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Schänis: Flugplatzfest

Am Samstag, 30. Juli fand in Schänis ein Flugplatzfest statt. Gezeigt wurde alles, was in Schänis normalerweise fliegt, etwa Segelkunstflug, klassischer Motorflug und moderne Segelflugzeuge, auch welche mit verschiedenen Hilfs-Antrieben. Auch Oldtimer und Modellflieger sowie Elektro-Hängegleiter durften sich präsentieren. Rund 1’200 Gäste besuchten den Anlass.

Thermikgott und Rauchopfer – wie man die Thermik beschwört

Aufbauender Hochdruck, Radiosonde Payerne mit einer Inversion, ausgeprägter kaum möglich und um dem ganzen noch etwas Pfeffer zu geben, ist auch noch mit einem ausgedehnten Cirrenschirm zu rechnen. Konditionen, bei denen selbst die Vögel zu Fuss unterwegs sind. Trotzdem fanden sich sechs unentwegte GliderCup-Crews ein, top-motiviert, Grosses zu reissen. Die Motivation wurde leider von den Konkurrenzleitern Urs Isler und Markus von der Crone während deren Meteoanalyse jäh gebremst. Die etwas kryptische Bezeichnung “Aufgabe 8” bedeutete: Startpunkt Durschschlegi; Flüelapass; Hospental; Durschschlegi, über eine Distanz von 256 km. Tönt prima vista nicht nach einer Weltrekorddistanz. Die Wetterprognose liess aber darauf schliessen, dass selbst diese Distanz für den Tag nicht trivial sein würde.

Die ausgeklügelten GliderCup-Taktiken der unterschiedlichen Crews hatten eines gemeinsam, Frühstart war nicht gefragt. Zuerst einmal in aller Ruhe Flugzeug einrichten, Mensch und Maschine auf die Aufgabe vorbereiten, bevor dann attackiert wurde. Zusammen mit meinem Bambini Thomas Kohli hat uns die Geduld um 12:45 verlassen und wir sind optimistisch in einen mit Cirren besetzen Himmel gestartet. Warum hoch schleppen, wenn’s tief auch schon zieht? Auf 1’500 am Regelstein haben wir das Triebwerk eingefahren. Tatsächlich lief es zu Beginn recht gut. Nach einem einstündigen, zermürbenden Kampf mit der schwachen Thermik im Toggenburg mussten wir unseren bleiernen Thermikspender nochmals bemühen. 1 3/4 Stunden nach dem Start konnten wir dann endlich unsere Aufgabe angehen.

Die Churfirsten versteckten sich in den Wolken, deshalb flogen wir in Richtung der wenig einladenden Flumserberge. Siehe da, die funktionierten einwandfrei, wenn auch nicht allzu hoch. So kam es wie es kommen musste, tief sind wir am Vilan vorbeigeflogen, dort gab es noch nicht einmal ein Anzeichen von lebenserhaltenden Konditionen. Hilflosigkeit trieb uns an die Sassauna, wo wir mit 1’500 m ü.M. ankamen. Eine 50minütige Odyssee spielte sich zwischen 1’500 und 1’700 m ü.M. an der Sassauna ab. Endlich wieder einmal auf 1’700 m ü.M. angekommen, flogen wir Richtung Schesaplana. Heinz Erb markierte dort einen Schlauch, in den wir “tous juste” einfädeln konnten; Danke Heinz nochmals an dieser Stelle.

In einem steten und sogar runden Aufwind bewegten wir uns zurück ins Geschäft, was im konkreten Fall 2’600 m ü.M. bedeutete. Die Welt gehörte uns wieder, jetzt aber “Deichsel (Knüppel) nach vorne”. Nun begann ein sehr schöner und genussvoller Streckenabschnitt. Den Wendepunkt Flüelapass holten wir uns aus äusserst komfortablen 3’000 m ü.M. Wir flogen auf der Südseite des Albulatals und glitten und glitten und glitten. Am Piz Beverin konnten wir etwas Hangwind nutzen. Lange war unklar, ob wir mit unserer Höhe ins Safiental einfädeln können. Auf der letzten Rille gelang uns dies und der Thermikgott zeigte Erbarmen mit uns, indem er genau dort wo wir ankamen, einen zuverlässigen Schlauch hingstellte; ich habe ihm dies abends mit einem Rauchopfer (Original Krumme) verdankt. Hier eine Bitte an alle SegelflugKolleginen, bitte gedenkt jeweils dem Thermikgott und verdankt ihm gute Aufwinde, es kann durchaus ein Rauchopfer sein. Wir müssen alles dafür unternehmen, den Thermikgott bei Laune zu halten, helft mit! Ab nun lief es relativ unspektakulär bis in die Region Piz Malèr. Da wurde es in einem 4 m/s-Aufwind nochmals richtig spektakulär; ich sage ja, den Thermikgott mit einem Rauchopfer… ich denke, ihr habt es verstanden.

Direct Hospental aus 3’100 m ü.M. – zurücklehnen, wir sind quasi “zu Hause”. Grosser Irrtum. Wir fielen im freien Fall in die Schöllenen-Schlucht. In no time fanden wir uns auf 2’350 m ü.M. im Maderanertal wieder. Rauchopfer während des Fluges sind übrigens eine blöde Idee und ich würde das auf keinen Fall empfehlen. Die Situation schien einigermassen hoffnungslos und die Ideen gingen uns aus. Und “blupp”, Thomas zauberte mitten im Tal einen Schlauch aus dem Ärmel, der uns auf 2’800 m ü.M. brachte, womit unsere Endanflughöhe erreicht war.

Über den Klausenpass im genussvollen Endanflug umrunden wir die Durschschlegi; “Aufgabe geschafft”, mit einer unglaublichen Schnittgeschwindigkeit von 58.14 km/h. Wir mussten uns abends anhören, dass man dies auch mit dem Velosolex hingekriegt hätte; wie heisst es, bei solchen Freunden braucht man keine Feinde.

Drei der angetretenen Crews haben die Aufgabe geschafft. Markus von der Crone mit Bambini Armin Müller haben mit einem Schnitt von 80.14 km/h gewonnen. Thomas Kubli und meine Wenigkeit haben es trotz Velosolex-Geschwindigkeit auf den zweiten Platz geschafft. Roland Hürlimann mit Bambini Peter Böni landeten mit einem Schnitt von 46.3 km/h auf dem dritten Platz. Roland und Peter waren die einzige reine Segelflugcrew, welche die knifflige Aufgabe ohne Versicherung im Gepäck umrundeten. Respekt!

Die Gesamtrangliste bleibt spannend, eine nächste Möglichkeit für Rochaden in der Rangliste bietet der Samstag, 23. Juli. Ich habe jedenfalls alles unternommen, um den Thermikgott positiv zu stimmen! Quelle: ‘Peter Schmid / Flugplatz Schänis‘.

Schweizer Meisterschaft in Schänis

Vom 25. Juni bis 2. Juli organisiert der Flugplatz Schänis am Fusse der Alpen die diesjährige Schweizer Meisterschaft im Segelflug. Nachmeldungen sind hier möglich bis 31. Mai 2022.

Schweizer Meisterschaften in Schänis

Vom 25. Juni bis 2. Juli organisiert der Flugplatz Schänis die Landesmeisterschaften im Segelflug. Hier finden Sie die Webseite mit allen nötigen Informationen und für die Anmeldung.

Wieder mehr Mitglieder

An der GV der Segelfluggruppe Lägern von Freitag, 4. März 2022 im Flugplatz-Restaurant in Schänis freuen sich 43 anwesende Mitglieder über einen nach langer Stagnation leicht höheren Mitgliederbestand, über einen neuen Hochleistungs-Doppelsitzer und eine dank «Haubenblitzern» verbesserte Kollisionswarnung.

Trend gedreht

Insgesamt hat die grösste Segelfluggruppe der Schweiz 233 Mitglieder oder drei mehr als im Vorjahr. Davon bezahlen 69 Mitglieder eine sog. «Vollpauschale», die zur Benutzung des modernen Vereins-Flugzeugparks berechtigt. Das sind zwei mehr als im Vorjahr und bedeutet nach einer langen Stagnation eine Trendwende. Vor zehn Jahren hatte der Verein noch 251 Mitglieder. Entsprechend wurde das Angebot an Sitzplätzen zurückgefahren und parallel dazu sanken die Flugbewegungen.

Neuer Duo Discus XLT

Seit vergangener Saison ist ein weiterer Hochleistungs-Doppelsitzer «Duo Discus XLT» auf dem Flugplatz Schänis im Einsatz. Vier dieser beliebten Flugzeuge besitzt die SG Lägern, sie sind das Rückgrat der Flugzeugflotte und werden auch für Gästeflüge eingesetzt. Während der winterlichen Wartungsarbeiten sind alle Flugzeuge mit einem «Haubenblitzer» ausgerüstet worden. Diese werden bei Annäherung an andere Flugzeuge aktiv.

Gezielte Nachwuchs-Förderung

Seit zwei Jahren äufnet der Verein über höhere Mitgliederbeiträge und Spenden einen Fonds zur Nachwuchs-Förderung. Er ist auf CHF 13’000.- angewachsen und wird für Pilot/innen bis 25 Jahre zur Reduktion der Ausbildungs- und Flugkosten und die Teilnahme an Meisterschaften verwendet.

Neu in Schänis: Elektro-Hängegleiter

Nach einer Elektro-Flugschule sind nun auch die seit rund zwei Jahren aktiven Elektro-Hängegleiter in den Flugbetrieb integriert. Beide Organisationen betreiben mit einer umweltfreundlichen Start- und Antriebsart Flugsport. Sie sind am Boden kaum mehr hörbar und freuen sich über regen Zulauf an Interessent/innen.

Kapitale Motorschäden, modernere Schleppflugzeuge

Peter Schmid berichtet über ein turbulentes Jahr der ASSAG, deren Hauptaktionär mit 30% die Segelfluggruppe ist. Sie ist der Rechtsträger für Flugplatz und Schleppbetrieb. Ausfälle der Antriebsturbine für den «Bravo», ein Motorschaden am Motorsegler «Dimona» und am Eigenstarter «ASK-21» schlagen mit einem Verlust von CHF 256’000.- das grösste Loch der Firmengeschichte in die Kasse. Nun werden die «Bravo» und die in die Jahre gekommenen «Robin»-Schleppflugzeuge bestmöglich veräussert und durch leisere und sparsame «Bristell»-Flugzeuge ersetzt.

