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Sisteron 2026 – Teil 2

-> Den ersten Teil des Berichtes über das Frühlings-Segelfluglager in Sisteron finden Sie hier.

Der Alltag der Helden: Zwischen Gache, Talquerung und Hinkelsteinen
Natürlich besteht ein Fluglager nicht nur aus heroischen Höhenflügen und perfekt gewählten Linien. Es besteht auch aus sehr menschlichen Episoden.

Autor: Harry Groenert

Zum Beispiel aus Tagen, an denen man 70 Kilometer von Sisteron entfernt herumkrebst und hinterher feststellt, dass man die richtige Variante gewählt hatte. Oder aus Momenten am Gache, in denen alles in dir drin im Grunde sagt: Jetzt wäre der Augenblick, um wegzufliegen. Nur ist der Mut gerade noch nicht ganz mitgekommen.

Oder aus einer tiefen Talquerung mit Motor-Unterstützung, nach der man sehr ungern feststellt, dass es vermutlich auch ohne gegangen wäre.

Oder aus zwei Stunden an der Vaumuse, in denen man mit jedem Hinkelstein langsam per Du wird.

Das Schöne daran ist: Genau diese Szenen machen das Lager erinnerungswürdig. Nicht nur die grossen Flüge, sondern auch die kleinen Ehrenrunden, Umwege, Denkfehler und Rettungsaktionen der eigenen Würde.

Auch das ist Sisteron: Matterhorn von unten, Viso von oben, Nizza irgendwo im Kopf
Landschaftlich ist Sisteron eine Zumutung: im besten Sinne.

Man sieht Dinge, die man von unten nie so sieht. Linien, Ketten, Schneefelder, Solar-Fflächen, bizarre Felsformationen, Grenoble im Norden, Nizza als gedanklicher Sehnsuchts-Ort, den Viso von oben und das Matterhorn gefühlt von unten. Diese Gegend hat die wunderbare Eigenschaft, gleichzeitig Ehrfurcht und Unternehmungslust auszulösen.

Sie sagt dem Piloten ununterbrochen: Dort drüben wäre eine schöne Linie. Hier wäre es taktisch schlau. Und genau da hinten beginnt wahrscheinlich das Abenteuer oder der Fehler. Dies weiss man aber erst im Nachhinein.

Kulinarik und Bodenprogramm: Auch am Boden wurde gearbeitet
Natürlich spielte sich das Lager nicht nur in der Luft ab.

Das Essen am Flugplatz war erfreulich gut, was unter Segelfliegern fast schon als hochrelevante Infrastruktur gilt. Gleichzeitig gab es diesen denkwürdigen Abend vor der verriegelten Tür einer reservierten Pizzeria. Besonders tragisch war das für jene, die sich davon eine kurzfristige Rettung vor tageweisem Fleischkonsum versprochen hatten. So lernt man in Sisteron: Auch kulinarische Endanflüge gelingen nicht immer.

Dazu kamen Flieger-Gespräche, Nachbesprechungen, gemeinsames Kartenstudium, kleine Cockpitphilosophien und dieser typische Lagerhumor, der nur dann entsteht, wenn mehrere Leute dasselbe erleben und es abends unterschiedlich schildern.

Cockpitgold

Was bleibt, sind oft nicht nur die Flüge, sondern die Sätze. Sisteron hat auch dieses Jahr wieder einige davon produziert:

„Komm, wir drehen um.“

„Nein, wir sind zu hoch. Geh unter die Kante, dann geht’s weiter.“

„Hey, wir sind inzwischen mit jedem Hinkelstein per Du. Lass uns endlich weiterfliegen.“

„Siehst du über den Parcours, dann bist du zu hoch.“

„Am Parcours wird nicht gekreist – basta!“

„Noch etwas höher und wir können die Crew der Artemis grüssen.“

Mehr muss man über Segelfliegen manchmal gar nicht sagen.

Zahlen, die auch eine Geschichte erzählen

Damit niemand meint, wir hätten in Sisteron nur gut gegessen, klug geredet und dem Wind beim Arbeiten zugeschaut, hier noch ein paar Zahlen:

Unsere Clubflieger kamen zusammen auf 139 Stunden und 40 Minuten.
Die Privatflieger legten noch einmal 187 Stunden und 16 Minuten drauf.

Auf Weglide summierte sich die Flüge in Sisteron auf beeindruckende 20’295 Kilometer. Darunter waren 12 Flüge mit mehr als 500 Kilometern. Und der Spitzenreiter, intern ab jetzt nur noch als „Boeing“ bekannt, brachte es auf stolze 737 Kilometer.

Mit anderen Worten: Es wurde nicht nur philosophiert. Es wurde auch ordentlich geflogen.

