Schlagwort-Archiv: Löschflugzeug

Drohnenpilot verurteilt

Als Anfang des Jahres die Waldbrände in Los Angeles wüteten, zählte jede Minute. Doch die Neugier eines Drohnenbesitzers zwang ein Löschflugzeug mitten im Einsatz zur Landung. Jetzt zahlt er einen hohen Preis dafür. Das Urteil lautete auf 14 Tage Bundesgefängnis, 30 Tagen Hausarrest und die Zahlung von 156.000 Dollar.

Sein Vergehen? Er flog seine Drohne in einen Super-Scooper-Wasserbomber, der das Palisades-Feuer im Januar bekämpfte, schlug ein Loch in den Flügel des Flugzeugs und legte es lahm, als es dringend gebraucht wurde.

Drohne groundet beim Waldbrand in LA ein Löschflugzeug

Am Morgen des 9. Januar, als die Flammen die Hänge in Pacific Palisades zerstörten, fuhr ein Drohnenbesitzer nach Santa Monica und startete sein Fluggerät vom Dach eines Parkhauses. Er gab später zu, dass er nach dem Haus eines Freundes in der Nähe sehen und den Brandschaden begutachten wollte. Aber seine Drohne flog mehr als 1,5 Meilen in den von der FAA gesperrten Luftraum, direkt auf Flugzeuge zu, die jeweils 1.600 Gallonen Meerwasser transportierten.

Irgendwann verlor er den Kontakt. Die Drohne traf eine Canadair CL-415, die von der Regierung von Quebec geleast wurde, um das Los Angeles County zu unterstützen. Der Aufprall riss ein 3 mal 6 Zoll großes Loch in den Flügel, zwang das Flugzeug außer Dienst und zu kostspieligen Reparaturen. Teile der Drohne wurden am Standort geborgen.

Grosser Schaden

Die Reparatur des Flugzeugs kostete über als 65.000 Dollar. Nachdem Ausfallzeiten und andere Kosten hinzugerechnet wurden, stiegen die Kosten auf etwa 156.000 Dollar. Beim Palisades-Feuer verbrannten mehr als 23.000 Morgen, es zerstörte fast 7.000 Gebäude und tötete zwölf Menschen. Vor diesem Hintergrund ist der Verlust auch nur eines einzelnen Löschflugzeugs verheerend.

Bei der Einigung im Strafverfahren erklärte sich der Drohnenpilot bereit, die Regierung von Quebec sowie die Reparaturfirma zu entschädigen. Er muss zudem 150 Stunden gemeinnützige Arbeit zur Unterstützung der Waldbrandhilfe in Südkalifornien abarbeiten. Im Urteil – zwei Wochen Gefängnis, gefolgt von Hausarrest – berücksichtigte das Gericht ein Schuldeingeständnis, Reue und Kooperation des Drohnenpiloten,

Coulson übernimmt Citation-550-Flotte

Coulson Aviation USA hat fünf Citation 550 von der kanadischen Regierung übernommen. Die Jets sollen nach Firmenangaben zu modernen Luftüberwachungs-Plattformen für die Waldbrand-Bekämpfung umgerüstet werden.

Die nach FAR Part 25 zertifizierten Maschinen werden mit einem von Coulson entwickelten Missionspaket ausgestattet. Es umfasst Kommunikations- und Avioniksysteme, die eine enge Zusammenarbeit mit US-amerikanischen und internationalen Behörden ermöglichen sollen.

Mit der Citation 550 setzt Coulson auf Jet-Technologie, die gegenüber älteren Turboprops Vorteile bei Geschwindigkeit, Stabilität und Situations-Bewusstsein bietet. Ziel ist eine verbesserte Koordination von Löschflugzeugen und Hubschraubern sowie die Entlastung des unteren Luftraums bei Einsätzen.

Coulson betreibt eigenen Angaben zufolge die weltweit größte Flotte an Lösch-Flugzeugen mit Jetantrieb. Neben Nordamerika unterstützt das Unternehmen auch Feuerwehreinsätze in Australien und Chile.

Amphibien-Großflugzeug AG600 erhält Musterzulassung

Chinas ziviles Groß-Löschflugzeug AG600 hat von der Zivilluftfahrtbehörde CAAC die Musterzulassung erhalten – ein Meilenstein für die chinesische Luftfahrt-Industrie. Entwickelt vom Staatskonzern AVIC, ist es das weltweit größte zivile Amphibien-Flugzeug und schließt eine technologische Lücke.

Das 38,9 Meter lange und 60 Tonnen schwere Flugzeug kann auf Land und Wasser operieren, bis zu 12 Tonnen Wasser aufnehmen und eignet sich für Brandbekämpfung sowie Rettungseinsätze in schwer zugänglichem Gelände. Es fliegt mit minimal 220 km/h, kann in geringer Höhe über Brände manövrieren und erreicht eine Dienstgipfelhöhe von 7’600 Metern.

Die Entwicklung begann 2009 und mobilisierte landesweit 292 Organisationen. Nach erfolgreichen Testflügen ab 2017 soll die Serienfertigung nun starten. Die erste Auslieferung ist für Oktober 2025 geplant.

AVIC sieht im AG600 einen symbolischen Erfolg nationaler Innovationskraft und strebt den weiteren Ausbau der Flugzeugfamilie an.

Airbus und Hynaero bringen neues Amphibien-Löschflugzeug

Airbus steigt in die Herstellung von amphibischen Löschflugzeugen ein und geht eine Partnerschaft mit HYNAERO für das Turboprop-Löschflugzeug Fregate-F100 ein. Damit füllt Airbus eine Lücke in seinem Angebot an Flugzeugen zur Brandbekämpfung.