Flugplatzfest und SM

Am 30. Juli ist ein Flugplatzfest sowie vom 25. Juni bis 2. Juli die Durchführung der Schweizer Meisterschaft geplant. Mit dem Aufruf, sich am Folgetag rege am Arbeitstag, zu beteiligen, werden die Mitglieder von Präsident René Lüscher in den gemütlichen Teil der Versammlung verabschiedet.

Erster thermischer 1000er ab Schänis

Am 1. Juni hat der Schänner Segelflieger Martin Bühlmann vom Flugplatz Schänis aus mit einem Segelflugzeug erstmals einen thermischen Segelflug über 1000 Kilometer erflogen.

Nicht der erste 1000er

Segelfliegen funktioniert mit Ausnahme des Schlepps zum Startpunkt ohne Motor. Segelflug nutzt die Windsysteme wie etwa den Föhn oder die thermische Energie der Sonne. Ab Schänis wurden schon mehrere Flüge über 1000 km erflogen. Bei all diesen Flügen hat jedoch immer der Föhn mitgeholfen. Er ist eine entscheidende Hilfe, weil die Piloten schon ab Sonnenaufgang Hangwinde für die ersten 200-300 km nutzen können.

Reine Sonnenenergie

Am 1. Juni herrschte eine flache Druckverteilung über Europa. Darum hat auch kein Nord- oder Südföhn den Flug von Martin Bühlmann unterstützt. Er hat den Flug einzig mit Aufwinden der Sonneneinstrahlung erzielt. Damit ist dies der erste rein thermische 1000er ab Schänis.

Erst nach Deutschland und Österreich, dann ins Wallis

Martin Bühlmann ist in Schänis am 1. Juni um 10.05 Uhr auf seinen Dreiecksflug gestartet. Dieser führte ihn nach Deutschland zur ersten Wende südlich von Kempten. Den zweiten Wendepunkt umflog er bereits nach drei Stunden Flugzeit in Zell am See. Sein Flugweg führte dann westwärts zur dritten Wende, entlang dem Alpenbogen, vorbei an Innsbruck, Ischgl, Davos und Airolo bis Zermatt. Dort wendete er auf 3’800 m ü.M. und flog zurück Richtung Schänis. Am Mattstock bei Amden schloss er seinen Dreiecksflug nach über 864 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 108 km/h. Weil er zwischen den Aufwinden Höhe gewinnen muss, war er eigentlich zwischen 150 und 200 km/h unterwegs. Seine Verlängerung über 149 km führte in nochmals westwärts bis nahe dem Mittelpunkt der Schweiz bei Sachseln (OW). Um 20:13 landete er wieder in Schänis. Sein 1013 km Dreiecksflug mit Verlängerung dauerte 10 Stunden.

Flugplatz Schänis

Der Flugplatz Schänis ist der grösste Segelflugplatz der Schweiz. Seit 1965 starten hier Segelflüge in den gesamten Alpenraum.

Erster thermischer 1000er ab Schänis

Am Dienstag, 2. Juni, flog Martin Bühlmann auf einer JS1 um die Wenden Zell am See, Zermatt, Schänis und Farnern den ersten thermischen 1000er ab dem Flugplatz Schänis. Der Platz ist bekannt für lange Föhn-Distanzflüge. Ausführlicher Flugbericht folgt.

Freie Plätze an RM Schänis

Für die RM in Schänis vom 15. bis 18. Juli sind noch 8 Plätze frei. Das OK freut sich auf weitere Anmeldungen. Wenn Du dich noch nichts ganz bereit fühlst, um an einen Wettbewerb zu fliegen, kannst Du vorgängig am BFK „Einführung in den Wettbewerbsflug“ vom 11.07. bis 14.07.Juli teilnehmen. Hier findest Du weitere Informationen.

Motorschaden-Virus in Schänis

Nach einem “Hotstart” im April steht das Schleppmonster “Bravo” in Schänis am Boden. Der TMG “Dimona” erlitt Ende April ebenfalls einen Motordefekt und muss zur Reparatur. Damit fehlen in Schänis 60% der üblichen Schlepp-Kapazität. Lesen Sie hier im Newsletter, wie der Flugplatz südlich von Zürich trotzdem die nötigen Kapazitäten bereithalten will.

Segelflug als Banken-Imagewerbung

Der Basler Banken-Dienstleister Aquila setzt in einem Firmen-Video auf den Segelflug-Sport als Imagebuilder. Der Werbespot wurde im Februar 2020 noch kurz vor dem ersten Covid-Lockdown von einer 5-Mann-Crew aufwendig auf und über dem Flugplatz in Schänis gedreht.

Föhn ohne Wolken

von Hanspeter Wetli. Sonntag, 21. Februar 2021

Kein Wind am Boden
Wegen verschiedener Arbeiten an den Club-Maschinen kann ich erst um 12.50 Uhr starten. Fliegen war eigentlich heute nicht eingeplant – aber die Lust dazu ist bekanntlich immer da. Schlepp-Pilot Paul Kläger bringt mich auf 1’800 m ü.M. an den Wiggis und mit schwachen Steigen komme ich nur bis auf 2’400 m ü.M. Cheffluglehrer Thomas Stemmler meldete zuvor um 11:30 Uhr bei seinem Checkflug mit Adrian Baer Steigen am Gufelstock bis 2’400 m ü.M.

Adrian Bear ist nach dem Checkflug mit den Arcus SQ inzwischen allein an Board wieder gestartet und steigt am Wiggis sofort zu mir auf 2’400 m ü.M. Er fliegt Richtung Süden über Glarus vor und kann in einer ersten kleinen Welle auf 2’900 m ü.M. steigen. Ich folge ihm in ca. 200 m Abstand. Die gute Sicht mit stahlblauem Himmel und ohne Wolken sind beim gleissenden Frühlings-Licht der verschneiten Alpen fantastisch!

Ein himmlischer Lift
Adrian fliegt am Gufelstock vorbei, der nur sehr wenig Steigen ermöglicht und zieht weiter zum Gulderstock, der ihn sofort auf 3’500 m ü.M. hebt. Hier kommt das erste grosse Steigen in zuerst turbulenter, dann mit zunehmender Höhe ruhigere Luft. Ich fliege nur 200 m hinter Adrian, sehe ihn vor mir wegsteigen, bis auch ich den Lift erwische. Das war der elegante Einstieg in die starke Föhnwelle.

Auf 3’500 m ü.M. angekommen, fliegt Adrian weiter zum Foostock. Dort steht er ruhig im Wind und steigt mit 7 m/sec. Ähnliche Steigwerte traf ich später auf dem Flug zwischen Foostock und Surenstock. Bei 4’300 m ü.M. teile ich Adrian mit, dass ich für eine Freigabe bis 5’000 m ü.M. auf Zürich-Information umschalte. Während ich mit Zürich-Information beschäftigt bin, ist er Richtung Calanda abgeflogen.

Viel Betrieb auf Zürich-Information
Die Frequenz 124.700 war stark belastet. Ich warte sicher fünf Min., bis ich endlich meine Anfrage beim Fluglotsen anbringen kann. An diesem wunderschönen klaren Wintertag sind viele PPL-Piloten in der Luft, die alle ihren «Senf» loswerden wollen. Nach einem kurzen Stand-by teilt mir der freundliche Fluglotse den Squawk «4252» zu, zusammen mit einer Freigabe bis FL 170 (5’181 m ü.M.).

Ich steige danach zwischen dem Surenstock und Piz Segnas auf 4’400 m ü.M. weiter. Jetz kann ich die starken Schnee-Verwehungen am Piz Segnas sehen. Die Schneefahnen steigen wie Rauch in den tiefblauen, wolkenlosen Himmel. Der Wind bläst stark auf der Südflanke vom Piz Segnas aus dem Calfeisental. Ich drehe ab Richtung Elm, um die «Föhnwellen-Strasse» zwischen Engelberg, Klausenpass, Chärpf, Surenstock, Pizol, Brand (AUT), Montafon, Arlberg, soweit wie möglich auszuprobieren.

Späte Freigabe zwingt zu Höchstgeschwindigkeit
Auf der Linie Surenstock bis Chärpf fliege ich mit «normalen» 2,5 Meter Sinken. Am Kärpf treffe ich wieder auf regelmässiges Steigen bis auf 4’100 m ü.M. Dann fliege ich Richtung Westen bis über Linthal ab, wo ich für den Flug durch den A9 die Freigabe von Zürich Information brauche. Leider konnte mir der Fluglotse die Freigabe nicht erteilen und so fliege ich mit bis zu 240 km/h Groundspeed zurück zum Surenstock, wo ich ausserhalb des kontrollierten Luftraumes wieder auf 4’950 m ü.M. klettern kann.

Der zweite Anlauf klappt
Dann fliege ich eben weiter Richtung Prättigau. Die Linie Pizol-Landquart-Sassauna «trägt» relativ gut. Ich verliere nur regelmässige 0.5 bis 1m / sec., was im Föhn nicht schlecht ist. An der Sassauna angekommen, habe ich noch immer 4’200 m ü.M. auf dem Höhenmesser. Jetzt versuche ich die Föhnstrasse zurück nach Linthal. Ich wähle beinahe die gleiche Linie zurück zum Pizol und steige erneut auf 4’500 m ü.M., fliege weiter zum Surenstock, wo ich auf die maximal erlaubten 5’100 m ü.M. steige. Dann mache ich einen erneuten Versuch westwärts, fliege ab zum Kärpf und Linthal, wo ich jetzt die Freigabe für den Durchflug durch den A 9 auf max FL 170 erhalte. Sofort überfliege ich den Klausenpass bis Altdorf. Auf der gesamten Linie, zwischen Surenstock und Altdorf kann ich eine Höhe von +/- 5’000 m ü.M. halten. Das war die perfekte Linie. Dann gönne ich mir einen kleinen Abstecher nach Engelberg (Surenpass) und fliege zurück Richtung Altdorf.

