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Mit dem Wetter umgehen

Der Umgang mit Wetter ist eine unverzichtbare Fähigkeit für jeden Piloten, und VFR2IMC gehört zu den herausforderndsten Situationen, denen sie begegnen können.

VFR2IMC bezeichnet den Zustand, wenn ein Pilot unter Sichtflugregeln (VFR) in Instrumentenmeteorologische Bedingungen (IMC) gerät. In diesem Fall gehen alle visuellen Bezugspunkte verloren, was das sichere Fliegen erheblich erschwert. Die Arbeitsbelastung und die Empfindungen machen das Steuern besonders schwierig, und Navigation oder Kommunikation können nahezu unmöglich werden.

Sowohl VFR- als auch nach Instrumentenflugregeln (IFR) qualifizierte Piloten können in die VFR-into-IMC-Falle geraten – 75% aller wetterbedingten Unfälle in Europa enden tödlich. VFR-into-IMC bleibt leider auch die häufigste Ursache tödlicher wetterbedingter Unfälle in der Allgemeinen Luftfahrt (GA).

Das Ziel jedes Piloten und Passagiers ist es, nach jedem Flug sicher zu landen. Wann immer ein Pilot in die Luft geht, ist es wichtig, die „richtige Entscheidung“ zu treffen, indem er alle notwendigen Informationen sammelt, um zu entscheiden, ob geflogen wird, wo geflogen wird und was während des Fluges zu tun ist.

Bewusstsein für das Risiko VFR2IMC

Jeder Pilot sollte Folgendes stets im Hinterkopf behalten:

  • VFR2IMC nicht zu unterschätzen, da es lebensgefährlich sein kann.
  • Die beste Methgode ist, VFR2IMC zu vermeiden.
  • Mutig zu handeln, denn es erfordert viel Courage, den Plan neu zu überdenken, anstatt bei sich verschlechternden Bedingungen weiterzufliegen.

Planung zur Vermeidung von VFR2IMC

Früher oder später muss sich jeder Pilot der Herausforderung stellen, mit marginalen Wetterbedingungen umzugehen. Dabei wird die Entscheidungsfähigkeit auf die ultimative Probe gestellt. Wichtig ist es, zunächst alle notwendigen Informationen zu sammeln und dann eine informierte und überlegte Entscheidung zu treffen:

  • Flexibel zu bleiben und bereit zu sein, den Plan wetterbedingt zu ändern.
  • Einen Ausweg in jeder Situation zu planen, ist eine Gewohnheit jedes guten Luftfahrers.
  • Anzeichen von Übermut zu erkennen, um das Ziel unbedingt erreichen zu wollen – dies sind erste Schritte, der eigenen Versuchung oder Gruppenzwang zu widerstehen, abzuheben oder weiterzufliegen.

Bedingungen unter den persönlichen Minima

Die Entscheidung, zu fliegen oder nicht, sollte überlegt sein. Ein Pilot sollte niemals fliegen, wenn die Bedingungen unter seinen Minima liegen, und so handeln:

  • Persönliche Wetterminima festlegen und diese konservativer wählen als die gesetzlichen Vorgaben, um einen Sicherheitsabstand zu gewährleisten;
  • Mindestsichtweiten einhalten und Abstände zu Wolken berücksichtigen;
  • Wenn die Bedingungen nicht dem eigenen Können entsprechen, am Boden bleiben oder umplanen, um an einem anderen Tag fliegen zu können;
  • Einen Safety Pilot oder Fluglehrer zum Flug hinzuziehen, wenn:
  • sie längere Zeit nicht geflogen sind;
  • sie sich in ihrer eigenen Flugfertigkeit nicht sicher genug sind; oder
  • Zweifel am Flug bestehen.

Erkennen und sicheres Zurückkehren zu VMC

Beginnen sich die Wetterbedingungen abrupt zu verschlechtern oder gerät der Pilot unbeabsichtigt in IMC, sollte er tief durchatmen und Ruhe bewahren. Es ist eine ganz natürliche, menschliche Reaktion, wenn ein Pilot erschrickt, sobald er plötzlich und unabsichtlich alle Außenreferenzen verliert. In einer solchen Situation sollte der Pilot:

  • aufmerksam bleiben für sich ändernde Bedingungen entlang der Route;
  • die Fluglage stabil halten und versuchen, eine 180-Grad-Wendung zu fliegen, um zu den Sichtwetterbedingungen (VMC) zurückzukehren; und
  • einen Notfall melden und ATC oder den Flight Information Service (FIS) um Hilfe bitten.

