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BWLV-Workshop „Generation Z geht in Führung“

Die statistischen Zahlen zur altersmäßigen Zusammensetzung der Gesellschaft sind alarmierend: So scheiden in den nächsten Jahren doppelt so viele ältere Menschen aus dem Berufsleben aus, wie junge Menschen in die Arbeitswelt nachrücken. Was den Personalverantwortlichen in Industrie, dem Handwerk und der allgemeinen Wirtschaft die Sorgenfalten auf die Stirn treibt, das bringt auch Vereine in große Schwierigkeiten – junge Menschen fehlen.

Einzelne Flugsportvereine überaltern in ihrer Altersstruktur, ehrenamtliches Engagement muss zunehmend auf weniger Schultern verteilt werden und die Themen und Konzepte, die dort behandelt und bearbeitet werden, verlieren langsam den Anschluss an die Bedürfnisse einer digitalen, schnellen und komplexeren Welt. Die Funktionsträger in den Vereinen klagen unter einer latenten Überlastung und finden selten die gewünschte Unterstützung durch die Basis. 

Für einige dieser Vereine könnten junge Menschen die (letzte) Lösung sein. Sie erreicht man aber nicht mehr über Briefe oder einen Bericht im kommunalen Mitteilungsblatt – und oft auch nicht über eine E-Mail. Sollte dennoch ein Mitglied der Generation Z (Gen Z) den Weg auf den Flugplatz finden, dann dessen seine Vorstellung oft nicht kompatibel mit dem Geist und den Strukturen, die es dort vorfindet. 

Mit dem neuen, eintägigen Fortbildungsangebot „Generation Z geht in Führung“ will der BWLV seinen Vereinen Unterstützung beim Generationswechsel anbieten. Tandems aus Babyboomern und der Gen Z treten in ein aktives Programm ein und versuchen gemeinsam, einen Zukunftsweg in das digitale Vereinszeitalter zu finden.

Im Rahmen des Workshops arbeiten dabei jeweils ein junger Angehöriger der Gen Z (16 bis 25 Jahre) und ein Babyboomer (55 bis 65 Jahre) desselben Vereins zusammen. Sie lernen einander besser zu verstehen, sich gegenseitig ernst zu nehmen und sich auf Augenhöhe zu begegnen. Nur so können sie dann in der Zukunft die Geschicke des Vereins zusammen und gemeinsam leiten. Folgetreffen sind geplant.

Termin: Samstag, 25. März 2023, 9 bis 17 Uhr
Ort: Jugend- und Weiterbildungsstätte Klippeneck, Denkingen
Leitung: Dr. Steffen Wagner
Mindestanzahl an Teilnehmern: vier mal zwei = vier Tandems = acht Personen (bei weniger Teilnehmern entfällt die Veranstaltung). Maximale Teilnehmerzahl: zehn mal zwei = zehn Tandems = 20 Personen

Die Anmeldung erfolgt über Vereinsflieger.de (VF): Das Seminarkürzel lautet: TRAI-0006. Selektieren Sie nach dem Seminarkürzel. Nutzen Sie Ihre persönlichen Zugangsdaten für den VF. Unter „Mein Profil“ finden Sie den Punkt „Seminarangebote“ (ganz links, ganz unten). Ein Klick auf die „Seminarangebote“ öffnet alle verfügbaren Angebote. Klicken Sie nun auf den blau unterlegten Bereich „Bezeichnung“. Es öffnet sich ein kleines Dialogfenster. Rechts neben dem Filtersymbol können Sie ganz oder teilweise ein bekanntes Seminarkürzel, oder einen Begriff/Bezeichnung eingeben. Mit „OK“ startet ein Suchvorgang. Ist die gesuchte Veranstaltung dabei, klicken Sie auf das ganz links befindliche Augensymbol. Nun befinden Sie sich in der Anmeldemaske. Wichtig: Scrollen Sie ganz nach unten, und nachdem Sie alle erforderlichen Angaben gemacht haben, klicken Sie auf das blaue Feld „Anmeldung absenden“. Ihre Anmeldung wird dann an den BWLV übertragen. Quelle: ‚BWLV‚.

Der BWLV freut sich auf viele Teilnehmer! 

Neuer Leiter der Fliegerschule Wasserkuppe zieht Bilanz

Zufrieden mit dem ersten Jahr nach der Corona-Pandemie samt der damit einhergehenden Einschränkungen ist der neue Leiter der Fliegerschule Wasserkuppe Lukas Schmidt-Nentwig. Seit April 2021 ist er für die 15 Flugzeuge, die vier hauptamtlichen und 30 Honorar-Fluglehrer und den Flugbetrieb mit bis zu 250 Starts und Landungen am Tag auf Hessens höchstem Berg verantwortlich. Damit ist die Fliegerschule eine der renommiertesten in Deutschland. Ihm zur Seite steht noch sein Vorgänger, Harald Jörges, der als Ausbildungsleiter fungiert. Er ging im vergangenen Jahr in den Ruhestand, der aber zu einem Unruhestand wurde, wie er sagt. Der 66-Jährige unterstützt den 31-jährigen Schmidt-Nentwig und hat dafür gesorgt, dass der Übergang reibungslos über die Bühne ging.

Rhön: Neuer Leiter der Fliegerschule Wasserkuppe zieht Bilanz
Schmidt-Nentwig wohnt zusammen mit seiner Ehefrau direkt unterhalb der Wasserkuppe in Abtsroda. Das Dorf ist ihm bekannt, denn dort lebte sein Opa und durch ihn kam er in Kontakt mit dem Segelfliegen. „So lange ich denken kann, haben wir in der Rhön Urlaub gemacht“, sagt er. Und natürlich war er auch auf der Wasserkuppe und schaute begeistert den Segelfliegern zu. Sein Traum: Dort oben zu fliegen. Der sollte sich erfüllen.

Er hat in seiner Heimat Wiesbaden das Fliegen erlernt, aber auf der Wasserkuppe seine Ausbildungslizenzen gemacht. Als ihn Harald Jörges vor vielen Jahren immer wieder am Flugzentrum sah, fragte er den jungen Mann, ob er nicht helfen wolle, etwa bei den Gästeflügen. Das tat Schmidt-Nentwig dann auch. Er fand Gefallen an der Arbeit in der Fliegerschule und seit 2017 ist er Fluglehrer und seit 18 Monaten Leiter der Fliegerschule.

Rund 11.000 Starts und Landungen verzeichnete der neue Leiter im Jahr 2022. „Das ist ein durchschnittlicher Wert“, sagt Jörges, aber für die Zeit nach Corona in Ordnung. Die beiden haben bemerkt, dass sich die Schwerpunkte in der Ausbildung etwas verlagert haben. Das Interesse am Motorflug ist größer geworden. „Wir konnten gar nicht alle Nachfragen befriedigen“, sagt Schmidt-Nentwig.

Dafür sei die Zahl derjenigen, die das Segelfliegen erlernen wollen leicht rückläufig. Ob dies mit der Pandemie zu tun hat, können die beiden nicht sagen. Fest stehe aber, dass sich das Alter der Flugschüler verändert hat. Waren es früher mehr junge Menschen, teilweise sogar 14-Jährige, die wie Reinhard Mey das Gefühl „Über den Wolken muss die Freiheit grenzenlos sein“ erfahren wollten, sind es in diesem Jahr mehr Frauen und Männer im mittleren Alter gewesen, die ihre Fluglizenz erworben haben.

Dafür müsse man schon einige Zeit einplanen. Die reine Flugausbildung für Motormaschinen dauert im Schnitt 50 Flugstunden. Für die Segelfluglizenz sind es 35 Stunden. Natürlich komme es auf das Talent an, sagt der 31-Jährige. (Lesen Sie hier: Rhöner Segelflugzeug fliegt auf allen Kontinenten – Firma Schleicher liefert 1000. Exemplar aus)

Zusätzlich zu den rund 100 Flugschülern, die die Dienste der Fliegerschule in diesem Jahr in Anspruch genommen haben, kommen noch die rund 300 Charterer. Das sind Piloten, die mit ihren Segelflugzeugen für mehrere Tage auf die Wasserkuppe kommen, um vom Berg der Flieger aus Streckenflüge zu unternehmen. „Für den Tourismus ist das wichtig“, stellt Jörges klar. Denn sie bleiben ein bis zwei Wochen in der Rhön und geben hier ihr Geld aus.

Fliegerschule in der Rhön: 11.000 Starts und Landungen im Jahr 2022
Die Piloten kommen aus dem In- und Ausland – sogar aus Übersee. In diesem Jahr waren auch zwei Russen darunter. Sie mussten abgelehnt werden, weil das Regierungspräsidium Kassel ein Verbot ausgesprochen hatte, russische Piloten fliegen zu lassen. Sie fielen unter die Sanktionsvorschriften.

„Wir wollen die Zahlen im nächsten Jahr halten“, sagt der neue Leiter der Fliegerschule. Er hofft, dass dies gelingt. Denn auch im Flugsport machen sich die Auswirkungen des Ukraine-Krieges bemerkbar. Die Ersatzteile für die Flugzeuge sind alle wesentlich teurer geworden, sagt er. Aber er baut wie Harald Jörges darauf, dass wieder viele Piloten auf der Wasserkuppe, dem Berg der Flieger, auch in der Zukunft fliegen lernen wollen. Quelle: ‚Fuldaer Zeitung‚.

BWLV-Fluglehrer-Auffrischungs-Schulungen

Der BWLV bietet Fluglehrern die Möglichkeit, im Rahmen einer Videokonferenz online die gesetzlich vorgeschriebene Fortbildungsveranstaltung zu absolvieren.

Termin: Freitag/Samstag, 10./11. März 2023, ca. 9 bis 17 Uhr 

Ablauf der Teilnahme:
Wie gewohnt erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung einen Zugangslink übermittelt.

Anmeldung:
Das Angebot dieser Auffrischungsschulung gibt dem Teilnehmer die Möglichkeit, die für ihn und seine Lehrberechtigung passende(n) Veranstaltung(en) zu finden und zu wählen. Daher ist es notwendig, die Informationen dazu, wie sie hier auf der BWLV-Homepage zu finden sind, vor der Anmeldung genau zu lesen. 

Anmeldung über „Vereinsflieger.de“:
Alle Teilnehmer, die Zugang zum Online-Vereinsverwaltungssystem „Vereinsflieger.de“ haben, werden dringend gebeten, ihre Anmeldung schnell und einfach im Vereinsflieger.de zu tätigen. Ein zusätzliches Anmeldeformular ist hier nicht erforderlich. Eine ausführliche Erklärung mit Hinweisen zur Anmeldung im Vereinsflieger.de finden Sie hier.

Anmeldung für Teilnehmer ohne Zugang zum „Vereinsflieger.de“:
Teilnehmer ohne „Vereinsflieger.de“ informieren sich bitte in den hier beigefügten Dokumenten über die Anmeldemodalitäten. Auch ein Anmeldeformular steht zum Download zur Verfügung. Das vollständig ausgefüllte und unterschriebene Formular senden Sie bitte per E-Mail an heuberger@bwlv.de. Die Dokumente können Sie hier downloaden.

