Schlagwort-Archiv: Segelfluggruppe

Jugendprojekt Elektro-Buggy

Einem klimaneutralen Flugbetrieb ist die Segelfluggruppe Bensheim in jüngerer Vergangenheit schon deutlich näher gekommen: Photovoltaikanlage, Elektrowinde, eigenstartfähige Segelflugzeuge mit Elektromotor, was fehlt? Ein „multifunktionales Einsatzfahrzeug mit Elektroantrieb“, mit dem man sowohl schwere Doppelsitzer oder den Rettungsanhänger über den Platz als auch das Seil von der Winde zur Startstelle ausziehen kann.

Während der Vorstand noch diskutierte, ob und wenn ja, zu welchem Preis was möglich wäre, hatte die Jugend einen Plan ausgeheckt: Einen Quad oder Buggy selbst (um-)bauen. Neben den genannten Anforderungen sollte das Gefährt ein robustes Fahrwerk sowie stabiles Chassis besitzen, für jeden unabhängig der Körpergröße leicht zu bedienen, dabei möglichst kompakt sein. Nach intensiver Recherche fanden sie im Spätsommer einen preislich passenden Buggy, mit Anhängerkupplung und (noch) mit Verbrenner-Motor.

Benjamin Ilchmann sowie Marc Ruhl plünderten ihre Urlaubskasse und kauften das Gefährt. Nun wurden Nägel mit Köpfen gemacht, oder besser, die gesamte Werkstatt in Beschlag und der Buggy komplett auseinandergenommen: der Verbrenner-Motor kam raus, ein geeigneter Elektromotor wurde definiert und organisiert, eine neue Motorhalterung gefräst, das Getriebe neu berechnet, designet und passgenau zusammengebaut, der Rahmen abgeschliffen, frisch in „Flugplatzgelb“ lackiert, Sitze, Schalter etc. angepasst, Akkus besorgt.

„In unserem Fall können wir LFP-Akkus (Lithium-Eisen-Phosphat-Akku) nutzen, da wir keine hohe Reichweite brauchen,“ erläutert Benjamin Ilchmann, einer der Hauptorganisatoren: „Diese haben selbst mit größeren Beschädigungen kaum ein Brandrisiko und enthalten keine seltenen Erden. Damit ist der Treibhaus-Gas-Ausstoß und Menschenrechtsverletzungen in der Produktion reduziert.“

Wochenlang, selbst bei besten Schulungswetter, war die Mannschaft unter der Federführung von Marc Ruhl und Konstantin Scheffler hoch motiviert bis teils spät in die Nacht zugange. Das erklärte Ziel: mit den Hauptarbeiten rechtzeitig vor der Wintersaison fertig zu sein, denn dann wird die Werkstatt für die Segelflugzeug-Wartung benötigt. Die jungen Akteure sammelten viel praktische Erfahrung, auch kleinere Rückschläge eingeschlossen. Die „Alten“ ließen sie gewähren und gaben gerne Tipps, wenn Rat gefragt war („Wie bekommt man eine gelbe Werkstatt wieder sauber?“)

Aber die Ausgaben addierten sich. So entstand die Idee, zur Finanzierung des Projektes bei der Crowdfunding-Aktion des örtlichen Energieanbieters teilzunehmen: Pro 10,- Euro werde der Anbieter die eingesammelten Spenden verdoppeln, vorausgesetzt, das vorher definierte Spendenziel werde innerhalb des Aktions-Zeitraumes erreicht. Es wurde erreicht: Binnen 19 Minuten (!) war der digitale Spendenbeutel mit über 5.000 Euro gefüllt.

Die Freude ist bei allen groß: „Jetzt müssen wir nur noch den Motor und die Akkus einbauen. Anschließend stehen Testfahrten an, um zu prüfen, ob die Leistung für den Einsatz wie geplant tatsächlich ausreicht. Und wenn alles passt, können wir endlich einen Haken an unser Projekt machen: den Haken zum Seilausziehen. Dann ist der Buggy für die neue Saison einsatzbereit“, verkündet Organisator Ilchmann stolz.