Eine kurze Einführung in Fregate-F100:

  • 10 Tonnen Wasser“
  • Einsatzzeit von 2,5 Stunden am Brandort, bis zu 400 km von seinem Standort entfernt.
  • „Mehrzweckflugzeug
  • 250 Knoten Reisegeschwindigkeit
  • Fly-by-wire-Steuerung
  • Head-up-Display (HUD)
  • Digitaler Zwilling mit vorausschauender Wartung

Obwohl die Fregate-F100 erst in digitaler Form existiert, wird Airbus in den meisten Bereichen des Fregate-F100-Programms Unterstützung leisten. Man hofft darauf, die Fregate-F100 bis 2031 in Dienst stellen zu können. Sie soll als Amphibien-Flugzeug konstruiert werden, um auch bei landgestützten Einsätzen mehr Kapazität und häufigere Löscheinsätze zu ermöglichen.

Die Mitglieder des vierköpfigen Hynaero-Teams verfügen über jahrzehntelange Erfahrung. David Pincet, Präsident des Unternehmens, verfügt über Erfahrungen beim französischen Militär und beim französischen Innenministerium und war außerdem Leiter der französischen Luftstreitkräfte zur Bekämpfung von Waldbränden, welche mit den bekannten Canadairs arbeiten. Airbus verfügt durch Modifikationen der Transportflugzeuge C295 und A400M über Fähigkeiten zur Brandbekämpfung aus der Luft.

Brocken: Löschflugzeug für 2025 startbereit

Im Harz beginnt bald die Waldbrandsaison 2025. Um sich dafür zu wappnen, setzt der Landkreis ein bundesweit einmaliges Projekt mit Partnern aus Polen fort.

Am Donnerstag, 13. März, wurde zwischen dem Landkreis und dem Unternehmen Mieleckie Zaklady Lotnicze ein Vier-Jahres-Vertrag mit einer Verlängerungsoption um ein weiteres Jahr unterzeichnet.

„Wir sind damit weiterhin bundesweit der einzige Landkreis, der bei Wald- und Vegetationsbränden auf das Zusammenspiel von Kräften am Boden und einem Löschflugzeug setzt“, erklärte Landrat Thomas Balcerowski (CDU). Die Erfahrungen aus zwei Großbränden am Brocken 2022 und 2024 hätten die Vorteile aufgezeigt.

Die Harzer Wälder sind für die Einsatzkräfte am Boden oft schwer zugänglich. In zweieinhalb Wochen beginnt die Waldbrandsaison. Das Löschflugzeug ist vom 1. April bis zum 30. September täglich und solange es hell ist, einsatzbereit.

Vertraglich geregelt ist laut dem Landkreis eine vorgegebene Zeit von der Alarmierung bis zum löschbereiten Eintreffen am Einsatzort von maximal 60 Minuten und ein Minimalvolumen pro Abwurf von 2.200 Litern Löschmittel in Form einer Wasserlinie oder -bombe. Das Flugzeug ist auf dem Flugplatz Ballenstedt stationiert. Quelle: ‚volksstimme.de‚.

„Philippinie Mars“ auf dem Weg ins Museum

Nach Verzögerungen startete die Philippine Mars vor rund zehn Tagen vom Sproat Lake in der Nähe von Port Alberni B.C. und landete in San Francisco auf dem Weg zu ihrer letzten Ruhestätte in Arizona. Der kultige Wasserbomber, der von seinem Besitzer Coulson Aviation an das Pima Air and Space Museum in Tucson übergeben wurde, landete am Sonntag kurz vor 16 Uhr in der Bucht von San Francisco. „Allen Widrigkeiten zum Trotz hat das Team unermüdlich daran gearbeitet, sie auf diese letzte Reise nach Arizona vorzubereiten“, erklärte Coulson. „Sie mag das Wasser verlassen, aber ihr Vermächtnis wird in die Geschichte eingehen.“ Das Flugzeug soll in Alameda vor Anker gehen, wo es bei der US-Marine gedient hat, mit einem letzten Halt in San Diego, bevor es nach Tucson weiterfliegt. Coulson hatte im Dezember versucht, die Philippine Mars nach Arizona zu fliegen, musste aber wegen Motorproblemen umkehren.

Der Betreiber plante, drei der vier Triebwerke gegen die inzwischen ausgemusterte Hawaii Mars auszutauschen. Die Hawaii Mars ist jetzt ein Ausstellungsstück im British Columbia Aviation Museum in North Saanich. Sollte die Reise der Philippine Mars nach Arizona erfolgreich verlaufen, wäre dies wahrscheinlich der letzte Flug eines Martin Mars-Flugzeugs, das während des Zweiten Weltkriegs als militärisches Transport-Flugzeug entwickelt und später von einem Konsortium von Forstunternehmen aus British Columbia für die Brandbekämpfung umgebaut wurde. Es wurden nur sechs Mars-Flugzeuge hergestellt, die für die Einwohner von B.C., die sie jahrzehntelang jeden Frühling und Sommer fliegen sahen, zu einem Symbol der Hoffnung, Sicherheit und Geborgenheit wurden. Das Flugzeug ist den Bewohnern von Vancouver Island ans Herz gewachsen, da es bei den Waldbränden, die die Region jedes Jahr heimsuchen, Leben und Eigentum gerettet hat.

Die Familie Coulson kaufte die Philippine Mars 2007
Das Unternehmen lackierte die Hawaii Mars in ihrer charakteristischen rot-weißen Lackierung und stattete sie mit einem EFIS-Glascockpit aus, das Live-Daten von anderen bordeigenen Anzeigegeräten übertragen kann. Die philippinische Mars ist nun mit einer tiefblauen Lackierung der US-Marine und dem Schriftzug „Naval Air Transport Service“ versehen. Anstatt die Flugzeuge an kommerzielle Betreiber zu verkaufen, entschied sich die Besitzer-Familie, ihre Flugzeuge an Museen zu übergeben. Foto: ‚Instagram‚.

