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Dübendorf im luftleeren Raum

Seit dem Absturz der Ju-52 am Piz Segnas taumelt der Geschäftsführer der Ju-Air, des Flieger-Flab-Museums und der Abteilung historisches Material im Airport-Center. Vor einem Jahr erklärte Waldmeier seinen Rücktritt als Geschäftsführer der Ju-Air unter dem ausdrücklichen Hinweis, dass es sich nicht um eine Konsequenz aus dem tragischen Unglück handle. Bei der Wartung historischer Flugzeuge aber wollte er am Ball bleiben, insbesondere auch als Co-Chef der Junkers Flugzeugwerke AG, die er mit dem deutschen Ex-Rimowa-Eigner Dieter Morszeck leitete. Gemeinsam wollte man die übrig gebliebenen drei historischen Ju-52 bald wieder in den lukrativen Flugbetrieb zurückführen.

Damit ist offenbar nun Schluss, denn Morszeck verkündet die alleinige Führung der Junkers Flugzeugwerke AG sowie den Kauf einer der drei Maschinen, die bisher der Ju-Air gehörten. Damit steht der Verein nun ohne Wartungsaufträge und vorerst auch ohne flugfähige «Tante Ju» da, denn Morszeck disloziert mit seiner Firma zum St. Galler Flughafen Altenrhein und nimmt das historische Flugzeug erst einmal zur Fertigstellung der Wartung mit. Ob sie später wieder der Ju-Air zur Verfügung steht, ist derzeit offen. Und die beiden letzten Ju-52 landen im Museum, eine in Dübendorf und eine in Mönchengladbach.

Nicht nur der Veteranenpilot Waldmeier, auch die Gemeinde Dübendorf droht nun mit abgesägten Fliegerhosen dazustehen. Gemeinsam mit den Nachbargemeinden Wangen-Brüttisellen und Volketswil hatte man gehofft, den Flugplatz Dübendorf für Flüge mit historischen Flugzeugen freihalten zu können. Diese fehlen nun weitgehend, denn die Ju-Air setzt keine Flugzeuge mehr für Rundflüge ein, und Morszeck verfolgt den Neubau historischer Junkers F13 von der Ostschweiz aus weiter. So steigt das Risiko, dass Dübendorf doch noch in den sauren Apfel beissen muss, die Piste für den Start und die Landung von Business-Flugzeugen herzugeben. Zunächst aber müssen die zahlreichen Linienflugzeuge von Swiss und Edelweiss wieder abfliegen, aber auch das ist nicht trivial. Quelle: ‚NZZ, Neue Zürcher Zeitung‚.

Dessau kommt relativ gut durch die Krise

Der Dessauer Flugplatz ist bisher relativ gut durch die Corona-Krise gekommen. Das bestätigt Stadtwerke-Sprecher Christian Mattke. „Wir verzeichneten im März und April, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, einen moderaten Rückgang der Starts und Landungen um rund 26 Prozent“, so Mattke. Der Flugplatz Dessau wird von den hiesigen Stadtwerken betrieben. Zwei Flugleiter teilen sich wie schon vor der Krise die tägliche Betriebsaufsicht unter anderem mit der Abwicklung des Funkverkehrs, der Abrechnung von Landegebühren, Betankungen, Instandhaltungen und der Geländepflege. Nach wie vor sind Geschäftsreisen und andere Anreisen mit dem Flugzeug innerhalb Deutschlands für nichttouristische Zwecke erlaubt. Den aktuellen Corona-Bestimmungen wird auch auf dem Flugplatz Rechnung getragen. So wurden auf dem Gelände ein Handdesinfektionsautomat und ein Hygieneset, bestehend aus fünf Spendern zur Handreinigung, -pflege und -desinfektion fest installiert. Der Zugang zum Flugplatzgebäude ist nur noch eingeschränkt möglich. Persönliche Kontakte werden auf ein Minimum reduziert. Sicherheitsabstände zwischen den Flugleitern und Platzgästen sind einzuhalten. Die am Flugplatzgelände befindlichen Caravanstellplätze sind derzeit ebenfalls für Touristen gesperrt. Auswärtigen Handwerkern und Gewerbetreibenden, die im eigenen Campingmobil in Dessau übernachten möchten, ist eine Nutzung aber weiterhin gestattet. Mit der Anfang Mai in Kraft getretenen fünften Pandemie-Verordnung sind touristische Reisen nach Sachsen-Anhalt noch untersagt. Möglicherweise könnte sich das aber in den kommenden Wochen ändern, weil derzeit viel Dynamik in den öffentlichen Diskussionen zu diesem Thema erzeugt wird. „Wir werden alle dazu getroffenen Entscheidungen im Blick haben, die Situation prüfen und adäquat auf neueste Entwicklungen reagieren“, so Mattke. Ganz ausgeschlossen ist eine Nutzung der Caravanstellplätze für Touristen in 2020 also noch nicht. Das gilt auch für Rundflüge mit der Stadtwerke- eigenen Cessna. „Derzeit bieten wir das nicht an. Sobald touristische Nutzungen wieder möglich sind, schauen wir, unter welchen Voraussetzungen es umsetzbar ist“, erklärt Mattke. Während die Fallschirmspringer noch beraten, ob und wie sie in die Saison starten könnten, arbeiten die Segelflieger schon auf Hochtouren an ihrem Saisonstart, der unter Berücksichtigung und Umsetzung aller aktuellen Bestimmungen, möglichst noch im Mai erfolgen soll. Quelle: ‚Mitteldeutsche Zeitung‚.

