Hervorgehobener Beitrag

Soaring expert flights bei SchänisSoaring

Genug vom Fliegen im Flachland?

Der eigenstartfähige Hochleistungs-Doppelsitzer Arcus M von SchänisSoaring eröffnet neue fliegerische Horizonte – wie etwa diesen königlichen Blick auf die ‚Drei Zinnen‘ im Pustertal.

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In der kommenden Saison können Sie im bekannten Schweizer Segelflug-Kompetenz-Zentrum am Fusse der Schweizer Alpen mit einem erfahrenen Fluglehrer und im selbststartenden Arcus M die Alpen kennen lernen. Das klassische Fluggebiet umfasst dabei das Schweizer und Österreichischen Alpen-Vorland sowie die Alpenregionen von Österreich, Italien, der Schweiz und Frankreich.

Von Experten lernen

Schänis ist über die Schweizer Landesgrenzen hinaus als Segelflug-Kompetenz-Zentrum weitherum bekannt – nicht nur wegen seiner langen Flüge im Südföhn vom höchsten europäischen Gipfel bis vor die Tore Wiens, sondern auch von einzigartigen Thermik-Erlebnissen im Alpenraum.

Im Rahmen der renommierten Flugschule, gelegen zwischen Zürich und Chur und unmittelbar am Fusse der Alpen, engagieren sich rund 30 Fluglehrer – darunter international bekannte Wettbewerbs-Piloten – aber ausnahmslos erfahrene und Alpenflieger, welche sich weiter über den Flugplatz-Rand hinaus bestens auskennen. Da kann es durchaus vorkommen, dass Sie von einem mehrfachen Landesmeister auf dem hinteren Sitz persönlich gecoacht werden.

Das Matterhorn ist an einem normalen Thermiktag auf einem Soaring Expert Flight in Griffnähe.

Massgeschneiderte, persönliche fliegerische Weiterbildung

SchänisSoaring offeriert auch 2019 bereits die dritte Saison in Folge professionelle und gleichzeitig individuelle Segelflug-Weiterbildung mit dem selbststartenden Arcus M. Der eigenstartfähige Hochleistungs-Doppelsitzer erlaubt bei regionalen Wetter-Einschränkungen auch das Einfliegen in ein vielversprechenderes Wetterfenster und offeriert damit mehr Flexibilität bei der Gestaltung des individuellen fliegerischen Weiterbildungsprogrammes. Dieses wird auf jeden Fall eng auf die fliegerischen Bedürfnisse des Fluggastes abgestimmt.

Theoretische Experten-Tips direkt selber in der Praxis umsetzen

Der Segelflug in den Alpen unterscheidet sich erheblich vom Fliegen im Flachland – die gute Nachricht ist, dass Sie nicht jede (schlechte) Erfahrung selber machen müssen – für einmal können Sie vom Know How anderer direkt profitieren. SchänisSoaring nimmt Sie mit dem Soaring Expert Flights-Angebot ‚an die Hand‘ und führt Sie in diesem persönlichen und auf Ihre fliegerischen Bedürfnisse zugeschnittenen Weiterbildungsprogramm sicher an und durch die Herausforderungen des Alpen-Segelfliegens und des Streckenfliegens in einer anspruchsvollen Gebirgs-Region.

Auch die südfranzösischen Hochalpen sind ab Schänis an einem guten Thermiktag erreichbar. Diese Aufnahme stammt von einem sommerlichen Thermiktag und zeigt neben den beiden strahlenden Piloten den Lac du Mont Cenis im Hintergrund.

Die folgenden Themen sind üblicherweise – immer abhängig von der Wetter-Situation – Bestandteil Ihres Aufenthaltes in Schänis:

  • Persönliche Streckenflug-Optimierung
  • Erkennen und Nutzen der Katabatik auf einem engen Endanflug
  • Wie befreit man sich aus einer Talinversion?
  • Sicheres Ausschöpfen des Potenzials eines Eigenstarters
  • Fliegen in Hang-, Thermik-, Wellen-Aufwinden
  • Nutzen von Konvergenzlinien
  • Erkennen und Nutzen von Talwind-Systemen
So ist Ihre Aussicht im Short Final aus dem Arcus M auf den Start- und Ziel-Flugplatz von Schänis in der Schweiz.

Know How-Transfer

Während der Soaring Expert Flights erweitern die TeilnehmerInnen ihr Know How nachhaltig und reifen selber zum Experten. Die Kosten pro Tag liegen bei CHF 850.-, das Angebot enthält den Flugzeug Charter, einen Fluglehrer mit ausgewiesener Alpen-Expertise, Briefing, den Flug selber sowie ein persönliches De-Briefing mit dem Ziel, dass die TeilnehmerInnen persönlich möglichst viele Erfahrungen mit nach Hause nehmen können.

Teilnahme an Wettbewerben

SchänisSoaring offeriert übrigens je nach Verfügbarkeit auch Teilnahmen mit dem Arcus M und einem Experten in Europa – auch hier können Sie auf ein breit abgestütztes Know How Ihres ‚personal coaches‘ in den Fluggebieten Mittel- und Südeuropas zählen. Auskunft und Anmeldung ist möglich unter: info@schaenissoaring.ch oder Tel: +41 55 619 60 40

Reiseführer für Vinon & Provençe

Dieser neunseitige, hier erhältliche Reiseführer liefert Ihnen Informationen, die Sie für Ihren Segelflug-Urlaub im südfranzösischen Segelflug-Zentrum Vinon s/Verdon – auch mit der Familie – brauchen. Was sie wo bekommen, Kontakte, Ferienwohnungen, Hotels, Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Familien-Programme. Der Reiseführer enthält jede Menge direkter Links auf einzelne Anbieter.

Pilot für einen Tag

Wer schon immer mal neidisch in den Himmel geschaut und sich gedacht hat, wie es wohl wäre, selbst in einem Flieger zu sitzen, der hat am Samstag, 27. Juli, Gelegenheit dazu. Der Flugsportclub Mainbullau bietet an diesem Tag einen Schnupperkurs – ihren Pilotsday – auf dem Flugplatzgelände an. Interessierte bekommen dann einen kleinen Einblick in die spannende Welt der Fliegerei. Los geht es um 10 Uhr. Fluglehrer, wie zum Beispiel Pilot Klaus Wolf, der selbst lange Zeit Airbus-Pilot gewesen ist, oder Tibor Füle, ein leidenschaftlicher Flieger und Fluglehrer, vermitteln theoretische Grundkenntnisse. Wie zum Beispiel, warum ein Flugzeug eigentlich fliegt, welche Rolle das Wetter spielt oder wie ein Flugbetrieb funktioniert. Weiterhin wird geklärt, wo und wann man fliegen fliegen darf, was der Unterschied zwischen Ultraleicht und Echo-Klasse ist und was das Fliegen kostet. Quelle: ‚Main-echo.de‚.

Thermik-Hauptstrassen der Provençe

Der fünfseitige, bebilderte und mit IGC-Files zum Nachfliegen bestückte Artikel führt Sie über klassische und weniger bekannte Thermik-Strassen Südfrankreichs hinauf in die eisigen Gipfelregionen der französischen Alpen – hier erhältlich.

Südost-Frankreich ist eine von der Sonne besonders verwöhnte Ecke Europas. Kein Wunder, pilgern bei fast 300 Sonnentagen pro Jahr die Segelflieger Nordeuropas in Scharen in die südfranzösischen Segelflug-Zentren. Vinon liegt im Flachland der Provence, weit im Süden der Region. Der Anschluss an die starken thermischen Aufwinde der Voralpen über die Ebene von Valensole oder das Durance-Tal hat zu Unrecht den Ruf, schwierig zu sein.

Sie erhalten nicht nur einen fünfseiten Beschrieb der Thermik-Haupstrassen durch die französischen Südalpen, sondern im Artikel eingebunden zusätzlich kostenlos sechs IGC-Files zum nachfliegen.

Elektro-Discus für Breisgauer Verein

Der Breisgauverein für Segelflug, der sowohl am Flugplatz Freiburg als auch am Segelflugplatz Kirchzarten beheimatet ist, hat einen neuen, besonders umweltfreundlichen Motorsegler vom Typ Discus 2C Fes des schwäbischen Herstellers Schempp-Hirth angeschafft. Das einsitzige Segelflugzeug mit 18 Meter Spannweite hat einen faltbaren Propeller vorne im Rumpf, der durch einen 22 kw oder 30 PS starken Elektromotor angetrieben wird. Die Neuerwerbung ist besonders leise und passt damit bestens über die Green City Freiburg und das Dreisamtal. Zudem benötigen die Akkus des Discus nach etwa einer Stunde Motorflug lediglich etwa eineinhalb Stunden zum Wiederaufladen. Die Stromspeicher bringen den Motorsegler, wenn sie durch regenerative Energien aufgeladen werden, umweltfreundlich und leise wieder auf Höhe, falls nicht genügend thermischer Aufwind zur Verfügung steht. Dann wird das Triebwerk kurz eingeschaltet, der Faltpropeller vorne im Rumpf sorgt nun für Vortrieb. Wird der Elektromotor wieder abgestellt, legen sich die Propellerblätter eng an die Rumpfspitze an, um möglichst wenig Luftwiderstand zu bieten. Starten nur mit dem Elektromotor kann der Discus allerdings nicht. Deshalb wird er per Windenschlepp in die Luft gezogen. Der neu angeschaffte Einsitzer ist kostengünstig im Betrieb. Er dient nicht zur Schulung, sondern als Hochleistungsmodell für bereits erfahrene Piloten und Pilotinnen. Der Breisgauverein für Segelflug mit rund 170 Mitgliedern geht auf den bereits 1907 in Freiburg gegründeten “Verein für Luftschiffahrt” zurück und ist somit einer der ältesten Fliegervereine Deutschlands. Er hat neben weiteren reinen Segelflugzeugen und dem neuen Elektroflieger auch noch einen konventionellen Motorsegler mit Verbrennungsmotor in seiner Flotte. Durch eine engagierte Zusammenarbeit mit mehreren Freiburger Gymnasien, der Universität und der Volkshochschule Kirchzarten gewinnt der Verein auch zunehmend frischen Nachwuchs für den Segelflug. Bericht: Jürgen Schelling.