Air France sucht Nachwuchs-Piloten

Air France startet eine neue Kampagne zur Rekrutierung von Nachwuchs-Piloten. Die Ausbildung, die seit der Covid-Krise ausgesetzt wurde, wird vollständig von der Fluggesellschaft übernommen und ermöglicht es erfolgreichen Bewerbern, sich den 200 Kadetten anzuschließen, die bereits eine der drei Partnerschulen besucht haben: die École Nationale de l’Aviation Civile, die École de pilotage EPAG und die L3HARRIS Academy. Nach einer 24monatigen Ausbildung, zu der auch ein Aufenthalt im Centre National de Vol à Voile (Nationales Segelflugzentrum) gehört, um sich im Segelfliegen ausbilden zu lassen, werden diese Kandidaten als Offizielle Linienpiloten das Steuer eines Airbus A320 von Air France oder einer Boeing 737 von Transavia übernehmen. Der Kadetten-Studiengang ist unter bestimmten Bedingungen ab dem Abitur und ohne vorherige Flugerfahrung zugänglich. Möchten Sie in die Luftfahrtbranche einsteigen? Sie haben vom 15. Oktober 2022 bis zum 20. November 2022 Zeit, sich zu bewerben. Quelle: ‚FFVP‚.

Zentralschweizer Theoriekurs-Angebot

Auch dieses Jahr bieten die Segelfluggruppen SG-Obwalden, SG-Nidwalden, SG-Olten und SG-Pilatus zusammen einen Theoriekurs an. Die Planung sieht so aus, dass wir den Kurs im BBZ (Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe) an der Robert-Zünd-Strasse 4-6 in Luzern durchführen werden. 9 Referenten stehen für den Unterricht zur Verfügung. Damit wir die Theoriezeit möglichst kompakt halten können, werden wir jeweils am Samstag von 08:30 bis ca. 16:30 bildungsmässig tätig sein. Natürlich wird die Mittagspause von 11:30 bis 12:30 bzw. 12:30 bis 13:30 nicht fehlen. Verpflegungs-Möglichkeiten hat es rund um den Bahnhof genug. Mit den geplanten Unterrichtszeiten sollten wir den Stoff zusammen in 11 Samstagen schaffen. Wir planen, am 19. Nov. 2022 zu starten.

Das Ziel wäre, im März oder April 2023 die Prüfungen abzulegen und mit vollem Elan mit der praktischen Ausbildung zu beginnen. Bei bin ich per eMail (christoph.meier@hispeed.ch) erreichbar. Via Mobile: 079 365 89 54 / Festnetz: 056 493 38 66.

Hinweise zum Theoriematerial:
Für alle Fächer könnt ihr hier kostenlos herunterladen. Falls jemand das Buch von Markus Hösli möchte, könnte ich zum Preis von CHF 60.– eine Sammelbestellung machen. In den Fächern 10 Luftrecht, 40 Menschliches Leistungs-Vermögen und 50 Meteorologie werden wir mit den Unterlagen vom BAK arbeiten. Daneben werden wir mit dem Buch „Flug ohne Motor“ von Winfried Kassera arbeiten.

Und wir werden mit dem VFR-Voice Ordner von fly-T GmbH im Fach 90 arbeiten. Die Bücher werde ich für alle, die mitmachen, besorgen. Falls jemand schon das eine oder andere Buch (BAK, Kassera oder VFR-Voice) hat, melde dich bitte bei mir.

Jetzt sind wir Referenten neugierig geworden. Wer wird wohl mitmachen? Kommt überhaupt jemand? Wie viele Fragen habt ihr, die wir hoffentlich beantworten können? Ach ja, das ist ja auch mit Kosten verbunden. Der Kurs kostet CHF 350.00 und dazu die Bücher von Kassera, BAK und VFR-Voice ca. CHF 390.00.

Ich würde mich freuen, möglichst viele von euch am 19. November im BBZ begrüssen zu dürfen. Den detaillierten Stundenplan und die Zahlungsformalitäten werde ich euch nach der Anmeldung zustellen. Foto: ‚Cranfield Aviation School‚.

Flugzeug als Arbeitsplatz

Ob im Cockpit oder in der Passagierkabine – die Ausbildung zum Job über den Wolken ist kein unüberwindlicher Hindernisparcours. Viele Airlines trennten sich während der Pandemie von ihrem fliegenden Personal, so manche ehemalige Piloten und Flugbegleiter wanderten in andere Jobs ab. Austrian Airlines, die als einziger Carrier in Österreich Ausbildungen in diesen Bereichen anbieten, kamen ohne breitflächige Flugausfälle durch den Sommer – frische Man- und Frauenpower wird trotzdem gesucht. In den vergangenen Jahrzehnten wurden die Einstiegshürden – vor allem die körperlichen Voraussetzungen für einen Platz im Cockpit eines Passagierflugzeugs – angepasst.

Aktuell große Nachfrage
Aktuell sucht Austrian sowohl neue Piloten – aufgrund natürlicher Fluktuation werden etwa dreißig pro Jahr benötigt – als auch Flugbegleiter. Michael Kircher, Leiter der Ausbildung für das fliegende Personal bei Austrian Airlines und selbst langjähriger Co-Pilot, kennt den Weg ins Cockpit. Die physischen Hürden sind bewältigbar: „Dazu gehören eine Mindestgröße von 1,65 Metern, damit man alle Schalter erreichen kann, ein Body-Mass-Index von unter 35 und eine ausreichende Sehkraft. Bis zu +5 und -6 Dioptrien können mit einer Brille oder Kontaktlinse ausgeglichen werden, aber es darf keine Laserkorrektur stattgefunden haben“, erklärt Kircher. Zusätzlich müssen Bewerber das „Medical Class 1“ bei einer flugärztlichen Untersuchung bestehen. Die Auswahl selbst findet im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt statt, wobei es unter anderem um das räumliche Vorstellungsvermögen, Kopfrechnen, Mehrfachbelastungen und Teamfähigkeit geht. Dabei haben übrigens Könner bei Flugsimulatorspielen einen Vorteil. Im Schnitt bewältigen nur rund sechs Prozent diese Hürden und werden zur Pilotenausbildung zugelassen.

Für jene Neueinsteiger („Abinitio“ – Grundeinsteiger – genannt), die die ersten Anforderungen erfüllen, geht es danach zur Lufthansa Aviation Training in Bremen, Rostock und in die USA, wo angehende Piloten in einer 22 Monate dauernden Ausbildung ihre Fluglizenz erwerben. Der Lebensunterhalt muss in dieser Zeit selbst bestritten werden, die Schulungskosten selbst trägt aktuell die Fluglinie. Dafür müssen sich Neo-Piloten für zehn Jahre an das Unternehmen binden. Nach dieser Grundausbildung folgt eine etwa sechs Monate dauernde Typen-Einschulung für Flugzeuge, die die Austrian verwendet. Erst danach darf – in Begleitung besonders erfahrener Flugkapitäne – auf dem Co-Pilotensitz Platz genommen werden, und es winkt ein Einstiegsgehalt als First Officer von mehr als 4400 Euro monatlich. Bereits ausgebildete Piloten, die bei Austrian andocken möchten, unterwerfen sich einer „Ready Entry“-Auswahl.

Ausbildung zur Kabinencrew
Kürzer drücken angehende Mitglieder der Cabin Crew in Wien-Schwechat die Schulbank. Ab einem Alter von 18 Jahren sind Bewerbungen möglich, gute Deutsch- und Englischkenntnisse, Matura und abgeleisteter Präsenzdienst (gilt auch für angehende Piloten) sind Voraussetzung. „Bei einem Assessment werden Charaktereigenschaften unter die Lupe genommen. Die Ausbildung selbst dauert rund acht Wochen“, so Kircher, dabei stehen theoretische Inhalte sowie Praxisübungen in einem Mock-up (Trainingsmodell eines Flugzeugs) auf dem Lehrplan. Erste Erfahrungen an Bord bringen Trainingsflüge, bei dem der Neo-Flugbegleiter noch nicht Teil der Minimalbesetzung ist. Drei Monaten nach Ausbildungsbeginn ist man vollwertiges Mitglied der Cabin Crew mit einem Mindestgehalt von etwa 1800 Euro pro Monat. Hinzu kommen – wie bei Piloten – Diätenzahlungen, die vom Dienstplan und von den Destinationen abhängen, und die Vergütung von Überstunden und Mehrleistungen. Besonderes Zuckerl sind, bei freien Sitzplätzen, Mitflug-Gelegenheiten zu sehr günstigen Konditionen.

Abseits von Austrian verspricht etwa die Leiharbeiterfirma Crewlink, die im März für Ryanair 50 Mitarbeiter suchte, zukünftigem Ryanair- und Lauda-Personal ein kostenfreies und bezahltes Training samt diverser Incentives. Eine – allerdings nur für Interessenten mit entsprechenden finanziellen Mitteln geeignete – Alternative sind private Flugschulen, von denen einige in Österreich auch eine Ausbildung zum Berufspiloten anbieten. Im Normalfall dauert der Kurs eineinhalb bis zwei Jahre und kostet zwischen 60.000 und 100.000 Euro, so die Austrian Cockpit Association, ACA. Erster Schritt als Berufspilot ist die CPL-Lizenz. Um ein Verkehrsflugzeug als Kapitän fliegen zu dürfen, braucht es die Verkehrsflugzeugführerlizenz ATPL. Dafür sind neben der Theorie-Lizenz und Typenschulungen mehrere Jahre Flugerfahrung mit zumindest 1500 – in der Praxis eher 3000 – Stunden nötig. Quelle: ‚Die Presse‚.

Wie man einem Menschheitstraum nahe kommt

Durch die Luft zu schweben wie ein Vogel – Segelflieger kommen diesem Menschheitstraum sehr nahe. Beim Flugsportclub in Giebelstadt FSCG tun sie das sogar so erfolgreich, dass das Team aus 15 Pilotinnen und Piloten heuer erstmals als einer von 30 Flugsportclubs in der zweiten Bundesliga starten darf. Hunderte von Kilometern durch die Luft zu gleiten, ohne Motor, nur getrieben von den Kräften der Natur und dem eigenen Können – für Joachim Freitag macht dies die große Faszination des Segelfliegens aus. Am 5. Juli ist ihm im Zweisitzer gemeinsam mit Jens Jurgan der erste Flug über eine Strecke von mehr als 1000 Kilometern gelungen. „Das ist ein Ritterschlag für jeden Segelflieger“, sagt Elias Breunig, der Vorsitzende des FSCG. Wie Freitag und Jurgan gehört auch Elias Breunig zu dem 15-köpfigen Team, das zwischen April und August an jedem Wochenende um Punkte in der Bundesliga-Wertung kämpft.

Ein Tag Pilot
Segelflug betreibt der FSCG seit den Gründertagen im Jahr 1952. Privater Motorflug war damals noch von den Alliierten verboten. Also mussten die Flieger mit den aus Holz, Stoff und Spannlack zusammengezimmerten Kisten vorlieb nehmen.

Erfahrung und Geschick des Piloten entscheidend
Inzwischen bestehen Segelflugzeuge aus glas- und kohlefaserverstärktem Kunststoff. Die Fliegerei an sich hat das nicht verändert. Über eine Winde und ein Drahtseil wird das Flugzeug beschleunigt und steigt auf eine Höhe von bis zu 600 Metern. Wenn das Drahtseil ausgeklinkt ist, kommt es allein auf das Geschick der Piloten an.