Sicht bis in die Po-Ebene
Die unglaublich klare Luft ermöglicht die Sicht bis in die Po-Ebene, aus der inzwischen leichter Dunst Richtung Alpen geblasen wird. Keine Wolke im ganzen Alpenbogen. Das sind perfekte Föhnbedingungen. Jetzt meldet sich eine Fluglotsinn auf Zürich Information und schickt mich mit «leave immediately A9, Traffic ahead» aus dem A9 und ich fliege mit leicht nördlichem Kurs Richtung Linth. Sofortiges, regelmässiges Sinken mit -5m sec, und kräftiges Schütteln stellen sich ein. Offensichtlich habe ich nun die Ideallinie verloren. Schnell falle ich auf 3’500 m ü.M. hinunter, rette mich kurz am Klausenpass, um dann bis zum Gulderstock mit bis -8m/sec auf 2’600m durchzufallen. Danach fliehe ich aus dem Sernftal über Glarus mit weiteren -5m bis nach Schänis.

Geschüttelt nicht gerührt, oder geschüttelt und gerührt!
Schade, der Abschluss hätte schöner sein können. Aber so ist der Föhn nun mal. Nur 100 m neben der Ideallinie genügen und man fällt durch alle Maschen. Ein weiterer unverhoffter, wunderbarer Flugtag mit Föhn ohne Wolken geht zu Ende – das dürfte gerne immer so sein. So hat man auch auf 5’000 m ü.M. nie kalt, weil man mit einer unvergesslichen Aussicht immer in der Sonne sitzt. OLC-Daten.

Online-Seminare Flugplatz Schänis

Die online-Seminare sind kostenlos und öffentlich / für jedermann und jedefrau zugänglich. Gesamt-Übersicht aller Anlässe.

Elektroflieger erreicht Norderney

Mit einem Tag Verspätung ist am Mittwochnachmittag der erste Elektroflug von den Alpen zur Nordsee auf der Insel Norderney gelandet. Am Morgen hatte das E-Flugzeug seinen ersten Zwischenstopp in Niedersachsen eingelegt: Auf dem Flugplatz in Diepholz wurde es zwei Stunden lang für die nächste Etappe nach Westerstede (Landkreis Ammerland) mit Solarstrom aufgeladen. In Westerstede wurde erneut aufgeladen – und am Nachmittag war dann mit der Landung auf Norderney das Ziel erreicht.

Die Maschine vom Typ “Velis Electro” war wegen schlechten Wetters statt am Sonntag erst am Montag im schweizerischen Schänis im Kanton St. Gallen zu der 700 Kilometer langen Pionierreise gestartet. Auf Norderney soll der Flieger nun zwei Tage zu bestaunen sein, wie NDR 1 Niedersachsen berichtete. Auch einige Rundflüge sind geplant, unter anderem zur Insel Baltrum.

Die Flugpioniere streben mit ihrem Flug mehrere Weltrekorde für Elektroflugzeuge an: unter anderem die größte Flughöhe, die schnellste Geschwindigkeit und die längste mit Strom geflogene Strecke. Die angepeilten Rekorde seien ihm aber nicht so wichtig, sagte Tobias Pape, Mit-Initiator des Rekordflugs und Norderneyer Bierbrauer. Hauptsache, die Pionierarbeit gehe weiter, so Pape: “Wir hätten nichts dagegen, wenn die Rekorde schon bald gebrochen werden.” Er hatte über das Internet den Schweizer Fluglehrer Marco Buholzer kennengelernt, der den ersten in Europa zugelassenen Elektro-Leichtflieger besitzt. Pape lud den Fluglehrer auf die Insel ein, wo dann die Idee vom ersten Elektro-Flug von den Alpen an die Nordsee entstand.

Etwa alle 100 Kilometer musste der Zweisitzer zwischenlanden, um Strom zu tanken. Zwei Bodenteams kümmerten sich um die Logistik und transportierten unter anderem die mobilen Ladestationen von Flugplatz zu Flugplatz. Experten sehen Elektroflieger in Zukunft als ideale Kurzstrecken-Alternative für den Verkehr zu den Ostfriesischen Inseln. Quelle: ‘NDR‘.

Flieger lüften in Schänis

Das Corona-Grounding macht Dinge möglich, die sonst jahrelang nie klappten: österliches Fliegerlüften und Vollständigkeitskontrolle der ganzen Segelflugzeug-Flotte auf dem Flugplatz Schänis. Fotos von Andi Brunner und René Lüscher.

Flugplatz-Restaurant Schänis eröffnet mit neuem Wirt

Von der „Fuederegg“ auf den Flugplatz Schänis
Das Betriebsgebäude des Flugplatzes Schänis wurde in den letzten 18 Monaten gebaut und wird auf die Flugsaison eröffnet. Der neue Pächter des Restaurants „Flugplatz“ in Schänis heisst Kilian Senti. Der Gastronomie-Profi betreibt in der Region mehrere Restaurants.

Tolle Lösung rechtzeitig zum Saisonstart
In den letzten Wochen ist das zweistöckige Gebäude von den Segelfliegern bezogen worden. Aber bis vor kurzem hat eine wichtige Person gefehlt: Der Pächter des Restaurants „Flugplatz“. Nun konnte die Betriebsgesellschaft des Flugplatzes mit Kilian Senti diesen wichtigen Posten besetzen. Matthew Reiter, Präsident der ASSAG: „Wir sind sehr glücklich, dass wir mit Kilian Senti einen ausgewiesenen Restaurantbetreiber aus der Region gefunden haben, der gut zu uns passt.“

In der Region verwurzelt
Kilian Senti betreibt bereits Restaurants in der Region: Die „Traube“ in Benken, das Hotel Restaurant „Post“ in Biberbrugg und das Berggasthaus „Fuederegg“ in Oberiberg. Für Kilian Senti ein Glücksfall: „Mit der „Fuederegg“ haben wir eine Skihütte, die im Winter viele Besucher anzieht. Dieselbe Mannschaft wird nun im Sommer das Restaurant Flugplatz betreiben“.

Generalprobe ab April
Das Restaurant ist ab 1. April geöffnet. Das Team wird sich in der neuen Küche und dem Gebäude einarbeiten. Gäste sind willkommen und auch der Abenteuerspielplatz ist offen. Geflogen wird, sobald es das Wetter zulässt.  Am 16. Mai werden Gebäude und Restaurant offiziell eröffnet.

Breite Finanzierung
Das Projekt wurde vor fünf Jahren gestartet. Um das neue Gebäude bauen zu können, haben rund 100 neue und bisherige Aktionäre das ASSAG-Aktienkapital erhöht. „Beim Crowdfunding haben rund 180 Einheimische, Aviatiker und Gäste mitgemacht. „Die breite Projekt-Unterstützung zeigt die starke Verbundenheit der Region mit dem Flugplatz Schänis”, so Matthew Reiter.

Wichtiger Treffpunkt in der Region
Das neue Restaurant wird dank modernem, gut durchdachtem Raumkonzept lokalen Vereinen und Firmen die Möglichkeit bieten, Versammlungen, Sitzungen & Seminare durchzuführen. Beim Bau wurde viel Wert auf warme Materialien gelegt, sodass man sich im neuen Restaurant wohlfühlt. Die grosszügige Terrasse bietet freien Blick auf das Fluggeschehen, während sich die Kinder auf dem bewährten Spielplatz vergnügen.

“Ausflugsrestaurant mit eigenem Flugplatz”

Das Restaurant Segelflugplatz Schänis sucht einen jungen (junggebliebenen) , innovativen Pächter (Paar) der das neu gebaute Restaurant ab Frühling 2020 übernimmt. Es handelt sich um einen modernen Neubau, wobei viel Wert auf Gemütlichkeit gelegt wurde. Der Segelflugplatz Schänis wird während der Sommermonate von unzähligen Ausflüglern frequentiert. Ein grosszügiger Kinderspielplatz sorgt dafür, dass die Eltern sich etwas Zeit nehmen können, ohne permanent «unter Strom» zu stehen. Aber auch die lokale Bevölkerung schätzt das Restaurant Segelflugplatz sehr. Überhaupt ist der Flugplatz Schänis auf den Goodwill der Region angewiesen. Diesen haben wir uns über die vergangenen Jahrzehnte erarbeitet. Umso wichtiger ist es, dass wir den Vereinen aus der Region einen Sitzungsraum zur Verfügung stellen können. Dafür haben wir eine mobile Trennwand eingebaut, welche den Gastraum in unterschiedlich grosse Räume abtrennt. Die Küche wurde von Gastroprofis geplant und entspricht den aktuellen Anforderungen an eine zeitgerechte Gastronomie. Die grosszügige Gartenterrasse verspricht in den Sommermonaten hervorragende Frequenzen. Das Restaurant verfügt über grosszügige Parkmöglichkeiten. Einem innovativen Pächter bietet die Flugplatz-Leitung Hand zur Entwicklung dieser einmaligen Möglichkeit.

Schänis: Pilotinnentag

Sechs Pilotinnen nahmen die Gelegenheit wahr, in die Faszination «Segelfliegen» einzutauchen. Der Event wurde von Susanne Styger, Béatrice Echter, Mirjam Stemmler und Mike Hürlimann aus der SG Lägern organisiert. Dank einer kurzen Regenpause kamen doch noch alle Pilotinnen in den Genuss eines Schnupperfluges. Der Tag begann mit einem Theorieblock von Beat Straub. In der Werkstatt konnten sich die Teilnehmerinnen auch am Simulator üben. Dabei wurden sie von Mitgliedern der SG Lägern betreut. Mit dieser Aktion will die SG Lägern Frauen den Segelflugsport näherbringen.

Erster Frauen-Segelflug-Schnuppertag

Am 5. Oktober findet auf dem Flugplatz Schänis ein Segelflug-Schnuppertag – für Frauen – statt.
Lerne einen Tag lang einen faszinierenden Sport kennen!

Programm:
• Start 09.45 Uhr auf dem Flugplatz Schänis
• Theorie: Warum funktioniert Segelfliegen?
• Simulator: Theorie gleich am Simulator ausprobieren
• Segelflug auf dem Pilotensitz im Schleppstart mit einer/m erfahrenen Fluglehrer/-in
• Kaffee, Tee und Kuchen während dem ganzen Tag
• Lunch, Abendessen und Getränke
• Shuttle vom Bahnhof Schänis

Kosten: CHF 180.-, alles inbegriffen. Ersatzdatum: Sonntag 6. Oktober. Jünger als 18 oder in Ausbildung: CHF 130.-. Anmeldung hier. Wir freuen uns, Beatrice Echter, Susanne Styger und Mirjam Stemmler.

