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Inversions-Zeit

Wird von einschränkenden Wetterelementen für die Aviatik gesprochen, ist die Rede meist von Gewittern, Turbulenzen oder Eis. Von Inversionen wird jedoch in der Flugplanung kaum gesprochen. Dabei vereinigt genau dieses Phänomen mehrere Faktoren, die bei der Flugplanung in der kühleren Jahreszeit berücksichtigt werden müssen.

Quelle/vollständier Bericht: Staysafe.aero

Was ist eine Inversion?
Grundsätzlich nimmt die Temperatur in der Wetterschicht mit zunehmender Höhe ab. Gibt es jedoch in einer bestimmten Schicht eine Zunahme der Temperatur, spricht man von einer Inversion oder auch Temperatur-Umkehrung. Inversionen sind auf verschiedenen Höhen zu finden. Beginnt die Inversion direkt über der Erdoberfläche, wird von einer Bodeninversion gesprochen. Inversionen zeichnen sich durch Stabilität aus, so dass die Luftschichten regelrecht voneinander abgetrennt werden. Die untere kalte Schicht kann kaum mit der oberen warmen Schicht vermischt werden. Durch diese fehlende Durchmischung sammeln sich in der unteren kalten Schicht neben Wassertröpfchen auch andere Aerosole an. Oberhalb einer Inversion ist die Fernsicht in den meisten Fällen hervorragend, wohingegen unterhalb meistens reduzierte Sicht durch feuchten Dunst (BR), Nebel (FG) oder trockenen Dunst (HZ) vorherrscht.

Bei welchen Wetterlagen treten Inversionen auf?

Inversionen bilden sich bei Hochdrucklagen aus, gelegentlich auch bei flacher Druckverteilung. In einem Hoch sinkt die Luft grossräumig ab und erwärmt sich. Durch diesen Absinkprozess, auch Subsidenz genannt, wird in den tieferen Luftschichten kalte Luft regelrecht «eingeklemmt», wenn diese beispielsweise aufgrund orografischer Gegebenheiten nicht abfliessen kann. In der Schweiz entstehen Inversionen nicht nur über dem Mittelland durch die Begrenzung von Jura und Alpen, sondern auch kleinräumig in den Talkammern.

Wie beeinflusst eine Inversion die Flugplanung?

Performance
Da die kalte Luft in Bodennähe dichter ist als die warme Luft oberhalb der Inversion, kann ein Luftfahrzeug im Steigflug durch die Inversion einen spürbarer Leistungsverlust erfahren. Dieser ist abhängig von der Stärke der Inversion. Ein Effekt, welcher sich vor allem beim «Climb Out» beim Durchfliegen der Inversion bemerkbar macht, insbesondere mit stark beladenen Flugzeugen. Durch den schnellen Wechsel von kalter, dichterer Luft zu warmer, weniger dichter Luft verändert sich die Dichtehöhe – die Density Altitude. Sie ist somit auch im Zusammenhang mit Inversionen ein Thema!

Turbulenzen im Inversionsbereich
Da die Luftschicht unterhalb der Inversion von der Luftschicht darüber abgetrennt ist, können je nach Höhe verschiedene Strömungen vorherrschen. Beim Durchfliegen der Inversion kann sich entsprechend die Windgeschwindigkeit- und -richtung abrupt ändern. Je nach Anströmung des Flugzeuges gibt es Effekte auf die Geschwindigkeit und den Auftrieb. Besonders gefährlich ist ein ungünstiger Windeffekt in Kombination mit Performanceverlust durch abnehmende Dichte beim Steigflug durch eine Inversion.

Effekt einer Inversion auf die Sicht
Beim Sinkflug durch eine Inversion kann sich die Sicht abrupt verschlechtern. Das ist vor allem bei einer über mehrere Tage «gealterten» Inversion der Fall, wobei sich in der kalten unteren Luftschicht neben Feuchtigkeit auch Aerosole ansammeln. Insbesondere bei tiefem Sonnenstand ist die Sichtreduktion ausgeprägt, weil das Licht an den Aerosolen stark gestreut wird, was zu Blendeffekten führt.

