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150 Jahre Segelfluglehrer-Erfahrung

Damit auf keinen Fall falsche Gerüchte entstehen, als «Moscht Ludi» bezeichnet man im Kanton Thurgau jene Personen, die sich öfters mal einen Moscht (vergorener Alpfelsaft) gönnen. Dabei kann es durchaus auch alkoholfreier Moscht sein, man ist also nach dem Genuss durchaus noch flugfähig.

Autor: Peter Schmid

Aber der Reihe nach. Nach 32 Jahren teilweise sehr sporadischer, teilweise etwas intensiverer Segelflugschulung, fand ich, es wäre an der Zeit, sich selber mal wieder in die Rolle des Schülers zu versetzen. Ausgeschrieben vom Segelflugverband bot der Fluglehrer-Weiterbildungskurs 1/2026 in Amlikon die ideale Gelegenheit dazu.

Am Sonntag, 17. Mai fanden sich insgesamt 150 Jahre Segelfluglehrer-Erfahrung im Theorieraum in Amlikon ein. Diese grosse Erfahrung summierte sich über die beiden Kursleiter Role Bieri und Heinz Brem, plus die vier Fluglehrer Daniela Nowak (Bellchasse), Martin Zumbrunnen (Bern), Ernst Oettli (Amlikon) und Peter Schmid (Schänis). Nur schon der Erfahrungsaustausch wäre ein kursfüllendes Programm gewesen.

Aber nein, nix mit Sonntag frei, nach Besprechung des Wochenprogrammes und den Erwartungen der Kursleitung gings gleich zu Sache. Die ersten Longbriefings standen an. Dabei präsentiert jeweils ein Fluglehrer ein Thema, die anderen Fluglehrer beobachten und hören aufmerksam zu. Vermeintlich banale Themen wie Checklisten und Platzrunden führten bereits zu angeregten Diskussionen.

Das Meteobriefing für den Montag, 18. Mai verhiess kein Segelflugwetter. Regnerisch, für die Jahreszeit sehr kalt. Aber auch hier zahlte sich 150 Jahre Segelfluglehrer Erfahrung aus. Jedenfalls konnte das kurze, regenfreie Wetter optimal für unsere Flüge genutzt werden. Zwar gut durchfroren, aber rechtzeitig zu Beginn der ersten Regenschauer hatten wir unsere Flüge absolviert.

Mit Ausnahme des Lokalmatador Ernst Oettli, haben die Kandidaten, plus Role Bieri auf dem Flugplatz Amlikon gehaust. Schon sehr bald hat sich aus vormals unbekannten, eine gut funktionierende, temporäre WG gebildet. Frühstück, bzw. dessen Zubereitung ging jedenfalls schon bald ohne Absprachen oder Checklisten über die Bühne. Das hatte dann wahrscheinlich weniger mit 150 Jahren Segelfluglehrer Erfahrung, sondern vielmehr mit viel Lebenserfahrung zutun. Jedenfalls fühlten wir uns sehr wohl in unserer temporären WG.

Das Wetter besserte sich über die Woche kontinuierlich. Zu Beginn noch winterliche Temperaturen, waren es zu Kursabschluss schon hochsommerliche Verhältnisse. Gastreferenten haben den Kurs noch zusätzlich aufgepeppt. So referierte Flurin Schwerzmann über Kompetenzorientierte Ausbildungsmethodik. Dabei wird zwar die Ausbildungswelt nicht neu erfunden, es gab aber doch wertvolle Hinweise, wie wir die Segelflugschulung situativ noch verbessern können.

Dr. Raphael Widmer-Kaufmann referierte über Luftrecht für Fluglehrer. Das Eintauchen in die Welt des Luftrechts ist durchaus spannend und führte zu angeregten Diskussionen.

Die Flugübungen waren sehr wertvoll. Dabei markierten die Instruktoren zum Teil äusserst schwierige Flugschüler. Dies ging bis zum Punkt, wo man sie am liebsten mit dem Schleudersitz ausgeschossen hätte – aber stopp, die simulieren ja nur.

Tag der Wahrheit – der Donnerstag war der Tag des AoC Assessment of competence & der DoA’s Demonstration of ability. Der Unterschied liegt darin, dass wenn die Bedingungen für die Fluglehrertätigkeiten abgelaufen sind, muss zwingend ein AoC gemacht werden, wenn die Bedingungen für die Fluglehrertätigkeit nicht abgelaufen sind, reicht ein DoA.