De Havilland startet Löschflugzeug-Produktion

Die Produktionsstätte in North Saanich (Vancouver Island) stockt ihre Belegschaft bis Ende nächsten Jahres nach einer Serie von Löschflugzeug-Bestellungen auf 500 Mitarbeiter auf. Das Geschäft im Wert von über 1 Milliarde Dollar soll bei De Havilland Canada 650 schaffen und 2’600 weitere Arbeitsplätze sollen in der Lieferkette entstehen.

Neil Sweeney, Vizepräsident für Unternehmensangelegenheiten bei De Havilland Canada, sagte, dass das Unternehmen bis Ende nächsten Jahres in North Saanich 500 Mitarbeiter einstellen will, um mit der Nachfrage Schritt zu halten. Laut Sweeney werden die meisten der Arbeitsplätze in der Produktion entstehen, aber das Unternehmen sucht auch nach Bewerbern in den Bereichen Finanzen, Personalwesen und Kundenbetreuung. Im April hatte sich die Zahl der Mitarbeiter in der Anlage bereits auf 300 verdoppelt. Die Flugzeuge dürften voraussichtlich für 2028 zur Verfügung stehen, wobei ersten Lieferungen entweder Ende 2027 oder Anfang 2028 erwartet würden.

Die Crown Corporation, die gemeinsam mit De Havilland Canada den Verkauf mit der EU und sechs ihrer Mitgliedstaaten ausgehandelt hat, gibt den Wert der einzelnen Verträge nicht bekannt. Einige Käufer haben jedoch die Bedingungen ihrer Käufe der Öffentlichkeit bekannt gegeben:

  • Kroatien unterzeichnete einen Vertrag über zwei DHC-515-Flugzeuge im Wert von 105 Millionen Euro, mit denen das Land seine Kapazitäten zur Brandbekämpfung aus der Luft um ein Drittel erhöhen wird.
  • Griechenland unterzeichnete einen Vertrag über sieben Flugzeuge im Wert von 361 Millionen Euro, von denen zwei an die RescEU-Flotte gehen.
  • RescEU wurde von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen, um zusätzliche Ressourcen für Katastrophen und Notfälle bereitzustellen.
  • Spanien, das über eine Flotte von 14 Flugzeugen zur Brandbekämpfung aus der Luft verfügt, genehmigte einen Auftrag über sieben Flugzeuge im Wert von 375 Millionen Euro. Zwei der neuen Flugzeuge werden in die RescuEU-Flotte aufgenommen.
  • Portugals zwei Flugzeuge wurden für 100 Millionen Euro aus EU-Mitteln gekauft, wie die Nachrichtenagentur LUSA berichtet.
  • Frankreich kaufte zwei Flugzeuge. Diese Zahl liegt unter den 16 Flugzeugen, die Präsident Emmanuel Macron versprach, um die derzeitige 12-Flugzeuge-Flotte vor seinem Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 2027 zu ersetzen.

Die Nachfrage nach den Flugzeugen ist allgemein hoch, da es aufgrund des Klimawandels mehr Gebiete gibt, in denen regelmäßig Waldbrände auftreten.

Landkreis Harz setzt weiter auf Löschflugzeuge

Der Waldbrand im Harz ist nach fünf Tagen gelöscht. Geholfen hatten dabei auch die zwei Löschflugzeuge des Landkreises. Der Kreis will auch in Zukunft auf Unterstützung aus der Luft setzen. Dafür hat sich der Kreistag am Mittwochabend mehrheitlich ausgesprochen.

Im Kampf gegen Waldbrände will der Landkreis Harz auch künftig auf Löschflugzeuge setzen. Das sagte Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse MDR SACHSEN-ANHALT nach der Sitzung des Kreistages am Mittwochabend in Halberstadt. Er hatte vor den Kreistagsmitgliedern den jüngsten Löscheinsatz am Brocken ausgewertet und Bilanz gezogen. Nach seinen Worten hätte der Brand ohne Luftunterstützung nicht gelöscht werden können. Der Beschluss des Kreistages sei deshalb „eine gute Entscheidung für die Zukunft“, so Lohse.

Vertrag für Löschflugzeug läuft aus

Vor zwei Jahren hatte der Landkreis Harz nach einem Großbrand am Brocken entschieden, Löschflugzeuge zu mieten. Eins davon ist seitdem immer zur Waldbrandsaison in Ballenstedt stationiert. Ein weiteres befindet sich in Polen und kann bei Bedarf geordert werden. Ende des Monats läuft der Vertrag mit dem polnischen Anbieter aus. Laut Kreisbrandmeister Lohse soll es eine neue Ausschreibung geben.

Waldbrand am Brocken nach fünf Tagen gelöscht

Das Feuer war am vergangenen Freitag am Königsberg, einer Nebenkuppe des Brockens, ausgebrochen. Zahlreiche Feuerwehren und mehrere Löschflugzeuge waren seitdem im Einsatz. Seit Sonntag war der Brand unter Kontrolle.

Ermittlungen zur Brandursache

Die Polizei ermittelt zur Brandursache. Die Feuerwehr wollte Brandstiftung nicht ausschließen, der Nationalpark Harz bezweifelt das. Quelle:‚mdr.de‚.

Löschflugzeug im Einsatz

Brandstiftung möglich – Polizei ermittelt nach Waldbrand im Harz. Einen Tag nach einem Waldbrand an der Plessenburg im Harz gibt es neue Erkenntnisse. Das Feuer zwischen Ilsenburg und Wernigerode hielt rund 100 Einsatzkräfte in Atem.

Ilsenburg/vs. – Das Feuer im Wald nahe der Plessenburg am Montag, (12. August) ist womöglich durch fahrlässige Brandstiftung entstanden. Das teilt eine Sprecherin des Polizeireviers Harz mit. Demnach begutachtete ein Ermittler gestern die Stelle nahe des beliebten Ausflugslokals zwischen Ilsenburg und Wernigerode.