Fazit: Sisteron fliegt nicht nur mit dir, es schult dich auch
Mein persönliches Fazit nach diesem Lager ist einfach: Sisteron ist kein Ort für gemütliche Illusionen. Und genau deshalb ist es so gut.

Man lernt dort Wetter. Gelände. Timing. Luftraumdisziplin. Taktik. Mut. Demut. Geduld. Und hin und wieder auch ganz praktische Dinge wie Lastverteilung am Anhänger. Man erlebt diese besondere Mischung aus Anspannung, Freiheit, Kameradschaft und trockenem Humor, die ein gutes Fluglager ausmacht.

Vor allem aber wird einem wieder sehr bewusst, warum Segelfliegen so faszinierend ist. Weil es eben nie nur ums Fliegen geht. Es geht ums Entscheiden. Ums Spüren. Ums Dranbleiben. Ums Umkehren. Ums Weiterfliegen. Und manchmal auch darum, über eine sehr lange Piste noch 300 Meter im Bodeneffekt zu gleiten und das für einen kurzen Moment für die einzig richtige Art zu halten, unten sicher anzukommen.

Oder kurz gesagt:
Sisteron ist streng. Schwesterlich ist dort wenig. Aber grossartig ist es allemal.

Kehler Sommer-Segelfluglager

Wie jedes Jahr verbrachte der Aero Club Kehl auch in diesen Sommerferien zwei Wochen im Fluglager. Ziel war erneut der Flugplatz des Post-SV Nürnberg e.V. auf dem Stöckelsberg östlich von Nürnberg, wo die Kehler Fliegerkameradinnen und -kameraden herzlich empfangen wurden.

Zu Beginn zeigte sich das Wetter noch launisch – in den ersten drei Tagen war kaum an ausgedehnten Flugbetrieb zu denken. Doch danach klarte der Himmel auf, und die Segelflieger konnten voll durchstarten. Auf dem Programm standen Thermikflüge, Einweisungen auf die Ka6 und den Hochleistungssegler Discus CS sowie erste Überlandflüge in Begleitung eines Fluglehrers. Auch die erfahrenen Pilotinnen und Piloten kamen insbesondere in der zweiten Woche auf ihre Kosten und erkundeten bei ausgedehnten Streckenflügen neue Gebiete. Am Ende des Fluglagers standen stolze 72 Flugstunden und 123 Starts auf den Vereinsmaschinen zu Buche.

Für das leibliche Wohl sorgte das Küchenteam mit großem Einsatz: Vom Grillabend mit frischen Salaten bis hin zu den legendären Käsespätzle war alles geboten. Auch abseits des Fliegens wurde es nicht langweilig – Ausflüge ins Spaßbad und in die Therme, ein Besuch in Nürnberg sowie eine kleine Nachtwanderung sorgten für Abwechslung und gute Laune.

Insgesamt war das Sommerfluglager ein voller Erfolg. Der Aero Club Kehl dankt dem Post-SV Nürnberg e.V. für die großartige Gastfreundschaft und freut sich bereits auf das nächste Jahr.

Oldtimer-Segelfluglager in Hirzenhain

Vom 19. bis 22. Juni 2025 veranstaltet der Rhönflug Oldtimer Segelflugclub (ROSC) Wasserkuppe sein traditionelles Vereinsfliegen am Sonderlandeplatz Hirzenhain in Hessen. Nach vier Jahren in Bayern kehren die historischen Segelflugzeuge damit an einen Ort zurück, der in den 1920er- und 30er-Jahren als „fliegendes Dorf“ bekannt war.

Der OSC widmet sich der Pflege historischer Segelflugzeuge und der Vermittlung fliegerischer Tradition. Ziel ist es, jungen Piloten durch den Einsatz klassischer Flugzeugmuster besondere fliegerische Erfahrungen zu ermöglichen. Der Verein restauriert dazu historische Segler, erhält ihre Flugtüchtigkeit. Die Mitglieder des ROSC kommen nicht nur aus ganz Deutschland sondern aus aller Welt.

In Hirzenhain werden voraussichtlich vier doppelsitzige und drei einsitzige Oldtimer zu sehen sein – darunter ein Kranich III, eine britische Slingsby T21, ein Rhönbussard von 1937 (anerkanntes fliegendes Kulturgut) sowie einer der letzten drei flugfähigen DFS Habichte.

Besucher jeden Alters sind herzlich eingeladen, den Flugbetrieb aus nächster Nähe zu erleben. Geflogen wird täglich ab 10 Uhr – solange Wetter und Begeisterung es erlauben.

Segelfluglager in St. Crépin 2025

Ein großartiges Lager der SG Basel Fricktal mit guter Stimmung und bis zu neun Flugtagen war ein tolles Erlebnis. Zum Glück war das Wetter deutlich besser als vorhergesagt.