Ruhe bewahren und verlangsamen

Wenn alles kompliziert wird, gilt für jeden Piloten die goldene Regel:
AVIATE, NAVIGATE, COMMUNICATE – in dieser Reihenfolge.

  1. Zuerst und vor allem sollte der Pilot das Flugzeug steuern: Augen auf den Fluglageanzeiger und die Tragflächen waagerecht halten.
  2. Erst danach kann er entscheiden, wohin er fliegt und was zu tun ist, also sicher navigieren.
  3. Schließlich sollte er, sobald möglich, ATC kontaktieren, um einen Notfall zu melden und notwendige Unterstützung zu erhalten.

Ein Pilot sollte nie vergessen, dass VFR2IMC ein lebensbedrohliches Ereignis sein kann.

Besuchen Sie die EASA General Aviation Community Site, um die Aviator’s Club-Videoserie zu VFR2IMC anzusehen und die GA Safety Cards herunterzuladen.

Inversions-Zeit

Wird von einschränkenden Wetterelementen für die Aviatik gesprochen, ist die Rede meist von Gewittern, Turbulenzen oder Eis. Von Inversionen wird jedoch in der Flugplanung kaum gesprochen. Dabei vereinigt genau dieses Phänomen mehrere Faktoren, die bei der Flugplanung in der kühleren Jahreszeit berücksichtigt werden müssen.

Quelle/vollständier Bericht: Staysafe.aero

Was ist eine Inversion?
Grundsätzlich nimmt die Temperatur in der Wetterschicht mit zunehmender Höhe ab. Gibt es jedoch in einer bestimmten Schicht eine Zunahme der Temperatur, spricht man von einer Inversion oder auch Temperatur-Umkehrung. Inversionen sind auf verschiedenen Höhen zu finden. Beginnt die Inversion direkt über der Erdoberfläche, wird von einer Bodeninversion gesprochen. Inversionen zeichnen sich durch Stabilität aus, so dass die Luftschichten regelrecht voneinander abgetrennt werden. Die untere kalte Schicht kann kaum mit der oberen warmen Schicht vermischt werden. Durch diese fehlende Durchmischung sammeln sich in der unteren kalten Schicht neben Wassertröpfchen auch andere Aerosole an. Oberhalb einer Inversion ist die Fernsicht in den meisten Fällen hervorragend, wohingegen unterhalb meistens reduzierte Sicht durch feuchten Dunst (BR), Nebel (FG) oder trockenen Dunst (HZ) vorherrscht.

Bei welchen Wetterlagen treten Inversionen auf?

Inversionen bilden sich bei Hochdrucklagen aus, gelegentlich auch bei flacher Druckverteilung. In einem Hoch sinkt die Luft grossräumig ab und erwärmt sich. Durch diesen Absinkprozess, auch Subsidenz genannt, wird in den tieferen Luftschichten kalte Luft regelrecht «eingeklemmt», wenn diese beispielsweise aufgrund orografischer Gegebenheiten nicht abfliessen kann. In der Schweiz entstehen Inversionen nicht nur über dem Mittelland durch die Begrenzung von Jura und Alpen, sondern auch kleinräumig in den Talkammern.

Wie beeinflusst eine Inversion die Flugplanung?

Performance
Da die kalte Luft in Bodennähe dichter ist als die warme Luft oberhalb der Inversion, kann ein Luftfahrzeug im Steigflug durch die Inversion einen spürbarer Leistungsverlust erfahren. Dieser ist abhängig von der Stärke der Inversion. Ein Effekt, welcher sich vor allem beim «Climb Out» beim Durchfliegen der Inversion bemerkbar macht, insbesondere mit stark beladenen Flugzeugen. Durch den schnellen Wechsel von kalter, dichterer Luft zu warmer, weniger dichter Luft verändert sich die Dichtehöhe – die Density Altitude. Sie ist somit auch im Zusammenhang mit Inversionen ein Thema!