Den Sachschaden, den die Flammen angerichtet haben, schätzen die Beamten auf rund 4.000 Euro. Die Fläche, die in Mitleidenschaft gezogen wurde, beschränkt sich nach Polizeiangaben auf rund 2.500 Quadratmeter. Zunächst war davon ausgegangen worden, dass mit einem Hektar eine viermal so große Fläche brannte.

Zunächst war am Montag kurz vor 15 Uhr eine unklare Rauchentwicklung bei der Plessenburg gemeldet worden. Rund 100 Einsatzkräfte aus mehreren Ortsfeuerwehren der Region konnten mithilfe des Harzer Löschflugzeugs eine Ausbreitung der Flammen verhindern, teilt der stellvertretende Kreisbrandmeister Alexander Beck mit.

Gegen 18.15 Uhr sei das Feuer gelöscht gewesen. Danach wurden letzte Glutnester beseitigt. Im Einsatz waren Kameraden aus Ilsenburg, dem Nord- und Oberharz, Blankenburg, Benzingerode sowie Ballenstedt zur Betankung des Löschfliegers. Quelle:‘volksstimme.de‚.

Mallorca: Unfall bei Löschflugzeug-Einsatz

Am 17. August 2024 kam es bei einem Löschflugzeug-Einsatz bei einem Waldbrand beim Dorf Alía (Extremedura) auf Mallorca zu einem tödlichen Unfall. Ein 80jähriger wurde dabei von den abgeworfenen Wassermassen getroffen. Der dadurch schwer Verletzte Mann erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Letzter Flug einer Wasserflugzeug-Legende

Toller Überflug und letzte Landung eines einmaligen Wassserflugzeuges:
Der letzte flugfähige Martin Mars-Wasserbomber mit dem Namen „Hawaii Mars“ erhielt einen glorreichen Abschied, bevor er im British Columbia Aviation Museum in Sidney, BC, einen Ehrenplatz erhält. Die Maschine startete von ihrem Heimatflughafen in Sproat Lake zu einem letzten Rundflug über die Region, um in der Patricia Bay in der Nähe des internationalen Flughafens von Victoria zum letzten Mal zu landen. Tausende von Menschen waren gekommen, um diesem letzten Flug beizuwohnen. Quelle: ‚youtube‚.

Löschflugzeug unterstützt Harzer Feuerwehren wieder

Der Landkreis Harz hat auch für die neue Waldbrandsaison ein Löschflugzeug gechartert, das die Feuerwehr unterstützen soll. Seit Donnerstag sei das Flugzeug nach der Winterpause im polnischen Heimat-Hangar wieder offiziell im Harzkreis im Dienst, teilte der Landkreis am Freitag in Halberstadt mit. Im Vorjahr habe das Löschflugzeug sechs Einsätze im Landkreis Harz in Niedersachsen und beim Großbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände im brandenburgischen Teltow geflogen. Rund 2300 Liter Wasser fasst der Flieger.

Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse sieht in dem Löschflugzeug eine wirkungsvolle Ergänzung der Bodenkräfte. Nur in der Zusammenarbeit der Feuerwehrkräfte am Boden mit dem Löschflugzeug sei eine schnelle und effektive Brandbekämpfung zu leisten. Quelle: ‚Die Zeit / dpa‚.

Spanien kauft sieben DHC-515 Löschflugzeuge

Am 19. April 2024 gab die spanische Regierung bekannt, dass es seine Wasserbomber-Flotte um sieben DHC-515-Flugzeuge erweitert. Die Beschaffung erfolgt im Rahmen einer 375 Millionen Euro teuren Aufrüstung der Brandbekämpfungs-Kapazitäten des Landes. Die Anschaffung ist Teil der RescEU-Vereinbarung zwischen den europäischen Ländern des Mittelmeerraums zur gegenseitigen Hilfeleistung in der Region, bei der über 600 Millionen Euro für die Beschaffung von mehr als 20 Flugzeugen in Frankreich, Kroatien, Italien, Portugal und Spanien gehören, bereitgestellt wurden.

Spanien wird fünf der Flugzeuge direkt kaufen, während zwei weitere Flugzeuge aus RescEU-Mitteln stammen. Ein Teil der 375 Millionen Euro wird auch in die Modernisierung der bestehenden spanischen CL-215- und CL-415-Flotte fließen. Die neue DHC-515-Flotte wird voraussichtlich ab 2027 ausgeliefert.

Segelflugplatz Aue wird Löschflugzeug-Einsatz-Basis

Ab sofort können Löschflugzeuge vom Segelflugplatz Aue in der Nähe der Ortschaft Hattorf im Landkreis Göttingen zu Einsätzen, zum Beispiel bei Waldbränden im Harz, starten. Dort gibt es jetzt eine Zweit-Einsatzbasis für zwei am Flughafen Braunschweig stationierte Löschflugzeuge.

Notwendige Infrastruktur für Löschflugzeuge
Eine offiziell „Secondary Base“ genannte Basis gibt es bereits am Flugplatz Leer-Papenburg. Auf dem Gelände des Luftsportvereins Aue steht für die Einsätze die notwendige Infrastruktur und qualifiziertes Personal bereit, um die beiden unter argentinischer Flagge fliegenden Löschflugzeuge vom Typ AT-802 mit Löschwasser durch die örtlichen Feuerwehren befüllen zu können. Im Ernstfall werden dazu die Ortsfeuerwehren Hattorf (Samtgemeinde Hattorf), Wollershausen und Lütgenhausen (Samtgemeinde Gieboldehausen) alarmiert. Durch die Zusatz-Basis müssen die zwei Löschflugzeuge bei einer Anforderung zu einem Wald- oder Vegetationsbrand in der Region Südniedersachsen künftig nicht mehr zu ihrem Hauptstandort am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg zurückfliegen, sondern können in direkter Nähe wieder mit Wasser befüllt werden. Vorteil: Die Umlaufzeit verkürzt sich enorm, der Löscherfolg ist deshalb größer.

