Archiv der Kategorie: Segelflug-News

Übersichtliche Kurznachrichten der Ereignisse im Segelflug.

Hammelburger Nachwuchs holt Meistertitel

Mit großen Zielen war der Nachwuchs in die zurückliegende Saison gestartet – Jetzt gibt es einen besonderen Erfolg zu feiern. Im Vereinsheim der Flugsportgruppe Hammelburg hängt seit Kurzem eine ganz besondere Urkunde. Sie trägt die Aufschrift „Deutscher Meister 2020 – U25 Segelflug-Bundesliga“. Hinter dem etwas schlicht wirkenden Dokument verbirgt sich eine besondere sportliche Leistung, heißt es in einer Pressemitteilung der Flugsportgruppe Hammelburg.

Nicht zu beirren
2020 waren demnach drei junge Piloten mit dem klaren Ziel gestartet, den Titel nach Hammelburg zu holen. Es hatte laut Darstellung der Flugsportgruppe etwas von David gegen Goliath angesichts der mächtigen Konkurrenz. Segelflugvereine wie Oerlinghausen, Königsdorf und andere verfügen über ungleich mehr Ressourcen an Mensch und Maschine. Davon ließen sich die Hammelburger nicht beirren. „Für uns war das eher ein Ansporn, den Großen mal was vorzufliegen“, sagt Andreas Heil (25). Zusammen mit Eric Schneider (19) und Peter-Richard Wagner (19) trat er in der U25 gegen gleich 302 andere Vereine an. Wie in vielen anderen Sportarten fiel der Startschuss aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie relativ spät. Insgesamt gab es dreizehn Wertungsrunden. Nach dem ersten Wochenende im Mai lag man auf Platz 16 in der Tabelle, eine Woche später bereits auf Platz 4. Unaufhaltsam kämpften sich die drei Hammelburger nach vorne und standen ab der Hälfte der Wertungszeit permanent auf Platz 1.

Am Ende richtig knapp
Gegen Ende wurde es noch einmal richtig knapp, das Oerlinghausener Team war dicht auf den Fersen, fasst die Flugsportgruppe das Geschehen zusammen. Während der Saison war meistens vom heimatlichen Flugplatz aus gestartet worden. Für die letzte, entscheidende Runde Ende August traf man sich mit dem nordrhein-westfälischen Verein auf dem Flugplatz in Bückeburg am Wesergebirge. In freundschaftlicher Atmosphäre wurde noch einmal ein Wettstreit Auge in Auge mit dem schärfsten Gegner bei teilweise widrigen Wetterbedingungen ausgetragen. Es war ein Kampf um jeden Wertungspunkt. Die Hammelburger hätten ihren ersten Platz durchaus noch verlieren können, doch am Sonntagabend war klar: Man ist Deutscher Meister geworden.

Novum in der Vereinsgeschichte
Zeitgleich mit dem U25 Contest liefen die Qualifikationskämpfe für die 2. Segelflug-Bundesliga. Hier gibt es keine Altersgrenze nach oben. Mit Rolf Schneider (50), Matthias Gremer (53), Markus Daum (55), Alexander Hennrich (28), Alexander Oeding (29), Sebastian Oeding (25) und den drei Junioren hatten die Hammelburger einen größeren Kader zur Verfügung, um das Punktekonto zu füllen. s galt, sich gegen 463 andere Segelflugvereine in Deutschland zu behaupten. Ein ehrgeiziger Plan, denn nur die ersten sieben Plätze würden aufsteigen. Hartnäckig arbeitete sich die FSGH von anfangs Platz 141 hinauf in die Aufstiegsränge. Am Ende der Saison war mit Tabellenplatz 5 die Qualifikation für die 2. Bundesliga in trockenen Tüchern. In der Geschichte der FSGH ist das laut Verein ein Novum.

Durchhaltevermögen ist gefragt
Für den Erfolg braucht es Teamarbeit, Durchhaltevermögen, im Flug ein feines Gespür für Wind und Thermik und nicht zuletzt technisch einwandfreies Fluggerät. „Schlagkraft ist nicht nur eine Frage der Mannschaftsstärke“, bringt es Andreas Heil auf den Punkt. In nüchternen Zahlen betrachtet haben die Hammelburger an dreizehn Wochenenden in der Summe 556 Stunden in der Luft verbracht und dabei 43 000 Kilometer zurückgelegt und mit beständig hohen Leistungen den Lohn geerntet. Gesammelt werden die Daten beim Online Contest OLC. Auf der Internetpräsenz sind die Resultate für jedermann zugänglich. 2020 stand Eric Schneider durch Sponsorengelder eine LS8 neo zur Verfügung. In dieser Maschine konnte er mit einem Streckenflug über 1116 Kilometer erneut einen Vereinsrekord aufstellen. Für Rolf Schneider, Vorsitzender der Flugsportgruppe Hammelburg, sind der Meistertitel und der Aufstieg die Bestätigung, dass der Club auf dem richtigen Kurs ist.

Zwei neue Piloten
In den letzten beiden Jahren hat man sich verstärkt auf den Streckenflug und den sportlichen Wettkampf konzentriert. Dazu waren Anpassungen in der Flugzeugflotte notwendig. Mehrere Segelfluglehrer wurden in der vereinseigenen Flugschule neu ausgebildet. „Was wir hier machen, ist erfolgreiche Jugendförderung im Spitzensport“, sagt Rolf Schneider, der dankbar für einen städtischen Zuschuss ist. 2021 möchte man an die diesjährigen Erfolge anknüpfen. Zur Verstärkung der U25 stehen zwei neue Piloten in den Startlöchern, die ihre Saison Segelflugausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Quelle: Bernd Chittka in ‚InFranken.de‚.

Leidenschaftliche Segel- und Motorfliegerin

Mit drei Jahren saß Heike Nachtigall das erste Mal in einem Motorflugzeug. Seitdem ist sie mit dem „Fliegervirus“ infiziert, wie sie selbst sagt. Was das Fliegen für die 51-Jährige bedeutet und warum die Welt von oben für sie am Schönsten ist. Quelle: ‚Südkurier‚.

Warnsystem war aus

Nach dem Zusammenstoß zweier Flugzeuge Anfang August bei Emershofen nahe Weißenhorn, bei dem ein 52-Jähriger ums Leben kam (wir berichteten), hat die Bundesstelle für Flugunfallsicherung (BFU) nun einen Zwischenbericht veröffentlicht. Die BFU kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass zwar beide Flugzeuge mit dem Kollisionswarnsystem Flarm ausgerüstet waren, dieses aber beim abgestürzten Segelflugzeug nicht in Betrieb war. Laut dem Bericht startete am 7. August zuerst der Reisemotorsegler vom Flugplatz in Weißenhorn. Nach einem Zwischenstopp in Augsburg ging es wieder zurück. Als sich der Motorsegler mit zwei Insassen an Bord – ein 73 Jahre alter Fluglehrer und sein 52-jähriger Schüler – im Bereich des Weißenhorner Flugplatzes befand, sei der Landeanflug per Funk angemeldet worden. Das Flugzeug habe daraufhin die südliche Platzrunde geflogen, um sich für den Anflug vorzubereiten.

Der Segelflieger war um 12.29 Uhr an der Winde zu einem Überlandflug gestartet und soll laut Zeugenaussagen zu diesem Zeitpunkt Funkkontakt mit dem Weißenhorner Flugplatz gehabt haben. Bei der Rückkehr zum Flugplatz sei aber keine Meldung über Funk erfolgt. Nach der Kollision stürzte der Segelflieger zu Boden. Das Wrack wurde zerstört in einem Getreidefeld aufgefunden. Die Unfallstelle soll sich etwa einen Kilometer südlich des Flugplatzes befunden haben. Der 52 Jahre alte Pilot starb. Der Motorsegler konnte schwer beschädigt in Weißenhorn landen. Die Insassen blieben unverletzt und sollen laut BFU-Bericht nach der Landung angegeben haben, kein Signal des Kollisionswarnsystems Flarm empfangen und den Segler nicht wahrgenommen zu haben. Quelle: ‚Augsburger Allgemeine‚.

