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OLC-Finale 2023

Nach dem Hattrick folgen der Quattrick und der Quintrick – so würde man es im Fussball formulieren. Bereits zum unglaublichen 5. Mal in Folge hat der LSV Rinteln die Segelflug-Bundesliga gewonnen und wurde deshalb am vergangenen Samstag während des OLC-Finales 2023 in Poppenhausen/Rhön zum Deutschen Meister gekürt.

Das große Finale: Die Sieger der Segelflug-Bundesliga. Zum 5. Mal in Folge Deutscher Meister ist der LSV Rinteln, gefolgt vom FSC Odenwald Walldürn und dem LSV Schwarzwald.

Die Saison für die in voller Mannschaftsstärke angereisten Niedersachen verlief allerdings nicht so geradlinig wie in den vergangenen Jahren. Hochmotiviert musste man wetterbedingt einige Runden warten, um endlich richtig durchstarten zu können. Es dauerte bis zum letzten Durchgang im August, bis die mit hochkarätigen Piloten ausgestattete Mannschaft den Sack gegenüber den Konkurrenten zumachen konnte. Bernd Fischer schwärmte in seinem Liga- und Wetterrückblick auf die Saison 2023 denn auch von einem regelrechten Showdown über dem Bayrischen Wald zwischen dem LSV Rinteln und dem FSC Odenwald Walldürn.

„Volles Haus“ in Poppenhausen
Reiner Rose als Leiter des OLC stellte für die Besucher im voll besetzten von-Steinrückhaus unterhalb der Wasserkuppe einen bunten Strauß an Vorträgen, Berichten und Siegerehrungen zur Verfügung und führte durch sein Programm.

Darf ein Jahr die OLC-LS8neo fliegen: Nico Ziegler (LSG Hersbruck) mit seinem Vorgänger Lorenz Schulze-Varnholt (rechts)

Begehrte Förderflugzeuge
Begonnen hatte der Nachmittag mit den Berichten der beiden Förderflugzeug-Piloten über ihre Leistungen und Erlebnisse mit der OLC-LS8neo und dem OLC-Discus2cT. Auch dieses Mal wieder staunten die Zuhörer nicht schlecht, was die beiden Youngsters mit den von Ralph Bürklin (LS8) und Wilfried Großkinsky (Discus2) großzügig zur Verfügung gestellten Rennmaschinen alles erreichen konnten. So gelangen z.B. Jan Schulz mit dem OLC-Discus allein 4 Flüge über tausend Kilometer von seinem Heimatflugplatz Isny aus (siehe auch). Über 340 Stunden steuerte Lorenz Schulze-Varnholt die OLC-LS8 überaus erfolgreich auch auf mehreren Wettbewerben durch das Jahr (siehe auch).

In der kommenden Saison darf nun Nico Ziegler (LSG Hersbruck) die LS8neo pilotieren. Er hatte für seinen Heimatverein fast jedes Wochenende in der Segelflug-Bundesliga gepunktet. Dieses Förderflugzeug soll laut Reiner Rose in Zukunft vor allem für das Liga-Fliegen zur Verfügung stehen. Er verband die Übergabe mit Ralph Bürklin mit einem Plädoyer für die U25-Liga. Als Preisträger für den OLC-Discus in der Saison 2024 wählten Gerd Peter Lauer und Wilfried Großkinsky Jannis Däuble vom FSV Ammerbuch aus. Der Focus bei diesem 18m-Flugzeug liegt vor allem auf den großen, tagesfüllenden Streckenflügen.

Das Antares-Prinzip als Höhepunkt
Sensationeller Höhepunkt des Nachmittags waren ohne Zweifel die Auftritte von Axel Lange (Lange Flugzeugbau) und Klaus Ohlmann. Zunächst erläuterte Lange anhand der Historie und der für die Zukunft geplanten technischen Innovationen das Antares-Prinzip. Dabei wurde den Zuschauern schnell deutlich, wie strukturiert und perfektionistisch an der Evolution der Antares-Flugzeugfamilie gearbeitet wird. Vor allem auch die neuesten Entwicklungen im Bereich der Antriebsbatterien und die damit erreichbaren Verbesserungen bei der maximalen Steighöhe ließen dabei ein Raunen durch die Reihen gehen.