Schlomo, ein Weltmeister und eine Soufflerie

Nach einer heissen Nacht machen wir uns auf den Rückweg aus dem südfranzösischen Segelflug-Leistungszentrum in St.-Auban nach Schänis. Natürlich gelingt bei erschwerenden Rahmenbedingungen wie etwa 43° Celsius Bodentemperatur nicht alles beim ersten Mal. Wie Peter sich aus dem tiefsten Queyras mit einer beinahe archäologischen Bodenübung selber wieder ausgräbt, wer Schlomo, der Malberries-Geniesser ist und wie man sicher einen Weltmeister erkennt, erfahren Sie hier und heute.

Heiss, heisser, St.-Auban. Beim Start messen wir 43° C (am Schatten).

Schlafen im ‘Sägewerk zur Sauna’

Bei unserem Kurz-Aufenthalt in St.-Auban erwischen wir aussergewöhnlich heisse Temperaturen von über 40° C. Die letzte Nacht war entsprechend ungemütlich. Nicht, dass Peter sägende Geräusche von sich gegeben hätte – an sowas habe ich mich längst gewöhnt. Auch, dass er wegen seiner eigenen Geräusche erwacht, gehört inzwischen zu den festen Bestandteilen unserer temporären WG *). Nein, diesmal war’s definitiv die Aussentemperatur.

Erkältungen ausgeschlossen

Ende Juni wird Zentral- und Südeuropa von Temperaturen jenseits der 40° erreicht. Die Zimmer im ‘Bâtiment Nord’ des Flugplatzes in Château Arnoux sind für sowas nicht ideal. Das Gebäude ist zwar französisch-chic, aber es fängt tagsüber dank seiner V-Form die wärmenden Sonnenstrahlen voll ein. Damit die gesammelte Wärme auch drin bleibt, kann das Treppenhaus nicht gelüftet werden. Die Zimmer, die von da aus erreichbar sind, hat der Architekt, der mit seinem Projekt bestimmt einen begehrten Designer-Preis gewann, mit einem (…) Fenster versehen. Das verstärkt den Effekt des Treppenhauses. Man holt sich so bestimmt keine Erkältung. Das Resultat sind Temperaturen, die ich sonst nur während des Winters in der Sauna mit viel Elektrizität und Wasser einigermassen hinbekomme. Hier ist das ohne Zusatzkosten inkludiert.

Kondensations-Energie im Schlafzimmer

Um mit derartigen Bedingungen als ein auf ‘Winter‘ optimierter Schweizer zurechtzukommen, nutze ich ausgebuffter Physik-Kenner zu jeder vollen Stunde die Kraft der Verdampfungs-Wärme. Dazu tappe ich jeweils in der Dunkelheit in einem völlig fremden Zimmer ins Bad, um mich dort ‘nass zu machen’. Natürlich mit Wasser, das ich auf der Haut sorgfältig verteile. Dann tappe ich wie eine Kuh im Nebel meist unfallfrei zurück ins Bett – bis auf einen Vorfall, wo ich den grossen Zeh in einem Bettpfosten ramme, aus Rücksicht auf Peter dann aber nicht laut schreie, sondern nur verzweifelt vor mich hin huste. Anschliessend lege ich mich mit der kleinstmöglichen Auflagefläche zuoberst auf alle Decken. Natürlich, damit die Verdampfungs-Wärme möglichst effizient ihre Wirkung entfalten kann… he, wer sind wir denn! Dass bei solchen Bedingungen trotzdem nicht an vernünftigen Schlaf zu denken ist, versteht sich von selbst.

Le ‘Petit déjeuner’

Entsprechend ‘ausgeruht’ stürzen wir uns am Morgen freudig auf das Frühstücks-Buffet. Es ist typisch französisch, nicht so richtig ‘kontinental’ – und es trägt zu Recht das Adjektiv ‘petit’ im Namen. Ein Müsli basteln wir uns aus Honig und Nature-Joghurts, eine reichhaltige Fleisch-Theke stellen wir uns neben den Baguettes heute ebenso wie irgendwelche Eier einfach mal vor und das lebensnotwendige Koffein entnehmen wir sorgfältig einer durchsichtigen, bräunlichen Flüssigkeit, die auch von einer Autowaschanlage stammen könnte, welche zuvor eine Reihe ockerfarbig-staubige Renaults oder Peugeots (nicht Peters Lieblings-Fahrzeuge) reinigte. Wir haben beide glücklicherweise einige fest verbaute Reserven und verbrauchen heute einen Teil davon.

Schlomo, der schlanke Feinschmecker

Dann kommt Schlomo. Er gehört zur israelischen Segelflieger-Delegation, die uns am Tisch unter den kühlenden Bäumen nette Gesellschaft leistet und uns interessante Einblicke in den Storchen- und Segelflug in Israel ermöglicht. Schlank und rank schreitet Schlomo heran und greift sich von einem Ast zielsicher ein paar schwarze Beeren. Auf die Idee muss man erst mal kommen. Er ist allerdings schon länger hier und erweitert mit diesen seltsamen schwarzen Kügelchen, die überall herumliegen, offenbar seine geschmackliche Frühstücks-Palette. Wir versuchen’s auch und sind überrascht vom tollen Geschmack. So bleibt man also schlank!

Darf ich vorstellen? – Olivier, der Bienenzüchter!

Ein paar Dinge liebe ich an Peter besonders. Sie machen ihn einzigartig. Dazu gehört seine fröhliche Unbefangenheit, die immer und verblüffend schnell eine Brücke zum Gegenüber baut und häufig sehr unterhaltsam wird. Ausser Schlomo gesellt sich jetzt nämlich auch noch der jugendliche (also unter 50) Besitzer einer riesigen Baguette, verlockend gefüllt mit Thunfisch, Salat, Tomaten, Wurst undso zu unserer Tischgesellschaft. Nach kurzer Zeit offeriert Olivier, wie der junge Mann heisst, grosszügig einen Teil seines Frühstücks (hat er wenig überraschend unterwegs gekauft) uns übrigen, etwas hungrigen Tisch-Genossen. Jetzt sticht Peter der Hafer. Er will mehr über den edlen Spender erfahren. Sprachkenntnisse sind natürlich bei ihm kein Hindernis. Ich glaube sogar, gelegentlich einen netten provençalischen ‘Accent’ herauszuhören. Er ist ja auch häufig hier. Peter findet mit gezielten Fragen nach beruflicher Tätigkeit und privaten Leidenschaften nach kurzer Zeit heraus, dass Olivier gelegentlich hier als Fluglehrer arbeite. Im Nebenjob züchte er noch Bienen. Und er könne dank seiner fleissigen HelferInnen immerhin 2’000 kg Honig pro Jahr herstellen, sei aber damit einer der kleineren Fische im regionalen Honigteich. Ich sehe hinter dem Horizont schon eine erneute Lektion in Betriebswirtschaft wie beim kongolesischen Taxifahrer in Bourg-en-Bresse daherkommen, da wird einem von Schlomos Freunden die Geschichte doch langsam peinlich. Er stellt Peter und dem Rest der grinsenden Kameraden den Bienenzüchter Olivier etwas detaillierter vor. Wie erwähnt – so verwickelt man auch einen zweifachen Segelflug-Weltmeister sofort in ein entspanntes und lockeres Gespräch und erfährt obendrauf Dinge, die man ohne Peter nie im Leben herausgefunden hätte! Herrlich und unvergesslich.

Externe Starthilfe

Unsere neuen israelischen Freunde helfen uns danach mit der Zug-Ausrüstung ihres Arcus, unseren Vogel trotz grosser Hitze komfortabel bergauf an den Startplatz zu ziehen. Und Alfred Hörler hilft uns mit einem Kanister Mogas 98 aus. Erst hinterher wird mit bewusst, dass ich ihm dafür viel zu wenig Geld gegeben habe, verspreche hier aber hoch und heilig, das beim nächsten Treffen nachzuholen. Irgendwie hatte ich für den Rückflug sicherheitshalber nötige zehn Liter Benzin im Kopf. Am Ende des Tages werden wir nach dem Flug denn auch die gesamten 20 Liter des viel zu günstig gekauften Benzins wieder aus den Flächen laufen lassen (um die Gummi-Säcke-Benzintanks nicht zu beschädigen). Fred erzählt uns während des Tankens, wie vorsichtig sie jeweils beim Start- und Steigflug mit der Motor-Temperatur umgehen. Die heissen Temperaturen würden sich direkt in der Kühlwasser-Temperatur niederschlagen – nur schnelleres Fliegen oder die Reduktion der Leistung sowie ein sorgfältiger Kühllauf helfen da weiter.

Gemütlicher Start

Genau so machen wir es auch und lassen den Arcus M bei 43° Aussentemperatur gemütlich über die Vaumuse in die Voralpen der Region Digne-les-Bains steigen. Die Motor-Temperatur haben wir mit 10 bis 15 zusätzlichen Stundenkilometern im Griff. Nach einem ausgiebigen Kühllauf bis auf 60° C hinunter verdreht sich dann aber beim Einfahren der Propeller. Wenig erstaunlich, sorgt doch die beginnende, starke Thermik für deutliche Fahrt-Zunahmen (bei zu hoher Fahrt ist das Propeller-Einfahren schwieriger als bei korrektem Speed). Wir haben auch gelernt, dass es in dieser Situation am einfachsten ist, den Motor nochmals kurz zu starten und den Propellerturm wenn möglich automatisch einzufahren. Der zweite Versuch gelingt, vielleicht auch, weil ich nach Erreichen der Einfahr-Position die Propeller-Bremse ziehe und nicht mehr loslasse, bis der Schwirbel in den Rumpf einfährt. Dafür ist jetzt der Motor richtig ausgekühlt. Wir kommen in der wegen der aus Osten einfliessenden Feuchtigkeit unter den schnell hochschiessenden Cumulus-Wolken aus St.-Auban weg wie ‘im Traum’. Schon die ersten Aufwinde katapultieren uns in komfortable Höhen. Nach kurzer Zeit fährt Peter am Grand Bérard in einen starken Aufwind mit sagenhaften 5.7 m/Sek. ein. Das ist ja ganz anders als bei unserer letztjährigen Zitterpartie-Rückreise von Barcelonnette nach Schänis.