„Dann musst du einen Bart finden“, erklärt Julian Krause. „Bart“, so nennen die Segelflieger die senkrechten Aufwinde, die manchmal von kleinen Wolken angezeigt werden, die sich aber manchmal auch unsichtbar über Taleinschnitten oder Waldrändern bilden. Einen solchen Bart zu erkennen, erfordert Erfahrung und Geschick. Doch wenn der Pilot erst einen starken Aufwind gefunden hat, kann es auf kreisender Bahn bis auf 3000 Meter in die Höhe gehen, um von dort dem erwählten Ziel entgegen zu steuern – auf der Suche nach dem nächsten Bart. Seit es die Segelfliegerei gibt, gibt es auch Wettbewerbe, erzählt Elias Breunig. Doch der Aufwand dafür sei früher hoch gewesen gewesen. Über dem vorbestimmten Kurs, in der Regel ein Dreieck, mussten die Piloten markante Bauwerke oder Landmarken fotografieren, um ihren Flug nachzuweisen. Nach dem Flug vergingen Stunden, bis der Gewinner feststand.

In Zeiten der Satelliten-Navigation geht alles einfacher. Ein sogenannter GPS-Logger zeichnet in jedem Augenblick des Flugs Standort und Höhe auf und erlaubt später am Computer in Sekundenschnelle die Auswertung. „Die Digitalisierung seit Anfang der 2000-er Jahre hat der Segelfliegerei einen unheimlichen Aufschwung beschert“, sagt Elias Breunig. Seitdem gibt es neben Einzelwettbewerben auch richtige Ligen, in denen sich die einzelnen Vereine über eine ganze Saison hinweg miteinander messen können. Bis vergangenes Jahr startete der FSCG in der Bayernliga, dann gelang der Sprung in die zweite Bundesliga. Um zwischen unterschiedlich günstigen Standorten und verschiedenen Flugzeugtypen einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen, wurde ein spezieller Modus entwickelt. Nicht die Zeit oder die zurückgelegte Entfernung entscheidet, sondern die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit, die während des Fluges innerhalb eines beliebigen Zeitfensters von zweieinhalb Stunden erreicht wurde.

Jedes Wochenende zwischen April und August gilt als Flugtag. Die drei schnellsten Wertungen eines Vereins werden nach jedem Wochenende addiert. Für die höchste Gesamtwertung gibt es 30 Punkte, für die schlechteste einen. Nach dem 18. Flugwochenende hat der FSC Giebelstadt inzwischen 125 Punkte auf dem Konto und darf sich mit dem 14. Tabellenrang vorzeitig auf ein weiteres Jahr in der zweithöchsten deutschen Segelflug-Liga freuen. „Für den Verein ist das die beste Wettbewerbsform“, sagt Elias Breunig. Auch deshalb, weil nicht der einzelne Pilot, sondern das Team im Vordergrund steht. „Der Teamgeist ist enorm wichtig, weil der ganze Verein seinen Beitrag leisten muss“, sei es bei der Instandhaltung der Flugzeuge, bei der Flugsicherung oder bei der Unterstützung der Piloten. „Wenn keiner an der Winde steht, können wir auch nicht fliegen.“

„Fliegen ist kein teures Hobby, billiger als ein regelmäßiger Disko-Besuch.“
…sagt Joachim Freitag. „Man braucht wenig Geld, aber viel Zeit.“ Am Computer lässt er derweil seinen ersten 1000-Kilometer-Flug Revue passieren. Am 5. Juli um 8.32 Uhr war er gemeinsam mit Jens Jurgan in Giebelstadt gestartet, allerdings nicht mit der Winde sondern mit einem kleinen Klappmotor, der nach dem Start im Rumpf des Segelflugzeugs verschwindet. „An der Wetterlage haben wir gesehen, dass heute etwas gehen könnte“, erinnert sich Freitag. Quelle: ‚Mainpost‚.

Segelflieger-Schnupperkurs auf dem Anklamer Flugplatz

Es ist viel los auf dem Anklamer Flugplatz in diesen Tagen – trotz Sommerhitze und Gewitter haben hier die Segelflieger ihr Lager aufgeschlagen und laden derzeit zum Schnupperkurs ein. Zusammen mit den Flugschülern des Vereins lernen sie nicht nur allerhand übers Fliegen, sondern auch, welche Werte den Fliegern besonders wichtig sind und warum das Segelfliegen nicht umsonst als Mannschaftssport gewertet wird.

Besonderer Vater-Sohn-Urlaub
Unter den Schnupperkurs-Teilnehmern ist auch Matthias Mantei von der Insel Usedom. Er nimmt zusammen mit seinem 18-jährigen Sohn Matthias Maximilian an dem Segelflieger-Ferienlager teil. Für Vater und Sohn ein Urlaub der ganz besonderen Art. „In gewisser Weise wird ein Traum wahr”, sagt der Usedomer, der nun für eine Woche Bürostuhl gegen Cockpit tauschte.

Doch das Segelfliegen funktioniert keineswegs im Autopiloten: „Es ist durchaus fordernd für Kopf und Körper. Man muss sich in ein ganz neues Thema hineindenken, da bleibt keine Zeit für Gedanken an den Job. Zudem ist die Gemeinschaft hier stark, da macht wirklich Spaß auf dem Platz und lohnt sich auszuprobieren”, freut sich der Vater. Für seinen Sohn soll das Segelfliegerlager zudem auch als berufliche Orientierung dienen, da er derzeit noch über eine Laufbahn bei der Bundeswehr nachdenke.

Liebe zum Fliegen neu entdeckt
Der Zusammenhalt unter den Segelfliegern ist es auch, der Thomas Schreier neben dem Fliegen am meisten begeistert. Er war am Mittwoch sogar Startleiter für die Truppe und hat seine Leidenschaft zum Segelfliegen erst vor wenigen Jahren neu entdeckt. Schon 1969 habe der Anklamer die Ausbildung absolviert, danach flog er etwa fünf Jahre, ehe Familie und Beruf in den Vordergrund rückten und er das Fliegerhobby 1974 erst einmal wieder aufgab. Doch dann kam der Vintage Glider Club 2018 nach Anklam. Bei einem Schnupperflug habe es dann sofort wieder „klick“ gemacht, berichtet Schreier mit leuchtenden Augen. Quelle: ‚Nordkurier‚.

Physik zum Anfassen

Da staunten die Schülerinnen und Schüler am Frobenius Gymnasium nicht schlecht, als am Mittag eines heißen Julitages ein echtes Segelflugzeug auf dem Schulhof stand. Aus der Luft gelandet war es bestimmt nicht. Die Lösung um das Rätsel über den Segelflieger auf dem Schulhof: Das Segelflugzeug wurde als Anschauungsmaterial für ein zweitägiges Projekt der Fahrtenwoche der Klasse 8a aufgebaut, wie die Flugsportgruppe Hammelburg in einer Pressemitteilung berichtet. Gemeinsam mit der Flugsportgruppe Hammelburg hatten die Schülerinnen und Schüler eine außergewöhnliche Idee in die Tat umgesetzt. Segelflugsport ist eine spannende Sache, sagte man sich in der Klasse, das wollen wir genauer wissen.

Tag 1: Theorie über’s Fliegen
Am ersten Tag gab es Theorieunterricht in der Schule. Frank Luft, Fluglehrer und Ausbildungsleiter der Flugsportgruppe, vermittelte das wichtigste Basiswissen. Wie ist ein Flugzeug konstruiert, wie wird es gesteuert, und warum fliegt es überhaupt? Ganz wichtig für den Segelflug sind Wind und Wetter, die Schwerkraft und die thermischen Aufwinde als treibende Energien, um ohne Motor weite Strecken zurücklegen zu können. Damit es so richtig Substanz bekommt, inspizierte die Klasse danach im Schulhof die LS1, ein Hochleistungsflugzeug. Sie konnte Klappen, Ruder, Steuerung, Cockpitinstrumente und vieles mehr am realen Objekt anfassen.

Praxis an der Hohen Lanz
Tags darauf war die Fortsetzung des praktischen Teils an der Reihe. Nach einer Wanderung auf die Hohe Lanz waren die diversen Anlagen des Hammelburger Flugplatzes erstes Unterrichtsthema. Wie auf einem Flughafen, gibt es hier einen Tower mit Funkanlage, Hangars, eine eigene Werkstatt und eine Landebahn mit Vorfeld. Es braucht viele Hände, bis ein Segelflugzeug in die Luft kommt. Die Schülerinnen und Schüler durften mithelfen, ein Flugzeug aufzubauen, die Seilwinde vorzubereiten und lernten viel über die notwendigen Sicherheitschecks an allen Geräten. Mathematik- und Physiklehrer Nicolas Braune zeigte sich beeindruckt: „Herr Luft und die Leute von der Flugsportgruppe machen das wahnsinnig gut.“ Als Pädagoge weiß er, wovon er spricht.

Segelflug im Angebot
Am Mittag war der Schulunterricht offiziell beendet. Die Flugsportgruppe legte noch ein Angebot obendrauf: Wer wollte, durfte am Flugplatz bleiben und am Nachmittag einen echten Segelflug erleben. Eine Einladung, die von vielen angenommen wurde. Platz zu nehmen auf dem vorderen Sitz des ASK13-Segelschulflugzeuges und sich mit der Winde rasant hinauf ziehen zu lassen, das war schon ein Erlebnis. Auf dem hinteren Sitz war natürlich ein erfahrener Segelfluglehrer mit an Bord.

„Start ist wie Achterbahnfahren“
Nach den Eindrücken gefragt, war der erste spontane Ausruf: „Der Start ist wie Achterbahnfahren“, um sofort von einem anderen Schüler korrigiert zu werden, dass es noch viel besser wäre als eine Achterbahn. Alle waren fasziniert von der Aussicht auf Hammelburg: Die Schülerinnen und Schüler konnten sogar ihr eigenes Haus von oben sehen. Die 14-jährige Lara fand es besonders toll, wie man im Team zusammenarbeitet, denn auch jetzt packten alle mit an und konnten nach einer gründlichen Einweisung sogar den Funkverkehr abwickeln. Dank eines ausführlichen Briefings wegen der Temperaturen über 30 Grad waren alle mit ausreichend Getränken, Sonnenschutz und Mützen ausgestattet. So war es trotz der Hitze ein „cooler“ Tag. Letztendlich ging es nicht in erster Linie um einen spannenden Zeitvertreib. Viel wichtiger war die Erfahrung, zu sehen, dass Physik eine praktische Anwendung hat und wie wertvoll Teamarbeit ist. Quelle: ‚InFranken‚.

LSV Sauerland: Darum läuft es bei den Segelfliegern so gut

Nachwuchssorgen, welche Nachwuchssorgen? Der LSV Sauerland freut sich über guten Andrang. Was läuft in Höveringhausen besser als anderswo?

Nachwuchssorgen, welche Nachwuchssorgen? Die Segelflieger des LSV Sauerland haben weiter Aufwind. Wo andere Vereine sich mit Sorgen um den Nachwuchs plagen, können die Luftakrobaten sich über neue Schüler freuen. In der vergangenen Woche fand in Höveringhausen ein Ausbildungscamp des LSV Sauerland mit befreundeten Vereinen statt, auch Gäste waren willkommen.

Sieben Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 16 Jahren, welche meist aus Neuenrade, Werdohl und Plettenberg stammen, haben im Juni die spannende Ausbildung des Segelfliegens unter fachkundiger Leitung begonnen. Quelle: ‚Westfalenpost‚.