Training mit den Löschflugzeugen für den Ernstfall
Die Piloten Lorenzo Greco und Enrique Ahrtz flogen die beiden Maschinen aus Braunschweig nach Hattorf und probten dort den Befüllvorgang zusammen mit den Einsatzkräften der drei Freiwilligen Feuerwehren. Der eigentliche Vorgang geht dabei ziemlich schnell über die Bühne: Der Befüllvorgang dauert nur rund drei bis fünf Minuten. Dann ist jedes Flugzeug mit bis zu 3000 Litern Wasser betankt und kann direkt wieder in Richtung Einsatzort starten. Das Befüllen findet bei laufendem Motor der Flugzeuge statt.

Wasserblase fasst 50.000 Liter
Am Boden wird das Löschwasser in einer 50.000 Liter fassenden Wasserblase zwischengespeichert, die zuvor aus dem Fluss Oder befüllt wird, der direkt am Flugplatz entlang fließt. Von der Wasserblase wird das Löschwasser mithilfe einer Pumpe mit maximal vier bar Druck in die Flugzeuge gepumpt. Drei Feuerwehrkräfte sind dafür notwendig: Der Koordinator steht an der Tragfläche des Flugzeugs und kommuniziert per Handzeichen mit dem Piloten. Der Befüller bringt den B-Feuerwehrschlauch am Flugzeug an, und der Maschinist sitzt am Verteiler und gibt das Wasser frei.

„Durch kürzere Umlaufzeiten zwischen dem Abwurf von Löschwasser und der erneuten Befüllung steigern wir die Einsatz-Effizienz der Löschflugzeugstaffel in einer stark Waldbrand gefährdeten Region Niedersachsens“, macht Mirko Temmler, Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK), deutlich. Die beiden Flugzeuge mussten in dieser Saison glücklicherweise bislang nicht in Niedersachsen und Deutschland eingesetzt werden.

Anforderung für Löschflugzeuge aus Griechenland
Eine Anforderung kam jedoch aus Griechenland, wo die beiden Maschinen bei den großen Waldbränden im August für elf Tage unterstützten. Der Vertrag für das Leasing der beiden Löschflugzeuge endet am 31. Oktober. Dann fliegen sie zurück nach Argentinien. Ob sie im nächsten Jahr wieder in Niedersachsen stationiert werden, entscheidet die EU vermutlich im November. Die Kosten für das Jahr 2023 belaufen sich auf rund 2,4 Millionen Euro. Davon übernahm die Europäische Union 1,5 Millionen Euro, den Rest übernahmen das Land Niedersachsen und der Bund. Quelle: ‚HNA‚.

Erste Saison für Löschflugzeug im Harz beendet

Für das Löschflugzeug im Harz ist die erste Saison am Donnerstag zu Ende gegangen. Das Flugzeug ist insgesamt sechs Einsätze geflogen – unter anderem auch in Brandenburg. Der Harz ist der erste Landkreis in Deutschland, der sich ein eigenes Löschflugzeug angeschafft hat. Anlass war ein Großbrand am Brocken im vergangenen Jahr. In diesem Jahr hat es im Harz und in ganz Sachsen-Anhalt deutlich weniger Waldbrände gegeben als 2022.

Der Landkreis Harz hat die Saison für das Löschflugzeug am Donnerstagabend auf dem Flugplatz Ballenstedt beendet. Wie das Landratsamt mitteilte, geht damit das erste Jahr für die Maschine zu Ende. Sie kam in den vergangenen Monaten bei sechs Wald- und Flächenbränden zum Einsatz, sowohl im Kreisgebiet als auch außerhalb der Landesgrenze in Brandenburg. Der Löschflieger ist nach Angaben des Kreises von Anfang April bis Ende September einsatzbereit gewesen. Das entspricht dem Großteil der Waldbrandsaison, die von Anfang März bis Ende September gilt.

Harz: Erster Landkreis mit eigenem Löschflugzeug
Der Harz war der erste Landkreis in Deutschland, der ein Löschflugzeug angeschafft und stationiert hat. Anlass dafür war dem Kreis zufolge ein Großbrand, der Anfang September 2022 am Brocken ausgebrochen war. Für den Löschflieger hat der Kreis ein polnisches Unternehmen beauftragt, das einen Piloten und einen Techniker abstellt. Der Vertrag ist zunächst bis September kommenden Jahres befristet. Den Angaben nach belaufen sich die Kosten für Bereitschaft und Flugzeug auf insgesamt rund 300.000 Euro pro Jahr. Das Löschflugzeug vom Typ „Dromader PZL M18 B“ steht seit April am Flugplatz Ballenstedt. Es kann pro Flug bis zu 2.200 Liter Wasser über Bränden abwerfen. Quelle: ‚MDR‚.

Keine Löschflugzeuge in Leipzig/Halle

Zu teuer, zu groß, zu wenig Platz: Eigentlich war der Flughafen Leipzig/Halle als Basis für Löschflugzeuge vorgesehen. Doch aus verschiedenen Gründen wird aus diesem Vorhaben nichts mehr. Als mögliche Alternative ist der Flughafen Dresden genannt worden.

Am Flughafen Leipzig/Halle werden nun doch keine Löschflugzeuge stationiert. Wie Florian Haferkorn von der Deutschen Luft Brand Bekämpfung (DLBB) MDR SACHSEN-ANHALT am Donnerstag sagte, hat sich das Unternehmen von seinen Plänen verabschiedet, große Löschflugzeuge vom Typ Canadair zu betreiben. Haferkorn zufolge ist die Anschaffung der Maschinen aus finanziellen Gründen und wegen der mangelnden Verfügbarkeit derzeit nicht möglich. Es gebe bislang keine Förderer, die das Projekt im großen Stil finanziell unterstützten. Außerdem verfüge der Flughafen Leipzig/Halle nicht über ausreichende Hangarkapazitäten. Ein Sprecher des Flughafens Leipzig/Halle wollte die Ankündigung der DLBB bislang nicht kommentieren.