Oldie-Flieger kommen ins Lager

Die Lufthansa lagert zwei historisch bedeutsame Flugzeuge in Bremen ein. Eine Junkers Ju-52 und eine Lockheed Super Star. So hat es der Vorstand beschlossen. Für Liebhaber historischer Flugzeuge ist es eine schmerzliche Nachricht: Zwei Oldtimer der Lufthansa, eine Junkers Ju-52 – liebevoll „Tante Ju“ genannt – und eine teilrestaurierte Lockheed Super Star, die Ende der 1950er Jahre zwischen Deutschland und Nordamerika verkehrte, werden wohl nie mehr abheben. Sie sollen in Bremen eingelagert werden. Das habe der Vorstand beschlossen, wie Lufthansa am Freitag mitteilte. Später sollen sie in ein Museum gelangen. Welches lässt der Konzern offen. Lufthansa will das Votum als Bekenntnis zur Traditionspflege verstanden wissen: „Die Entscheidung zeigt, dass das Unternehmen dem historischen Wert der beiden Flugzeuge eine sehr hohe Bedeutung einräumt.“ Als Lufthansa zu Jahresbeginn erklärte, den defizitären Flugbetrieb der Ju-52 nicht mehr finanziell zu unterstützen, hatte es einen Aufschrei in der Szene der Flugnostalgiker gegeben. In der Luft waren die Flugzeuge zuletzt sowieso nicht. Die Ju-52 war noch im August 2018 abgehoben, damals rechnete keiner der Unterstützer damit, dass es der letzte Flug gewesen sein könnte. Doch der Instandhaltungsbedarf war hoch. Nach dem Absturz einer Ju-52 in der Schweiz gab es intern wohl auch die Sorge, dass mit einem teuren Geschäft ein Risiko verbunden sei. Der Super-Star-Flieger ist für den Konzern ohnehin zur teuren Angelegenheit geworden. Er wurde aus Altteilen zusammengesetzt und sollte eines Tages mit moderner Technik starten. Weil die Kosten hochschnellten, Schätzungen zufolge auf mehr als 100 Millionen Euro, hatte der Konzern schon die Reißleine gezogen. Die nächste Reise treten Rumpf und Flügel per Schiff an, das sie aus Auburn in den Vereinigten Staaten nach Bremen bringt, wo sie am 5. Oktober ankommen sollen. Quelle: ‚FAZ‚.

Schwierige Zeiten für fliegende Oldtimer

Nach dem Absturz einer «Tante Ju» im vergangenen Jahr nehmen die Behörden die Oldtimerfliegerei in der Schweiz genauer unter die Lupe. Der Flugbetrieb in Altenrhein erhält gute Noten – ist aber trotzdem nicht ohne Zukunftssorgen. Für Freunde historischer Flugzeuge in der Schweiz ist die Eröffnung des FFA-Museums ein willkommener Lichtblick. Die vergangenen zwölf Monate brachten Hiobsbotschaften am laufenden Band. Der Absturz einer 79-jährigen Junkers Ju 52 im August 2018 im Bündnerland erschütterte die Szene bis über die Landesgrenzen hinaus – und rief die Behörden auf den Plan. Das Museum in Altenrhein hat zwar keine Maschinen von der Dimension der «Tante Ju» oder der «Super Connie». Doch Passagierflüge für Vereinsmitglieder sind hier schon lange Teil des Angebots – von der gemütlichen, kleinen Propellermaschine Piper L4 (129 Franken für 60 Minuten) über den klassischen Doppeldecker Boeing Stear­man (550 Franken für 40 Minuten) bis zum Kampfjet Hawker Hunter (7200 Franken für 30 Minuten). Die insgesamt elf Maschinen der «FMA Flyers» fliegen rund 330 Stunden pro Jahr in der Schweiz und im nahen Ausland. Mehr Informationen im ‚St. Galler Tagblatt‚.