Archäologie-Übung im Queyras

Weniger gut geht es und später während unseres Anflugs auf Briançon, das eben noch spielend erreichbar schien. Peter wählt einen direkten Kurs zum Col d’Izoard. An der Ostkrete des Arvieux-Tales werden wir jedoch zügig heruntergespült und dürfen uns kurz darauf nördlich des Château Queyras eine bewaldete Skistation aus ungewollter Nähe ansehen. Peter rackert darauf zwanzig Minuten, um uns wieder auszugraben. Mir ist bis heute unklar, woher der starke und anhaltende Abwind entlang der Ostkrete des malerischen Arvieux-Tales hergekommen ist.

Unsere Kameraden aus Mollis sind inzwischen über alle Berge. Im Gegensatz zu uns machen sie sich Gedanken, wie sie, ohne von den aufschiessenden Gewitterwolken etwas abzubekommen, wieder nach ‘Hause’, zurück nach St.-Auban gelangen können. Wir haben indessen andere Sorgen.

Ab der Skistation von Serre Chevalier nordwärts trocknet die Luft ab. Sieht nicht so schön aus. Die praktischen Thermik-Markierungen sind von hochdruckbestimmter Warmluft fast komplett eingesammelt worden. Zum Glück nur fast.

Der wegen seiner unglaublich gestalteten Lufträume kaum überfliegbare Nationalpark der Vanoise steht wie ein grosser Stein in unserem direkten Weg nach Hause.

Füsse und Meter

Vor uns liegt im Nordosten die Querung des Nationalparks der Vanoise mit ihrer kaum passierbaren 1’000-Meter-Höhenbegrenzung, die wie eine grosse Käseglocke über unseren Wegen nach Norden liegt und in die wir mit der heutigen Thermikbasis-Höhe bis auf wenige, kaum praktikable Korridore mitten durch die Täler nicht einfliegen dürfen, ohne eine Busse der scharfgestellten Parkwächter auf den Pässen mit ihren Ferngläsern und einer OGN-Bodenstation im geländegängigen Renault zu riskieren. Böse Zungen behaupten ja unverändert hartnäckig, dass ein unbedarfter Beamter in der Schule nicht mitbekommen habe, dass vor 1793 (Einführung des dezimalen Metermasses) die vorhandene Menschheit in ‘Füssen‘ zu rechnen pflegte. Er habe dann praktischerweise das Metermass angewendet, immerhin wird das massgebende Muster davon ja in Paris aufbewahrt. Jedenfalls liegt dieser Park wegen seiner Beschränkungen wie ein grosser Stein vor dem Tor, durch das wir gerne wollen. Eine Passage via Aosta müssen wir der Wetteroptik wegen ausschliessen.

Unverhofftes Glück

Also entwickeln wir gezwungenermassen eine neue Taktik. Ich darf ab Nevache den Arcus steuern und entscheide mich für die ungemütliche Querung des Modane-Tales direkt nach Norden. Dieser Plan scheint von allen Optionen noch die beste zu sein. Unter uns zieht die gigantische ‘Soufflerie de Modane’ durch, in der schon Nuklearraketen wie auch der A30 auf ihre Aerodynamik untersucht wurden, während ich mit laserscharfem Blick die Pte. de l’Echelle ins Visier nehme.

Ich kann es kaum glauben, aber kurz, bevor wir da eintreffen, bildet sich ein kleiner ‘Fumulus’ – ein Wolken-Fetzchen. Und darunter klebt wie im Lehrbuch ein starker, wenn auch enger Aufwind. Da muss der Arcus durch, ich klemme ihn mit viel Querlage einfach da hinein und lasse ihn nicht mehr heraus, bis wir den Aufwind bis nach ganz oben ausgepresst haben. Unter uns drehen weitere Segler ein, während wir die kommenden Abschnitte zum Petit St.-Bernard zuversichtlicher als auch schon unter die Flächen nehmen. Vor lauter grossen Skigebieten verliere ich etwas den Überblick, aber es müssen Val Thorens, Pralognan, Courchevel (den markanten Altiport kann ich erkennen) gewesen sein, die wir auf dem Weg zum Gipfel der Bellecôte östlich der Skistation La Plagne passieren.

Am Grand Combin im Wallis spüren wir den Warmluft-Einfluss überdeutlich. Die Thermik blubbert nun nur noch.

Von Skistation zu Skistation

Es muss phantastisch sein, auf Skiern durch dieses riesige Gebiet zu gleiten. Die Skistationen sind offensichtlich miteinander verbunden. Bei mir sinkt inzwischen der Puls nicht nur, weil wir auf dieser für mich neuen Route den Nationalpark der Vanoise elegant umfliegen können, sondern auch, weil ein erneuter, unerwarteter Aufwind aus dem ‘Nichts’ unter die Flügel greift. Der Gipfel mit der obersten Skilift-Endstation von La Plagne (Bellecôte) trägt uns zuverlässig aufwärts und ich bin mir nach wenigen Kreisen sicher, dass wir heute mindestens das Wallis erreichen werden, auch wenn noch zwei Pässe dazwischen liegen, der Kleine und Grosse St.-Bernhard. So ziele ich zuversichtlich direkt in unsere Aufwindquelle über La Thuile, die uns gestern aus dem markanten Nordwestwind-Lee des Mont Blanc gerettet hat. Sie ist auch heute wieder im Dienst, wenn auch etwas widerwillig.

Tolle Aussicht auf die Südseite des Mont Blanc mit dem Peuterey-Grat.

Am Ende zuckeln wir gemütlich das Val Ferret entlang nordostwärts. Ich nehme vorsichtshalber mit, was ich an Höhe sammeln kann, auch wenn das nicht eben die schnellste Art ist, sich fortzubewegen. Aber wir müssen ja nicht unbedingt jedes Mal tief über die Pässe rauschen, etwas höher lässt sich das Segelfliegen entspannter geniessen.

Peter an der Deichsel

Etwas südlich der Skistation Orsières übernimmt dann Peter wieder den Knüppel und steuert uns souverän durch die Trockenthermik des Unterwallis. Die Aufwinde fühlen sich zunehmend wie an wie blubbernde Blasen. Erwischt man sie, steigt der Segler einen Augenblick sehr gut, fällt man (unvermeidlich) heraus, findet man sich sofort in Abwinden wieder. Eine nervenaufreibende Sache, vor allem, wenn Gleitschirme und andere Segler ebenfalls krampfhaft versuchen, die Blasen zu erwischen. Es riecht nach Warmluft. Je mehr wir uns der Quelle der Rhône nähern, umso ausgeprägter wird dieser Effekt. Schliesslich geben wir uns im Binntal geschlagen und beginnen etwas tiefer als gewünscht den Endanflug. Wenn wir irgendwo noch was mitnehmen können, sollte es trotzdem nach Hause reichen.

Das Matterhorn und seine eisigen Kameraden.

Absolut tote Luft

Ab der Furka gleiten wir jedoch gefühlt ‘durch Wasser’. Kein Lüftchen bewegt sich mehr. Peter klopft sicherheitshalber alle bekannten Thermik-Stellen des Reusstales ab. Bald einmal zeichnet sich ab, dass wir den Klausenpass, den letzten Übergang an unser heutiges Ziel, nicht mehr werden überfliegen können. Frühzeitig entscheiden wir, mit der Streckenwahl über Schwyz unser Glück zu suchen. Da endet dann wenig überraschend der motorlose Teil unserer Rückreise. Wir müssen kurz vor dem Ziel nochmals für ein paar Minuten den Motor in Betrieb nehmen. Der startet gewohnt zuverlässig und ohne den geringsten Mucks und bringt uns sicher auf Endanflughöhe.

So stabil hat sich die Luft über der Schweiz tatsächlich auch angefühlt.

Perfekter Eigenstarter-Einsatz

Trotz dieses kleinen Schönheitsfehlers sind wir uns einig: wir werden diese Art des Segelfliegens wenn immer möglich wiederholen. Das Konzept, mit diesem schnittigen Eigenstarter gemeinsam zu neuen fliegerischen Horizonten aufzubrechen, funktioniert perfekt. Weder gestern noch heute hätten wir ohne den Motor im Rücken den Flug in der letztlich vollendeten Form gewagt. Setzt man den Motor so ein, dass man beim Ein- und Ausfahren ein landbares Feld oder einen Flugplatz unter sich hat, erlebt man keine unliebsamen Überraschungen und profitiert von den Vorteilen sowie dem Komfort eines planbaren Fluges. Die Aufteilung der Tätigkeiten im Cockpit auf einen fliegenden und einen navigierenden Piloten, der sich auch um Freigaben kümmert, sorgt für eine genussvolle und entspannte Atmosphäre.

Has to be repeated!

Details des Fluges.

*) WG = Wohngemeinschaft, temporäre Schicksalsgemeinschaft

Soaring expert flights bei SchänisSoaring

Genug vom Fliegen im Flachland?

Der eigenstartfähige Hochleistungs-Doppelsitzer Arcus M von SchänisSoaring eröffnet neue fliegerische Horizonte – wie etwa diesen königlichen Blick auf die ‘Drei Zinnen’ im Pustertal.

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In der kommenden Saison können Sie im bekannten Schweizer Segelflug-Kompetenz-Zentrum am Fusse der Schweizer Alpen mit einem erfahrenen Fluglehrer und im selbststartenden Arcus M die Alpen kennen lernen. Das klassische Fluggebiet umfasst dabei das Schweizer und Österreichischen Alpen-Vorland sowie die Alpenregionen von Österreich, Italien, der Schweiz und Frankreich.

Von Experten lernen

Schänis ist über die Schweizer Landesgrenzen hinaus als Segelflug-Kompetenz-Zentrum weitherum bekannt – nicht nur wegen seiner langen Flüge im Südföhn vom höchsten europäischen Gipfel bis vor die Tore Wiens, sondern auch von einzigartigen Thermik-Erlebnissen im Alpenraum.

Im Rahmen der renommierten Flugschule, gelegen zwischen Zürich und Chur und unmittelbar am Fusse der Alpen, engagieren sich rund 30 Fluglehrer – darunter international bekannte Wettbewerbs-Piloten – aber ausnahmslos erfahrene und Alpenflieger, welche sich weiter über den Flugplatz-Rand hinaus bestens auskennen. Da kann es durchaus vorkommen, dass Sie von einem mehrfachen Landesmeister auf dem hinteren Sitz persönlich gecoacht werden.

Das Matterhorn ist an einem normalen Thermiktag auf einem Soaring Expert Flight in Griffnähe.

