Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am 2. März 2026 das KI-basierte globale Wetter-Vorhersagemodell AICON in Betrieb genommen. Die Inbetriebnahme erfolgte durch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder bei einem Besuch der DWD-Zentrale in Offenbach am Main.
Was ist AICON?
AICON ist ein KI-gestütztes globales Wettervorhersagemodell, das auf einem DWD-eigenen Trainingsdatensatz basiert: 15 Jahre weltweite Wetterdaten, analysiert mit dem bestehenden ICON-Vorhersagesystem bei 13 km räumlicher Auflösung und dreistündigem Zeitraster. Das Modell liefert Prognosen im 3-Stunden-Takt – doppelt so häufig wie vergleichbare globale Modelle.
Für die bodennahen Messgrößen (Temperatur, Wind, Niederschlag) soll AICON in den ersten drei Vorhersagetagen präziser sein als alle anderen bisher getesteten KI-Wettermodelle. Es ergänzt das bestehende numerische Modell ICON, ersetzt es aber nicht.
Relevanz für die Luftfahrt
In der Vorhersage- und Beratungszentrale des DWD wird AICON künftig auch für die Beratung im Luft- und Seeverkehr sowie im Katastrophenschutz eingesetzt. Häufigere und präzisere Kurzfristvorhersagen sind besonders bei der Einschätzung von Wetterrisiken relevant.
Technik und Infrastruktur
Das Bundesverkehrsministerium hat Investitionsmittel für einen neuen Hochleistungs-Rechner bereitgestellt, der ab 2027 den Betrieb ermöglichen soll. Damit sollen globale und hochaufgelöste regionale KI-Modelle trainiert sowie klassische physikalische Modelle in höherer Auflösung berechnet werden. Täglich gehen rund 8 Terabyte Beobachtungsdaten in Offenbach ein; im Vorjahr wurden rund 400.000 Modellvorhersagen berechnet.
Einschränkung
DWD-Vizepräsidentin Dr. Renate Hagedorn betont, dass KI die menschliche Expertise der Meteorologen nicht ersetzt, sondern Standardprozesse automatisiert. In kritischen Situationen bleibt die Einschätzung durch Fachpersonal entscheidend.