Regionalflughäfen in Not

Vor allem kleine Airports können sich nur schwer selbst finanzieren. Sie sind deshalb auf staatliche Hilfen angewiesen. Doch die sollen bald entfallen. Die Pleiten haben die Airport-Betreiber besonders hart getroffen: Mit den Insolvenzen der Fluggesellschaften Germania und Flybmi verlor der Regionalflughafen Rostock-Laage innerhalb weniger Tage fast den gesamten kommerziellen Luftverkehr. Das Land Mecklenburg-Vorpommern musste kurzfristig mit 1,4 Millionen Euro aushelfen. Der Flughafen schreibt pro Jahr rund zwei Millionen Euro Verluste, die drohen durch die Pleiten nun noch größer zu werden. Jährlich müssen die Hansestadt Rostock, der Landkreis Rostock und die Stadt Laage mit zusammen 1,8 Millionen Euro aushelfen. Rostock-Laage ist ein typisches Beispiel dafür, wie schwierig es derzeit um die Airports steht. Laut Flughafenverband ADV haben im vergangenen Jahr weniger als die Hälfte der dort organisierten 22 Flughäfen einen Nettogewinn erzielen können. Besserung ist nicht Sicht. Nicht nur treffen die Airline-Pleiten besonders kleinere Flughäfen hart, wie Rostock-Laage zeigt. Ralph Beisel, der Hauptgeschäftsführer des ADV, nennt einen weiteren Grund: „Die Entwicklung in den letzten Jahren war gekennzeichnet durch den Einbruch des Regionalluftverkehrs und die Wanderung des Low-Cost-Segments aus der Fläche an die großen Standorte.“ Das sei meist zu Lasten der kleineren Flughäfen mit einem begrenzten Einzugsgebiet gegangen. Quelle: ‚Handelsblatt‚.

Wasserflug-Romantik in Weggis

Erstes Fly-in der Seaplane-Vereinigung beim Rosenfest.

Am Wochenende fand zum ersten Mal im Rahmen des Rosenfestes in Weggis auch ein  Fly-In der schweizerischen Wasserfliegervereinigung vor der Uferpromenade statt

Text und Bilder: Jürgen Schelling, Freiburg i.Breisgau

In Weggis sind startende und landende Wasserflugzeuge eine echte Premiere. Denn zum ersten Mal findet ein Fly-in der Seaplane Pilots Association Switzerland, kurz SPAS, an dieser Stelle statt. Hier am See ist zudem erstaunlicherweise wie beim Start von einem Flugplatz Funkkontakt mit einem Tower möglich. Dieser temporäre “Tower” besteht allerdings aus einem Zelt an der Uferpromenade von Weggis. Dort sitzen mehrere Piloten der SPAS. Die haben alle aktuellen Wetter- und Luftfahrtinformationen rings um den See verfügbar. Sie stehen mit den Piloten der Wasserflugzeuge in Funkverbindung und versorgen diese mit notwendigen Informationen.

Der See wird zum Flugfeld

Jeder Flug geschieht hier auf dem Vierwaldstättersee in Eigenverantwortung des Piloten. Er entscheidet, in welche Richtung er startet und ob Wellengang, Wind oder Schiffsverkehr so akzeptabel sind, dass er gefahrlos abheben kann. Dafür heisst es im Gegenzug auf dem See besonders vorsichtig zu sein. Denn an einem Flugplatz kommt dem Wasserflugzeug nie anderer Verkehr entgegen und es überholt auch keiner. Wetter, Sicht und Wellengang sind am ersten Tag des Treffens in Weggis aber absolut perfekt. Manch ein Passagier nützt die seltene Chance, zum Selbstkostenpreis vor der Uferpromenade einmal im Wasserflugzeug abzuheben und die Region von oben zu bestaunen.

Die Super Cub’s sind die Stars

Drei der fünf in Weggis teilnehmenden Flugzeuge des SPAS-Treffens sind vom Typ Super Cub des US-amerikanischen Herstellers Piper. Dieser Klassiker ist ein sogenanntes Buschflugzeug, das kurzstartfähig, robust und einfach zu fliegen ist. Die gutmütigen Flugeigenschaften machen die bereits seit Ende der 1940erjahre gebaute Piper Cub nach einem Umbau auf Schwimmer auch zum idealen Trainingsgerät für den Wasserflug. Zudem wurden mehr als 30.000 Exemplare über einen Zeitraum von fast sechs Jahrzehnten produziert, Ersatzteile und Zubehör also problemlos zu finden. Zwei weitere Flugzeuge sind vom Typ Savannah S des italienischen Herstellers ICP. Bei ihnen sitzen der Pilot und sein Passagier nebeneinander. Die Savannah S treibt ein 100 PS starker Rotax-Vierzylinder an. Alle Flugzeuge nutzen sogenannte Amphibienschwimmer. Bei ihnen lässt sich zusätzlich ein Radfahrwerk ausfahren, so dass die Maschinen sowohl auf Wasser als auch auf Asphalt- oder Graspisten starten und landen können. Zum Tanken geht es daher immer an einen der Flugplätze rings um den Vierwaldstättersee.

Wie aber läuft ein derartiger Wasserflug ab? Ist das Flugzeug ebenso wie seine Crew in der Mitte des Vierwaldstättersee startklar und die vorgesehene Abhebefläche hindernisfrei, werden die Landeklappen auf die erste Stufe ausgefahren. Dadurch bekommt die Maschine rascher Auftrieb. Jetzt gibt der Pilot Vollgas. Die Piper Cub wird nun immer schneller und geht nach wenigen Sekunden “auf Stufe”: Das bedeutet, dass sie wie ein Tragflächenboot übers Wasser gleitet. Kurz darauf hebt sie durch leichtes Ziehen am Steuerknüppel bei etwa 80 bis 90 km/h ab. Die Maschine ist nun in der Luft. Im Steigflug beschleunigt sie auf etwa 130 km/h. Kurz bevor diese Geschwindigkeit erreicht ist werden die Landeklappen wieder eingezogen.

Ist die ‘Landepiste’ auch frei?

Nach dem Rundflug über Weggis und die Region rings um Luzern heisst es irgendwann wieder aufsetzen. Die Geschwindigkeit der Piper wird deshalb auf etwa 110 km/h reduziert, die Landeklappen auf die erste Stufe ausgefahren. Jetzt visiert der Pilot die vorgesehene Fläche auf dem Vierwaldstättersee an, ob dort keine Gegenstände schwimmen und keine anderen Boote kreuzen. Die Landeklappen werden nun auf die zweite Stufe abgesenkt und dann mit etwa 90 km/h in möglichst flachem Winkel aufgesetzt. Nach dem Kontakt mit der Seeoberfläche zieht der Pilot den Steuerknüppel gefühlvoll nach hinten. So wird ein gefährliches Unterschneiden der Schwimmer vermieden, gleichzeitig bremst die Piper auf diese Art im Wasser. Sobald die Maschine nur noch etwa 10 km/h schnell ist, senkt der Pilot die Ruder an den Schwimmern wieder ins Wasser ab. Nun kann er wie ein Boot zurück an den Steg in Weggis oder eine Boje zum Anlegen manövrieren.

Vor 90 Jahren: Linienflüge vom Mythenquai nach Interlaken

Obwohl Wasserflug in der Schweiz eine lange Tradition besitzt, ist er dennoch stark eingeschränkt. So existierten vor 93 Jahren sogar eigene Wasserflugverbindungen. Konstrukteur und Pilot Alfred Comte betrieb etwa von Juni 1926 an eine Linienflugverbindung vom Strandbad Mythenquai in Zürich nach Interlaken, die aber mangels Erfolg im gleichen Jahr schon wieder eingestellt wurde. Seit den 1950er Jahren ist Wasserfliegen in der Schweiz ausser mit der Sondererlaubnis einer Maschine für den oberen Zürichsee beim Flugplatz Wangen-Lachen nicht mehr möglich. Lediglich an wenigen Veranstaltungen im Jahr dürfen die SPAS-Mitglieder an unterschiedlichen Seen auf Wasser starten oder landen. Zuvor muss das Bundesamt für Zivilluftfahrt BaZL zustimmen und auch die jeweilige Kantonsregierung ihr Okay zur Veranstaltung geben. Alle SPAS-Teilnehmer haben zu ihrer normalen Pilotenlizenz natürlich auch eine Wasserflugberechtigung erworben, das sogenannte Seaplane-Rating.

Wegen Gewittersturms einen Tag kürzer

Beim Event in Weggis sind die Wasserflieger jedenfalls als Publikums-Attraktion  willkommen. Die Piloten beachten zudem einige Auflagen: So dürfen an jedem der Veranstaltungstage nur maximal 60 Wasserstarts und Landungen absolviert werden. Eine Mittagspause zwischen 12 und 13.30 Uhr wird strikt eingehalten. Nach 19 Uhr geht ebenfalls keine Maschine mehr in die Luft. Die fünf beteiligten Flugzeuge sind zudem keine Umweltverpester. Eine Piper Cub braucht lediglich knapp 30 Liter Flugbenzin vom Typ Avgas in der Stunde. Die beiden Ecolight vom Typ Savannah S mit ihren Rotax-Triebwerken benötigen sogar nur etwa 15 Liter normales Autobenzin in der Stunde. Auch wenn ein heftiger Sturm mit Orkanböen in Luzern das eigentlich dreitägige Wasserflieger-Fly-in um einen Tag verkürzte, war es ein Erfolg für die SPAS und zahlreiche Zuschauer in und um Weggis.

