Schlagwort-Archiv: Wasserstoff

Neuer Wasserstoff-Flugzeugmotor

Steigendes Umweltbewusstsein fördert das Interesse an klimafreundlichen Flugzeug-Antrieben. Bosch Aviation Technology hat in einem Innovationsprojekt einen bestehenden Flugmotor auf Wasserstoffbetrieb umgerüstet. Basis ist ein Vierzylinder-Benzinmotor des österreichischen Herstellers BRP-Rotax. Die Wahl fiel auf eine bestehende Motorkonstruktion, um Zeit-, Kosten- und Zulassungsvorteile zu nutzen.

Im Rahmen einer viermonatigen Machbarkeitsstudie wurden alle nötigen Anpassungen für den Wasserstoffbetrieb an einem 1,4-Liter-Turbomotor vorgenommen. Dank intensiver Prüfstandarbeit liefert der Motor bereits 115 Kilowatt und erreicht damit fast die Leistung des ursprünglichen Benzinmotors. Alle Komponenten basieren auf Bosch-Großserientechnik. Mit weiteren Prototypen soll die Leistung noch steigen. Das Projekt trägt zur CO₂-Reduktion in der Luftfahrt bei und unterstützt Boschs Strategie für klimaschonende Antriebstechnologien.

Airbus-Segelflugzeug fliegt mit Wasserstoff

Das Airbus-Forschungssegelflugzeug „Blue Condor“ hat erfolgreich seinen ersten Flug mit Wasserstoffantrieb absolviert, teilt der Flugzeughersteller mit. Bei dem Segelflugzeug handelt es sich um einen modifizierten Arcus-J, dessen Wasserstofftriebwerk von der deutschen Firma Aero Design Works entwickelt wurde. Der Segler soll in einer Forschungsmission zur Messung von Kondensstreifen eingesetzt werden.

Wasserstoff als Flugtreibstoff gilt als CO2-freie Alternative zu herkömmlichem Kerosin – sofern der Wasserstoff mit erneuerbaren Energien produziert wird. Allerdings führt die Verbrennung von Wasserstoff, ähnlich wie bei Kerosin, dazu, dass sich am Himmel Kondensstreifen bilden.

Die Wasserstoffkondensstreifen unterscheiden sich jedoch deutlich von gewöhnlichen Kondensstreifen: Sie enthalten keine Rußpartikel oder Schwefeloxide, sondern Stickoxide und eine beträchtliche Menge an Wasserdampf – bis zu 2,5-mal mehr als Kerosin-Kondensstreifen. Beide Arten von Kondensstreifen tragen zur Klimawirkung bei, weshalb die Luftfahrtbranche bestrebt ist, diese Emissionen zu reduzieren. Im Rahmen des „ZEROe“-Projekts hat Airbus sich verpflichtet, die Zusammensetzung dieser bisher wenig erforschten Wasserstoffkondensstreifen genauer zu untersuchen. Beim „Blue Condor“-Projekt will Airbus zwei motorisierte Arcus-Segelflugzeuge auf Reiseflughöhe von Verkehrsflugzeugen, rund 30.000 Fuß oder 9000 Metern, einsetzen: Die Emissionen des wasserstoffbetriebenen Arcus-J sollen zeitgleich mit denen eines weiteren nebenherfliegenden Arcus‘ mit Kerosintriebwerk verglichen werden.

„Blue Condor“ hat nun die Flugerprobungsphase erreicht. Bei seinem ersten 30-minütigen Flug am 8. November wurde der Schub des Wasserstofftriebwerks auf einer Höhe von 7000 Fuß erhöht und das Flugzeug bei verschiedenen Geschwindigkeiten stabilisiert. Seitdem wurden zwei weitere Flüge durchgeführt, darunter ein Triebwerksstart in 10.000 Fuß Höhe. Das „Blue Condor“-Team plant den ersten Einsatz zur Untersuchung von Kondensstreifen während kalten Wetters im nächsten Jahr in Nevada. Dabei wird der Arcus-J von einer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgestatteten Grob Egrett auf Testhöhe geschleppt. Das Schleppflugzeug wird dem Arcus dann hinterherfliegen und mit Hilfe von Sensoren Kondensstreifen und atmosphärische Daten sammeln. Quelle: ‚Airliners.de‚.

Wasserstoffgetriebene Flugzeuge aus Strausberg

Ein Unternehmen aus Strausberg hat am Freitag eine Halle für den Test und die Endmontage von wasserstoffgetriebenen Flugzeugen eröffnet. 2024 könnte bereits das erste kerosinfreie Flugzeug fliegen – doch die Zulassung wird wohl Jahre dauern.

  • Unternehmen hat eine Test- und Endmontagehalle eröffnet
  • Aktuell entwickelt die Strausberger Firma zwei Flugzeugmodelle mit Elektromotoren
  • Der erste Testflug könnte bereits im Jahr 2024 erfolgen, die Serienproduktion ab 2025

Wasserstoffgetriebene Flugzeuge sollen ab sofort in Strausberg (Märkisch-Oderland) zusammengebaut und getestet werden. Die Apus GmbH hat am Freitagnachmittag eine entsprechende Test- und Endmontagehalle eröffnet. „Die brauchen wir, um unsere Prototypen, die jetzt im Rohbau fertig sind, endzumontieren und auch zu testen“, sagte Phillip Scheffel, Geschäftsführer bei Apus, dem rbb.

Die Tests der Wasserstoffantriebe seien notwendig, um die Technologie zu einer gewissen Reife und Zuverlässigkeit zu bringen, um damit fliegen zu können, so Scheffel weiter. Mit Spannweiten bis zu 27 Metern benötigen die Flugzeuge bei der Endmontage reichlich Platz. Apus wurde nach Unternehmensangaben 2014 gegründet und beschäftigt derzeit knapp 70 Mitarbeiter.

Steinbach hofft auf klimaneutrale Luftfahrt
Sowohl der Bund als auch das Land Brandenburg unterstützen das Unternehmen. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) war am Freitag bei der Eröffnung dabei und sieht in dem Strausberger Unternehmen viel Entwicklungspotential: „Wir versuchen in Brandenburg auch einen Schwerpunkt im Bereich moderne Luftfahrt zu machen, die nach Möglichkeit klimaneutral sein soll“, sagte der Minister dem rbb.

Nach Unternehmensangaben waren bisher lediglich die Flugzeugentwicklung und ein Ingenieurbüro von Apus in Strausberg ansässig. Ein erster Startschuss für die Entwicklung der Flugzeuge sei vor knapp zwei Jahren gefallen. Das Unternehmen hofft, im kommenden Jahr mit den Testflügen starten zu können. Quelle: ‚RBB24.de‚.