Schlagwort-Archiv: Propeller

DG-1000T: Aktuelles zur Propeller-Adapterscheibe

DG Flugzeugbau GmbH informiert über den Entwicklungsstand der Adapterscheibe für das Muster DG-1000T: Sämtliche erforderlichen Bodentests und Nachweise, die den Flugversuchen vorausgehen, wurden erfolgreich abgeschlossen.

Voraussichtlich noch in dieser Woche – vorbehaltlich geeigneter Wetterbedingungen – beginnen die geplanten Flugtests. Die anschließend ausgewerteten Ergebnisse werden unmittelbar an die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) übermittelt.

Bereits jetzt werden eingesandte Adapterscheiben im Werk physikalisch modifiziert. Nach erteilter Zulassung durch die EASA erfolgt die Rücksendung der überarbeiteten Teile an die Kunden.

Wichtig für Halter und Betreiber: Die bisherige Lebensdauer der Adapterscheiben bleibt unverändert – 50 Stunden Motorlaufzeit oder fünf Jahre, je nachdem, was zuerst eintritt. Die neue Version der Scheibe wird voraussichtlich ab Herbst 2025 verfügbar sein und ebenfalls dieser Laufzeitbeschränkung unterliegen. Quelle: ‘DG-Aviation-News’.

DG-1000T: Wieder-Inbetriebnahme nach Propeller-Vorfällen

Anfang Mai 2025 wurde über zwei Vorfälle berichtet, bei denen sich während des Flugs der Propeller an Segelflugzeugen des Typs DG-1000T löste. Infolgedessen wurde der Betrieb des Triebwerks durch die Veröffentlichung der DG Service-Information SI116-25 sowie der EASA Emergency Airworthiness Directive (EAD) 2025-0112-E vorläufig untersagt.

Übergangslösung
Zur Wiederinbetriebnahme des betroffenen Systems arbeitet DG Aviation an einem zweistufigen Lösungsansatz. In einem ersten Schritt ist eine Übergangslösung vorgesehen: An der bestehenden Propeller-Adapterscheibe werden zwei zusätzliche Bohrungen eingebracht, in die Sicherungsbolzen eingesetzt werden. Diese übernehmen im regulären Betrieb keine strukturelle Last, sollen jedoch ein Auseinanderdriften der Scheibenhälften bei einem möglichen Gummiversagen verhindern. Ziel ist ein verbesserter Halt des Propellers. Die modifizierte Propellerscheibe kann gemäß aktueller Planung bis zum Ablauf der vorgesehenen Lebensdauer (5 Jahre oder 50 Motorbetriebsstunden) weiterverwendet werden.

Umrüstung ab Juli 2025 im Werk in Bruchsal
Die Umrüstung soll voraussichtlich ab Ende Juli 2025 möglich sein. Dazu ist der Ausbau, die Modifikation und anschließende Prüfung der Propellerscheibe erforderlich, die ausschließlich bei DG Aviation durchgeführt werden kann.

Neukonstruktion ab kommendem Winter geplant
Langfristig ist eine Neukonstruktion der Propellerscheibe geplant. Die neue Version soll ab dem Winterhalbjahr 2025/2026 zur Verfügung stehen und zusätzliche Möglichkeiten zur Befestigung von Ausgleichsgewichten bieten, um dynamisches Wuchten zu ermöglichen. An der derzeitigen Lebensdauerbegrenzung von 5 Jahren oder 50 Motorbetriebsstunden wird auch bei der neuen Ausführung festgehalten. Weitere Informationen zur Umrüstung sind direkt beim Hersteller erhältlich.

DG-1000T – Möglicher Propellerverlust

Die Firma DG Aviation GmbH informiert auf ihrer Webseite, dass in den letzten Tagen zwei DG-1000T Segelflugzeuge ihren Propeller im Flug verloren haben. Derzeit gebe es noch keine weiteren Details zu den Vorfällen.