JU-AIR organisiert sich neu

Die JU-AIR konzentriert sich künftig auf den Flugbetrieb ihrer drei historischen JU-52 als Kerngeschäft. Der Wartungsbetrieb wird geschlossen; der Unterhalt der Flugzeuge und Motoren wird an die JUNKERS Flugzeugwerke und einen externen Motorenpartner übergeben. Im Laufe der Reorganisation wird Mitbegründer und CEO Kurt Waldmeier die operative Leitung der JU-AIR in neue Hände legen. Parallel zur Grundüberholung ihrer drei historischen JU-52 unterzieht die Dübendorfer JUAIR auch ihre Organisation einer kompletten Erneuerung. Die Fluggesellschaft, welche zum Verein der Freunde der Schweizerischen Luftwaffe (VFL) gehört, wird sich künftig auf den Flugbetrieb als Kerngeschäft konzentrieren. Die neue Organisation wird aus den Bereichen Operation (Piloten und Kabinenpersonal), Ausbildung und Sicherheit, Bodendienste (Passagiere, Einsatzplanung, Handling) und Administration bestehen. «Nicht nur die Flugzeuge, sondern auch die JU-AIR selbst wird komplett erneuert. Die JUAIR, die ab 2021 wieder fliegt, wird eine neue JU-AIR sein», sagt Kurt Waldmeier dazu. «Die neue JU-AIR konzentriert sich auf den eigentlichen Flugbetrieb, die Passagiere und die Freiwilligen.» Zwar steht die Reorganisation in keinem Zusammenhang mit dem Unfall vom vergangenen August, sagt Waldmeier, «aber die Erkenntnisse der noch ausstehenden Unfalluntersuchung durch die SUST werden in die neue Organisation und ihre Reglemente
mit einfliessen. Die JU-AIR wird aus dem Unfall weiter lernen.»

JU-AIR beginnt Grundüberholung ihrer JU-52

Die Arbeiten werden von zertifizierten Spezialunternehmen durchgeführt und sollen rund zwei Jahre dauern. Zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs im Frühling 2021 wird auch die Wartung der Flugzeuge neu organisiert. Nach mehreren Monaten Planung hat die Grundüberholung der historischen JU-52 der JU-AIR begonnen. Als Erstes werden die Flugzeuge und ihre Einzelteile digital vermessen, um dreidimensionale, computerisierte Baupläne herstellen zu können. Das Grossprojekt wird von den JUNKERS Flugzeugwerken durchgeführt, die dafür zahlreiche Spezialunternehmen aus dem In- und Ausland verpflichtet haben. Alle Arbeitsschritte werden vom Bundesamt für Zivilluftfahrt vor, während und nach der Durchführung begleitet. Am Ende der umfangreichen Arbeiten werden die drei Flugzeuge technisch praktisch neuwertig sein. Sämtliche sicherheitsrelevanten, tragenden Teile der Flügelkonstruktion werden aufgrund ihres Alters vorbeugend ersetzt. Da neue Teile für die achtzigjährigen Flugzeuge nicht mehr erhältlich sind, müssen hunderte von Einzelteilen durch dafür autorisierte Partner neu hergestellt werden. Dazu werden zuerst die Originalteile digital vermessen. Danach werden Bauteile wie Flügel, Leitwerke und Steuerung im Computer nachmodelliert. Mit diesen Daten werden dann die Einzelteile nachgebaut. Rund 90 Prozent der Flügelteile werden so ersetzt.

Junkers F 13 wird 100

Die Junkers F 13, das erste Ganzmetall-Verkehrsflugzeug der Welt, feiert 2019 ihren hundertsten Geburtstag. Aus diesem Anlass führen die Junkers Flugzeugwerke AG eine Jubiläumstournee mit der Junkers F 13 durch. Höhepunkt wird ein Besuch in Dessau, wo die Geschichte der Junkers Flugzeugwerke einst begann. An 20 Stationen in fünf europäischen Ländern soll die 2016 von den Junkers Flugzeugwerken in Dübendorf neue gebaute Junkers F 13 an den Luftfahrtpionier Hugo Junkers erinnern und die Begeisterung für die historische Luftfahrt befeuern. Mit der Junkers F 13 wurde erstmals ein Passagier- und Frachtflugzeug zur rein zivilen Nutzung entwickelt. Sie bot eine geschlossene Reisekabine für vier Passagiere und ein offenes Zweimann-Cockpit. Am 25. Juni 1919 hatte sie in Dessau ihren Erstflug – bereits am 13. September stellte sie einen sensationellen Höhenweltrekord über 6.750 Meter auf. Bis zu Beginn der 1930-er Jahre wurde die Junkers F 13 etwa 360 Mal in unterschiedlichen Varianten gebaut. Mehr Informationen im Originalbeitrag von ‚Austrianwings‚.