Wie die Fliegerschule Feuerstein entstand

Am Wochenende vom 18./19. Juni 2022 feierte die Fränkische Fliegerschule Feuerstein das Jubiläum 70 Jahre Flugplatz Burg Feuerstein. Die Anfänge reichen bis 1949 zurück. Dazu lockten auf dem Flugplatzgelände Infostände, Musik im Biergarten, Aussteller, Vorführungen, Rundflüge, Fliegen im Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und vieles mehr. Auf dem Flugplatz stehen heute zehn schuleigene Flugzeuge zum Chartern und für die Schulung für Segelflug, Motorsegler, Motorflug und Ultraleicht zur Verfügung. Knapp 30’000 Flugbewegungen werden registriert.

Ziel von 1949: „Wiederzulassung der Sportfliegerei“
Bereits 1949 hatte sich in Ebermannstadt eine Interessengemeinschaft von Fliegern unter der Führung des früheren Leiters des Kreiskrankenhauses, Oskar Reichert, zusammengefunden mit dem Ziel, die Wiederzulassung der Sportfliegerei zu betreiben. Zu dieser Gruppe stieß auch der spätere langjährige Bürgermeister Karl Theiler. Nachdem im Oktober 1951 das Segelfliegen und der Bau von Segelflugzeugen wieder zugelassen worden waren, gab es bereits im November Bewegung bei den Flugenthusiasten. So entstand der Gedanke, dass die Verantwortlichen der katholischen Jugend neben den „Körperertüchtigungsstätten“ auf der Burg auch eine Segelfliegerschule errichten könnten.

Errichtung einer Segelfliegerschule
Im Diözesanjugendseelsorger Jupp Schneider und dem Bamberger Emil Kemmer wurden die geeigneten Fürsprecher gefunden, so das Erzbischof Josef Otto Kolb seine Zustimmung zur Errichtung der Segelfliegerschule erteilte.

Nötige Fluggeräte gekauft
Sogleich wurde mit dem Kauf der nötigen Fluggeräte begonnen. In der Schreinerausbildungswerkstatt auf Burg Feuerstein entstand ein sogenannter Segelgleiter für die Einsitzerschulung. Im April 1952 wurde das Flugfeld für den Windenbetrieb hergerichtet, und noch für das gleiche Jahr wurden Lehrgänge ausgeschrieben. So entstand die „Bundessegelflugschule der katholischen Jugend Burg Feuerstein“, getragen vom Erzbistum Bamberg, um die Jugend zu begeistern und zu binden.

Flugplatz wird ausgebaut
In den folgenden Jahren wurde der Flugplatz ausgebaut und eine große Flugzeughalle mit Werkstatt errichtet. Schließlich wurde 1964 die katholische Segelflugschule durch die Fränkische Fliegerschule Feuerstein abgelöst. Entscheidend für den erfolgreichen Übergang war, dass neben dem Erzbistum Bamberg die Landkreise Forchheim und Ebermannstadt, die Stadt Ebermannstadt sowie der Markt Eggolsheim institutionelle Mitglieder der Fliegerschule wurden. Im Jubiläumsjahr will die Schule beweisen, dass Fliegen für viele Flugbegeisterte erschwinglich ist. Der „Feuerstein“ steht als professionelle Flugschule für das Fliegenlernen im Großraum Nürnberg-Erlangen-Forchheim-Bamberg für jedermann offen. Gäste genießen die herrliche Aussicht und unvergessliche Sonnenuntergänge. Quelle: ‚Fränkischer Tag‚.

Flieger-Nachwuchs über Landsberg

An seinen ersten Flug erinnert sich Henri Martin noch genau. 2020 war das, die Flugsaison begann wegen der Corona-Auflagen recht spät. Zum ersten Mal saß er im Segelflugzeug, den Fluglehrer im Rücken. „Schon der Start war spektakulär. Das Gefühl, wenn man nach oben gezogen wird. Die Aussicht von oben und die Freude daran, wendig in der Luft zu sein. Mir war eigentlich vorher schon klar, dass ich mit dem Segelfliegen starten will, aber nach diesem Flug war ich mir sicher“, blickt er zurück.

Inzwischen sind fast zwei Jahre vergangen und aus dem „Schnupperflieger“ von einst ist schon fast ein fertiger Pilot geworden. Die Theorieprüfung hat er schon in der Tasche und bis zur praktischen Prüfung ist es nicht mehr weit. Damit befindet sich der 21-Jährige in guter Gesellschaft: „Aktuell bilden wir 14 Flugschüler aus“, berichtet Sepp Holzapfel, Vorstand des Landsberger Segelflugvereins Geratshof. „Damit stellen sie etwa ein Viertel aller aktiven Mitglieder und sind eine wichtige Säule unseres Vereins. Die Jugendarbeit liegt uns sehr am Herzen.“

Ganze neun Fluglehrer kümmern sich um den fliegerischen Nachwuchs – ehrenamtlich in ihrer Freizeit. An den Wochenenden und Feiertagen wechseln sie sich am Flugplatz ab und während der Schulferien stellen viele ihren Urlaub in den Dienst der Gemeinschaft, um auch unter der Woche einen Flugbetrieb anbieten zu können.

Wie Henri Martin stammen auch die anderen Flugschüler aus dem Landsberger Einzugsgebiet. Darunter sind Jugendliche ab 14 Jahren, dem gesetzlichen Mindestalter – aber auch „Spätberufene“ über 50. Und wer erst einmal Feuer gefangen hat für sein Hobby, will auch nicht mehr allzu weit weg. Henri Martin jedenfalls pendelt für sein Maschinenbau-Studium nach Kempten. Für Simon Rost, ebenfalls Flugschüler, geht es unter der Woche zum Mathe-­Studium nach Augsburg. Generell, findet der 22-Jährige, ist die Fliegerei eine Sache der Prioritäten: „Es ist ja im Prinzip mit allem so: Wenn einem etwas wichtig genug ist, nimmt man sich die Zeit. Ich habe mit dem Segelfliegen später angefangen als andere, bei denen vielleicht schon Familienmitglieder fliegerisch aktiv waren. Es war also mein eigener Entschluss und entsprechend habe ich eine starke Motivation. Auf Prüfungsphasen nehme ich aber Rücksicht.“

Auch für ihn ist das Gefühl, durch die Luft zu schweben, etwas ganz Besonderes: „Es ist ein Freiheitsgefühl. Man hat so viel Übersicht. Alles nach unten ist klein und irrelevant. Und dann die Beschleunigung, die man spürt – andere zahlen Geld dafür, um in den Freizeitpark zu gehen.“

Normal fit reicht
Zwei Beispiele, die stellvertretend sind für viele junge Pilotinnen und Piloten. Was müssen Neueinsteiger denn mitbringen, um den beiden nacheifern zu können? „Praktisch jeder, der körperlich normal fit ist, kann das Segelfliegen lernen“, erklärt Sepp Holzapfel. „Wir nehmen uns viel Zeit für eine gründliche und sichere Ausbildung. Übrigens: Dank des ehrenamtlichen Engagements der Vereinsmitglieder ist das Hobby absolut erschwinglich.“

Die Ausbildung gliedert sich in mehrere Abschnitte. Los geht es im doppelsitzigen Flugzeug. Wer das grundlegende fliegerische Handwerkszeug sicher beherrscht, darf schließlich alleine fliegen. Im Sparring mit den Fluglehrern werden die Fähigkeiten dann Schritt für Schritt vertieft. Ein selbstständiger Flug über eine Distanz von 50 Kilometern bildet die letzte Hürde auf dem Weg zur Prüfung, bis man die begehrte Pilotenlizenz in den Händen hält.

„Wichtig sind auf jeden Fall der Spaß am Fliegen und dass man am Ball bleibt“, bringt Holzapfel die Anforderungen für eine erfolgreiche Ausbildung auf den Punkt. Henri Martin und Simon Rost pflichten ihm bei. Gefragt, was sie Interessenten mit auf den Weg geben würden, sind sie sich einig: „Regelmäßig zu fliegen, ist die halbe Miete. Dann macht man schnell Fortschritte – und das motiviert.“ Gerade die Camps während der Schulferien sind eine prima Gelegenheit zum Einstieg. Quelle: ‚Merkur‘.

Absturz bei Landeanflug in Heubach

Auf dem Flugplatz in Heubach (Ostalbkreis) ist Mittw, 18. Mai, ein Kleinflugzeug bei der Landung abgestürzt. Der Pilot war laut Polizei ein Flugschüler. Der 44-Jährige war dabei, das Starten und Landen zu üben, so ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. Warum er bei einem Landeanflug in Schwierigkeiten geriet, ist noch unklar. Wie die Flugschule Heubach auf SWR-Anfrage mitteilte, flog der Schüler zum ersten Mal alleine, mehrere Landeanflüge zuvor hätten geklappt, bevor der Unfall geschah. So ein Unfall sei der erste in der rund 40-jährigen Geschichte der Flugschule. Die einmotorige Propellermaschine stürzte aus geringer Höhe neben die Landebahn. Das Flugzeug überschlug sich, blieb auf dem Dach liegen und fing Feuer. Ersthelfer konnten den Brand schnell löschen und den Mann aus dem Flugzeug retten. Der Pilot wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.

Ursache für den Absturz wird untersucht
Die Kriminalpolizei sowie die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen haben in Heubach die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Der Rettungsdienst war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort, auch die Feuerwehr Heubach war an der Unfallstelle tätig. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 200.000 Euro. Quelle: ‚SWR‚.

Vater und Sohn meistern Soloflüge

Harald Roll und sein Sohn Lasse Jansohn meisterten am gleichen Tag ihre ersten Alleinflüge im Segelflug. Mehrer Alleinflieger an einem Tag gab es in der Geschichte des Luftsportvereins Osthofen bereits, dass die Soloflieger aber Vater und Sohn sind ist ein Unikum. Beide wechselten im Jahr 2020 von einem anderen Verein zum Luftsportverein Osthofen. Leider bremste die Corona-Pandemie auch die Segelflieger und damit die Flugausbildung dermaßen aus, dass sie durch die lange anhaltenden Lockdown-Maßnahmen in Summe eine komplette Flugsaison verloren haben. Umso größer war auch bei den beiden Flugschülern in diesem Jahr die Freude, dass wieder ein Osterfluglager stattfinden konnte.

Bei gutem, wenn auch zeitweise anspruchsvollem, windigem Wetter konnten sie täglich mit Fluglehrer mindestens drei Schulstarts absolvieren. Geschult wurde auf dem Doppelsitzer vom Typ „ASK 13“. Es konnte nun ein schneller Ausbildungsfortschritt erzielt und alle nötigen Übungen absolviert werden. Nur eine Woche später war es nun endlich so weit. Zunächst absolvierte Harald Roll noch zwei Starts mit Fluglehrer Lorenz Kilian, darunter eine Seilrissübung und einen Checkflug mit Fluglehrer Herbert Wersching. Dann folgte für ihn die aufregendsten Momente in der Flugausbildung, die drei ersten Alleinstarts. Beim 87 Start hob er erstmals allein ab. Er meisterte seine Aufgabe unter den kritischen Blicken der Fluglehrer und Vereinskameraden sehr gut. Anschließend war der 16jährige Lasse an der Reihe, mit genau dem gleichen Ablauf. Bei ihm war der 61 Flug der erste Solostart. Im Anschluss an die gute Leistung wurden beide traditionell mit „Schinkenklopfen“, d.h. einem Klaps auf den Po von jedem Anwesenden, für künftige Thermikflüge sensibilisiert. Beide werden nun noch einige weitere Starts mit und ohne Lehrer auf dem Schulungsdoppelsitzer durchführen und dann bald auf das erste einsitzige Schulungsflugzeug eingewiesen werden. Quelle: ‚Nibelungen-Kurier‚.