Klaus Ohlmann (li.) begeisterte mit seinem Vortrag über seine ganz eigene Segelflugwelt. Für Patrick Benoist (rechtes Bild) geht ein weiterer Traum in Erfüllung. Aus der Hand von Rainer Hog erhält er den nagelneuen Pokal des Bitterwasser-Cups

Einmal mehr outete sich Klaus Ohlmann als glühender Fan der Antares. Der mit über 60 Weltrekorden erfolgreichste Segelflieger der Welt begeisterte die Zuhörer mit Einblicken in seine ganz besondere Segelflugwelt. So berichtete er über seine Art und Weise, bausteinartig neue Fluggebiete und deren Verbindungen und damit ganz neue Dimensionen für den Segelflug zu erschließen.

OLC Live-pro – Echtes Livescoring
Nach einer längeren Pause, die von den Gästen ausgiebig zum Netzwerken und Austauschen genutzt wurde, stellte Stefan Harries das Großprojekt OLC Live-pro vor. Wichtigste Aussage: „Der OLC live-pro ist nicht nur einfach eine Live-Darstellung von gerade fliegenden Segelflugzeugen, sondern ein echtes Live-Scoring, das Echtzeit-Flüge mit vorausberechneten Punkten und bereits gemeldete Flüge in einer gemeinsamen, hybriden Darstellung präsentiert.“

Es wurde deutlich, dass dieses Projekt für das kleine OLC-Team ein regelrechter Kraftakt ist. Der aktuelle Entwicklungsstand nach nicht einmal einem Jahr seit Projektstart ist dennoch beachtlich. Es wurden aber auch eine Reihe von geplanten weiteren Features vorgestellt, die in den nächsten Monaten veröffentlicht werden sollen.

Siegerehrungen als krönender Abschluss
Wie immer bildeten die Siegerehrungen vom OLC-Champion bis zur Segelflug-Bundesliga mit den entsprechenden Kurzpräsentationen und Interviews den krönenden Abschluss einer ereignisreichen Abschlussfeier des OLC-Jahres 2022. Quelle: ‚OLC, online-contest‚.

Saisonende für den OLC-Discus

Auch der OLC-Discus mit Jan Schulz im Cockpit befindet sich auf der Zielgeraden zum Saisonende. Jan berichtet übder die vergangenen Wochen:

Juli und August mit schönen Flugerlebnissen
Nachdem mir im Juni mit 1.063 km, 1.013 km und 1.010 km mit dem OLC Discus meine ersten Tausender in Europa gelungen sind, ging es auch für mich nach Stendal zur Qualifikationsmeisterschaft. Leider war das Wetter nicht so ideal, aber immerhin konnte ich mich für die nächste Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Entspannt ging es zurück nach Isny. Natürlich hoffte ich, die 1.000er Serie fortsetzen zu können. Am 20.07.2023 gelang mir dies auch – allerdings eher unerwartet.

Bedeckter Himmel am Morgen
Morgens war es mir aufgrund 8/8 Bewölkung extrem schwergefallen, eine Entscheidung zu treffen, ob ich arbeiten oder fliegen gehe. Als um 10 Uhr immer noch hohe Wolken über Isny standen, war ich mir schon ziemlich sicher, dass es nichts größeres werden kann. Aufgrund eines Schadens an unserer Schleppmaschine startete ich an der Winde und rattelte die ersten Kilometer bis nach Leutkirch.

Um ca. 10.30 Uhr schaltete ich den Motor aus und wartete auf Thermik. Als ich dann endlich mit einem hart erkämpften 68 km/h Schnitt bis Aalen kam, kurbelte ich den „Starter Bart“ mit knapp 3 m/s. Ab da lief es wie verrückt, so wenig musste ich noch nie kurbeln.

Mit Rückenwind ein 160er-Schnitt
Auf dem Sat-Bild war eine Wolkenstraße auf dem Bayerwald zu sehen, also schnell dahin. Bis zur Wende in Tschechien flog ich einen 160 km/h Stundenschnitt. Zurück lief es trotz Gegenwind sehr gut bis zum Nördlinger Ries. Ab dort war das Wetter wie ausgewechselt, schlechtes Steigen und große Wolkenabstände.

