Schlagwort-Archiv: Altenrhein

Motor und Knotenpunkt für die Region

Eine Studie des Center for Aviation and Space Competence der Universität St. Gallen beleuchtet den Flugplatz St. Gallen-Altenrhein und seine Bedeutung für die Region. Die Analyse aus Mai 2025 zeigt, dass der Flugplatz weit mehr als ein reiner Verkehrsstandort ist: Er spielt sowohl direkt als auch indirekt eine wichtige Rolle in der regionalen Wirtschaft, schafft Arbeitsplätze und trägt zur Vernetzung der Gesellschaft bei.

Neben ökonomischen Effekten hebt die Studie auch die gesellschaftliche Verankerung des Flugplatzes hervor – als Treffpunkt für Luftfahrtbegeisterte, Ausbildungsstätte und Tor für touristische wie geschäftliche Verbindungen. Damit unterstreicht der Bericht die strategische Bedeutung des Flugplatzes für die gesamte Ostschweiz.

-> Studie (Flipbook)

Ziellandekonkurrenz (ZLK) SG Säntis

Am Samstag, den 20. September 2025, fand bei strahlendem Sonnenschein die traditionelle Ziellandekonkurrenz der SG Säntis statt. Insgesamt zehn Piloten und eine Pilotin stellten dabei ihr Können unter Beweis.

Die gestellte Aufgabe verlangte höchste Präzision: Nach dem Start an der Winde mussten über dem Abbauraum zwei Vollkreise geflogen werden. Beim Einleiten in den Gegenanflug galt es, möglichst genau 600 m Höhe zu treffen – Abweichungen sowie ein Unterschreiten der Mindestgeschwindigkeit von 95 km/h wurden mit Strafpunkten geahndet. Anschließend folgte die Ziellandung: Die Flugzeuge mussten innerhalb des vorgegebenen Feldes aufgesetzt und der Zielpunkt möglichst genau getroffen werden – ganz ohne Einsatz der Radbremsen. Eine anspruchsvolle, aber zugleich spannende Herausforderung für alle Teilnehmenden.

Nach Abschluss der Flüge ging es im Hangar weiter. Am Hubschrauber-Simulator versuchten die Teilnehmenden, einen virtuellen Helikopter innerhalb einer bestimmten Zeit möglichst exakt zum Zielpunkt zu steuern. Auch ein kurzer Theorieteil mit kniffligen Fragen durfte nicht fehlen.

Das prächtige Wetter nutzten zudem Rainer Ender und Werner Rissi jun., um das historische Segelflugzeug SG 38 in die Luft zu bringen. Beide zeigten bei jedem Start ihre Begeisterung – jedes Abheben wurde von einem lauten Jauchzer begleitet und zog bewundernde Blicke auf sich.

Die Organisation des Anlasses lag in bewährter Manier bei einem frisch brevetierten Segelflugpiloten: In diesem Jahr übernahm Stefan Volland die Planung und Durchführung des Wettbewerbs sowie die Organisation des anschließenden Apéros. Dabei wurde er tatkräftig von seiner Tochter und deren Freund unterstützt.

Rangliste 2025:

  1. Platz: Rahela Kissling
  2. Platz: Stefan Volland
  3. Platz: Rainer Ender

Die SG Säntis blickt auf einen gelungenen Wettbewerb zurück, der Präzision, Spaß und Kameradschaft miteinander vereinte – und freut sich bereits auf die nächste Ziellandekonkurrenz.

Altenrhein spart

Der Schweizer Bundesrat will Regionalflugplätze wie Altenrhein ab 2027 nicht mehr unterstützen. Nur Grenchen und Bern-Belp sollen weiterhin Gelder für die Flug-Sicherung erhalten. Für Altenrhein könnten dadurch jährlich vier bis fünf Millionen Franken fehlen – ein Entscheid fällt im Dezember.

Die Betreiberin People’s Air Group reagiert mit einem Investitionsstopp: Die für August 2025 geplante Pistensanierung wird verschoben, stattdessen sind nur punktuelle Reparaturen vorgesehen – nachts, um den Betrieb nicht zu stören.

CEO Thomas Krutzler betont, dass die Flugsicherung bereits heute nicht aus der Bundeskasse, sondern aus der Mineralölsteuer finanziert wird. Falle der Bundesbeitrag weg, sei der Betrieb gefährdet. Betreiberin und Kanton halten es für unrealistisch, das Defizit über höhere Landegebühren auszugleichen.

Altenrhein: Abflug-Regime einhalten.

Immer wieder kommt es über Altenrhein zu gefährlichen Annäherungen von Flugzeugen. Philipp Köppel, Berufspilot und St.Galler SVP-Kantonsrat, hat die parlamentarische Gruppe Luft- und Raumfahrt gegründet. Er spricht über die Herausforderungen für Pilotinnen und Piloten und sagt, was die Politik nun tun kann.

Ein Businessjet hebt in Altenrhein ab. Bei aufeinanderfolgenden Starts und Landungen kommen sich die Flugzeuge nahe – manchmal zu nahe.