Faszination Segelfliegen in Friedrichshafen

Die Welt aus der Vogelperspektive zu betrachten ist ein großes Abenteuer. Und das lautlose Dahingleiten in einem Segelflugzeug gehört sicherlich zu den schönsten Arten des Fliegens – besonders in einer so interessanten Region wie in Friedrichshafen am Bodensee. Warum nicht Teil einer großen Luftsportgemeinschaft werden und mit dem Segelfliegen beginnen? Ab sofort beginnt wieder die Segelflugschulung beim Luftsportclub Friedrichshafen e.V. Bereits ab einem Alter von 14 Jahren kann geflogen werden. Aber auch ältere Flugschüler haben am Flugplatz ihren Spaß. Momentan reicht die Altersspanne der Schüler in Friedrichshafen von 15 bis 50 Jahren. Dazu ist Segelfliegen im Verein finanziell sehr erschwinglich. Quelle: ‚Schwäbische‚.

Bad Vöslau mit Elektroflugzeug

Auf dem Flugplatz Bad Vöslau in Niederösterreich kommt Österreichs erstes elektrisch betriebenes Luftfahrzeug zum Einsatz. Die zweisitzige Maschine vom Typ „Velis Electro“ verbrennt keinen Treibstoff, sondern fliegt mit Strom. Dadurch stößt sie auch keine Abgase aus, die das Klima schädigen. Außerdem fliegt sie sehr leise. Mit dem Flugzeug sollen Piloten-Schüler das Fliegen lernen. Die Maschine kann rund 50 Minuten lang fliegen. Das Aufladen der Maschine dauert rund 90 Minuten. Das Elektro-Flugzeug ist ein erster Schritt, das Fliegen umweltfreundlicher zu machen. Quelle: ‚Kurier‚.

Kein Sport für Eliten sondern für Teamplayer

Ein teurer Sport für Snobs? Das Vorurteil kennen sie beim LSV Unna-Schwerte durchaus. Ein Schnupperwochenende beweist das Gegenteil: Segelfliegen im Verein ist bezahlbar und echte Teamarbeit. Schleppseil am Segelflugzeug einhaken, in die Luft ziehen lassen und den Flug genießen? So einfach ist das nicht. Selbst wer letztlich solo über Stunden durch die Luft gleitet, ist davor und danach auf eine Mannschaftsleistung angewiesen. Mit einem Verein im Rücken muss dabei niemand Spitzenverdiener sein oder gar selbst einen Flieger besitzen, um abheben zu können.

Rund 100 Mitglieder zählt der LSV, rund die Hälfte davon ist laut Yves van Hauwermeiren regelmäßig aktiv. Der Pressewart des Vereins ist erst vor drei Jahren zum Segelfliegen gekommen, hat sich damit einen Kindheitstraum erfüllt. „Aber in meinem Alter setze ich mich lieber in die wilde Hilde“, sagt der 77-Jährige und meint damit das motorisierte Leichtflugzeug des Vereins. Über den LSV kann man nämlich sowohl eine Segelfluglizenz als auch eine Ultraleichtfluglizenz erwerben. Die frühesten Starts im Segelflieger sind dabei mit 14 Jahren möglich. Und wer an einem Wochenende bei den Segelfliegern vorbeischaut, sieht Aktive von jung bis alt und aus der ganzen Region am Platz.

Alle Aktiven müssen zusammenarbeiten
Da zieht und schiebt der 67-jährige Bochumer Christian Krafczyk, der seit 1998 im Verein ist, genauso die Fluggeräte aus dem Hangar wie der 14-jährige Caspar Schaefermeyer, der zu Saisonbeginn im Frühjahr zum Verein gestoßen ist. Mehr als ein Dutzend Starts hat der junge Dortmunder mittlerweile gesammelt. An die 60 davon braucht es in der Regel, bis ein Pilot alleine im Cockpit sitzen darf und der Fluglehrer vom Boden aus über Funk die Anweisungen gibt. Frühestens mit 16 Jahren darf man dann die Lizenz anstreben. Jugendliche wie Caspar freuen sich nicht nur auf die Zeit in der Luft: Ist ein Gleiter gelandet, muss er mit einem Auto wieder zum Start gezogen werden. Und weil nur auf dem Vereinsgelände unterwegs, lernen die Jungen mit einem Erwachsenen auf dem Beifahrersitz auch noch die Grundlagen des Autofahrens.

Das Fliegen ist nur ein Teil des umfangreichen Vereinslebens: Zur Praxis gehört natürlich Theorie. Deshalb pauken Flugschüler vornehmlich im Winter, wenn der Flugbetrieb ruht, in Fächern wie Meteorologie, Aerodynamik, Luftrecht oder Navigation. Denn auch wenn Apps mittlerweile auf dem Smartphone beim Navigieren helfen: Wer sich im Luftraum bewegt, muss eine zweidimensionale Karte im Kopf dreidimensional lesen können. „Eine aktuelle Flugnavigationskarte muss immer im Cockpit sein“, sagt Yves van Hauwermeiren.

Das Fliegen ist nur ein Teil des Vereinslebens
Auf der sind dann nicht nur Windräder oder Sendemasten samt Höhen eingetragen. Es sind auch verschiedene Luftkorridore eingezeichnet, die sich auch farblich unterscheiden und dadurch verschiedene Höhenlagen beschreiben. Wenn ein Pilot seine Route plant, muss er nicht nur bedenken wo er fliegen, sondern auch in welchen Höhen er dabei unterwegs sein darf.

„Man muss aber kein Genie sein, um Pilot zu werden. Vor allem braucht es Durchhaltevermögen“, sagt Yves van Hauwermeiren. Viele Mitglieder im Verein seien auch Verkehrspiloten. Für manchen war das Segelfliegen im Jugendalter der Ausgangspunkt für die Berufskarriere und kam erst der Flug- und dann der Führerschein. „Wir haben Mitglieder, die sind jetzt noch keine 30 und fliegen schon Cessna“, weiß der LSV-Pressewart. Wer das erreichen will, muss in der Vereinsarbeit aufgehen: Und die verlangt von allen Mitgliedern quasi alles. Ein halbes Dutzend Maschinen müssen regelmäßig gewartet und gegebenenfalls auf den neuesten technischen Stand gebracht werden. Bevor ein Flieger in die Luft geht, wird der Sitz jeder Schraube kontrolliert. „Niemals will man in der Luft etwa ein Höhenruder verlieren“, sagt etwa Christian Kraftczyk.

Auch die Seilwinde braucht geschultes Personal, das auf einem umgebauten Lkw sitzt und die Maschinen auf Flughöhe bringt. Am Startwagen will wiederum ein Telefon besetzt sein, um mit Flugleitung am Vereinsheim und Windenführern in Kontakt zu bleiben. Viele einzelne Aufgaben müssen ineinandergreifen, damit Piloten im Ein- oder Doppelsitzer ihre Zeit in der Luft genießen können.

Fast 28.000 Landungen und noch immer in Schuss
Durch diese Arbeiten erwirbt man mit der Zeit auch ein ausgesprochenes Verständnis für die Technik. Und das doppelsitzige Schulungsflugzeug ASK 13 zeigt, was möglich ist, wenn die Flieger regelmäßig überholt werden: Die lückenlos geführten Flugbücher zeigen, dass das Anfang der 1970er-Jahre erstmals abgehobene Schulungsflugzeug seitdem knapp 28.000 Mal seine Insassen sicher zu Boden gebracht hat. Wer im Verein fliegen will, zahlt beim LSV neben einer einmaligen Aufnahmegebühr in Höhe von 100 Euro einen monatlichen Mitgliedsbeitrag sowie zweimal im Jahr einen Solidarbeitrag, um Selbstkosten bei etwaigen Schäden über den Verein zu mildern. Dazu kommen Startgebühren und ein Centbetrag pro Minute in der Luft. Im Schnitt kommen laut Vereinsangaben so 50 bis 70 Euro an monatlichen Kosten zusammen.

Höher als die finanziellen Hürden sind beim Luftsport tatsächlich die zeitlichen: Viele aktive Mitglieder verbringen ihre Wochenenden am Flugplatz. Dann gehören zu einem Flugtag aber nicht nur die Aufgaben rund um den Flugbetrieb: Der gemeinsame Kaffee und regelmäßige Grillabende sind ebenso fester Bestandteil des Vereinslebens wie die traditionelle Vereinsfahrt, die die Mitglieder diesen Sommer im August zum Fliegen nach Melle in Niedersachsen führt. Quelle: ‚Hellweger Anzeiger‚.

Piloten: „Die Aufgabe der Lufthansa-Flugschule war ein Fehler“.

Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat der Lufthansa einen strategischen Fehler vorgeworfen, weil sie ihre traditionsreiche Flugschule in Goodyear im US-Staat Arizona an United Airlines übertragen hat. VC-Präsident Stefan Herth bezeichnete es am Dienstag in einer Mitteilung als «absolut unverständlich», dass Lufthansa den Standort nicht selbst weiterführt. Die stattdessen angestoßene Umstrukturierung der Pilotenausbildung sei weder wirtschaftlich noch arbeitsmarktseitig sinnvoll. Es werde in den kommenden Jahren einen großen Bedarf an Pilotennachwuchs geben.

Der MDax-Konzern hat seine Pilotenausbildung auch an den europäischen Standorten umgekrempelt und die Schule in Goodyear im November an den Star-Alliance-Partner United übergeben, der auch weiter Lufthansa-Flugschüler unterrichten soll. Die VC sieht in dem neuen Ausbildungskonzept eine Abkehr vom bisherigen Qualitätsversprechen der Lufthansa. Im Wüstenklima von Goodyear hatten angehende Lufthansa-Piloten seit 1955 ihre ersten praktischen Trainings absolviert. Künftige Flugschüler sollen erst nach ihrer Ausbildung Job-Angebote verschiedener Airlines aus dem Lufthansa-Konzern erhalten. Bislang hatte es Kurse gegeben, deren handverlesene Teilnehmer sich nahezu sicher sein konnten, später bei der Lufthansa-Kerngesellschaft zu lukrativen Tarif-Bedingungen zu fliegen. Quelle: ‚Die Zeit‚.

Theoretische Segelflug-Ausbildung

Viele Segelfluglehrer haben in diesem Sommer von Dirk Corporaals Website „Theorie voor het SPL“ aus dem Niederländischen ins Deutsche in ehrenamtlicher Tätigkeit übersetzt und einen im Deutschen fachlich und sachlich korrekten Lehrtext erstellt. Diese aufwendige Arbeit ist nicht vollständig abgeschlossen. Trotzdem haben wir uns entschlossen, die Website bereits jetzt zur Unterrichtssaison Winter 2021/2022 mit ihren umfangreichen Inhalten zu veröffentlichen. Damit erhalten die vielen Segelflugschülerinnen, Segelflugschüler, Segelfluglehrerinnen und Segelfluglehrer Zugang und können den Inhalt nutzen. Quelle: ‚Günter Forneck, Referent Ausbildung/Lizenzen in der BUK Segelflug im DAeC‚.