Unverhofft 1.030 Kilometer
Um dann am Abend um 19.30 Uhr noch heim zu kommen, musste ich einen sehr schwachen Bart mitnehmen. So kam ich dann doch angenehm hoch in Isny an :). Und das alles ohne Wasserballast. 1.030 km standen in der Wertung. Die Entscheidung, am Vormittag nach Osten zu fliegen, hatte sich als richtig herausgestellt. Leider sollte das mein letzter 1.000er bleiben. Am Anfang des Jahres hätte ich nie mit einem solchen Gesamtergebnis gerechnet.

Ein Sommer mit der OLC-KEGY ohne Südfrankreich geht gar nicht.
Aufgrund meiner Teilnahme an den Meisterschaften und der vielen Flüge beim guten Wetter im Juni war mein Urlaubskonto mittlerweile sehr dezimiert. So konnte ich nicht mehr für mehrere Tage nach Südfrankreich. Aber ein Sommer mit der OLC-KEGY ohne Südfrankreich? „Das geht gar nicht“, dachte ich mir. Am 16.08.2023 war die Wetter-Prognose für die nächsten Tage recht gut. Also gab ich in der Früh einen Flugplan auf und machte mich auf dem Weg. Zwar waren in Richtung Puimoisson keine hohen Geschwindigkeitsschnitte drin, aber ich flog als erster unseres Vereins mit dem Segelflugzeug von Isny aus nach Pui.

Am kommenden Tag regnete es in der Früh in Pui noch, was mir meine Hoffnung auf einen 1’000er in Frankreich leider erst einmal zu Nichte machte. Aber ich konnte trotz spätem Start um 12:45 Uhr noch einen wunderbaren 826 km Flug bis zum Montblanc erreichen. Bei schön hoher Basis ging es an den Ecrins vorbei. Bei Sonnenuntergang landete ich als letzter in Pui.

Da ich kein Risiko eingehen wollte, entschied ich mich, am nächsten Tag den Rückflug anzutreten. Die Wetterprognose für die Folgetage war einfach zu unsicher. Der Rückflug lief auch ganz gut, so dass ich am Nachmittag noch einen Schenkel nach Italien verlängern konnte. Nach acht Stunden Flugzeit und 822 km landete ich am Abend wieder in Isny.

Danach reichte das Wetter leider nur noch für kleinere Flüge in den Alpen.
Rückblickend kann ich sagen, dass für mich die Flüge mit der OLC-KEGY absolute Highlights waren. Ohne die Motorisierung hätte ich mir manche Flüge nicht zugetraut und viele der großen Flüge wären nicht möglich gewesen. Ich bin dankbar, dass ich diesen Flieger nutzen durfte und freue mich schon darauf, die Flüge meiner Nachfolger zu verfolgen. Quelle: ‚OLC, online-contest, Jan Schulz‚.

OLC Finale 2023 in Poppenhausen

Auch in diesem Jahr werden wir wieder gemeinsam den Abschluss der Wettbewerbssaison in der Rhön feiern! Das traditionelle OLC-Treffen steigt am 14. Oktober um 13.00 Uhr im Von-Steinrück-Haus in Poppenhausen unter der Wasserkuppe.

Visualisierung des Segelflugs: OLC Live-pro
Mit der dynamischen Verschmelzung von Tageswertung und Live-Scoring stellen wir euch das Feature OLC Live-pro im Detail vor. Es werden die Funktionen und Möglichkeiten Schritt für Schritt präsentiert und erläutert. Ein besonderer Schwerpunkt bei der Präsentation ist die Demonstration der selbsterklärenden intuitiven Bedienerfreundlichkeit des Systems. Im Plan ist es, dass wir uns nach der Pause des Themas OLC Live-pro widmen.

Das Programm im Detail: Förderflugzeuge werden vergeben
Das Finale startet traditionell mit den Resümees der beiden Junioren Jan Schulz und Lorenz Schulze-Varnholt über ihr Jahr mit den OLC-Förderflugzeugen. Gerade die vergangene Saison mit ihren hervorragenden Leistungen machen die Berichte besonders interessant.

Für die neuen Gewinner liegt die Latte dieses Mal besonders hoch. Der OLC-Discus 2cT und die LS8neo stehen denn auch für die Vergabe an die neuen Preisträger bereit. Nicht minder spannend wird die Verleihung des „Bitterwasser Cup“, dem Preis für die Segelflug-Jugend Europas. Rainer Hog, Chairman des Bitterwasser-Lodge Flying Center, wird als Preis wieder einen All-Inclusive-Gutschein für 8 Tage im Segelflugparadies Namibia übergeben.