Turbulenzen im Inversionsbereich
Da die Luftschicht unterhalb der Inversion von der Luftschicht darüber abgetrennt ist, können je nach Höhe verschiedene Strömungen vorherrschen. Beim Durchfliegen der Inversion kann sich entsprechend die Windgeschwindigkeit- und -richtung abrupt ändern. Je nach Anströmung des Flugzeuges gibt es Effekte auf die Geschwindigkeit und den Auftrieb. Besonders gefährlich ist ein ungünstiger Windeffekt in Kombination mit Performanceverlust durch abnehmende Dichte beim Steigflug durch eine Inversion.

Effekt einer Inversion auf die Sicht
Beim Sinkflug durch eine Inversion kann sich die Sicht abrupt verschlechtern. Das ist vor allem bei einer über mehrere Tage «gealterten» Inversion der Fall, wobei sich in der kalten unteren Luftschicht neben Feuchtigkeit auch Aerosole ansammeln. Insbesondere bei tiefem Sonnenstand ist die Sichtreduktion ausgeprägt, weil das Licht an den Aerosolen stark gestreut wird, was zu Blendeffekten führt.

Bei diffusen Licht- und Wetterverhältnissen und bei flach stehender Sonne ist die Verwendung eines iConspicuity-Gerätes zur Verkehrserkennung und zur besseren Situational Awareness für VFR-Flüge unbedingt empfehlenswert:

Icing

Inversionslagen sind auch klassischerweise Nebel- oder Hochnebellagen. Bei IFR-Flügen ist deshalb innerhalb des Hochnebels mit Vereisung zu rechnen, hervorgerufen durch den Kontakt der je nach Umgebungstemperatur unterkühlten Wassertröpfchen mit der Zelle. Es empfiehlt sich also ein zügiges Durchfliegen dieser Stratusschicht.

Nicht zu unterschätzen ist zudem, dass bei VFR-Flügen in ansteigendem Terrain die Schicht unterhalb der Inversion immer enger wird, weil die «eigeklemmte» Feuchtigkeit in der kalten Grundschicht nicht entweichen kann.

Vereisung durch Freezing Rain (FZRA)

Bei einer Warmfront macht sich die warme Luft zuerst in der Höhe bemerkbar. Eine Warmfront ist dementsprechend eine riesige Inversion, insbesondere, wenn sie über eine kalte Grundschicht aufgleitet. Dabei ist Vorsicht geboten: schmilzt Schnee in der warmen Schicht in der Höhe zu Regen und fällt weiter unten in eisig kalte Luft, kommt es zu FZRA.

Webcam-Übersicht auf flieger.news

flieger.news offeriert Ihnen zur Ergänzung Ihrer Flugplanung eine Webcam-Sammlung mit «Panorama-Blick». Damit können Sie kurz vor dem Start die Situation auf der geplanten Route und am Zielort präziser einschätzen.

Gratis: Karten, Notams, Flugwetter, Webcams

Kostenlos: auf flieger.news steht für Ihre Flugvorbereitung ein umfangreiches Informations-Angebot bereit.

Sie finden hier die wichtigen Flugwetter-Informationen, Notam’s, die aktuellen DABS, METAR, TAF, kostenloses Kartenmaterial zum Download und eine grosse Zahl von Panorama-Webcams.

DWD-Wetter-App: Release 2.8

Die DWD FlugWetter-App enthält neu viele kleine und große Erweiterungen für mehr Informationen und eine bessere Nutzbarkeit. Mit dem Release 2.8 wurden Verbesserungen in der Cross Section und bei den Meteogrammen vorgenommen. So ist es möglich, einen Flugzeitraum zu definieren sowie einen Abflugort, Wegpunkt und einen Zielort frei auf einer Karte auszuwählen. Zudem werden nun in der App die Flugplatznamen ab einer bestimmten Zoomstufe und bei Auswahl der Wetterelemente die gesamte Wettermeldung angezeigt.