Die Firma DG-Aviation GmbH arbeitet unter Hochdruck daran, die Vorfälle aufzuarbeiten und Ursachen zu finden. Bis diese Arbeiten abgeschlossen sind und weitere Informationen gegeben werden, wird empfohlen, das Triebwerk nicht einzusetzen. Quelle:‘dg-aviation.de‚.

Hoffmann Propeller findet Investor

Gute Nachrichten für Hoffmann Propeller aus Rosenheim: Die Rosen Swiss Holding AG übernimmt das Unternehmen, das seit über 60 Jahren Holz- und Verbundpropeller für die Allgemeine Luftfahrt herstellt.

Der neue Eigentümer stärkt die finanzielle Stabilität und ermöglicht eine strategische Neuausrichtung. Unter Geschäftsführer Mark Härtenberger, der seit Mai 2024 im Amt ist, sollen das Produktportfolio erweitert, das Service-Geschäft ausgebaut und in moderne Produktions-Kapazitäten investiert werden.

Horror-Unfall: Rückwärts in Propeller gelaufen

Eine junge Frau ist bei einem Unfall auf einem Flugplatz in Kansas ums Leben gekommen, nachdem sie beim Fotografieren rückwärts in einen sich drehenden Flugzeugpropeller gelaufen war.

Am Samstagnachmittag, 26. Oktober 2024, erhielt die Zentrale von Sedgwick County eine Meldung über einen Unfall auf dem Cook Airfield in Derby, Kansas. Derby ist der größte Vorort von Wichita. Als die Einsatzkräfte am Unfallort eintrafen, fanden sie eine Frau, vermutlich Mitte 30, die sich beim Fotografieren von Menschen, die in Flugzeuge ein- und aussteigen, schwer verletzt hatte, als sie rückwärts laufend in einen sich drehenden Flugzeugpropeller geriet. Beim Unfallopfer handelte es sich um eine Fallschirmspringerin und Fotografin. Die Frau wurde in kritischem Zustand in ein örtliches Krankenhaus transportiert, wo sie leider ihren Verletzungen erlag.

Hoffmann Propeller: Insolvenz

Das 1955 gegründete Rosenheimer Unternehmen hat Ende Juli selber ein Insolvenz-Verfahren angestossen. Eigentümer der Firma sind Richard und Stephan Wurm. Von der Insolvenz sind 50 Facharbeiter/-innen betroffen. Die Firma stellt Propeller für die Allgemeine Luftfahrt, für Luftkissenfahrzeuge und für Windkanäle her.

Probleme bei Rotax-Motoren

Offensichtlich gibt es Probleme mit Rotax-Motoren, deren Häufigkeit man nur schwer abschätzen und deren Ursache man sich noch nicht hinreichend erklären kann. Deshalb ist es auch richtig und wichtig, dass LBA und BAZL hierzu Berichte von Flugzeugbetreibern im Rahmen des „incident reporting“ sammeln.

Laut LBA wird als mögliche Ursache derzeit unter anderem der enge Bauraum der Triebwerke innerhalb der Verkleidung diskutiert. Auch das Abgassystem sowie die Treibstoffversorgung, die Treibstoffqualität und der Zündmechanismus stehen im Fokus. Für die Analyse erschwerend ist der Umstand, dass sich die Störungen in keinem Fall reproduzieren ließen. Der einzig positive Aspekt ist, dass es bislang offenbar noch zu keinen Personenschäden gekommen ist.

DULV und AOPA-Germany wollen zur Lösung beitragen, indem wir Flugzeughalter bitten, ihre Erfahrungen auch an uns zu übermitteln. Die Meldungen sollten folgende Details enthalten:

  • LFZ-Muster
  • Motor-Typ
  • Propeller-Typ
  • Art der Störung / Flugphase
  • Datum der Störung
  • Nicht zwingend notwendig: Flugzeugkennung

Zudem wollen wir in Erfahrung bringen, welche Maßnahmen bei den Haltern ergriffen werden. Wir wissen, dass bei Vereinen nach Rücksprache mit den Herstellern bereits Betriebsempfehlungen im Umlauf sind, z.B. die maximale Startleistung so lange wie möglich stehen zu lassen und nicht zu reduzieren. Auch haben einige Halter in Rücksprache mit ihren Werften zusätzliche Wartungen eingeführt, danach werden bei Kontrollen Verschleißteile des Vergasers und Treibstoffleitungen frühzeitig ausgetauscht. Diese Infos wollen wir auch gerne sammeln. Eine Weitergabe der eingereichten Informationen an Behörden würde nur anonymisiert erfolgen. Bitte schreiben Sie uns unter info@aopa.de und / oder info@dulv.de. Oder nutzen Sie unsere Online-Umfrage. Quelle: ‚AOPA Germany‚.