Bei diffusen Licht- und Wetterverhältnissen und bei flach stehender Sonne ist die Verwendung eines iConspicuity-Gerätes zur Verkehrserkennung und zur besseren Situational Awareness für VFR-Flüge unbedingt empfehlenswert:

Icing

Inversionslagen sind auch klassischerweise Nebel- oder Hochnebellagen. Bei IFR-Flügen ist deshalb innerhalb des Hochnebels mit Vereisung zu rechnen, hervorgerufen durch den Kontakt der je nach Umgebungstemperatur unterkühlten Wassertröpfchen mit der Zelle. Es empfiehlt sich also ein zügiges Durchfliegen dieser Stratusschicht.

Nicht zu unterschätzen ist zudem, dass bei VFR-Flügen in ansteigendem Terrain die Schicht unterhalb der Inversion immer enger wird, weil die «eigeklemmte» Feuchtigkeit in der kalten Grundschicht nicht entweichen kann.

Vereisung durch Freezing Rain (FZRA)

Bei einer Warmfront macht sich die warme Luft zuerst in der Höhe bemerkbar. Eine Warmfront ist dementsprechend eine riesige Inversion, insbesondere, wenn sie über eine kalte Grundschicht aufgleitet. Dabei ist Vorsicht geboten: schmilzt Schnee in der warmen Schicht in der Höhe zu Regen und fällt weiter unten in eisig kalte Luft, kommt es zu FZRA.

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Deutschlandwetter im Winter 2024/25

Der 14. Mild-Winter in Folge mit trockenerem und sonnigerem Verlauf

Der Winter 2024/25 war mehrheitlich mild, geprägt von frühlingshaften Schüben, aber auch von vorübergehenden, teils markanten Frostphasen. Dabei fiel der Niederschlag zu gering aus, während eine Schneedecke meist nur in den höheren Lagen bestand. Die zweite Winterhälfte zeigte sich deutlich sonniger, sodass die Saison mit einem Sonnenschein-Ueberschuss abschloss, so der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2’000 Messstationen.

Überwiegend mild mit frühlingshaften Schüben – Februar mit kurzer Eis-Phase

Das Temperaturmittel lag im letzten Winter mit 2,1 Grad Celsius (°C) um 1,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (0,2 °C). Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (1,4 °C) betrug das Plus 0,7 Grad. So dominierten trotz einzelner markanter Frosteinbrüche milde Temperaturen. Die eisigste Phase fiel in die zweite Februar-Dekade mit verbreitet strengem Nachfrost (-10 °C bis -15 °C). Deutschneudorf-Brüderwiese, im Erzgebirge, verkündete am 18.2. mit -19,7 °C das bundesweite Minimum. Nach einer anschließenden „Wärme-Rallye“ stieg am 21.2. in Metzingen, am Nordrand der Schwäbischen Alb, der Höchstwert auf 18,9 °C. Dieser Spitzenwert wurde ebenfalls am 27.1. in Bad Kohlgrub, Landkreis Garmisch-Partenkirchen, bei Föhn erreicht.

Winterniederschlag mit Defizit – Februar sogar ausgesprochen trocken

Im Winter fielen mit rund 155 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nur etwa 86 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags der Referenzperiode 1961–1990 (181 l/m²). Verglichen mit der neueren Periode 1991–2020 (190 l/m²) waren es sogar nur rund 82 Prozent des Solls, sodass der Winter insgesamt deutlich zu trocken ausfiel. Besonders niederschlagsarm war der Februar, in dem nur etwa die Hälfte der üblichen Menge gemessen wurde. Während die erste Januar-Dekade im bundesweiten Mittel die niederschlagsreichste Phase markierte, kam es lokal zu noch intensiveren Ereignissen. Dabei wurde die maximale Tagessumme des Winters am 6.12. in Schöfweg im Bayerischen Wald mit 51,6 l/m² verzeichnet. Die höchsten Winterniederschläge traten mit örtlich über 500 l/m² im Schwarzwald auf, während es am trockensten im Thüringer Becken blieb, wo teils nur rund 80 l/m² fielen. Eine dauerhafte Schneedecke war fast ausschließlich in höheren Lagen zu beobachten, während es im Tiefland nur für kurze Schneegastspiele reichte.

