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Ruhige Hauptversammlung

Die Segelfluggruppe Lägern hielt ihre Hauptversammlung am 6. März 2026 im Restaurant Flugplatz Schänis ab. Obmann Thomas Stemmler führte nach der Vorstellung des neuen Restaurant-Teams durch eine ruhige Versammlung ohne kontroverse Diskussionen.

Mitglieder und Betrieb

Aktuar Bruno Schmid stellte fest, dass sich der Mitgliederrückgang insbesondere bei den Flotten-Nutzern, Voll- und Halbpauschalen-Mitgliedern stabilisiert hat. Bei den Privatpiloten mit eigenem Flugzeug beobachte er eine leichte Steigerung bzw. Verlagerung.

Die Leistungsflug-Stunden entwickelten sich nach dem schwachen Vorjahr wieder positiv: Nach 581 Stunden im Jahr 2024 wurden 2025 wieder 986 Stunden geflogen. Die Instandhaltungskosten für das Flugmaterial sanken von CHF 43’000 auf CHF 30’000; intern wurden mehr Reparaturen selbst erledigt (2025 Arbeitsstunden gegenüber 1750 im Vorjahr). Erstmals wurden Fluglehrer-Entschädigungen von CHF 4’000 ausbezahlt.

Finanzen und Budget

Die Jahresrechnung 2025 wurde genehmigt, der Vorstand entlastet. Das Budget 2026 basiert auf Vorjahreswerten. Geplant ist die Beschaffung eines neuen Doppelsitzers für über CHF 300’000, wovon CHF 50’000 durch eine Sport-Toto-Subvention gedeckt werden. Aus Flugzeugverkäufen werden Erlöse von CHF 180’000 erwartet. Die Mitgliederbeiträge wurden mit klarer Mehrheit bei einer Enthaltung angenommen.

Wahlen und ASSAG

Die Wahlen verliefen ohne Diskussion. Erstmals sind drei Vorstandsmitglieder der SG Lägern gleichzeitig im Verwaltungsrat bzw. in der Geschäftsleitung der ASSAG vertreten. Die SG Lägern ist mit 30% grösster Aktionär der ASSAG (Alpine Segelflugschule Schänis AG, Flugplatz-Halterin). Peter Schmid berichtete für die ASSAG: Die Flugsaison 2025 verlief ausgezeichnet, das Ergebnis ist knapp positiv; Dividenden werden keine ausgeschüttet. Die Motorflugstunden für Schulung und Leistungsflug lagen 2025 bei 105 Stunden (2024: 89, 2023: 127). Der GliderCup 2026 verzeichnet aktuell 17 Anmeldungen; das Weiterbildungs-Programm mit sechs Flugtagen startet am 11. April.

Paul Kläger (ganz links) dürfte mit 51 Jahren (…) als Anhängerwart einen Weltrekord aufstellen. Obmann Thomas Stemmler überreicht ihm einen Zeppelin-Fahrt-Gutschein, während Paul Klägers Nachfolger Christian Furrer (2. von rechtes) weiterhin auf Pauls Unterstützung in „schweren Fällen“ zählen darf.

Ehrung.

Paul Kläger wurde für rund 51 Jahre als Anhängerwart geehrt und zum Ehren-Vorstandsmitglied ernannt. Er bleibt damit den Vorstandssitzungen verbunden, gibt sein Wissen an seinen Nachfolger Christian Furrer weiter und erhält als Anerkennung einen Gutschein für eine Zeppelinfahrt ab Friedrichshafen.

Diverses

Zur Erleichterung der ÖV-Anreise erwirbt die SG Lägern zwei Velos, die in Bahnhofsnähe in Schänis bei einem Vorstandsmitglied stationiert werden. Andreas Hüppi berichtete vom Fluglager in Sisteron (F): trotz teilweise schlechtem Wetter konnten die Vorzüge des Fliegens in Südostfrankreich genutzt werden. Sekundarlehrer Marco Megert stellte das ungewöhnliche Projekt «Entscheidungsfach Aviatik» an der Sekundarschule Meilen vor, welches ein hohes Engagement des Lehrers erfordert: Drei Lektionen pro Woche über ein Jahr, mit Flugplatzbesuch in Schänis, Besichtigung des Control Towers Zürich-Kloten und einer Segelflugzeug-Präsentation in der Schul-Aula. Die Schülerinnen und Schüler haben sich einen Schnupperflug in Schänis mit einer Winterarbeit verdient.

Arbeitssamstag

Traditionell wird am darauffolgenden Samstag der Flugplatz für die Saison vorbereitet. Die Risse in der Piste werden durch ein spezielles «Bitumen-Team» ausgebessert, die Flugzeuge werden montiert, die Anhänger aus dem Winterlager im Hangar auf ihre Stammplätze verschoben, bei den Umgebungsarbeiten werden die Zufahrtsstrassen ausgebessert und in diesem Frühjahr wird im Aussenbereich des Restaurants ein etwas «fussläufigerer» Kiesbelag eingezogen. Auch zwei langersehnte Stammtische für die Pilot/-innen, einer außen auf der Terrasse und einer im Restaurant, werden montiert (Fotos: Markus Trüb).