Dynamisches Auswuchten von Triebwerk-Systemen

Neues Angebot von DG Aviation: (…) nahezu alle Eigner von Klapptriebwerklern kennen das Problem von Schäden durch teils sehr starke Vibrationen. Durch das dynamische Wuchten des Propellerkopfs werden schädliche Schwingungen erheblich reduziert. Diese Serviceleistung führt DG Aviation als „Fly-Inn-Termin“ durch. Der Pilot landet dabei mit seinem Flugzeug am Flugplatz Bruchsal, nimmt den Termin wahr und fliegt mit gewuchtetem Propeller wieder zurück in die Heimat. Quelle: ‚DG Aviation‚.

Fahrwerk klemmte

Die Feuerwehr Stadtlohn wurde am Montagnachmittag, 13. Februar, zu einem Einsatz auf den Flugplatz Wenningfeld gerufen. Ein Flugzeug hatte bei der Landung Probleme. Gegen 16 Uhr, so berichtete die Stadtlohner Feuerwehr, wurden sie am Montagnachmittag zum Flugplatz Stadtlohn/Vreden gerufen. Das Fahrwerk eines Flugzeuges war bei einer Landung nicht ausgefahren. Die Maschine konnte sicher landen, Personen kamen nicht zu Schaden, berichtet die Feuerwehr. Das Flugzeug wurde mit Hilfe von Hebekissen angehoben und auf ein fahrbares Untergestell gesetzt. Danach konnte das Flugzeug in einen Hangar geschleppt werden. Quelle: ‚Münsterland-Zeitung‚.

Neue, ringförmige Propeller

Luftfahrt ist laut. Das ist seit 120 Jahren und dem ersten Mo­tor­flug der Brüder Wright eine Tatsache. Denn Propeller und später Düsen sind eine laute und teils sogar ohrenbetäubende Angelegenheit. Doch zumindest für Propeller bahnt sich eine kleine Revolution an. Drohnen sind in den vergangenen Jahren immer populärer geworden und liefern uns spektakuläre Aufnahmen von Städten und auch der Natur. Doch gerade im zweiten Fall hat das einen Haken. Denn wer eine Drohne in der Stille der Natur aufsteigen lässt, der merkt das sofort. Grund dafür ist natürlich der hochfrequente Lärm der Propeller, der in der Lage ist, jede Idylle nachhaltig zu stören.

Lautloses Fliegen rückt näher
Doch nun hat ein Team des Lincoln Laboratory des Massachusetts Institute of Technology (MIT) einen Propeller entwickelt, der nahezu lautlos arbeitet (via New Atlas). In einem Video erläutert Thomas Sebastian, Forscher bei der Structural and Thermal-Fluids Engineering Group des MIT, dass er eigentlich an einem anderen Projekt beschäftigt war, nämlich einem Ionen-betriebenen Flugzeug. Dieses hat praktisch keine beweglichen Teile und ist damit nahezu lautlos. Hierfür benötigte Sebastian einen Weg, um diese neue Technologie mit einem Propeller vergleichen zu können. Doch das Problem war eben, dass diese sehr laut sind. Also haben Sebastian und sein Team nach Wegen gesucht, ob und wie man den Propeller diesbezüglich verbessern könnte. Hierzu warf man einen Blick in die ferne Vergangenheit der Luftfahrt, als man mit ringförmigen Flügeln experimentierte.