Axel Lange und Klaus Ohlmann präsentieren das „Antares-Prinzip“
Die Fahrt in die Rhön lohnt sich natürlich nicht nur für die Sieger und Aspiranten auf die begehrten OLC-Förderflugzeuge. Denn unmittelbar nach dem Auftakt mit den Junioren haben wir ein ganz besonderes Highlight für Euch vorbereitet: Niemand geringerer als Klaus Ohlmann, Inhaber von über 60 Segelflug-Weltrekorden, wird zusammen mit dem Pionier des Elektroantriebes in Segelflugzeugen Axel Lange einen Einblick in das „Antares-Prinzip“ geben.

Die beiden OLC-Botschafter blicken dabei aus ihren eigenen, ganz unterschiedlichen Perspektiven auf die bahnbrechende Flugzeugfamilie aus Zweibrücken. Wir erwarten nicht nur spannende Einblicke in die jüngsten Rekordflüge mit der Antares, sondern auch Hintergründiges und Überraschungen bei den technischen Features. Was für eine seltene Gelegenheit, zwei so herausragende Persönlichkeiten des Segelfluges auf einer Bühne vereint erleben zu dürfen!

Ligarückblick, Sieger und Emotionen
Was wäre ein OLC-Finale ohne ein Review auf das Sport-Geschehen 2023? In der Segelflug-Bundesliga ging es selten so spannend zu, wie in diesem Jahr. Bernd Fischer kombiniert in seinem Saisonrückblick die sportlichen Highlights mit locker präsentierten, aber fundiert aufbereiteten meteorologischen Fakten des Sommers

Hochinteressant dürfte seine Einordnung des Segelflugwetters 2023 im Vergleich zu den extremen letzten Jahren sein. In welcher Form hat der Klimawandel dieses Mal das Wetter beeinflusst? Last but not least werden wir natürlich die Sieger in den Ligen und den wichtigsten Einzelwertungen präsentieren und feiern.

Also, Treffpunkt OLC-Finale am 14. Oktober um 13.00 Uhr in Poppenhausen nicht verpassen – wir freuen uns auf Euch! Quelle: ‚OLC, online-contest‘.

OLC-Förderflugzeuge werden im Herbst neu vergeben

Schon seit Saison-Halbzeit führen Marven Gründler von der Fliegergruppe Freudenstadt die deutsche Rookie Champions und Johan Luyckx aus Belgien die internationale Wertung an. Aufholen konnte in beiden Wertungslisten aber der 18-jährige Hannes Komoll vom FCC Berlin mit einem fast 600km-Flug vom 16.07.2023. Hannes belegt nun schon Platz 2 in Deutschland und Platz 5 in der weltweiten Reihenfolge:
Rookie-Champion-Wertung Deutschland
Rookie-Champion-Wertung weltweit

Erfreuliche 1’457 erstmalige Melder, beziehungsweise Piloten, die bisher noch keine 300-km-Strecke in einem Einsitzer absolviert hatten, weist die Statistik in der Saison 2023 bis heute in der OLC-Rookie-Wertung aus!

Spannung für alle, die auf ein OLC-Förderflugzeug aus sind

Für die Vergabe des Discus 2cT „OLC“ wird bekanntermaßen die Junior-Challenge-Wertung herangezogen. Die drei punkthöchsten OLC-Plus-Flüge mit Startpunkt in Deutschland werden hierbei summiert. Ein Auswahl-Gremium wird nach Saisonende aus den vorderen Plätzen über den Begünstigten entscheiden, der/die dann den Discus uneingeschränkt für ein Jahr zur Verfügung hat.

Bewährtes Werkzeug für die OLC-Talentförderung: Der Discus 2cT „OLC“

OLC Junior-Challenge 2023 – Deutschland

Jedoch ist nicht alleine die Rangfolge entscheidend. Weitere Kriterien sind zum Beispiel, ob der Bewerber schon einmal in den Genuss eines Förderflugzeug kam, ob ihm/ihr in der kommenden Saison auch selbst genügend Zeit für eine angemessene Benutzung des Flugzeuges zur Verfügung steht, ob er/sie sich im Verein verdient macht und nicht zuletzt, ob ein OLC-Smiley hinter dem Namen lacht und damit die Verbundenheit und Unterstützung des OLC beweist. Ähnliche Kriterien werden für die Vergabe der LS8-neo „OLC“ angewendet. Die Grundlage bildet aber die Reihenfolge bei den U25-Piloten-Profilen.