Ambitionierter Alpenflug

Den 26. April 2025 wird Jörg Bächtiger so schnell nicht vergessen. Sein Flug zeugt von der Faszination des Segelfliegens, der strategischen Planung und dem Umgang mit unerwarteten Herausforderungen in der Luft.

Gestartet in Buochs in der Schweiz um 12:08 Uhr Local Time, nahm sich Jörg eine ambitionierte Aufgabe vor: 499 Kilometer mit drei Wendepunkten (WP), die auf der Karte als DMSt markiert sind. Mit seinem Discus 2cT 18m, einem Hochleistungs-Segelflugzeug mit 18 Metern Spannweite und Motorunterstützung, ausgestattet mit einem Index von 114, schien alles für einen erfolgreichen Streckenflug bereitet.

Die Wetterprognosen deuteten auf exzellente Flugbedingungen südlich des Alpen-Hauptkamms hin. Nach einem ausgedehnten Schlepp am Gotthard begann Jörgs Reise. Der anfängliche Plan, zügig südwärts bis zur Höhe von San Vittore zu fliegen, um den Blick ins Veltlin zu geniessen, musste jedoch bald angepasst werden. Hohe Wolken verdeckten das gesamte Tal und machten die Erfüllung der ursprünglichen Aufgabe unmöglich.

Doch ein wahrer Pilot lässt sich nicht entmutigen! Ungeachtet der veränderten Bedingungen setzte Jörg seinen Flug fort und zeigte dabei beeindruckende fliegerische Fähigkeiten und Flexibilität. Die detaillierte Aufzeichnung auf WeGlide gibt faszinierende Einblicke in den Flugverlauf:

  • Beeindruckende Distanz: Trotz der widrigen Bedingungen im Veltlin legte Jörg eine beachtliche Distanz von 460 Kilometern zurück.
  • Solide Durchschnittsgeschwindigkeit: Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 76 km/h bewies er, dass er die thermischen Aufwinde effizient nutzen konnte.
  • Lange Flugzeit: Über sechs Stunden (6h 1m) war Jörg in der Luft und navigierte durch die komplexe Alpenlandschaft.

Die Aufzeichnung des Fluges zeigt auch interessante Details zur Routenwahl und den Höhenveränderungen. Die Kommentare von Jörg während des Fluges, wie die Erwähnung der Wallfahrtskirche von Oropa oder die Feststellung, dass die Nordseite der Alpen besser aussah, geben einen persönlichen Einblick in seine Entscheidungen und Beobachtungen aus dem Cockpit.

Besonders spannend sind die Phasen, in denen Jörg hohe Geschwindigkeiten erreichte (bis zu 202 km/h) und die Momente, in denen er mit dem Wind kämpfte und nach geeigneten Abstiegsmöglichkeiten suchte. Seine Bemerkung gegen Ende des Fluges über die schlechtere Sicht unterhalb einer bestimmten Höhe verdeutlicht die Herausforderungen, denen sich Segelflieger in den Bergen stellen müssen.

Auch wenn die ursprüngliche Aufgabe nicht erfüllt werden konnte, ist Jörg Bächtigers Flug ein beeindruckendes Beispiel für die Leidenschaft und das Können im Segelflug-Sport. Die detaillierte Dokumentation auf WeGlide ermöglicht es anderen Piloten und Interessierten, diesen Flug nachzuvollziehen, daraus zu lernen und die Schönheit und Herausforderung des Fliegens über die Alpen mitzuerleben. Quelle: ‚Urs Grubenmann / SG Nidwalden).

Als in Dällikon noch Flugzeuge starteten

Unweit der Kirche Dällikon lag der Flugplatz mit Hangar und Restaurant. Ab 1947 starteten dort Motorflugzeuge mit Segelfliegern im Schlepptau.