Das waren die Pläne der DLBB
Das Unternehmen wollte bis Ende des Jahres ein erstes Löschflugzeug vom Typ Canadair CL-415 zu Ausbildungszwecken für die eigenen Besatzungen anmieten. Bis 2026 sollten bis zu vier Maschinen dieses Typs betrieben und deutschland- sowie europaweit für Löscheinsätze bereitstehen. Die DLBB wäre damit der erste Betreiber dieser großen Löschflugzeuge in Deutschland und der erste private Betreiber des Typs in Europa gewesen. DLBB-Geschäftsführer Florian Haferkorn teilte MDR SACHSEN-ANHALT mit, man plane nun den Einsatz kleinerer Löschflugzeuge. Diese könnten möglicherweise am Flughafen Dresden in Sachsen stationiert werden. Das Harzer Löschflugzeug, das es bisher schon in Sachsen-Anhalt gibt, ist am Flughafen Ballenstedt stationiert.

Gespräche mit Förderern und juristischer Streit
Ein früherer Mitstreiter der DLBB hat inzwischen Zweifel an den Plänen des Unternehmens. Er erklärte im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT, dass die Pläne der DLBB utopisch seien. Es gebe keine Förderer. Außerdem äußerte er grundsätzliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Unternehmens. Dazu sagte DLBB-Geschäftsführer Haferkorn, derzeit liefen Gespräche mit potentiellen Förderern und Behörden. Außerdem gehe man inzwischen juristisch gegen die Äußerungen des früheren Mitstreiters vor. Die Polizei in Düsseldorf bestätigte MDR SACHSEN-ANHALT, dass gegen den Mann wegen des Anfangsverdachts der Erpressung und der üblen Nachrede ermittelt wird. Die DLBB hat ihren Unternehmenssitz in Düsseldorf. Quelle: ‚MDR, Mitteldeutscher Rundfunk‚.

Das „tägliche Brot“ der Löschflugzeug-Besatzungen

Videoaufnahmen eines Einsatzes der Löschflugzeug-Equipen, aufgenommen auf der Brücke von Savines-le-lac am Lac de Serre-Ponçon von Théo M. / facebook. Für solche Einsätze muss jeweils zuerst die Landefläche auf dem See freigehalten werden können, damit die Canadairs sicher Wasser laden können.

„Es kommt vor, dass man eine halbe Sekunde gar nichts sieht“

Auf der griechischen Insel Euböa ist bei einem Löscheinsatz ein Flugzeug abgestürzt, die Piloten kamen dabei ums Leben. Wie gefährlich ist so ein Einsatz? Und wie könnte es zu dem Unglück gekommen sein? Pilot und Fluglehrer Michael Goldhahn im Interview. Sie wollten Leben retten – und kamen dabei ums Leben. Auf der griechischen Insel Euböa ist bei einem Löscheinsatz ein Flugzeug abgestürzt. Die beiden Piloten (34 und 27 Jahre alte) starben bei dem Unglück. Nach ersten Erkenntnissen der griechischen Behörden stürzte das Löschflugzeug in den Bergen von Karystos an der Südküste der Insel in eine Schlucht. An dem Löscheinsatz sind seit Sonntag Hunderte Feuerwehrleute und mindestens drei weitere Flugzeuge beteiligt.

Der Unfall löste im Land Trauer und Bestürzung aus: Das Verteidigungsministerium rief eine dreitägige Trauerzeit aus, der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis sagte eine für Mittwoch geplante Reise in die Republik Zypern ab.

Wie konnte es zu dem Unglück kommen? Und wie gefährlich sind solche Rettungseinsätze?
Einer, der es wissen muss, ist Michael Goldhahn. Der Pilot und Fluglehrer leitet die Deutsche Löschflugzeug Rettungsstaffel (DLFR) und koordiniert seit Frühjahr dieses Jahres zusammen mit der polnischen Firma MZL Übungen und Einsätze mit Löschflugzeugen im Landkreis Harz, aber auch in Brandenburg. Für diese Flugeinsätze wiederum sind Berufspiloten im Einsatz, die im Gefahrenfall direkt in die Luft steigen und Waldbrände mit gezielten Wasserabwürfen eindämmen sollen, noch bevor sie sich großflächig ausbreiten können. Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) gibt Goldhahn im Interview einen Einblick in die riskante Arbeit der Einsatzkräfte.

Herr Goldhahn, bei Löscharbeiten auf der griechischen Insel Euböa ist ein Löschflugzeug abgestürzt, die beiden Piloten kamen ums Leben. Können Sie sich erklären, wie dieser Unfall passieren konnte?
Das ist zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation. Auf dem veröffentlichten Video sieht es so aus, als habe das Flugzeug einen Baum berührt, auch sieht man mutmaßlich ein Bauteil wegfliegen. Kurz vor dem Absturz fliegt das Flugzeug zudem eine extreme Kurve. Das kann ein Anzeichen dafür sein, dass es zu einem Strömungsabriss gekommen ist, nachdem das Wasser abgeworfen und der Baum berührt wurde. Wenn die Strömung auf einer Seite der Fläche abreißt, macht ein Flugzeug eine solche Bewegung. Ob das wirklich so geschehen ist, lässt sich aus der Ferne aber nur schwer analysieren. Es wird vor Ort eine Flugunfalluntersuchung geben, um die genaue Unfallursache zu klären. Quelle: ‚RND‚.

Die wirksamste Waffe gegen Waldbrände

Löschflugzeuge müssen unter den extremsten Bedingungen funktionieren. Seit über 50 Jahren ist das gleiche Modell nahezu konkurrenzlos. Löschflugzeuge verfügen über ausgeklügelte Technik, müssen sie doch unter extremsten Bedingungen zuverlässig funktionieren. Weltweit hat sich ein Modell als überlegen herausgestellt. Dabei ist die „Super Scooper“ oder „Water Bomber“ im Kern schon über 50 Jahre alt, doch leistet die CL-215 oder ihre neuere Schwester, die CL-415, bis heute unschätzbar wertvolle Dienste unter den schlimmstmöglichen Bedingungen.

