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Deutscher Wetterdienst erweitert Hitzewarnsystem

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat sein Hitzewarnsystem erweitert. Der nationale Wetterdienst bietet auch Vorhersagen der zu erwarteten Hitzebelastung in den kommenden fünf Tagen an. In Hitzetrend-Karten werden Gebiete markiert, für die voraussichtlich eine Hitzewarnung ausgesprochen wird. Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des DWD: „Hitzewellen, wie sie jetzt wieder bevorstehen, sind ein großes Risiko für die menschliche Gesundheit. In heißen Sommern steigen die hitzebedingten Todesfälle deutlich an. Ich hoffe sehr, dass unserer Hitzewarnsystem gerade im Gesundheits- und Pflegebereich breit genutzt wird und wir so gemeinsam Risikogruppen schützen und Leben retten können.“

Alle Informationen seines Hitzewarnsystem bietet der DWD hier an. Die Nutzerinnen und Nutzer finden dort Karten der amtlichen Hitzewarnungen für heute und morgen, Vorhersagen des Hitzetrends sowie Details zur Entwicklung in jedem Landkreis. Hinzu kommen Verhaltensempfehlungen und Hintergrundinformationen zum Hitzewarnsystem. Alle Hitzewarnungen können kostenfrei als Newsletter abonniert werden.

Wann warnt der Deutsche Wetterdienst vor gefährlicher Hitze?
Der DWD unterscheidet bei Hitzewarnungen zwei Warnstufen: Warnungen vor starker Wärmebelastung und Warnungen vor extremer Wärmebelastung. Grundlage beider Warnstufen ist die Gefühlte Temperatur, eine Größe, die das Wärmeempfinden der Menschen unter Berücksichtigung von Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Sonnenstrahlung beschreibt. Liegt die Gefühlte Temperatur über 38°C, wird eine Warnung vor extremer Wärmebelastung herausgegeben. Bei Gefühlten Temperaturen zwischen ca. 32°C und 38°C warnt der DWD vor starker Wärmebelastung – wenn auch in der Nacht eine belastende Situation vorliegt und die starke Wärmebelastung mindestens zwei Tage andauert. Um die Nachtbedingungen adäquat abbilden zu können, wird die nächtliche Wärmebelastung in Innenräumen mit Hilfe eines Gebäudesimulationsmodells berechnet. Die Hitzewarnungen beziehen zugleich die Höhenlage eines Ortes im betroffenen Landkreis ein. Darüber hinaus werden im Modell Städte, die sich oft stärker als das Umland erwärmen, und Risikogruppen, wie ältere Menschen, besonders berücksichtigt. Warnungen werden für den aktuellen und folgenden Tag herausgegeben, sofern die Warnkriterien erfüllt sind. Quelle: ‘DWD, Deutscher Wetterdienst‘.

Release der DWD FlugWetter-App

Mit dem Release der DWD FlugWetter-App ist es möglich, aktuelle WAWFOR Modellvorhersagen (World Aviation Weather Forecast) für die Region Europa aufzurufen. Der WAWFOR ist ein digitaler Flugwetterdatensatz speziell für die Luftfahrt.
Die WAWFOR Modelldaten basieren auf dem DWD-Vorhersagemodell ICON-EU und sind für einen Vorhersagezeitraum bis +48 Stunden verfügbar; die zeitliche Auflösung beträgt eine Stunde.

Die folgenden Vorhersageparameter sind in einer interaktiven Kartendarstellung verfügbar:

  • Signifikantes Wetter
  • Bewölkung
  • Bodendruck
  • Bodenwind und Böen
  • Niederschlag
  • Temperatur (Boden und Höhenlevel)
  • Geopotential (Höhenlevel)
  • Höhenwind (Höhenlevel)
  • ADWICE Vereisungsinformationen (Höhenlevel)
  • Turbulenz (Höhenlevel)
  • Konvektion (horizontale und vertikale Erstreckung)