Massgeschneiderte, persönliche fliegerische Weiterbildung

SchänisSoaring offeriert auch 2019 bereits die dritte Saison in Folge professionelle und gleichzeitig individuelle Segelflug-Weiterbildung mit dem selbststartenden Arcus M. Der eigenstartfähige Hochleistungs-Doppelsitzer erlaubt bei regionalen Wetter-Einschränkungen auch das Einfliegen in ein vielversprechenderes Wetterfenster und offeriert damit mehr Flexibilität bei der Gestaltung des individuellen fliegerischen Weiterbildungsprogrammes. Dieses wird auf jeden Fall eng auf die fliegerischen Bedürfnisse des Fluggastes abgestimmt.

Theoretische Experten-Tips direkt selber in der Praxis umsetzen

Der Segelflug in den Alpen unterscheidet sich erheblich vom Fliegen im Flachland – die gute Nachricht ist, dass Sie nicht jede (schlechte) Erfahrung selber machen müssen – für einmal können Sie vom Know How anderer direkt profitieren. SchänisSoaring nimmt Sie mit dem Soaring Expert Flights-Angebot ‚an die Hand‘ und führt Sie in diesem persönlichen und auf Ihre fliegerischen Bedürfnisse zugeschnittenen Weiterbildungsprogramm sicher an und durch die Herausforderungen des Alpen-Segelfliegens und des Streckenfliegens in einer anspruchsvollen Gebirgs-Region.

Auch die südfranzösischen Hochalpen sind ab Schänis an einem guten Thermiktag erreichbar. Diese Aufnahme stammt von einem sommerlichen Thermiktag und zeigt neben den beiden strahlenden Piloten den Lac du Mont Cenis im Hintergrund.

Die folgenden Themen sind üblicherweise – immer abhängig von der Wetter-Situation – Bestandteil Ihres Aufenthaltes in Schänis:

  • Persönliche Streckenflug-Optimierung
  • Erkennen und Nutzen der Katabatik auf einem engen Endanflug
  • Wie befreit man sich aus einer Talinversion?
  • Sicheres Ausschöpfen des Potenzials eines Eigenstarters
  • Fliegen in Hang-, Thermik-, Wellen-Aufwinden
  • Nutzen von Konvergenzlinien
  • Erkennen und Nutzen von Talwind-Systemen
So ist Ihre Aussicht im Short Final aus dem Arcus M auf den Start- und Ziel-Flugplatz von Schänis in der Schweiz.

Know How-Transfer

Während der Soaring Expert Flights erweitern die TeilnehmerInnen ihr Know How nachhaltig und reifen selber zum Experten. Die Kosten pro Tag liegen bei CHF 850.-, das Angebot enthält den Flugzeug Charter, einen Fluglehrer mit ausgewiesener Alpen-Expertise, Briefing, den Flug selber sowie ein persönliches De-Briefing mit dem Ziel, dass die TeilnehmerInnen persönlich möglichst viele Erfahrungen mit nach Hause nehmen können.

Teilnahme an Wettbewerben

SchänisSoaring offeriert übrigens je nach Verfügbarkeit auch Teilnahmen mit dem Arcus M und einem Experten in Europa – auch hier können Sie auf ein breit abgestütztes Know How Ihres ‚personal coaches‘ in den Fluggebieten Mittel- und Südeuropas zählen. Auskunft und Anmeldung ist möglich unter: info@schaenissoaring.ch oder Tel: +41 55 619 60 40

‘interaktives’ und regionales Emagramm für die Schweiz

Der Flugplatz Schänis offeriert auf seiner Webseite neu ein Emagramm für die Ost-, Zentral- und Westschweiz. Es basiert auf den aktuellen Temperaturen regionaler Mess-Stationen auf unterschiedlichen Höhen, von 500 bis 4000 m.ü.M. Ab einem Gradienten von 0.4 Grad/100Meter ist es fliegbar bzw. ideal, um seine eigene Thermikfliegerei zu ‘optimieren’. Über einem Gradienten von 0.6 geht die Post ab und weite Streckenflüge sind möglich. Programmiert wurde das neue, in seinen Funktionen derzeit das beste verfügbare Emagramm von Silvan Gacond.

Nach Südfrankreich – maximal auf ‘Augenhöhe’ mit den Alpengipfeln

Man kann mit einer Maximalhöhe von 3’000 m.ü.M. um den Alpenbogen herum nach Südfrankreich fliegen – soviel wissen wir heute – einfach alles den Voralpen entlang. Hier ist der Reisebericht unseres Wander-Segelfluges 2019, der uns nach Gap, dann ins Zentralmassiv, gleich zweimal am Tag durch das Rhônetal, über den Jura zurück in die Schweiz und ins Veltlin auf der Alpensüdseite führt.

Wir haben einen Plan

Just auf unseren ersten von geplanten vier Flugtagen beginnt in Zentraleuropa der Sommer. Mit erwarteten Temperaturen von mehr als 30° C. Und für den Auffahrtstag, unseren ersten Flugtag, mit einer aufbauenden Hochdrucklage. Dazu gehören etwas Restfeuchte über unserer Start-Region sowie einfliessende Warmluft, die Segelfliegen über 3’000 m.ü.M. eigentlich ausschliesst. Aber wer braucht sowas denn? Über dieser Höhe kann schliesslich jeder nach Südfrankreich fliegen!

Jedes ‘Gepäckstück’ findet sein Plätzchen irgendwo im Rumpf. Inzwischen beschränken wir uns aber auf Kreditkarte, Zahnbürste, 3 Sätze Unterwäsche und die Smartphones. Mit grossem Gepäck kann schliesslich jeder reisen…

Das Gepäck

Wir haben deshalb einen Plan, der auch darunter funktioniert. Nämlich im knappen Höhenband zwischen Gelände und tiefer Bewölkung entlang den Rändern der Schweizer Voralpen vorsichtig in die Waadtländer Alpen und von dort irgendwie weiter via Savoyen oder die Walliser Alpen an die Ränder des Rhônetals in die Region Carpentras zu fliegen. Klingt einleuchtend. Also starten wir. Dank unserer Wander-Segelflug-Erfahrungen mit immer weniger Gepäck, das irgendwie im Rumpf des Arcus M vom Flugplatz-Schänis Platz findet und dafür immer mehr Zuversicht im Kopf. Was den Benzinvorrat betrifft, füllen wir den Flieger mit etwas mehr als 30 Litern und einem Ölfläschchen für zusätzliche Betankungs-Gemische mit 2% Ölanteil. Das müsste nach unserer Berechnung mit 20’ Startlaufzeit pro Tag ein gutes Stück reichen. Damit wollen wir die manchmal aufwendige Jagd nach Autobenzin – das dem Vernehmen nach in Zentraleuropa kaum zu kriegen sein soll – vermeiden. Aber davon später mehr.

Restfeuchtigkeit der gestrigen Niederschläge über dem Schweizer Mittelland. Tiefe Basis, geringe Arbeitshöhen.

Wenig Spielraum

Heute darf ich mal vorne sitzen. Und damit starten und landen, während sich Peter hinten um Lufträume und Freigaben kümmert. Diese Arbeitsteilung bewährt sich bei uns seit Längerem und sorgt bei allen Beteiligten für entspanntes Fliegen auch in und um kontrollierte Lufträume. Bis ins Gürbetal ist das aber sowieso kein Thema, die Schweizer Luftwaffe macht an Auffahrt die Brücke und überlässt ihre Arbeitsräume den übrig bleibenden Luftraumbenutzern. So kommen wir in Regionen, die wir sonst weniger befliegen. Wir reisen – immer knapp über Grund und knapp unter den langsam abtrocknenden Cumulus-Wölklein munter quer durch den militärischen Luftraum von Emmen nach Luzern und das ansteigende Gelände des Napfgebietes mit einem Ausflugsrestaurant samt angegliederter Landepiste südlich des Luftraumes von Bern vorbei ins Aaretal. Genauer: ins Gürbetal. Da steht nämlich seit dem 13. Jahrhundert das Schloss Burgistein – es hat also manchen Segelflieger kommen und gehen sehen.

Schloss Burgistein.

Keine Fehler erlaubt

Peter hat seit dem Überfliegen der Aare das Kommando und kämpft sich für uns nach längerer, erfolgloser Aufwindsuche unter den verlockendsten Wolken mit viel Geduld ab Aussenlande- bzw. Motorstart-Höhe wieder Schritt um Schritt ins aktive Segelflieger-Leben zurück. Das beginnt auf etwa 1’800 m.ü.M. wieder. Dabei bleibt mir viel Zeit für eingehende Betrachtungen. Burgistein war für mich über ein Jahrzehnt lang der Standort eines wichtigen Geschäftspartners. In jenen fernen Zeiten wurden die Häuser im Winter noch mit Heizöl gewärmt. Heute gibt es ja beinahe keine Winter und kaum mehr Heizöl. Ernst Hänni von der Fa. Hadorn jedenfalls kämpft ebenso zäh wie wir auf dem Weg nach oben um das wirtschaftliche Überleben seiner Firma in einem garstigen Umfeld.

Peter kämpft sich für uns aus der tiefsten Lage des ganzen Tages über dem Berner Gürbetal wieder auf eine anständige Reisehöhe hinauf.

Die Berner machen bessere Aufwinde

Sobald wir über dem Gantrisch-Gebiet über die Kreten kommen, zeigt sich das Berner Oberland von seiner thermisch prächtigen Seite. Tolle, isolierte Cumulusse präsentieren sich in klarer Luft bei bester Sicht vor einem tiefblauen Himmel. Mir schwant schon, was nun kommen könnte. Peter müht sich von hier bis ins Wallis mit Pseudo-Aufwinden ab, die häufig nur einen Halbkreis lang tragen, um sich im zweiten Halbkreis in kleine Wasserfälle zu verwandeln. Das ist natürlich eine schwierige Fliegerei. Es fühlt sich an, als würden die Aufwinde im Leim kleben bleiben. Dafür ist die Sicht atemberaubend, die Berner Alpen sind optisch einfach ‘eine Wucht’.

Die flachen Wolken werden im südlichen Berner Oberland immer durchsichtiger, die Aufwinde immer schwieriger zu zentrieren.

