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Jubiläum in Altenrhein darf abheben

Die Hängepartie um die Jubiläums-Airshow am Flugplatz St. Gallen-Altenrhein hat ein Ende gefunden. Einen Tag vor Ablauf der von den Organisatoren gesetzten Frist hat die Vorarlberger Landesregierung am 19. Februar 2026 ihre grundsätzliche Zustimmung zu der Veranstaltung erteilt. Damit scheint der Weg für das grosse Fest vom 28. bis 30. August 2026 frei zu sein. Die Zustimmung ist jedoch an Bedingungen geknüpft und stösst bei den direkt betroffenen österreichischen Gemeinden auf Kritik.

Entscheidung unter Auflagen
Nach wochenlanger Unsicherheit und intensiven Verhandlungen hinter den Kulissen gab die Vorarlberger Landesregierung grünes Licht für die Flugvorführungen. Die Zustimmung erfolgte unter der Bedingung, dass die Flugzeiten der Düsenjets der Patrouille Suisse auf zweimal 30 Minuten (statt der geplanten 40 Minuten) reduziert werden und der Überflug von Siedlungsgebieten möglichst vermieden wird. Diese Auflagen sollen in die finale Vereinbarung zwischen dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) in der Schweiz und dem zuständigen österreichischen Verkehrsministerium aufgenommen werden. Die Organisatoren und der Flughafenbetreiber zeigten sich erleichtert über den positiven Bescheid.

Kritik aus den Rheindelta-Gemeinden
Die Freude der Veranstalter wird jedoch vom Unmut der Bürgermeister der direkt betroffenen Rheindeltagemeinden Gaißau, Höchst und Fußach getrübt. In einer gemeinsamen Aussendung werfen sie der Vorarlberger Landesregierung vor, sie übergangen und hintergangen zu haben.

Die Gemeindevertreter kritisieren, dass sie sich mehrfach klar gegen eine Lockerung des Staatsvertrags ausgesprochen hätten. Ihre Bedenken bezüglich Lärmbelastung, Sicherheitsrisiken und der Beeinträchtigung des Natura-2000-Gebiets Rheindelta seien von der Landesregierung zuwenig gewürdigt worden. Die Darstellung des Landes, es habe eine Abstimmung gegeben, wird von den Bürgermeistern bestritten.

Ausblick und offene Fragen
Obwohl die Zustimmung aus Vorarlberg vorliegt, ist der Prozess noch nicht gänzlich abgeschlossen. Die finale Entscheidung liegt nun beim zuständigen Bundesministerium in Wien, da es sich um einen Staatsvertrag handelt. Üblicherweise folgt der Bund der Empfehlung des Landes, doch da die Landesregierung diesmal gegen die explizite Haltung der betroffenen Gemeinden entschieden hat, bleibt eine gewisse Unsicherheit.

Zudem steht die formelle Genehmigung durch das UVEK in Bern noch aus. Die Organisatoren müssen nun in der Detailplanung nachweisen, wie sie die Auflagen, insbesondere die Vermeidung von Überflügen über Siedlungsgebiete, umsetzen wollen. Flugplatz-Chef Thomas Krutzler räumte bereits ein, dass die genaue Flugroute letztlich auch von kurzfristigen Faktoren wie dem Wetter abhänge.

Heute bekannte Faktoren übersichtlich zusammengefasst:

AspektStatus / Ergebnis
Entscheidung VorarlbergZustimmung unter Auflagen
(erteilt am 19.02.2026)
AuflagenReduzierung der Flugzeit auf 2x 30 Min.; Vermeidung von Überflügen über Siedlungsgebiete
Reaktion OrganisatorenErleichterung; Start der Detailplanung und des Ticketverkaufs
Reaktion Rheindelta-GemeindenKritik; fühlen sich übergangen
Nächste SchritteFinale Entscheidung durch Bundesministerium in Wien; Genehmigung durch UVEK in Bern

100 Jahre Flugplatz St.Gallen-Altenrhein

Das Jubiläum des Flugplatzes St.Gallen-Altenrhein ist ein wichtiges Ereignis für die regionale Luftfahrtgemeinschaft. Die Veranstaltung verbindet die historische Würdigung mit zukunftsweisenden Impulsen und unterstreicht die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung des Flugplatzes. Die Planung ist fortgeschritten, steht aber unter dem Vorbehalt der Lärmregelungen.