Drittwärmster Juni seit 1881

In der ersten und letzten Junidekade lag Mitteleuropa zeitweilig unter dem Einfluss hohen Luftdrucks, der jedoch regelmäßig heranziehenden Tiefdruckgebieten Platz machen musste. Dies führte lokal immer wieder zu heftigen Gewittern, kräftigen Niederschlägen, Hagel und schweren Sturmböen. Zur Monatsmitte machten die Tiefs dann einen Bogen um Mitteleuropa, so dass viel Sonnenschein mit teilweise großer Hitze dominierte. Die Folge: Der Juni 2021 ist in Deutschland der drittwärmste seit Beginn kontinuierlicher Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Er war zugleich niederschlagsreich und sehr sonnig. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Erste Hitzewelle des Jahres Mitte Juni
Mit 19,0 Grad Celsius (°C) lag der Temperaturdurchschnitt im Juni 2021 um 3,6 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961-1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991-2020 betrug die positive Abweichung 2,6 Grad. Die durchweg sommerlichen, zur Monatsmitte hin hochsommerlichen Werte führten zum nach 2019 (19,8 °C) und 2003 (19,4 °C) drittwärmsten Juni seit Messbeginn 1881. In der zweiten Monatsdekade brachte die erste Hitzewelle des Jahres die Bundesbürger kräftig ins Schwitzen: In Berlin-Tempelhof und Baruth, südlich davon, kletterte das Thermometer am 19. mit jeweils 36,6 °C am höchsten. Einige DWD-Stationen meldeten Tropennächte: In Berlin-Marzahn, Berlin-Tempelhof und Lindenberg, weiter südöstlich, gab es je vier Nächte mit einem Minimum von über 20 °C. Bad-Kreuznach, südwestlich von Mainz, zählte acht heiße Tage (≥ 30 °C). Am 1. verzeichnete Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit 0,5 °C den tiefsten Monatswert.

Im Süden schwere Gewitter mit oft großen Regenmengen, im Osten Trockenheit
Der Juni 2021 übertraf mit rund 95 Litern pro Quadratmeter (l/m²) sein Niederschlagssoll (85 l/m²) der Referenzperiode 1961-1990 deutlich. Verglichen mit der Periode 1991-2020 lag das Plus sogar bei knapp 20 l/m². Kennzeichnend waren vor allem die örtlich kräftigen, teils auch extrem heftigen Gewitter. Diese führten, oft begleitet von Starkregen, großkörnigem Hagel sowie schweren Sturmböen, hauptsächlich im Süden in der ersten und letzten Dekade zu großen Niederschlagsmengen. In den betroffenen Gebieten kam es zu teils katastrophalen Verhältnissen. Die höchste Tagesmenge meldete am 23. Nürtingen-Reudern, südöstlich von Stuttgart, mit 115,0 l/m². Insgesamt fiel in Oberschwaben und an den bayerischen Alpen mit teils über 250 l/m² der meiste Niederschlag. Im Großraum Berlin, dem mittleren Brandenburg und der Uckermark wurden dagegen mancherorts kaum 5 l/m² gemessen. Die anhaltende Trockenheit führte hier bereits zu den ersten großen Waldbränden.

Der Juni war vor allem im Nordosten sehr sonnenscheinreich
Mit rund 260 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer im Juni 2021 ihr Soll von 203 Stunden (Periode 1961-1990) um 28 Prozent, also recht deutlich. Im Vergleich zur Periode 1991-2020 lag die positive Abweichung bei gut 20 Prozent. Sehr sonnig war es auf Rügen sowie an der vorpommerschen Küste mit teils mehr als 330 Sonnenstunden. In Nordfriesland und in den zentralen Mittelgebirgen kamen dagegen örtlich nur rund 210 Sonnenstunden zusammen. Quelle: ‘DWD‘.

Online-Flugwetterseminar beim DWD

Der Deutsche Wetterdienst hast sein Angebot der Flugwetterseminare aktualisiert und um Online-Seminare erweitert. Am 13.03.2021 bietet er ein Online-Flugwetterseminar “Meteorologische Flugvorbereitung mit flugwetter.de” an. Anmelden können Sie sich bei “pcmet.info(a)dwd.de”. Hier finden Sie ausserdem einen Überblick über sämtliche Flugwetterseminare bis April 2021.

Flugwetter-Lehrfilme des DWD

Für InteressentInnen alternativer Wege in der Flugmeteorologie bzw. an einer Erweiterung der Fachkenntnisse offeriert der Deutsche Wetterdienst einen Wetterintensivkurs für PPL-und ATPL-Piloten auf DVDs. Die englische Version ist zum Vorzugspreis von €42.02 (statt 63.03 €) zuzgl. MwSt. und €4,58 Versandkosten erhältlich. Dieses Angebot gilt bis 31.01.2021. Hier finden Sie weitere Informationen.