Das muss die einfliessende Warmluft des aufbauenden Hochdruckgebietes sein, in das wir auf unserem Kurs nach Westen einfliegen. Schaut man sich die Temperatur-Sonde von Payerne an, kann man die warme, trockene Luft fast greifen. Sie führt zu einer Inversion ab einer Flughöhe von 3’000 m.ü.M.

Damit ist unser weiterer Kurs gegeben. Wenn auch inneralpin im Wallis dieselbe Luftmasse überwiegt, müssen wir irgendwie durch Savoyen hindurchkommen. Blöderweise ist daran nicht mal zu denken, die Feuchtigkeit klebt auf allen Höhen. Thermik wird dort keine zu finden sein.

Letzte Hoffnung Wallis & Chamonix

So fliegen wir vorsichtshalber mal ins Wallis – eine andere Wahl haben wir gar nicht, wenn wir an unserem Flugplan festhalten und nicht bereits im Wallis den Tag beschliessen wollen. Weil wir hier der CTR Sion näher kommen, nehme ich den Transponder in Betrieb und wechsle auf die Frequenz von Sion – da herrscht nämlich ziemlich viel Betrieb. Die Wolken kleben auch im Unterwallis tief an den Hängen. Wir parkieren erstmal und sortieren unsere Optionen.

Die Bernhardiner lassen uns nicht durch

Der Weg ins Aostatal scheint verstellt. Zu hohe Pässe, zu tiefe Basis. Da kleben die Wolken ebenfalls tief an den Bergflanken. Und mein Bedarf an tiefen Überflügen des Grossen St. Bernhard ist noch vom letzten Jahr von unserem Rückflug aus Barcelonnette gedeckt. Denn von Norden her ist dieser Pass – im Gegensatz zum Anflug aus Süden – unendlich lang. Da will ich lieber nicht steckenbleiben und alles zurückfliegen müssen.

Lieber nach Chamonix und zum Mont Blanc

Savoyen ist chancenlos zugeklebt. Damit bleibt nur der Col de la Forclaz mit dem langen Tal von Chamonix übrig. Wenn wir das lange Tal vorsichtig der Länge nach queren, wäre der Anschluss an die Voralpen bei Megève und später zur Chaîne de Belledonne im Kessel von Grenoble möglich. Dass die Berge da beinahe doppelt so hoch sind wie unsere Operationshöhe, muss uns ja nicht beeindrucken, oder?

Der bei Bergsteigern bekannte Eiskessel von Argentière mit Aguille Verte, Droites, Courtes, Aiguille de Triolet und dem Mont Dolent am linken Bildrand.

Wie in den Anden

Über dem Col de la Forclaz kann ich nochmals ein paar Meter mitnehmen – aber das wird garantiert nicht reichen, um vernünftig zum Tal hinaus zu kommen. Ausserdem ist der Flugplatz Sallanches gerade von seinem Bürgermeister geschlossen worden. Das sind keine gemütlichen Aussichten. Was tun? Zurück ins Wallis fliegen und dort bessere Zeiten abwarten?

Da fällt mir mitten in dieser wunderbaren Gipfelwelt auf, dass am Nordende des Eiskessels von Argentière ein kleiner ‘Fumulus’ entsteht und wieder verschwindet, wieder kommt. Mit einer ca. 500 Meter höheren Basis. «Könnte ja sein, dass die Luft in diesem Tal noch nicht von einfliessender Wärme kontaminiert ist», schiesst mir sofort durch den Kopf. Also nix wie hin. Tatsächlich steht da in prächtigster 4’000er Kulisse ein satter, enger und starker Aufwind, der uns auf eine Höhe trägt, mit der wir das Tal sicher durchfliegen können.

Der Altiport von Megève – Durchstarten verboten.

Persönlich finde ich die Gipfel, die bei der engen Kreiserei um uns herum wandern, die schönsten der Welt. Mal abgesehen von den chilenischen Torres del Paine. Aber die Aiguille Verte mit dem Grand Dru, die Courtes, Droites, der Mont Dolent, die Aiguille de Triolet sind für mich voller bergsteigerischer Erinnerungen und einfach überwältigend schön. Ich bin schlicht begeistert. Entsprechend euphorisiert umfliege ich den Bonatti-Pfeiler, geniesse den phantastischen Ausblick auf die Grandes Jorasses und letztlich den Mont Blanc bis in die Region Megève, wo sich die segelfliegerische Optik wieder deutlich besser präsentiert. Da sinkt die Basis zwar deutlich ab – das hilft uns aber, schneller unter der fast geschlossenen Hang-Bewölkung voranzukommen.

Chaîne de Belledonne. Sieht verlockend aus, die Aufwinde unter diesen sich ausbreitenden Cumulus halten aber nicht, was die Optik verspricht.

Die Talinversion von Grenoble packt uns

Bis zum olympischen Skiort Chamrousse, in dessen Schnee 1968 der französische Nationalheld Jean-Claude Killy einst seine Goldfurchen zog, sieht alles gut aus. Ein paar vereinzelte Segelflieger sind auf unserer Höhe unterwegs. Interessant ist nur, dass die Wolkenbasis teilweise deutlich höher liegt. Seltsam, dass die ihre Operations-Höhe hier nicht ausschöpfen?

Peter klappert die möglichen Aufwindquellen unter prächtigen Cumulaten ab. Nichts zu finden, ausser Abwinden. Auch der Versuch auf der anderen Talseite bringt uns nicht weiter. Mühsam kämpft er sich am letzten Hügelzug (la grande Serre) ins Trièves auf Kretenhöhe. Wir verstehen beide gerade die Segelflug-Welt nicht richtig. Alles stimmt. Talwind. Sonne. Allgemeine Windrichtung. Trotzdem wird der Arcus M in der Luft herumgeworfen wie ein Blatt im Wind. Nachträglich kann ich mir die ungemütliche Lage nur mit der stabilen Luft im Kessel von Grenoble erklären. Offensichtlich fliesst bei NW-Wind bzw. mit dem Talwind-System stabile Luft aus dem Rhônetal (das sind ja tolle Aussichten für den Folgetag) ins breite Tal von Grenoble herein und erschlägt die Thermik.

Unkonventionelle Situationen erfordern unkonventionelle Massnahmen

Am Nordende des Lavaldens ist ein Bergkamm nicht nur voll von der Sonne eingestrahlt, sondern auch gegenüber dem NO- und Talwind exponiert. Darüber steht eine Reihe von Prachts-Wolken. Tief und zuversichtlich wie wir sind, nehmen wir vorhandene Höhe und Mut zusammen und Peter stürzt sich auf die nördliche Krete. Das funktioniert nach ein paar Anfangs-Schwierigkeiten bestens. Interessant ist, dass der Berghang nicht auf der Sonnen- sondern auf der Schattenseite gut trägt. Verkehrte Welt. Selber hätte ich es auf der Sonnenseite versucht – aber man soll den Erfolg nicht mit ungefragten Gratis-Tips aufhalten. Also halte ich lieber still und lasse mich nach oben schaukeln.

Gap-Tallard rückt näher, die letzten Kilometer sind geschenkt.

Es ist gelaufen

Damit ist die Sache für heute gegessen. Wir entscheiden uns aufgrund der Infrastruktur und einer nahen Ortschaft für den Flugplatz Gap als Übernachtungsort und verzichten darauf, wie ursprünglich geplant, an den Rand des Rhônetales nach Carpentras hinaus zu fliegen. Damit lassen wir uns alle Optionen offen, sollte sich das Wetter morgen in Norditalien unerwartet besser entwickeln. Aber auch der Weg nach Westen ist mit dieser Entscheidung bestens möglich.

Zahllose Menschen fallen vom Himmel

Gap hat eine massive CTR um sein Gelände herum. Beim Anflug über die offiziellen Einflugpunkte wird mir klar, warum das so ist. Das Fallschirm-Zentrum läuft auf Hochtouren. Mit zwei Maschinen werden ohne Pause Fallschirmspringer nach oben transportiert. Damit die Flugzeuge ausreichend Platz für Auf- und Abstieg haben, ist ein entsprechend grosser Zylinder nötig, in dem auch die Springer geschützt vor fliegenden Eindringlingen wieder zurück zur Erde gelangen. Segelfliegerisch tanzt der Bär allerdings nicht in Gap. Ich lasse den Arcus M auf dem grossen Flugplatzgelände bis zwei (!) Meter vor die Fixations-Kabel ausrollen. Wir sind – bis auf einen Gast aus Pforzheim – offenbar die einzigen hier. Glücklicherweise finde ich zwei vergessene Fixations-Seile, mit denen wir den Arcus M für die Nacht verzurren können.

Wir machen es uns in einem direkt am Flugplatz gelegenen Hotel gemütlich und putzen uns hungrig für das bevorstehende Nachtessen heraus. Mit dem Rest-Parfum von Peter riechen wir beide dann auch verwechselbar ähnlich.

Vom Charme attraktiver älterer Herren

Macht doch immer noch was her – Peter in seinem neuen Segelflieger-Outfit. Elegant wie immer.

So ausgerüstet machen wir uns zu Fuss ins dem Vernehmen nach nahe Tallard auf – um dort in einer ebenfalls dem Vernehmen nach feinen Pizzeria eine typisch französische Mahlzeit zu geniessen. Als wir uns aus dem Gebüsch auf die Strasse schlagen, entwickelt Peter spontan einen Plan. Er stürzt sich vor das erste heranbrausende Auto und mimt einen älteren, gutaussehenden Herrn, der vorübergehend ohne fahrbaren Untersatz unterwegs ist.

Elegant ins nächste Dorf

Das erste Auto rauscht nicht ganz unerwartet ohne geringste Anzeichen eines Bremsversuches an uns vorbei. Der Fahrtwind wirbelt unsere Frisuren schön durcheinander, vor allem jene von Peter. Naja, das kennen wir ja schon aus Barcelonnette. Da hat uns nach 45 min. Autostopp auch nur ein Senior (unseren Alters also) aus Mitleid und dank späterer Bestechung mit einem Schweizer Armee-Taschenmesser auf den Flugplatz mitgenommen.

Doch da kommt schon ein nächstes Auto. Peter ist erneut voller Zuversicht und wiederholt seinen Versuch, den Wagen anzuhalten. Und dann passiert das Unerwartete, nahezu ein Wunder: der winzige Peugeot stoppt aus voller Fahrt! Und aus dem Wagen entsteigen zwei 20jährige französische Schönheiten. Ein junger Herr im Fond ist da auch noch, aber der muss sich nach freundlicher Begrüssung mit den nun wesentlich engeren Platzverhältnissen auf dem Rücksitz abfinden. Denn nun haben wir uns auf der Rückbank eingefädelt. Nicht ganz einfach. Bis nach Südafrika möchte ich so schon nicht reisen.