Das zweite Förderflugzeug: Die LS8neo:

OLC U25-Liga 2023 Pilotenprofile – Deutschland

Bei dieser Wertung werden einfach die erzielten Liga-Speedpunkte jeder Runde summiert. Quelle: ‚OLC, online-contest‚.

Jan Schulz zu seiner Saison im OLC-Discus

Nun ist meine Saison mit dem OLC-Discus schon zur Hälfte um. Endlich finde ich Zeit, meine bisherigen Erlebnisse aufzuzählen. Es sind grandiose Wochen, die hinter mir liegen.

Autor Jan Schulz

Spannend bis zum letzten Wertungstag
Vom 28. Mai bis 10. Juni 2023 fanden auf dem Flugplatz Aalen-Elchingen die Deutschen Meisterschaften der Junioren in der Standard- und Club-Klasse statt. Ich nahm in der Standardklasse im OLC Discus 2ct mit den 15m-„Ohren“ teil. Gleich am Anfang des Wettbewerbs etablierte sich ein Hoch über Deutschland. So konnten wir an 11 von 13 Tagen fliegen und eine aussagekräftige Wertung erzeugen. Am Schluss wurde es spannend. Ich lag mit knapp 100 Punkten hinter dem Lokalmatador Paul Schwarz auf dem 4. Platz. Der letzte Wertungstag sollte die Entscheidung bringen, wer zur WM fährt. Durch einen 115 km/h-Schnitt sicherte ich mir mit dem 3. Rang das WM-Ticket.

Befreit vom Stress während der DMJ konnte ich mich glücklich und locker wieder dem Fliegen großer Strecken widmen. Während des Wettbewerbs schielte ich immer wieder nach Hause. Dort wurden teils sehr große Strecken geflogen. Die Sorge, etwas verpasst zu haben, war allerdings unnötig. An den folgenden Tagen gelangen mir Streckenflüge, die ich mir vorher im Traum nicht hätte vorstellen können.

Knapp am ersten 1.000er vorbei
Als ich am 11.06. mit einem für Isny unüblichen Frühstart um 9:23 Uhr an der Schlepp-Maschine hing, war mir schon klar, dass die ersten Kilometer nicht einfach werden. Mit einer Wolkenbasis um die 500 m GND und zerrissenen Bärten flog ich Richtung Südwest-Ende der Schwäbischen Alb, um dann nach Nord-Osten zu drehen. Leider reichte es, trotz des frühen Starts, auch dieses Mal nicht für die angestrebten 1.000 km.

Am 14.06. gelingt mir mein erstes 1.000er
Um 9:50 Uhr schaltete ich den Solo aus und es ging sofort mit guten Steigwerten los. Der Stundenschnitt lief schnell gegen 100 km/h. Meine erste Wende setzte ich bei Niederöblarn, da dort die Wolken anfingen, breit zu laufen. Außerdem ging es bis dahin relativ schnell. Ich war bisher nur einmal so weit im Osten und bin damals nicht mehr nach Hause gekommen, da wollte ich kein Risiko eingehen ;-). Auf dem 2. Schenkel entschied ich mich für eine Wende bei Samedan, um noch ein kleines Dreieck aufspannen zu können. Die Steigwerte auf dem Schenkel waren unbeschreiblich. Noch nie hatte ich vorher 6,5 m/s über 500 m gekurbelt. Während des 4. Schenkels konnte ich im Karwendel und an der Zugspitze schön dynamisch die Hänge entlang fliegen. Im Lechtal standen dann abends auch noch schöne Wolken, die mir geholfen haben, die 1.000 voll zu machen. Nach dem Aufsetzen wurde ich feierlich von meinen Vereinskameraden empfangen. Es war nämlich nicht nur mein erster Tausender, sondern auch der erste 1.000 km-Flug, der von Isny aus gestartet wurde.

Aller guten Dinge sind drei
Am 18.6. und 26.6. folgten dann die nächsten beiden Tausender. Da die Strecken-Führung zuvor schon bestens funktioniert hatte, nutzte ich ähnliche Routen wie an den Vortagen gleich noch zwei Mal für jeweils 1.000 km. Am 18.06. lief der Anfang besonders gut und ich wendete schon um 12:50 bei km 370 auf Isny. Leider schob sich aus Westen eine Abschirmung über die Nordalpen, die den Schnitt zerstörte. Bis dahin war ich 600 km mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 125 km/h unterwegs. Mit Glück konnte ich so lange in der Luft bleiben, bis das große Cirrenfeld durchgezogen war. Danach ging es langsam weiter und es reichte gerade so für den dritten 1.000 km-Flug.