Segelflug-Jugendcamp in Amlikon

Der Kanton Thurgau führt in den Sommerferien das Jugendsportcamp Segelfliegen auf dem Flugplatz in Amlikon durch. Von den aktuellen Turbulenzen bei der Skyguide ist das Jugendsportcamp nicht betroffen. Im Viertelstundentakt brummte die vergangenen Tage ein Motorflugzeug über den Mittelthurgau. In seinem Schlepptau jeweils ein Segelflieger. In den zweisitzigen AKS21 sitzt nebst einem erfahrenen Piloten immer auch ein Teilnehmer des Jugendsportcamps Segelfliegen, der diese Woche in Amlikon durchgeführt wird. «Wir verbringen mit den Teilnehmern fünf Tage hier auf dem Flugplatz» sagt Pilot und Organisator Ernst Oettli. «Die Jugendlichen fliegen tagsüber, machen auch Sport und übernachten in den Wohnwagen auf unserem Campingplatz.» Das Jugendsportcamp bietet das Sportamt des Kantons Thurgau an, durchgeführt wird es von der Segelfluggruppe Cumulus. «Wir sind Dienstleister für den Kanton», sagt Ernst Oettli. «Es ist bereits das neunte Mal, das wir dieses Camp bei uns in Amlikon durchführen dürfen.» Quelle: ‚St. Galler Tagblatt‘.

Altenrhein sieht Existenzgefahr

Der schweizerische Regionalflughafen Altenrhein sieht seine Existenz in Gefahr, sollte die Schweiz ihre Subventionen streichen. Die „überteuerten“ Sicherheits- und Wetterdienstkosten seien dann nicht mehr finanzierbar. Derzeit überprüft die Schweiz, an welche der elf Regionalflughäfen überhaupt noch staatliche Gelder fließen sollen. Radio Liechtenstein zitiert einen Sprecher des Airports, der auf die Wichtigkeit der Subventionen für den Flughafen hinwies. Würden diese nicht mehr fließen, könne man sich die „überhöhten Kosten“ für die Flugsicherheitsfirma Skyguide und den Wetterdienst Meteoswiss nicht mehr leisten. Bislang verfügen diese beiden Firmen über ein Monopol. Demnächst sollen auch ausländische Wettbewerber zugelassen sein, beispielsweise aus Deutschland. Davon verspricht sich Altenrhein – im Besitz der People’s Air Group – eine deutliche Reduzierung seiner Ausgaben. Den Angaben des Airports zufolge erhält dieser alles in allem sieben Millionen Franken (etwa 6,3 Mio. Euro) jährlich vom Bund. Quelle: ‚fvw.de‚.

Legendärer Nonstop-Flug über den Ozean

In einem umgebauten Weltkriegsbomber wagen sich 1919 die beiden Briten John Alcock und Arthur Whitten Brown von Neufundland auf den Atlantik hinaus. 3000 Kilometer offene See liegen vor ihnen. Wenn sie Irland erreichen, gewinnen sie ein Vermögen. Begehen sie einen Fehler, verlieren sie ihr Leben. Turbulenzen und Wirbelwinde schleudern die Vickers hin und her, lassen den Rumpf des propellergetriebenen Doppeldeckers erbeben, die Tragflächen erzittern. Verzweifelt versucht der Pilot John Alcock, die Kontrolle über die Maschine wiederzugewinnen, doch wegen dichter Nebelschwaden hat er jede Orientierung verloren. Alcock sieht keinen Horizont, kein Gestirn, keinen Himmel. Aus dem offenen Cockpit kann er nicht einmal mehr die Flügelspitzen der Maschine erkennen, selbst der Bug verschwindet im Dunst. Der Pilot weiß nicht, ob er das Flugzeug überhaupt noch gerade in der Luft hält. Den kompletten Bericht über diesen abenteuerlichen Flug finden Sie bei ‚geo.de‘.

Loopings und Drehungen in der Box

Ein Looping, eine Schleife oder doch lieber ein großes U? Am Himmel lassen sich alle möglichen Figuren fliegen. Zum Beispiel mit einem Segelflieger. So ein kleines, leichtes Flugzeug wird in der Regel an einem Seil von einem Motorflugzeug gezogen, um in den Himmel zu steigen. Denn ein Segelflugzeug hat keinen Motor. Oben in der Luft nutzt der Pilot oder die Pilotin Aufwinde, um möglichst lange fliegen zu können. Aufwinde sind bestimmte Luftmassen auf denen die Segelflieger gleiten. Und wer will, kann dann da oben eben auch Figuren fliegen. Das konnte man am Wochenende zum Beispiel im Bundesland Niedersachsen sehen. Denn dort fingen die Landesmeisterschaften im Segelkunstflug an. Dabei müssen die Piloten ihre Figuren in einem bestimmten Raum am Himmel vorführen, auch Box genannt. Das lässt sich vom Boden aus gut sehen und bewerten. Quelle: ‚Mindener Tageblatt‚.

«Ja, und wir sind eine CTR»!

Am dritten Tag unseres Wandersegelfluges wollen wir mit dem Arcus M vom westlichen Ende des Jurabogens nach Nordosten in den Schwarzwald – oder wenn es sehr gut laufen würde, für einen Flug bis nördlich der Vogesen reisen. Aber es kommt ganz anders heraus.

Zahlenhaufen zum Frühstück

Vom hinteren Taxi-Sitz aus verfolge ich auf der Fahrt zum Flugplatz eine interessante Lektion in Betriebswirtschaft. Ausgelöst hat sie der fröhliche Chauffeur, der uns mit allerhand Verspätung im Hotel abholt (nachdem wir erneut ein Dutzend Anrufe benötigten, um an diesem heissen Samstagmorgen überhaupt ein Taxi zu finden). Neugierig, wie Peter nun mal ist, erkundigt er sich nach dem Gang der Taxigeschäfte. Diese seien ganz gut, vor allem seine Fahrten mit Handicapierten in die Schweiz seien eine gute Geschäftsgrundlage… Jetzt will es Peter aber genau wissen. Was man denn für einen solchen Transport von hier nach Bern und zurück aufwenden müsste? Naja, etwa EUR 350.- seien es für diesen Tagesausflug nun mal. Ich kann beinahe greifen, wie in Peters Kopf die virtuelle Tabellenkalkulation die Benzinkosten, Autobahngebühren, Fahrzeug-Amortisation, Fahrer-Lohn und Arbeitsstunden gegen den erwähnten Fahrpreis aufrechnet. Dann rattert er dem verdutzten Fahrer einen vollständigen Betriebsabrechnungsbogen herunter (in Französisch, wohlgemerkt…). An dessen unterster Zeile steht eine glasklar begründete, 50%ige Fahrpreis-Erhöhung. Am Ende verlassen nach einer angeregten Diskussion zwei fröhliche Fahrgäste einen etwas nachdenklicheren Taxifahrer vor dem Flugplatz-Tower von Bourg-en-Bresse. Ich bin mir sicher, dass die früheren Discount-Angebote dieses kongolesischen Einwanderers noch in der Folgewoche die Rhône hinunter gespült wurden!

Auch Bourg-en-Bresse kennt Landegebühren

Auch wir werden kurz durchgespült. Bei unserem unschuldigen Versuch, ins gesicherte Flugplatz-Gelände zu gelangen, begrüssen wir freundlich den heute Morgen schon früh werktätigen Mitarbeiter des Towers. Einer der Segelflieger hat gestern eine ebenso selbstsichere wie abfällige Bemerkung gemacht, dass wir bestimmt keine Landetaxen bezahlen müssten… Glücklicherweise hören wir solche Bemerkungen inzwischen mit einer gewissen Sensibilität und fragen nach – die wenigen Euro, die wir danach abliefern, sind auf jeden Fall der geringere Aufwand, als z.B. von der ‘Run-up-Postion’ mit unserem am Boden etwas unhandlichen Vogel wieder zurück zum Tower zu rollen, um die Flughafengebühren zu begleichen.

Die einheimischen Segelflugpiloten starten nie vor 14:00 Uhr. Jetzt wissen auch wir, warum man um 10:30 noch viel zu früh dran ist.

Verschlafene Segelflieger

Sobald sich erste Thermikzeichen am Himmel südwestlich von Genf zeigen, starten wir auf der grossen Hartbelagpiste in Bourg und fliegen nach Nordosten. Der Plan ist, die Thermik am Jura zu nutzen und zügig in die Region Basel zu kommen. Die einheimischen Segelflieger haben uns gestern noch freimütig erklärt, dass sie keineswegs vor 14:00 Uhr an einen Start denken würden. Vorher sei hier in der Region nichts zu machen… Nicht, dass wir Ratschläge Einheimischer grundsätzlich missachten würden. Aber selbstbewusst, wie wir sind, können wir kaum glauben, dass man an so einem Ort dann überhaupt Segelflieger ist… Die verschlafen ja die meiste thermische Zeit zuhause beim Frühstück!

Im Steigflug von Bourg-en-Bresse über die ersten Juraketten in Richtung Genf. Sogar der Propeller verbiegt sich heute.

Kopfvoran in die kontrollierten Lufträume

In den ersten Aufwinden dämmert mir dann, dass heute keine ‘brüllende’ Thermik zugange ist. Müde schaukle ich den Arcus unter den ersten Wolkenfetzen nahe an der Genfer CTR-Grenze umher. Für 30-cm-Aufwinde ist dieser grosse, schwere Vogel nicht ideal. Und die besten Aufwinde stehen natürlich im kontrollierten Luftraum gleich nebenan. Der Genfer Lotse lässt sich aber angesichts der eintreffenden RyanAirs und EasyJets keinesfalls zu einer Freigabe überreden, auch wenn unser Transponder einwandfrei sendet und ich mich an die Höhenfreigaben halten würde.

Ich kriege ja auch sonst meine Thermikkreise nicht immer ins Zentrum des Geschehens. Heute ist alles noch schwieriger, weil ich die wenige Thermik, die aus dem kontrollierten Luftraum heraus-schwappt, jeweils bis 50 m vor der unsichtbaren doppelten Sicherheitslinie der CTR Genf in einem Viertelkreis mitnehmen muss, wenn wir überhaupt irgendwie steigen wollen. Nicht einfach, sage ich Ihnen!