Nach zwei regnerischen Tagen mit Marktbesuch, Wanderung zur Titanenhand, Lesen und Diskussionen, ging es fliegerisch richtig los: Turbulente Landungen, plötzlich drehender Wind, unerwartetes Lee, mühsames Durchstoßen der Inversion – aber auch Wellenflüge und Aufwinde bis zum Anschlag. Alpenfliegen macht einfach Spaß! Mit 20 bis 35 Flugstunden pro Pilot sind alle definitiv eingeflogen.

Ein herzliches Dankeschön an alle – ob als Fluglehrer, in der Küche oder beim Auf- und Abrüsten. Et un grand merci à l’équipe de LFNC qui nous a bien accueillis.

Pfingstfliegen 2025

Vom 07.-09. Juni 2025 veranstaltet die Akaflieg Hamburg ihr jährliches Segelfluglager für Neueinsteiger. Teilnehmen kann jeder, der am Segelflug interessiert ist. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, eine gesunde körperliche Verfassung ist jedoch Voraussetzung. Mindestalter für die Teilnahme ist 14 Jahre. Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt, frühes Anmelden daher ratsam.

Das Fluglager ist ein Schnupperkurs, bei dem die Teilnehmer möglichst viel fliegen und den Flugbetrieb kennenlernen. Gleichzeitig erlaubt das Fluglager erste Schritte der Pilotenausbildung. Die Vereinsmitglieder sorgen für die nötige Sicherheit und somit für einen reibungslosen Flugbetrieb. Die Schulungsflüge werden mit Fluglehrern im Schulungsdoppelsitzer vom Typ Twin Astir und Janus B durchgeführt. Daneben können mit erfahrenen Piloten Rundflüge durchgeführt werden. Gestartet wird an einer 250 PS starken Doppeltrommelwinde.

-> Organisatorische Details.

Bundesrat verabschiedet 7 Objektblätter für Flugplätze

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 30. August 2023 die Anpassungen der Objektblätter für die Flugplätze Saanen (BE), St. Stephan (BE), Zweisimmen (BE) und San Vittore (GR) beschlossen sowie neue Objektblätter für die Flugplätze Pfaffnau (LU), Bad Ragaz (SG) und Leysin (VD) genehmigt. In den Objektblättern legt der Bund generelle Vorgaben für die Infrastruktur und den Betrieb der Flugplätze fest.

Die Flugplätze Saanen, St. Stephan und Zweisimmen funktionieren als Flugplatzsystem mit Aufgabenteilung. So schafft der Bund für den Flugplatz St. Stephan die rechtlichen Voraussetzungen für die Umnutzung von einem Militärflugplatz in ein ziviles Flugfeld. Für den Flugplatz Saanen hob er im Objektblatt die anteilsmässige Beschränkung des Helikopterverkehrs auf; neu sind die Rettungsflüge explizit aufgeführt. Das Objektblatt Zweisimmen enthält bei den Zweckbestimmungen neu ebenfalls Güter- und Personentransportflüge mit Helikoptern.

San Vittore kann Lager weiter durchführen
Die Anpassung des Objektblatts San Vittore beinhaltet eine Erweiterung des Flugplatzperimeters, damit dort das jährliche Segelfluglager des Aeroclubs der Schweiz stattfinden kann. Die Objektblätter für die Flugfelder Pfaffnau (Heliport), Bad Ragaz und Leysin (Heliport) sind neu.

Die Standortkantone Bern, Graubünden, Luzern, St. Gallen und Waadt stimmten den Objektblättern zu. Es bestehen keine Widersprüche zu ihren kantonalen Richtplänen. Aus der öffentlichen Mitwirkung der Bevölkerung ergaben sich ebenfalls keine grösseren Differenzen. Lediglich beim Heliport Pfaffnau wurde die Anzahl Flugbewegungen im Gebiet mit Lärmbelastung zum Schutz der Bevölkerung und der Umwelt um rund 20% reduziert und auf 2500 pro Jahr festgelegt. Quelle: ‚BAZL‚.

Neustart des Segelfluglagers San Vittore

Das Segelfluglager San Vittore findet nach vier Jahren Pause dieses Jahr wieder statt. Durch unermüdlichen Einsatz einzelner Vorstandsmitglieder ist das Lager auf gutem Wege. Das BAZL hat uns die Zusage mündlich bereits gegeben. Wir sind auf Kurs!

Das Lager findet vom 15. – 29. April 2023 statt. Es hat noch einige Plätze frei um die Segelflug-Saison 2023 in der Südschweiz so richtig zu starten.

Anmeldung an: j.hasler@swissonline.ch