Und falls sich jetzt jemand fragt, was die Bedingungen sind:

  • In den vorangegangenen 3 Jahren:
    • Auffrischungsschulung für Fluglehrer – Theorieunterricht
    • 30 Stunden oder 60 Starts als Fluglehrer
  • In den vorangegangenen 9 Jahren ein DoA

Jedenfalls haben sämtliche Kandidaten entweder das AoC oder das DoA bestanden.

Freitag war Funday, mit durchaus sehr relevanten Inhalten. Anflüge ohne Bremsklappen und Anflüge ohne Steuerknüppel, wobei während des gesamten Anfluges die entsprechenden Controls nicht angerührt werden durften. Während man sich dies bei den Bremsklappen durchaus noch vorstellen kann, brauchte es beim Steuerknüppel eine gute Portion Überwindung, um diesen konsequent nicht anzurühren. Pulsierende Seitensteuer- und Bremsklappen Einsätze sind der Weg zum Erfolg. Aber Vorsicht, dies ist nicht zur Nachahmung empfohlen, bzw. nur unter Aufsicht eines erfahrenen Segelfluglehrers.

Bei der letzten Übung blutete dann das Segelfliegerherz. Schlepp auf 1’300 müM in den Shortfinal. Der folgende Anflug wurde mit voller Bremsklappe und Vne geflogen. Einen dermassen ineffizienten Schlepp hatte ich in meinem gesamten Segelflugleben noch nie gemacht. Die Übung war aber durchaus eindrücklich.

Fazit nach 1 Woche Segelfluglehrer Weiterbildungskurs:

Die kompetenzorientiere Ausbildung kann nicht nur im Segelflug angewandt werden, auch in unserer temporären WG, wurden kompetenzorientierte Chargen vergeben. Da gab es den Eierkoch, den Einkaufschef, den Mis-en-place Chef etc.

Seriös, dieser Kurs ist eine hervorragende Investition in das Segelfluglehrer-Dasein. Nebst einer tollen Kameradschaft erlernt man die Lerninhalte praxisorientiert. Und wie immer in solchen Kursen ist der Austausch der Erfahrungen spannend und lehrreich.

Angesichts der Tatsache, dass in der Schweiz ca. 300 registrierte Segelfluglehrer amten, ist die Teilnehmerzahl von 4 Teilnehmern doch sehr bescheiden. Ich wünschte angehenden Segelflug-Piloten und den Instruktoren dieses Kurses, dass zukünftig etwas mehr Ressonanz auf diesen Kurs folgen.

Unser herzlicher Dank gilt dem Segelflugverband, im speziellen den Instruktoren Role Bieri und Heinz Brem, welche diesen Kurs mit sehr viel persönlichem Engagement leiteten. Ebenfalls geht ein Dank nach Amlikon für die ausgezeichnete Gastfreundschaft.

Airspace Refresher 2025

Hier finden Sie die PowerPoint-Präsentation-SFVS mit folgendem Inhalt:

  • Einführung in die Schweizer Luftraum-Struktur
  • Wolkenabstands-Minima
  • Flugbeschränkungs-Gebiete für Segelflugzeuge
  • Neue CTR & TMA Zürich
  • Elektronische Auffälligkeit & FASST-CH

Die Präsentation wurde mit grösstmöglicher Sorgfalt erstellt. Dennoch können Fehler auftreten. Die offiziellen Veröffentlichungen über die aktuellen Luftfahrtkarten, das VFR-Handbuch und die NOTAM sind massgebend. Alle Kartenausschnitte sind von swisstopo genehmigt und nicht für den operationellen Gebrauch bestimmt.

Referenzen:

  • eVFR-Handbuch vom 20.02.2025
  • Standardisierte Europäische Luftverkehrsregeln (SERA), Stand Dezember 2024
  • Verfügung betreffend Änderung der Luftraumstruktur der Schweiz 2025 vom 4. Februar 2025
  • Verfügung betreffend Änderung der Luftraumstruktur Zürich und Dübendorf vom 5. März 2025

Ueber Rückmeldungen freut sich Flurin Schwerzmann, Airspace Delegate, Segelflugverband der Schweiz, airspace@sfvs-fsvv.ch. Quelle: ‚segelflug.ch‚.

Erfolgreicher Segelfliegertag in Olten

Der Segelfliegertag 2024 lockte auch dieses Jahr wieder rund 300 Besucherinnen und Besucher an. Geboten wurde eine reichhaltige Ausstellung und eine Reihe spannender Referate.

Die Oltner Stadthalle verwandelte sich am Samstag, 16. November, in ein Mekka für die Segelflieger. Rund 300 Segelfliegerinnen und Segelflieger besuchten den gelungenen Anlass. Christian Heimlich, Präsident der SG Olten begrüsste die Teilnehmer und stellte ihnen die SG Olten vor, die nicht weit entfernt von der Stadthalle Olten im „Gheid“ seit 1931 Segelflugsport betreibt.

Felix Deutsch, Präsident des Spartenverbandes SFVS, gab einen kurzen Einblick in das Segelfliegerjahr 2024. Das schlechte Wetter und einige Unfälle mit teilweise tödlichem Ausgang trübten leider das Bild.

Auf der positiven Seite kann der Vizeweltmeistertitel von Jonas Langenegger im Segelkunstflug verzeichnet werden. Und trotz schwierigem Wetter: 2024 wurden ab Schweizer Flugplätzen mit Segelflugzeugen eine Gesamtflugstrecke von über 983’000 Kilometern zurückgelegt, wie Valeria Huber, Kommunikationsverantwortliche, anmerkte. Quelle: ‚aeroclub.ch‚.

Schweizer Segelflieger-Tag

Bist Du ready für den Event im Herbst?
Am Segelfliegertag vom 16. November in Olten erwartet Dich ein attraktives Programm:

  • Grosse Ausstellung
  • Segelfliegen im Engadin, Clubs svoul a vela Muottas
  • Segelfliegen im Berner Oberland, Alpine Segelfluggruppe Zweisimmen
  • Jonker Sailplanes – Firma und Flugzeuge
  • Prüfung von EDS-Sauerstoffgeräten
  • Neuer Bordrechner „Navia“ von LX Navigation
    …und viele weitere Highlights

Gut anschnallen: nach Ende der Konferenz steigt in der MAGAZIN Bar die offizielle SFT-Afterparty „Final Glide“! Melde Dich bis zum 09. November 2024 an und erhalte eine Vergünstigung auf das Tagesmenü. Wir freuen uns auf Euch 🙂

PS: Junior*innen erhalten einen Rabatt von 50% aufs Tagesmenü!

-> Anmeldung.

Schänis: Kunstflug-Breitenförderungs-Kurs

Der SFVS und die SAGA führen nächstes Jahr in Schänis einen Kunstflug-BFK durch.
Es gibt vier Ausbildungsgänge, daher ist der Kurs für jedes Niveau geeignet (mindestens 30h oder 120 Starts ab Scheinerhalt). Detailinfos und Anmeldeformular finden Sie hier. Anmeldeschluss ist der 14. Februar 2024.

Air- & Space Days 2023 sucht Helfer/-innen

Für die Betreuung des Segelflug-Infostandes anlässlich der Air- & Space Days vom 6. bis 8. Oktober 2023 im Verkehrshaus Luzern suchen wir begeisterte HelferInnen. Dazu stehen ein Flugzeugrumpf und zwei Simulatoren zu Verfügung. u förderst mit Deiner Mithilfe nicht nur den Nachwuchs unseres wunderschönen Sportes, sondern erlebst hautnah eine der spektakulärsten Flugshows über Luzern mit und wirst für Deinen Einsatz finanziell vergütet. Quelle: ‚SFVS‚.

Breitenförderungskurs im Streckensegelflug mit „Wellen-Schnüffeln“

Der letzte Flugtag vom 27.4. wurde zum besten Tag des Kurses mit Flügen zwischen Le Brassus und Aarau. Damit nahm der diesjährige BFK Streckenflug einen würdigen Abschluss. Das sehr nasse und wechselhafte Aprilwetter hatte Folgen: obwohl praktisch jede Regenpause zum Fliegen genutzt wurde, wurden in 95 Flügen nur 139:38 Stunden geflogen, wie Kursleiter Roland Bieri ermittelte. Das ergibt im Durchschnitt knapp 14 Std und 10 Flüge pro Teilnehmer. Ohne motivierte und engagierte Fluglehrer und Teilnehmer wäre es wohl noch weniger geworden. Eine der wichtigsten Erfahrungen war sicher, dass lehrreiche Segelflüge – ausser bei Regen – bei fast jedem Wetter möglich sind. So blieb die Stimmung trotz schlechtem Wetter gut. Quelle / vollständiger Bericht: „SFVS-Blog„.