Hintergrund und Bedeutung
Der Flugplatz St.Gallen-Altenrhein feiert 2026 sein 100-jähriges Bestehen. Seit 1926 verbindet der Standort Menschen und Regionen und ist eng mit der Luftfahrtgeschichte am Bodensee verknüpft. Claude Honoré Désiré Dornier, ein bedeutender Flugzeug-Konstrukteur, gilt als „Vater des Flugplatzes“. Er gründete hier Produktions-Hallen und finanzierte den Flugplatz, nachdem der Bau der legendären Do X in Deutschland verboten war. Heute wird der Flughafen von der People’s Air Group betrieben und ist ein wichtiger regionaler Wirtschaftsfaktor.

Veranstaltungskonzept
Vom 28. bis 30. August 2026 findet auf dem Flugplatzgelände ein dreitägiges Jubiläumsfest statt. Geplant sind Airshows, Ausstellungen und ein vielfältiges Rahmen-Programm für Familien, Aviatik-Enthusiasten und die breite Öffentlichkeit. Das Organisationskomitee erwartet 50.000 bis 100.000 Besucher/-innen. Die Veranstaltung soll historische Einblicke bieten, Begegnungen fördern und die Zukunft des Flugplatzes thematisieren.

Aktueller Stand und Herausforderungen
Die Planung ist in vollem Gange, jedoch hängt die konkrete Ausgestaltung des Programms von der Lockerung des Lärmkorsetts ab. Diese erfordert die Zustimmung Österreichs, da der Flugplatz grenzüberschreitende Bedeutung hat. Das OK steht in konstruktivem Austausch mit den Vorarlberger Behörden und geht von einer positiven Entscheidung aus. Eine kleinere, aber attraktive Airshow ist bereits vorgesehen. Der Vorverkauf für Tickets wird erst nach Vorliegen aller offiziellen Bewilligungen starten.

Organisation und Verantwortliche
Das OK besteht aus regional verankerten Mitgliedern, die verschiedene Ressorts leiten – von Kommunikation und Sicherheit über Finanzen bis hin zu Air Display und Gastronomie.

Kooperationen und Resonanz
Die Resonanz auf das Jubiläum ist positiv. Potenzielle Partner und Mieter des Flugplatzes unterstützen die Veranstaltung, etwa durch die Bereitstellung von Hangarflächen. Geplant sind Kooperationen mit der Historischen Schifffahrt Bodensee, um historische Fahrzeuge zu Wasser und in der Luft zu präsentieren.

Kontakt
Verein 100 Jahre Flugplatz St.Gallen-Altenrhein Flughafenstrasse 11, 9423 Altenrhein Tel.: +41 71 858 51 65 E-Mail: info@100jahreflugplatz.ch Web: www.100jahreflugplatz.ch

Günstiger Landen in Altenrhein

Der Flugplatz St.Gallen-Altenrhein wird dieses Jahr 100jährig. Im Jubiläumsjahr offeriert der Flugplatz ein spezielles Angebot für AeCS-Pilotinnen- und Piloten.

Für das Jahr 2026 bietet der Flugplatz allen AeCS-Mitgliedern einen Rabatt von 30% auf die Landegebühren an. Dies gilt für Luftfahrzeuge mit einem Gewicht unter drei Tonnen. Der Rabatt kann im C-Büro gegen Vorweisen des Mitgliederausweises geltend gemacht werden. Er ist nicht kumulierbar mit anderen Aktionen.

Motor und Knotenpunkt für die Region

Eine Studie des Center for Aviation and Space Competence der Universität St. Gallen beleuchtet den Flugplatz St. Gallen-Altenrhein und seine Bedeutung für die Region. Die Analyse aus Mai 2025 zeigt, dass der Flugplatz weit mehr als ein reiner Verkehrsstandort ist: Er spielt sowohl direkt als auch indirekt eine wichtige Rolle in der regionalen Wirtschaft, schafft Arbeitsplätze und trägt zur Vernetzung der Gesellschaft bei.

Neben ökonomischen Effekten hebt die Studie auch die gesellschaftliche Verankerung des Flugplatzes hervor – als Treffpunkt für Luftfahrtbegeisterte, Ausbildungsstätte und Tor für touristische wie geschäftliche Verbindungen. Damit unterstreicht der Bericht die strategische Bedeutung des Flugplatzes für die gesamte Ostschweiz.