Kalte Jahreszeit mit Sonnenschein-Plus, dank deutlich strahlender zweiter Winterhälfte

Mit 194 Sonnenstunden übertraf der Winter sein Soll von 153 Stunden (1961–1990) um 27 %. Selbst im Vergleich zur neueren Periode 1991–2020 (170 Stunden) lag die sie noch 14 % über dem Durchschnitt. Besonders sonnenverwöhnt waren die Hochlagen im Süden, wo teils über 300 Stunden registriert wurden. Im Gegensatz dazu blieb es im äußersten Norden und in Küstenregionen trüber, mit teils unter 150 Sonnenstunden. Quelle: ‚dwd.de‚. Foto: Miriam Tivig

Deutschlandwetter im Dezember 2024

Milder und trockener Dezember mit deutlichen Niederschlagsdefiziten in vielen Regionen.

Der letzte Monat des Jahres 2024 brachte Deutschland einen Mix aus frühlingshaft milder Luft und frostigen Stunden. Während das höhere Bergland an Weihnachten Schnee verzeichnete, sorgte Hoch GÜNTHER für einen ruhigen Jahresausklang mit zeitweiliger „Bergwärme“ und neblig-fröstelnden Niederungen. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2’000 Messstationen.

Milder Weihnachtsmonat mit vereinzelten Frostperioden

Der Temperaturdurchschnitt lag im Dezember 2024 mit 2,8 Grad Celsius (°C) 2,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (0,8 °C). Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (1,8 °C) betrug die Abweichung 1,0 Grad. Die milde Witterung machte sich vor allem im Norden bemerkbar – mit positiven Abweichungen von über 3°C, wie in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, wurden dort ungewöhnliche Anomalien beobachtet. Ende der zweiten Monatsdekade wehte ein Hauch von Frühling über das Land. Müllheim im Oberrheingraben meldete am 18. mit 16,5 °C das Dezembermaximum. Die Klaviatur des Frostes erklang zu Beginn, in der Mitte und zum Ende des Monats. Den tiefsten Ton spielte Reit im Winkl in den Chiemgauer Alpen am 26., als das Quecksilber auf eisige -14,1 °C sank. Zwei Tage später verkündete die 1’135 Meter hohe Station auf dem Brocken mit 13,1 °C einen Dezemberrekord.

Niederschlag: Deutliche Defizite in vielen Regionen

Im deutlich zu trockenen Dezember 2024 fielen in Deutschland rund 55 Liter pro Quadratmeter (l/m²) Niederschlag, was etwa 79 Prozent des langjährigen Mittels der Referenzperiode 1961 bis 1990 (70 l/m²) und 77 Prozent des Mittels der neueren Periode 1991 bis 2020 (71 l/m²) entsprach. Trotz des Defizits gab es lokal intensive Niederschläge: So wurde am Nikolaustag in Wegscheid, Bayerischer Wald, mit 44,1 l/m² die höchste Tagessumme des Monats gemessen. Der Alpenrand und der Schwarzwald stachen mit Monatsmengen von bis zu 200 l/m² hervor. Im Gegensatz dazu fiel die nördliche Oberrheinische Tiefebene mit Mengen um 20 l/m² als trockenste Region Deutschlands zurück.

Große regionale Unterschiede bei der Sonnenscheindauer

Mit fast 42 Stunden überschritt die Sonnenscheindauer im Dezember 2024 das Soll der Referenzperiode 1961 bis 1990 (38 Stunden) nach vorläufigen Berechnungen des DWD um etwa 10 Prozent. Im Vergleich zur neueren Periode 1991 bis 2020 (42 Stunden) lag sie im Schnitt. Besonders sonnig war es im Süden und Osten Deutschlands, während in den Küstenregionen gebietsweise nur 15 Sonnenstunden registriert wurden – ein außergewöhnlich niedriger Wert. Quelle: ‚dwd.de‚. Foto: Thomas Möller