Das war wohl der beste Juni, den ich je daheim erlebt habe. Für mich geht es jetzt weiter in Stendal auf der Qualifikationsmeisterschaft für die DM in der Standardklasse. Quelle: ‚Jan Schulz im OLC, online-contest‚.

OLC-Förderflugzeug in Vinon

Lorenz Schulze-Varnholt, Pilot des Förderflugzeuges OLC-LS8neo, berichtet für das OLC-Magazin über seinen Aufenthalt im französischen Vinon zusammen mit den anderen Sportsoldaten: Wie im letzten Artikel schon angekündigt, ging es für uns Sposos bereits Anfang März nach Südfrankreich zum Flugplatz Vinon. Hier sollte das erste Trainingslager des Jahres unter der Anleitung unserer Trainer stattfinden.

Typisches Frühjahrswetter für die Sportsoldaten
Wie im Frühjahr üblich, war das Wetter noch recht durchwachsen. Trotzdem durften wir einige schöne Flüge und mit über 60 Flugstunden einen guten Saisonauftakt erleben. Nach kurzer Eingewöhnung auf dem Flugplatz standen nun neben Mentaltraining, Sportprogramm und allgemeiner Organisation die ersten Flüge an.

Highlight war der thermische Flug bis nach Briancon zur sog. „Roten Wand“ am 22.03. Als RacingTask deklariert gingen wir in Zweier-Teams an den Start und flogen bei recht guten Bedingungen so schnell wie möglich in den Norden. Einzig das Plateau, über das man sich morgens immer den Weg in die hohen Berge erkämpfen muss, glänzte wieder einmal mit schwacher Thermik und tiefer Arbeitshöhe. Am „Carton“ angekommen ging es dann aber endlich auf ordentliche Basishöhen von fast 3.000 m und der Weg nach Norden verlief ohne Probleme über den Col d´Allos zum Prachaval und schließlich zur Roten Wand. Alle hatten Spaß, erreichten die Wende pünktlich und kamen natürlich auch wieder zurück.

Der Mistral sorgte für Wellen
Üblich für das Frühjahr in Südfrankreich waren natürlich auch die Mistral-Wetterlagen, gekennzeichnet durch straffen NNW-Wind, die uns ausgedehnte Wellenflüge und Starts bei Sonnenaufgang ermöglichten. So konnte ich meinen persönlichen Höhenrekord mit einer Höhe von 5.876 m überbieten und dabei die atemberaubende Aussicht auf die Alpen genießen – ein tolles Erlebnis! Auch Lure und Mont Ventoux wurden im Hangflug erkundet. Natürlich kam auch das Alternativprogramm nicht zu kurz und neben Sportprogramm standen auch Städtetrips und Wanderungen auf dem Plan.

Auf dem Weg nach Nitra
Nun geht’s auf direktem Weg in die Slowakei nach Nitra zum Pribina-Cup, dem ersten Wettbewerb des Jahres für mich und die LS8neo. Hoffentlich spielt das Wetter auch mit. Quelle: ‚OLC, online-contest‚.

Jan Schulz mit dem OLC-Discus in den Startlöchern

Jan Schulz darf das zweite OLC Förder-Flugzeug, den OLC-Discus 2ct, in dieser Saison fliegen. Seit seinem ersten Lebensjahr ist Jan Mitglied in der Luftsportgruppe Isny e.V. im Allgäu. Wie es sich für ein Flugplatzkind gehört, legte er eine Bilderbuchkarriere bei der Lizenzausbildung hin. Bereits mit 13 Jahren begann er mit dem Schulen und erledigte an seinem 14. Geburtstag den ersten Alleinflug. Folgerichtig lag an seinem 16. Geburtstag der SPL im Briefkasten.

