Mario Kiessling hat den France SGP in Vinon-sur-Verdon gewonnen. Der deutsche Pilot entschied vier der sieben Wertungsrennen für sich und setzte sich mit 56 Punkten durch.
Der France Sailplane Grand Prix wurde vom 27. August bis 5. September in Vinon-sur-Verdon ausgetragen. Nach drei Trainingstagen folgten sieben Wertungsrennen mit 20 Piloten.
Mario Kiessling flog einen Ventus 3T und gewann die Rennen eins, drei, sechs und sieben. Im abschließenden Rennen am 5. September absolvierte er die 213,48 Kilometer lange Aufgabe in schnellen 1:19:09 Stunden. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 161,8 km/h. Conrad Hartter folgte acht Sekunden später auf Rang zwei, Klaus Kalmbach wurde Dritter.
In der Gesamtwertung belegte Didier Hauss aus Frankreich mit 36 Punkten den zweiten Platz. Sein Landsmann Jean-Denis Barrois wurde mit 29 Punkten Dritter. Kiessling entschied die Veranstaltung mit 56 Punkten für sich.
Mit Trainingstagen ab dem 27. August begann gestern in Vinon-sur-Verdon die Vorbereitung auf die fünfte Station der FAI Sailplane Grand Prix Series 13. Die Wertungsflüge sind vom 30. August bis 5. September vorgesehen. Geflogen wird im Umfeld der südlichen Alpen in Südfrankreich.
Das Teilnehmerfeld umfasst Pilotinnen und Piloten aus mehreren europäischen Ländern. Neben Mario Kiessling und Conrad Hartter sind unter anderem der Schweizer Yves Gerster, der Pole Stanisław Biela sowie die Franzosen Didier Hauss und Kévin Faur angekündigt.
Victor Mallick startet in Vinon erstmals bei einem Grand Prix. Der aktuelle Weltmeister der 18-Meter-Klasse will dabei eine Diana 4 fliegen. Didier Hauss geht von seinem Heimatverein aus an den Start. Auch Erik Borgmann, der regelmäßig in Vinon fliegt, und Kévin Faur mit einer JS3 zählen zum Kreis der erfahrenen Grand-Prix-Piloten.
Neben dem sportlichen Wettbewerb sind technische Neuerungen vorgesehen. Zum Veranstaltungsbeginn soll ein 3D-Livetracking für Zuschauer verfügbar sein. Zudem ist in der zweiten Hälfte der Woche die Erprobung eines Live-Bordkamerasystems geplant. Der Umfang des Einsatzes hängt vom Stand und der Zuverlässigkeit der Technik ab.
In Vinon geht es um Punkte und um die Chance, sich für das Serienfinale zu qualifizieren. Dieses ist vom 9. bis 15. Januar 2028 in Vitacura in Chile angesetzt.
Kerndaten
Information
Wettbewerb
FAI Sailplane Grand Prix, Series 13 – Qualifikation Vinon
Zeitraum
30. August bis 5. September 2026
Ort
Vinon-sur-Verdon, Frankreich
Fluggebiet
Südliche Alpen
Teilnehmerfeld
20 Pilotinnen und Piloten
Deutsche Teilnehmer
Mario Kiessling (Ventus 3T), Conrad Hartter (JS1-C)
Technische Angebote
3D-Livetracking; Erprobung von Live-Bordkameras
Qualifikationsziel
World Sailplane Grand Prix Final, Vitacura, Chile, Januar 2028
Vom 5. bis 11. Juli 2026 fanden in Vinon-sur-Verdon (Frankreich) parallel zwei bedeutende Segelflugwettbewerbe statt: Das Championnat de France in den Klassen 18-Meter und Libre sowie der Pre-EGC Vinon 2026 in der Multi-Klasse. Rund 50 Piloten nutzten die thermischen Bedingungen über der Provence und den Südalpen für anspruchsvolle Streckenflüge.
Championnat de France 2026
Das Championnat de France wurde in den Klassen 18-Meter und Libre ausgetragen. Die Wettbewerbswoche bot an sechs Wertungstagen anspruchsvolle Aufgaben, bei denen die Piloten Distanzen von bis zu 665 Kilometern zurücklegten.
In der 18-Meter-Klasse sicherte sich Thierry Boilley den französischen Meistertitel, gefolgt von Omaël Nicolas und Nicolas Bernhard. In der Offenen Klasse (Libre) siegte Didier Hauss vor dem Team Corbillé & Corbillé und dem Team Le Gall & Bruyere.
Ergebnisse 18-Meter-Klasse
Rang
Name
Vorname
Flugzeug
Punkte
1
Boilley
Thierry
JS3 RES 18m
4.667
2
Nicolas
Omaël
JS1 18m
4.591
3
Bernhard
Nicolas
Ventus 3T 18m
4.563
4
Roche
Hugo
JS1 18m
4.451
5
Puyou
Yvon
LS 6 18m
4.169
(Hinweis: Erik Borgmann (4.851 Punkte) und Conrad Hartter (4.389 Punkte) nahmen außer Konkurrenz teil)
Parallel zur französischen Meisterschaft wurde der Pre-EGC als Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2027 ausgetragen. In der Multi-Klasse traten internationale Piloten gegeneinander an. Nach fünf Wertungstagen gewann der Italiener Alberto Sironi vor dem Deutschen Patrick Puskeiler und der Spanierin Lucia Esteban Loring.
Überschattet wurden die Wettbewerbe von einem tödlichen Unfall am 9. Juli 2026. Ein 67-jähriger Pilot stürzte während eines Wettbewerbsfluges mit einer Schleicher AS 33 Es (F-CVGD) auf einer Höhe von 2.100 Metern nahe dem Gipfel der Tête de Cuguret (östlich von Jausiers in den Alpes-de-Haute-Provence) ab. Der Pilot kam dabei ums Leben, das Flugzeug wurde zerstört. Die Unfallursache ist noch ungeklärt und wird untersucht.
Der Segelflugwettbewerb 2nd Spring Provence Glide fand vom 21. bis 28. März 2026 im französischen Vinon statt. Insgesamt nahmen Piloten in der Multi-Classe teil. Die Wertung umfasste fünf geflogene Tagesaufgaben bei unterschiedlichen Wetterbedingungen.
Wettbewerbsverlauf
Der Wettbewerb startete am 23. März mit einer Aufgabe über 327 Kilometer. Maximilian Seis (JS3 18m) entschied diesen ersten Tag für sich. Am zweiten Tag, der ebenfalls über eine Distanz von 322 Kilometern führte, siegte Dennis Huybreckx (Ventus 3T 18m). Die dritte Aufgabe am 25. März war eine Zwei-Stunden-AAT über 234 Kilometer, bei der Aurélien Doriat (Discus 2a) die meisten Punkte erzielte.
Nach einem wetterbedingten Ruhetag folgte am 27. März die fünfte Aufgabe über 281 Kilometer. Erneut war Dennis Huybreckx erfolgreich. Der finale sechste Wertungstag am 28. März bot eine AAT-Aufgabe, bei der das Team Corbillé & Corbillé (ASH 25 Mi) mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 96,58 km/h den Tagessieg errang.
Gesamtwertung
In der Gesamtwertung der Multi-Classe sicherte sich Dennis Huybreckx vom Club AAPCA Fayence in einem Ventus 3T 18m den ersten Platz mit insgesamt 3.428 Punkten. Den zweiten Platz belegte das Team Prodorutti & Montemaggi (Serristori, Arcus 20 M) mit 3.220 Punkten. Dritter wurde Jean-Denis Barrois (AAVA Vinon, Ventus A 15m) mit 3.135 Punkten.
Die französische Vereinsmeisterschaft des FFVP ist ein Teamwettbewerb, vergleichbar mit der Bundesliga in Deutschland. Von Ende April bis Mitte August werden jedes Wochenende von die drei besten Geschwindigkeiten innerhalb eines zweistündigen Zeitfensters gewertet und jedem Verein je nach Platzierung Punkte gutgeschrieben. Am Ende der Saison gewinnt der Verein mit den meisten Punkten den Titel des französischen Vereinsmeisters.
Ergebnisse der französischen Meisterschaft 2025
Die Association Aéronautique Verdon Alpilles gewinnt erneut die französische Vereinsmeisterschaft 2025 mit 157 Punkten. Nach 17 hart umkämpften Runden setzt sie sich mit 157 Punkten durch. Die Piloten aus Vinon verteidigen ihren Titel knapp: Sie liegen nur einen Punkt vor dem Centre Vélivole du Val de l’Eure (Bailleau), welches die Spannung bis zur allerletzten Runde aufrechterhielt. Das Centre Aéronautique de Beynes komplettiert das Podium mit 128 Punkten.
Rekordbeteiligung
Die Ausgabe 2025 war von einem starken Anstieg der teilnehmenden Vereine geprägt: 66 FFVP-Vereine nahmen an der Herausforderung teil, verglichen mit nur 29 im Jahr 2024. Diese Dynamik zeugt von der wachsenden Attraktivität dieses geselligen Wettbewerbs, der die kollektive Leistung und den Teamgeist in unseren Vereinen in den Vordergrund stellt.
Bereits am frühen Morgen, noch vor dem Frühstück, war «Wetter-Studium» angesagt. Was wir auf den verschiedenen Apps sahen, machte uns nachdenklich – es waren bereits am frühen Nachmittag Gewitter angesagt. Kommen wir heute noch nach Hause? Nun, zuerst einmal frühstücken und dann mit dem Taxi zurück zum Flugplatz in Vinon.
Die Autoren: Roland Hürlimann und Peter Böni (re.)
Die Meteo-Prognose am Briefing war auch nicht vielversprechend: der Flugdienstleiter empfahl allen Piloten dringend, die Segelflugzeuge zu demontieren, da Meteo France heftige Gewitter und Sturmböen angesagt hat.
Da auch die Aussichten für den nächsten Tag nicht vielversprechend waren, haben wir den Entschluss gefasst, zu starten, sobald die Thermik einsetzt und so weit wie möglich in Richtung Heimat zu fliegen. Kurz nach 12 Uhr war dann endlich ein Schlepp-Pilot bereit, uns hochzuziehen – wir waren die Einzigen, die starten wollten…
Startplatz in Vinon
Die Hitze mit mehr als 40° Celsius am Boden, war bereits sehr drückend. Nach kurzer Zeit, d.h. rund 600 m über Grund, konnten wir klinken und lossegeln. Die Thermik spielte mit und wir kamen über das Plateau recht gut vorwärts. Dass heute in dieser Gegend kein Segelflugwetter war, bewies der Flugplatz in Puimoisson – kein einziges Segelflugzeug war für einen Start bereit.
Wir waren noch keine Stunde unterwegs und schon erwischte uns nördlich von Digne-les-Bain ein Ausläufer einer Regenzelle. Der Schauer war kurz und heftig, so dass unsere Druckabnahme nicht mehr funktionierte und die Nadel des Fahrtmesser wie angeklebt stecken blieb.
Die Devise lautete: einfach nur weg hier!!!. Wir umflogen den Blayeul westlich Richtung Gap. Es herrschte eine schwache Nordostströmung und in Richtung Norden war der Himmel noch ziemlich blau, also konnten wir weiterfliegen. Allerdings verfolgte uns der Regen hartnäckig und so war eine Rückkehr nach Süden kein Thema mehr. Dank der guten Vorbereitung konnten wir aber trotzdem relativ entspannt unseren Flug fortsetzen, da wir immer einen Ausweichflugplatz zur Verfügung hatten. Die beiden südlichen Einstiegspunkte der Korridore für den Parc National des Ecrins waren für uns nicht nutzbar, da es dort regnete – also mussten wir das Ecrins-Massiv und den Parc westlich umfliegen.
Ecrins-Massiv
Der Wettergott war uns gnädig gestimmt, wir hatten sehr gute Verhältnisse vor uns und kamen zügig voran – östlich vorbei an Grenoble und Albertville in Richtung Mont Blanc. Allerdings durften wir nicht zurückschauen, der Regen war uns immer dicht auf den Fersen…
Da wir den Parc National des Ecrins westlich umflogen, hatten wir keine Probleme, dem Vogelschutzgebiet Vanoise auszuweichen. Eine Route, die auch wegen den vielen Flugplätze ohne grossen Aussenlande-Problematik, bewältigt werden kann.