3D-gedruckte Ringe als Lösung
Tatsächlich war das ein vielversprechender Ansatz und man baute toroidale bzw. ringförmige Propeller. Damit gelang es, die Verwirbelungen signifikant zu minimieren. „Wir hatten die Idee, eine ringförmige Flügelform zu verwenden, um hoffentlich einen leiseren Propeller zu erhalten“, so Sebastian. „Ein Praktikant von mir, der einfach phänomenal war, hat diese Idee weiterverfolgt. Er nahm das Konzept und erstellte eine Reihe von Iterationen mit 3D-Druckern.“ Entscheidend dabei war es, die vom Propeller erzeugten Wirbel über die gesamte Form des Propellers zu verteilen und nicht nur an der Spitze. Sebastian: „Das führt dazu, dass er sich in der Atmosphäre schneller auflöst. Der Wirbel breitet sich nicht mehr so weit aus, sodass man ihn seltener hört.“ Das Erstaunliche daran: Die neuartige Propellerform hatte auch keinen Nachteil beim erzeugten Schub. Im Gegenteil: Das bisher beste Design mit der Nummer B160 war nicht nur wesentlich leiser als ein herkömmlicher Propeller, sondern auch leistungsstärker – und das, obwohl die Entwicklung und Optimierung der toroidalen Propeller noch nicht abgeschlossen ist.

Ganz ohne Nachteile kommen die neuen Propeller aber auch nicht aus, denn deren komplexere Form ist schwerer herzustellen. Hier kann und wird aber 3D-Druck helfen, so die Forscher. Das gilt übrigens nicht nur in der Luft, sondern auch im Wasser (wo damit bereits länger gearbeitet wird), auch dort kann die Geräuschentwicklung signifikant reduziert werden. Quelle: ‚Winfuture.de‚.

Untersuchungsbericht zu verlorenem Arcus-Propeller

Verlauf
Südwestlich des Ricken fuhr der Pilot um 15:52 Uhr in einer Flughöhe von rund 1100 m/M den Hilfsantrieb aus, um Höhe zu gewinnen, da er sich zwischen Wägital und Mythen bessere Segelflugbedingungen erhoffte und dadurch den Flug noch etwas verlängern konnte. Er wollte den Motor gemäss der entsprechenden Checkliste mittels des durch anströmende Luft drehenden Propellers (windmilling) starten, was ihm bei den ersten beiden Startversuchen nicht gelang. Kurz vor der Ortschaft Benken (SG) auf einer Flughöhe von ca. 1045 m/M, entsprechend 635 m über Grund, beschleunigte er für einen erneuten Startversuch den Motorsegler auf eine höhere Fluggeschwindigkeit. Dieses Mal startete der Motor sofort und heulte auf. Zeitgleich war ein lauter Knall hörbar.

Der Pilot stellte fest, dass der Motorsegler weiterhin steuerbar war und entschied sich für eine Landung auf dem nahe gelegenen Flugfeld Schänis. Die Passagierin erkannte im Rückspiegel, dass der Propeller am Hilfsantrieb fehlte und teilte dies dem Piloten mit. Während des Rückfluges vergewisserte sich der Pilot am Triebwerkbediengerät, dass der Hilfsantrieb eingefahren war. Der Motorsegler landete wenig später ereignislos auf dem Flugfeld Schänis.

Befunde am Motorsegler
Der Motorsegler wurde durch den Verlust des Propellers an der Flügelwurzel des rechten Tragflügels, auf der Rumpfoberseite gleich hinter der Kabinenhaube und an der Seitenflosse beschädigt. Am Motor wurden äusserlich die gebrochene Propellerachse, eine verbogene Zündmodulplatte sowie das Fehlen der Antriebsriemen zwischen Motor und Propeller festgestellt.

Technische Aspekte
Beim Starten des Hilfsantriebes der HB-2467 brach die Propellerachse, was dazu führte, dass sich der Propeller mitsamt der Riemenscheibe vom Motor löste und ungebremst zu Boden stürzte. Das Versagen der Propellerachse liess sich dabei auf einen Ermüdungs-Bruch mit duktilem Restbruchanteil von rund 15 % der Gesamtbruchfläche zurückführen.