Herr Köppel, immer wieder sind startende Freizeitpilotinnen und -piloten in die Vorfälle involviert. Was macht das Startmanöver herausfordernd?

Beim Start kommt grundsätzlich viel zusammen: Kleinflugzeuge werden oft nur von einer Person gesteuert. Man muss die Geschwindigkeit und den Kurs im Griff haben, nach anderen Flugobjekten Ausschau halten und gleichzeitig auf den Funkverkehr hören. Damit ist man ziemlich ausgelastet. Für Pilotinnen und -piloten ist daher eine gute Flugvorbereitung essenziell. Und gerade auch für Hobbyfliegerinnen und -flieger ist Routine wichtig.

Haben Sie Verständnis für die Fehler, die dabei in letzter Zeit gemacht wurden?

Im Prinzip ist das Abflugverfahren in Altenrhein einfach: Geradeaus abheben und dann rechts abdrehen. Beim letzten Vorfall muss der Pilot das Abflugverfahren nicht studiert haben, sonst wäre es nicht zur Situation gekommen. Da im entgegenkommenden Flugzeug Profis sassen, ist nichts passiert. Wichtig ist: Wenn sich alle an die Abläufe halten, die in Altenrhein gelten, sollten solche Vorfälle nicht passieren. An sich hat das also nichts mit Altenrhein zu tun – es gibt andere Flugplätze, die ein ähnliche Abflugregimes betreiben.

Bildlegende: Quelle:SUST/Kartendaten: OSM, Lizenz Odbl 1.0/Karte:stb

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt macht die Pilotinnen und Piloten mit Informationskampagnen auf die Situation aufmerksam. Ist das der richtige Weg?

Grundsätzlich finde ich die Kampagne gut. Es ist die einzige Möglichkeit, die es innerhalb der Rahmenbedingungen gibt. Solange dieses Abflugregime gilt und Flüge über Österreich auf ein Minimum beschränkt sind, muss man damit leben. Insofern kenne ich aktuell kein besseres Rezept.

Grund für das Überflug-Verbot ist der Staatsvertrag mit Österreich aus dem Jahr 1992. Neuverhandlungen waren zuletzt gescheitert – plädieren Sie für eine Wiederaufnahme?

Unbedingt. Das ist ein wichtiges Anliegen unserer parlamentarischen Gruppe Luft- und Raumfahrt. Die ganze Region – Vorarlberg, Liechtenstein und natürlich die Ostschweiz – profitiert vom Flugplatz. In Vorarlberg betreut der neue Landesstatthalter Christof Bitschi das Verkehrsdossier. Ich bin überzeugt, dass man mit ihm und der neuen österreichischen Bundesregierung Wege findet und hoffe, dass möglichst schnell eine Lösung erarbeitet werden kann, um die Situation zu verbessern. Von Schweizer Seite ist der Wille da, vorwärts zu machen. Quelle: ‚Tagblatt.ch‚.

Kantonsrat Philipp Köppel (SVP) hat als Berufspilot über 10’000 Flugstunden absolviert.

Mögliche Rückkehr einer Legende

Sie gilt als herausragendes Beispiel der deutschen Ingenieurkunst, ein Gigant der Lüfte, Luftfahrtgeschichte – die imposante Do X, von der nur drei Flugzeuge jemals gebaut wurden und keines mehr heute besteht, schlummert als Kulturgut der Innovationskraft in unserer Vergangenheit. Es ist Zeit sie zu wecken und mit ihr den Pioniergeist deutscher Ingenieurleistung. Der Anfang ist gemacht, das erste Bauteil – Spant 44 – ist bereits gebaut und zeigt eindrücklich, dass ein Nachbau der Do X möglich ist.

Die Do X Nachbau Vision
In enger Zusammenarbeit mit den Dualen Hochschulen Baden-Württembergs und tatkräftiger Unterstützung leidenschaftlicher Enthusiasten wurde bereits die Vorkonstruktion des massiven Flugschiffes fertiggestellt und mit der detaillierten Rekonstruktion von Bauteilen begonnen. Nun gilt es den nächsten Schritt, den Aufbau der Do X, zu gehen.

Ein kompletter Nachbau der Do X in originalgetreuer und begehbarer Form soll bis zum 100. Jahrestag des Erstfluges, am 12. Juli 2029 verfügbar sein. Der Wiederaufbau soll in Teilphasen unter Verwendung von historischen Fertigungsmethoden der Luftfahrt in einer gläsernen Werft nach dem Beispiel von Campus Galli, der Rekonstruktion einer Klosterstadt in Meßkirch oder dem Burgbauprojekt Guédelon in Frankreich erfolgen. Das heißt, die Besucher können die Entstehung der Maschine von den Anfängen der Profilerstellung (als Filmeinspielung, weil die Vorfertigung der Profile in einer externen Firma erfolgt) bis zur Integration verfolgen. Quelle: ‚DO-X Altenrhein‚.