Deutschlandwetter im April 2024

Vom Sommer in den Winter und wieder zurück, das bot der diesjährige April. Zum Start in den Monat wurde der Natur ein richtiger Booster verpasst, denn aus nordafrikanischen Gefilden wurde eine sehr warme Luftmasse nach Deutschland geführt. Zur Monatsmitte kam es dann, unter anderem im Zusammenhang mit einer sehr gut ausgebildeten Kaltfront, zu einem deutlichen Wetterumschwung. Unter der Zufuhr von polaren Luftmassen stellte sich in der Folge typisches Aprilwetter mit Regen-, Schnee- und Graupelschauern ein. Im Bergland und den Alpen fiel sogar nennenswert Schnee. Leichter bis mäßiger Luftfrost in der dritten Dekade trieb besonders Obst- und Weinbauern Sorgenfalten auf die Stirn, da gebietswiese erhebliche Frostschäden an Pflanzen entstanden sind. Zum Monatsende kam dann der Frühling mit wieder höheren Temperaturen zurück. Der Niederschlag fiel etwas überdurchschnittlich aus und Sonnenanbeter kamen durchschnittlich oft zum Zuge, wobei es regional deutliche Unterschiede gab. Das meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Zu mildes Aprilwetter mit erstem Hitzetag des Jahres und frostigem Dämpfer
Das Temperaturmittel lag im April 2024 mit knapp 10,0 Grad Celsius (°C) um gut 2,6 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (7,4 °C). Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (9,0 °C) betrug die Abweichung immer noch 1,0 Grad. Der Monat fiel dabei erneut viel zu mild aus, vom Rekord aus dem Jahr 2018 mit 12,3 Grad ist er aber ein gutes Stück entfernt. Besonders auffällig waren die großen Temperaturschwankungen. Am 6. wurde im Oberrheingraben an der Station Ohlsbach mit 30,1 C nicht nur der Monatshöchstwert bereits in der ersten Dekade, sondern auch der erste heiße Tag des Jahres 2024 erreicht! Aber auch in vielen anderen Regionen war es so früh im April schon außergewöhnlich warm. Im Gegensatz dazu fielen die Temperaturen zur Monatsmitte hin ab und begaben sich zu Beginn der dritten Dekade verbreitet in den leichten bis mäßigen Nachtfrostbereich. Das Minimum verzeichnete am 23. das im Erzgebirge gelegene Deutschneudorf-Brüderwiese mit -8,8 °C. Vor allem für die Natur waren diese Nachtfröste ein erheblicher Dämpfer und es gab größere Schäden in der Vegetation.

Etwas überdurchschnittlich viel Niederschlag, aber inhomogene Verteilung
Rund 64 Liter pro Quadratmeter (l/m²) Niederschlag fielen im zweiten Frühlingsmonat 2024, was ein Plus von ungefähr 11 Prozent gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 (58 l/m²) entspricht. Verglichen mit der trockeneren Periode 1991 bis 2020 (45 l/m²) ergab sich ein Überschuss von 44 Prozent. Das „Nass“ war dabei aber sehr inhomogen verteilt und ging als Regen, Graupel und Schnee nieder. Während in der Nordwesthälfte teilweise das Anderthalb- bis Zweifache an Niederschlag beobachtet wurde, lagen die Werte vor allem im Osten teils um ein Drittel unter dem Soll. Besonders rund um Berlin fielen nur um 20 l/m². Mehr als das Doppelte gab am 19. mit 49,7 l/m² Schöfweg am Bayerischen Wald an einem Tag zu Protokoll. In den Hochlagen der Gebirge wurde der Niederschlag in der zweiten Monatshälfte zweitweise auch in Form von Schnee gebunden. Quelle: ‚DWD, Deutscher Wetterdienst‚.

Deutschlandwetter im Juni 2023

Der diesjährige Juni war der zweitsonnigste seit Beginn der Aufzeichnungen. Zudem war es der 14. zu warme Junimonat in Folge. Die anhaltende Sommerhitze erreichte in der dritten Dekade des Monats ein drückend heißes Niveau. Es folgten mit Schwerpunkt über der nördlichen Mitte heftige Gewitter und Starkregenfälle mit enormen Niederschlagsmengen (klimatologische Einordnung). Gleichzeitig verschärfte sich die Trockenheit in bestimmten Gebieten, insbesondere im Südwesten, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen seiner rund 2 000 Messstationen zusammenfasst.

Außergewöhnliche Juniwärme im Südwesten des Landes
Das Temperaturmittel lag im Juni 2023 mit 18,5 Grad Celsius (°C) um 3,1 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung 2,1 Grad. Im Südwesten war der Juni gegenüber 1961-1990 sogar mehr als 4 Grad zu warm. Aus dem Oberrheingraben wurden bis zu 29 Sommertage und lokal, wie in Waghäusel-Kirrlach, sogar 13 heiße Tage gemeldet. Den deutschlandweiten Höchstwert von 35,7 °C nannte aber Reit am Winkl in Oberbayern am 22. sein Eigen. Das bundesweite Monatsminimum lag hingegen im leichten Frostbereich und wurde am 3. in Sohland, Südostsachsen, mit -0,7 °C festgehalten.