Kann ein Rollstuhlfahrer Segelfliegen?

Ein Mann aus dem Raum Gmünd kann sich seit Jahren nur mit dem Rollstuhl fortbewegen. Seine Beine kann er nicht mehr aktiv bewegen und muss auch mit anderen Einschränkungen leben. Seinen großen Traum, einmal aus einem Segelflugzeug heraus einen anderen Blick auf unsere Welt zu werfen, hat die Fliegergruppe Lorch nun möglich gemacht! Daniel Ziegler ist Vereinsvorsitzender der Fliegergruppe Lorch und Pilot von Segelflugzeugen. Als ihm sein Vereinsmitglied Hermann Kircher vom Wunschtraum des körperbehinderten Freundes erzählte, war seine Reaktion: „Warum nicht?“ Er informierte sich detailliert über Formen und Auswirkungen der Beeinträchtigungen (spontane Krämpfe, unkontrollierte Bewegungen, Kopfkontrolle, Körpergewicht, Kommunikationsmöglichkeiten, Belastungswechsel), die sich eventuell auf die Flugsicherheit auswirken könnten. Am Ende war klar: Das scheinbar Unmögliche ist möglich. Quelle: ‚Remszeitung‚.

Segelfliegen in IMC

Derzeit sorgt auf youtube ein Video aus Neuseeland für Gänsehaut. Darin sinkt ein Doppelsitzer in eine Wolkendecke. Die Besatzung verliert die Kontrolle über das Flugzeug und fällt unten aus der Wolkendecke – und kann das Flugzeug mit Glück wieder auffangen. Quelle: ‚Youtube‚.

Die Welt aus der Luft erleben

Die immer schmaler werdende Straße mäandert an kahlen Feldern vorbei den Egelsberg hinauf. Bald ist das Plateau erreicht. Der Flugplatz breitet sich vor den Augen des Besuchers aus und am Horizont hinter der weitläufigen Wiese erblickt man schon den Hangar. Es ist ruhig an diesem Montagmorgen im Traarer Westen. Die Startbahn ist leer. 43 Meter über NN zeigt der Tower am Rande des Feldes an. Die Segelflugzeuge und Motormaschinen stehen abgedeckt in der großen Halle. Die Saison ist beendet. Draußen vor dem Tor steigt Ernst-Willi Bongartz noch einmal in den „Falke.“ Der Mann ist längst im Ruhestand, für ein Foto aber nimmt er gerne noch einmal Platz im Cockpit des Zweisitzers. Das Gefühl kennt er noch zu gut. Seit 64 Jahren ist er beim Aero Club Krefeld aktiv, der in diesem Herbst das 70-jährige Bestehen seit Vereinsgründung begeht. Ganz ruhig, ganz still. Die Pandemie lässt keine Sause zu. Der „Falke“, eine mit 80 PS angetriebene Maschine, ist vor 22 Jahre dazugekommen, doch spielt das Alter für viele der Segelflieger und Motorflugzeuge keine große Rolle.

Sehr beständig ist der Wert eines solchen Objektes, sehr hoch die Lebensdauer, wie auch die Leidenschaft zum Fliegen für die 200 Mitglieder. Zwar geht Bongartz mit seinen 81 Jahren nicht mehr in die Luft, das Gefühl aber wird er nie mehr vergessen, wenn er sich mit dem nur 900 Kilogramm schweren Gerät in die Lüfte erhob. Immer und immer wieder: „Es ist einfach beeindruckend und wunderschön“, erzählt der Senior und ehemalige Vorsitzende, der von 1994 bis 2005 die Hobby-Flieger am Egelsberg anführte: „Es hat etwas Befreiendes. Man hatte dort oben alle Freiheiten. Es war immer wieder schön, die Welt von oben zu sehen.“ Bis zu einer Höhe von 3600 Meter stieg Bongartz auf. Seit der Flughafen Düsseldorf aber Beschränkungen erlassen hat, müssen sich die Segelflieger mit einer maximalen Höhe von 900 Metern begnügen. Oder sie müssen sich eben spontan eine Freigabe einholen. Der Aero Club, das sei schon eine Art Familie für viele Mitglieder, erzählt Bongartz: „Der eine steht für den anderen ein.“ Gram über die zwangsläufig verschobene Jubiläumsfeier verspürt er nicht: „Wir sind gebeutelt wie alle anderen Vereine auch.“ Nachwuchssorgen hat der Club keine. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 40 Jahren.

Die Faszination Fliegen lässt beim Menschen eben nie nach. Das zeigt auch ein Blick in die Geschichte: Das Fliegen, es war nach dem Zweiten Weltkrieg erst einmal verboten in Deutschland. Das hielt die Begeisterten wie Hans Blank oder Thea Weichelt aber nicht davon ab, in ihrer „Interessengemeinschaft für Segelflug“ alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um das Fliegen doch wieder zurück in die Legalität zu führen. Blank gründete dann am 7. September 1950 den Aero-Club. Atze Ahrens kam die Aufgabe zu, eine zweisitzige Schulmaschine zu bauen. Der „Bergfalke Mü13E“ entstand. Ein Jahr später nannte man das Fluggerät in „Marathon“ um. Als es zum Jungfernflug am 20. Juli 1952 ab dem Egelsberg startete, war der Verein schon 97 Mitglieder stark. Nur ein Jahr später waren bereits 1000 Flüge absolviert. Willi Kippes stellte dazu 1954 einen Rekord auf: Zwei Stunden und 52 Minuten blieb er mit seinem Segelflieger in der Luft, legte 132 Kilometer zurück. Herbert „Sepp“ Tilling brachte es zu einigen Kunstflug-Darbietungen, 1975 wurde er sogar Deutscher Meister. Erst 1968 konnten die Flieger aus den Bauernscheunen in Traar zum Flugplatz am Egelsberg umziehen. Englische Pioniere halfen dabei, die Start- und Landebahn einzuebnen und eine Flugzeughalle zu errichten. 1973 – die Stadt beging ihren 600. Geburtstag – besuchte die Royal Air Force die Flieger vom Egelsberg. 50 000 Besucher schauten damals zu und feierten mit.

Mit der Zeit engagierte sich der Aero Club in mehreren Disziplinen: Motorflug, Motorsegler, Modellflug, Ballonfahrt. Kein Wunder, dass im Laufe der folgenden Jahre auch die nötige Infrastruktur entstand. Eine eigens betriebene Tankstelle und ein Café mit Spielplatz. Flugplatzfeste wurden eine Tradition auf dem Egelsberg. Alsbald begannen der Aero-Club und der Luftsportverein Bayer mit der Ausbildung von Flugschülern. 2005 kam es zur Vereinsfusion als Aero Club Bayer Uerdingen, seit 2016 aber ist der Konzern aus dem Namen und der Förderung wieder verschwunden. Die Namen der Segelflugzeuge haben immer wieder die Bauweise und Liebhaberei der Besitzer auf besondere Weise ausgedrückt: Falke, Rhönsperber, Spatz, Baby Ilb oder Libelle, Mosquito und Kiwi. Wenn man jedoch heute die modernen Kohlefaser-Tragflächen in der Werkstatt am Egelsberg liegen sieht, dann haben diese mit den Anfängen nicht mehr viel zu tun. Dort wird nun in den kommenden Monaten poliert und Hand angelegt. Im März soll es für die Flieger wieder in die Luft gehen und irgendwann die Feier nachgeholt werden. Dann hoffentlich ohne das Coronavirus. Quelle: ‚Westdeutsche Zeitung‚.