Das Furttal stand während 25 Jahren im Fokus der Fliegerei. Nur wenige Hundert Meter von der Kirche Dällikon entfernt starteten Flugzeuge. Zwar hoben dort nie grosse Jets wie in Kloten ab. Für die Segelfliegerei aber war das Furttal in den 1950er-Jahren der Standort schlechthin. Schliesslich gehörte die örtliche Segelfluggruppe Lägern zur nationalen Elite der Sportfliegerei.

Die Geschichte des Dälliker Flugplatzes zeichnete die Regensdorfer Zunft Regan im 2012 erschienenen Zunftblatt nach. Der Regensdorfer Bäcker und Segelflugfan Hans Keller erwarb 1943 ein Grundstück, auf dem er mit seinen Segelflugkollegen einen Flugplatz einrichtete. Den Hangar bauten sie aus Teilen einer ehemaligen Hühnerfarm zusammen.

Wegen des Zweiten Weltkriegs war das Benzin rationiert.
Deshalb bauten die Piloten auf der Lägern ein Katapult, das die Segelflieger in die Luft schleuderte.
Bild-Quelle: Photopress

Der Platz erwies sich jedoch als zu klein. Worauf die Piloten eine unglaubliche Idee umsetzten: Sie errichteten auf der Lägern-Hochwacht einen Katapult und starteten vom Grat aus. 1946 konnten sie schliesslich das Grundstück für den Flugplatz Dällikon pachten. Dieses gehörte, so berichtet das Zunftblatt, der Strafanstalt in Regensdorf. «Mit dem Einweihungsfest am 13. Juli 1947 begann die Glanzzeit des Flugplatzes Dällikon», liest man weiter.

Flugzeug stürzte über Boppelsen ab

Dass nicht immer alles rund lief mit der Fliegerei im Furttal, zeigt die Meldung eines Flugzeugabsturzes vom 1. April 1959 in der NZZ. Offenbar waren mehrere Motorflugzeuge mit Segelfliegern im Schlepptau in Dällikon gestartet. «Nach einigen Sturzflügen streifte ein Segelflugzeug etwas nach 17 Uhr mit dem Flügel eine Baumkrone am Lägernhang oberhalb Boppelsen, sodass der Apparat in den Wald abstürzte», heisst es in der Meldung. Spaziergänger hätten den schwer verletzten Segelflieger bergen können. Dieser musste «mit einem Schädelbruch, Arm- und Beinbrüchen sowie weiteren Verletzungen ins Kantonsspital Zürich gebracht werden. Das Segelflugzeug wurde schwer beschädigt.»

Der Flugbetrieb in Dällikon wurde 1964 eingestellt, was weniger mit Unfällen der Segelflieger als mit dem Flugbetrieb in Kloten zu tun hatte. Bei der Eröffnung des Flughafens Zürich 1948 konnte in Dällikon zunächst weiterhin gestartet und gelandet werden. Als jedoch die Düsenmaschinen aufkamen, machte die Flugsicherung in Kloten Druck und setzte zunehmende Beschränkungen des Flugbetriebs in Dällikon durch.

Am 17. Oktober 1964 starteten schliesslich die letzten Flugzeuge im Furttal. Die Segelfluggruppe Lägern zog darauf nach Schänis SG in der Linthebene, wo sie Land für einen neuen Flugplatz kaufen konnte. Sie verabschiedete sich von der Dälliker Bevölkerung mit «Musik, Bierausschank, Cervelat- und Bratwurststand» beim Hangar auf dem alten Flugplatz. Quelle: ‚tagesanzeiger.ch‚.

Segelfluggruppe Bern kann Betrieb vorerst weiterführen

Die Segelfluggruppe (SG) Bern erhält eine Verschnaufpause, da sie ihre Zukunft aufgrund der Erweiterungspläne des Berner Flughafens als gefährdet ansieht.