Ursachen
Der schwere Vorfall, bei dem sich der Propeller vom Hilfsantrieb des Motorseglers löste, ist darauf zurückzuführen, dass die Propellerachse aufgrund eines Ermüdungsbruches versagte. Zu diesem Ereignis führten in Kombination die folgenden Faktoren:

  • Ungenügende Gestaltsfestigkeit der Propellerachse;
  • Fehlen spezifischer Prüfintervalle und -vorgaben für die Propellerachse;
  • Fehlen einer Lebensdauerbegrenzung für die Propellerachse;
  • Das Service Bulletin des Motorenherstellers und die Lufttüchtigkeitsanweisung der EASA, die ältere Werknummern des Motorenmusters 2350D ausschlossen.

Sicherheitsempfehlung
Die Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit (European Union Aviation Safety Agency – EASA) sollte in Zusammenarbeit mit dem Flugzeughersteller Schempp-Hirth und dem Hersteller des Hilfsantriebes Solo Vertriebs- und Entwicklungs GmbH durch geeignete Massnahmen sicherstellen, dass die Propellerachsen bei allen Motoren-Mustern der Reihe 2350 eine genügende Gestaltsfestigkeit aufweisen. Als Gestalts-Festigkeit bezeichnet man in der Werkstoffkunde die ermittelte Dauerfestigkeit eines Bauteils in seiner konkreten Gestalt.

Getroffene Massnahmen
Am 7. Dezember 2021 informierte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) im Sinne einer proaktiven Sicherheitskultur per E-Mail alle Halter von Flugzeugmustern, die mit einem Motor des Musters Solo 2350D ausgerüstet sind, über den vorliegenden schweren Vorfall und das erkannte Sicherheitsdefizit. Am 23. Dezember 2021 publizierte der Flugzeughersteller Schempp-Hirth Flugzeugbau GmbH auf seiner Homepage eine Halterinformation mit Angaben zum vorliegenden schweren Vorfall und empfahl für alle betroffenen Flugzeugmuster und Baureihen mit dem Motormuster Solo 2350D, bei denen die Propellerachse eine Betriebszeit von 30 Betriebsstunden oder mehr aufweist, bis auf weiteres auf den Betrieb des Motors zu verzichten. Am 31. Januar 2022 veröffentlichte der Motorenhersteller Solo Kleinmotoren GmbH das Service Bulletin (SB) 4603-19.

Gemäss dieser SB ist bei allen Motoren des Musters Solo 2350D mit der Werknummer bis und mit 399 die Propellerachse durch eine verbesserte Achse bis spätestens einer Betriebszeit des Motors von 30 Stunden zu ersetzen.

Zudem wurde ein Austauschintervall der Achse von 50 Betriebsstunden eingeführt. Die neue Achse weist eine verbesserte Gestaltsfestigkeit auf. Quelle / vollständiger Bericht: ‚SUST‚.

Propeller verloren

Ein vom Flugplatz Schänis aus gestartetes Segelflugzeug mit Hilfsmotor verliert während des Flugs den Propeller. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) stuft den Vorfall als schwer ein.

Es herrscht bestes Flugwetter, als am Montagnachmittag des vergangenen 19. Juli ein Segelflugzeug mit Hilfsmotor mit der Immatrikulation HB-2467 vom Flugplatz Schänis abhebt. Am Steuerknüppel sitzt ein erfahrener 57-jähriger Schweizer Pilot. Das Flugzeug ist ein Zweiplätzer. Der Flieger hängt an der Schleppwinde eines Motorflugzeugs. Nachdem er die nötige Höhe erreicht hat, um mit Aufwinden ohne Motorhilfe weiter steigen zu können, wird das Seil ausgeklinkt. Im Verlaufe des weiteren Flugs startet der Pilot den Hilfsmotor, der sich oben am Segler befindet und der ausgeklappt werden kann. Während des Anlassvorgangs löst sich plötzlich der Propeller vom Motor und fällt in die Tiefe. Er schlägt im Raum Kaltbrunn/Benken im Riet auf. Trotz des Vorfalls, der sich um 17 Uhr ereignet hatte, kann der Pilot das Segelflugzeug anschliessend sicher auf dem Flugplatz Schänis landen. Dies geht aus einem Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) vom 11. August hervor. Sie hat zum verloren gegangenen Propeller eine Untersuchung eröffnet. Das Ergebnis steht noch aus. Die Sust spricht jedoch von einem «schweren Vorfall».