Starkregen in der nördlichen Mitte vs. Trockenheit im Südwesten und Norden
Im Juni 2023 fielen mit rund 51 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nur knapp 60 Prozent des Niederschlags der Referenzperiode 1961 bis 1990 (85 l/m²). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (76 l/m²) erreichte die Menge nur um 70 Prozent des Solls. In der nördlichen Mitte, etwa von NRW bis Berlin, war vom Niederschlagsdefizit nichts zu spüren. Vielmehr konzentrierten sich dort Gewitter und Starkregen mit regionalen Monatsmengen von über 120 l/m². Abseits der nassen Landstriche registrierte Bad Berneck im Fichtelgebirge während eines Unwetters am 22. mit 120,7 l/m² isoliert den höchsten Tagesniederschlag. Im äußersten Norden und allen voran in Rheinland-Pfalz und Saarland verstärkte sich die Trockenheit hingegen massiv. Die Monatsmengen lagen dort bei teils unter 10 l/m².

Zweitsonnigster Juni seit Messbeginn mit neuen Rekordwerten im Südwesten
Mit knapp 305 Stunden überragte die Sonnenscheindauer im Juni ihr Soll von 203 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um rund 50 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 betrug die positive Abweichung etwa 40 Prozent. Ergebnis: nach 2019 zweitsonnigster Juni! Im Südwesten wurden sogar neue Rekordsonnenstunden beobachtet. Im Westen erreichte der Juni sein Soll bereits zur Monatsmitte. Quelle: ‚DWD, Deutscher Wetterdienst‚. Foto: ‚Thomas Möller‘.

DWD-Flugwetterseminare

Zur vollständigen Flugvorbereitung gehört auch ein für den jeweiligen Flug angemessenes Flugwetterbriefing. Meteorologische Informationen für Abflug, Ziel- und Ausweichdestinationen, Streckenwetter, meteorologische Bedingungen nach Sichtflugregeln (VFR), Treibstoffplanung, und die vom jeweiligen Luftfahrtzeug wetterabhängigen Performanz- und Betriebsgrenzen müssen mit aktuellen und verlässlichen Wetterinformationen geplant werden.

Der DWD bietet Ihnen neben der individuellen telefonischen Flugwetterberatung auch das selbstständige Flugwetterbriefing mit dem pc_met Internet Service auf www.flugwetter.de an. Ein effektives Flugwetterbriefing und die korrekte Interpretation der vielen flugmeteorologischen Inhalte des pc_met Internet Service fällt allerdings nicht jedem leicht. Die Flugwetterseminare sollen hier helfen und vermitteln Ihnen einen sicheren Umgang mit dem Selfbriefingsystem und seinen Inhalten.

In den Seminaren liegt der Fokus auf dem Umgang mit den Produkten und Anwendungen innerhalb des pc_met Internet Services und die Interpretation und Bewertung der meteorologischen Inhalte bezüglich des gewählten Flugvorhabens. Anhand von verschiedenen Beispielwetterlagen werden konkrete Flugvorhaben geplant und ausgewertet, so dass der Teilnehmer am Ende des Seminars in der Lage sein sollte, die meteorologische Flugvorbereitung mit Hilfe von Selfbriefingverfahren durchzuführen. Der Besitz einer Lizenz zu unserem Selfbriefingsystem pc_met Internet Service ist dazu nicht erforderlich.

Online-Vortragsreihe zu einem Flugwetterthema
Der Deutsche Wetterdienst bietet im Sommer 2023 einmal im Monat einen kostenpflichtigen zweistündigen Online-Vortrag zu einem Flugwetterthema an. Die Vorträge richten sich speziell an Pilotinnen bzw. Piloten und sollen bei der Interpretation der Inhalte des Selbstbriefingsystems pc_met Internet Service unterstützen. Die Online-Vorträge finden zwischen Mai und September 2023 jeweils an einem Donnerstagabend statt und werden von erfahrenen Wetterberaterinnen bzw. Wetterberatern über das Konferenzsystem Webex durchgeführt. Sie haben dabei jederzeit die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Falls wir Ihr Interesse geweckt haben, dann finden Sie alle Details zur Online-Vortragsreihe, der Anmeldung und den Kosten unter weitere Informationen. Quelle: ‚DWD, Deutscher Wetterdienst‚.