Atempause für die Segelfluggruppe (SG) Bern, die ihre Existenz durch die Ausbaupläne des Flughafens Bern bedroht sieht: Die Flughafen Bern AG hält ihre Kündigung zwar aufrecht, doch darf die SG ihren Betrieb 2024 und 2025 auf Zusehen hin weiterführen. Denn mit dem Bau der geplanten Photovoltaikanlage sei nicht vor 2026 zu rechnen, teilte die Segelfluggruppe am Freitag mit. Ihre Saison im Belpmoos könne demnach planmässig Anfang März starten. Unabhängig davon verhandelt die SG Bern nach eigenen Angaben weiterhin mit dem bernischen Energiekonzern BKW. Ziel sei es auszuloten, ob auf dem Segelfluggelände eine Koexistenz von Flugbetrieb und Photovoltaik möglich sei, welche die Interessen aller Partner berücksichtige.

Hundert Jahre Tradition in Gefahr
Der Segelflug auf dem Belpmoos geht 2024 in sein 100stes Jahr. Wegen der geplanten Solaranlage erhielt die SG vor knapp einem Jahr die Kündigung. Auf dem Areal des Berner Flughafens bei Belp soll auf einer Fläche von rund 25 Hektaren die grösste Freiflächen-Solaranlage der Schweiz entstehen. Beteiligt daran sind die BKW Energie AG, die Flughafen Bern AG und Energie Wasser Bern. Quelle: ‚Nau.ch‚.

Obmänner-Apéro in Dittingen

Der Obmänner-Apéro des Aeroclub Regio Basel (ARB) fand am Sonntag, 04.02.2024 auf dem Flugplatz Dittingen statt. Es waren ca. 25 Personen anwesend, davon drei Vertreter der SGBF.

Das Treffen dient dem Austausch und dem besseren Verständnis füreinander unter den diversen Sparten (Modellfliegen, Ballonfahren, Deltasegeln, Paragliden, Segelfliegen, Motorfliegen) in der Region. Auch Gäste aus Deutschland waren da. Tipps und Erfahrung werden ausgetauscht, es wird philosophiert und diskutiert über Vergangenes und neue Projekte. Quelle: ‚SG Basel-Fricktal‚.

Flottenpolitik sorgt für Diskussionen

An der Gruppenversammlung der Segelfluggruppe Lägern von Freitag, 3. November 2023 sorgen sinkende Mitgliederzahlen, steigende Beschaffungs- und Unterhalts-Kosten und die mittelfristige Flottenpolitik für Diskussionen.

Finanzchef Adrian Bühler erklärt den 60 anwesenden Mitgliedern die finanzielle Situation der grössten Segelfluggruppe der Schweiz.

30% teurere Flugzeuge, 35% weniger zahlende Mitglieder

In den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl der Mitglieder von 258 auf 217 (-26%). Jene der Flugzeugflotte-Nutzer von 151 auf 99 (-35%) und gleichzeitig schwand die Zahl der Vollpauschalen-Zahler von 103 auf 61 (-41%).

Mögliche Dividende der ASSAG

Der Flugplatz Schänis bleibt weiterhin das grösste Segelflug-Kompetenzzentrum der Schweiz und auch die Flugplatz-Halterin ASSAG stellt für dieses Geschäftsjahr erstmals seit Jahren eine Dividenden-Zahlung in Aussicht, von der die Segelfluggruppe Lägern als grösste Aktionärin profitieren wird. Die finanzielle Situation der ASSAG hat sich durch den Verkauf eines Arcus M sowie das Erledigen pendenter Versicherungsfälle im laufenden Geschäftsjahr schlagartig verbessert. Auch ein Verlustvortrag aus dem Vorjahr kann 2023 getilgt werden.