Flottenpolitik sorgt für Diskussionen

An der Gruppenversammlung der Segelfluggruppe Lägern von Freitag, 3. November 2023 sorgen sinkende Mitgliederzahlen, steigende Beschaffungs- und Unterhalts-Kosten und die mittelfristige Flottenpolitik für Diskussionen.

Finanzchef Adrian Bühler erklärt den 60 anwesenden Mitgliedern die finanzielle Situation der grössten Segelfluggruppe der Schweiz.

30% teurere Flugzeuge, 35% weniger zahlende Mitglieder

In den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl der Mitglieder von 258 auf 217 (-26%). Jene der Flugzeugflotte-Nutzer von 151 auf 99 (-35%) und gleichzeitig schwand die Zahl der Vollpauschalen-Zahler von 103 auf 61 (-41%).

Mögliche Dividende der ASSAG

Der Flugplatz Schänis bleibt weiterhin das grösste Segelflug-Kompetenzzentrum der Schweiz und auch die Flugplatz-Halterin ASSAG stellt für dieses Geschäftsjahr erstmals seit Jahren eine Dividenden-Zahlung in Aussicht, von der die Segelfluggruppe Lägern als grösste Aktionärin profitieren wird. Die finanzielle Situation der ASSAG hat sich durch den Verkauf eines Arcus M sowie das Erledigen pendenter Versicherungsfälle im laufenden Geschäftsjahr schlagartig verbessert. Auch ein Verlustvortrag aus dem Vorjahr kann 2023 getilgt werden.

2 Einsitzer verkauft, 1 Doppelsitzer beschafft

Die Mitgliedersituation, die wesentlich höheren Beschaffungskosten für neue Flugzeuge und der daraus resultierende, engere finanzielle Spielraum schlägt sich an der jährlichen Gruppenversammlung dennoch in einer längeren Diskussion nieder. Letztlich entscheiden die Mitglieder sich für den Verkauf zweier älterer Einsitzer, eines „Discus b“ und einer „ASG 29“. Gleichzeitig wird der Zukauf eines neuen „Duo Discus“-Doppelsitzers beschlossen, der im Frühling 2024 geliefert werden soll.

Junioren-Fonds für Hilfsmotor-Finanzierung anzapfen?

Ob der Doppelsitzer letztlich mit oder ohne eingebaute Heimkehrhilfe in Form eines Zweitakt-Motors geliefert wird, macht die Mehrheit der 60 anwesenden Mitglieder angesichts der engeren Finanzlage der Segelfluggruppe vom Zustandekommen einer Zusatzfinanzierungs-Runde bis zum Zeitpunkt der definitiven Bestellung in den kommenden Wochen abhängig. Diskutiert wird auch die Verwendung der in Aussicht gestellten Dividende sowie das Anzapfen eines Teils des Junioren-Förder-Fonds, dessen Kapital von CHF 25’000.- bisher kaum genutzt wurde.

Unter Druck

Nicht nur die Finanzen machen den Schänner Segelflieger/-innen Sorgen. Der wuchernde, kontrollierte Luftraum um Zürich-Kloten engt die Bewegungsfreiheit auf Mittelland-Flügen ein. Richtig eng würde es für den Flugplatz Schänis laut ASSAG-Verwaltungsrats-Präsident Matthew Reiter aber beim Zustandekommen des aktuell diskutierten Windpark-Projektes beim Einflugpunkt „Whiskey“. 200 m hohe Windräder würden einen geregelten, sicheren Flugbetrieb verunmöglichen, entsprechend aktiv bearbeite die ASSAG zusammen mit der Gemeinde dieses bedrohliche Projekt.

Senioren-Förderung

Im Gegensatz zu den Mitgliederzahlen steigt das Durchschnittsalter der aktiven Segelflieger. Um die Senioren länger und aktiv im Segelflugbetrieb zu halten, stellt Cheffluglehrer Thomas Stemmler ein Senioren-Coaching-Programm des Vorstandes in Aussicht. Es soll mit Doppelsitzerflügen ältere Pilot/-innen aktiv fliegerisch unterstützen und letztlich die Flugsicherheit erhöhen.

Andi Brunner wird Flugplatzchef

Als neuer Flugschul- und Betriebsleiter konnte anfangs Oktober der langjährige Cheffluglehrer Andi Brunner aus Weesen gewonnen werden. Er wird im Rahmen eines Teilpensums während der kühleren Jahreszeiten einen Tag und in den wärmeren Jahreszeiten dreieinhalb Tage pro Woche im Einsatz sein und im Rahmen eines breiten Jobprofils Flugschüler aus- und Piloten weiterbilden, Segelflugzeuge zu ihrem Startpunkt schleppen, Gästeflüge und Interessenten koordinieren und auch sonst auf dem Flugplatz als vielseitiger Ansprechpartner zum Rechten sorgen.