Als Entschädigung für die entgangene Barre des Ecrins (der südlichste und westlichste 4000er der Alpen) sind wir mitten durch das Mont Blanc – Massiv geflogen und am Dent du Géant waren noch einige Bergsteiger am Klettern 🙂
Da wurden wieder die alten Erinnerungen wach: z.B. West-Ost-Traversierung des Mont Blanc, Ueberschreitungen des Rocheforts-Grats, Traversierung der Grandes Jorasses, resp. das Erlebnis eines Sonnenaufgangs auf dem Gipfel der Aiguille Verte…
Mont Blanc (4808m) mit Mont Maudit (4494m)Rochefort-Grat mit Grandes Jorasses (Pointe Walker 4208m)Grandes Jorasses (Nordwand)Aiguille Verte (4122m) mit Grande Rocheuse (4102m)
Weiter ging es nach dem Mont Blanc – Massiv via Mont Dolent in Richtung Martigny, da es beim Grossen St. Bernhard-Pass regnete. Auch in den südlichen Walliser-Tälern war es regnerisch und das Matterhorn war deshalb für uns nicht sichtbar. So führte unser Weg dem Haupttal des Wallis entlang nach Osten.
Weisshorn (4504m) im Hintergrund das Zinalrothorn (4222m)Aletschgletscher
Nach einem weiteren Wechsel der Talseite konnten wir beim Blinnenhorn die notwendige Höhe für den Weiterflug in Richtung Heimat aufbauen. Als wir nördlich vom Piz Medels bei Disentis nochmals einen Aufwind fanden, der uns auf gut 3800m steigen liess, wussten wir, jetzt kommen wir definitiv nach Schänis. Mit Vollgas ging es dann zwischen Tödi und Bifertenstock ins Glarnerland. Wir waren an diesem Tag wiederum etwas mehr als 5 Stunden am Segeln und erreichten für die 550 km Flugstrecke eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h.
Fazit
Es war für mich ein grossartiges Erlebnis mit 2 tollen, spannenden Flügen. Es zeigt sich, dass sich eine seriöse Vorbereitung auf ein solches «Abenteuer» in jeder Hinsicht auszahlt. So kann man viel entspannter den unsicheren Wetterbedingungen begegnen. Es braucht aber zusätzlich auch eine gute Portion Wetterglück, denn thermisch fliegbares Wetter über eine Distanz von mehr als 500 km in den Alpen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ist nicht selbstverständlich.
Happy Landing in Schänis
Vielen Dank an die SG Lägern, welche uns den Arcus zur Verfügung gestellt hat, allen Helfern, Schlepp-Piloten und Ernst Willi, der uns in Vinon bestens betreut hat.
Die Autoren: Roland Hürlimann und Peter Böni (re.).
Als mich Roland vor ein paar Tagen fragte, ob ich ihn auf einen Flug nach Südfrankreich begleiten wolle, musste ich nicht lange überlegen…
… denn Roland ist in beiden Fluggebieten ein sehr erfahrener Pilot.
… der Flug bietet eine Chancen für mich, ein völlig neues Fluggebiet kennenzulernen
… und für mich als Bergsteiger die französischen Gipfel einmal aus einer anderen Perspektive anzuschauen.
Vorbereitung (11.08.2025) Ein Flug, der eine geplante Landung auf einem fremden Flugplatz mit Uebernachtung vorsieht, benötigt eine seriöse Vorbereitung:
Check des gesamten Flugzeugs (inkl. eine kleinere Reparatur ausführen)
Material für das Verzurren und Abschleppen des Flugzeugs bereitstellen
Ladegeräte für die Batterien vorbereiten
NOTAM für den gesamten Flugweg (inkl. Ausweich-Routen) und die geplanten Flugtage studieren
Mögliche Flug-Route und Alternativen besprechen
Wetterbericht studieren
Anmeldung beim Zielflugplatz
Hotel reservieren
Tag 1 – 12.08.2025 (Schänis – Vinon)
Nachdem die letzten Vorbereitungen abgeschlossen sind und wir die Wettersituation nochmals angeschaut haben, entscheiden wir uns zum Start. Der Hinflug sollte sowohl wettertechnisch als auch thermisch problemlos werden. Für den Folgetag sind allerdings einige Gewitter im südlichen Frankreich angekündigt, welche uns noch fliegerisch fordern werden.
Nach dem Schlepp in Richtung Glarnerland ging es zügig in die Surselva, vorbei an Tödi und Bifertenstock:
Tödi (3613m) und Bifertenstock (3419m)
Am Calmut beim Oberalppass konnten wir nochmals ein paar Meter tanken. Dann machte der Thermik-Gott seine Mittagspause und wir mussten auf die Südseite über den Passo Scengion (Unteralppass) ins Bedrettotal ausweichen. Ein schöner Thermik-Schlauch hievte uns ganze 900 m in die Höhe – das allerdings musste dann bis in Mattertal bei Grächen reichen. Die Wolkenbasis beim Weisshorn liess uns hoffen, dass der Thermik-Gott seine Siesta endlich beendet hat:
Weisshorn (4506m) mit Matterhorn (4478m) im Hintergrund
Tatsächlich konnten wir an der Krete nördlich des Weisshorns wieder 1000 Höhenmeter steigen und so recht komfortabel in Richtung Westen gleiten à vorbei am Lac de Moiry, Lac de Dix zum Petit Combin mit dem imposanten Massiv des Grand Combin vor Augen:
Lac de MoiryGrand Combin – Massiv: (Combin de la Tsessette (4135m) Combin de Grafeneire (4313m) Combin de Valsorey 4186m)Combin de Valsorey (4186m)
Bei diesem Anblick wurden natürlich meine Erinnerungen an die Skitour auf den Grand Combin mit der einmaligen Abfahrt durch das Gletscher-Labyrinth und die Sommer-Ueberschreitung des ganzen Massivs wieder geweckt…
Weiter ging es dann westlich des Col du Grand Saint-Bernard nach Frankreich in Richtung Courmayeur; vorbei an den grossen Gipfeln der Grandes Jorasses und dem Mont Blanc zum Col du Petit Saint Bernard. Via das Skigebiet und Bikeparadies Les Arcs ging es problemlos weiter bis zum Korridor des Parc National Vanoise.
Grandes Jorasses (4208m)
Bei diesem Park handelt es sich um ein Vogelschutzgebiet, das strenge Auflagen und Einschränkungen für den Flugverkehr hat. Nach dem Durchfliegen des erlaubten Korridors wurden wir an der Parkgrenze mit einem wirklich starken Aufwind von 6-7m / Sek. belohnt 🙂 Dieser Aufwind hievte uns auf über 4000 m hoch, so dass wir von Sollières aus in direkter Linie in Richtung Vinon weiterfliegen konnten. Roland meinte, dass wir auf dem Rückflug via das Ecrins-Massiv fliegen werden und ich so «meine» Berge näher anschauen könne…
Ecrins-Massiv
Via Bardonecchia und Briançon, vorbei an Mont Dauphin-Saint Crepin, ging es dann südlich an den Parcours. Leider war dieser schon von Gewitterwolken umhüllt, so dass wir westlich davon im Geradeausflug eine super-tragende Linie fanden. Bereits nach rund fünf Stunden Segelflugzeit erreichten wir unser Tagesziel in Vinon; das ergab eine Durchschnitts-Geschwindigkeit von 102 km/h – natürlich mit einer zusätzlichen Sight-Seeing-Tour über unseren Uebernachtungsort Gréoux les Bains.
Gréoux les BainsGelandet in Vinon
Unser Kollege Ernst Willi, der gerade seinen Segelflugurlaub in Vinon geniesst, brachte uns mit dem Auto zum Hotel, wo wir eine kalte Dusche nahmen und frische Kleider für das Abendessen anziehen konnten. In der Altstadt genossen wir bei einem kühlen Bier unser Essen und die Ferienstimmung.
-> wie die Rückreise quer durch die Alpen nach Schänis verläuft, finden Sie morgen um dieselbe Zeit hier an gleicher Stelle.
Der folgende Bericht wurde zwar vor 23 Jahren verfasst, dennoch ist er auch heute noch „nicht aus der Zeit gefallen“.
Tag 1: Der Blick nach Süden vom 18. Juni 2002 verheißt Sommer: Über dem Tösstal (Zürcher Oberland) steigen Frieder Wolfart und Simon Leutenegger im Doppelschlepp auf – geistig schon jenseits des Alpenkamms, wo erste Cumuli in abgeschiedenen Hochtälern locken. Am Gufelstock im Glarnerland finden sie erste Thermik, steigen auf 3’300 Meter – der Traum, von Winterthur bis ins südfranzösische Vinon zu fliegen, scheint greifbar.
Matterhorn, vor dem Sprung – Fotos von Frieder Wolfart
Die Route führt über Flims und das Engadin zum Gornergrat – dort, auf über 4’000 Meter, fällt um 16:30 Uhr die Entscheidung: weiter Richtung Süden, das Matterhorn zur Linken bzw. Rechten umrundend – als symbolischer Meilenstein auf dem Weg in die Provence.
Nach dem Sprung, Richtung Aostatal: Die Wetteroptik lässt keine Wünsche offen
Im Aostatal, über den Gletschern von Rhêmes und Val d’Isère, verdichten sich die Aufwinde. Spätestens über dem Serre-Ponçon und der Dormillouse stellt sich das Gefühl ein: der Flug trägt. Ein schnelles Geradeausfliegen über die typischen Brisenaufwinde der Haute-Provence bringt Frieder und Simon zügig nach Süden. Um 19:45 Uhr landen beide in Vinon – begleitet vom Duft von Thymian und dem letzten Licht über dem Luberon. Die Gletscherluft weicht Zikadengesang und provenzalischer Kulinarik.
Um 18:45 Uhr: Einflug an der Dormillousse in die berühmteste Rennstrecke der SüdalpenDas ist der Querschnitt durch den Schluss des Fluges mit der Steigphase im Geradeausflug an der Krete des Chemin, der letzten Thermik südlich der Trois Evêchés und dem sagenhaften Endanflug über 80 km.Flugweg nach Vinon (SeeYou): Dienstag, 18.Juni 2002, Pilot: Simon Leutenegger, Flugzeugtyp: DG-303
Tag 2: Zurück mit der Thermik
Der Morgen vom 19.Juni 2002 in Vinon ist warm, die Thermik verhalten – doch erste Cumulus über dem Plateau von Valensole bringen ab 12:30 Uhr den Durchbruch. Wieder starten Frieder und Simon als Erste. Bereits sechs Minuten später steigen sie mit 2–3 m/s in die Höhe – diesmal führt der Weg durch die Coupe, über den Lucy und das Tête d’Amont, mit 5 m Steigen auf 4000 Meter – zurück zum Aostatal.
Tag 2: die Einstiegskante des Coupe
Im Gegensatz zum Vortag wählen sie nun den direkten Weg ins Wallis. Der Himmel bleibt gut gelaunt, nur über dem Berner Oberland kündigen sich Gewitter an. Am Oberalp wird das Steigen zur Geduldsprobe, aber schließlich reicht es doch für einen sicheren Endanflug.
Auf dem Rückweg über der Schöllenen
Um 18:20 Uhr landen die beiden wieder in Winterthur – reich an Eindrücken, erfüllt von einem Flug, der Hochgebirge und Mittelmeer auf poetische Weise verband.
Im Osten die Gewitter, im Westen die Sonne. Dem Rückflug von Vinon nach Winterthur steht nichts mehr im Wege.
Die Wettbewerbs-Saison beginnt mit der Provence Glide dieses Jahr in Südfrankreich früh. Das ist ein Wettbewerb, den der Flugplatz Vinon s/Verdon jedes Frühjahr veranstalten will. Hier finden Sie zusätzliche Fotos und Infos über Teilnehmer/-innen und die tägliche Rangliste.
In diesem Video erhalten Sie Einblicke in die französischen 15-m-Meisterschaften in Vinon im Jahr 2024. Hauptdarsteller: ein Ventus, der in der Standard-/15-m-Klasse mitflog. Quelle: ‚YouTube.com‚.
Die AAVA in Vinon teilt mit, dass Roger Eyrier ab Mai 2024 als Chefpilot für den Verein tätig sein wird. Roger und die AAVA teilen gleiche Visionen der Entwicklung und Dynamisierung der geplanten Aktivitäten.
Mit Kelly, Nathalie, Stephane, Nicolas und Thanos verfügt Vinon ab 1. März über ein kompetentes und dynamisches Team, um die Gäste im Jahr 2024 willkommen zu heißen.
Die AAVA (Association Aéronautique Verdon Alpilles) aus Vinon durfte am Samstag, 16. September, ihr 60jähriges Bestehen feiern. An der kleinen Feier nahmen neben dem Bürgermeister Vinons, Claude Cheilan, 160 Personen teil.
Der Verein darf auf eine lange Tradition der Organisation von Segelflug-Wettbewerben zurückblicken, legendär sind die CMVVM’s, die in der Segelfluggemeinde den Status von „Zwischen-Weltmeisterschaften im Alpenfliegen“ genossen und sehr gut besetzt waren. Der Verein wird 2024 die Französischen Staatsmeisterschaften organisieren und bewirbt sich für die Weltmeisterschaften im Jahr 2027. Bildergalerie. Quelle: ‚Flugplatz Vinon‚.
Lorenz Schulze-Varnholt, Pilot des Förderflugzeuges OLC-LS8neo, berichtet für das OLC-Magazin über seinen Aufenthalt im französischen Vinon zusammen mit den anderen Sportsoldaten: Wie im letzten Artikel schon angekündigt, ging es für uns Sposos bereits Anfang März nach Südfrankreich zum Flugplatz Vinon. Hier sollte das erste Trainingslager des Jahres unter der Anleitung unserer Trainer stattfinden.
Typisches Frühjahrswetter für die Sportsoldaten Wie im Frühjahr üblich, war das Wetter noch recht durchwachsen. Trotzdem durften wir einige schöne Flüge und mit über 60 Flugstunden einen guten Saisonauftakt erleben. Nach kurzer Eingewöhnung auf dem Flugplatz standen nun neben Mentaltraining, Sportprogramm und allgemeiner Organisation die ersten Flüge an.
Highlight war der thermische Flug bis nach Briancon zur sog. „Roten Wand“ am 22.03. Als RacingTask deklariert gingen wir in Zweier-Teams an den Start und flogen bei recht guten Bedingungen so schnell wie möglich in den Norden. Einzig das Plateau, über das man sich morgens immer den Weg in die hohen Berge erkämpfen muss, glänzte wieder einmal mit schwacher Thermik und tiefer Arbeitshöhe. Am „Carton“ angekommen ging es dann aber endlich auf ordentliche Basishöhen von fast 3.000 m und der Weg nach Norden verlief ohne Probleme über den Col d´Allos zum Prachaval und schließlich zur Roten Wand. Alle hatten Spaß, erreichten die Wende pünktlich und kamen natürlich auch wieder zurück.
Der Mistral sorgte für Wellen Üblich für das Frühjahr in Südfrankreich waren natürlich auch die Mistral-Wetterlagen, gekennzeichnet durch straffen NNW-Wind, die uns ausgedehnte Wellenflüge und Starts bei Sonnenaufgang ermöglichten. So konnte ich meinen persönlichen Höhenrekord mit einer Höhe von 5.876 m überbieten und dabei die atemberaubende Aussicht auf die Alpen genießen – ein tolles Erlebnis! Auch Lure und Mont Ventoux wurden im Hangflug erkundet. Natürlich kam auch das Alternativprogramm nicht zu kurz und neben Sportprogramm standen auch Städtetrips und Wanderungen auf dem Plan.
Auf dem Weg nach Nitra Nun geht’s auf direktem Weg in die Slowakei nach Nitra zum Pribina-Cup, dem ersten Wettbewerb des Jahres für mich und die LS8neo. Hoffentlich spielt das Wetter auch mit. Quelle: ‚OLC, online-contest‚.
Second Advanced Course of mountain flying in CNVV. Thermals, ridges, waves. All you need and always want. One of the best experiences ever 🙂 Source: ‚youtube‚.
Um den Arcus M fliegen zu können ist das Flughandbuch dein bester Freund. Um die neuen Elemente in den Griff zu bekommen, setze ich mich am frühen, kühlen Morgen ins Cockpit und mache mich mit allen Sicherungen, Kippschaltern und Anzeigen bekannt. Wir planen einen Flug, um etwas die Gegend kennenzulernen. Der Start auf der Piste 16 verläuft gut. Thermik ist schon nach 5 oder 6 Minuten Motorlaufzeit da. Motor abschalten, einfahren. Alles geht gut. Wir fliegen dem Fluss Durance entlang nach St. Auban. Und dann in die Berge. Ich freue mich über einen gut zentrierten ersten 2 m/sec Schlauch. Ernst meint, ich solle weiterfliegen. Da gäbe es Besseres. Ich staune über diese Zuversicht. Kurz danach katapultiert uns ein 3.5 m/sec Booster zuverlässig und stabil in die Höhe. Das scheint hier normal zu sein.
Es geht nicht lange und wir steigen bei Barcelonette auf 3’000 Meter. Ernst hat einen sehr passenden Namen für den Arcus M: Das Rennkamel. Das Rennkamel spielt nun seine Stärken aus. Wir machen ein paar wenige Kreise und immens lange Gleitstrecken. Wir fliegen 120 km/h und die Polare lässt es nicht zu, dass wir mit mehr als 0.3m/sec sinken. Schliesslich sind wir auf der Höhe von Grenoble. Und wir sehen die französischen 4’000er und der Mont Blanc wäre in Reichweite.
Der grosse Moment kommt auf der Höhe von Alpe d’Huez, mit Grenoble vor uns: Eine Querung hinüber zum Vercors von etwa 55 Kilometern. Wir verlieren dabei 1’000 Meter. Am Vercors läuft es sehr gut und wir fliegen Richtung Meer. Am Mont Ventoux verliere ich kurz die Übersicht über das Terrain, das nun zunehmend flacher wird. Bald sehen wir aus der Ferne das Rhonedelta und schliesslich das Mittelmeer… Vollständiger Bericht / Quelle: ‚Simon Stauber bei Flugplatz Schänis‚.
Am Donnerstag, 11. August, baute sich um ca. 16:00 Uhr über dem Flugplatz Vinon ein Gewitter auf, welches eine kräftige Böenwalze produzierte, die vier Segelflugzeuge und ein Ultraleicht-Flugzeug zerstörte und verschiedene Schäden an Gebäuden und auf dem Camping verursachte.
Gleichzeitig fielen grosse Mengen Wasser auf das Areal, welche den Flugplatz in kurzer Zeit in eine Seenlandschaft verwandelten. Das Ereignis war sehr lokal, im nahen Dorf Vinon bemerkte man vom starken Gewitter „nur“ die starken und gleichzeitig seit Wochen herbeigewünschten Niederschläge. Es wurde glücklicherweise niemand ernsthaft verletzt, der Sachschaden ist jedoch enorm.
Die AAVA (Club mit Flugschule) verlor beim Gewittersturm ihre beiden Schulungs-Maschinen vom Typ ASK-21. Die Schüler waren mit den beiden Maschinen im Schlepptau eines Golfcarts auf dem Weg vom „Pistenkopf 16“ in den sicheren „Hangar Debut“, als beide Maschinen wie von selbst abhoben, durch die Luft davongetragen wurden und einige Meter entfernt zu Boden fielen. Eines der beiden anderen (privaten) Segelflugzeuge, eine LS6, wurde wie von Geisterhand ca. 30 m (!) durch die Luft getragen und knallte nahe am Parkplatz zahlreicher anderer Maschinen zu Boden. Ein weiteres (privates) Segelflugzeug vom Typ LS7 wurde auf den Rücken gedreht und dabei zerstört. Die vordere Haube einer privaten ASG-32-Mi wurde ebenfalls zerschlagen. Der Flugplatz im Südosten Frankreichs war bereits 2013 von einem folgenschweren Wetterereignis betroffen, damals handelte es sich um einen Tornado.
Wie Ihnen der Einstieg in die Leewellen-Systeme Südostfrankreichs gelingt, erfahren Sie in diesem dreiseitigen, illustrierten und bebilderten Beitrag – hier erhältlich.
Ab Vinon sind im Mistral ungewöhnliche Streckenflüge gelungen. Legendär ist etwa der Zielflug der Gebrüder Gérard und Jean-Noël Herbaud im Jahre 1992 von 1’380 km über die Wellensysteme des Mistrals, des Tramontane südlich der Cevennen und der Pyrenäen quer durch ganz Spanien in die marokkanische Stadt Fès. Gilles Navas ist von diesem Flugplatz zu seinem unglaublichen Flügen über 1’500 km gestartet, die das Gebiet zwischen der Furka und den Pyrenäen sowie bis in den Norden von Paris umfassen.
Dieser neunseitige, hier erhältliche Reiseführer liefert Ihnen Informationen, die Sie für Ihren Segelflug-Urlaub im südfranzösischen Segelflug-Zentrum Vinon s/Verdon – auch mit der Familie – brauchen. Was sie wo bekommen, Kontakte, Ferienwohnungen, Hotels, Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Familien-Programme. Der Reiseführer enthält zahlreiche direkte Links auf einzelne Anbieter.
Video von Roland Henz über seine zwei Wochen Segelfliegen in Südfrankreich im Spätsommer 2021. Startort der Flugplatz Serres, Flüge in Thermik, Wind, Konvergenz und Welle, vom Hochgebirge bis fast ans Meer. Das Wetter hat sich von seiner besten Seite gezeigt, mehr geht fast nicht! Aufnahmen u.a. von Matterhorn, Mt. Blanc, Aosta, Montagne de Lure, Vaumuse, Pic de Bure, Guillaume, Col d`Etache, Col de Carro, Lac de St. Croix, Vinon und weiteren schönen Ecken.
Der fünfseitige, bebilderte und mit IGC-Files zum Nachfliegen bestückte Artikel führt Sie über klassische und weniger bekannte Thermik-Strassen Südfrankreichs hinauf in die eisigen Gipfelregionen der französischen Alpen – hier erhältlich.
Südost-Frankreich ist eine von der Sonne besonders verwöhnte Ecke Europas. Kein Wunder, pilgern bei fast 300 Sonnentagen pro Jahr die Segelflieger Nordeuropas in Scharen in die südfranzösischen Segelflug-Zentren. Vinon liegt im Flachland der Provence, weit im Süden der Region. Der Anschluss an die starken thermischen Aufwinde der Voralpen über die Ebene von Valensole oder das Durance-Tal hat zu Unrecht den Ruf, schwierig zu sein.
Sie erhalten nicht nur einen fünfseiten Beschrieb der Thermik-Haupstrassen durch die französischen Südalpen, sondern im Artikel eingebunden zusätzlich kostenlos sechs IGC-Files zum nachfliegen.
Das Jahr 2020 wird wohl jedem Segelflugpiloten noch lange in Erinnerung bleiben. Corona – vor einem Jahr noch kaum denkbar – hat vieles, aber nicht alles verändert. Rückblickend kann man vielleicht sogar sagen: Wir hatten zumindest für die Sommermonate Juli/August noch «Glück im Unglück». So gingen die Grenzen nach Frankreich, zumindest aus der Schweiz, am 15. Juni wieder auf, und Frankreich hatte in den erwähnten Monaten noch eher tiefe, erst gegen Ende August wieder allmählich steigende Fallzahlen. Das führte dazu, dass Teile Frankreichs im September zum Risikogebiet erklärt wurden, darunter auch die Côte d’Azur, weite Teile der Provence, die Agglomeration Paris u.a.m. – lesen Sie hier den ganzen Bericht über einen Sommer-Urlaub in der Haute-Provence.
Das Jahr 2020 wird wohl jedem Segelflugpiloten noch lange in Erinnerung bleiben. Corona – vor einem Jahr noch kaum denkbar – hat vieles, aber nicht alles verändert. Rückblickend kann man vielleicht sogar sagen: Wir hatten zumindest für die Sommermonate Juli/August noch «Glück im Unglück». So gingen die Grenzen nach Frankreich, zumindest aus der Schweiz, am 15. Juni wieder auf, und Frankreich hatte in den erwähnten Monaten noch eher tiefe, erst gegen Ende August wieder allmählich steigende Fallzahlen. Das führte dazu, dass Teile Frankreichs im September zum Risikogebiet erklärt wurden, darunter auch die Côte d’Azur, weite Teile der Provence, die Agglomeration Paris u.a.m.
Schauerzellen Richtung Mercantour. Foto: Hans Reis.
Wetterglück
Glück hatten wir auch mit dem Wetter: Juli und August waren trockene, heisse Monate mit oftmals guten, sogar sehr guten Segelflugbedingungen, die sich auch im OLC niederschlugen. Es gab aber auch sehr stabile Tage, die das Wegkommen an der Serre de Montdenier oder das Überqueren des Plateau Valensole nicht einfach machten. Sogar Gilles Navas, bezüglich Streckenflüge kein Unbekannter, beobachteten wir einmal, wie er die Serre «polierte», nicht wegkam, dann über des Flugplatzgelände von Puimoisson flog, nicht um zu landen, sondern, um über der Piste seinen Motor zu „zünden“. Um die Schwierigkeit des Plateau Valensole zu umgehen, fliegt er meist sehr früh motorisiert bis an die Ostseite der Serre, wo er dann seine Rekordflüge startet. Er bringt es fertig, manchmal minutengenau auf die letztmögliche Landezeit Vinon anzufliegen, von weitem erkennbar an seinem blinkenden Flash am Flugzeug.
A propos Hitze: Der heisseste Tag in Vinon war der 1. August mit 41° C. An vielen Tagen zeigte das Thermometer dort zwischen 35 und 37° C. Wer die ersten drei Juliwochen in Puimoisson und anschliessend bis Ende August in Vinon war, erlebte erstmals am letzten August-Wochenende richtig Regen. Sonst gab es ganz vereinzelt nur wenige Tropfen. Entsprechend präsentierte sich auch die Landschaft. Wohl gab es Gewitter, meist aber in den Bergen.
Ein Blick in die Statistik „Flugplatz OLC-Plus 2020“ zeigt per Ende September 2020, dass Puimoisson nach Bitterwasser auf dem zweiten Platz liegt und zwar mit 527’322,92 Punkten, 541’162,93 km, von 184 Piloten mit 1’144 Flügen geflogen. Vinon figuriert auf Platz 13 mit 236’637,64 Punkten, 245 398,7 km, 81 Piloten und 569 Flügen.
St.Auban folgt auf Platz 15 mit 223’385,4 Punkten, 232’546,16 km, 131 Piloten und 759 Flügen. Mit grossem Abstand figuriert dann Fayence auf Platz 42 mit 128’857,75 Punkten, 140’674,71 km, 46 Piloten und 524 Flügen.
Die Schutzmaske: allgegenwärtiges und unvergessliches «Accessoire» im Sommer 2020. Foto: Hans Reis.
Finanzielle Einbussen wegen Covid-19
Covid-19 hinterliess natürlich auf den Flugplätzen finanzielle Spuren, nicht nur in Frankreich. Bis ca. Mitte Mai waren Puimoisson und Vinon geschlossen, wie auch viele andere Flugplätze in verschiedenen Ländern. Nach der Wiedereröffnung zögerten Piloten, ihre Segelflugferien in der Provence zu verbringen. In Vinon fehlten beispielsweise die Gruppen aus Birrfeld oder Beromünster komplett, andere waren weniger zahlreich vertreten als in früheren Jahren. Anfangs Juli seien in Puimoisson normalerweise etwa 43 Flugzeuge stationiert, dieses Jahr die Hälfte, sagte Alfred Spindelberger. Ab dem zweiten Juliwochenende war Puimoisson dann aber ziemlich vollbesetzt. Auch Noël Faucheux, Präsident der Association Aéronautique Verdon Alpilles (AAVA) in Vinon, ist mit der Belegung und vor allem der Anzahl Starts in den Monaten Juli/August recht zufrieden. Die Frequenzen waren höher als ursprünglich erwartet. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass – Stand Ende August – in den Kassen beider Flugplätze wichtige Einnahmen fehlen. Alfred Spindelberger beziffert die entgangenen Einnahmen für Puimoisson mit EUR 80’000.-. Für Vinon sind es EUR 200’000.-, wie der Präsident bereits Mitte Juli sagte und Ende August in einem Gespräch nochmals bestätigte.
Aufgabenteilung mit Konsequenzen
In Puimoisson fanden Audits verschiedener Institutionen statt. Sie stellten dem Flugplatz ein sehr gutes Zeugnis aus. Es war sogar von einem der «bestgeführten Segelflugplätze Frankreichs» die Rede. In Puimoisson ist die Halterin und Betreiberin des Flugplatzes das Centre de Vol à Voile de Puimoisson (CVVP) eine SARL, d.h. eine Société à responsabilité limitée, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit eigener Rechtspersönlichkeit, analog der GmbH in Deutschland, Luxemburg oder der Schweiz. Zuständig für den ganzen Flugbetrieb ist der in Frankreich eingetragene Verein Association de Vol à Voile Puiplaneur. Alfred Spindelberger formuliert die Aufgabenteilung zwischen den beiden Institutionen bildlich so: «Alles, was sich 1 mm und mehr über dem Boden abspielt, gehört in die Zuständigkeit des Vereins, insbesondere der Schleppbetrieb». Würde das die SARL tun, wäre es gewerblich und mit grossen Auflagen verbunden. So dürften nur Berufspiloten schleppen. Es bräuchte zudem eine spezielle Infrastruktur mit einem «safety officer» und vieles mehr. Das ist der Grund, weshalb auf praktisch allen Segelflugplätzen Frankreichs Vereine für den eigentlichen Flugbetrieb verantwortlich sind. In Vinon ist es die Association Aéronautique Verdon Alpilles (AAVA).
Im Gegensatz zu den umliegenden Vereinen, die meist auch auf kostenlos zur Verfügung gestelltem Gelände fliegen, muss das CVVP in Puimoisson für den Flugplatz erheblich Pacht bezahlen und in den Preisen ist auch die französische Mehrwertsteuer von 20% enthalten.
Für die SARL als Halterin und Betreiberin des Flugplatzes bestehen auch am Boden strenge Auflagen, deren Erfüllung immer wieder ins Geld geht. Einige Beispiele mögen das verdeutlichen. Puimoisson musste eben einen neuen Wassertank für das Feuerlöschen bauen. Er befindet sich oberhalb der sanitären Anlagen Richtung Rollweg. Vorschrift: mindestens 20 m und maximal 200 m vom brandgefährdetsten Objekt entfernt. Dieses Objekt ist der Hangar. Die Kosten des neuen Tanks beliefen sich auf knapp EUR 40’000.-. Der Tank muss zudem von Sand umgeben sein, damit ihn Steine nicht beschädigen können. Die Kosten allein für den Sand betrugen EUR 7’000.-.
4. Juli, 21:36 Uhr: Aufgang des Monds im Osten… … und gleichzeitiger Sonnenuntergang im Westen. Fotos: Hans Reis.
Zweites Beispiel: In der Gegend von Puimoisson ist Grillieren zwischen Mitte Juni und September grundsätzlich verboten. Warum? Diese Gegend gehört zu den brandgefährdetsten Gebieten Frankreichs, was erstaunen mag. Der Grund sind die Lavendelfelder. Diese brennen sehr leicht, wegen der ätherischen Öle des Lavendels. Marcel, ein Einheimischer, sagte: «Diese brennen wie Zunder.» Puimoisson brauchte eine Spezialbewilligung für den Grill, dem auch ein «Dach» als Schutz gegen wegfliegende Gluten vorgeschrieben wurde. Es muss zudem immer ein Wasserschlauch in der Nähe sein. Nur so kann das wöchentlich Barbecue am Montag stattfinden. Der Flugplatz von Puimoisson liegt im «Parc naturel régional du Verdon» in einer Zone, die mit «Natura 2000» klassifiziert ist.
«Natura 2000» ist ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten innerhalb der EU, das seit 1992 nach den Massgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG, kurz FFH-Richtlinie) errichtet wird. Sein Zweck ist der länderübergreifende Schutz gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume. In das Schutzgebietsnetz werden auch die gemäss der Vogelschutzrichtlinie (Richtlinie 79/409/EWG) ausgewiesenen Gebiete integriert. Das Natura-2000-Netzwerk umfasste 2013 mehr als 18 % der Landfläche und mehr als 7 % der Meeresfläche der EU. Nicht dazu gehören hingegen die französischen und niederländischen Überseegebiete der EU.
Unterschiedliche Auflagen auch für Schwimmbäder
Der Unterschied der Auflagen zwischen der SARL (GmbH) und einem Verein zeigt sich auch beim Betrieb eines Schwimmbads. In Puimoisson war dies in diesen Sommermonaten nicht in Betrieb, was sehr schade war und teilweise auch heftig kritisiert wurde. Der Grund: Es seien technische Gründe, d.h. veraltete Anlagen, die nur mit grossem Aufwand auflagengerecht wiederhergestellt werden könnten. Ein weiterer Grund für das geschlossene Schwimmbad in Puimoisson war gemäss Alfred Spindelberger auch die Schwierigkeit, die Corona-Bestimmungen einzuhalten. Das Schwimmbad war bereits im Jahr 2009 schon einmal für die Gäste des CVVP gesperrt.
In Vinon pflegte und betreute in den Sommermonaten die Gastpilotin Aniko Molnar das Schwimmbad, und ihr tägliches Engagement zeigte sich im Resultat. Es war kaum je so sauber und gepflegt wie 2020. Ihr gebührt ein grosser Dank, war es bei den eingangs erwähnten Temperaturen doch eine Wohltat, sich dort abkühlen zu können und für die notwenige Bewegung zu sorgen. Etliche Piloten benützten die Erfrischung regelmässig vor ihrem Flug.
Interessant ist die Frage, wer ein Schwimmbad betreibt, sind damit doch grosse Unterschiede bei den zu erfüllenden Auflagen verbunden. Betreibt dieses ein Verein, wie das in Vinon der Fall ist, dann sind die Auflagen weniger streng – weil «privat genutzt» –, als bei einer SARL, was «gewerbliche Nutzung» impliziert. So erfolgt bei einem «Vereinsbad»keine amtliche Kontrolle der Wasserqualität. Es gibt keine speziellen Vorschriften wie Rettungsring am Bassinrand oder ein rotes Nottelefon im Schwimmbadbereich mit direkter Verbindung zu den Sapeurs pompiers, auch keine spezielle Instruktion einer Person für lebensrettende Massnahmen u.a.m.
Es ist derselbe Unterschied wie beim Flugbetrieb: Ist ein Verein dafür verantwortlich, gilt es als privat; eine Nutzung durch eine Firma aber als gewerblich – mit den entsprechenden Auflagen. Genauso verhält es sich mit Vereins-Gaststätten im Vergleich zu öffentlichen Restaurants.
Für Verwirrung sorgte in Puimoisson im Juli eine ungelöste Versicherungsfrage, was dazu führte, dass an einem Tag keine Starts erfolgen durften. Das Problem konnte aber rasch gelöst und der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden. Klar deklariert und von den zuständigen Behörden auch kontrolliert wird der Funkverkehr in Puimoisson. Primär hat er in Englisch zu erfolgen. Französisch ist auch möglich, aber auf gar keinen Fall Deutsch. Weil die meisten Piloten eher des Englischen als des Französischen mächtig sind, hat Englisch klar Priorität und wird auch entsprechend praktiziert. In Vinon erfolgt der Funkverkehr mehrheitlich in Französisch, ist aber jederzeit auch in Englisch möglich.