Flugschüler landet auf der Nase

Nach dem Eindrehen in den Endanflug der Piste 32 erkannte der Flugschüler, dass die HB-WZB über dem gewünschten Gleitweg flog und auf dem Präz isionsanflug-Gleitwinkelbefeuerung vier weisse Lichter sichtbar waren. Der Flugschüler wusste um den versetzten Aufsetzpunkt für einmotorige Flugzeuge, bezüglich dem sich die HB-WZB auf einem Gleitweg von rund 6° befand, und teilte den Anflug entsprechend ein. Der Endanflug erfolgte stabilisiert mit einer angezeigten Fluggeschwindigkeit von rund 60 kt bis auf etwa 150 ft über Grund. Anschliessend reduzierte sich die IAS im letzten Teil des Endanfluges auf etwa 50 kt. Kurz vor dem Aufsetzen zog der Flugschüler den Gashebel in den Leerlauf und zog für das Einleiten des Ausschwebvorganges (flare) am Höhenruder. Die HB-WZB setzte anschliessend um 15:11 Uhr mit leicht positivem Längsneigungswinkel und einer IAS von rund 45 kt kurz vor dem versetzten Aufsetzpunkt für einmotorige Flugzeuge erstmals auf der Piste auf.

Danach hob das Flugzeug wieder ab, worauf si ch der Längsneigungswinkel verringerte und das Flugzeug erneut aufsetzte, diesmal zuerst mit dem Bugfahrwerk. In der Folge hob die HB-WZB drei weitere Male wieder ab und prallt e mit dem Bugfahrwerk zuerst auf der Piste auf, dies mit zunehmender Intensität. Beim fünften Aufprall auf der Piste brach das Bugfahrwerk ein. Das Flugzeug kam auf der Piste auf Höhe des Rollweges C am rechten Pistenrand zum Stillstand. Der Flugschüler, der unverletzt blieb, deaktivierte alle elektrischen Systeme und verliess das Flugzeug aus eigener Kraft. Die HB- WZB wurde an Bug- und Hauptfahrwerk sowie an Rumpfboden und Motorspant beschädigt.

Analyse
Der Endanflug der HB-WZB erfolgte mit einer leicht erhöhten Endanfluggeschwindigkeit, war aber ansonsten stabilisiert. Auf rund 150 ft über Grundreduzierte sich die Geschwindigkeit auf die korrekte Endanfluggeschwindigkeit. Das Einleiten des Abflachvorganges erfolgte erst spät, so dass das Flugzeug rund 2 Sekund en später zwar auf dem Hauptfahrwerk, aber bei einer Fluggeschwindigkeit deutlich über der Minimalfluggeschwindigkeit aufsetzte. Dies führte dazu, dass das Flugzeug erneut abheben konnte. Diesem Wiederabheben wirkte der Pilot mit einer Steuereingabe am Höhenruder entgegen, was sich in einer Abnahme des Längsneigungswinkels zeigte. Daraus entwickelte sich eine pilot induced oscillation in Form eines porpoising. Ein solches „porpoising“ lässt sich mittels korrigierenden Höhenrudereingaben kaum stoppen, weshalb in einem solchen Fall ein frühzeitiger Durchstart eine sichere Vorgehensweise darstellt. Quelle ‚SUST‚.

Fliegen heißt Lernen

„Fliegen heißt Landen“, so heißt es in der Fliegerei. Genauso gut muss es aber heißen „Fliegen heißt Lernen“, denn sowohl in der Verkehrsfliegerei als auch bei den Sportfliegern ist ständige Weiterbildung wichtig, um ein Flugzeug jederzeit sicher und sachgemäß am Boden und in der Luft zu bewegen. Im Luftsportverein Worms e.V. einem von mehreren am Wormser Flugplatz ansässigen Vereinen, werden daher in den Wintermonaten traditionell Weiterbildungen für die Mitglieder angeboten. Diese „Winter-Abende“ gestalten meist Mitglieder des Vereins zu interessanten Themen. Da die Pilotenausbildung viele Facetten aus Physik, Aerodynamik, Meteorologie, Navigation und allgemeiner Technik aufweist, gehen die Themen für die Veranstaltungen niemals aus. Der erste Winterabend im Winter 2021/2022 wurde vom Referenten der Motorflug-Sparte ausgearbeitet und präsentiert. Zunächst ging es um die richtige Behandlung der Flugzeuge beim Ein- und Ausräumen im Hangar des LSV. Zwischen 8 und 11 Meter Spannweite haben die Motorflugzeuge und wiegen leer zwischen gut 300 und Knapp 800 kg. Das Bewegen in der engen Halle will gekonnt sein und jegliche, auch kleinste Kollisionen mit Wänden oder anderen Maschinen beim Rangieren/Hangarieren müssen unter allen Umständen vermieden werden. Wenn das hinterste Flugzeug benötigt wird dauert es oftmals einige Zeit, bevor die davor befindlichen Maschinen aus und wieder eingeräumt sind.

Putzen und Waschen wichtig!
Ebenso wichtig ist das richtige Putzen und Waschen der Maschinen. Dieses Thema war Punkt zwei der Tagesordnung. Gerade im Sommer sorgen Insekten an Tragflügelvorderkanten und auch am Propeller für Störungen in der Aerodynamik und müssen daher sorgfältig, ohne jeglichen Einsatz von Putzmitteln mit klarem Wasser und entsprechenden Utensilien nach jedem Flug entfernt werden. Die schonende Behandlung des Lacks und speziell der empfindlichen Kunststoff-Cockpitscheiben will gelernt sein und zahlt sich letztlich durch Langlebigkeit, Sicherheit und Werterhalt aus. Traditionell werden daher beim LSV Worms 2x im Jahr, Putz- und Waschtage veranstaltet, an denen die Mitglieder die Flugzeuge durch gründliches Säubern und Polieren auf Vordermann bringen.

Ein weiteres Thema des ersten Winterabends war der richtige Umgang mit den Batterien im Flugzeug. Genauso wie auch im Auto sind auch im Flugzeug die Starterbatterien kälteempfindlich und verlieren im Winter deutlich an Leistung. Da sie aus Gewichtsgründen jedoch viel kleiner und leistungsschwächer als Autobatterien sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Motor bei Kälte nicht anspringt noch viel höher. Jeder Flugzeugtyp erfordert dabei einen eigenen Umgang beim Aufladen der Batterie oder wenn externe Starthilfe von außen gegeben werden muss. Hier gibt eine solche Weiterbildung wertvolle Hinweise zur sicheren Durchführung dieses Manövers.

Zum Thema Motoröl
Zum Schluss des Winterabends wurde das Thema Motoröl behandelt. Auch hier muss der Pilot/ die Pilotin Kenntnisse zum korrekten Umgang haben. Beispielsweise gibt es für manche Motoren unterschiedliche Vorschriften und Ölsorten für Sommer- und Winterbetrieb und auch die eigentlich einfache Ölstandskontrolle ist bei manchen Flugzeugen eine Wissenschaft für sich. In den kommenden Winterabenden des LSV Worms werden allgemeine Sicherheitsthemen, Aerodynamik, Flugplanung mit digitalen Tools sowie das Fliegen im Ausland behandelt werden. Quelle: ‚Nibelungen-Kurier.de‘.

Für die Prüfung im Dreieck fliegen

Es rumpelt und holpert. Durch die Kopfhörer hört man gedämpft das Dröhnen des Motors. Ein letzter Check. Flugplatz und Flugnummer werden genannt, dann die Antwort des Flugleiters: „Frei zum Start nach eigenem Ermessen, Startbahn 09!“ Das kleine Flugzeug wird schneller, bis schließlich die Reifen die mit kurzem Gras bewachsene Startbahn verlassen. Schon nach wenigen Sekunden kann man die dunklen Wälder und flachen Felder unter sich hinweggleiten sehen, während nur Stoff, dünnes Blech und Glas zwischen einem und der Tiefe liegen.

Spontan fliegen, wenn das Wetter schön ist
Was für den einen wie ein einmaliges Erlebnis klingt, ist für Constantin Maiwald (Name geändert) schon Routine. Auf einem kleinen Sportflugplatz südwestlich von Berlin steht die Maschine des 69-Jährigen zusammen mit weiteren Flugzeugen in einem von mehreren Hangars. Auf dem Flugplatz kennt man sich, tauscht Erfahrungen und hilft sich aus, sei es nun ein Ratschlag zur Motorenoptimierung oder mit Kleinteilen wie Schrauben oder Schläuchen. Maiwald schätzt sich glücklich, sein Flugzeug hier unterbringen zu können, denn er ist mit dem Auto in nur 20 Minuten vor Ort: „Ich kann mich ganz spontan dazu entscheiden, am Abend mal zu fliegen, wenn das Wetter schön ist“, erzählt er freudig. Bis eine halbe Stunde nach der Dämmerung darf er dabei noch in der Luft sein. Einen guten Hangar-Platz zu haben ist nicht selbstverständlich: „Oft muss man sich auf einer Warteliste eintragen lassen.“ Quelle: ‚FAZ, Frankfurter allgemeine Zeitung / Registrierung‚.

Mit 61 Jahren hat man Spaß daran

Selbst mit 61 Jahren kann man noch lernen in die Luft zu gehen: Heinz Haider aus dem bayerischen Winterrieden hat nach den geforderten Flugstunden und Starts seine ersten Alleinflüge mit dem Motorflugzeug am Verkehrslandeplatz Leutkirch-Unterzeil erfolgreich vollbracht.

Fluglehrer Olaf Erl aus Biberach stieg, nachdem zuvor auch ein zweiter Fluglehrer die „Alleinflugreife“ betätigt hatte, aus der zweisitzigen „Jodel“ der Fliegergruppe Leutkirch aus und schickte Haider mit einigen guten Ratschlägen versehen zu seinen ersten „Soli“. Wie der Aspirant berichtete, war für Aufregung keine Zeit, da vor dem eigentlichen Start eine sogenannte Checkliste abgearbeitet wird, um auch keine Punkte wie das banale Verschließen der Cockpithaube, das Überprüfen des Motors und das Setzen der Startklappen sowie das Einschalten der Benzinpumpe zu übersehen. Beim Startvorgang, so wird allen Flugschülern beigebracht, wird auch ein Startabbruch gedanklich in Betracht gezogen, um auf alle Fälle vorbereitet zu sein.

Einmal in der Luft, blieb Heinz Haider ständig bei der Sache: Bereits in der Platzrunde beginnt die Vorbereitung zur Landung, wieder anhand der Checkliste und keine Zeit für andere Gedanken. Die Landung mit der vorgegebenen Geschwindigkeit machte keine Probleme, schon viele Male hat Fluglehrer Erl dem Pilotenanwärter gezeigt, wie der Aufsetzpunkt angeflogen wird, um auch später auf kürzeren Flugplätzen problemlos landen zu können. Nach den drei Flügen rollte Haider zurück auf das Flugplatz-Vorfeld, wo ihn Olaf Erl zufrieden erwartete und ihm gratulierte.

Die Ausbildung ist allerdings noch nicht zu Ende: Mit weiteren Flügen, zusammen mit Fluglehrer, werden die Feinheiten ein Flugzeug zu steuern, optimiert und auch entfernt liegende Flugplätze und Flughäfen angeflogen. Am Ende, auch mit der theoretischen Ausbildung und dem Funksprechzeugnis in der Tasche, steigt dann ein Prüfer zu Heinz Haider ins Flugzeug um seine Kenntnisse unter die Lupe zu nehmen. Warum er sich das alles antut? „Ich bin einfach neugierig auf neue Aufgaben und habe Spaß am Fliegen!“ Der Spaß kann noch sehr lange währen, beim privaten Fliegen gibt es keine Altersgrenze. Quelle: ‚Schwäbische‚.