2 Einsitzer verkauft, 1 Doppelsitzer beschafft

Die Mitgliedersituation, die wesentlich höheren Beschaffungskosten für neue Flugzeuge und der daraus resultierende, engere finanzielle Spielraum schlägt sich an der jährlichen Gruppenversammlung dennoch in einer längeren Diskussion nieder. Letztlich entscheiden die Mitglieder sich für den Verkauf zweier älterer Einsitzer, eines „Discus b“ und einer „ASG 29“. Gleichzeitig wird der Zukauf eines neuen „Duo Discus“-Doppelsitzers beschlossen, der im Frühling 2024 geliefert werden soll.

Junioren-Fonds für Hilfsmotor-Finanzierung anzapfen?

Ob der Doppelsitzer letztlich mit oder ohne eingebaute Heimkehrhilfe in Form eines Zweitakt-Motors geliefert wird, macht die Mehrheit der 60 anwesenden Mitglieder angesichts der engeren Finanzlage der Segelfluggruppe vom Zustandekommen einer Zusatzfinanzierungs-Runde bis zum Zeitpunkt der definitiven Bestellung in den kommenden Wochen abhängig. Diskutiert wird auch die Verwendung der in Aussicht gestellten Dividende sowie das Anzapfen eines Teils des Junioren-Förder-Fonds, dessen Kapital von CHF 25’000.- bisher kaum genutzt wurde.

Unter Druck

Nicht nur die Finanzen machen den Schänner Segelflieger/-innen Sorgen. Der wuchernde, kontrollierte Luftraum um Zürich-Kloten engt die Bewegungsfreiheit auf Mittelland-Flügen ein. Richtig eng würde es für den Flugplatz Schänis laut ASSAG-Verwaltungsrats-Präsident Matthew Reiter aber beim Zustandekommen des aktuell diskutierten Windpark-Projektes beim Einflugpunkt „Whiskey“. 200 m hohe Windräder würden einen geregelten, sicheren Flugbetrieb verunmöglichen, entsprechend aktiv bearbeite die ASSAG zusammen mit der Gemeinde dieses bedrohliche Projekt.

Senioren-Förderung

Im Gegensatz zu den Mitgliederzahlen steigt das Durchschnittsalter der aktiven Segelflieger. Um die Senioren länger und aktiv im Segelflugbetrieb zu halten, stellt Cheffluglehrer Thomas Stemmler ein Senioren-Coaching-Programm des Vorstandes in Aussicht. Es soll mit Doppelsitzerflügen ältere Pilot/-innen aktiv fliegerisch unterstützen und letztlich die Flugsicherheit erhöhen.

Andi Brunner wird Flugplatzchef

Als neuer Flugschul- und Betriebsleiter konnte anfangs Oktober der langjährige Cheffluglehrer Andi Brunner aus Weesen gewonnen werden. Er wird im Rahmen eines Teilpensums während der kühleren Jahreszeiten einen Tag und in den wärmeren Jahreszeiten dreieinhalb Tage pro Woche im Einsatz sein und im Rahmen eines breiten Jobprofils Flugschüler aus- und Piloten weiterbilden, Segelflugzeuge zu ihrem Startpunkt schleppen, Gästeflüge und Interessenten koordinieren und auch sonst auf dem Flugplatz als vielseitiger Ansprechpartner zum Rechten sorgen.

St. Crépin 2023

Eine super Fliegerwoche bei traumhaftem Wetter erwartete uns in den südfranzösischen Alpen. Sie liess uns in der weiteren Region zwischen den hohen Schneebergen promenieren und auf über 5000 m steigen. Der Glacier Blanc von oben ist immer wieder ein tolles Bild, ganz nahe am Monte Viso vorbeisegeln und in den Süden bis an den Lac St. Croix oder in den Westen an die Ceuse – ein wunderbares Erlebnis. Wer einmal diese beeindruckende Gebirgskulisse erlebt hat, wird alles daran setzen, wieder an diesen Ort zurückzukommen.

