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Mitglieder fördern und halten

Die Soaring Society of America empiehlt auf ihrer Webseite verschiedene, einfach umsetzbare Ideen, um Mitglieder länger im Verein zu halten und die Fluktuation, insbesondere im ersten Jahr, zu reduzieren.

Mit ausreichender Motivation kommen manche Mitglieder selbst bei „eigentlich unfliegbarem Wetter“ auf den Flugplatz.

1. Zehnminütiger Willkommens-Anruf und ein Pate für jedes neue Mitglied

  • Warum es funktioniert: Vereine, die neue Mitglieder mit einem Anruf willkommen heissen, haben signifikant höhere Erneuerungsraten. Onboarding-Programme für neue Mitglieder erhöhen nachweislich die Verbleibquote im ersten Jahr, in dem die meisten Austritte stattfinden.
  • So geht’s: Der Vorstand oder ein „Mitglieder-Captain“ ruft innerhalb von 48 Stunden nach dem Eintritt an. Für die ersten drei Besuche im Verein wird dem Neumitglied ein Fluglehrer oder erfahrener Pilot als Pate zur Seite gestellt. Nutzen Sie ein kurzes Skript mit Fragen und eine Liste möglicher «Paten».

2. „Virtueller Kaffeeklatsch und Safety-Stunde“ per Zoom

  • Warum es funktioniert: Regelmässiger, kostengünstiger sozialer Kontakt in Verbindung mit Sicherheits-Diskussionen vertieft das Engagement – der wichtigste Faktor für die Mitgliederbindung. Die AOPA empfiehlt regelmässige Treffen, soziale Aktivitäten und Sicherheitsabende. Eine gute Sicherheits-Kultur senkt zudem Versicherungs-Prämien.
  • So geht’s: Planen Sie ein monatliches Online-Treffen an einem festen Wochentag und zu einer festen Uhrzeit. Planen Sie 20 Minuten für den informellen Austausch („Hangar-Talk“) ein.

3. Formalisiertes Mentoring und Teambildung

  • Warum es funktioniert: Die AOPA-Richtlinien für Fliegerclubs empfehlen, neuere Piloten mit erfahrenen zusammenzubringen, um Wissen, Verhaltensnormen und Sicherheits-Bewusstsein zu vermitteln. Dies fördert die Art von Engagement, die mit höheren Erneuerungsraten korreliert. Für viele ältere Piloten ist das Lehren und Weitergeben von Wissen eine Motivation.
  • So geht’s: Führen Sie eine Mentorenliste nach Themen (z.B. Ausbildung, Überlandflug, Wetter, Wartung). Der Mitglieder-Captain vermittelt die Paare und fragt nach 30 bzw. 60 Tagen nach dem Stand.

4. Monatliche Ziele mit Leistungsabzeichen

  • Warum es funktioniert: Klare Fortschritts-Pfade und Anerkennung steigern den wahrgenommenen Wert der Mitgliedschaft, ein wichtiger Indikator für Wachstum und Bindung.
  • So geht’s: Fragen Sie Neumitglieder: „Welches Abzeichen möchtest du bis wann erreichen?“ Führen Sie eine Anerkennung (z.B. „Abzeichen & Barbecue“) ein.

5. „Fliegst du noch?“-Anrufe bei gefährdeten Mitgliedern

  • Warum es funktioniert: Die British Gliding Association rät, Mitglieder anzurufen, die länger nicht am Flugplatz waren, bevor sie sich für einen Austritt entscheiden. Ein kurzer, freundlicher Anruf ist schnell gemacht und er wirkt.
  • So geht’s: Erstellen Sie eine Liste von Mitgliedern, die in den letzten 90 Tagen nicht geflogen sind. Zwei Vorstandsmitglieder rufen pro Quartal jeweils 5–10 dieser Mitglieder an und notieren hemmende Elemente (Anfahrt, fehlende Übung, Gesundheit, Zeitplanung).

6. Mikro-Ehrenamt mit einfacher Schulung anbieten

  • Warum es funktioniert: Ältere Freiwillige bleiben engagiert, wenn die Aufgaben klar, überschaubar und durch Schulungen unterstützt werden. Kleine Aufgaben (Wetter-Briefing, Schleppseil-Check, Kaffee kochen) ermöglichen es Mitgliedern, ohne grossen zeitlichen oder körperlichen Aufwand einen Beitrag zu leisten.
  • So geht’s: Erstellen Sie eine Liste mit 10-Minuten-Jobs. Weisen Sie diese rotierend zu und würdigen Sie den Einsatz jährlich mit einer Anerkennung.