Zum Glück fliegt dieser Vogel so gut

Es geht mehr schlecht als recht aufwärts. Wir bewegen uns maximal auf 5’500 Fuss. Und die ewig langen Sprung-Distanzen zum nächsten ‚Fumulus‚ (Cumulus im Embrio-Stadium) machen die Aufgabe nicht einfacher. Dank der ausgezeichneten Gleit-Leistungen des Arcus M kommen wir dennoch langsam in die Region Lausanne. In den Schweizer Voralpen liegen die Cumulus im Gelände auf. Aber da hat es wenigstens welche. Auf unserem geplanten Kurs ist alles trocken und blau, kaum Anzeichen möglicher Aufwinde. Erste Zweifel machen sich breit, wo wir hinfliegen sollen. Am liebsten würde ich schon hier den Blinker nach rechts setzen und in die Waadtländer Alpen queren. Das ist bei unserer tiefen Ausgangshöhe aber auch keine vernünftige Idee. Als wursteln wir uns unter erster Zuhilfenahme des Motors weiter Richtung Neuenburg. Die schwachen Aufwinde stehen trotz kaum vorhandenem Wind weit neben ihren ‘Markierungen’, die durchsichtigen Wolken zerfallen meistens, wenn man unter ihnen eindrehen will.

Genug vom Jura

Kurz vor La-Chaux-de-Fonds verlieren wir beide die Geduld. Wir entschliessen uns entgegen der ursprünglichen Pläne, hier die vorhandene Höhe für eine Querung des Schweizer Mittellandes zu nutzen und planen, den Militärflugplatz Payerne zu queren und exakt da drüber den Motor zu starten, um die Fribourger Alpen zu erreichen.

Wie mitten im Meer

Ich kümmere mich um die Freigabe, welche der Lotse unkompliziert erteilt. Mit der Bewilligung in der Tasche, mich über Payerne zu melden, quere ich tief den Neuenburgersee. Der ist ziemlich gross, wenn man ihn in einem Segelflugzeug aus 1’300 m.ü.M. betrachtet, wird er noch etwas grösser. Bis Mitte See ist die Welt bestens in Ordnung.

Divert to Yverdon!’

Doch dann traue ich meinen Ohren nicht. Der Fluglotse schickt mich wegen eines Anfluges nach Südwesten, nach Yverdon. Das ist so ziemlich entlang der Längsachse des Sees und an eine Notlandung ist da nirgendwo zu denken, die Ufer sind zu steil.

Denkwürdiger Funkverkehr mit der Militärbasis Payerne

Aufgrund unserer gestrigen Erfahrung mit einer Lotsin aus Lyon, der wir am Funkgerät das Prinzip des Segelfluges erklärten und die Unmöglichkeit begründeten, damit eine bestimmte Flughöhe zu halten, wage ich vorsichtig, den Lotsen in Payerne darauf hinzuweisen, dass wir ein Segelflugzeug seien: ‘Payerne Tower – HB-2480 – roger, will divert to Yverdon due to trafic – but for your information, we’re a glider and continuously descending…’. Die Antwort kommt postwendend. ‘… and for your information, and we’re a CTR’! Ich kann mir einen lauten Lacher nicht verkneifen. Der Mann hat natürlich nicht nur Recht, sondern zeigt noch Humor bei der Arbeit!

Brav fliege ich – damit ausreichend ausgestattet – weiter in den grossen See hinaus und harre der Dinge, die da hoffentlich bald kommen werden.

Irgendwann auf etwa 400 Meter über Wasser zeigt der Lotse dann doch Erbarmen mit uns und wiederholt seine frühere Freigabe. Bevor er es sich erneut anders überlegt, ändere ich den Kurs – und wir starten wie geplant, tief, aber über der grossen, sicheren Piste problemlos den Motor.

Eine sichere Bank beim Starten des Motors: die endlos lange Piste der Militärbasis von Payerne.

Pampige Voralpen

In den Fribourger Voralpen treffen wir wieder auf schön zeichnende Cumulus-Wolken. Darunter sind die bisher besten Aufwinde – aber auch sie ‘ziehen’ nicht durchgängig schön aufwärts. Es ist aber ein Gerücht, dass sich die Simmentaler Rinder wegen der heute wieder mal tief fliegenden Arcusse beim obersten Rindvieh-Rat beschwert hätten. Aber wir sind schon nahe dran gewesen.

Die Schönheiten des Simmentals haben wir heute mal wieder aus unerwarteter Nähe betrachtet.

Die Temperatursonde wird das und auch die Fliegerei entlang der Voralpen-Kämme nach Osten abends erklären. Wir fliegen in ziemlich stabilen Verhältnissen! Das aufbauende Hoch dämpft mit seiner einfliessenden Warmluft jede vernünftige Thermik-Entwicklung. Aus der Distanz betrachtet, versinkt fast die ganze Jurakette im blauen Dunst, allein über dem Schwarzwald entwickeln sich schöne Wolken. Aber da wären wir wohl nie hingekommen.

Erstaunlich, dass man mit dieser Temperatur-Verteilung überhaupt segelfliegen kann.

Gefangen im Kessel von Schwyz

Anfangs komme ich über dem Simmental nur nach langem K(r)ampf mühsam auf Kretenhöhe, später kämpft sich Peter zwischen Thunersee und Vierwaldstättersee mühsam der Schrattenfluh und dem Glaubenbergpass entlang ostwärts. Teilweise schlagen wir beim Kreisen im vermeintlichen ‘Aufwind’ die Köpfe an die Haube. Am Ende sind wir – weil wir einfach keine anständige Operationshöhe erfliegen können, im Schwyzer Talkessel gefangen und geben uns nach langem Kampf geschlagen. Da muss eben der Motor nochmals ran. Das ist der grosse Vorteil dieses Eigenstarter-Systems, man kann sich damit und wenn man sie richtig verwendet, auch mal in Regionen wagen, in die man üblicherweise bei den herrschenden Bedingungen gar nicht einfliegen würde.

Zum Glück habe ich gestern Abend ausreichend Benzin dazugekauft – einen Teil davon verwenden wir nun für einen letzten Motor-Einsatz über dem Aussenlandefeld am Lauerzersee, der uns dann in wenigen Minuten auf Endanflughöhe von Schänis bringt.

Wir wechseln unser Flugziel ‚Elsass‘ zurück auf ‚Schänis und fliegen in pampiger Warmluft den Voralpen entlang nach Osten – hier über dem Thunersee.

Das Toggenburg ist das schönere Elsass

Da erklären wir dann unseren neugierigen Fliegerkameraden, dass wir mal wieder das Toggenburg mit dem Elsass verwechselt hätten und nun eben bereits etwas früher als geplant wieder zuhause seien. Aber der folgende Tag, den wir für einen schönen, wenn auch mit einigen Tiefpunkten versehenen Rundflug ins Engadin, Veltlin, Tessin und zurück nach Schänis via Lukmanier-Pass nutzen können, zeigt, dass wir mit unserer Flugplanung am Ende doch nicht so verkehrt lagen und mit dem vorhandenen Wetter tolle Flugtage geniessen konnten.

Immer wieder erstaunlich ist dabei, dass selbst bei flacher Druckverteilung – etwa an unserem ersten Flugtag nach Südfrankreich – grossflächig starke Winde entstehen können. Und ebenso erstaunlich ist die Wirkung absinkender Warmluft. Die fühlt sich an, als würde die Thermik im Leim kleben bleiben. Aber von derlei Ungemach lassen wir uns nicht aufhalten.

Besuch unserer Molliser Segelflieger-Nachbarn – in Frankreich

Unsere nächste Reise wird uns erneut nach Südfrankreich führen. Das Wetter war eben gerade da wieder am idealsten. Diesmal besuchen wir unsere Nachbarn vom Flugplatz Mollis – im französischen Segelflug-Ausbildungs-Zentrum Château Arnoux St.-Auban… Wie das beim Wander-Segelflug so sein kann, eher zufällig und auch der Weg dahin führte nicht nur abwärts… Demnächst geht’s hier weiter. Bleiben Sie vorsichtig.

Patrouille-Suisse-Flugshow am falschen Ort

Eigentlich hätte die Patrouille Suisse die Gemeinde Langenbruck BL überfliegen sollen. Wegen «unglücklicher Umstände» irrte sie sich aber im Ort. Die Patrouille Suisse hätte am 6. Juli im Rahmen der Gedenkfeier zum 100. Todestag von Oskar Bider über Langenbruck BL eine Flugshow abhalten sollen. Bei der Gemeinde handelt es sich um den Geburtsort des Schweizer Flugpioniers. Der Überflug hätte einige Feierlichkeiten im Ort ergänzen sollen, laut einem Leser-Reporter seien etliche Gäste insbesondere für die Flugvorführung angereist. Doch die Patrouille-Suisse-Fans wurden enttäuscht. Anstelle von Langenbruck führte die Fliegerstaffel den Überflug über dem Nachbarort Mümliswil-Ramiswil durch. Dort findet an diesem Wochenende gerade das 31. Nordwestschweizerische Jodlerfest statt. «Die Patrouille Suisse hielt dies wahrscheinlich für den korrekten Austragungsort», vermutet der Leser-Reporter. Dies habe zu Enttäuschungen unter den Gästen in Langenbruck geführt. Armee-Sprecher Daniel Reist bestätigt, dass die Patrouille Suisse die Flugshow über der falschen Gemeinde durchgeführt hat. Grund dafür seien «unglückliche Umstände» gewesen. «Zwischen Mümliswil-Ramiswil und Langenbruck liegen Luftlinie nur wenige Kilometer. Der Leader der Patrouille Suisse sah im Anflug das grosse Festareal mit Festzelt in Mümliswil – die Patrouille Suisse überflog dieses Gelände», sagt Reist. Quelle: ‚20 Minuten‚.

