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20 Jahre BUSARD – ein fliegendes Labor

Im Jahr 2005 beschaffte die französische ONERA diesen Motorsegler, der das Mitführen von zwei Gondeln mit technologischer Nutzlast ermöglicht. Seit 20 Jahren unterstützt er Missionen zur Erfassung von optischen und Radardaten.

Flug-Messkampagnen

Dieses Flugzeug wurde von der ONERA (Office National d’Études et de Recherches Aérospatiales) im Februar 2005 erworben und hat bis heute 465 Flugstunden absolviert. In zahlreichen Kampagnen stellt die ONERA ihren Partnern ihre Kompetenzen in der Sensorintegration, der Vorbereitung von Mess- und Flugtestkampagnen sowie der Auswertung, Verarbeitung und Analyse der erfassten Daten zur Verfügung.

Die Gondeln (Pods) sind für eine Nutzlast bis 60 kg zertifiziert und ermöglichen Testflüge von optischen und/oder Radar-Sensoren. Je nach Auftrag kann das Flugzeug mit einer oder zwei Gondeln fliegen. Diese Modularität ermöglicht, entweder die Masse der mitgeführten Sensoren oder die Treibstoffmenge an Bord zu priorisieren. Die Flugdauer kann je nach Bedarf fast fünf Stunden erreichen.

Vielfältige Missionen

Die Flüge der BUSARD werden für zivile Kunden (CNES, ESA, ANR, KMU, Großindustrie) und für militärische Kunden (DGA) durchgeführt und tragen zur Definition oder Entwicklung von Bord-Sensoren bei. 2011 wurde z.B. eine Flugkampagne über der Camargue durchgeführt, um die physikalischen Grundlagen eines neuen Konzepts für ein Breitband-Interferometer zu überprüfen.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist die WADI-Messkampagne, für die eine Gondel mit einer Infrarotkamera und zwei Hyperspektralkameras ausgestattet wurde. Diese Kampagne, die 2017 im Auftrag der Europäischen Kommission (Programm H2020) durchgeführt wurde, hatte die Suche nach Wasserlecks im Kanalnetz der Provence (SCP) zum Ziel.

Das Flugzeug

BUSARD, das für „Band Ultra-léger pour Systèmes Aéroportés de Recherche sur les Drones“ oder ultraleichtes Band für luftgestützte Forschungssysteme an Drohnen steht, ist ein Motorsegler des Herstellers Stemme, Modell S10-VT. Er vereint die Vorteile eines Segelflugzeugs und eines Propellerflugzeugs. Das Flugzeug hat eine Spannweite von 23 m, eine Länge von ca. 8,50 m und eine maximale Abflugmasse von 980 kg.

Das Exemplar der ONERA wurde speziell modifiziert: Es wurden zwei Aufhängepunkte unter den Flügeln hinzugefügt, die das Mitführen von zwei Gondeln ermöglichen, sowie spezielle Kabelkanäle in den Flügeln für die Stromversorgung und Datenübertragung.

Die Stromversorgung der elektronischen Systeme erfolgt über einen dedizierten 28V-Generator (installiert am Rotax 914F2-Motor, parallel zum 12V-Generator für die Avionik). Dieser Motor leistet 115 PS und ermöglicht dem Flugzeug einen Start innerhalb weniger hundert Meter.

Künstliche Intelligenz im Luftverkehr

Die französische DSNA (Luftverkehrs-Kontrolle) übernimmt SINAPS, ein von ONERA entwickeltes KI-Tool
Bruno Sainjon, Vorstandsvorsitzender der ONERA, und Florian Guillermet, Direktor der Dienste für Luftverkehrsnavigation (DSNA) der Generaldirektion für Zivilluftfahrt (DGAC), haben im Dezember 2023 eine Vereinbarung zum Einsatz von „SINAPS„, einem KI-gestützten Entscheidungshilfe-Tool zur Optimierung der Luftverkehrs-Verwaltung, offiziell vorgestellt.

Was ist das SINAPS-Tool?
Der Algoritmus von SINAPS wurde von ONERA-Ingenieuren entwickelt: Es handelt sich um ein innovatives Tool, basierend auf „maßgeschneiderter“ künstlicher Intelligenz, welche den operativen Kräften der DSNA eine Entscheidungshilfe für die Verwaltung der Kontrollsektor-Konfigurationen bietet. Historisch wurde SINAPS innerhalb des Zentrums für Luftverkehrsnavigation (CRNA) von Bordeaux im Rahmen von SESAR-Experimenten bewertet und steht jetzt in vier Luftverkehrs-Zentren im Versuch.

Dieses Entscheidungshilfe-Tool bietet eine Reihe von Dienstleistungen, um die Konfiguration der Kontrollsektoren en-route zu optimieren und damit die Nutzung der Kapazität und der verfügbaren Ressourcen für die Verwaltung des Luftverkehrs. Mit diesem innovativen KI-Tool werden die Leiter der regionalen Kontrollzentren über eine Reihe integrierter Dienste bis hin zur optimalen Konfiguration der taktisch einzusetzenden Sektoren verfügen. SINAPS wurde im Rahmen des europäischen SESAR-Programms und der in diesem Kontext zwischen der DSNA und der ONERA etablierten Partnerschaft entwickelt.

Eine bereichernde Partnerschaft
Diese Vereinbarung umrahmt die privilegierte Partnerschaft zwischen der ONERA und der DSNA: Die Teams der DSNA arbeiten in enger Verbindung mit den Wissenschaftlern der ONERA an mehreren Themen:

  • den operativen Einsatz von SINAPS in der Arbeitsumgebung der Leiter der französischen Luftverkehrskontrollzentren;
  • eine postoperative Analyse und Überwachung durch die ONERA und die DSNA, um die Relevanz der Algorithmen und die Angemessenheit der wissenschaftlichen Methoden zu den operativen Anweisungen der Fluglotsen zu überprüfen;
  • gemeinsame Arbeiten zur Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses: Kenntnis der Luftverkehrsmanagementberufe durch die ONERA und erleichterter Zugang zu erstklassigen wissenschaftlichen KI-Methoden durch die DSNA.
    Die Vereinbarung sieht die Einrichtung eines Lenkungsausschusses vor, um die Arbeiten im Sinne des gemeinsamen Interesses beider Parteien zu steuern.

Eine historische Zusammenarbeit
Als historische Partner zur Verbesserung der französischen Luftfahrt arbeiten die DSNA und die ONERA seit 2008 im Rahmen des europäischen SESAR-Programms zusammen. ONERA hat auf Anfrage der DSNA das neue KI-Tool für CRNAs entwickelt. Die Vereinbarung stellt den betroffenen operativen Akteure ein unterstützendes Tool zur Verfügung, das sich bei der Verwaltung der Kontrollsektorkonfigurationen auf wissenschaftliche Algorithmen stützt – zum Vorteil des Luftverkehrs.