In der zweiten Woche wurde das Wetter deutlich anspruchsvoller und wir flogen mehr dynamisch als thermisch. So war Geduld am Prachaval gefragt, wo man mit Hangflug Höhe gewinnen musste, bis man die Inversionen durchstossen hatte und den Flugplatzbereich verlassen konnte, um einen Einstieg in die prognostizierten Wellen zu finden. Wir haben unsere Flüge genossen und waren auch bei mässigen Bedingungen (Kommentar vom Flugplatzchef «les Suisses sont complètement fous») mehrere Stunden in der Luft. 111 Stunden und 52 Minuten flogen die sechs Teilnehmenden in diesem Lager. Ein grosser Dank an alle für die gute Kameradschaft und die angenehme gemeinsame Zeit. Quelle: ‚SG Basel-Fricktal‚.

Solarpark: Berner Segelflieger gekündigt

Hiobsbotschaft für die Berner Segelfliegerei: Der Flughafen Bern hat der Segelfluggruppe Bern den Vertrag per März 2024 gekündigt – ausgerechnet zum 100-Jahr-Jubiläum. Dies, weil bei der Graspiste eine Freiflächen-Solaranlage entstehen soll. Nun prüft die Segelfluggruppe rechtliche Schritte. Quelle/Podcast: ‚SRF-Regionaljournal‚.

Umweltfreundlicher, leiser – und teurer

Schänner Segelflieger mit massiv höheren Preisen konfrontiert.

Rund 70 Mitglieder besuchen am Freitag, 3. März, im Flugplatz-Restaurant die HV der Segelfluggruppe Lägern. Die Preiserhöhung von Mitglieder- und Infrastruktur-Beiträgen sorgt für ebenso lange Gesichter wie organisatorische Anpassungen.

Sinkflug

In den vergangenen zehn Jahren ist die Mitgliederzahl der SG Lägern von 258 auf 218 gesunken, allein 2022 sank sie von 233 auf 218. Die aktiven Flugzeugbenutzer gingen von 122 auf 115 zurück. Das schlägt in die Vereinskasse, die aber durch den Verkauf eines Flugzeuges solide bleibt. Bei CHF 130’000.- Abschreibungen und Rückstellungen wird ein kleiner Jahresgewinn ausgewiesen.

Luxus Ausrüstung kostet

Kostete früher ein neuer Doppelsitzer CHF 180’000.-, liegen diese Preise heute um rund 50% höher. Ursache sind höhere Sicherheits-Ansprüche, bessere Flugleistungen, Hilfsmotoren und moderne Navi-Instrumente. Gleichzeitig werden wundersamerweise die Lieferfristen länger. Heute wartet man bis fünf Jahre auf ein bestelltes Flugzeug. Vor wenigen Jahren lag die Lieferfrist noch um zwei Jahre. Eines der derzeit Besten wird in Form eines Ventus 3 demnächst in Schänis landen. Dieser Einsitzer ist mit einer Heimkehrhilfe motorisiert und kostet CHF 275’000.-.

Höhere Mitglieder- und Infrastruktur Beiträge

Für lange Gesichter sorgt eine gleichzeitige Preiserhöhung beider Flugplatz-Organisationen. Vor der Pause stimmen die Anwesenden noch einer Erhöhung der Jahrespauschale von CHF 1’600.- auf CHF 2’000.- zu, ohne zu wissen, dass nach der Pause die Flugplatzbetreiberin ASSAG mit einem neuen System für den Infrastruktur-Beitrag, der pro Flugzeug und Pilot neu CHF 1’000.- und CHF 600.— kostet, ebenfalls die Preise massiv erhöht. Für ein einfaches Vereinsmitglied steigen die jährlichen Mitglieder-Kosten von CHF 1’600.- auf CHF 2’600.-. Bereits vor zwei Jahren wurde dieser Beitrag von CHF 1’400.- auf 1’600.- angepasst. Fluglehrer werden neu mit CHF 8.- pro Start entschädigt.

