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Schweiz: Kein Sprachenwirrwarr über den Wolken

Im kontrollierten Luftraum wird Englisch zur Standardsprache im Funkverkehr zwischen der Flugsicherung und Luftfahrzeugen. Bundesrätin Simonetta Sommaruga hält am Grundsatz „English only“ trotz Opposition aus dem Nationalrat und aus Fliegerkreisen vorerst fest. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) wird damit die neue Regelung ab kommendem 20. Juni umsetzen. Bisher konnte auf Regionalflugplätzen mit einer Flugsicherung auch in der jeweiligen Landessprache gefunkt werden. Dies wurde vor allem von Freizeitpiloten geschätzt, die nur über eine Radiotelefonie-Ausbildung in ihrer Landessprache verfügten. Nach Auskunft des Bazl handelt es sich häufig um Segelflugpiloten. 96 Prozent der Piloten, die eine Motorflugausbildung absolvierten, verfügten bereits über eine englische Radiotelefonie-Lizenz, bei den Segelfliegern seien es knapp 80 Prozent und bei den Ballonfahrern etwa 55 Prozent. Im kontrollierten Luftraum sei es für die Flugsicherheit relevant, wenn alle Piloten, die sich in diesem Luftraum befänden, den Flugfunk zwischen der Flugsicherung und den Piloten verstünden und richtig interpretieren könnten, argumentiert das Bazl. Quelle: ‚Wirtschaft regional. Bild: MG Flyers.

DJI warnt in Zukunft vor Flugzeugen in der Nähe

DJI hat angekündigt, zur Erhöhung der Flugsicherheit ab 2020 in jede neue Drohne mit einem Gewicht über 250g ein System einzubauen, welches den Pilot warnt, falls er einem Flugzeug (oder Helikopter) zu nahe kommt. Dazu erkennt der Sensor von DJIs AirSense System mittels des allen von Flugzeugen ausgesendeten ADS-B (Automatic Dependent Surveillance-Broadcast) Signals die Positionen und die relativen Entfernungen aller Flugzeuge in der Umgebung. Hält sich eines in der Nähe auf, wird der Pilot gewarnt und aufgefordert die Flughöhe seiner Drohne zu reduzieren. DJIs AirSense System ist bereits in den größeren Drohnen wie der DJI Mavic 2 Enterprise oder der Matrice 200 integriert – war aber bisher auf diese höherpreisigen Modelle beschränkt. Dort geht die Nutzung der ADS-B Signale noch weiter: Piloten sehen dort in der DJI Pilot App auf Wunsch ständig eine Echtzeitübersicht des umgebenden Luftraums samt allen sich im Umfeld befindlichen Flugzeugen.

CH-Bundesrat soll korrigieren

Radiotelefonie nicht nur in Englisch: Nationalrat Matthias Jauslin, Zentralpräsident des Aero-Club der Schweiz (AeCS) hat am 21. März 2019 während der Frühlingssession des Parlaments die Motion 19.3286 eingereicht. Mit dessen Annahme und Überweisung durch das Parlament in einer kommenden Session soll der Bundesrat beauftragt werden, die am 1. Januar 2019 in Kraft getretene Änderung des Luftfahrtgesetzes (LFG) so umzusetzen, dass sie dem Willen des Gesetzgebers entspricht und eine praxistaugliche Lösung ermöglicht. Die Motion wurde von 25 weiteren Nationalräten unterschrieben. Gemäss Schreiben vom BAZL vom 4. März 2019 sei es der Wille des Gesetzgebers, dass die Radiotelefonie mit dem Flugsicherungsdienst im Luftraum über der Schweiz auf Englisch stattfindet. Schliesslich einigten sich die Räte darauf, dass der Funkverkehr grundsätzlich in Englisch zu erfolgen hat, der Bundesrat aber Ausnahmen definieren soll. Bei unteren-Lufträumen, für die allgemeine Luftfahrt, Militärflugplätze und Regionalflugplätze soll die entsprechende Landessprache plus Englisch gelten.