JU-AIR organisiert sich neu

Die JU-AIR konzentriert sich künftig auf den Flugbetrieb ihrer drei historischen JU-52 als Kerngeschäft. Der Wartungsbetrieb wird geschlossen; der Unterhalt der Flugzeuge und Motoren wird an die JUNKERS Flugzeugwerke und einen externen Motorenpartner übergeben. Im Laufe der Reorganisation wird Mitbegründer und CEO Kurt Waldmeier die operative Leitung der JU-AIR in neue Hände legen. Parallel zur Grundüberholung ihrer drei historischen JU-52 unterzieht die Dübendorfer JUAIR auch ihre Organisation einer kompletten Erneuerung. Die Fluggesellschaft, welche zum Verein der Freunde der Schweizerischen Luftwaffe (VFL) gehört, wird sich künftig auf den Flugbetrieb als Kerngeschäft konzentrieren. Die neue Organisation wird aus den Bereichen Operation (Piloten und Kabinenpersonal), Ausbildung und Sicherheit, Bodendienste (Passagiere, Einsatzplanung, Handling) und Administration bestehen. «Nicht nur die Flugzeuge, sondern auch die JU-AIR selbst wird komplett erneuert. Die JUAIR, die ab 2021 wieder fliegt, wird eine neue JU-AIR sein», sagt Kurt Waldmeier dazu. «Die neue JU-AIR konzentriert sich auf den eigentlichen Flugbetrieb, die Passagiere und die Freiwilligen.» Zwar steht die Reorganisation in keinem Zusammenhang mit dem Unfall vom vergangenen August, sagt Waldmeier, «aber die Erkenntnisse der noch ausstehenden Unfalluntersuchung durch die SUST werden in die neue Organisation und ihre Reglemente
mit einfliessen. Die JU-AIR wird aus dem Unfall weiter lernen.»

Segelflieger legt nach Notlandung Bahnverkehr lahm

Mit einer Notlandung neben der Bahnstrecke Berlin-Prag hat ein Segelflieger der Zugverkehr lahmgelegt. Der 77-Jährige aus dem Landkreis Nordsachsen kletterte am Freitagabend die Böschung zum Bahndamm hinauf und lief über die Gleise, um zur nächsten Ortschaft zu gelangen. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte am Montag: „Er war orientierungslos und stand wohl auch unter Schock.“ Als dem Mann ein Eurocity entgegenkam, wechselte er auf das Gegengleis – dort aber näherte sich ein Güterzug. Beide Züge kamen per Notbremsung zum Stehen und der Bruchpilot unverletzt davon. Er wurde kurz darauf von einer Streife auf dem Feld entdeckt. „Er hat gerade angefangen, sein Segelflugzeug einzupacken“, so der Bundespolizeisprecher. Rettungskräfte kümmerten sich dann um ihn. Die Bahnstrecke war mehr als anderthalb Stunden zwischen Großenhain und Elsterwerda gesperrt. Neben Polizei und Rettern aus Sachsen waren auch Beamte der Landespolizei Brandenburg, ein Feuerlöschzug und das Notfallmanagement der Deutschen Bahn im Einsatz. Sie leitete ein Ordnungsverfahren gegen den 77-Jährigen ein. Quelle: ‚mdr.de‚. Bild: Deutsche Bahn.

100 Jahre Flughafen Heringsdorf

Einer der ältesten Flughäfen Deutschlands feiert sein 100-jähriges Jubiläum: der Airport Heringsdorf. Am 5. Juli 1919 wurde der Linienflugverkehr auf dem so genannten Landeflugplatz aufgenommen. Aus dem Exerzierplatz der Swinemünder Garnison – die polnische Stadt liegt nur einen Katzensprung weit entfernt – wurde der erste Flugplatz Pommerns. Er gilt als zweitältester auf dem Gebiet der ostdeutschen Bundesländer, nach Leipzig-Mockau, und als einer der ältesten in Deutschland. 100 Jahre. Vor 100 Jahren wurde der Vertrag von Versailles unterschrieben und Max Planck bekam den Nobelpreis für Physik. Rund 20 000 Linienpassagiere werden hier im Schnitt pro Jahr abgefertigt. Noch einmal so viele Geschäfts- und Privatleute nutzen jährlich die 2,3 Kilometer und die 600 Meter langen Lande- und Startbahnen. „Hier landen keine Millionäre mit ihren Maschinen, sondern vor allem ,normale’ Gäste“, betont Zabel. Ebenso gehören medizinische Flüge dazu. Der größte Flieger, der derzeit regelmäßig auf dem Areal landet, ist ein A 320 mit 150 Passagieren an Bord. Die Linienflüge kommen und gehen nach Frankfurt/Main, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund, Zürich. Quelle: ‚Ostsee-Zeitung‚.

Hitzeschlacht am „Winzelner Loch“

Bei mäßiger Arbeitshöhe von 800 Metern über Grund und starkem Wind, kitzelte Timo Lehrke (Discus 2) 48,4 Punkte/51,3 km/h heraus. Reiner Haist stellte sich mit seiner Kestrel 17m den luftigen Elementen. Durch seine große Erfahrung sprangen bei der eher zähen Wetterlage 40,15 Punkte/43,17 km/h heraus. Die zurückgelegten Gesamtstrecken von 152 km (Lehrke) und 143 Km (Haist) belegten die Schwierigkeiten des Tages. So sprang zumindest ein Trostpunkt und Rundenplatz 20 heraus. Zur Hitzeschlacht entwickelte sich Runde 11 der 2. Segelflug-Bundesliga. Am ersten Tag strahlte der Himmel zwar in Azurblau. Da das Hoch nahezu über Baden-Württemberg lag, wurde die aufsteigende Luftmasse schon wenige hundert Meter über Grund durch eine Inversion (wärmere Luftschicht) abgebremst. Neben der großen Hitze hielt so die tiefe Arbeitshöhe die Musbacher von einem Überlandflug ab, um das Risiko einer Außenlandung bei hohem Bewuchs zu minimieren. Noch heißer wurde es am Sonntag. Da galt es erst abzuwarten, bis sich die Luftmasse auf mehr als 30 Grad erhitzte, damit die Aufwinde die Inversion durchbrechen. Michael Buchthal und sein Co-Pilot Michael Lamparth hoben dann mit dem vereinseigenen Duo Discus an der Seilwinde um 14.01 Uhr ab. Martin Haug (DG 400/17m) folgte ihnen im Eigenstart gegen 14:40 Uhr. Bei Loßburg fanden die Musbacher Piloten noch einmal einen starken Aufwind. Dann ging es nur noch abwärts. Das bei Warmluftlagen berüchtigte „Winzelner Loch“ machte seinem Namen alle Ehre. So kämpfte Buchthal nahezu 40 Minuten, um sich aus 400 Meter über Grund wieder nach oben zu arbeiten. Mehr Informationen im Originalbericht von Lothar Schwark im ‚Schwarzwälder Boten‘.

„Sehender“ Autopilot landet erstmals Flieger

Forscher der TU München haben ein Autopilot-System entwickelt, das ein Flugzeug selbstständig landen kann – ganz ohne Unterstützung vom Boden aus. Was vor wenigen Jahren wie Science-Fiction klang, könnte schon bald möglich sein. An der Technischen Universität München gelang es Forschern jetzt, einen Flugzeug-Autopiloten zu bauen, der vollkommen selbstständig, ohne die Unterstützung von am Boden stationierten Navigations-Systemen, landen kann. Der elektronische Pilot „sieht“ mit einem speziell entwickelten Kamerasystem, inklusive einer Infrarotkamera, die bei schlechten Sichtverhältnissen helfen soll. Diese optischen Informationen gleicht er mit einem GPS ab, um die Landebahn wirklich genau treffen zu können. Das System kann zudem zwischen den verschiedenen Phasen der Landung unterscheiden und passt den Flug diesen an. Für die Zukunft seien, laut Forschern, automatisierte Landungs-Mechanismen essenziell, denn bis jetzt fehlten kleineren Flughäfen die Infrastruktur, Autopiloten durch bodengebundene Kontrollen landen zu lassen. Flugzeuge per Autopilot konnten bisher mit GPS-Signalen nur bis zu einer Höhe von knapp etwa 60 Meter geflogen werden. Diese Methode sei bisher außerdem sehr unverlässlich. Mit den neuen „sehenden“ Kamerasystem ist es jetzt bei einem Testflug gelungen, den Flieger ohne Bodenkontrolle präzise landen zu lassen. Quelle: ‚heute.at‚ und dieses Youtube-Video.

Brandenburger Segelflieger im Wüstenwind

Mit Temperaturen nahe der 40°C sollten weder gute fliegerische Bedingungen am Sonntag herrschen, noch sind solche Temperaturen im engen Cockpit einfach zu verkraften. Der prallen Sonne ausgesetzt, ohne zeitweise Schatten durch die Haufenwolken zu erlangen, starteten dann 5 Piloten am Samstag zum 2,5 stündigen Rennen in der Segelflug-Bundesliga. Die einfließende Warmluft aus der Sahara stabilisierte zunehmend die Atmosphäre. Aufwinde trugen die Piloten nur bis ca. 1100 Meter Höhe, von Abkühlung oder schattenspendenden Wolken kaum eine Spur. Unter diesen extremen Temperaturen gelang es, mit dem 7. Platz im Bundesligawettbewerb wieder weitere Plätze gut zu machen. Quelle: ‚meetingpoint-brandenburg.de‚.

Lotsen im Lechfeld-Tower

Der Kontrollturm am Lechfeld bringt nicht nur Flugzeuge sicher zum Boden, sondern auch das lokale Wetter in alle Handys. Rund 3000 Flugbewegungen betreute der Tower in der ersten Jahreshälfte von 2019. Dazu zählen Starts und Landungen, Durchstartübungen mit und ohne Aufsetzen oder Überflüge unterhalb von rund tausend Meter über Grund. Das ist freilich wenig im Vergleich zu den aktivsten Zeiten des aufgelösten Jagdbombergeschwaders 32 vor dem Jahr 2013. Da wurden im Halbjahr rund 4300 Starts und Landungen gezählt. Mit allen Übungsflügen lagen die Rekordzahlen nach 2001 schon bei 40 000 bis gut 50 000 Flugbewegungen im Halbjahr. Als Ausweichflugplatz ist die Piste am Lechfeld nach wie vor Ziel von Militärmaschinen. Vor allem für Übungen und Trainingsflüge wird der Fliegerhorst weiter gebraucht. In Übung bleibt somit auch das Personal. Lebhaftere Zeiten werden wiederkommen – spätestens wenn der Flugplatz ab 2028 Heimatbasis für Transportmaschinen vom Typ A400M wird. Denn die Bundeswehr hat schon mehrfach verdeutlicht, dass sie den Standort Lechfeld als letzte Luftwaffen-Basis südlich der Donau nicht aufgeben wird. So hält die Flugplatzstaffel hier stets alles einsatzbereit. Quelle: ‚Augsburger Allgemeine‚.