Fliegen im Herbst

Die Sonne steht tief, der Wind frischt auf und die Temperaturen sinken. Eigentlich nicht mehr das ideale Wetter zum Fliegen. Jedoch ergibt sich für die Gäste, Piloten und Pilotinnen des Luftsport-Club Karlstadt zu dieser Jahreszeit eine ganz besondere Sicht über die Landschaften des Maintals und des Spessarts. Die tief stehende Sonne, gelb-orangene Herbstwälder machen diese Jahreszeit noch einmal zu einem wahren Höhepunkt. Nebelschichten, welche sich oft in den Tälern ansammeln, können überstiegen werden und es offenbart sich eine Aussicht wie über den Wolken. Gerade nach Corona Einschränkungen im Jahr 2020 und Frühjahr 2021 freut sich der Verein und seine Mitglieder diese Jahreszeit wieder mit seinen Gästen zu genießen und in der Luft zu verbringen.

Neben unverwechselbaren Landschaftseindrücken bietet der Herbst aber auch oft gutes Segelflug – Schulungswetter. Oftmals günstige Wetterlagen ermöglichen so ausgedehnte Schulungstage, an denen die angehenden Piloten und Pilotinnen Fortschritte machen können. So absolvierten beispielsweise die Schüler Lars Hammer und Oliver Csapo nach einer Flugsaison an den vergangenen Wochenenden jeweils ihre ersten Alleinflüge. Das bedeutet, das erste Mal ohne Fluglehrer oder Fluglehrerin abzuheben und im Rahmen von drei Starts und Landungen das bisher Erlernte unter Beweis zu stellen. Der Fluglehrer oder die Fluglehrerin hat dabei nur Sichtkontakt und kann Anweisungen über Funk geben. Dieses Verfahren ist in der Segelflugschulung schon seit vielen Jahren bewährt, jedoch nur durch eine gründliche Ausbildung der ehrenamtlichen Fluglehrer und Fluglehrerinnen möglich. „Gerade die Arbeit mit jungen Menschen und das Teilen der Begeisterung des Fliegens war während der Pandemie oft nur schwer möglich“, so der erste Vorsitzende Matthias Gehret des Vereins. Umso wichtiger ist es nun dies nachzuholen und aktiv den Flugbetrieb und die Ausbildung sowohl mit den Mitgliedern als auch mit den Gästen und Flug interessierten zu gestalten. Quelle: ‚Mainpost‚.

Katharina lernt fliegen – Motivation

Was hat Motivation mit Segelfliegen zu tun?
Als erstes müsst ihr die Kraft haben, euer Ziel trotz schwieriger Situationen weiter zu verfolgen. Ich musste auch vier Jahre auf die Erfüllung meines Traumes warten. Um Träume wahr werden zu lassen, springt man oft über seinen eigenen Schatten und tut Dinge, die man sich selbst niemals zugetraut hätte. Beispielsweise steigen Menschen mit Flugangst in eine Maschine, weil sie unbedingt Piloten werden wollen. Der Körper verdrängt dabei alle Sorgen, Ängste und Probleme. Aber es gibt auch Momente, in denen man mit starken Zweifeln zu kämpfen hat: „Ist das wirklich die richtige Entscheidung?“, „Was ist, wenn ich versage?“ und „Ich werde im Verein doch niemals Freunde finden und überhaupt, ich bin doch sowieso viel zu blöd zum Fliegen! Das kann ich eh nicht.“ Bestimmt kennt ihr solche Sätze. Aber die Situation verschlimmert sich noch zusätzlich, wenn dann auch noch Freunde oder Verwandte euch kritisieren. Dabei fallen häufig Sätze wie: „Aber das ist doch viel zu gefährlich!“, „Bist du dir wirklich sicher, dass du eine Risikosportart machen möchtest?“ oder hier mal ein Satz, den vor allem Mädchen zu hören bekommen: „Fliegen ist doch was Technisches, das kannst du doch eh nicht. Piloten werden nur Jungs.“ Das geht raus an alle Pilotinnen und solche, die es werden wollen: Lasst euch nicht unterkriegen, ihr könnt das genauso gut wie die Männer! Lasst euch nur nicht in eine Rolle zwingen, mit der ihr nicht einverstanden seid!

Kritik? – Nur nicht persönlich nehmen!
Wenn ihr erst mal mit dem Fliegen angefangen habt, kommt das nächste Problem auf euch zu. Nach den Flügen bekommt ihr natürlich immer Kritik vom Fluglehrer und Kritik hört aus verständlichen Gründen keiner gerne. Aber sie versuchen euch nur zu erklären, was ihr bei eurem nächsten Flug besser machen könnt. Schließlich kritisieren sie euch nicht, um euch zu demotivieren. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, aber: Versucht euch diese Kritik nicht so zu Herzen zu nehmen. Denn es handelt sich dabei ja nicht um Kritik an der eigenen Person, sondern an dem vorangegangen Flug. Allerdings kam bei mir zumindest noch ein Aspekt hinzu: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man sich leider häufig mit anderen Piloten vergleicht. Ich war immer gleich neidisch, weil bei ihnen anscheinend alles „auf Anhieb“ funktioniert hat. Wenn mein Ergebnis nach fünf weiteren Starts noch nicht perfekt war, war ich schnell frustriert. Leider habe ich das Problem immer noch nicht überwunden und sehe immer nur meine eigenen Fehler. Das können unsaubere Kurven, schlechte Landungen oder kleine Fehler im Start sein. Wenn ich dann allerdings genauer hinschaue, war gar nicht der ganze Flug „für den Eimer“, sondern es gab noch einzelne Dinge zu verbessern. Und natürlich fühlt man sich gegenüber den anderen Piloten total unfähig, wenn diese immer nur von ihren Erfolgen und nie von ihren Rückschlägen berichten.

Mein Ratschlag: Kopf hoch!
Niemand kann alles auf Anhieb perfekt und auch langjährige Scheinpiloten machen Fehler. Sucht euch am besten eine Person auf dem Flugplatz, mit der ihr über eure Probleme und Motivationstiefs sprechen könnt. Ich kann euch versichern: Jeder Pilot und jede Pilotin hatte dieselben Probleme wie ihr. Ihr seid ganz sicher nicht die einzigen Piloten beziehungsweise Pilotinnen, bei denen nicht alles auf Anhieb perfekt klappt. Macht weiter, auch wenn es gerade nicht so gut läuft und der Start auch nach dem siebten Anlauf noch nicht klappt oder die letzte Kurve in der Platzrunde immer noch nicht richtig sitzt. Übung macht den Meister und Aufgeben führt in keinem Fall näher zum Ziel! Quelle: ‚Düsseldorfer Aero-Klub

Wie die Mutter, so der Sohn

Nach dem verspäteten Saisonstart meldet der Aero Club Fürth erste Ausbildungserfolge. Eine besonders schöne Geschichte schreibt Ben Strobel aus Steinbach: Er hat das Piloten-Gen vererbt bekommen und folgt der Mutter ins Cockpit. Der 15-jährige Ben Strobel aus Steinbach hat als erster Schüler heuer mit drei souveränen Alleinflügen die A-Prüfung beim Aero Club Fürth geschafftDas ist die Anfangshürde auf dem Weg zum Luftfahrerschein. Begonnen mit der Segelflugschulung hatte Ben in den Sommerferien des vergangenen Jahres. Nach einer kurzen Vorschulung auf dem Motorsegler, einer kostengünstigen Variante zum Lernen von Starts und Landungen im Aero Club, und der weiteren intensiven Schulung auf dem Segelflugzeug „Twin Astir“, unter anderem mit Ausbildungsleiter und Onkel Bernd Tauber, war es nach rund 40 Starts und Landungen dann endlich soweit: zum ersten Mal alleine abheben ohne Fluglehrer.

„Anfangs war ich schon sehr nervös“, gab Ben zu, „aber im Schlepp ließ dann die Nervosität nach, da ich mich voll auf den Flug konzentrierte. Danach war ich den Rest des Tages sehr glücklich und zufrieden, und mit einem gemeinsamen Pizza-Essen fand der Abend einen sehr schönen Ausklang.“ Ben, der die Segelflugausbildung mit 14 Jahren begann, hat im nun abgelaufenen Schuljahr die neunte Klasse des Gymnasiums in Langenzenn besucht, spielt in seiner Freizeit Fußball und ist bei der Jugendfeuerwehr Steinbach aktiv.

Die Lizenz ist nah
Die Corona- und Winterzeit nutzte er, um sich auf die umfangreiche Theorieprüfung zum Segelflugzeugführer vorzubereiten, die er heuer im Frühjahr erfolgreich im Luftamt Nordbayern bestanden hat. Jetzt geht die praktische Ausbildung mit schnellen Schritten weiter in Richtung Fluglizenz: Die Fähigkeiten des Nachwuchspiloten werden bei Soloflügen mit Flugauftrag des beaufsichtigenden Lehrers oder mit diesem zusammen im Doppelsitzer ausgebaut und verfeinert, Thermik- und kleinere Streckenflüge stehen immer mehr auf dem Schulungsprogramm. Nach Beendigung dieser weiteren Ausbildungsabschnitte findet die praktische Luftfahrerschein-Prüfung statt. Die kann Ben zwar noch heuer ablegen, wenn er die Ausbildung so zielstrebig wie bisher weiterbetreibt. In Empfang nehmen darf er die Lizenz nach den gesetzlichen Bestimmungen aber erst mit Vollendung des 16. Lebensjahrs im Januar 2022. In diesem Fall kein Nachteil, weil die Segelflieger des ACF ohnehin während der Wintermonate witterungsbedingt pausieren.

Bens fliegerisches Talent ist nicht verwunderlich: Er tritt in die Fußstapfen seiner Mutter Angela Tauber und seines Patenonkels, Fluglehrers und Ausbildungsleiters im ACF Bernd Tauber, die beide ebenfalls schon als 14-Jährige mit dem Segelfliegen auf dem Fluggelände im Cadolzburger Ortsteil Seckendorf anfingen und ihre Freizeit an den Wochenenden dort verbrachten. Naheliegend, da die beiden in Seckendorf aufwuchsen, den Flugplatz somit fast vor der Haustüre hatten und bereits von frühester Jugend an von den über ihnen kreisenden Seglern fasziniert waren.

Gefühl von Freiheit
Mama Angela kann sich noch sehr gut an das Gefühl erinnern, als sie selbst das erst Mal alleine abgehoben ist: Da war eine Spur Aufregung, aber auch ein großes Glücksgefühl über die neu gewonnene Freiheit und das Vertrauen der Fluglehrer in ihre Flugfähigkeiten. Die erfolgreiche Pilotin, die mit der Geburt ihrer Kinder die aktive Fluglaufbahn beendet hat, denkt gern an die Zeit auf dem Flugplatz zurück und freut sich besonders darüber, dass sich die Begeisterung für das Segelfliegen auf ihren Sohn Ben übertragen hat. Das anstehende Ferienfluglager im August bietet nicht nur den Schülern, sondern auch allen anderen Piloten Gelegenheit, ihr Hobby zwei Wochen lang intensiv auszuüben. Aufgrund der Corona-Lockerungen ist das Fluggelände auch wieder für Gäste und Interessenten geöffnet. Quelle: ‚Nordbayern.de‚.

8 Fluglehrer ausgebildet

8 Kandidaten absolvierten erfolgreich den praktischen Fluglehrerkurs 1-2021 in Amlikon. Während zwei intensiven Wochen stellten die 8 Fluglehrerkandidaten Ihr fliegerisches Können und Ihre Fähigkeit, Wissen in Theorie und Praxis zu vermitteln unter Beweis – mit Erfolg! Quelle: ‚SFVS‚.