DWD stellt Skyview ein

Da Adobe zum Ende des Jahres den Support für den Adobe Flash Player einstellt und weil SkyView als interaktive Vorhersage-Wetterkarte auf den Adobe Flash
Player angewiesen ist, stellt der Deutsche Wetter-Dienst diese Anwendung zum 15.12.2020 ein. Weitere Informationen sowie Produktalternativen finden Sie hier.

Manchmal schüttelt es schon kräftig

Wo andere einen weiten Bogen machen oder gleich zusehen, dass sie zurück an den Boden kommen, hebt Julia Rexroth erst ab: Die 37-jährige Pilotin aus Albstadt, Mitglied und Fluglehrerin im Luftsportverein (LSV) Degerfeld, arbeitet als Hagelabwehr-Fliegerin. In dieser Saison ist sie im Schwarzwald, in der Ortenau und im Rheintal im Einsatz. Wenn das endgültige “Go” von den Meteorologen von Südwest-Wetter aus Karlsruhe kommt, muss es schnell gehen. Julia Rexroth, blond und vielleicht 1,65 Meter groß, kontrolliert noch einmal ihre Maschine und vor allem die beiden Generatoren sowie die beiden Fackel-Batterien am Rumpf der Cessna 182. Dann lässt sie das 230 PS starke Sechs-Zylinder-Triebwerk an und rollt los zur Startbahn.

Der Wetterdienst schickt ihr Radarbilder und Karten auf den Tablet-Computer direkt ins Cockpit, damit sie weiß, wo ihr Einsatzgebiet genau liegt. Rund 30 Mal ist sie in dieser Saison schon losgeflogen, die von Ende April bis Mitte Oktober dauert. Ihr Gebiet liegt zwischen der Ortenau und Freudenstadt bis hoch nach Karlsruhe. Der Auftrag: eine Gewitterzelle mit Hagel-Potenzial anzufliegen, den mächtigen Aufwindkern der Gewitterwolke zu suchen und dann die Generatoren und Fackelbatterien zu zünden. Abgegeben wird dabei ein Silberiodid-Aceton-Gemisch. Das Aceton verbrenne vollständig, für die Umwelt sei die Impfaktion unschädlich. Der Theorie zufolge zieht die Wolke die Partikel ein wie ein Staubsauger. An den sogenannten Kondensationskernen bilden sich aus dem Wasserdampf Tröpfchen, die dann abregnen, anstatt in der kilometerhohen Wolke aufzusteigen, irgendwann zu vereisen und dann als zerstörerischer Hagel niederzuprasseln.

Hagelabwehr-Flieger starten frühzeitig und sind bemüht, die Gewitterwolken vor ihrem “Reifestadium” zu erwischen, also bevor es knallt. “Je früher, desto besser”, sagt die Pilotin. Ob es ein Einsatztag oder ein freier ist, bekommt die dreifache Mutter meist früh mit. Um 7 Uhr erhalten sie und ihre Kollegen die ersten Wetterdaten des Tages zugeschickt. Ist die Warnstufe “grün”, kann sie zu Hause bleiben. Bei Einsatzbereitschaft “rot” setzt sie sich ins Auto und fährt nach Offenburg, wo die Maschine normalerweise stationiert ist. Dann macht sie die robuste Cessna startklar, während sich ihr Mann um den Nachwuchs kümmert. Er ist, wie Julia Rexroth, Pilot und ehrenamtlicher Segelfluglehrer des LSV Degerfeld.

Für den Job als Hagelabwehr-Fliegerin in Teilzeit hat Julia Rexroth sich beworben. Denn die 37-Jährige hat zwar eine Berufspilotenlizenz, Einstellungsvoraussetzung für die Hagelabwehr, sie ist jedoch vor allem als Hebamme tätig. In Offenburg sind zwei der insgesamt sieben Hagelabwehr-Flugzeuge der Firma FK Aviation GmbH mit Sitz in Gärtringen bei Herrenberg stationiert. Von dort aus fliegen die beiden Cessnas im Auftrag von Versicherungen und der Landwirtschaft. Weitere Unternehmen in Baden-Württemberg bieten Hagelabwehr mit Kleinflugzeugen an.

