorgt die Austro Control-Flugmeteorologie dafür, dass PilotInnen und Flugzeuge immer sicher unterwegs sind. Von telefonischen Wetterbriefings, über Warnungen vor Gewittern, Windscherungen oder Vereisungsgefahr bis hin zu Kurz- und Mittelfristprognosen wird die gesamte Luftfahrt mit sicherheitsrelevanten Wetter-Informationen versorgt. In den kommenden drei Jahren wird die Austro Control-Flugmeteorologie auf neue, zukunftssichere Beine gestellt.

Bessere Prognosen
Austro Control setzt auf die Digitalisierung und den zunehmenden technologischen Fortschritt, um die Wetterbeobachtung noch präziser und effizienter zu machen. Mit den entsprechenden Investitionen wird die Erstellung von Flugwetterprognosen noch besser, bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards. Wesentliches Element dabei ist die verstärkte Automatisierung, etwa bei der Bestimmung von Sichtwerten, Wettererscheinungen und Wolkenuntergrenzen. Bereits heute werden Windrichtung, Windgeschwindigkeit oder Pistensichtweite als Bestandteile einer Flug-Wettermeldung automatisch erhoben.

Eines der modernsten flugmeteorologischen Zentren Europas
Mit der Investition in neue technologische Systeme und neue Arbeitsbereiche wird im Tower am Flughafen Wien-Schwechat eines der modernsten meteorologischen Kompetenz-Zentren Europas eingerichtet. Das neue MET-Center Vienna schafft optimale Arbeitsbedingungen, damit das Know-How unserer hochqualifizierten meteorologischen Experten bestmöglich zum Einsatz kommen kann. Verbesserte Arbeitsabläufe und ein rascherer Informationsaustausch stellen eine höhere Konsistenz bei der Erstellung der Wetterberichte sicher und ermöglichen dadurch noch bessere Prognosen. Dazu kommen ein besseres Workloadbalancing innerhalb des Teams – besonders relevant bei kritischen Wetterphasen – und eine Erhöhung der Flexibilität. Darüber hinaus sichern diese Investitionen hochwertige Arbeitsplätze.

Austro Control stärkt Vorreiterrolle als Top Dienstleister der Flugsicherungsbranche
Das neue MET-Center ist auch im internationalen Vergleich state-of-the-art. In Deutschland werden beispielsweise 15 internationale und 25 Regionalflughäfen von fünf MET-Centern remote mit Flugwetter-Informationen versorgt. Vergleichbare Lösungen gibt es bereits in Frankreich oder in den Niederlanden. Die Investitionen erhöhen die Effizienz, denn durch die Bündelung und die zunehmende Automatisierung bei Austro Control können im neuen MET-Center Aufgaben übernommen werden, die derzeit noch auf verschiedene Standorte verteilt sind. Das lokale Know-How bleibt durch intensive Schulungen während der Umsetzungsphase erhalten.

Modernisierung als wichtiger Schritt zur Zukunftssicherung von Austro Control
Angesichts der nach wie vor anhaltenden Luftfahrtkrise sind diese Investitionen in die Modernisierung der Austro Control Flugmeteorologie von großer Bedeutung. Es gilt, das Unternehmen nachhaltig für die Zukunft zu stärken. Die Nutzung modernster Technologien und digitaler Lösungen spielt bei der Steigerung der Effizienz und Hebung von Synergien eine entscheidende Rolle. Mit diesem Schritt setzt Austro Control auch die Vorgaben des Rechnungshofs um, der in einem früheren Prüfbericht die verstärkte Automatisierung der Flugmeteorologie empfohlen hat.

Mit dem neuen MET-Center Vienna macht die Austro Control Flugmeteorologie einen entscheidenden Digitalisierungsschritt in Richtung Zukunft. Der Flugwetterdienst entwickelt sich damit zu einem modernen MET-Service Provider, der sich auch international behaupten kann und auf künftige Herausforderungen gut vorbereitet ist. Unter dem Aspekt der Sicherheit wird das gesamte Projekt selbstverständlich entsprechenden Safety-Asssessments unterzogen. Auch der Aufsichtsrat von Austro Control ist eingebunden und wird sich in seiner nächsten Sitzung mit der Modernisierung der Flugmeteorologie befassen. Für die die Kundinnen und Kunden von Austro Control bleiben die hohe Qualität der Flugwetterberatung ebenso wie der Umfang der Services weiter erhalten, und die Sicherheit in der Luftfahrt in Österreich wird weiter erhöht. Quelle: ‘AustroControl‘.