7. 90-Tage-Rückgewinnungsaktion für ausgetretene Mitglieder

  • Warum es funktioniert: Viele Vereine kontaktieren Mitglieder auch 1–3 Monate nach Ablauf der Mitgliedschaft. Der Grund „Vergessen zu erneuern“ ist häufig. Ein freundlicher Anruf und ein kleines „Zückerchen“ zur Reaktivierung (z.B. Erlass der Gebühr für den Checkflug zur Wiedererlangung der Currency) holen Mitglieder effizient zurück.
  • So geht’s: Senden Sie 30, 60 und 90 Tage nach Ablauf der Mitgliedschaft eine E-Mail und rufen Sie an. Dokumentieren Sie die Gründe für den Austritt oder das Ergebnis des Gesprächs (ein geteiltes Google Doc ist ideal).

8. Vereins-Weiterbildungs-Plattform aufbauen

Und dieser Liste der SSA ist noch eine achte Massnahme anzufügen: Führen Sie eine Vereins-Weiterbildung wie den GliderCup in Schänis ein.

  • Warum es funktioniert: Neue Mitglieder können direkt nach der Lizenz mit erfahrenen Streckenfüchsen ohne Vorbedigungen im Doppelsitzer eine Streckenflug-Aufgabe aus einem vordefinierten Aufgabenkatalog mitfliegen und direkt von der Erfahrung des Routiniers profitieren. Sie lernen an den 4-6 Flugtagen jährlich mehr als in jahrelangen Selbstversuchen.
  • So geht’s: Sie brauchen mehrere Doppelsitzer mit je einem Streckenfuchs als «Tourguide». Definieren Sie für die verschiedenen Wetterbedingungen an Ihrem Platz ca. 20 unterschiedliche Aufgaben mit Streckenlängen von 50 bis 400 km. Damit bleibt fast jedes Wetter fliegbar. Die Auswertung erfolgt über WeGlide. Die höchste Durchschnitts-Geschwidingkeit gewinnt und beide DoSi-Piloten bekommen dieselben Punkte. Dieses Punkte-System ist ähnliche jenem der Formel 1 und hält die Spannung über die ganze Saison hinweg aufrecht.

-> GliderCup Weiterbildungs-Programm

DAeC: 15% weniger Segel-/Motorflieger

Über die vergangenen zehn Jahre hat die Zahl der DAeC-Mitglieder mit einer Segel- oder Motorsegler-Lizenz von 28’528 auf 24’236 – oder um 15% abgenommen.

Positiver entwickelte sich im gleicher Zeitraum die Mitglieder-Zahl mit einer Motorflug-Lizenz, nämlich von 10’566 auf 12’111, was einer Zunahme um 14% entspricht.

Die DAeC-Mitglieder, welche eine Ultraleicht-Lizenz besitzen, haben in den vergangenen zehn Jahren von 2’688 auf 3’218 oder um 19% zugenommen.

Flottenpolitik sorgt für Diskussionen

An der Gruppenversammlung der Segelfluggruppe Lägern von Freitag, 3. November 2023 sorgen sinkende Mitgliederzahlen, steigende Beschaffungs- und Unterhalts-Kosten und die mittelfristige Flottenpolitik für Diskussionen.

Finanzchef Adrian Bühler erklärt den 60 anwesenden Mitgliedern die finanzielle Situation der grössten Segelfluggruppe der Schweiz.

30% teurere Flugzeuge, 35% weniger zahlende Mitglieder

In den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl der Mitglieder von 258 auf 217 (-26%). Jene der Flugzeugflotte-Nutzer von 151 auf 99 (-35%) und gleichzeitig schwand die Zahl der Vollpauschalen-Zahler von 103 auf 61 (-41%).

Mögliche Dividende der ASSAG

Der Flugplatz Schänis bleibt weiterhin das grösste Segelflug-Kompetenzzentrum der Schweiz und auch die Flugplatz-Halterin ASSAG stellt für dieses Geschäftsjahr erstmals seit Jahren eine Dividenden-Zahlung in Aussicht, von der die Segelfluggruppe Lägern als grösste Aktionärin profitieren wird. Die finanzielle Situation der ASSAG hat sich durch den Verkauf eines Arcus M sowie das Erledigen pendenter Versicherungsfälle im laufenden Geschäftsjahr schlagartig verbessert. Auch ein Verlustvortrag aus dem Vorjahr kann 2023 getilgt werden.

2 Einsitzer verkauft, 1 Doppelsitzer beschafft

Die Mitgliedersituation, die wesentlich höheren Beschaffungskosten für neue Flugzeuge und der daraus resultierende, engere finanzielle Spielraum schlägt sich an der jährlichen Gruppenversammlung dennoch in einer längeren Diskussion nieder. Letztlich entscheiden die Mitglieder sich für den Verkauf zweier älterer Einsitzer, eines „Discus b“ und einer „ASG 29“. Gleichzeitig wird der Zukauf eines neuen „Duo Discus“-Doppelsitzers beschlossen, der im Frühling 2024 geliefert werden soll.