6200 Flugkilometer gesammelt

Sechs Flugschüler, drei Scheininhaber sowie ein Fluglehrer der Eutinger Fluggemeinschaft erlebten eine lehrreiche Woche auf dem Flugplatz in Laichingen. „Der hervorragend organisierte Flugbetrieb hat uns wirklich begeistert“, berichtet Ute Junger von insgesamt 434 Flügen aller Teilnehmer. Die Segel- und Ultraleichtpilotin hatte die Teilnahme der Eutinger beim Segelfluglager in Laichingen mit initiiert und betonte: „Das reichte von einer kompetenten Flugleitung und engagierten Fluglehrern über souveräne Windenschlepps und F-Schlepps bis zu der Tatsache, dass alle Teilnehmer mit anpackten und aufmerksam waren, wo immer es etwas zu tun gab.“ Die Teilnehmer nutzten das gute Segelflugwetter aus. Für ein so genanntes Sunrise-Fliegen weckten die Organisatoren die Schüler bereits vor Sonnenaufgang.

Ersten 100-Kilometer-Alleinflug gemeistert
Der 17-jährige Maxim Lazerus war vom Lager sehr begeistert: „In ruhigen Morgenstunden übten wir Starts und Landungen. Sobald die Thermik gegen Mittag einsetzte, starteten die erfahreneren Piloten zu schönen Streckenflügen und nahmen im Duo Discus auch Flugschüler mit. Dabei habe ich ganz neue Gebiete von oben erlebt und viel Neues zu Überlandflügen gelernt.“ Der stellvertretende Jugendleiter hatte im Rahmen des Lagers mit seinem ersten 100-Kilometern-Alleinflug einen weiteren Schritt im Streckenflug gemacht. „Die Laichinger fliegen auf hohem Niveau“, bescheinigte Elmar Voigt, der seit zwei Jahren Segelflug-Pilot in Eutingen ist. „Es war für uns sehr motivierend, von ihrer Erfahrung zu lernen. Man bekommt gezeigt, wie man in möglichst kurzer Zeit eine lange Strecke zurücklegen kann, und uns wurde Taktik und Strategie beim Segelflug geschärft.“ Die abendliche Modellflug-Challenge war ein ganz besonderes Erlebnis. „Bis in die Nacht haben die jugendlichen und erwachsenen Modellflugpiloten unter uns eine Flugshow geflogen mit Flugzeug-Schlepps, leichten Seglern, Hubschraubern, Drohnen und Kunstflugmaschinen. Beim Limbo steuerten sie die Modelle unter gespannten Seilen hindurch. Der nachtflugtaugliche, LED-beleuchtete Twin-Star war dann im Dunkeln ein echter Hingucker“, sagte der Eutinger Modellflugpilot Michael Dieterle. Er flog mit seinem kleinen Segler im Modell-F-Schlepp und war auch beim Modellflug-Limbo dabei. Für die Eutinger Teilnehmer was das so genannte abendliche „Einhallen“ eine erstaunliche Erfahrung, denn da wurden alle Flugzeuge in einer großen Halle untergebracht. „Es war einfach unglaublich, wie viele Flugzeuge die Laichinger Segelflughalle schlucken konnte. Selbst für einen Großteil der Eutinger Flugzeuge fand der Laichinger Hallenmeister ausreichend Platz, sodass wir unseren Duo Discus, den Puchacz, die Ka6 und die LS4 nicht Abend für Abend abbauen mussten, sondern bequem in die Halle schieben konnten“, erläuterte Ute Junger.

Für leibliches Wohl ist bestens gesorgt
Wegen der Corona-Situation konnten die Eutinger nicht in den Räumen des Vereinsheims übernachten. „Dafür durften wir uns mit unseren Zelten mit ausreichend Abstand zueinander hinter den Hallen gemütlich einrichten“, erläuterte Elmar Voigt und fügte hinzu: „Allerdings mussten wir feststellen, dass die Nächte auf der Alb doch etwas kühler sind als in Eutingen sind, sodass Abend für Abend eine kleine Karawane mit Isomatten in die Flugzeughalle wanderte, um dort einen wärmeren Schlafplatz zu finden, natürlich mit ausreichend Abstand zueinander.“

Für das leibliche Wohl sei bestens gesorgt worden. „Aus beiden Vereinen packten alle mit an, wo immer es etwas zu tun gab. Wir konnten viele Starts, Landungen, Flugstunden und Streckenkilometer sammeln, durften neue Flugzeugmuster erfliegen, haben nette Menschen kennengelernt und viel voneinander gelernt, und wir hatten eine Menge Spaß miteinander. Unser herzlicher Dank geht an den FSV Laichingen und an Jürgen Bauermeister für die Einladung und die gute Organisation des Fluglagers. Und natürlich an unsere Fluglehrer, die sich die Zeit für uns genommen haben, Peter Hermann war sogar die ganze Woche über dabei. Ich freue mich schon auf ein Segelfluglager 2021“, zog Ute Junger eine durchweg positive Bilanz des Segefluglagers in Laichingen. Quelle: ‚Schwarzwälder Bote‘.

Biberacher Segelflieger trotzen Corona

Die Abteilung Segelflug des Luftsportvereins LSV Biberach hat im Winter 2019/2020 fleißig an den vereinseigenen Segelflugzeugen geschraubt und poliert. Der Schulungsdoppelsitzer ASK21 erhielt ein komplett modernisiertes Cockpit und der Motorsegler Samburo Avo 68 – R 100 bekam eine neue Bespannung der Tragflügel. Wegen Corona konnte ab Mitte März nur noch sehr eingeschränkt und unter strengen Hygienemaßnahmen in der Werkstatt am Flugplatz Birkenhard gearbeitet werden. Allerdings war das Segelfliegen von Mitte März bis Mitte Mai ohnehin nicht mehr möglich. Die Nachwuchs-Förderprogramme wie Jugendlager des BWLV (Baden-Württembergischer Luftsportverband), verschiedene Wettbewerbe und das Gastfluglager fielen dieses Jahr der Pandemie zum Opfer. Als ab Mitte Mai erste Lockerungen in Kraft traten, konnte sich der LSV Biberach im Onlinecontest „OLC“ in Baden-Württemberg immerhin ins vordere Sechstel von 270 Vereinen emporarbeiten. Die größte Strecke gelang mit 770 Kilometern in rund acht Stunden Flugzeit auf der Schwäbischen Alb zwei Jugendlichen im Vereinsdoppelsitzer Duo Discus XL. Einige spannende Flüge führten von Biberach aus in die Alpen bis ins Engadin.

Neun Flugschüler kamen ab Mitte Mai wieder in den Genuß des Ausbildungsbetriebs. Unter Anleitung der ehrenamtlichen Fluglehrer konnte sich eine Flugschülerin im August „freifliegen“. So heißt es, wenn man nach der Schulung mit Fluglehrer die ersten Starts allein durchführt. Der Motorsegler Samburo wurde erstmals im F-Schlepp-Betrieb eingesetzt, fünf Piloten erwarben ihre Schlepp-Berechtigung. Damit kann der Verein künftig leichtere Segelflugzeuge leiser, sparsamer und umweltschonend in die Thermik schleppen. Bei Beschränkung der Personenzahl und mit Abstands- und Hygienemaßnahmen konnte der Flugbetrieb sicher durchgeführt werden, teilt der Verein mit. Das Flugplatzfest im September musste aufgrund der Corona-Auflagen entfallen – ein herber Verlust für die Besucher und für den Verein eine massive finanzielle Einbuße. Dafür gebe es keinen Ausgleich. Auch die Nachwuchsförderung entfiel, wie Informationsstände beim Flugplatzfest oder eine „Marktplatzaktion“ in Biberach, bei der Jugendliche mal einen Segelflieger aus der Nähe sehen können. Quelle: ‚Schwäbische Zeitung‚.

Österreich: Kein Flugsport während des Lockdowns.

Unter dem Titel „Grundsätze für den Flugbetriebin allen Sektionen des Aero-Club“ verbirgt sich die ab heute gültige Empfehlung des Österreichischen Aero-Clubs, auf die Ausübung unseres Hobbys während des Lockdowns zu verzichten. Die detaillierte Begründung finden Sie hier.

Über und unter den Wolken

Kurz vor dem Ende der diesjährigen Flugsaison konnten zwölf Flugschüler und Nachwuchspiloten des Vereins für Segelflug Krefeld (VfS Krefeld) noch einmal fantastische Flugerlebnisse sammeln. Bei einem Herbstfluglager auf dem Flugplatz Celle-Scheuen in der Lüneburger Heide wurde dabei mal über und mal unter den Wolken geflogen. Und dazu konnte vor Ort noch ein neues doppelsitziges Leistungsflugzeug vom Typ „Duo Discus X“ übernommen werden.

Osterfluglager
in kleinem Kreis nachgeholt
Der Herbst ist in Segelfliegerkreisen nicht dafür bekannt, dass sich gute Wetterbedingungen zum Segelfliegen einstellen. Trotzdem machte sich eine kleine Gruppe des VfS Krefeld auf zum Flugplatz Celle-Scheuen in der Lüneburger Heide, um dort das Corona-bedingt ausgefallene Osterfluglager nachzuholen.
Noch bevor die Corona-Zahlen den aktuellen Anstieg verzeichneten, konnte dort in der Clubanlage der Flugsportvereinigung Celle das einwöchige VfS-Herbstfluglager gestartet werden. Natürlich wurden dabei die Hygienekonzepte der Landesverbände Niedersachsen und Nordrhein Westfalen des Deutschen Aero Clubs konsequent eingehalten. Die Mitglieder hatten sich

mental schon darauf eingestellt, wetterbedingt vergleichsweise wenig in die Luft zu kommen, doch Petrus meinte es gut mit ihnen. Das Wetter gestaltete sich zwar sehr abwechslungsreich, aber fliegbar und erlaubte letztendlich an sechs von sieben möglichen Tagen Flugbetrieb. Insgesamt konnten 121 Flüge durchgeführt werden. Der herbstlichen Jahreszeit geschuldet stand die Sonne schon recht tief über dem Horizont; ideale Voraussetzungen für beeindruckende Lichterlebnisse über der mit herbstlichem Laub gezeichneten Heidelandschaft.
Ebenso gab es an manchen Tagen morgendlich tiefe Wolken, die mit den ersten frühen Windenstarts bei einer Ausklinkhöhe von bis zu 500 Metern deutlich überstiegen und umflogen werden konnten.

Faszinierendes Farbspiel
in der Luft erleben
Neben einigen Tagen mit fliegerisch sehr anspruchsvollem Seitenwind gab es auch Wetterlagen, wo unter Thermikwolken längere Flüge im Sonnenschein gelingen konnten. Hier und da waren allerdings Regenschauer eingestreut, und es war möglich, einen Regenbogen aus der Luft zu erleben. Anders als am Boden ist ein Regenbogen in der Luft je nach

Perspektive ein kreisrundes und unten geschlossenes Farbspiel, das sich in Flugrichtung mit dem Flugzeug zu bewegen scheint. Diese einzigartige Naturschauspiel bekommt man auch als Segelflieger äußerst selten zu sehen. Umso mehr erfreuten sich Flugschülerin Franziska Enger und Fluglehrer Thomas Wiehle an diesem Erlebnis, konnten es aber leider nicht ganz auf Fotos festhalten.

Mit „Duo Discus X“
wurde ein Traum für die Flieger wahr

Ein weiteres Erlebnis gönnte sich Timo Angenendt. Er stieg mit einem motorisierten Segelflugzeug auf fast 3.000 Meter Höhe und konnte so einzigartige Ausblicke über herbstlich angestrahlten Wolken beindruckend im Foto festhalten. Kein Wunder also, dass die Stimmung in der Gruppe hervorragend war und so auch das Corona-bedingte Indoor-Camping in der Segelflugzeughalle reine Nebensache war. Gekrönt wurde das diesjährige Herbstfluglager des VfS Krefeld allerdings mit einem neuen Segelflugzeug. Durch die guten und freundschaftlichen

Kontakte zur Flugsportvereinigung Celle erfuhren die Krefelder Segelflieger bereits im letzten Jahr, dass die Gastgeber ihren Hochleistungs-Doppelsitzer vom Typ „Duo Discus X“ in absehbarer Zeit abgeben würden. Ein solches Segelflugzeug ist selten zu bekommen und war schon lange ein Traum der VfS-Piloten, da es wegen seiner Flugleistungen und -eigenschaften ideal in die Segelflugzeugflotte des VfS passt. Von langer Hand unter der Leitung des ersten Vorsitzenden, Ansgar Heitkamp, geplant, konnte dieses Projekt nun mit der Übernahme im Rahmen des Fluglagers vollzogen und der schicke Segler nach Krefeld gebracht werden.

In der kommenden Flugsaison wird der „Duo Discus X“ mit seinen stolzen 20 Metern Spannweite und seiner auffallend eleganten Flügelgeometrie dann den Himmel am Niederrhein erobern. Auch wenn es bis dahin noch ein wenig Geduld benötigt, ist die Vorfreude im VfS Krefeld schon jetzt besonders groß.

Die Vorzeichen für die Flugsaison des nächsten Jahres sind somit schon jetzt sehr gut. Ganz sicher werden sich daher auch im nächsten Jahr wieder ganz besondere Flugerlebnisse ergeben und die Faszination des Segelflugsports erlebbar machen.
Wer sich durch diesen Bericht inspiriert

fühlt und sich vielleicht gerade jetzt mit dem Gedanken trägt, mit dem Segelfliegen anzufangen und Fliegen zu lernen, der ist beim VfS Krefeld jederzeit willkommen. Aufgrund der Corona-Situation ist eine Kontaktaufnahme derzeit zwar zunächst nur telefonisch oder per E-Mail möglich, aber das ändert sich in absehbarer Zeit hoffentlich. Als Ansprechpartner geben Ansgar Heitkamp, Tel. 02151/565494, und Daniel Heinrichsmeyer, Tel. 0176/47677441, gern Auskunft und berichten von Erfahrungen. Weitere Infos gibt es auf www.vfs-krefeld.de oder per E-Mail-Anfrage an vfs-krefeld@t-online.de. Quelle: ‚Wochen Anzeiger‚.

Wellen-Ostabflug ab Kufstein

(von Philipp Stahl)

Den kurzen Föhntag heute für die Erprobung des direkten Wellenostabflugs und die Hauptkammlinienverlängerung ins Lungau genutzt. Die Einstiegswelle in der Wildschönau brachte die Höhe für einen problemlosen Wechsel zur Hauptkammlinie. Der Wechsel geht sicher tiefer und schneller, aber es war ja Probiertag. Ob der Einstieg in der Wildschönau robust und wiederholbar funktioniert muss sich noch zeigen. Heute wurde diese Welle zu Tagesbeginn überdurchschnittlich stark gerechnet.

Südöstlich des Gasteinertals waren die Wellen bestenfalls nur mehr tragende Linien. Gegen die Westwindkomponente zurück war es dadurch nicht ganz so einfach. Ausgehend von den verlässlichen und hochreichenden Wellenpunkten im Gasteinertal und bei Kaprun aber eine gute Verlängerungsmöglichkeit.

Leider erlaubte die Bewölkung nicht weiter westlich als das Zillertal zu fliegen. Ohnehin führte aber die früher als prognostizierte Ankunft der Kaltfront, dass nicht alle Schenkel sinnvoll ausgenutzt werden konnten. Limitierend war dabei heute nicht Feuchte, die von SW über den Hauptkamm schwappt, sondern das Fluten der Voralpen und grossen Täler von Norden her mit tiefbasiger Kaltluft. Beim Abrüsten begann es dann auch zu nieseln. Quelle: ‚online contest‚.

Grundsätze für den Flugbetrieb in Österreich

Gestützt auf die COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung desBundesministers für Soziales, Gesundheit, PflegeundKonsumentenschutz BGBl. II Nr. 463/2020, empfiehlt der Österreichische Aero-Club als Sport-Fachverband für den gesamten Flugsport in Österreich die Ausübung jeglicher Art von Flugsport nur unter Berücksichtigung und Einhaltung folgender Grundregeln… (mehr lesen). Quelle: ‚Aeroclub.at‚.

Vom „Sorgenkind“ zum modernen Doppelsitzer

Strahlende Gesichter, leuchtende Augen – endlich war es so weit! Nachdem der Luftsportclub Castrop-Rauxel e. V. sein einziges Segelflugzeug nach einem schweren Unfall verloren hatte, lag die Ausbildung der Flugschüler eine Zeit lang völlig brach. Jetzt aber, am 26. September, konnte der Verein glücklicherweise sein neues Luftschiff taufen.

»Ja, es war wirklich ein schwerer Einschnitt, als unser Schul-Flugzeug im August letzten Jahres nach einem Seilriss beim Start am Flugplatz Borkenberge zu Schaden kam«, erzählt Vorstandsmitglied Hans Joachim Benfer. »Glücklicherweise überstanden die Insassen das Malheur recht gut, das Flugzeug selbst war allerdings völlig zerstört.«

Vom „Sorgenkind“ zum modernen Doppelsitzer

Keine einfache Situation, schließlich konnte nicht mal so eben ein neues Flugzeug gebaut werden. Dies war interessanterweise früher ein wenig anders. So wurde das erste Ausbildungsflugzeug ›Sorgenkind‹ durch die Vereinsmitglieder noch selbst gebaut. Hans Joachim Benfer: »Der von der Münsteraner Firma Siebert erworbene Rohbau wurde 1951 eigenhändig in unserer Vereinswerkstatt fertiggestellt, einem Gebäude in Obercastrop, das uns übrigens noch heute als Arbeitsstätte dient. Bemerkenswert ist, dass es in dieser SG38 nur einen Sitzplatz gab: den für den Flugschüler. Der Fluglehrer lief also neben dem Flugzeug her und half dem Flugschützling bestmöglich durch Mitlaufen und Zurufen … Bei dem nachfolgenden Doppelraab war der Lehrer jetzt immerhin mit an Bord, allerdings noch ohne eigenes Steuer. Er

hockte halbhoch hinter dem Schüler, um durch beherztes Eingreifen über die Schulter vor Schlimmerem zu bewahren.« Überhaupt entstanden in den knapp 70 Jahren LSCCR-Vereinsgeschichte innerhalb vieler 1.000 Arbeitsstunden noch so einige Flieger, beispielsweise eine Ka7, eine Ka8 und schließlich 1980 die ASK13, die nahezu 40 Jahre lang mit über 10.000 Starts für die Ausbildung der Piloten eingesetzt wurde. Als diese nach ihrem Unfall im letzten Jahr nicht mehr zur Verfügung stand, war der Luftsportverein immens betroffen. Schließlich sind die Zeiten der Selbstfertigung heute definitiv vorbei, Eigenbauten aus sicherheitstechnischen Gründen mittlerweile nicht mehr möglich. Also galt es, ein neues Flugzeug zu beschaffen, um die vier in der Ausbildung befindlichen Flugschüler weiter qualifizieren zu können.

Sechs Monate später gelang das schier Unmögliche

Nach sorgfältiger Abwägung entschieden sich die Vereinsmitglieder gegen den Kauf eines gebrauchten Flugzeugs und für die Anschaffung eines modernen, zeitgemäßen Doppelsitzers vom deutschen Hersteller DG Flugzeugbau. Hans Joachim Benfer: »Leider erfordert der Erwerb dieses Typs erhebliche Mittel und normalerweise lange Wartezeiten. Doch glücklicherweise erhielten wir das Angebot für ein Flugzeug, das bereits 2020 lieferbar war.

Darauf folgte eine erhebliche Kraftanstrengung, um die erforderlichen Mittel im sechsstelligen Bereich zu beschaffen.« Etwa die Hälfte der Kosten konnte der Verein aus eigener Kraft und mithilfe von Sponsoren aufbringen. Dabei half auch der Stadtsportverband Castrop-Rauxel mit Fördermitteln. Die restliche benötigte Summe konnte mit der Sparkasse Vest über die NRW.Bank mit einem günstigen Sportförder-Kredit aufgebracht werden.

So gelang nur sechs Monate später das scheinbar Unmögliche: Im April 2020 – mitten im Corona Lockdown – konnte der Luftsportclub Castrop-Rauxel e. V. die fabrikneue DG1001 zulassen, das modernste Segelflugzeug am Flugplatz Borkenberge und ein Meilenstein in der Ausbildung von Piloten im Vereinssport.

Ende September wurde das neue Prachtstück unter Teilnahme zahlreicher

Familien, Freunde und Sponsoren von Ehrenmitglied Reinhard Weber offiziell getauft. »Der Namensgebung gingen so einige skurrile Vorschläge voraus, die bei uns allen zur allgemeinen Erheiterung beigetragen hatten«, erinnert sich Hans Joachim Benfer schmunzelnd. »Schließlich entschieden wir uns für das Rufzeichen CR – ›Charlie Romeo‹ –, dieses Kürzel passt ja nun mal perfekt zu unserem Städte- und Vereinsnamen.«

„Wir schauen mit Zuversicht in die Zukunft!“

Jetzt geht es also wieder mit Schwung in die Luft, dies gilt insbesondere für die jüngsten Mitglieder, die als erste vom neuen Flugzeug profitierten. Und es gibt noch manch anderen Grund zur Freude, erfahren wir. »Ausbildungsleiter Philipp Bagus konnte trotz eingeschränkten Corona-Flugbetriebs bereits die erste erfolgreiche bestandene Piloten- und zwei bestandene Alleinflugprüfungen bekanntgeben. Die erst 15-jährigen Schüler Mats Möller und Raik Hering aus

Castrop-Rauxel durften bereits alleine mit dem neuen Flugzeug abheben. Und natürlich sind wir ausgesprochen glücklich, dass alle Hürden in so kurzer Zeit gemeistert werden konnten. Wir schauen mit Zuversicht in die Zukunft!« Auch wir wünschen dem Luftsportclub Castrop-Rauxel e. V. allzeit guten Flug, vor allem sichere Landungen und einen schwungvollen Start in das kommende 70-jährige Jubiläumsjahr.
Quelle: ‚Stadtmagazin‚.

Open Glider Network, IGC and the future: the view from Angel Casado

The Open Glider Network (OGN), a unified tracking platform for gliders, is going from strength to strength. So much so that it now prides itself on having almost 2000 OGN stations worldwide and almost 20,000 gliders registered, with peaks of 15,000 gliders/aircrafts at one time under the control of the network. The OGN web site alone has peaks of more than 1 million hits a day.

To add to these successes, OGN has recently passed a major milestone, receiving a prestigious award by the European Union Aviation Safety Agency (EASA). Angel Casado (AC) has been the Spanish Delegate at the FAI Gliding Commission (IGC) for many years. He is also the Vice President and Bureau Member of the Commission since 2019. He joined OGN in 2015, when the project was still in its infancy.