Verzeichnis der Segelflug-Unfälle

(Unvollständige) Übersicht von Vorkommnissen im Segelflug der vergangenen Wochen mit nicht immer glimpflichem Ausgang – fliegen Sie bitte vorsichtig – und passen Sie bei jedem Flug von Neuem auf sich auf…

DatumFlugzeugtypOrt
2019_07_02Schleicher ASW 20LBad Belzig, Lüsse
2019_07_01Schempp-Hirth Arcus MNephi Municipal Airport, UT
2019_06_30Rolladen-Schneider LS4-aMoriarty, NM
2019_06_23Schleicher ASG-32Arbaz, VS
2019_06_21Grob G103C Twin III AcroHetzleser Berg
2019_06_20Glaser-Dirks DG-300WLWaldleiningen
2019_06_16Ventus 3TBeuren / Hahnweide
2019_06_15Grob AstirKrefeld-Egelsberg
2019_06_15SZD-48-1 Jantar Standard 2Ostrów Airport
2019_06_13Schleicher ASK-21Schliersee, Valepp
2019_06_03SZD-48-3 Jantar Standard 3Bojanowo, Polen
2019_06_02GliderSchmoldow
2019_06_01Grob G103, Twin AstirCentre de Vol à Voile Lyonnais (CVVL)

Super Constellation HB-RSC verlässt die Schweiz

Die Super Connie L-1049 geht an eine deutsche Investorengruppe von Flugbegeisterten, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Maschine in den nächsten drei Jahren zu sanieren und wieder in die Luft zu bringen. Dies teilt die Super Constellation Flyers Association (SCFA) im Anschluss an die ausserordentliche Mitgliederversammlung mit. Die Investorengruppe besitze bereits mehrere flugfähige, historische Flugzeuge und übernehme sämtliche im Zusammenhang mit der Connie entstehenden Kosten (Mechanikerlöhne, Hangarmiete, Demontage- und Transportkosten, etc.) sowie alle Ersatzteile und Werkzeuge. Trotz enormem Engagement des Vorstandes bis zur letzten Minute kam die favorisierte «Schweizer Lösung» nicht zustande: Sanierung der Flügel in der Schweiz und Wiederaufnahme des Flugbetriebes aus der Schweiz, eventuell durch einen neu zu gründenden Verein. «Die geplante Wiederaufnahme des Flugbetriebes mit unserer Connie in Bremgarten/D ist das hoffnungsvolle Fazit der ausserordentlichen Mitgliederversammlung vom Donnerstag 4. Juli 2019 in Olten, an der immerhin 26 von 50 Association Members (Connie-Besitzer) teilgenommen hatten», schreibt die SCFA. Quelle: ‚Cockpit‚.

StrePla mit besserer Animation

8F Computer, die Herstellerin der StrePla-Software, kommt mit einer neuen Version auf den Markt. Um auch bei hohen Datenraten das gewohnte Verhalten bei der Animation zu erreichen, war es notwendig, die Algorithmen zu überarbeiten, da die technische Entwicklung weiter geht und Logger auf den Markt kommen, die mit hohen Aufzeichnungsraten (eine Sekunde) arbeiten. Ein Flug von 10 Stunden hat dann 360.000 Positionseinträge gegenüber 1.800 Einträgen bei einer Aufzeichnungsrate von 20 Sekunden. Das StrePla-Update kostet EUR 98,00 incl. MwSt. Bestellt werden kann es hier.

Autoteststrecke auf ehemaligem Flugplatz

BMW will sein Fahrsicherheitszentrum am Fliegerhorst Fürstenfeldbruck auf FFH-Flächen erweitern. Dagegen regt sich Widerstand. Pläne liegen trotz einer Vereinbarung mit den Anrainerkommunen noch nicht vor. Der Juni ist vergangen, und was nicht auf dem Tisch liegt, ist ein vollständiges Plankonzept von BMW für die Erweiterung ihres Fahrsicherheitszentrums auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck. Das aber hätten Fürstenfeldbruck und Maisach als Anliegerkommunen und Vertragspartner von BMW erwartet. Weil es keine konkrete Planung gibt, wird unter anderem vom Bund Naturschutz Kritik laut, dass sich eine Erweiterung des Fahrsicherheitszentrums in ein geschütztes Fauna-Flora-Habitat-Gebiet negativ auswirken würde. Dass die Folgen massiv sein könnten, scheint nicht unbegründet zu sein. Mehr Informationen im Originalbericht der ‚Süddeutschen‚.

Test von Drohnen-Kontrollsystem

Im europäischen Luftraum brummt es. Damit bei der wachsenden Anzahl von Drohnen niemand den Überblick verliert, wird in den Niederlanden nun ein Kontrollsystem getestet. Im niederländischen Delft wird ein neues europäisches Kontrollsystem für Drohnen getestet. Durch das System U-Space solle der Luftraum geordneter und sicherer werden, teilte die Technische Universität Delft mit. Ihre Forscher testen zudem Technologien, die Drohnen ermöglichen sollen, selbstständig anderen Flugkörpern auszuweichen. 2020 soll das Flugsicherungssystem U-Space in der EU eingeführt werden. Damit sollen Drohnen registriert und in die reguläre Flugsicherung integriert werden. Quelle: ‚ZDF‚.

Drohnen sollen europaweit einheitlich fliegen

Die EU hat neue Bestimmungen für die private und kommerzielle Nutzung von Drohnen erlassen. Bis 2020 müssen sie in nationales Recht umgesetzt werden. „Mit Blick auf einen einheitlichen europäischen Luftraum ist das ein großer Schritt vorwärts“, sagt Timo Stellpflug von der Kanzlei Taylor Wessing, einer der wenigen Experten für das Recht der unbemannten Luftfahrzeugsysteme (unmanned aircraft system, UAS). „Wer Geschäftsmodelle mit Drohnen plant, hat nun die notwendige Sicherheit.“ Die Zeit bis zum Geltungsbeginn der Verordnung könne allerdings zur Hängepartie zwischen alter Rechtslage und neuen Regelungen werden. Der Verband Unbemannte Luftfahrt (VUL) teilte auf Anfrage mit: „Wir begrüßen insbesondere, dass die Betreiber von Drohnen nun in vielen Fällen einen Kompetenznachweis erbringen müssen.“ Gelobt wird auch, dass Drohnen künftig durch einen Transponder im Luftraum erkennbar gemacht werden sollen (Fernidentifikation) und die Betreiber vor Luftraumverletzungen gewarnt werden (Geo-Sensibilisierung). Künftig soll es drei Kategorien von Drohnen geben, die sich am Betriebsrisiko orientieren: offen, speziell und zulassungspflichtig. Hier gelten dann unterschiedliche Regelungen. Darüber hinaus müssen die Staaten digitale Register schaffen, in die Betreiber zumindest von zulassungspflichtigen Drohnen eingetragen werden. Quelle: ‚Handelsblatt‚.

Jüngste Flugschülerin der Luftsportgruppe Amberg

„Segelfliegen ist genial, fühlt sich an wie Schweben“, sagt Caroline Wellnhofer, während sie sich auf ihren 74. Flug vorbereitet. Bald darf sie alleine starten. Caroline Wellnhofer ist mit ihren 14 Jahren die jüngste Flugschülerin bei der Luftsportgruppe Amberg. Doch bevor sie das erste Mal alleine in die Luft steigen kann, stehen zunächst noch einige Stunden mit Fluglehrer Christoph Debler auf dem Programm. Wie diese ablaufen, weiß vorher niemand so genau – das kommt beim Segelfliegen immer auf die Thermik an. Und darauf, wie gut der Pilot es schafft, sich diese zunutze zu machen. Die Sonne strahlt vom weiß-blauen Himmel, das Thermometer zeigt 20 Grad, es herrscht starker, böiger Westwind. Fast ideales Flugwetter – aber nur fast. „Das könnte heute etwas ruppiger werden“, sagt Fluglehrer Christoph Debler. Quelle: ‚onetz.de‚.

Generalprobe für die Segelflug-WM in Stendal

Eröffnet wird die Deutsche Meisterschaft am Montag, 8. Juli, dem ersten Wertungstag. Die Teilnehmer reisen aber schon früher an, denn vom 3. bis 6. Juli sind Trainingsflüge möglich, für den 6. Juli ist eine große Willkommens­party geplant und für den 7. Juli ein Pflichtbriefing für alle Starter, Helfer und Piloten der Schleppflugzeuge. Beim täglichen morgendlichen Briefing – in diesem Jahr wegen der ausländischen Teilnehmer schon in englischer Sprache – gibt es Informationen zu den Wettkampfaufgaben und zum Wetter. „Wir sind gut vorbereitet“, sagt Sieghard Geyhler. Mit finanzieller Hilfe aus dem Sportstätten-Förderprogramm – Land, Landkreis und Kreissportbund haben sich beteiligt – ist das etwa 30 Hektar große Segelfluggelände saniert und zum Teil neu erstellt worden. Quelle: ‚Volksstimme‚.