Extreme Anforderungen
Die Anforderungen an ein Löschflugzeug sind immens: Es muss in der Lage sein, innerhalb von wenigen Sekunden Wasser aufzunehmen, diese Nutzlast sicher an den Einsatzort zu transportieren und zielgenau abzuwerfen. Dabei entstehen einerseits starke hydrodynamische Belastungen, andererseits müssen Mensch und Maschine mit starken Winden zurechtkommen, denn der nahe Luftraum über Brandgebieten, wie aktuell etwa in Griechenland, ist unberechenbar. Der tragische Unfall am Dienstag dieser Woche über Euböa zeigt, wie gefährlich die Einsätze von Löschflugzeugen tatsächlich sind. Das Flugzeug kippte nach dem Abwerfen der Wasserladung nach rechts, dürfte den Boden oder Baumspitzen berührt haben und stürzte daraufhin ab. Beide Piloten kamen bei dem Unfall ums Leben.

Riskante Manöver
Löschflugzeuge sind das Mittel der Wahl, wenn es um die Bekämpfung von Bränden in unwegsamem Gelände geht. Die modernisierte Variante, wie sie aktuell in Griechenland zum Einsatz kommt, die CL-215GR, kann in nur zwölf Sekunden 5.455 Liqter Wasser aufnehmen. Dafür ist ein riskantes Manöver an der Wasseroberfläche erforderlich. Bei dem als „touch and go“ bezeichneten Vorgang taucht der Rumpf des Amphibien-Flugzeugs geringfügig in das Wasser ein. Mit sogenannten Scoops am Rumpf wird das Wasser aufgenommen. Dabei handelt es sich um ausklappbare Hutzen, durch die Wasser durch den Staudruck in den Tank gedrückt wird. Dabei hat das Flugzeug immer noch eine Geschwindigkeit von 90 Knoten, also etwa 167 km/h. Währenddessen müssen der Pilot oder die Pilotin Geschwindigkeit und Richtung genau einhalten.

Ist der Tank voll, werden die Scoops eingeklappt, die Crew beschleunigt das Flugzeug, und es hebt wieder vom Wasser ab. Damit der Tank nicht überfüllt wird, gibt es spezielle Notüberläufe, die überschüssiges Wasser ablassen. Dieser ganze Vorgang vom Anflug auf die Wasserfläche bis zum erneuten Abheben dauert insgesamt nur drei Minuten. Sollte es beim Aufnehmen des Wassers zu einem Problem kommen, sind die Scoops so gestaltet, dass sie abbrechen. Damit soll das Flugzeug auch im Notfall noch stabil bleiben. Wegen der charakteristischen Scoops werden die Löschflugzeuge auch gerne als „Super Scooper“ bezeichnet.

Dauereinsatz für Mensch und Maschine
Damit ist es der Crew möglich, bis zu 115 Löscheinsätze am Tag zu fliegen und rund 690.000 Liter Wasser über dem Zielgebiet abzuwerfen, erklärt Hersteller Viking Air. Zwei italienischen Crews ist es im Juli 2018 sogar gelungen, 207 Abwürfe an einem Tag vorzunehmen. Zum Vergleich: Löschhubschrauber können etwa 185.000 Liter Wasser über Waldbränden abwerfen, eine zum Löschflugzeug umgebaute DC-10 schafft 312.000 Liter. Eine CL-215 kann rund sechs Stunden lang in der Luft bleiben, bis die Maschine aufgetankt werden muss.

Dabei ist die Flügelspannweite moderner Löschflugzeuge nur geringfügig kleiner als jene einer Boeing 737. „Wir nehmen ein Flugzeug von beinahe der Größe einer C-130, fliegen damit in geringer Höhe in extrem schmalen Canyons schnelle Kurven“, wird ein Pilot von Viking Air bei „Business Insider“ zitiert. Das Unternehmen aus Sidney in British Columbia in Kanada ist unter anderem auf die Modernisierung der betagten CL-215 spezialisiert.

Vier Sekunden bis zum Abwurf
Über dem Zielgebiet dauert der Abwurf des Wassers nur etwa vier Sekunden. Ältere Modelle der CL-215 verfügen noch über zwei Abwurfklappen, neuere Varianten über vier. Welche Zahl an Abwurfklappen die beste ist, darüber wird in der Fachwelt gestritten, wie auch der Hersteller erklärt.

Egal wie viele Öffnungen vorhanden sind, diese können von der Crew gleichzeitig, nacheinander oder einzeln geöffnet werden, je nach Einsatzlage. Im Notfall kann die Besatzung das Wasser auch per Hand über ein mechanisches System ablassen. Ein Vorteil des Amphibienflugzeugs ist, dass es mit nur etwa 100 Fuß, also rund 30 Metern, extrem tief fliegen kann. Das ist auch nötig, denn um die Brandfläche auch wirklich zu „treffen“, muss sich der Pilot oder die Pilotin auf Erfahrung und Gefühl verlassen – einen Zielcomputer gibt es nicht. Quelle: ‚Der Standard‚.

Waldbrände in Kanada außer Kontrolle

In Kanada hat die Regierung der größten Provinz Quebec um internationale Hilfe gebeten, weil dort über hundert Waldbrände außer Kontrolle geraten sind. Die Feuerwehr musste den Ort Clova nordwestlich von Montreal aufgeben. Man sei gezwungen, die Stadt „brennen zu lassen“. Die Provinz Québec bat um internationale Unterstützung bei der Bekämpfung von mehr als 160 Feuern. Normalerweise würden Feuerwehrleute aus anderen Provinzen zu Hilfe kommen, sagte der Regierungschef von Quebec, Francois Legault, am Montag (Ortszeit). Doch die hätten selbst „alle Hände voll zu tun“.