Junioren-Fonds für Hilfsmotor-Finanzierung anzapfen?

Ob der Doppelsitzer letztlich mit oder ohne eingebaute Heimkehrhilfe in Form eines Zweitakt-Motors geliefert wird, macht die Mehrheit der 60 anwesenden Mitglieder angesichts der engeren Finanzlage der Segelfluggruppe vom Zustandekommen einer Zusatzfinanzierungs-Runde bis zum Zeitpunkt der definitiven Bestellung in den kommenden Wochen abhängig. Diskutiert wird auch die Verwendung der in Aussicht gestellten Dividende sowie das Anzapfen eines Teils des Junioren-Förder-Fonds, dessen Kapital von CHF 25’000.- bisher kaum genutzt wurde.

Unter Druck

Nicht nur die Finanzen machen den Schänner Segelflieger/-innen Sorgen. Der wuchernde, kontrollierte Luftraum um Zürich-Kloten engt die Bewegungsfreiheit auf Mittelland-Flügen ein. Richtig eng würde es für den Flugplatz Schänis laut ASSAG-Verwaltungsrats-Präsident Matthew Reiter aber beim Zustandekommen des aktuell diskutierten Windpark-Projektes beim Einflugpunkt „Whiskey“. 200 m hohe Windräder würden einen geregelten, sicheren Flugbetrieb verunmöglichen, entsprechend aktiv bearbeite die ASSAG zusammen mit der Gemeinde dieses bedrohliche Projekt.

Senioren-Förderung

Im Gegensatz zu den Mitgliederzahlen steigt das Durchschnittsalter der aktiven Segelflieger. Um die Senioren länger und aktiv im Segelflugbetrieb zu halten, stellt Cheffluglehrer Thomas Stemmler ein Senioren-Coaching-Programm des Vorstandes in Aussicht. Es soll mit Doppelsitzerflügen ältere Pilot/-innen aktiv fliegerisch unterstützen und letztlich die Flugsicherheit erhöhen.

Andi Brunner wird Flugplatzchef

Als neuer Flugschul- und Betriebsleiter konnte anfangs Oktober der langjährige Cheffluglehrer Andi Brunner aus Weesen gewonnen werden. Er wird im Rahmen eines Teilpensums während der kühleren Jahreszeiten einen Tag und in den wärmeren Jahreszeiten dreieinhalb Tage pro Woche im Einsatz sein und im Rahmen eines breiten Jobprofils Flugschüler aus- und Piloten weiterbilden, Segelflugzeuge zu ihrem Startpunkt schleppen, Gästeflüge und Interessenten koordinieren und auch sonst auf dem Flugplatz als vielseitiger Ansprechpartner zum Rechten sorgen.

Einladung zur BWLV-Mitgliederversammlung

Termin: Sonntag, 29. Oktober 2023
Ort: SSB-Veranstaltungszentrum Waldaupark Stuttgart,
Friedrich-Strobel-Weg 4-6, 70597 Stuttgart
Beginn: 10 Uhr
Anschließend: Steh-Imbiss für alle Teilnehmer im Foyer

Tagesordnung:

  1. Eröffnung und Begrüßung
  2. Grußworte
  3. Ansprache und Bericht des Präsidenten
  4. Verleihung des Innovationspreises 2023 der Hellmut Niethammer Stiftung
  5. Entgegennahme des Geschäftsberichtes mit Jugend- und Sportberichten
    (adler-Veröffentlichung, Ausgabe September 2023)
  6. Rechnungsabschluss 2022
    Genehmigung des Rechnungsabschlusses 2022 mit Bericht der Rechnungsprüfer
  7. Entlastung des Präsidiums
  8. Haushaltsplan 2024, Genehmigung des Haushaltsplanes 2024
  9. Wahl der Rechnungsprüfer
  10. Antrag des Präsidiums auf Neufestsetzung des Mitgliedsbeitrags
  11. Anträge von Mitgliedern
  12. Ehrungen
  13. Verschiedenes, Mitgliederversammlung 2024: Zeitpunkt, Ort

Anträge von Mitgliedern zur ordentlichen Mitgliederversammlung müssen mit Begründung beim Geschäftsführer des Verbandes spätestens 14 Tage vor der Mitgliederversammlung eingegangen sein.

Über Gegenstände, die nicht auf der Tagesordnung stehen, oder verspätet eingebrachte Anträge, darf in der Mitgliederversammlung nur verhandelt werden, wenn die einfache Stimmenmehrheit der Versammlung und des Präsidiums gegeben ist (§22, Abs. 2, BWLV-Satzung).

gez. Eberhard Laur, Präsident des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbandes