Kohlefaserverstärkte Kunststoffe (Carbon Fibre Composites) sind ein zentraler Werkstoff im Flugzeugbau, zeichnen sich durch geringes Gewicht und hohe Stabilität aus. Bei der Verarbeitung von vorimprägniertem Carbonfasergewebe (Prepreg) entsteht jedoch Verschnitt. Bei der Pilatus Gruppe fallen jährlich über sechs Tonnen dieses Materials an, das bisher ungenutzt entsorgt wird.
Um diesen Produktionsabfall wiederzuverwenden, hat Pilatus gemeinsam mit der Hochschule Luzern und der inspire AG (Partner der ETH Zürich) ein 32-monatiges Forschungsprojekt gestartet. Pilatus stellt Material, Produktionsumgebung und Know-how zur Verfügung, um den Prozess unter realen Bedingungen zu testen. Unterstützt wird das Vorhaben durch Innosuisse, die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung.
Der technische Ansatz sieht vor, den klebrigen Prepreg-Verschnitt kontrolliert zu erwärmen, um die Haftwirkung für die maschinelle Weiterverarbeitung aufzuheben. Das Material wird zerkleinert und in einem speziellen Pressverfahren zu neuen Bauteilen geformt und ausgehärtet. Eine etablierte industrielle Methode für dieses Verfahren existiert in der Luftfahrt bislang nicht.
Für Pilatus bietet das Projekt die Möglichkeit, den Produktionsabfall zu reduzieren und gleichzeitig bis zu 36 Tonnen Aluminium pro Jahr durch die neuen Carbonteile zu ersetzen. Dies führt zu einer Gewichtsersparnis bei den Flugzeugen und einer Reduktion der Umweltbelastung. Das Vorhaben ist ein Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft im Flugzeugbau, wobei sich der Erfolg des Projekts in den kommenden Jahren zeigen wird.