Zufahrtstrasse Puimoisson als Dauerthema
Zu reden gibt in Puimoisson auch immer wieder der Zustand der Zufahrtstrasse zum Flugplatz. Interessant war in diesem Zusammenhang ein Gespräch mit dem neugewählten Bürgermeister (Maire) von Puimoisson, den Alfred Spindelberger zur Besichtigung des Flugplatzes zum Nachtessen eingeladen hatte, zusammen mit seiner Gattin. Das Ganze ist nebst einer Kosten- und Beteiligungsfrage auch eine Frage der Vorschriften. So meinte der Gemeindepräsident zur Frage der Asphaltierung, sie hätten diesbezüglich sehr strenge Auflagen. Würde irgendwo eine Naturstrasse neu asphaltiert, müsste an einem anderen Ort die gleiche Fläche Hartbelag rückgebaut werden. Man will damit offenbar eine Asphaltierung/Zubetonierung der Landschaft verhindern.
Erfreuliche Unfallbilanz
Im Unterschied zu früheren Jahren präsentiert sich die Unfallbilanz für den Sommer 2020 recht positiv. In den beiden Monaten Juli und August ist «nur» von zwei schweren Segelflugunfällen im Berichtsgebiet die Rede.
Der An-, Vorbei- und Überflug des Monte Viso ist immer wieder faszinierend. Foto: Hans Reis.
Am Nachmittag des 5. August verunglückte ein Doppelsitzer in der Region Parmelan bei Annecy. Erste Berichte deuteten darauf hin, dass das Flugzeug mit dem Seil des Lastenseilbahn zur Parmelan-Hütte kollidiert ist. Es stürzte in den Wald ab. Die beiden an Bord befindlichen Personen im Alter von 60 und 61 Jahren wurden schwer verletzt, konnten von der Feuerwehr vor Ort medizinisch versorgt und auf dem Luftweg in das Krankenhaus von Annecy geflogen werden. Eine Untersuchung des Unfalls ist eingeleitet. Quelle: «Le Dauphiné».
Am Dienstag, 18. August kam ein 58jähriger Segelflugpilot bei Angles ums Leben. Das Flugzeug stürzte in einer schwer zugänglichen, steilen und bewaldeten Bergregion im Verdon-Tal zwischen den Gemeinden Angles und Saint-André-les-Alpes ab. Das Segelflugzeug befand sich an der «Crête du Petit Grau» in einer Höhe von gut 1200 m/M. Der Pilot, Eigentümer des Flugzeugs, war in Fayence gestartet und in Nizza zu Hause. Er starb noch vor dem Eintreffen der Feuerwehrleute und Retter des Zuges der Hochgebirgsgendarmerie (PGHM) von Jausiers. Die Staatsanwaltschaft von Digne-les-Bains leitete eine gerichtliche Untersuchung ein, um die Ursachen des Absturzes zu ermitteln. Quellen: «La Provence» und «Les pelotons de gendarmerie de haute montagne, Jausiers, PGHM».
Von diesem Unfall wurde auch am Briefing in Vinon berichtet, und es zeigte sich einmal mehr, wie nach einem Unfall immer wieder Falschinformationen/Spekulationen ins Kraut schiessen. Zuerst hiess es, der Pilot sei 61, deutscher Nationalität, und er sei mit einem Discus verunglückt. Im Internet war dann zu lesen, es sei ein Ventus, auf dem er noch wenig Flugerfahrung gehabt habe, und er sei beim Hangflug mit dem Gelände kollidiert… Was effektiv war, wird die Untersuchung zu Tage fördern.
Moustiers ist auch abends einen Ausflug wert.
Bereits ist es herbstlich und schon bald folgt der Winter. Wie verhält es sich eigentlich mit diesen Flugplätzen im Winter? Dürfte man dort landen und starten, auch wenn sie «verwaist» sind? Grundsätzlich gilt: Wenn der Windsack hängt und kein Notam publiziert ist, kann (in Frankreich) auf einem Flugplatz ohne Betrieb zu jeder Jahreszeit gelandet und gestartet werden. Passiert aber ein Schaden, z.B. wegen eines Defekts an einer Piste, etwa wegen eines Lochs in einer Graspiste oder einem Rollweg – gegraben von Wildschweinen –, dann haftet der Betreiber des Flugplatzes. Und das könnte ins Geld gehen, wenn z.B. ein landendes Flugzeug mit dem Bugrad in ein solches Loch gerät und das Bugrad einknickt. Deshalb: Windsack weg, Notam publizieren. Dann entfällt dieses Risiko für die Verantwortlichen. Eine Ausnahme gilt für Puimoisson: Dort dürfen Motorflugzeuge grundsätzlich nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung der Direction générale de l’Aviation civile (DGAC) in Aix-en-Provence landen.
Wie nach der Heimkehr zu erfahren war, hat sich zum Saisonende in Puimoisson bei der Stelle des Chefpiloten eine personelle Veränderung ergeben.
Zahlreiche Gespräche mit Habitués in Vinon zeigten: Die Segelflugsaison 2019 geht in Südfrankreich als überdurchschnittlich gute in die Annalen ein. Vor allem die Monate Juli und August boten oft ausgezeichnete Bedingungen, wenig Gewitter, trocken, aber auch sehr heiss. Entsprechend sind auch die finanziellen Ergebnisse auf dem Flugplatz Vinon und vermutlich auch anderswo.
Puimoisson überzeugt
Ein erneuter dreiwöchiger Aufenthalt anfangs Juli bot in Puimoisson Gelegenheit, sich einmal mehr von der Professionalität auf diesem Platz zu überzeugen. In den letzten 10 Jahren haben die Verantwortlichen dort sehr viel in die Infrastruktur investiert, und die darf sich heute sehen lassen. Chefpilot FrédericMenella hat den Laden im Griff und seine straffen Briefings in Englisch sind von besonderer Qualität. Er kommt vom Flugplatz St. Remy, hat dort sehr jung das Segelfliegen gelernt und war schon früh Fluglehrer und Schlepppilot. Auch während seiner Militärzeit war er Fluglehrer für angehende Piloten in Salon beim Training auf Segelflugzeugen. Er ist Prüfungsrat für Segelflieger und schleppt auch mit UL.
Anfangs Juli beim Flugplatz Puimoisson: Lavendel soweit das Auge reicht…
Frédéric kennt die Gegend und
das Wetter der Provence wie die eigene Hosentasche. Er hat nach seiner Militärdienstzeit
Jura studiert und danach als Jurist gearbeitet, ist aber mit etwa 38 Jahren
ausgestiegen, um mit seiner Lebensgefährtin Stéphanie Brunet sieben Jahre lang
mit einem kleinen Boot um die Welt zu segeln. Im Frühjahr 2018 hat er sich
wieder ganz der Fliegerei verschrieben und ist zusammen mit Stéphanie
buchstäblich in Puimoisson gelandet. Für sie beide war 2019 bereits die zweite
Saison. Stéphanie ist ebenfalls Juristin und hat wie Frédéric das Leben und die
Arbeit am Flugplatz für sich entdeckt. Sie führt das ganze Backoffice perfekt –
eine ideale Ergänzung.
Zufahrtsstrasse als Kritikpunkt
Ein Punkt, der in Puimoisson ab
und zu bemängelt wird, ist der Zustand der Zufahrtsstrasse zum Flugplatz, auch
wenn sie diesen Sommer in einem etwas besseren Zustand war als Jahre zuvor.
Aber Naturstrassen haben ihre Tücken: Starke Niederschläge, oft verbunden mit
heftigen Gewittern, waschen sie buchstäblich aus und hinterlassen entsprechende
Rinnen.
Eine Sanierung (Asphaltierung) ist aus Sicht der Betreiber des Flugplatzes, des Centre de Vol a Voile de Puimoisson (CVVP), ziemlich kompliziert. Die Strasse liegt grösstenteils auf Gemeindegrund, ist also nicht im Besitz des CVPP. Von Seiten der Gemeinde Puimoisson hat das CVVP allerdings die Erlaubnis, die Strasse zu «befestigen», was immer das auch heissen mag. Alfred Spindelberger, Geschäftsführer des CVVP, kann nicht von sich aus einfach mit dem privaten CVVP-Geld eine Gemeinde-Aufgabe finanzieren, nämlich die Komplettsanierung – sprich Asphaltierung – der Strasse und so die Gemeinde subventionieren. Er liess deshalb unter den 16 Gesellschaftern abstimmen. Die Mehrheit war dafür. Allerdings haben Unterlegene angedroht, dass sie ihre Minderheitsrechte auf dem Rechtsweg durchsetzen möchten. Bis diese Frage rechtlich endgültig geklärt ist, ruht die Sache und der Staub der Strasse verschwindet nicht sofort.
Internet – Unterschiede
In
vergangenen Jahren war auf dem Flugplatz Puimoisson das Internet ab und zu ein Kritikpunkt.
Das trifft heute nicht mehr zu, weil es gut funktioniert. Eine direkte
Richtstrahlverbindung von Puimoisson zum Flugplatz hat eine erhebliche
Verbesserung gebracht. Anders in Vinon: Dort ist das Internet heute vermutlich
der meistgehörte Kritikpunkt – vor allem von den Piloten, die auf dem Fluplatzcamping
wohnen. Früher war es ab und zu die Sauberkeit in den sanitären Anlagen.
Letzteres hat sich extrem verbessert, ist heute praktisch perfekt, seitdem der
Auftrag an eine Dame mit eigenem Reinigungsinstitut ging. Sie arbeitet äusserst
professionell, ist sehr gewissenhaft und ist dank ihrem Charme eine gewinnende
Persönlichkeit, der man bei ihrer Arbeit auch gerne begegnet.
Man könnte meinen, der Monte Viso sei ein Vulkan…
Kritisiert
wird punkto Internet in Vinon, dass man nur im Clubhaus oder in dessen
unmittelbarer Umgebung eine funktionierende Verbindung hat, nicht aber im
eigenen Wohnwagen oder Mobil-Home auf dem Flugplatz. Noêl Faucheux, den Präsidenten der Association Aéronautique
Verdon Alpilles (AAVA), habe ich auch dieses Jahr wieder zweimal darauf angesprochen.
Er sagte, er wisse es. Beim ersten Mal fügte er in hinzu: «Ce n’est pas une question
d’argent, c’est une question de technologie». Es sei keine Frage des
Geldes, sondern der Technik und beim zweiten Mal meinte er einfach, er hätte
keine Lösung. Schade! Vor Jahren funktionierte z.B. das Netz «Camping 3», ein
Empfang im Wohnwagen war möglich. Inoffiziell heisst es, man hätte es gekappt,
weil verbotene Dinge heruntergeladen wurden, wofür auch der Betreiber hafte. Ob
das zutrifft, müsste speziell abgeklärt werden.
Vinon:
grosse Investitionen in Flugzeugpark
In seiner letzten E-Mail erwähnte
Noêl Faucheux diverse Anschaffungen, die dank des guten finanziellen Resultats in Vinon möglich
werden. Darunter ist ein Schleppflugzeug als Ersatz einer Morane Rallye. Die SF
28, die nach Canada verkauft wurde, soll durch einen neuen TMG ersetzt werden. Hinzu
kommen Segelflugzeuge, nämlich eine bereits angeschaffte DG 1001 18/20 als
Ersatz für die ASK-13, die nach Belgien geht und der Kauf eines weiteren
polyvalent einsetzbaren Segelflugzeugs mit 15/18 m Spannweite. Mit dem Erwerb einer
LS-4 und LS-8 zu Beginn dieser Saison realisiert die AVVA mit den für 2020
geplanten Anschaffungen ein Investitionsvolumen wie schon lange nicht mehr.
Mitarbeitende auf dem Flugplatz fordern zudem die Anstellung von zwei
zusätzlichen Personen. Allerdings gäbe es Leute im Conseil d’Administration,
die dafür eher taube Ohren hätten, weil sie der Clubbetrieb nicht besonders
interessiere, sondern sie vor allem für sich selbst besorgt seien. Was daraus
wird? On verra 2020.