-> Studie (Flipbook)

Ziellandekonkurrenz (ZLK) SG Säntis

Am Samstag, den 20. September 2025, fand bei strahlendem Sonnenschein die traditionelle Ziellandekonkurrenz der SG Säntis statt. Insgesamt zehn Piloten und eine Pilotin stellten dabei ihr Können unter Beweis.

Die gestellte Aufgabe verlangte höchste Präzision: Nach dem Start an der Winde mussten über dem Abbauraum zwei Vollkreise geflogen werden. Beim Einleiten in den Gegenanflug galt es, möglichst genau 600 m Höhe zu treffen – Abweichungen sowie ein Unterschreiten der Mindestgeschwindigkeit von 95 km/h wurden mit Strafpunkten geahndet. Anschließend folgte die Ziellandung: Die Flugzeuge mussten innerhalb des vorgegebenen Feldes aufgesetzt und der Zielpunkt möglichst genau getroffen werden – ganz ohne Einsatz der Radbremsen. Eine anspruchsvolle, aber zugleich spannende Herausforderung für alle Teilnehmenden.

Nach Abschluss der Flüge ging es im Hangar weiter. Am Hubschrauber-Simulator versuchten die Teilnehmenden, einen virtuellen Helikopter innerhalb einer bestimmten Zeit möglichst exakt zum Zielpunkt zu steuern. Auch ein kurzer Theorieteil mit kniffligen Fragen durfte nicht fehlen.

Das prächtige Wetter nutzten zudem Rainer Ender und Werner Rissi jun., um das historische Segelflugzeug SG 38 in die Luft zu bringen. Beide zeigten bei jedem Start ihre Begeisterung – jedes Abheben wurde von einem lauten Jauchzer begleitet und zog bewundernde Blicke auf sich.

Die Organisation des Anlasses lag in bewährter Manier bei einem frisch brevetierten Segelflugpiloten: In diesem Jahr übernahm Stefan Volland die Planung und Durchführung des Wettbewerbs sowie die Organisation des anschließenden Apéros. Dabei wurde er tatkräftig von seiner Tochter und deren Freund unterstützt.

Rangliste 2025:

  1. Platz: Rahela Kissling
  2. Platz: Stefan Volland
  3. Platz: Rainer Ender

Die SG Säntis blickt auf einen gelungenen Wettbewerb zurück, der Präzision, Spaß und Kameradschaft miteinander vereinte – und freut sich bereits auf die nächste Ziellandekonkurrenz.

Altenrhein spart

Der Schweizer Bundesrat will Regionalflugplätze wie Altenrhein ab 2027 nicht mehr unterstützen. Nur Grenchen und Bern-Belp sollen weiterhin Gelder für die Flug-Sicherung erhalten. Für Altenrhein könnten dadurch jährlich vier bis fünf Millionen Franken fehlen – ein Entscheid fällt im Dezember.

Die Betreiberin People’s Air Group reagiert mit einem Investitionsstopp: Die für August 2025 geplante Pistensanierung wird verschoben, stattdessen sind nur punktuelle Reparaturen vorgesehen – nachts, um den Betrieb nicht zu stören.

CEO Thomas Krutzler betont, dass die Flugsicherung bereits heute nicht aus der Bundeskasse, sondern aus der Mineralölsteuer finanziert wird. Falle der Bundesbeitrag weg, sei der Betrieb gefährdet. Betreiberin und Kanton halten es für unrealistisch, das Defizit über höhere Landegebühren auszugleichen.

Altenrhein: Abflug-Regime einhalten.

Immer wieder kommt es über Altenrhein zu gefährlichen Annäherungen von Flugzeugen. Philipp Köppel, Berufspilot und St.Galler SVP-Kantonsrat, hat die parlamentarische Gruppe Luft- und Raumfahrt gegründet. Er spricht über die Herausforderungen für Pilotinnen und Piloten und sagt, was die Politik nun tun kann.

Ein Businessjet hebt in Altenrhein ab. Bei aufeinanderfolgenden Starts und Landungen kommen sich die Flugzeuge nahe – manchmal zu nahe.

Herr Köppel, immer wieder sind startende Freizeitpilotinnen und -piloten in die Vorfälle involviert. Was macht das Startmanöver herausfordernd?

Beim Start kommt grundsätzlich viel zusammen: Kleinflugzeuge werden oft nur von einer Person gesteuert. Man muss die Geschwindigkeit und den Kurs im Griff haben, nach anderen Flugobjekten Ausschau halten und gleichzeitig auf den Funkverkehr hören. Damit ist man ziemlich ausgelastet. Für Pilotinnen und -piloten ist daher eine gute Flugvorbereitung essenziell. Und gerade auch für Hobbyfliegerinnen und -flieger ist Routine wichtig.

