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Lärmbelästigung durch Kunstflug

Anwohner im Bereich des Flugplatzes Schwarze Heide sehen die Lärmbelästigung durch den Kunstflug zunehmend kritisch. Hierzu wurde auch eine Online-Petition gestartet, die ein generelles Flugverbot fordert. Neben der Lautstärke scheint insbesondere der ungleichmäßig auf- und abschwellende Ton bei den Flugübungen problematisch zu sein. „Die Gesetzeslage bietet wenig Handlungsspielraum für Regelungen durch die kommunalen Verwaltungen“, sagt hierzu Helga Franzkowiak, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN Kreistagsfraktion. „Dennoch müssen alle Beteiligte – Kunstflieger, Flughafengesellschaft und Verwaltungen – gemeinsam mit dem Lärmbeirat des Flugplatzes Lösungen für das Lärmproblem suchen und Verbesserungen im Sinne der lärmgeplagten Anwohner anstreben“, so Franzkowiak weiter. Quelle: ‚Niederrhein Anzeiger‚.

Flugkunst oder nur Lärm?

„Fast täglich heben Kunstflieger auf dem Flugplatz Schwarze Heide ab und stören Anwohner in Gartrop-Bühl und im Hünxerwald sowie den angrenzenden Kommunen“, teilt die SPD Hünxe mit. Sie verweist auf eine Online-Petition zum „Verbot des Kunstflug“, der sich bereits über 50 Hünxer angeschlossen haben. „Wir brauchen klare Regeln und Zeitvorgaben für die Kunstfliegerei. Es geht nicht darum, den Flugplatz Schwarze Heide infrage zu stellen. Jetzt gilt es, alle Betroffenen an einen Tisch zu holen“, meint der designierte SPD-Bürgermeisterkandidat Volker Marquard. em entgegnet die CDU Voerde kritische Worte. „Lärm ist natürlich zum einen ein ernstzunehmender Risikofaktor für die Gesundheit, eignet sich aber zum anderen auch als hervorragendes Wahlkampfthema“, schreibt CDU–Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Wefelnberg in einer Pressemitteilung. Der Bürgermeister hätte bereits „zu diesem Thema Kontakt mit der Bezirksregierung aufgenommen, welche im Gegensatz zum Gemeinderat wirklich für dieses Thema zuständig ist.“ Im nächsten Haupt- und Finanzausschuss (HFA) soll dann über dieses Thema berichtet werden.

Dass Fluglärm diskutiert wird, ist nichts neues auf der Schwarzen Heide. Außer dass Flugzeuge gebaut und erprobt werden müssen, sind dort noch Flugschulen aktiv. Eine betreibt beispielsweise Hans Detlef Schulz. Schulz erzählt, dass er sich wegen vormaliger Beschwerden freiwillig an bestimmte Zeitfenster halte. Geflogen werde seitens seiner Flugschule nur ab 9 Uhr und niemals nach 19 Uhr, sogar in der Mittagszeit bleiben die Maschinen am Boden, sowie am Wochenende. Schulz verweist darauf, dass auf dem Flugplatz das UPRT-Flugsicherheitstraining (Upset Prevention and Recovery Training) durchgeführt werde, ein Training, dass neuerdings für angehende Piloten von Verkehrsmaschinen vorgeschrieben ist: „Die Europäische Agentur für Flugsicherheit schreibt das UPRT vor, damit die Piloten lernen, was zu tun ist, wenn die Systeme versagen.“
Ohne UPRT kann kein Pilot das Training in Verkehrsmaschinen beginnen. Seine Flugschule bietet diese Lehrgänge (der nächste ist wieder ab dem 15. Juni) nur vier bis fünf Mal im Jahr an jeweils drei Tagen an. Geflogen werde mit einer vergleichsweise leisen Extra 200 (200 PS). Größere Maschinen würden auch größeren Lärm verursachen. Auch die Flugschule Westflug Flight Training trainiert unter der Woche auf der Schwarzen Heide. Wie aber Geschäftsführer Walter Kampsmann mitteilt, nur bis 19 Uhr, als freiwillige Selbstbeschränkung. Auch würde man den Kunstflug mit deutlich reduzierter Leistung durchführen. Je geringer die Drehzahl, desto leiser der Rotor. Die starken Geräusche seien je nach Wind unterschiedlich, und beim Kunstflug würde jede Winkelveränderung auch eine starke Geräuschveränderung verursachen, obwohl die Frequenz immer gleich bleibe. Wahrgenommen würden eher diese Veränderungen.

„Es ist ja auch so gewesen, dass während der Coronakrise weniger geflogen werden durfte“, erklärt Kampsmann. Auch die Menschen seien vermehrt zu Hause gewesen und hätten sich an die Ruhe gewöhnt. Und plötzlich werde wieder geflogen!
Alles also nur eine Sache der subjektiven Wahrnehmung und Gewöhnung? Klar ist jedenfalls: Ein Flugplatz sei grundsätzlich mit Fluglärm verbunden, ziehe aber auch begeistertes Publikum an. Für viele sei das Fliegen ein Hobby und auch Sport, so Kampsmann. Wenn man den nicht mehr ausüben dürfte, dann müsste man demnächst auch darüber nachdenken, das Motorradfahren zu verbieten. Quelle: ‚Lokalkompass.de‚.

Flugplatz Schwarze Heide als Wirtschafts-Standort

Unternehmer und Freiberufler hatte die Wirtschaftsgemeinschaft nun zu einer Informationsveranstaltung auf dem Flugplatz Schwarze Heide eingeladen. Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann war ebenso dabei wie seine Stellvertreterin Ingrid Meyer – und Vertreter aus Industrie (Walter Winkelbauer, Referent des Zentralverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie) und Politik (CDU-Landtagsabgeordnete Charlotte Quik). Zu Beginn der Veranstaltung ging Hans Nover, der Vorsitzende der Wirtschaftsgemeinschaft Hünxe, auf aktuelle Entwicklungen im Bereich der Luftfahrt ein. Demnach würden elektrische wie hybrid-elektrische Antriebe künftig Teil der Luftfahrt werden. Der Erstflug des rein elektrisch betriebenen Kunstflugzeugs „Extra 330 LE“ in Hünxe sei beispielsweise ein wichtiger Meilenstein für den Umstieg auf elektrische Antriebe gewesen, erzählte Nover. Elektroflugzeuge für 80 Personen seien derzeit in der Entwicklung. Darüber hinaus habe die Luftverkehrswirtschaft das klimaneutrale Fliegen zum Ziel erhoben. Schon heute werde in der Raffinerie Heide mit überschüssiger Windenergie aus Wasser und CO2 Kerosin hergestellt. André Hümpel, der Geschäftsführer der Flugplatzes, stellte den Gästen anschließend den Verkehrslandeplatz Schwarze Heide näher vor. Quelle: ‚nrz.de‚.