How is OGN organised?
AC: The thing about OGN is that it is a collaborative project consisting of a group of gliding enthusiasts, without formal organisational structure. However, a small group of three people forms the OGN core team: Pawel Jalocha, Seb Chaumontet and me.

The network consists of two main segments:

  1. Network of ground receivers (OGN stations).
  2. Internet servers which allow for data visualisation and other processing.

The first part is thanks to Pawel Jalocha, who had the concept to receive the glider signals and build the first ground receivers and antennas. He wrote the RF processing software, which allows to receive relatively weak glider signals on 868 MHz from great distances using cheap RTLSDR USB dongles plugged into cheap single board computers, like the Raspberry Pi.

The absolute essentials of the network are the actual OGN stations, which are managed by gliding and radio enthusiasts. Without this, the network would be just an empty concept.

The second part of the network is the internet backbone: data servers, web server, data processing for visualisation. This part was started by Sébastien Chaumontet and later I joined, with the idea of streaming live the gliding competitions. Over the years we have been lucky to also count on the great contributions of many other people.

How and when is OGN used during FAI-sanctioned events?
During the FAI Sailplane Grand Prix (SGP) in Spain in 2016, we started to broadcast the race using Silent Wings Studio with the data from the OGN, and broadcast it live on the SGP YouTube channel. Since then, most of the FAI World and Continental Championships use the OGN network to broadcast the status of the races, either as 2D or 3D versions.

Do you see the future of OGN to remain FLARM based or will specific trackers replace FLARM in the future?
In my view, all those devices will complement each other. FLARM will remain the main device for collision avoidance, while the OGN/IGC tracker will be the main tracking (telemetry) device for following the championships, either on the web (2D) or in a YouTube channel with a producer and a commentator (3D). Some other devices such as SPOT, Spider, InReach, Skylines, Flymaster, Fanet, NAVITER Oudies, PAW, ADS-B interface with the OGN network and are visible to the OGN community. Furthermore, a bunch of web applications, including FR24, live.glidernet.org, glidertracker.org and glideandseek.com, currently receives the traffic information from the OGN network and displays it on their web pages.

Other air sports are increasingly using FLARM. Do you think that they will adopt OGN?
Yes, especially the paragliding and general aviation communities, which get the advantage of the OGN infrastructures in order to track their air sports.

The new (beta) OGN ground receiver software can already receive four systems on 868MHz:

  1. FLARM
  2. OGN-Tracker (many gliders and other aircrafts in less rich countries)
  3. FANET (paragliders and hang gliders, FANET+, AirWhere uses it)
  4. PilotAware (many aircracfts in UK use it)

Once fully deployed any of these devices can be used in order for the aircraft to be visible by the network. There is also an increasing number of devices that send their position via GSM internet link. These operate well at low altitudes over the ground. The strong point of OGN/IGC trackers is that they are very affordable. This leads us to expect that some other air sports commissions will adapt for their online tracking purposes.

Auf dem Winzerweg Veltlin – Südtirol – Dolomiten

In dieser Fluggebiets-Präsentation stelle ich Ihnen die Besonderheiten der Flugregion zwischen den Lienzer Dolomiten und dem Veltlin vor. Wir streifen dabei durch die unendlichen Kalkzacken der nördlichen Dolomiten, queren das thermisch problematische Bozener Becken und erreichen bei ansteigender Operationshöhe die höchsten Eisgipfel Graubündens im Engadin. Erschliessen Sie sich mit dem ‚Winzerweg‘ durch die Südalpen das Know How, wie Sie das Bozener Becken queren können und erleben Sie zahlreiche landschaftliche Höhepunkte zwischen Lienz und St. Moritz.

Neuer ‚Landewiesen‘-Katalog.

Das Nachfolgeprojekt des Aussenlandebuches des Flugplatzes Schänis mit 120 Seiten Umfang ist sofort lieferbar. Sämtliche Landewiesen sind neu fotografiert und gefilmt, klassifiziert und kommentiert.

‚Landewiesen ist in klassischer Version als gedruckter Katalog erhältlich. Jede Landefeld-Beschreibung enthält einen Kartenausschnitt, eine Skizze mit Hinweisen zu alternativen Landefeldern, einem Überblick-Bild aus 300 m Grund sowie eine Aufnahme aus einem echten Anflug auf 150 m Grund. Die gedruckte Version ist für das schnelle und übersichtliche Finden möglicher Landewiesen auf alpinen und voralpinen Streckenflügen unverzichtbarer Begleiter im Cockpit.

Das klassische ‚Landewiesen‘-Buch wird in der Vollversion mit rund 150 Drohnen-Überflug-Videos und detaillierten Bodenaufnahmen von über 80 Landewiesen zwischen Innsbruck und dem Eiger ergänzt. Diese wichtigen und einmaligen Daten sind in der Vollversion (gedruckter Landewiesen-Katalog plus Videos / Bilder) über einen gesicherten Zugang mit einem persönlichen Schlüssel im Internet sichtbar. Die Überflug-Videos sind ein ideales mentales Training zur Vorbereitung erster Aussenlandungen und eigenen sich für die Ausbildung von Jungpiloten vor den ersten Streckenflügen (auch in der Ebene).

Die ersten Buch-Seiten enthalten neben lehrreichen Hinweisen zur alpinen Streckenflug-Taktik auch Informationen über die Hanglande-Technik und den sinnvollen Einsatz von Hilfstriebwerken und Eigenstartern in den Alpen.

Segelflug-Bildkalender 2021 in neuem Design

Der Segelflug-Bildkalender mit traumhafte Segelflug-Aufnahmen in allen Jahreszeiten auf der Frontseite und spannenden, englisch- und deutschsprachigen Hintergrund-Informationen und Geschichten auf der Kalenderblatt-Rückseite erscheint dieses Jahr in einem überarbeiteten, modernen Design bei Gabler-Media – der Verlegerin des Segelfliegen-Magazins.

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Der Segelflug-Bildkalender 2021 ist ab sofort hier im Webstore erhältlich.

Zum Finale Hochbetrieb auf der Hahnweide

Mit den kürzer werdenden Tagen und sinkenden Temperaturen geht für die Fliegergruppe Wolf Hirth die Segelflugsaison zu Ende. Das vergangene Wochenende allerdings bot mit Sonnenschein, mäßigem Wind und frühherbstlicher Thermik gute Bedingungen für einen Saisonabschluss ganz im Sinne der Piloten.

Mit dem Segelkunstflug war dabei eine in den vergangenen Jahren auf der Hahnweide nur wenig praktizierte Spielart des motorlosen Luftsports zu erleben. Dabei gilt es, in einem imaginären Luftraum-Würfel mit 1000 Metern Kantenlänge – der sogenannten Box – ein definiertes Programm von Figuren wie beispielsweise Loopings und Rollen so exakt wie möglich zu fliegen, wobei im Wettbewerb jede noch so geringe Abweichung von der Idealform mit Punktabzügen bestraft wird. Der Pilot bewegt sein Flugzeug mit Geschwindigkeiten von bis zu 280 km/h durch die Box und ist Kräften bis zum 6,5-Fachen der Erdbeschleunigung ausgesetzt.

Rückblickend war die Saison trotz des coronabedingt späten Beginns für die Fliegergruppe Wolf Hirth durchaus ein Erfolg. Größter Triumph war der zweite Platz in der Segelflug-Bundesliga, in der die Piloten im Jahr zuvor noch gegen den Abstieg geflogen waren. Meisterschaften und zentrale Wettbewerbe fanden nur vereinzelt statt. Dabei konnte Tilo Holighaus beim E2Glide-Wettbewerb, in dem Segelflugzeuge mit elektrischem Hilfsantrieb an den Start gehen und in jedem Flug einen definierten Energiebetrag einsetzen dürfen, Platz zehn erfliegen. Lars Reinhold belegte beim Doppelsitzer-Kunstflugwettbewerb in Agathazell im Allgäu Rang drei in der Sportsman-Klasse.

Beeindruckend sind neben den zwei „greifbaren“ Pokalen und Urkunden aber auch die erflogenen Kilometer der Kirchheimer Piloten. Insgesamt flogen sie mit knapp 170 000 Streckenkilometern gut ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Interner Spitzenreiter war Albert Kießling mit allein 22’700 Kilometern. Der weiteste Flug von der Hahnweide aus gelang Maximilian Schäfer, der im Juli 1’196 Kilometer am Stück absolvierte. Schnellster Pilot war Sören Nölke, der im August über 370 Kilometer einen Schnitt von 148 km/h flog.

„Wir können mit dem Ergebnis wirklich zufrieden sein“, kommentiert Eric Neubronner, Segelflugreferent des Vereins, die Saison. „Der Erfolg in der Bundesliga ist eine tolle Teamleistung, an der viele Piloten ihren Anteil haben.“ Wie die nächste Saison aussehen wird, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ab. „Die Devise muss in jedem Fall lauten, viel, sicher und mit Spaß zu fliegen“, sagt Norman Baum, Erster Vorsitzender der FG Wolf Hirth. „Alles Weitere wird sich von ganz allein ergeben.“ Quelle: ‚Teckbote‚.

Pandemie erreicht auch den Luftraum

„Unsere Saison startet normalerweise immer stark im April. 2020 konnten wir unseren Betrieb erst Mitte Mai wieder richtig aufnehmen. Wir haben wichtige Wochen verloren. Die Thermik ist im Frühjahr am besten, deswegen ist das unsere Hauptsaison“, sagt er. Unter der Schließung des Flugplatzes hat auch der Ausbildungsbetrieb gelitten. Als die Schulungen wieder aufgenommen werden durften, war die Nachfrage allerdings groß. Sport unter freiem Himmel liegt weiterhin im Trend. „Wir haben außerdem gemerkt, dass weniger Menschen in den Urlaub gefahren sind und deswegen ein neues Hobby angefangen haben“, sagt Patrick Hirschauer. Der LSV Radevormwald hat seit diesem Jahr zehn neue Flugschüler aus allen Altersgruppen. „Das ist für uns ein großer Zuwachs im Vergleich zu anderen Jahren.“

Gelernt wurde in diesem Jahr in deutlich kleineren Gruppen. Fliegen ist ein Teamsport und kann nicht komplett alleine durchgeführt werden. „Zum Segelfliegen braucht man ein Team und nicht nur denjenigen, der im Flugzeug sitzt. Wir haben die Gruppen allerdings so klein wie möglich gehalten“, sagt der Fluglehrer. Die theoretischen Bausteine der Ausbildung wurden vermehrt in Online-Kursen vermittelt. Der Verein arbeitet an der Ausweitung des digitalen Unterrichts.

Mit den neuen Lockdown-Bestimmungen, die ab November für vier Wochen in Kraft treten werden, wird die Saison auf dem Flugplatz frühzeitig beendet. Finanzielle Einbußen muss der Verein nicht nur durch fehlende Fluggebühren verkraften. „Wir haben Wettbewerbe und unseren Tag der offenen Tür abgesagt, der auch Einnahmen generiert. Das ist kein Zustand, der langfristig funktioniert. Falls die Saison 2021 wieder so kurz ist, müssen wir über eine Umstellungen der Gebührenstruktur nachdenken“, sagt Patrick Hirschauer, der seit 15 Jahren selber fliegt.

Den Winter verbringen die Flieger normalerweise damit ihre Flugzeuge zu warten, abzuschleifen und ihre Ausrüstungsgegenstände zu pflegen. Auch diese Arbeiten werden durch die Corona-Krise gestört. „Wir müssen auf Abstände achten und darauf, dass nur wenige Haushalte in unseren Hallen zusammenkommen. Wir haben zwar viel Platz, aber auch wir brauchen ein Hygienekonzept.“

Wie in vielen Sportvereinen ist auch im LSV Radevormwald eine Gruppendynamik entstanden, um gemeinsam durch die Krise zu kommen. Die Jugendabteilung des Sportvereins hat während des ersten Lockdown Einkaufshilfen für die Vereinsmitglieder organisiert, die zu der Risikogruppe gehören. Quelle: ‚RP-online.de‚.

Pyrenäen rauf und runter

Gil Souviron und Baptiste Innocent fliegen am 21. Oktober über den Pyrenäen in einer Stemme S12 eine gewertete Flugdistanz von 1’626 km. Die Durchschnitts-Ggeschwindigkeit lag dabei über 163 km/h. Der Flug spielte sich in einem Höhenband um 5’000 m.ü.M. ab. ‚Quelle: OLC, online contest‚. Foto: ‚L’indépendant.fr‚.

In der Südwestwindwelle über Südfrankreich

Thomas Puthod hat Ende Oktober in der markanten Südwestwind-Situation zwischen Grenoble und dem Mittelmeer einen interessanten Wellenflug realisieren können, während dem er ständig zwischen 4’000 und 6’000 m.ü.M. unterwegs war. Quelle: ‚OLC, online contest‚.

Schritt um Schritt zum Erfolg

Klaus Ohlmann arbeitet konsequent an seinem Langstreckenflug-Projekt, das ihn aus Österreich quer durch die Alpen, Cevennen und Pyrenäen an die Atlantikküste Galiziens tragen soll. Ein weiteres Puzzlestück konnte er Ende Oktober hinzufügen. Quelle: ‚OLC, online contest‚.

Blick ins Massif des Ecrins. Foto: Hans Reis.

Nachlese zu „Sommer 2020 in der Provence“

Das Jahr 2020 wird wohl jedem Segelflugpiloten noch lange in Erinnerung bleiben. Corona – vor einem Jahr noch kaum denkbar – hat vieles, aber nicht alles verändert. Rückblickend kann man vielleicht sogar sagen: Wir hatten zumindest für die Sommermonate Juli/August noch «Glück im Unglück». So gingen die Grenzen nach Frankreich, zumindest aus der Schweiz, am 15. Juni wieder auf, und Frankreich hatte in den erwähnten Monaten noch eher tiefe, erst gegen Ende August wieder allmählich steigende Fallzahlen. Das führte dazu, dass Teile Frankreichs im September zum Risikogebiet erklärt wurden, darunter auch die Côte d’Azur, weite Teile der Provence, die Agglomeration Paris u.a.m. – lesen Sie hier den ganzen Bericht über einen Sommer-Urlaub in der Haute-Provence.

Trotz 12 hPa Druckdifferenz nur „seichter Föhn“

Am Dienstag/Mittwoch, 20./21. Oktober herrschte über den Alpen eine „typische Föhnlage“. Allerdings enthielt sie einige Merkmale, die eine für den Segelflug nutzbare Windströmung und Wellenbildung nicht begünstigten. Der nachträgliche Kommentar von MeteoSchweiz bleuchtete die Gründe, der ausführliche Blog erklärt die Föhnlage im Detail:

Kommentar von MeteoSchweiz:
„Die Voraussetzung für die Bildung von Leewellen ist eine senkrecht zum Gebirge gerichtete Strömung. Zudem muss die Luft in der Höhe, das heisst oberhalb und in Kammhöhe des Gebirges, eher stabil geschichtet sein und eine Windzunahme mit der Höhe vorhanden sein. Im gestrigen Fall war die Anströmung in der Höhe aus südwestlicher Richtung, entsprechend war die Bedingung einer senkrechten Anströmung nicht gegeben. Prognosemittel zur Bestimmung von Leewellen wären beispielsweise Vorhersagekarten der Höhenströmung und dessen Richtung und Stärke zwischen etwa 3 bis 8 km Höhe.