Vinon im Juli/August – fast wüstenähnlich…
Flauer
September
Die drei Wochen ab 15. September brachten zumindest in Vinon fliegerisch nicht mehr viel, vor allem im Vergleich zu den beiden Vormonaten: sehr stabil, starke Inversionen, Plateau Valensole kaum oder nur sehr tief befliegbar, am Wochenende vom 22./23. September auch starke Niederschläge, vermutlich schon in der ersten Septemberhälfte. Der Flugplatz präsentierte sich Mitte September viel grüner als noch Ende August. Es war eindeutig Wetter zum Velofahren, für Ausflüge oder das Geniessen der herbstlichen Stimmung mit dem besonderen Licht der Provence. Die beiden Aufnahmen des parkierten Flugzeugs zeigen die Unterschiede August/September. Im September ist das Flugzeug fast ein Waisenkind auf dem Abstellplatz, wo im Juli/August emsiges Treiben herrscht. Im September hatte man die Hilfspiste, die «piste 28 auxiliaire», buchstäblich für sich.
Und im September: grün und gespenstische Ruhe, verglichen mit dem «busy summer».
Schlechte Unfallbilanz 2019
Weit weniger gut als die Segelflugbedingungen und die Erträge ist die Unfallbilanz 2019. Allein mit Startort Vinon sind diesen Sommer sieben Piloten verunglückt, keiner tödlich, aber einige erheblich verletzt mit Total- oder grösseren Schäden an den Flugzeugen. Drei der Verunglückten sind Schweizer, einer flog einen Antares mit Elektromotor. Der Cheffluglehrer Jonathan Withers – genannt John – sprach im September bei einem Drink von einer überdurchschnittlichen Unfallhäufigkeit 2019, und er fragte sich verärgert darüber, was man wohl noch dagegen tun könne. Es würden immer wieder «Basics» nicht beachtet, obwohl man es immer wieder sage. Zwei der sieben ab Vinon Verunglückten waren Eigenstarter mit dem «Klassiker» als Unfallursache: Motor spät ausgefahren, kein Landefeld unter den Flügeln, Motor springt nicht an und dann landet es irgendwo… Der eine sei in einem Gartenrestaurant in Le Vernet zum Stillstand gekommen, nicht allzu weit vom Flugplatz Seyne entfernt – erheblich verletzt, Totalschaden. Der andere habe in der Nähe des Château Rousset aufgesetzt, auch an einem Ort, der gemäss John zum Landen ungeeignet war – nur Materialschaden. Im September verunglückte ein Pilot mit Startort Puimoisson bei Barcelonnette tödlich. Er hätte tief gekreist bis «zum geht nicht mehr», sagte John, statt früh dort zur Landung anzusetzen. Das sind nur einige der Beispiele.
Der Mont Ventoux (1’912 m), immer wieder ein begehrter Wendepunkt – aufgenommen aus 2’500 m.ü.M.
Einen
interessanten Nachtrag gibt es noch zum verunglückten Antares. Das Wrack lag
Mitte September immer noch am Unglücksort, knapp unterhalb der Crête de Liman am Blayeul und ist noch nicht geborgen. Man hätte drei Gesellschaften für den Abtransport
angefragt, alle hätten abgesagt, so die Aussage von John. Es liess sich
offenbar auch kein Helipilot finden, der den Flug mit dem Wrack machen würde.
Es bestehe die Gefahr einer Explosion oder eines Brandes der Lithium-Batterien,
so die Befürchtungen. Man prüfe nun Alternativen, z.B. Sprengung im Winter o.
ä. Diese Situation mit grossen
Lithium-Batterien in einem Segelflugzeug ist für die «sapeurs pompiers» wohl
auch noch neu und ungewohnt.
«Le
Planeur» gut frequentiert
Das
jetzt ausserhalb des Flugplatzgeländes Vinon domizilierte Restaurant «Le
Planeur» ist recht gut frequentiert. Man mag das Christina gönnen, hat sie doch
das aus Eigeninitative aufgebaut. Das vorherige innerhalb des Flugplatzes
gelegene gleichnamige Restaurant musste weichen, weil es die französische Gesetzgebung
offenbar nicht erlaubt, auf öffentlichem Grund – und das ist der Fluplatz Vinon
– einen solchen Restaurationsbetrieb zu führen. Die lokalen Wirte und Hoteliers
sind beim Maire (Bürgermeister) von Vinon vorstellig geworden, was dann zu
dieser Verlegung geführt hat. Nicht mehr im Cockpit ist die frühere Chefin, vor
allem wegen finanziellen Unregelmässigkeiten. Einmal mehr kann man sagen: Wenn
es Südfrankreich zum Segelfliegen nicht gäbe, man müsste es erfinden…
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Vinon hat sich als Ausgangspunkt für sehr lange Rekordflüge von den Alpen bis zum Westende der Cevennen oder sogar in die Region Paris sowie als Ausrichter nationaler und internationaler Meisterschaft einen Namen geschaffen.
Vinon ist ein traditionelles Urlaubsziel für Gäste, die vor, während und nach der Saison dem häufig (zu) feuchten Wetter nördlich der Alpen entfliehen möchten. Das meistens fliegbare Wetter im Flachland, den Voralpen und inmitten der höchsten europäischen Gipfel in den Hochalpen sind die Trümpfe dieses Segelflug-Zentrums – abgesehen von der auch abseits des Flugplatzes als Urlaubs-Destination für die ganze Familie interessanten Provence.
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Südost-Frankreich ist eine von der Sonne besonders verwöhnte Ecke Europas. Kein Wunder, pilgern bei fast 300 Sonnentagen pro Jahr die Segelflieger Nordeuropas in Scharen in die südfranzösischen Segelflug-Zentren. Vinon liegt im Flachland der Provence, weit im Süden der Region. Der Anschluss an die starken thermischen Aufwinde der Voralpen über die Ebene von Valensole oder das Durance-Tal hat zu Unrecht den Ruf, schwierig zu sein.
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Sommer 2015 in Vinon Während des Sommers 2015 durfte ich für einmal die Vorzüge Südostfrankreichs zweimal geniessen. Einmal zusammen mit der Familie im Juli gleich während zwei Wochen, ein zweites Mal ‚nur zum Segelfliegen’ im August während einer Woche – aber mindestens, bis mir fast die Thermik aus den Ohren gepfiffen ist…
Nicht alles gelingt bekanntlich gleich beim ersten Anlauf. Der Segelflug-Urlaub der ersten beiden Juli-Wochen 2015 beginnt bei feucht-heissen Temperaturen in der Werkstatt. Eine Schraube streift am Fahrwerks-Reifen der ASW-20-B. Der deswegen sofort nötige Rad-Aus- und Wieder-Einbau bei brütender Hitze, feuchtheisser Luft aus Süden und gefühlten 50° Celsius in der Werkstatt wegen einer verkehrt plazierten Schraube (Muttern sind länger als Schraubenköpfe) sorgt nicht gerade für gute Stimmung. Normalerweise wird bei solchen Bedingungen im Steamer Broccoli und Blumenkohl nieder-gegart. Umso dankbarer bin ich René Notter für seine Hilfe beim Wiedereinbau der haarscharf und nur unter bestimmten Bedingungen passenden Radachse. Froh bin ich auch, den Fehler noch bei der Luftdruck-Kontrolle entdeckt zu haben, ein geplatzter Reifen hat normalerweise unangenehme Folgen. Ich kann mich schwach erinnern: da lag doch schon bei der letzten Landung so ein seltsamer Gummi-Geruch in der Luft! Dem habe ich damals keine besondere Beachtung geschenkt, bzw. gedacht, der Geruch käme vom Bremsmanöver bei der Landung. Erst, als sich das Rad bei der Suche nach dem Ventil nicht mehr problemlos rundherum drehen liess, ist mir das Problem aufgefallen.
Im Tiefflug von Flugplatz zu Flugplatz Auch der erste Flug gehört nicht gerade zu den Erinnerungen, welche die Segelflug-Faszination Südostfrankreichs ausmachen. Er führt im Gegenuhrzeigersinn bei stabil-heissen Bedingungen rund um die Haute-Provence. Während des Fluges bemerke ich zu spät, dass ich westlich des Lac de Serre-Ponçon in eine deutlich stabilere Luftmasse einfliege. Die maximal mögliche Höhe liegt im Becken von Gap weit unter den Gipfeln. So schleiche und hangle ich mich von Flugplatz zu Flugplatz und nutze die Vorteile des LX Zeus. Mit dem raffinierten Moving-Map-Gerät weiss ich nicht nur genau, wo ich bin, sondern auch auf Knopfdruck die Pistenrichtungen, Platzhöhe und die Funkfrequenz der Flugplätze, auf denen ich heute andauernd niederzugehen drohe. Das Gerät sorgt für entspannte Arbeitsbedingungen im Cockpit. Kein Stress mit Aussenlandebüchern, Flugplatzkarten, Frequenzlisten. So komme ich gleich zweimal aus der Landevolte wieder weg. Anfangs ist es Gap, später Sisteron und der Tag wird abgerundet von St.-Auban und am Ende schaffe ich es dann zu meinem eigenen Erstaunen wieder zurück nach Vinon. Ein spannender, lehrreicher Flug also gleich zur Einstimmung.
Im Lehnstuhl ins Val de Rhêmes. Ein weiterer Flug ist das pure Gegenteil dieses Tieffluges durch die Gegend. Er führt bis in die Region Aosta – die Heimat der V-Täler (Val Savarenche, Val de Rhêmes und Valgrisenche) hinauf. Und während meistens die Querung der Maurienne (Vallée Modane) verdient werden will, ‚falle’ ich diesmal nördlich des Col du Mont-Cenis bei leichtem Nordwestwind direkt in eine sanfte Welle, der ich auf sehr komfortablen Höhen spielerisch leicht bis ins Aosta-Tal und wieder zurück folgen kann. Zwischen diesen beiden Flügen liegt allerdings ein kompletter Aussetzer. Dabei gelingt es mir nach dem Start bei leichtem Südwest auf keine Art und Weise, auf eine vernünftige Abflughöhe zu steigen. Nach knappen drei Stunden bin ich auf maximal 1’100 M.ü.M. dermassen durchgekocht, dass ich aufgebe und lande. Kaum stehe ich am Boden, klettern meine vorherigen Leidensgenossen direkt über dem Flugplatz in Vinon in einer Welle in grosse Höhen. Ich habe die Möglichkeiten des auf Norden drehenden Windes schlicht nicht erkannt, mich stattdessen über einen seltsamen und zunehmenden Versatz beim Kreisen geärgert und schlicht zuwenig Geduld beim Auskreisen der hauchdünnen und schwachen Aufwinde über der Durance gehabt.
Drei weitere Flüge führen in allen Drehrichtungen durch ein Fluggebiet, das für einmal im Norden durch die feuchte, faule Luft in der Maurienne, im Westen durch die tiefe Basis und Mistral im Rhônetal, das Mittelmeer und die Luftmassengrenze entlang der italienischen Grenze limitiert wird. Das führt in diesen Tagen zu seltsamen Flugaufzeichnungen im OLC. Das etwas phantasielose JoJo-Kilometer-Fliegen hat Hochsaison.
Fliegender Kontrabass. Sehr angenehm ist dagegen, dass ich noch nie so häufig in der etwas tiefer liegenden Voralpen-Region zwischen Rhônetal, dem Vercors und dem Parcours des combattants geflogen bin wie dieses Jahr. Teilweise mit Aufwind-Aufreihungen von 200 km Länge zwischen dem Col de Rousset im Norden und dem Lac Ste.-Croix im Südosten, in denen die Segelflieger über weite Strecken mit Höchstgeschwindigkeit geradeaus durch die Gegend flitzen. Eine spannende Erfahrung. Die negativen Klappenstellungen brauche ich sonst nicht dermassen häufig, dafür stelle ich fest, dass die ASW-20-B neuerdings bei einem Speed von mehr als 160 km/h beginnt, einen ziemlich lauten und tiefen Brummton im Rumpf zu erzeugen. Das könnte mit der konsequenten Abdichtung des Cockpits etwas zu tun haben. Der Brummton ist abhängig von der Menge Frischluft, die über die Lüftung ins Cockpit strömt. Ich sitze damit in einem sonderbaren Fluginstrument mit ausgeprägtem Bariton (kann auch ein Bass sein), acht Meter langem Resonanzkörper, einem Einlassventil und nur zwei möglichen Basistönen (Lüftung auf, Lüftung zu). Fast so schön wie in der Oper, und ebenso schön laut. Die Projekte für die Winterarbeiten werden nicht weniger…
Die Tête de Lucy macht knackige Thermik. Etwa jeden zweiten Tag sind wir ‚en famille’ unterwegs zu den klaren, tiefblauen und kühlen Badeseen der Region, ans Mittelmeer zum Weineinkauf nach Bandol oder zum Sonnenbaden am Strand von Cap Couronne bei Martigues. Eine schöne Abwechslung bei gleichbleibend guten Segelflug-Bedingungen – es kommt kaum drauf an, welchen Tag man fliegt, es geht immer gut genug. Für einen Champagner-Korken-Moment sorgt auf meinem letzten Flug vor der Heimreise die Tête de Lucy – steht doch da in den Chrächen auf der Südseite tatsächlich ein ruppiger Aufwind, der mit mich fast 6 Metern pro Sekunde auf 3’500 Meter hinauf ‚schiesst’. Immer wieder unglaublich, wie dabei die Landschaft unter dem Cockpit wegtaucht.
Das Seniorenheim der Champions und Grandes Plumes. Mir ist kaum ein Flugplatz bekannt, auf dem sich so viele Offene-Klasse-Flieger finden wie in Vinon. Etwa ein Dutzend ASH-25, Nimbus 4DM usw. stehen in den Hallen und vertäut und gut verpackt auf dem Flugplatz, wenn sie nicht gerade fliegen (was sie aber sehr oft tun). Sie werden von zumeist ebenso schon leicht angejahrten Piloten bewegt, die auf ein eindrückliches Fliegerleben, teilweise als bekannte Wettbewerbs-Champions oder Rekordflieger zurückblicken. Jean-Pierre Cartry etwa. Alain Poulet. Gérard und Jean-Noël Hérbaud. Thomas Badum, Klaus-Dieter Mreyen mit seinen Freunden. Oder Gérard Lherm und Gilles Navas (welche das Durchschnittsalter dieser Pilotengruppe unter 65 drücken 🙂 ) Hier finden Sie einen Ausschnitt davon auf Facebook.
Der grosszügige Flugplatz ist ideal für diese Offene-Klasse-Segler mit enormen Spannweiten. Die erfahrenen Segelflieger machen sich während der Sommermonate fast täglich eine Freude mit grossen Flügen in die nördlichen französichen Alpen, rund um den Mont Blanc, hinauf ins Grenzgebiet zur Schweiz, oder sogar an den Furkapass im Wallis und geniessen den endlos langen Rückflug aus dem Brionçonnais, wo sie ein letztes Mal auf fast 4’000 M.ü.M. hinaufklettern, um ohne einen einzigen Kreis die 180 km nach Vinon abzugleiten. Ein kleines Paradies oder eben ein Seniorenheim für Champions und Grandes-Plumes, wie hier die 25-Meter-Flieger genannt werden.
Viel Betrieb im August. In der dritten August-Woche, in der ich mich nochmals in der Haute-Provence austoben darf, herrscht in Vinon erstaunlich viel Betrieb. Eine Gruppe junger Segelflieger aus Bamberg, eine Schülergruppe von Kindern von Air-France-Flugpersonal, eine Menge Gäste aus Holland und der Schweiz sowie die erwähnten Senioren sorgen für viel Betrieb – mehr als ich vom Juli in Erinnerung hatte. Trotzdem kommt man problemlos und zügig in die Luft, auch lange Plastikschlangen werden dank der kurzen Flugzeugschlepps rasch abgearbeitet. Die Flüge führen auch diesmal wieder in allen Drehrichtungen durch die Région frontalière zwischen Frankreich und Italien, der Maurienne, dem Rhônetal und dem Mittelmeer.
Schwerpunkt sind diesmal wieder die Baronnies, das Brionçonnais, aber auch der Parc National du Mercantour. Diesen Nationalpark kenne ich trotz vieler Aufenthalte kaum. Häufig ist es schwierig, bei vernünftigen Bedingungen in diese menschleere und zerklüftete Region und zurück zu gelangen. Dieses Jahr kann ich sie aber gleich mehrmals erkunden. Markant ist der Unterschied in der Verkehrsdichte. Während sich entlang der bekannten Rennstrecken die Flieger konzentrieren, ist etwas abseits im hintersten Vallée de l’Ubaye oder über dem Mercantour-Nationalpark kaum jemand anzutreffen.
Bemerkenswerte Strassenführung rund um die Cime de la Bonette zwischen Jausiers und St.-Dalmas.
Südfrankreich – Urlaubsziel und Flugschule für Bartgeier. In den vergangenen Jahren sind mir in der Luft oft Bartgeier aufgefallen. Soviele wie dieses Jahr konnte ich noch nie beobachten. Ich habe den Eindruck, die tollen Segelflugbedingungen hätten sich bei den Bartgeiern herumgesprochen (vielleicht sind unsere ausgewilderten Bartgeier aus dem Nationalpark im Engadin auch darunter gewesen). Es scheint, die Tiere pilgern in den Sommermonaten in diese meteorologisch besondere Region Europas und geniessen ihre verdienten Thermikferien. Auf einem Flug ist mir dabei südlich der Tête de l’Estrop ein Schwarm von mehr als 30 der eleganten Gross-Segler aufgefallen. Darunter waren auch zahlreiche Jungtiere. Und auf einem der schroffen ‚Toblerone’-Felsen in diesem kargen Massiv sassen drei oder vier erwachsene Tiere und eine grosse Zahl kleinerer Bartgeier.
Ich hatte den Eindruck, die Tiere machten auf diesem ausgesetzten Felsen ‚Flugschule‘. Die Senioren haben ihren Schülern gezeigt, wie man sich über die mehr als 500 Meter hoch exponierte Felspartie in die Tiefe stürzt und lernt, wie dann der Luftstrom in die Federn greift und plötzlich trägt. Der ganze Schwarm bewegte sich friedlich und elegant durch die Luft, gegenüber ihrem überdimensionierten Plastik-Kollegen entwickelten sie keine Aggressionen und haben mich einfach beobachtet. Ein herrlicher Moment.
Vinon au Lac.
Kurz vor meiner Abreise Mitte August geraten wir mit dem Campingplatz von Vinon in zwei unglaubliche Wolkenbrüche. Der erste verschwindet nach ein paar Stunden wieder fast spurlos im hartgekochten, braunen Boden. Der zweite ist dann aber ein ganz anderes Kaliber. Während mehrerer Stunden öffnet der feucht-heisse-Himmel alle Schleusen. Der Fahrweg durch die Wohnwagen wird zum Bach. Meine direkte Umgebung und der Anhängerplatz zum See. Das Wasser steigt bis wenige Zentimeter unter die Türschwelle meines Autos bzw. ersäuft beinahe mein hölziges Gartenhaus. Jetzt verstehe ich ansatzweise den Bau des Schiff-Steges bei meinem Nachbarn, der Paul letzten Herbst fast den Hals gebrochen hat. Mir ist inzwischen auch klar, weshalb der Caravan schräg auf dem Deichsel steht – damit das Wasser problemlos durch ihn hindurch fliessen kann…
Wie auch immer: Glück gehabt. Eine Stunde mehr von diesen intensiven Niederschlägen – und wir wären mit unserem ganzen Fluggerät richtig in die Flut geraten.
In diesem Sinne fahre ich wegen der braunen Sauce, welche dieser Wolkenbruch auf dem Flugplatz hinterlässt und jegliche Bewegung mit schwererem Gerät als ein Fahrrad verunmöglicht, dieses Jahr etwas leichteren Herzens nach Hause in eine arbeitsreiche und lange Wintersaison – aber ich bin sicher, dass mit Beginn der nächsten Segelflugsaison während der ersten wärmeren Frühlingstage das bekannte Kribbeln im Bauch zusammen mit den ersten Cumuli am Himmel zuverlässig wieder einkehrt.
Für alle Detail-Verliebten: Hier der Link auf alle Flüge in Vinon dieses Jahres.
Vergangenen November hat mich unser legendärer Anhängerwart bei der Segelfluggruppe Lägern dabei unterstützt, in Südfrankreich einen weniger betagten, fahrbaren Wohncontainer aufzustellen. Beim 35jährigen Modell fiel der Boden durch und auch sonst hatte ich bei jedem Handgriff ungewollt irgendein Bestandteil in der Hand.
Bei der Vorgeschichte konzentriere ich mich darauf, dass mich unsere jüngste Tochter Deborah ein Weekend lang (ungewollt auch noch während des gesamtdeutschen Eisenbahnerstreiks mit damit verbundenem Chaos auf der Strasse) auf Europas Autobahnen begleitet und mit munteren Erzählungen auf dem anhängerfreien Weg nach Holland und auf dem Rückweg mitsamt dem erworbenen Ungetüm am Haken wach gehalten hat. Das Navigationsgerät hat auf dieser unvergesslichen Fahrt im Schnitt alle zehn Minuten eine neue Strecke um die nächsten Staus berechnet und uns wohlbehalten und interessanterweise ohne grössere Verspätung als ohne Staus in der Nähe Kölns abgeliefert. Wir sind auf diese Weise am anderen Tag immerhin mit einem selten günstigen Tabbert ohne ein einziges Chräbeli glücklich in Schänis eingetroffen.
Zwei Wochen später war dann DER Paul gefragt. Für die Entsorgung des alten und den Aufbau des ’neuen‘ Wohnwagens, die Montage eines Schutzdaches daselbst und die diebstahlsichernde Demontage von Deichsel & Co. sind erprobte, krisenfeste Fachkräfte wie Paul gefragt. Und ausserdem wollte er auch schon immer mal in den Süden Frankreichs, egal, auch wenn’s November sei. Da er inzwischen ein beweglicher Rentner ist, hat er dafür auch noch viel Zeit. Die ideale Ausgangslage für ein Camper-Abenteuer. Also nix wie los, rein ins Auto, raus in die Provence!
Ein Hoch auf die Chefinnen!
Die Entsorgung unseres bisherigen Wohnheimes hatte ich zwar schon Wochen vorher per eMail und Telefon organisiert. Bei meiner südfranzösischen Allzweckwaffe für schwierige Entsorgungsfälle namens ‚Point Noir‘. Bei unserem engen Zeitplan sollte der Abschlepp-LKW bis um 10.00 Uhr seine Arbeit erledigt haben, wollten wir abends in einem betriebsfertigen ’neuen‘ Wohnwagen übernachten. Im Entsorgungsbetrieb schickte uns ein schwer mit Muskeln bepackter Anpacker zum nächsten – nur, um festzustellen, dass meine eMail wahrscheinlich im chaotischen, unübersehbaren eMail-Papierhaufen (!) auf allen vorhandenen Schreibtischen unter die Delete-Taste geraten sein mussten – ‚aucune idée‚, war auch die meist gehörte Antwort auf die Frage, ob denn mein etwas seltenes Anliegen um die Entsorgung eines Wohnwagens hier schon bekannt geworden sei. Das macht ausser den ordentlichen Schweizern hier wohl niemand. Betagte Campingwagen werden normalement in ein Gebüsch parkiert, bis sie sich dort vielleicht selber zerlegen. ‚Aucune idée‚ wurde aber spannenderweise immer kombiniert mit dem Hinweis, dass eine Entsorgung ‚aber impérativement EUR 200.-‚ kosten würde, erwähnt. Dass die vereinbarte Summe aus keinem Gedächtnis entschwunden war, interpretierte ich als gutes Zeichen für unser Vorhaben.
Den entscheidenden Verhandlungs-Durchbruch schafften wir schliesslich bei der zierlichen Madame la cheffe. Mit allem übriggebliebenen Charme und unüberhörbarem Glarner Französisch-Akzent versicherte ich ihr, dass sie die absolut Grösste sei, wenn sie es hinbekäme, einen ihrer kräftigen Gesellen mit einem Abschleppwagen auf den Aéroport zu senden. Sie zeigte sich nach meiner Zusicherung, EUR 200.- ‚par hazard‘ bei mir zu haben, sofort begeistert und erteilte ein paar kurze, heftige Befehle quer durch die Werkstatt – Resultat: wir sind selber kaum auf dem Flugplatz Vinon beim alten Camper angekommen, stand der LKW schon vor der stählernen Eingangspforte und begehrte, seine Arbeit erledigen zu dürfen. Wir konnten uns kaum umdrehen, war ‚Le Château Willi‘ bereits am Haken, aufgeladen und endgültig weg…
Da geht er dahin: das letzte Stündlein von Le Château Willi hat geschlagen… Man beachte die Holzpaletten im rechten Bild-Vordergrund. Sie sollten noch eine wichtige Rolle spielen…
Zähes Einparken.
Kurz darauf war ich das erste Mal um die kompetente fachliche Beratung von Paul froh. Beim Seitwärts-Rückwärts-Einparken des knapp acht Meter langen Möbels zwischen einem Feuerdorn-Gebüsch und unserem hölzernen Schattenspender, der da stehen bleiben sollte, wo er im unwirtlichen Wachstumsklima schon ziemlich gross geworden war. Bei der Strategie waren wir uns anfangs nicht wirklich einig. Anständigerweise habe ich erst Pauls Vorschlag umzusetzen versucht. Der Anhängerzug fand aber am Ende nur auf eine Art und Weise Platz. Nämlich so, wie ich mir jahrelang an flugfreien Nachmittagen mit Unterstützung von genügend kühlem Rosé den Ersatz des baufälligen Wohnwagens ausgerechnet hatte. Vorwärts hinein in den Platz mit der ganzen Bagage – und dann von Hand 60° drehen. Klingt einfach, nicht? Vorher noch alle Gartenplatten abräumen, damit man schadlos mit dem schweren Opeli auf den Platz rollen kann, ohne alles zu verbrösmele. Danach den Hänger abhängen und das Zugfahrzeug knapp zwischen Camper und Gartenhaus wieder aus dem Lavendelgarten hinauswickeln. Es war nicht so kompliziert, wie es hier klingt. Und es klappte gleich auf Anhieb. Anhieb heisst 30 Minuten Fluchen, Schwitzen, Stossen und Zerren, um mit dem Hauptrad am Ende entscheidende zehn Zentimeter näher am Feuerdorn – exakt am Zielort zu stehen. Es hätte weder hinten noch vorne ein Streichholz zwischen dem Wohnwagen, Baum und Feuerdorn vertragen…
Da steht er nun, fein zwischen Baum und Feuerdorn-Gebüsch eingeparkt, nach einer eländ langen Fahrt quer durch ganz Europa – unser ’neuer‘ Tabbert. Als wäre er immer schon hier gewesen.
Das Beste kommt zum Schluss.
Vinon hat im November einen eigenen Charme. Verlassen. Dunkel. Kalt. Menschenleer. Besonders viel Charme entwickelt der Platz, wenn die sanitären Anlagen umgebaut und damit komplett ausser Betrieb sind – so wie im November 2014. D.h., da war kein Wasser auf dem ganzen Gelände. Nicht zum Zähneputzen, oder Duschen und auch sonst mussten wir für jeden Tropfen einen halben Kilometer zum zweiten Camping-Feld und das dortige Duschhäuschen zurücklegen. Kein Problem soweit. Tagsüber. Wenn’s hell ist. Und mit unseren fahrbaren Untersätzen, zwei ehemaligen Schweizer Zurbuchen-Halbrennern (damals schnittige Fahrräder mit fünf Übersetzungen) sowieso nicht. Nachts, ohne Beleuchtung, wird das etwas schwieriger – doch alles der Reihe nach!
Das Unglück begann damit, dass Paul ohne seine Brille schon nicht sehr weit und dann eben auch nicht besonders gut sieht. Im Duschnebel des ungewohnten Sanitär-Hauses muss er seine Seh-Hilfe ‚irgendwo‚ abgelegt haben. Das hat er interessanterweise erst (…) nach einer abenteuerlichen Fahrt auf meinem rassigen Fahrrad über das zappendustere Geländes des holperigen Campingplatzes im schummerigen Licht des Dynamo-angetriebenen Fahrrad-Irrlichtes im ebenfalls erstmals benutzten Wohnwagen festgestellt. Etwas ungestüm wollte er dann grad sofort zurück zum Duschhaus, um seine Brille zu suchen. Blöd ist einfach, dass man ohne Brille kaum was sieht, eben auch eine Brille nicht. Und in der Nacht in ungewohntem Gelände mit dem Velo sozusagen im Blindflug um Schlaglöcher und herabhängende Äste zu kurven, ist vielleicht auch nicht die beste aller Ideen.
Na, wo bleibt er denn?
Nach einer Viertelstunde begann ich, mir Sorgen zu machen und streckte schon mal den Kopf nach draussen, ob etwas von Paul zu hören oder zu sehen sei. Na, er wird seine Brille schon nicht sofort gefunden haben, dachte ich mir bis dahin und widmete mich wieder dem Abwasch. ‚Also, wenn er in fünf Minuten nicht da ist, muss ich ihn suchen, dann ist etwas passiert!‘ Aber soweit kam es nicht. Plötzlich irrlichterte im linken Augenwinkel kurz ein schwaches Licht vor dem Fenster vorbei. Begleitet vom vertrauten Geräusch von im Kies knirschenden Fahrrad-Reifen. Aha, das muss der Paul sein! Sekunden später wechselte die vertraute Akustik schlagartig zu bisher nicht gekannten Geräuschen. Ein ‚Chrrttssschhhh‚ wurde von einem ‚Wuummppfff‚ abgelöst. Kurz danach war wieder ein Sekundenbruchteil lang Ruhe, dann folgte ein ‚Wumm, Klirr‚. Kurz. Heftig. Und dann ein langes ‚Aaaahhhh. OOoooohhh. Uuuhhhh.‘ Wieder ‚Aaaahhhh….‘ Und dann eine lange Pause.
Überschlag.
Sofort verliess ich den Wohnwagen, um nach Paul zu sehen. Da hüpfte der rüstige Rentner bereits munter auf einem Bein durch den Garten. Offensichtlich musste er sich bei seiner Suche nach der Brille verletzt haben. Und gefunden hatte er sie bis dahin auch nicht, jedenfalls war da nichts auf der Nase. Dafür schien der Fuss und die Hand ziemliche Schmerzen zu bereiten. Nach ein paar Minuten, in denen die gröbsten Schmerzen verrauchten und einer Reihe nicht jugendfreier Äusserungen über meinen Camping-Nachbarn erzählte er mir dann, was passiert war. Paul hatte alle Schlaglöcher erfolgreich umfahren. Was er in der Dunkelheit übersehen hatte, war sozusagen die Abfahrt von der Hauptsrecke in meinen Camping-Garten. Worauf er mit seinem Stuntman-Tempo zuweit über die Kurve hinaus geraten und im Garten meines Nachbarn in der Dunkelheit auf ein Hinderniss geprallt sein müsse.
Oha – jetzt war mir sofort alles klar. Es gibt verschiedene Arten, wie man seinen Vorplatz befestigen kann. Mit Gartenplatten. Sauber verlegt. Normal halt. Und da gibt es mindestens einen, der versucht dasselbe mit zufällig verteilten, alten Europaletten. Auf denen man bei Hochwasser hüpfenderweise seinen Caravane habitable erreichen kann. So einer ist mein Nachbar! Da bin ich selber sogar bei hellem Tageslicht schon drüber gestolpert, wenn auch ohne grössere Blessuren.
Kein Wunder, dass es da meinen Paul nächtens und ohne Sehhilfe so bös erwischt! Er hat sage und schreibe in seinem beachtlichen Alter von 70 Lenzen einen mehr oder minder eleganten Vorwärts-Salto vom Fahrrad hingelegt, als er mit dem Vordrreifen eine der Paletten erwischt hat. Und bis auf die Blessuren an der Hand und am Unterschenkel blieb er Gottseidank unverletzt! Das hätte aber richtig schief gehen können. Wenn der Paul nicht trotz seiner zahlreichen Jahrringe bis heute so uumäär beweglich geblieben wäre.
Unter Rentnern: gemütliches Nachtessen mit Paul Kläger (re.) und Karl Thönig (li.), der ständig in Vinon (in einer anständigen Behausung) lebt und mir bei der diebstahlsichernden Demontage der Deichsel geholfen hat.
Noch auf der Heimfahrt, zwei Tage später hat Paul in ruhigen Momenten immer wieder bekümmert seinen Handrücken und das Wadenbein betastet – es muss noch fast zwei Wochen lang geschmerzt haben!
Das Schlimmste an der Geschichte war aber der Moment, als er seine Brille wieder gefunden hat. Sie lag nämlich friedlich in seiner Dusch-Zubehör-Tasche, wo sie eigentlich auch hingehörte. Paul hatte sie dort bloss übersehen, sie hat die ganze Zeit im Wohnwagen gelegen. Die lange Reise und der Unfall waren damit sozusagen vergebens gewesen. Auaaa!
Was mir bleibt, ist, mich bei meinem treuen Helfer für den Chrampf in Südfrankreich öffentlich zu bedanken. Da reichen das gespendete Food & Beverage sicher nicht aus. Was wäre die Welt ohne Menschen wie Paul! Herzlichsten Dank nochmals, Paul – und mach doch künftig bitte nur noch Überschläge mit dem Segelflieger und ausreichend Luft darunter.
Etwas eingeschränkte Bewegungsfreiheit – trotzdem tolle, gemütliche Flüge
Fliegerisch ist dieser Juli 2014 geprägt von Wetterlagen, bei denen man zwar täglich schöne Flüge durch die südfranzösischen Voralpen und im Flachland unternehmen kann, ‚Weitschüsse’ in die hohen Französischen oder Schweizer Alpen bleiben aber Mangelware.
Dem fliegerischen Vergnügen tut dies aber keinen Abbruch, alle Starts führen jeweils quer durch das überhaupt nutzbare Segelflugfenster Südostfrankreichs. An die teilweisen geringen Arbeitshöhen muss ich mich allerdings gewöhnen, zweimal stecke ich nach einem ungewohnt kniffligen Abflug über des Plâteau Valensole in Puimoisson beinahe fest und komme dort erst auf Landevolten-Höhe wieder weg. Die Funkfrequenz eingestellt, die linke Hand am Fahrwerk, komme ich aus den Geländefurchen in Flugplatznähe aber beide Male mit Geduld doch wieder weg. Einmal rettet mich ein Raubvogel, der mir zeigt, wie es geht, ein andermal ist es eine Geländemulde am Ende eines der ‚Täler’ auf dem Plâteau, an deren Ende die Thermik anfangs zaghaft und unrund, später stark und gleichmässig auslöst.
Einmal auf komfortablerer Arbeitshöhe freunde ich mich aber zunehmend mit dem Fliegen im Flachland an. 2’000 Meter Luft unter dem Rumpf sind schon eine gemütliche Sache.
Es muss nicht immer bodennahes Abtasten der Alpenkreten sein, Flüge über die Wälder des Lubéron, in denen höchstens Obelix‘ Wildschweine die Ruhe stören, in den Nationalpark Vercors zum eigenwillig geformten Mont Aiguille, an die wilden Granitzacken der Auguille de Chambeyron oder über die einsame Region an der französisch-italienischen Grenze (Parc National du Queyras) entlang bis hinauf zur architektonisch auffälligen italienischen Skistation von Sestriere sind aber trotzdem drin. Für einmal bleibt viel Zeit, ausführlich die vielfältige Landschaft zu geniessen.
Das müsste ja eine fantastische Region für Skitouren sein… Höchste Zeit, nach den Sommerferien wieder etwas zu trainieren, damit ich meinen Bierbauch wieder auf ein Mass zurücktrimme, mit dem ich solche Berge noch oder wieder hinaufkomme 🙂
Unberührte, wilde Berglandschaft im östlichsten Teil des Vallée d’Ubaye.
Und hier sind die Links zu den IGC-Daten:
Zwischen Aiguille de Chambeyron und dem Pic de Rochebrune. Irgendwo steckt wie üblich auch noch der imWinter sogar aus den Schweizer Alpen sichtbare Monte Viso in den Wolken.
Parc National du Vercors und die Glandasse. Wer hat sonst schon so schöne Namen für einen runden Felsabbruch und eine Hochebene mit einer Million Grotzli (Tännchen)?