Historische Flugzeuge am Himmel über Bienenfarm

Zu der traditionellen Veranstaltung „Stearman & Friends“ wird vom 5. bis 7. Juli nach Paulinenaue auf den Flugplatz Bienenfarm eingeladen. Mehr als 50 Oldtimer-Flugzeuge sind zu bewundern. Fans der Fliegerei und vor allem Liebhaber alter Flugzeuge kommen am bevor stehenden Wochenende wieder auf dem Flugplatz Bienenfarm in Paulinenaue auf ihre Kosten. Vom 5. bis 7. Juli findet dort erneut die Veranstaltung Stearman & Friends statt. Die Besucher erwartet ein buntes Rahmenprogramm. Am Samstag und Sonntag besteht die Gelegenheit, Rundflüge mit offenen Doppeldeckern vom Typ Boeing Stearman und einem Bell 47 Hubschrauber zu machen. Die Doppeldecker sind echte Ikonen der Luftfahrt und bieten ein unvergleichliches Gefühl vom Cabrio-Fliegen, verspricht der Veranstalter. Quelle: ‚Märkische Allgemeine‚.

Von Fallschirmen, Foie Gras und berühmten Hühnern

Die heutige Reise führt uns nach unserer gestrigen, tiefen Alpenbogen-Umrundung über ein endlos breites Rhônetal, hinauf durch das französische Zentralmassiv, weil es beim ersten Mal nicht so gut klappte, übungshalber wieder zurück durch ein noch endloseres Rhônetal an den Fuss des Juras. Und das bei Cockpit-Temperaturen, bei dem man sonst Gemüse gart.

Die Eiersuppe

Entspannt geniessen wir bei einem für französische Verhältnisse ‘ausgiebigen’ Frühstück im Flugplatzhotel hinter der Fallschirmspringer-Soufflerie den Start in unseren heutigen Flugtag. Das Morgenessen ist inzwischen ein sensibles Thema. Denn von scharf abgezählten Croissants, unfreiwillig vegetarischen Buffets oder Nature-Joghurts, die nur durch Beimischen von Honig oder Konfitüre etwas Geschmack gewinnen, haben wir schon alles durchprobiert. Peter amüsiert sich diesmal über meine etwas umständliche Eier-Köpfungs-Methode und demonstriert eindrücklich, wie das richtige Männer heute so machen. Schwungvoll setzt er mit dem Messer seitwärts an. Und dann spritzt es nur so durch die Landschaft. Denn die Eiersiede-Maschine ist seit heute Mitglied der ‘Gilets Jaunes’ und arbeitet nur in Teilzeit. Entsprechend flüssig ist das Innere von Peters Ei. Das Resultat: eine erstaunliche Eiersuppe im Teller und seiner Nachbarschaft.

Die FallschirmspringerInnen

Auf dem Weg ins Flugplatzbüro fallen uns die überraschend zahlreichen KundInnen des Fallschirmspringer-Zentrums auf. Die füllen hier jeden Tag eine ganze Turnhalle mit Gästen, die offensichtlich bereit sind, sich aus einem völlig intakten Flugzeug zu stürzen (was ich gar nie machen würde). Ein grosser Teil sind junge Frauen. Die wiederum werden (wahrscheinlich) von sehr attraktiven jungen Fallschirm-Instruktoren in hautengen Sprunganzügen magisch angezogen. «Aha, darum haben wir im Segelflug zuwenig und nicht diese Art von Nachwuchs». Denn wenn ich mir vor meinem geistigen Auge einen Moment vorstelle, wie zwei gestandene Mitfünfziger und Beinahe-Sechziger mit etwas ‘Fleisch am Knochen’ in diesem Gewande auf 20jährige Ladies wirken, ist schlagartig alles klar. Wer will schon an eine riesige ‘Blutwurst’ gefesselt auf 5’000 m.ü.M. im freien Fall gen Boden stürzen? Allein die Aerodynamik dieses Freifall-Gespannes wäre ein genaueres Studium wert.

Der Taschenmesser-Trick

Wir überwinden unsere kurzzeitige Alters-Depression und geniessen den Komfort eines sehr freundlichen, hilfsbereiten Empfanges durch den Tower-Mitarbeiter, der sich sogar bereit erklärt, uns in seinem Dienstfahrzeug zum Arcus M zu fahren. Der stünde zwar keine 200 Meter von uns entfernt, aber dummerweise auf der anderen Seite der Piste. Zu Fuss gehen geht gar nicht – gestern sind wir über die Massen sportlich zweimal rund um den grossen Flugplatz gewandert. Das zu vermeiden, ist eines unserer heutigen Ziele. Unterstützt werden wir dabei von unserer ‘Geheimwaffe’. Schweizer Offiziers-Taschenmessern. Davon haben wir auf unseren Wandersegelflügen immer eine Anzahl dabei. Die verteilen wir grosszügig an potenzielle Helfer, ohne die wir häufig nur mit deutlich mehr Aufwand weiterkämen.

Startbereit auf dem Flugplatz in Gap.

Wir machen unseren Arcus M startklar. Dabei benötigen wir erneut etwas Hilfe, damit der Arcus mit uns um die Wette strahlt: Putzzeug. Ein weiteres Taschenmesser wechselt den Besitzer. Diesmal zu einem Urlauber aus Pforzheim, der uns netterweise Eimer, Schwamm und Hirschleder zur Verfügung stellt.

Nach dem üblichen ‘Rennkamel-Einsatz’ am Flügel-Ende starten wir (ich etwas ausser Atem auf dem hinteren Sitz) südlich der Ceüse unser Thermik-Abenteuer.

Da ist unsere Welt noch in Ordnung – kurz vor der Querung des Rhônetals südlich des Pic de Bure und im Anflug auf die Glandasse, die uns auf Überflughöhe bringen soll.

Der Rand der flachen Scheibe

Schnell bewegen wir uns durch die kräftige Thermik der Haute Provence und der Drôme nordwestwärts und erreichen via Lus-la Croix-Haute die Glandasse mit dem unverkennbaren Mont Aiguille, den Col Rousset und dann sowas wie das ‘Ende des Alpenbogens’. Vor uns breitet sich eine unglaublich weite Ebene aus: das Rhônetal. So müssen sich Christoph Kolumbus und seine Matrosen auf der Reise nach Westindien gefühlt haben. Als würde man jeden Moment über den Rand der flachen Scheibe hinunterfallen. Leider reicht die Thermik hier nur bis auf 2’100 m.ü.M. hinauf. Und damit ist gleich klar, dass wir es auf keine Art und Weise ohne Motorhilfe auf die andere Seite dieser Ebene schaffen werden, selbst für einen Arcus ist es zu weit, mit dieser Ausgangshöhe 50 km weiter Anschluss an die unsichtbare Thermik zu finden.

Das Rhônetal will und will nicht enden – dafür kommt der Boden immer näher.

Das akustische Fragezeichen

Unbeirrt von solcherlei Unkommoditäten gleiten wir westwärts. Nur unterbrochen von einer kleinen Aufregung, welche unser Transponder, bzw. die Controllerin von Lyon verursacht. Sie kann uns anfangs nicht auf dem Radar sehen und verlangt entsprechend, dass wir Höhe und Kurs halten. Letzteres bringe ich ohne Schweissperlen auf der Stirn zustande. Peter versucht inzwischen, ihr das Prinzip des Segelfluges am Funk zu erklären. Einigermassen erfolglos, ernten wir doch auf den Hinweis, dass wir leider aus physikalischen Gründen immer etwas absinken würden, nur ein akustisches Fragezeichen in Form diverser ‘Äähhmms’ – ‘Oohhs’ und ‘Hhmms’. Schliesslich erlöst uns der Transponder. Sie sieht uns auf dem Radar – und damit sind sofort alle Sorgen weg. Bis auf den Boden, der uns immer näher kommt. Der Umweg, den ich wegen der Controllerin fliegen musste, hilft natürlich auch nicht zu einer effizienten Talquerung. Valence zieht an uns vorbei. Die andere Talseite kommt in Blickweite.

Der rote Bereich

Ich finde tatsächlich an einem der Ausläufer einen schwachen Aufwind, der uns etwas Luft verschafft. Leider zuwenig, denn dieses Zentralmassiv – aus Sicht eines Schweizer Bergbewohners eigentlich ein etwas höherer Sandhaufen – zieht sich ebenfalls endlos dahin. Kurz: wir haben eine weitere Durststrecke von ca. 20 km ansteigenden Geländes vor uns. Dafür schwache Aufwinde von max. einem halben Meter pro Sekunde. Und das erst noch nur in einer Hälfte der Kreise. So wird das nie was! Und eine Hitze ist das hier unten!

Les Châteaux

Mein Kreislauf gerät allmählich ausser Fassung. Zum Glück habe ich morgens nicht noch die Faserpelz-Jacke übergezogen, sondern sitze drauf. Unser Flug wird zum Sauna-Aufenthalt. Ich kann mit aller vorhandenen Geduld den Arcus auf 1’300 m.ü.M. hinauf drehen. Das hilft aber nur bis zum nächsten Hügelzug, wo gleich das nächste Bodenturnen beginnt. Dafür ist die Aussicht grandios. Auf mehrere, wunderschöne Schlösser. Die haben häufig schwache Aufwinde drüber. Aber für mehr reicht das Geld offenbar doch nicht. Das fliesst alles in den Gebäude-Unterhalt – für eine anständige Thermik bleibt zuwenig übrig.

Letztlich rettet uns – über einem sauberen Aussenlandefeld – unser eingebauter Motor. Während ich den Vogel in der Luft halte, startet Peter vorne den Zweitakter. Der bringt uns zuverlässig in wenigen Minuten auf Durchflughöhe ins Zentralmassiv.

Die ausgefransten Cumuli

Der Flug wird damit allerdings nicht viel leichter. Über den langen Hügelzügen stehen zwar flache Cumulus-Wölklein, doch laufen die etwas konturlos auseinander. Der Blick zurück nach Osten macht auch keine Hoffnung – man kann die Inversion(en) von blossem Auge sehen. Hoch darüber steht – unverrückbar über lange Zeit – die weisse Schneekuppe des Mont Blanc.

Wir schlängeln uns mit wenig Spielraum zwischen Thermik-Tops und Aussenlandung das Massif Central hinauf.