Deutschlands jüngster Segelflieger

Der jüngste Segelflieger Deutschlands kommt aus Vinsebeck. Er heißt Florian Scholz, fliegt sich mit gerade 14 Jahren in Vinsebeck „frei“ – also besteht die Prüfung der Segelflieger. Groß war die Freude, als Florian die Glückwünsche seines Fluglehrers Hubertus Postert entgegennahm. Der frisch gebackene Segelflieger geht in die 8. Klasse des Städtischen Gymnasiums Steinheim. In seiner Freizeit ist er, wenn nicht auf dem Flugplatz, häufig mit dem Mountainbike unterwegs.

Seit mehr als zwei Jahren ist Florian aber auch aktives Mitglied im Luftsportverein Egge, dem Segelflugverein in Vinsebeck-Steinheim auf dem Frankenberg (www.lsv-egge.de). Aufgrund seines Alters konnte er jedoch erst im letzten Jahr mit der Ausbildung im Segelflug beginnen. In der Zwischenzeit hat er den Betrieb auf einem Flugplatz „von der Pike auf“ gelernt: Etwa den Flugbetrieb mit Seilrückholwagen, dem „Leppo“, die Funktion der Startwinde, welche die Flugzeuge in die Luft befördert, Flugzeuge vorbereiten, Pilotinnen und Piloten bei den Vorbereitungen zum Start helfen, Dokumentation der Flugzeugstarts, Einblicke in die Werkstatt und vieles andere mehr.

„Was halt alles so auf einem Flugplatz getan werden muss, damit die Flugzeuge in die Luft kommen“, sagt Florian. In der Zeit bis zum Beginn der Ausbildung nutzte er jede Gelegenheit, im Segelflugzeug Platz zu nehmen und konnte so die ersten Schritte auf dem Weg zum Pilot machen. 2020 war es dann so weit. Florian konnte mit 13 Jahren die praktische Ausbildung im Segelflug beginnen. Die Fluglehrer des Vereins fanden einen gelehrigen und talentierten Schüler, der begierig alles aufnahm, was ihn seinem Zwischen-Ziel „erster Allein-Flug“, auf dem Weg zum Piloten näherbrachte.

Die erste Prüfung
Parallel dazu musste auch die Theorie für die sogenannte A-Prüfung gebüffelt und eine Prüfung bestanden werden. „A-Prüfung“, so nennt man die erste von mehreren Prüfungen bis zur Erlangung des Luftfahrerscheines. Dieser ist mit dem Führerschein beim Autofahren vergleichbar. Ende 2020 war Florian schon so weit, dass er allein hätte fliegen können. Da war er aber leider immer noch zu jung. Dann kam der Winter. Die Flugzeuge blieben im Hangar, die Pilotinnen und Piloten auf der Erde. Im März dieses Jahres kam Florians 14. Geburtstag und damit endlich die rechtliche Möglichkeit für die ersten Alleinflüge.

Einige Flüge mit Fluglehrern waren zu Beginn dieser Saison noch nötig. Dann kam der Überprüfungsstart mit einem weiteren Fluglehrer. Wilfried Dinger, Fluglehrer und erster Vorsitzender des Vereins: „Florian ist so weit. Es kann losgehen!“ Die Freigabe für die Alleinflüge erfolgt aus Gründen der Sicherheit immer mindestens nach dem „4-Augen-Prinzip“. So gab sein Fluglehrer Hubertus Postert seinem Schüler am 25. April „frei“. Bis dahin benötigte Florian nur etwa 40 Starts und Landungen. Das Wetter war sonnig, kaum windig, die kalte Luft aus dem Norden versprach eine sehr gute Sicht.

Das erste Mal ganz vorn
Florian bereite unter den Augen seiner Lehrer das Flugzeug vor, zog den Fallschirm an und nahm in „seinem“ Flugzeug, jetzt aber das erste Mal allein im vorderen Sitz, Platz. Die Startwinde zog mit dem Seil das Schulflugzeug, die „ASK 21″, in die Luft. Florian konnte souverän die drei Starts und Landungen – Landung: der schwierigere Teil des Fliegens – absolvieren. Auch nach dem immer erforderlichen dritten Start landete er das Segelflugzeug souverän und sicher auf der Wiese des Flugplatzes in Vinsebeck. Fluglehrer Postert gratulierte – und gab so den Weg für die Gratulationen der anderen Anwesenden frei. Das erfolgte selbstverständlich alles unter Einhaltung der aktuellen Hygienebedingungen. So klang das Wochenende auf dem Flugplatz fröhlich aus und Florian freut sich nach diesem sogenannten „Freifliegen“ schon auf die nächsten Schritte auf dem Weg zum selbstständigen Segelflugpiloten. Quelle: ‚nw.de‚.

Wo die Hildener fliegen lernten

Auch wenn es der Name nahe legt: Der Kesselsweier hat nichts mit einem „Weiher“ zu tun. Der alte Gutshof wurde lange von Segelfliegern genutzt. Heute ist er ein Denkmal und liegt mitten in einem besonders wertvollen Naturschutzgebiet. Das Areal wurde viele Jahre als Segelflugplatz genutzt. 2008 musste der Flugbetrieb eingestellt werden, weil die Start- und Landebahn zugewachsen war. Der Hildener Stadtrat war nicht bereit, für eine Verlängerung der Betriebserlaubnis rund 2000 Bäume zu opfern. Ein Unternehmer kaufte Gut Kesselsweier und ließ es unter Denkmalschutz stellen. Die historischen Gutsanlage existiert bereits seit mindestens 1590. 1927 wird der Verein Segel- und Motorflug Hilden gegründet. 1970 schließen sich die Luftsportgruppe Hilden und der Luftsportclub Haan zur LSG Kesselsweier Hilden-Haan zusammen. Die Flugplatzfeste am Kesselsweier waren legendär und zogen jedes Jahr zehntausende Besucher an. Zum 1. Januar 2013 schließt sich die LSG Kesselsweier der LSG Erbslöh in Langenfeld an.

Das 15 Hektar große Areal gehört der Stadt Hilden. Der Kesselsweier ist seit 1984 Landschaftsschutzgebiet. Es grenzt an zwei Naturschutzgebiete (Spörkelnbruch und Hildener Stadtwald). „Die ökologische Wertigkeit ist sehr hoch“, sagt die Untere Landschaftsbehörde des Kreises: „So etwas gibt es sonst nirgendwo im Kreis Mettmann.“ Deshalb trat die Untere Landschaftsbehörde mit dem Wunsch an die Stadt Hilden heran, das ehemalige Flugplatzgelände doch zu einem Biotop für seltene Tiere und Pflanzen zu entwickeln. Quelle: ‚RP-online‚.

Fliegen mit Maske

Digitale Schulung und Fliegen mit Maske sind seit der Pandemie Pflicht Fliegen mit Maske: So erlebte ein Mülheimer Sportverein das Corona-Jahr. Wie jeder Sportverein war auch der Aero-Club Mülheim an der Ruhr in diesem Jahr von den Corona Einschränkungen betroffen. Trotzdem gelang es den Mülheimer Pilotinnen und Piloten teilweise unter den verschiedenen Schutzverordnungen und mit Hygienekonzept, ihrem Hobby, dem Luftsport, nachzugehen. Im Frühjahr ruhte während des ersten Pandemie-Lockdowns der Flugbetrieb des Luftsportvereines, wenngleich auch der Flughafen Essen/Mülheim über die Krise hinweg geöffnet blieb und als wichtiger Teil der Infrastruktur zur Verlegung von Corona Patienten aus Frankreich diente. Zum Zeitpunkt der ersten Restriktionen kam der gesamte Flug- und Ausbildungsbetrieb der Mülheimer Motorflieger zum Erliegen. Die Segelflieger befanden sich zwar noch in der Winterpause, hatten aber in der vereinseigenen Werkstatt bis dahin die Flugzeuge auf den Beginn der neuen Saison vorbereitet.

Ein Online Schulungskonzept musste her
Es wurde zwangsläufig nach Alternativen gesucht, den Vereins- und Ausbildungsbetrieb weiter aufrechtzuerhalten und auch so die Bindung zu den neuen Vereinsmitgliedern nicht zu verlieren.Eine Möglichkeit ergab sich durch die Digitalisierung des laufenden Theorieunterrichtes. Ein virtuelles Klassenzimmer wurde eingerichtet in dem später nicht nur der reguläre Theorieunterricht, sondern auch verschiedene Vortrags- und Exkursreihen angeboten werden konnten. Gleichzeitig wickelte man Vorstandssitzungen oder Jugendabende über diese Plattform online ab.
Die Rückmeldung der Mitglieder des Aeroclubs war eindeutig: „Bitte weiter so!“, hieß es nach den ersten Veranstaltungen einstimmig. Innerhalb kürzester Zeit entstand ein beinahe tägliches Programm, welches so selbstverständlich eingeschaltet wurde, wie abends der Fernseher. Mehrmals pro Woche kamen die Flugschüler und Piloten des AERO-CLUB Mülheims zusammen, um zum Beispiel zu erfahren, wie genau das Segelfliegen in Namibia aussieht und lauschten gespannt, was ein Scheich aus Saudi-Arabien mit der ganzen Sache zu tun hatte. Gerade die jüngeren Flugschüler, welche ebenfalls von den Schulschließungen betroffen waren, erzählten, sie seien froh gewesen, mal wieder etwas zu lernen und ihre Freunde zu sehen.

Fliegen mit Maske
Ab Mitte Mai war der kontaktlose Sportbetrieb und somit auch der Luftsport unter den Corona-Verordnungen wieder möglich: Zu dem neuen Konzept gehörte neben den bekannten Abstands- und Maskenregeln zum Beispiel auch die Einschränkung der Teilnehmeranzahl beim Flugbetrieb und die Reduzierung der gemeinsamen Flugzeit auf 15 Minuten. Auch musste jeder Pilot nach seinem Flug das Flugzeug desinfizieren und säubern. „Man hat sich schnell an die Maßnahmen gewöhnt“ und diese wie selbstverständlich umgesetzt“, berichtet der Fluglehrer Christian Schäfer. Die Maske, die für die Piloten auch während des Fluges Pflicht ist, habe man nach wenigen Minuten in der Luft bereits wieder vergessen. So konnte sogar unter strengen Auflagen der jährliche Fluglehrgang in Frankreich durchgeführt werden.

Erneute Verschärfungen
Als sich im Sommer das Infektionsgeschehen erneut verschärfte, kamen auch wieder schrittweise die Einschränkungen zurück. Da der Luftsport zu den kontaktfreien Individualsportarten gehört, dürfen die Mülheimer Piloten derzeit immer noch unter Auflagen fliegen. Vor einigen Wochen wurde der Theorieunterricht abermals auf das virtuelle Schulungskonzept umgestellt, welcher derzeit von ungefähr 25 Flugschülern an zwei Tagen in der Woche besucht wird. Insgesamt werden bis zum Frühjahr die angehenden Piloten in neun Fächern unterrichtet, darunter zum Beispiel Aerodynamik, Technik oder Navigation. Danach hoffen die Mitglieder des Aero-Club, dass die Inzidenz deutlich sinkt und somit wieder mehr Menschen ihren Sport betreiben dürfen. Quelle: ‚Lokalkompass‚.