Haben Sie Verständnis für die Fehler, die dabei in letzter Zeit gemacht wurden?

Im Prinzip ist das Abflugverfahren in Altenrhein einfach: Geradeaus abheben und dann rechts abdrehen. Beim letzten Vorfall muss der Pilot das Abflugverfahren nicht studiert haben, sonst wäre es nicht zur Situation gekommen. Da im entgegenkommenden Flugzeug Profis sassen, ist nichts passiert. Wichtig ist: Wenn sich alle an die Abläufe halten, die in Altenrhein gelten, sollten solche Vorfälle nicht passieren. An sich hat das also nichts mit Altenrhein zu tun – es gibt andere Flugplätze, die ein ähnliche Abflugregimes betreiben.

Bildlegende: Quelle:SUST/Kartendaten: OSM, Lizenz Odbl 1.0/Karte:stb

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt macht die Pilotinnen und Piloten mit Informationskampagnen auf die Situation aufmerksam. Ist das der richtige Weg?

Grundsätzlich finde ich die Kampagne gut. Es ist die einzige Möglichkeit, die es innerhalb der Rahmenbedingungen gibt. Solange dieses Abflugregime gilt und Flüge über Österreich auf ein Minimum beschränkt sind, muss man damit leben. Insofern kenne ich aktuell kein besseres Rezept.

Grund für das Überflug-Verbot ist der Staatsvertrag mit Österreich aus dem Jahr 1992. Neuverhandlungen waren zuletzt gescheitert – plädieren Sie für eine Wiederaufnahme?

Unbedingt. Das ist ein wichtiges Anliegen unserer parlamentarischen Gruppe Luft- und Raumfahrt. Die ganze Region – Vorarlberg, Liechtenstein und natürlich die Ostschweiz – profitiert vom Flugplatz. In Vorarlberg betreut der neue Landesstatthalter Christof Bitschi das Verkehrsdossier. Ich bin überzeugt, dass man mit ihm und der neuen österreichischen Bundesregierung Wege findet und hoffe, dass möglichst schnell eine Lösung erarbeitet werden kann, um die Situation zu verbessern. Von Schweizer Seite ist der Wille da, vorwärts zu machen. Quelle: ‚Tagblatt.ch‚.

Kantonsrat Philipp Köppel (SVP) hat als Berufspilot über 10’000 Flugstunden absolviert.

Mögliche Rückkehr einer Legende

Sie gilt als herausragendes Beispiel der deutschen Ingenieurkunst, ein Gigant der Lüfte, Luftfahrtgeschichte – die imposante Do X, von der nur drei Flugzeuge jemals gebaut wurden und keines mehr heute besteht, schlummert als Kulturgut der Innovationskraft in unserer Vergangenheit. Es ist Zeit sie zu wecken und mit ihr den Pioniergeist deutscher Ingenieurleistung. Der Anfang ist gemacht, das erste Bauteil – Spant 44 – ist bereits gebaut und zeigt eindrücklich, dass ein Nachbau der Do X möglich ist.

Die Do X Nachbau Vision
In enger Zusammenarbeit mit den Dualen Hochschulen Baden-Württembergs und tatkräftiger Unterstützung leidenschaftlicher Enthusiasten wurde bereits die Vorkonstruktion des massiven Flugschiffes fertiggestellt und mit der detaillierten Rekonstruktion von Bauteilen begonnen. Nun gilt es den nächsten Schritt, den Aufbau der Do X, zu gehen.

Ein kompletter Nachbau der Do X in originalgetreuer und begehbarer Form soll bis zum 100. Jahrestag des Erstfluges, am 12. Juli 2029 verfügbar sein. Der Wiederaufbau soll in Teilphasen unter Verwendung von historischen Fertigungsmethoden der Luftfahrt in einer gläsernen Werft nach dem Beispiel von Campus Galli, der Rekonstruktion einer Klosterstadt in Meßkirch oder dem Burgbauprojekt Guédelon in Frankreich erfolgen. Das heißt, die Besucher können die Entstehung der Maschine von den Anfängen der Profilerstellung (als Filmeinspielung, weil die Vorfertigung der Profile in einer externen Firma erfolgt) bis zur Integration verfolgen. Quelle: ‚DO-X Altenrhein‚.