Legault zufolge verfügt Québec über mehr als 480 in der Wildnis stationierte Feuerwehrleute. Dieses Personal reiche aus, um etwa 30 Brände zu bekämpfen. Die Regierung in Ottawa erwartet in den nächsten Monaten eine der schlimmsten Brandsaisons in Kanada überhaupt. Am Freitagnachmittag loderten im ganzen Land 324 Brände. Am Montagmorgen waren es bereits 413, und am späten Nachmittag stieg die Zahl noch einmal um 42 an. „Die Situation bleibt ernst“, sagte Kanadas Minister für Katastrophenschutz, Bill Blair.

114 Brände außer Kontrolle
Offiziellen Angaben zufolge gab es bislang keine Todesopfer. Von den mehr als 160 gemeldeten Bränden in Québec sind aber mindestens 114 außer Kontrolle geraten. Die Atlantikküstenprovinz Nova Scotia, die in den vergangenen Tagen selbst mit Waldbränden zu kämpfen hatte, hat Wasserbomber für den Einsatz in Québec freigegeben. Zusätzlich kämen 200 Feuerwehrleute aus Frankreich und den USA, kündigte Legault an. Québec sei zudem mit Costa Rica, Portugal und Chile im Gespräch. Etwa 10.000 Menschen in Québec wurden durch die Feuer aus ihren Häusern vertrieben.

Die Feuerwehr habe sich aus dem Ort Clova, etwa 325 Kilometer nordwestlich von Montreal, zurückziehen müssen, sagte Legault. „Wir sind gezwungen, Clova brennen zu lassen.“ Die 36 Einwohner der Gemeinde seien evakuiert worden. Kanadas Premierminister Justin Trudeau beruhigte derweil, „bei den gegebenen Prognosen“ sei davon auszugehen, „dass wir genügend Ressourcen haben“, um den Sommer zu überstehen. „Für den Fall, dass sich die Lage verschlimmert, entwickeln wir Notfallpläne.“ Quelle: ‚RND‚.

Leipzig/Halle könnte Basis für Löschflugzeuge werden

Das gemeinnützige Unternehmen DLBB will künftig bis zu vier Löschflugzeuge in der Region stationieren, um Waldbrände zu bekämpfen. Der Flughafen Leipzig/Halle ist dafür in der engeren Auswahl. Von dort aus sind die gefährdeten Regionen schnell zu erreichen, auch in Sachsen-Anhalt. Die Entscheidung soll im Mai fallen. Der Landesfeuerwehrverband würde die zusätzlichen Flieger in der Region begrüßen.

  • Am Flughafen Leipzig/Halle könnten Löschflugzeuge stationiert werden, die die umliegenden Waldbrandregionen schnell erreichen sollen. Die Entscheidung dazu soll im Mai fallen.
  • Bis 2026 plant die zuständige Deutsche Luft Brand Bekämpfung gGmbH (DLBB) vier Löschflugzeuge.
  • Der Landesfeuerwehrverband Sachsen-Anhalt würde es begrüßen, wenn weitere Löschflugzeuge in der Region stationiert wären.

Am Flughafen Leipzig/Halle könnten künftig Löschflugzeuge stationiert werden. Der Deutschen Luft Brand Bekämpfung gGmbH (DLBB) zufolge ist der Flughafen bereits in der engeren Auswahl. DLBB-Geschäftsführer Kersten Tessmann sagte MDR SACHSEN-ANHALT, neben Leipzig/Halle sei nur noch der Flughafen Braunschweig in Niedersachsen im Gespräch. Für beide Flughäfen spreche, dass sie über eine Flughafenfeuerwehr, Anflugsysteme und eine Abstellhalle für Wartungsarbeiten verfügten. „Hier bieten sowohl Braunschweig als auch Leipzig/Halle gute Möglichkeiten“, sagte Tessmann.

Löschflugzeuge sollen Waldbrandregionen schnell erreichen
Grundsätzlich wolle die DLBB die Maschinen im Dreieck Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen stationieren. Das sei wichtig, um die von Waldbränden gefährdeten Regionen im Harz und in Brandenburg jederzeit schnell zu erreichen. „Aber auch die Entfernung in südlichere Waldbrandregionen ist noch hinnehmbar“, erklärte Tessmann die Ortsauswahl. Man habe zuvor bereits in Berlin und Brandenburg nach Flughäfen Ausschau gehalten, sei aber nicht fündig geworden. „Die Flugplätze dort waren zwar schön ruhig, aber es fehlten die Hallen und die gesamte Infrastruktur, zum Beispiel die Flughafenfeuerwehr.“

Entscheidung im Mai
Die Flughäfen Leipzig/Halle und Braunschweig verfügen nach Tessmanns Einschätzung über die Infrastruktur, die für den Einsatz von Löschflugzeugen notwendig ist. Eine finale Entscheidung über den Standort für die geplante Löschflugzeugbasis soll Mitte Mai getroffen werden. Bis dahin wolle die DLBB weitere Gespräche mit beiden Flughafenverwaltungen führen, sagte der Geschäftsführer. Dabei gehe es vor allem um die Kosten für das Abstellen der Maschinen. Auch ein Sprecher des Flughafens Leipzig/Halle bestätigte MDR SACHSEN-ANHALT entsprechende Gespräche, ohne aber Details zu nennen.

Bis 2026 sollen vier Löschflugzeuge bereitstehen
Die Deutsche Luft Brand Bekämpfung ist eine gemeinnützige GmbH, die vor wenigen Monaten zum Teil von Piloten gegründet wurde. Eine Zulassung für den Betrieb von Luftfahrzeugen ist beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) bereits beantragt. Das Unternehmen will Ende des Jahres ein erstes Löschflugzeug vom Typ Canadair CL-415 anmieten, um die eigene Besatzung auszubilden. Quelle: ‚MDR‚.