Flugplatzkind mit perfekter Sportausbildung
Nun ist er 22 Jahre alt, hat eine Ausbildung als Kältetechniker absolviert und kann dank seines Arbeitgebers fliegen, wann auch immer es das Wetter zulässt. Offensichtlich scheint man in Isny auch bei der Sportausbildung vieles richtig zu machen. Auf Grund seiner hervorragenden Leistungen in der vergangenen Saison wurde Jan beim OLC Jahresabschluss in Poppenhausen ausgewählt, den von Wilfried Großkinsky finanzierten Discus 2Ct für ein Jahr nutzen zu können.

Erster Flug gleich am Tag nach der Übergabe
Bereits am ersten Tag nach der Übergabe der begehrten „OLC“, konnte er von seinem Heimatflugplatz im Allgäu zu seinem ersten Flug damit starten. Sein eigenes Flugzeug, eine Glasflügel Hornet (K2), verleiht er für dieses Jahr an Fabian Fischer, einem engagierten und streckenflugambitionierten Junior der LSG Isny, seinem Heimatverein.

Bereits viel Wettbewerbserfahrung als Sportsoldat
Durch sein Jahr als Sportsoldat in 2021 konnte er viel Erfahrung im Wettbewerbssegelflug sammeln und sich rein auf das Segelfliegen konzentrieren. „In der kommenden Saison möchte ich es allerdings, was die Wettbewerbsfliegerei angeht, etwas „Ruhiger“ gestalten. Es stehen bis jetzt nur die Deutsche Meisterschaft der Junioren und die Qualifikationsmeisterschaft in Stendal auf der Planungsliste“, so Jan. Beide Wettbewerbe wird er mit dem OLC-Discus bestreiten.

Traumziel: Der erste Tausender
Den Rest des Jahres will sich Jan auf die Distanzwertung fokussieren. Ein großes Ziel ist es, den ersten 1.000 km Flug von seinem Heimatflugplatz Isny zu schaffen. Letztes Jahr segelte der am 30.05. um nur 28 km haarscharf an diese Traummarke heran. Quelle: ‚OLC, online-contest‚.

Mit dem kreisenden Bussard in der Thermik

Nimbus 4 „EP“ D-6318. Was für Laien kryptisch klingt, lässt die Herzen von Segelfliegern höher schlagen. Es ist die Bezeichnung für ein spezielles Segelflugzeug, das der ehemalige Schalksmühler Josh Jarosch in diesem Jahr fliegen durfte – und mit dem ihm eine ganz besondere Leistung gelang: Ein 1000-Kilometer-Flug ohne Motor-Unterstützung. Dabei beginnt die Geschichte dieses Fluges schon deutlich früher. Josh Jarosch, der in Schalksmühle aufwächst, findet über seine Tante den Weg zum Segelfliegen. „Sie hat mich mitgenommen zum Flugplatz in Radevormwald – und ich war gleich begeistert.“ Mit gerade einmal 14 Jahren beginnt Josh Jarosch seine Segelflug-Karriere beim LSV Radevormwald, lernt alles über Thermik, Aerodynamik, und wie man Wind und Wetter für sich nutzt.

Die Ausbildung in den Lehrflugzeugen erfolgt im Verein noch mit Unterstützung – in einem Zweisitzer-Segelflieger. Hinten sitzt dabei der Fluglehrer, vorn der Schüler. „Dabei gibt es im hinteren Bereich die gleichen Instrumente wie vorn. So kann der Fluglehrer jederzeit eingreifen, wenn das nötig sein sollte“, erklärt Jarosch. Mit 14 Jahren bestreitet Josh Jarosch auch seinen ersten Flug alleine im Segelflieger. „Ich fühlte mich schon gut ausgebildet, aber natürlich ist das ein ganz besonderer Moment“, erinnert sich der heute 26-Jährige. Angst vor dem ersten Alleinflug hatte er nicht: „Mit 14 macht man sich da nicht so den Kopf drum.“ Heute ist Jarosch selbst ehrenamtlicher Fluglehrer beim LSV Radevormwald. „Und wenn jetzt meine 14-jährigen Schüler ihre ersten Flüge alleine unternehmen, bin ich viel nervöser als bei meinem eigenen ersten Flug.“

Die Begeisterung für den Segelflugsport lässt bei Josh Jarosch nicht mehr nach
Er durchläuft die entsprechenden Ausbildungen und erlangt mit 16 Jahren seine Segelflugzeugpilotenlizenz. „Vor der Lizenz plant man seine Flüge immer noch mit einem Fluglehrer zusammen, schaut mit ihm gemeinsam nach den Wetterdaten und der Strecke. Nach der Ausbildung macht man das entsprechend selbst, darf das Segelflugzeug dann komplett eigenverantwortlich führen.“ Dabei ist es Josh Jarosch wichtig zu betonen, dass Segelfliegen kein elitärer Sport ist: „Der LSV Radevormwald hat sieben Segelflugzeuge. Die kann man als Mitglied mit der entsprechenden Lizenz und nach Absprache nutzen.“ Ein eigenes Flugzeug ist also nicht nötig.