Lange Gesichter an der HV der Schänner Segelfluggruppe Lägern. Teurere Mitgliederbeiträge und zahlreiche organisatorische Änderungen drücken die Stimmung.

Moderne, leisere Schleppflugzeuge

Die ASSAG wolle ihre alten Robin-Schleppflugzeuge durch verbrauchsarme, leise und im Betrieb günstige Maschinen von «Bristell» ersetzen, teilt VR-Präsident Matthew Reiter mit. Eines davon fliegt bereits in Schänis, auch wenn seine volle Leistung noch durch einen im Flugzeugschlepp tendenziell überhitzenden Motor limitiert ist. Mit neuen Motorhauben wird die Kühlung verbessert und ein zweites Exemplar soll diese Saison in Schänis starten. Gleichzeitig habe die ASSAG ihren eigenstartfähigen Doppelsitzer Arcus M zum Verkauf ausgeschrieben.

VR-Präsident Matthew Reiter erklärt die neue Tarifstruktur der Alpinen Segelflugschule Schänis AG und die Flugzeug-Flotten-Politik.

Statistisches

Die Anzahl Sitzplätze wurde in den vergangenen Jahren dem Mitgliederbestand angepasst und sank von 24 auf 20. Die Flugstunden stiegen 2022 dank guter Wetter-Bedingungen um 8%, anderseits starteten 13% weniger Streckenflüge sowie 19% weniger Ausbildungs-Flüge in Schänis.

Voller Junioren-Förderfonds

Finanziell solide steht der Junioren-Förder-Fonds da. In wenigen Jahren wurde das angestrebte Vermögen mit CHF 22’000.- durch zwei Legate der SG Sud Alpin und der Familie von Rumi Birchler sowie dank kürzlich eingeführter Mitgliederbeiträge fast erreicht. Die Mittel werden zur Subvention von Ausbildungs- und Flugkosten der Junioren verwendet.

Automatische Flugzeiten-Erfassung abgeschafft

Bei der Flugzeiten-Erfassung rudert der Flugplatz Schänis zurück. Sorgte bisher ein über Jahre entwickeltes System für die Führung einer teil-automatischen Startliste, muss künftig jeder Pilot seine Flugzeiten manuell ins System eingeben. Damit weiss künftig nur noch der Pilot der Schlepp-Maschine, wer an einem Flugtag gestartet ist – ein wichtiger Sicherheits-Aspekt, wenn Flugzeuge anderswo landen oder wegen eines Unfalles nicht zum Flugplatz zurückkehren.

Neu-Organisation des Flugplatz-Personals

Während der Saison beschäftigt der Flugplatz künftig Christian Riesen, der als Neo-Rentner in einem Teilzeit-Pensum ab April als Betriebsleiter und Fluglehrer für die professionelle Pilotenausbildung und die Wochenkurse verantwortlich ist. Unterstützt wird er vom Weesner Andi Brunner, der als Flugschulleiter ebenfalls in Teilzweit wirkt, und von Brigitte Gauderon, die sich wie bereits vor ihrer Pensionierung jetzt wieder einen halben Tag pro Woche um Administratives kümmert.

Der Vorstand der Segelfluggruppe muss höhere Preise bei sinkenden Mitgliederzahlen verkünden.

Anpfiff der Werkstatt-Benutzer

Das Schlusswort zur denkwürdigen Versammlung kommt von Susanne Styger. Die Werkstattleiterin erklärt den verdutzten Segelflieger/-innen, was sie von Werkstatt- und Fallschirm-Benutzer/-innen künftig erwartet, wolle man nicht, dass sie zurücktrete. Der kollektive Anpfiff mag die Lust der Anwesenden auf ein gemeinsames Feierabendbier nicht erhöhen und eine der längsten HV’s der SG Lägern, die «keinen Stein auf dem andern lässt», löst sich kurz vor Mitternacht schnell auf.