Das Heilige Land

Wir kommen nur langsam vorwärts, ich habe Mühe, unter dem Feuchtebrei nutzbare Aufwinde zu lokalisieren. Und wenn, sind sie schwach – viel schwächer als in den Prognosen vorhergesagt. Trotzdem kommen uns im unkontrollierten Luftraum-Korridor zwischen Lyon und Saint-Etienne immer wieder andere Segelflugzeuge entgegen. Es ist tröstlich, dass auch sie im gleichen Höhenband unterwegs sind. Unter uns ziehen alle möglichen Heiligen durch: von Saint Basile, Saint Agrève, Saint-Jeures und Saint Front bis zur Sainte Sigolène – auf keinen Fall zu verwechseln mit der königlichen Segolène an ‘Franz von Hollands Seite.

Die Arbeitsteilung

In den letzten Jahren haben wir die fliegerischen Aufgaben sinnvoll auf die beiden Cockpit-Plätze verteilt. Während der (meist) vorne sitzende Pilot steuert, navigiert der hinten Platzierte durch kontrollierte Lufträume, holt Freigaben ein und studiert Aussenlandemöglichkeiten, Flugplätze und alternative Kurse. Der ist also sowas wie der ‘Stratege’ im America’s Cup. Das bewährt sich auch heute. Trotz mauer Aufwinde passieren wir einigermassen entspannt die Kontrollzone von Saint-Etienne und können uns langsam mit einem Zielflugplatz auseinandersetzen, auf dem wir und das Flugzeug sicher übernachten können.

Die zweite Passage

Angesichts der überraschend stabilen Wetterlage überlegen wir uns eine Übernachtung in Juranähe, um den Weiterflug anderntags zu erleichtern. Das heisst aber, dass wir erneut das Rhônetal queren müssen. Peter lässt den Arcus M gekonnt und mit endloser Geduld in einem (maximal) 50-cm-Aufwind auf die astronomische Höhe von 1’300 m.ü.M. klettern. Man sieht von da oben beinahe die Erdkrümmung. Gemäss Bordcomputer müsste die Höhe just reichen, um den östlich der gleichnamigen Stadt gelegenen Flugplatz Bourg-en-Bresse zu erreichen. Kurzzeitig sorgen meine Flugplatz-Höhenangaben in Fuss aus dem Motorflug-Navigations-System und jene in Metern aus dem Segelflug-Bordcomputer für leichte Konfusion. Grob geschätzt kann unsere Höhe natürlich niemals für eine 40-km-Talquerung reichen, wenn man drüben noch auf 800 Metern (es sind natürlich Fuss) ankommen muss. Selbst, wenn man dieselben Mass-Einheiten verwendet, wird das noch eine rattenscharfe Sache werden.

Das Gefängnis

Die Spannung im Cockpit steigt, Peter kann den (unterirdisch tiefen) Gleitpfad halten. Kurz vor der Stadt treffen wir sogar noch einen Aufwind – ausgerechnet über einem Gefängnis. Die erzeugen offenbar mehr Aufwind als die Schlösser. Einmal hochziehen und weiter geht’s. Nach kurzer Funkmeldung und dafür endlos langem Tiefflug tauchen endlich hinter einem Waldrücken die langen Beton- und Graspisten auf. Wir tauchen direkt in die Base ein und Peter zaubert eine gekonnte Landung in den Flugplatz-Rasen. Dass er danach bis kurz vor einen Hangar rollt, rundet den professionellen Anflug ab.

Nur der Rasen von Wimbledon ist schöner. Butterweiche Landung auf dem Flugplatz Bourg-en-Bresse.

Das Benzin

Freundlich werden wir von einigen Segelfliegern empfangen. Sie helfen uns, den Arcus zu verzurren. Einer lässt sich unter Zuhilfenahme des Taschenmesser-Tricks dazu überreden, uns nach dem Einräumen in die Stadt zu einem Hotel zu fahren. Da wir anderntags vor den einheimischen Piloten den Weg in den Jura unter die Flügel nehmen wollen, versuche ich, unseren Benzinvorrat zu ergänzen. Man weiss ja nie! Das wird dann zu einem richtigen Abenteuer. Denn die Tankstelle auf dem Flugplatz scheint nur mit einer bestimmten Karte bedienbar. Sowas hat hier aber niemand (…). Also organisiere ich einen Kanister, mit dem wir an einer Strassen-Tankstelle 20 L Benzin kaufen können. Das klappt dann ausgezeichnet. Natürlich haben wir die passende Menge Motorenöl bei uns, um ein 2%-Zweitakt-Gemisch zu erzeugen.

Die Terroristen

Die Schwierigkeit ist nun bloss, dass man mit einem roten 20-Liter-Benzinkanister an einer Hotel-Reception mindestens als ‘verhaltensauffällig’ wahrgenommen wird. Anfangs versuche ich das handliche Kanisterchen hinter meinem breiten Poloshirt zu verstecken. Danach vor ihm, bzw. vor meinem Bauch. Der deckt zwar einiges ab, aber das Kanisterchen blinzelt doch an der einen oder anderen Stelle noch leicht hervor. Peter deckt auf dem Weg zum Lift zusätzlich den Sichtwinkel zwischen Receptionistin und Kanister ab – es gelingt, wir erreichen knapp den Aufzug. Unsere in letzter Sekunde hereindrängenden Mitfahrer beschwichtigen wir dann auf dem Weg in den zweiten Stock mit einer Kurzgeschichte von ‘Notvorrat für das Motorrad oderso’.

Kulinarisches Highlight im Restaurant ‚Le Verre Gourmand‚ im Zentrum von Bourg-en-Bresse.

Die berühmten Hühner

Peter organisiert effizient und zielsicher ein passendes Restaurant, um nach unserem gestrigen gastronomischen Tiefseetaucher unsere sichtbar eingefallenen Bäuche wieder etwas auszubeulen. Diesmal erwischt er mit dem Restaurant-Familienbetrieb ‘Le Verre Gourmand’ vis-à-vis der Kirche einen richtigen Glücksfall. Wir werden erstens ausgezeichnet beraten. Und zweitens noch besser bekocht. Und so kommt es, dass wir auch das letzte Fältchen unserer Bäuche mit etwas Foie Gras, je einem halben ‘Bresse-Gauloise’, einem ausgezeichneten Glas Weisswein zur Vorspeise, einem ebenfalls ausgezeichneten Glas Burgunder und einem noch feineren Dessertwein wieder ausstopfen und glätten können. Was für ein Glück!

Das Rauchopfer

Wir beschliessen den ereignisreichen Tag mit einem gehörigen Rauchopfer für die wenigen guten Aufwinde des heutigen Tages und verwandeln zwei wunderbar milde ‘Appenzellos’, die ich in einer Lederschutzhülle hinten im Gepäckfach unbeschadet bis hierher gebracht habe, in Schall und Rauch.

Die mutmasslich sicherste Benzindeponie ist die Dusche. Solange niemand den Lichtschalter umlegt.

Der Funke

Jetzt bleibt nur noch eines: eine geruhsame Nacht mit dem Benzinkanister. Den verfrachte ich wegen seiner eigentümlichen Ausdünstung erstmal in die Duschkabine. Irgendwann, in der letzten Sekunde vor dem Einschlafen, schiesst mir der Gedanke an einen unfreiwilligen nächtlichen Gang auf die Toilette mit unvorsichtiger Benutzung des Lichtschalters durch den Kopf. Ich stelle mir vor, wie wir samt dem ganzen Zimmer-Inhalt in einer massiven Explosion mitten in der Nacht aus dem zweiten Stock auf den Parkplatz fliegen – weil der Lichtschalter natürlich bei seiner Bedienung gerne einen kleinen Funken erzeugt. Der wiederum würde das Benzin-Luftgemisch in der Dusche zur Explosion bringen und der Rest wäre anderntags in der Zeitung…

Bevor ich wegdämmere, informiere ich noch Peter über meine Befürchtungen. Der nimmt das unbeeindruckt zur Kenntnis und dreht sich nur auf die andere Seite.

Wie unsere Reise weitergeht, ob wir tatsächlich nächtens aus dem zweiten Stock fliegen oder am Morgen hinausgehen – das lesen Sie in der nächsten Ausgabe unseres Wandersegelflug-Reiseberichtes.

Die Flugdetails aus dem OLC.

Buschpiloten im Training

Die Spitze des Flugzeugs neigt sich nach unten. Landeanflug. Die Landebahn liegt nur noch wenige Meter unter der Cessna, die Jan Klassen heute fliegt. Die Maschine gleitet eine ganze Strecke knapp über dem Boden. Doch anstatt sie nach unten zu steuern, streckt der Fünfundzwanzigjährige seinen Kopf nach oben und blickt über das Armaturenbrett aus der Frontscheibe. Die Hände hält er fest am Steuerhorn des Flugzeugs, das dem Lenkrad eines Rennwagens ähnelt. Klassen hat die Landebahn fest im Blick, sucht nach Unebenheiten. Er kontrolliert, ob sich Menschen oder Tiere dort befinden. Aber hier ist alles sicher. Die Bahn ist frei. Ein paar Meter vor dem Ende der 750 Meter langen Piste zieht Klassen die Nase seiner Cessna wieder nach oben, die Maschine steigt hoch in die Luft. Noch eine kleine Runde drehen, dann kann er landen. Klassen trainiert für den Ernstfall. Denn wenn er in einem knappen Jahr für die Organisation Mission Aviation Fellowship (MAF) als Buschpilot fliegen wird, steuert er Pisten an, die anders als in Deutschland nicht von Behörden kontrolliert werden. Selten gibt es einen Tower, der über die Gegebenheiten vor Ort informiert. Stattdessen sind die Landebahnen häufig schon lange ungenutzt. Das liegt auch an den Zielen, die von den Buschpiloten angesteuert werden: „Wir unterscheiden uns von der Businessfliegerei, weil wir nicht dorthin fliegen, wo es Luxus ist, sondern wo es lebensnotwendig ist“, sagt Klassen. Quelle: ‚Frankfurter Allgemeine Zeitung, FAZ‚.