Bewohntes Gebiet meiden
Ein Fluglehrer des Flugplatzes Schänis, der nicht namentlich genannt werden will, sagt dazu: «Grundsätzlich gilt jeder Flugabbruch als schwerer Vorfall, auch wenn die Pilotin oder der Pilot sicher zum Flugplatz zurückkehren kann.» Der Fluglehrer gibt stellvertretend für den betroffenen Piloten Auskunft. Aber ein Propeller, der einfach so vom Himmel fliegt, der hätte ja Menschen, Tiere, Häuser oder Fahrzeuge treffen können. Der Fluglehrer verneint. Bewohntes Gebiet werde prinzipiell gemieden. Dies, um die Emissionen für Bewohnerinnen und Bewohner möglichst gering zu halten. Die Pilotinnen und Piloten des Flugplatzes Schänis würden in ihrer Ausbildung darauf sensibilisiert, Rücksicht zu nehmen.

Der abgestürzte Propeller ist aus Glasfasern hergestellt und wiegt zwei bis drei Kilogramm. Im Vergleich dazu seien Eisklötze aus grossen Passagiermaschinen viel grösser und würden einiges häufiger vom Himmel fallen, gibt der Fluglehrer zu bedenken.

Nicht voraussehbar
Wie lange der Pilot in der Luft war, welche Route er genau geflogen ist und ob er allein oder zu zweit unterwegs war, kann der Fluglehrer nicht sagen. Auch nicht, weshalb der Pilot den Hilfsmotor startete. Immerhin ging der Absturz des Propellers glimpflich aus. Gemäss Sust wurde niemand verletzt. Das Segelflugzeug wurde beim Unfall leicht beschädigt und es sei nur geringer Landschaden entstanden. Der Vorfall wird auf dem Flugplatz Schänis auch intern untersucht. Über den Grund, weshalb der Propeller vom Motor abgefallen war, kann laut dem Fluglehrer nur spekuliert werden. Es deute aber alles auf eine technische Ursache hin. Vor und während des Flugs seien am Segelflugzeug keine Probleme festgestellt worden, sagt der Fluglehrer. «Zudem hätte der Pilot keinerlei Möglichkeit gehabt, den Verlust des Propellers vorauszusehen oder zu verhindern.»

Vorerst stillgelegt
Das betroffene Flugzeug ist neun Jahre alt, kostet gegen 200 000 Franken und gehört der auf dem Flugplatz Schänis beheimateten Segelfluggruppe Lägern. Die neun Jahre seien noch kein Alter für ein Segelflugzeug, sagt der Fluglehrer weiter. Segelflugzeuge könnten gut und gerne 50 bis 60 Jahre in der Luft sein. Die Wartungsarbeiten erfolgten in Schänis gemäss Herstellervorgaben in sehr kurzen Abständen. Nach jeweils 25 Betriebsstunden würden die Motoren kontrolliert. Gebaut hat das Segelflugzeug die Schempp-Hirth in Kirchheim unter Teck in Deutschland. Dort steht der vorerst stillgelegte Flieger aktuell in einem Hangar, wo er vom Hersteller und in Zusammenarbeit mit der europäischen Luftfahrtbehörde untersucht wird. Besonders interessant macht den Fall des losgelösten Propellers, dass es sich dabei um den ersten bekannten Vorfall dieser Art überhaupt in ganz Europa handelt, wie der Fluglehrer erklärt. Damit sich ein solcher nicht wiederhole, gehe es nun darum, die mögliche Ursache zu finden und zu beheben. Quelle: ‚Südostschweiz‚.