Die dazugehörende Frage von Yves Gerster lautete:
„Vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich habe versucht den ‚Föhsturm‘ mit dem Segelflugzeug zu nutzen. Jedoch gab es zwischen dem Klausenpass und Chamonix nicht wie gewohnt Lee-Wellen, sondern eher ein Windgemisch aus unterschiedlichen Richtungen. Ich nehme an, dass dies mehrheitlich diesem „Seichten Föhn“ zu verdanken ist. Welche Prognosen-Mittel gibt es um dieses Phänomen zu erkennen abgesehen von der Bodendruckdifferenz? Wäre das aus dem Temperaturgradient südlich und nördlich der Alpen vorhersehbar“?

Original-Föhn-Blog:
Im Flachland merkte man von der Föhnlage nur wenig. Vielleicht konnte der eine oder die andere heute Morgen auch ein schönes Föhnfenster bestaunen wie im heutigen Titelbild aus Zürich. Aber in den Alpen brauste der Föhn mit Windspitzen von teils über 100 km/h durch die Täler. Und so steht der Föhn im Zentrum des heutigen Blogs.

Föhnlage
Die Anordnung der Druckzentren entsprach heute einer typischen Föhnlage. Auf der einen Seite lag ein umfangreiches Tiefdrucksystem über den Britischen Inseln und auf der anderen Seite ein Hochdruckgebiet über Südosteuropa. Dazwischen herrschte eine starke südwestliche Höhenströmung, die im Alpenraum eine Föhnsituation generierte. Quer über die Alpen zwischen Lugano und Zürich baute sich eine Luftdruckdifferenz von 12 hPa auf. Mit dem Randtief, das von der Biskaya zur Nordsee zog, verstärkte sich vorübergehend auch die Höhenströmung. Damit erreichte heute die Föhnströmung ihre stärkste Phase.

Föhnspitzen
Gestern Nachmittag ist der Föhn in den Alpentälern aufgekommen, zunächst noch als eher «kalter» fast boraähnlicher Südwind. Dieser hatte seinen Ursprung in der auf der Alpensüdseite anstehenden kühlen Luftmasse, welche bis rund 2400 Meter hoch reichte und über die Passeinschnitte, wie beispielsweise den Gotthard, nordwärts hinüberströmte. In Andermatt wurden dabei Windspitzen um 80 km/h gemessen. Heute Mittwoch erreichte die Föhnlage mit der eingangs erwähnten Entwicklung ihre stärkste Phase. Aus dem unteren Rhonetal stiess der Föhn, resp. La Vaudaire (lokaler Name), zeitweise bis auf den oberen Genfersee vor. Daneben war der Föhn auch in den bekannten Föhntälern wie das Haslital im Berner Oberland, das Urner Reusstal oder im Churer und St. Galler Rheintal zu beobachten. Die höchsten Böenspitzen brachte der Föhn heute in Altdorf mit 101.9 km/h, dicht gefolgt von Evionnaz mit 101.2 km/h. Ansonsten bewegten sich die Föhnspitzen zwischen 60 und 100 km/h.

Föhn am Walensee und Obersee
Der Föhn trat heute in den meisten Alpentälern mehr oder weniger stark in Erscheinung. Interessant waren die Verhältnisse in der Region Walensee und Obersee. Wie die untenstehende Grafik schön illustriert, erreichte der Föhn am späteren Dienstagnachmittag Bad Ragaz, knapp vier Stunden später setzte er auch in Quinten am Walensee ein. Doch der Föhn stiess noch weiter westwärts vor und erfasste um ca. 23 Uhr die Station Schmerikon am Obersee, wo er bis heute Morgen blies. Quelle: ‚MeteoSchweiz‚.

Spiel mit Aufwinden – eine Wissenschaft für sich

Physik, Aerodynamik, Meteorologie: Der Segelflug ist eine komplexe Angelegenheit. Beim Aeroclub Lichtenfels hat er Tradition. Der Vorsitzende gibt Einblicke in den klassischen Entscheidungssport und erklärt die Faszination dahinter. Das Brummen eines Motors dringt durch die Plexiglasscheibe. Ein kurzer Funkspruch: „Ausklinken.“ Nach einem letzten Ruck dreht die weiß-rote Schleppmaschine nach links ab. Zuvor hat sie die doppelsitzige „ASK 21-D-5810“ auf etwa 800 Meter Höhe gezogen. Der Motorenlärm verfliegt. Nun ist Petra Zimmermann-Lauer in ihrem Segelflugzeug auf sich allein gestellt. Als die Fluglehrerin Quer- und Seitenruder bedient, dreht das Flugzeug nach rechts und gibt den Blick auf Vierzehnheiligen frei. Die Basilika wirkt, als stünde sie in einer Modellbaulandschaft. Der Zeiger des Variometers schwankt, ist aber meistens im negativen Bereich. „Es zeigt das Steigen und Fallen gegenüber der Luft an und ist somit das wichtigste Instrument für uns“, erklärt Gerd-Peter Lauer, der Vereinsvorsitzende des Aeroclubs Lichtenfels. Wenn der Zeiger über der Null steht, dann nutzt der Flieger den Aufwind. Quelle: ‚InFranken.de‚.

Chamer Segelflieger mit Spitzenleistungen

Die Corona-Pandemie brachte im Frühjahr auch den Vereinsflugbetrieb der Chamer Segelflieger zum Stillstand. Aus diesem Grund begann für sie die Saison auch erst Mitte Mai. Trotzdem gelangen den SSV-Mitgliedern in den darauffolgenden Monaten wieder absolute Spitzenleistungen. Nach den offiziellen Segelflugkriterien, die unter anderem die Flugweite und den Flugzeugtyp berücksichtigen, sammelten sie wieder viele Punkte. In der Bayernwertung OLC landete der SSV Cham mit 16 Piloten und 69 gewerteten Flügen von 295 beteiligten Vereinen auf Platz 42. Der „Tag des Jahres“ ist rückblickend der 21. Mai gewesen, an dem Jonas Blahnik mit einer Strecke von 813 Kilometern der weiteste Segelflug, der bisher vom Chamer Flugplatz aus geflogen worden ist, gelang. Unter allen Seglern stach außerdem Gerhard Sindermann im Verein heraus. Dem technischen Leiter des Vereins gelang mit der Ka6, Baujahr 1961, mit 903 Punkten nicht nur der beste Flug, sondern er landete in der Oldtimer-Wertung OLC weltweit sogar auf dem 3. Platz. Mit seinen sechs besten Flügen schaffte er es zudem in Einzelwertung unter den 1706 gewerteten Piloten auf den 38. Platz. Weitere respektable Ergebnisse erzielten Jonas Blahnik (Rang 235, 4 Flüge) und Christian Gillessen (Rang 342, 3 Flüge).

Große Erfolge konnte auch die Nachwuchsabteilung vermelden. So meisterten die drei Flugschüler Jana Schraml, Janis Gütlhuber und Yannick Laufer mit ihren 50 Kilometer langen Flügen den letzten Meilenstein ihrer Ausbildung. Diese Distanzen wirken im Vergleich zu den erfahrenen Fliegern kurz. Die Neulinge waren aber mit den Schulflugzeugen unterwegs, die nicht auf Leistung, sondern auf Gutmütigkeit und deutlich langsamere Geschwindigkeiten ausgelegt sind. Ein weiteres Highlight im Vereinsjahr war schließlich noch der 8. September, denn Lukas Dobmeier und Gerhard Sindermann lieferten an diesem Tag deutschlandweit die besten zwei Flüge ab. Quelle: ‚Mittelbayerische‚.