Drittwärmster Juni seit 1881

In der ersten und letzten Junidekade lag Mitteleuropa zeitweilig unter dem Einfluss hohen Luftdrucks, der jedoch regelmäßig heranziehenden Tiefdruckgebieten Platz machen musste. Dies führte lokal immer wieder zu heftigen Gewittern, kräftigen Niederschlägen, Hagel und schweren Sturmböen. Zur Monatsmitte machten die Tiefs dann einen Bogen um Mitteleuropa, so dass viel Sonnenschein mit teilweise großer Hitze dominierte. Die Folge: Der Juni 2021 ist in Deutschland der drittwärmste seit Beginn kontinuierlicher Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Er war zugleich niederschlagsreich und sehr sonnig. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Erste Hitzewelle des Jahres Mitte Juni
Mit 19,0 Grad Celsius (°C) lag der Temperaturdurchschnitt im Juni 2021 um 3,6 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961-1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991-2020 betrug die positive Abweichung 2,6 Grad. Die durchweg sommerlichen, zur Monatsmitte hin hochsommerlichen Werte führten zum nach 2019 (19,8 °C) und 2003 (19,4 °C) drittwärmsten Juni seit Messbeginn 1881. In der zweiten Monatsdekade brachte die erste Hitzewelle des Jahres die Bundesbürger kräftig ins Schwitzen: In Berlin-Tempelhof und Baruth, südlich davon, kletterte das Thermometer am 19. mit jeweils 36,6 °C am höchsten. Einige DWD-Stationen meldeten Tropennächte: In Berlin-Marzahn, Berlin-Tempelhof und Lindenberg, weiter südöstlich, gab es je vier Nächte mit einem Minimum von über 20 °C. Bad-Kreuznach, südwestlich von Mainz, zählte acht heiße Tage (≥ 30 °C). Am 1. verzeichnete Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit 0,5 °C den tiefsten Monatswert.

Im Süden schwere Gewitter mit oft großen Regenmengen, im Osten Trockenheit
Der Juni 2021 übertraf mit rund 95 Litern pro Quadratmeter (l/m²) sein Niederschlagssoll (85 l/m²) der Referenzperiode 1961-1990 deutlich. Verglichen mit der Periode 1991-2020 lag das Plus sogar bei knapp 20 l/m². Kennzeichnend waren vor allem die örtlich kräftigen, teils auch extrem heftigen Gewitter. Diese führten, oft begleitet von Starkregen, großkörnigem Hagel sowie schweren Sturmböen, hauptsächlich im Süden in der ersten und letzten Dekade zu großen Niederschlagsmengen. In den betroffenen Gebieten kam es zu teils katastrophalen Verhältnissen. Die höchste Tagesmenge meldete am 23. Nürtingen-Reudern, südöstlich von Stuttgart, mit 115,0 l/m². Insgesamt fiel in Oberschwaben und an den bayerischen Alpen mit teils über 250 l/m² der meiste Niederschlag. Im Großraum Berlin, dem mittleren Brandenburg und der Uckermark wurden dagegen mancherorts kaum 5 l/m² gemessen. Die anhaltende Trockenheit führte hier bereits zu den ersten großen Waldbränden.

Der Juni war vor allem im Nordosten sehr sonnenscheinreich
Mit rund 260 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer im Juni 2021 ihr Soll von 203 Stunden (Periode 1961-1990) um 28 Prozent, also recht deutlich. Im Vergleich zur Periode 1991-2020 lag die positive Abweichung bei gut 20 Prozent. Sehr sonnig war es auf Rügen sowie an der vorpommerschen Küste mit teils mehr als 330 Sonnenstunden. In Nordfriesland und in den zentralen Mittelgebirgen kamen dagegen örtlich nur rund 210 Sonnenstunden zusammen. Quelle: ‘DWD‘.

Wetter wird günstiger

Das BAZL kommt zum Schluss, dass MeteoSchweiz der Skyguide und allen Nutzern des Flugsicherungs-Dienste zu hohe Kosten verrechnete. MeteoSchweiz hat die vom BAZL neu berechneten Kosten akzeptiert. Ursache sei ein mangelhaftes System, das die Kosten- und Leistungsberechnung zuwenig differenziert ausweise. Ein Fehlverhalten sei nicht festgestellt worden. Auch ein Gutachten der KPMG stellte dieses Jahr überhöhte Flugwetterkosten fest und bemängelte die Kalkulations-Nachweise von MeteoSchweiz. KPMG empfiehlt ausserdem eine Neuausrichtung der Kosten- und Leistungsrechnung, um Kostenwahrheit und -Klarheit zu verbessern. Das Kostendach von bisher CHF 17.4 Mio. wurde neu auf 14.5 Mio. gesenkt.