Versicherungen übernehmen Flugkosten
Nicht alle Wetterkundler sind von der Wirkung überzeugt. Laut Rexroth werde das Prinzip an Hochschulen erforscht, im Laborversuch habe es geklappt. Aus ihrer fliegerischen Praxis sei sie überzeugt davon, dass die Methode funktioniert: “Wir beobachten immer wieder Gewitterzellen, die sich nach dem Einfluss des Silberiodids abschwächen und kein oder nur sehr kleiner Hagel den Boden erreicht”, sagt sie. Nach Abzug der Flugzeuge verstärkten sich die Gewitter oft wieder und entwickelten außerhalb der Abwehrgebiete nicht selten wieder Hagel am Boden. Sie habe schon im Rheintal Wolken “geimpft”, die abgeregnet seien, während “ungeimpfte” Wolken an den Vogesen direkt daneben Hagel abgelassen hätten, erzählt sie. Die Versicherungen sind jedenfalls bereit, die Flüge zu bezahlen.

Bei ihren Einsätzen sei es unerlässlich, hellwach zu sein, erzählt Rexroth. “Man muss schon wissen, was man tut. Das ist nichts für Draufgänger”. Den Steigkern einer Wolke zu finden, ist für die Segelfliegerin Routine. Allerdings seien Gewitterzellen noch mal etwas anderes als eine harmlose Haufenwolke, unter denen sich die Thermikjäger für gewöhnlich tummeln.

In den Auf- und Abwindzonen schüttele es die 1,3 Tonnen schwere Maschine schon mal kräftig durch. Deshalb versuche sie stets, die Zelle von vorne anzufliegen und rasch an ihren Steigkern zu kommen. “Aber man muss schon aufpassen mit so einer kleinen Kiste”, sagt sie und lacht. Abwindzonen, in denen die Kaltluft aus der Wolke wie ein Wasserfall Richtung Erde stürzt, meide sie. Angst habe sie bei den Einsätzen keine. Als Segelfliegerin sei sie die Rüttelei gewöhnt. Manchmal sei sie vier Stunden am Stück in der Luft, fliege von einer Zelle zur nächsten, so lange der Treibstoff reiche. Beim Flug sei sie ständig mit einem Meteorologen im Kontakt. Ihre Saisonbilanz fällt bislang positiv aus. Kein Starkhagel-Ereignis ihn ihrem Einsatzgebiet. “Ich habe schon den Eindruck, dass solche Ereignisse weniger werden, seit wir in der Luft sind”, sagt Rexroth. Quelle: ‘Schwarzwälder Bote‘.

Wetterdienst verlässt Wasserkuppe

Seit fast 100 Jahren sind von Menschen Wetterdaten auf der Wasserkuppe ausgewertet worden. Dies wird bald nicht mehr der Fall sein. Die Messungen werden automatisiert. Von sieben Mitarbeitern, die im Ursinus-Haus beschäftigt sind, reduziert der Deutsche Wetterdienst ab 1. Januar auf zwei. Am 30. November 2020 endet auch für sie der Dienst. Die Mitarbeiter, die das Wetter auf Hessens höchstem Berg rund um die Uhr beobachteten und die gewonnenen Daten nach Offenbach an die Zentrale des Wetterdienstes weitergeben, werden nicht entlassen, sondern an anderer Stelle für den DWD eingesetzt, erklärt Pressesprecher Andreas Friedrich. Die Entscheidung für eine Automatisierung sei schon vor acht Jahren gefallen. „Die Wetterwarte auf der Wasserkuppe ist eine der letzten in Deutschland, die noch bemannt ist“, sagt er. Grund ist die besondere Lage auf 950 Meter Höhe. Der Messbetrieb wird umgestellt. Die autonom arbeitenden Geräte seien genauer als die Beobachtungen der Menschen, erklärt Friedrich. Auf der Wasserkuppe stehen die Messeinrichtungen auf dem fußballfeldgroßen umzäunten Gelände neben dem Ursinus-Haus. Quelle: ‘Fuldaer Zeitung‘.