Burger statt Foie Gras

Nach wenigen Minuten verabschieden wir uns in Tallard von unseren FahrerInnen und machen uns auf die Suche nach der Pizzeria. Den nachfolgenden, kulinarischen Teil des Abends kann man mit einem Satz zusammenfassen: die offenen Restaurants waren überfüllt und überbucht, die geschlossenen eben geschlossen. Was zum ungewollten Besuch eines Kebap-Standes und etwas ungewohnten Essen am Strassenrand führte. Es war aber alles frisch – wir haben danach kein seltsames Bauchgrimmen verspürt.

Den Nachhauseweg haben uns unsere beiden Chauffeusen dann bei einem zufälligen Wiedersehen in der Dorfbar nochmals ausführlich erklärt. Ich mag mich schon nach wenigen Sekunden nur an ‘Gauche, Droit, tout droit’ erinnern. Peter ist bis heute der Meinung, sie hätten sie fast darum gebalgt, wer uns den schwierigen Heimweg durch dunkle Wälder und Wiesen genauer erklären oder uns sogar dabei begleiten dürfe.

Am Ende tappen wir alleine in der Dunkelheit durch Dorf, Wiese und Wald zurück ins Hotel. Wundersamerweise haben wir uns nicht verlaufen und sind dank ‘gauche, droit und am Ende sehr viel ‘tout droit’ direkt vor dem Hotel gelandet. Da musste uns niemand mehr in den Schlaf singen, wir sind beide hundemüde in die Betten gesunken.

Fortsetzung folgt

Wie es weitergeht, erfahren Sie in Teil 2. Darauf gehe ich neben der Ergründung des Fallschirmspringer-Erfolges in Gap auch auf eine neue Variante der ‘Geschichte mit den Eiern’ ein, die wir auf einem unserer ersten Wandersegelflüge in Grenchen erlebt haben.

Ein paar Zusatz-Informationen zu unserem ersten Wandersegelflug-Tag:

Die Temperatursonde von Payerne zeigt die über 3’000 m.ü.M. einfliessende, trockene Warmluft. Sie ist zeitweise ein gehöriger Partykiller.
Thermikprognose von TopMeteo für unseren ersten Wandersegelflug-Tag an Auffahrt 2019.
Und die Isobarenkarten von Meteo Schweiz darf natürlich auch nicht fehlen.

OLC-Flug-Details.

Holzklasse-Weekend Schänis 11./12. Mai

Jedermann,-frau einen Flug mit einem ‘Holzflieger’ machen. Einzige Bedingung ist ein gültiges Brevet und dass man nach dem Schlepp nicht aus dem Trichter von Schänis ‘auf Überlandflug geht’. Für interessierte Segelflieger(innen) kostet der erste Flug CHF 30.-, entweder mit Flugleher im Doppelsitzer Ka2B oder allein in der Ka6. Jeder weitere Flug kostet CHF 60.-. Als aktives Mitglied des OCS kann man jedoch bereits für CHF 300.- 15 Stunden mit den Oldies fliegen (Schleppkosten wie üblich nicht eingerechnet). Um eine Anmeldung an info@polla.swiss wird gebeten. Treffpunkt ist um 10:00 Uhr auf dem Flugplatz Schänis vor dem C-Büro.

Alles neu in Schänis

Der Flugplatz Schänis baut in dieser Saision gleich alles auf’s Mal um. Das Betriebsgebäude, das in Holz-Element-Bauweise in den letzten Wochen aus dem Nichts heraus entstanden ist. Die Werkstatt, welche mit viel Freiwilligenarbeit renoviert wurde. Die Marke, die neu ‘Flugplatz-Schänis’ heisst. Und jetzt auch die Webseite, die einen schwungvollen und komplett neuen Auftritt mit vielen bewegten Bildern hinlegt und mit den aktuellen Designtools gebaut ist. Schauen Sie rein!

Armin Hürlimanns Beinahe-Tausender

Knapp. Knapper. 973.92 km.

Morgenstimmung im Prättigau.

Unsere ursprünglich geplante Aufgabe mit dem ersten Wendepunkt am Lungernsee – und der zweiten Wende in Bad im Gesäuse mussten wir (Stefan Hügli als mein schützender Engel und ich selber) früh wegen zu vieler aktiver DABS-Meldungen und dem ersten Schneegestöber auf dem Urnerboden abändern. Danach haben wir uns auf die Strecke zur Rax und zurück konzentriert. In der Welle im Rheintal vor dem Vilan waren wir auf 2’100 m.ü.M. etwas ungeduldig und flogen zum Vilan weiter. Am Vilan und an der Sassauna stieg es trotz Wind erst mit der langsam aufkommenden Thermik. Einmal an und auf der Schesaplana konnten wir dann in die Montafonwelle einsteigen. Danach konnten wir die Leewellen des Hauptalpenkammes bis nach der Wende bei Ebenstein in der Nähe von Eisenerz in dünner Luft und mit Rückenwind sehr schnell vorfliegen.

Gute Stimmung in der Flieger-WG: Stefan Hügli und Armin Hürlimann

Aufwind verpasst
Am Dachstein haben wir wegen unseres gewählten Hangflug-Regimes den letzten, guten Aufwind an der Sonne verpasst. So ging es leider nur noch mit Rest-Thermik, im Schleichgang und unter der Abdeckung weiter. Im Schatten mit wenig Wind hiess es, erst mal oben zu bleiben.

Der Grimming – noch aus der Welle, bevor wir für den Rückflug eine Etage tiefer den Hängen entlang weiter fliegen.

Guter Wilder Kaiser
Trotz Schatten war uns der Wilder Kaiser sehr gut gesinnt und wir konnten vorgelagert mit bis 3 m/sec. wieder die nötige Höhe erreichen, um beim Rofan am Achensee und an der Nordkette im Föhn wieder anzuhängen. Um etwa 18.00 waren wir in Innsbruck. Also zwei Stunden vor Sunset und 200 km bis nach Schänis. Aus Erfahrung sollte dies nach Hause reichen.

Kein Loch vor Landeck
Danach ging es darum, das übliche Loch vor Landeck glimpflich zu überstehen. Mit angenehmer Höhe von mehr als 2500 m.ü.M. kamen wir vor dem Parseier unter einer Mega-Föhnwolke an und zielten auf die Einstiegskannte eingangs Paznauntal. Nach langem Anflug hat es uns dann mit bis zu 5 m/sec. aufgesaugt und wir konnten wie ein Düsenjäger das Paznaun hochfliegen.

Die Churfirsten im Abendlicht kurz vor der Landung.

Vorarlberg verteilt ‘Wotschn’
Im Montafon kassierten wir mit mehr als 100 km/h Föhnsturm in der üblichen Montafonwellenlinie eine Ohrfeige und verloren im Nu über 2000 Meter Höhe. Wir haben es eigentlich gewusst, dass die Föhnwellen-Länge mit zunehemender Windgeschwindigkeit linear zunimmt, also viel weiter im Norden stehen muss. Aus den zwei noch verbleibenden Möglichkeiten haben wir dann den Anflug nach Westen an den Säntis beim Hohen Kasten gewählt und konnten dort wie üblich sofort wieder gut auf maximale Höhe steigen, was uns komfortabel nach Hause brachte.

Herzlichen Dank an alle unsere Helfer und Piloten.
LG, Armin Hürlimann.

Schänis: Betriebsgebäude ‘schiesst’ aus dem Boden

In wenigen Tagen ist auf dem Flugplatz Schänis das neue, zweistöckige Betriebsgebäude ‘aus dem Boden gewachsen’. Möglich wird das durch einen Holz-Elementbau. Der Rohbau ist demnächst abgeschlossen, der Innenausbau wird allerdings noch etwas Zeit benötigen, die Segelflieger südlich von Zürich rechnen mit einer Inberiebnahme des neuen Gebäudes im Herbst dieses Jahres.

Newsletter von SchänisSoaring

Der Newsletter von SchänisSoaring in der Februar-Ausgabe enthält diese Themen:

  • Spatenstich für das neue Betriebsgebäude
  • Thomas Meier neuer Flugplatzleiter
  • Skiweekend der SG Lägern und Glider Cup in Elm
  • Schaenissoaring auf Instagram
  • Ausbildung im Simulator
  • Swiss Junior Gliding Team – Jahresplanung 2019 und
  • Jahresrückblick auf eine spannende Segelflugsaison

Schänis: Spatenstich für Betriebsgebäude

Schänis, das grösste Segelflug-Zentrum der Schweiz, erhält 2019 ein neues Betriebsgebäude. Am Dienstag, 29. Januar konnte gemeinsam der erste Spatenstich durchgeführt werden. Bis Ende dieses Jahres soll das neue Gebäude, das ein modernes Restaurant mit Aussichts-Terrasse, Theorie- und Briefing-Räume und ein zeitgemässes Büro beherbergen wird, eröffnet werden. Die Baukosten sind mit rund CHF 2.2 Mio. geplant, CHF 100’000 wurden dabei über ein viel beachtetes Crowdfunding gesammelt, ca. CHF 800’000 über eine Aktienkapital-Erhöhung, an der sich ausser zahllosen privaten Aktionären auch die Anrainer-Gemeinden beteiligten. Die restliche Summe ist über einen Bankkredit finanziert.

Schänis: neuer Flugplatzchef

Thomas Meier, seit vielen Jahren Schlepp-Pilot auf dem Flugplatz Schänis, hat von Walter Almer die Funktion des Flugplatzleiters von Schänis übernommen und ist vom BAZL per 1. Januar 2019 in seinem neuen Amt bestätigt worden.

Oldtimer-Club Schänis: ‘Times’ erschienen.

Der Oldtimer-Club Schänis publiziert zweimal jährlich seine ‘OCS-Times‘. Soeben ist die aktuelle Ausgabe erschienen. Sie enthält folgende Themen: Rückblick auf die Flugsaison 2018; Lastensegler, eine vergessene Flugzeug-Kategorie; Zurück zu den Wurzeln; VGC-Treffen 2018; In der Werkstatt – und kann hier im Download kostenlos bezogen werden.