Deutschlandwetter im Jahr 2022

Deutschland erlebte 2022 ein außergewöhnliches Wetterjahr. Der Temperaturrekord des Jahres 2018 von 10,5 Grad Celsius wurde zumindest eingestellt. Erst die abschließende Auswertung aller Stationsdaten des nationalen Wetterdienstes Anfang Januar wird zeigen, ob 2022 das wärmste Jahr seit Messbeginn war. Einen neuen Rekord gab es bei der Sonnenscheindauer. Mit einem Niederschlagsdefizit von etwa 15 Prozent waren die vergangenen zwölf Monate hierzulande sehr trocken. Auch beim Trend der Jahresmitteltemperatur gab es mit dem warmen Jahr 2022 einen weiteren Anstieg: Seit 1881 ist es in Deutschland inzwischen 1,7 Grad wärmer geworden. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 1,6 Grad. Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des Deutschen Wetterdienstes (DWD): „Das rekordwarme Jahr 2022 sollte für uns alle ein erneuter Ansporn sein, beim Klimaschutz endlich vom Reden zum Handeln zu kommen. Wir haben es bisher nicht geschafft, wirkungsvoll auf die Treibhausgasbremse zu treten. Die Erderwärmung schreitet nahezu ungebremst voran.“

Mehrere Hitzewellen im Juni und Juli
Im Jahr 2022 waren alle Monate im Vergleich zum Mittel der Referenzperiode 1961-1990 zu warm. Der August war im vieljährigen Vergleich der Zweitwärmste und der Oktober mit 2001 sogar der Wärmste entsprechende Monat. Insgesamt ergab sich nach DWD-Berechnungen eine Jahresmitteltemperatur von 10,5 Grad Celsius (°C). 2022 liegt damit um 2,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 – 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 – 2020 betrug die Abweichung +1,2 Grad. Damit war 2022 neben 2018 vorläufig das wärmste Jahr seit Messbeginn. Platz 1 ist laut DWD nach Auswertung aller Daten noch möglich. Mehrere intensive Hitzewellen im Juni und Juli führten europaweit zu Temperaturrekorden. Die deutschlandweit höchste Tagestemperatur stammt ungewöhnlicherweise aus dem Norden des Landes. Am 20. Juli wurde in Hamburg-Neuwiedenthal ein neuer Stationsrekord von 40,1 °C festgehalten. Den Jahrestiefstwert meldete Heinersreuth-Vollhof, Landkreis Bayreuth, am 18. Dezember mit -19,3 °C.

Februar und September ordentlich nass, Sommer hingegen erheblich zu trocken
Das sommerliche Niederschlagsloch, das ein Minus von gut 40 Prozent im Vergleich zur Referenzperiode 1961 -1990 erreichte, führte zu der geringsten Bodenfeuchte unter Gras seit 1961. Flankiert wurde diese Trockenphase allerdings von den deutlich zu nassen Monaten Februar und September. Im Jahresverlauf fielen im Deutschlandmittel rund 670 Liter pro Quadratmeter (l/m²). Das war ein Minus von etwa 15 Prozent verglichen mit der Referenzperiode 1961 – 1990 (789 l/m²). Ähnlich fiel der Vergleich mit der Periode 1991 – 2020 (791 l/m²) aus. Die höchste Tagessumme wurde in Babenhausen im Unterallgäu am 19. August mit 112,1 l/m² gemessen. An den Alpen prasselten in den vergangenen zwölf Monaten 1500 bis 2000 l/m² nieder. Im Nordosten gingen gleichzeitig die Mengen auf unter 500 l/m² zurück.

Mit etwa 2025 Sonnenstunden sonnigstes Jahr seit Messbeginn
2022 schien die Sonne im bundesweiten Mittel rund 2025 Stunden und lag damit etwa 30 Prozent über dem Referenzwert der Periode 1961 – 1990 (1544 Stunden). Im Vergleich zu 1991 – 2020 (1665 Stunden) betrug die positive Abweichung gut ein Fünftel. Im Südwesten schien die Sonne sogar über 2300 Stunden, in den östlichen Mittelgebirgen zeigte sie sich mit unter 1800 Stunden vergleichsweise seltener. Quelle: ‚DWD, Deutscher Wetterdienst‚.