2021 nimmt Jarosch an den Deutschen Meisterschaften teil
Es ist aber nicht nur das Fliegen selbst, das Jarosch liebt, sondern auch die sportliche Herausforderung – nicht nur im Flieger: Von der F- bis zur A-Jugend spielt Josh Jarosch Handball in Schalksmühle, bevor er zur TG Voerde nach Ennepetal wechselt. „Im Winter der Handball, im Sommer das Fliegen“, lacht Jarosch. Doch er will sich nicht nur mit dem Ball in der Halle, sondern auch mit anderen Piloten messen. Also nimmt er an vielen Segelflug-Wettbewerben teil – „und das relativ erfolgreich“, sagt Jarosch bescheiden. So erfolgreich, dass er in den D-Kader des Aero-Clubs NRW aufgenommen wird, noch bevor er volljährig ist. Im Jahr 2021 nimmt Jarosch an den Deutschen Meisterschaften in Burg Feuerstein teil – und erreicht den 7. Platz. „Dadurch wurde ich in die Junioren-Nationalmannschaft Deutschlands aufgenommen.“

Und so konnte sich Josh Jarosch auch den Nimbus 4 „EP“ D6318 für ein Jahr sichern: Die Bundeskommission Segelflugzeug verleiht in jedem Jahr zwei Segelflieger an besonders talentierte junge Segelflieger. Im Jahr 2022 erhält Josh Jarosch den Zuschlag. „Das ist so ein Super-Flugzeug mit einer Wahnsinns-Leistung“, schwärmt Jarosch. Entsprechend teuer ist der „Nimbus“ aber auch in der Anschaffung: „Als Normalverdiener kann man sich das nicht leisten, daher ist es wirklich einmalig, dass mir das Flugzeug zur Verfügung gestellt wurde und eine Riesenchance.“ Mit einer besonders großen Spannweite von knapp 27 Metern kommt der Nimbus auf eine sehr hohe Gleitzahl. „Die Gleitzahl beschreibt vereinfacht gesagt die Strecke in Kilometern, die ein Segelflugzeug mit 1000 Metern Höhe zurücklegen kann.“ Wenn also ein Flugzeug mit Gleitzahl 40 in einem Kilometer Höhe geradeaus fliegt, würde das Flugzeug nach 40 Kilometern den Boden berühren. „Gängige Modelle haben eine Gleitzahl von etwa 35 bis 40, der Förderflieger aber von 60.“

Maximal sechs Wenden erlaubt
Und mit diesem Flugzeug bestreitet Josh Jarosch auch den 1000-Kilometer-Flug, eine Marke, die nicht allzu viele Piloten knacken: „In unserem Verein etwa ist das in letzten fünf Jahren nur vier Mal vorgekommen.“ Josh Jarosch erreicht sein Ziel am 15. Juli: Er legt 1021 Kilometer in elf Stunden und fünf Minuten zurück. Natürlich hatte er sich auf den Flug vorbereitet, die Strecke vorher geplant, die Wettervorhersagen studiert. „Aber in der Luft muss man seinen Plan immer wieder anpassen“, weiß Jarosch. Wichtig für Segelflieger sind Thermiken, also warme, aufsteigende Luftströme, mit denen sie sich nach oben schrauben und so an Höhe gewinnen, um weiter gleiten zu können. „Dafür muss aber das Wetter stimmen, denn Thermiken entstehen hauptsächlich durch Sonneneinstrahlung.“ Um zunächst auf Flughöhe zu kommen, werden die Segelflieger mit einem motorisierten Schlepp-flugzeug auf rund 600 bis 700 Meter Höhe gebracht, anschließend sind die Piloten auf die Thermiken angewiesen. Und auf ihr Können. Höchstens sechs Wendungen dürfen während eines 1000-Kilometer-Fluges vollzogen werden, damit er gewertet wird. „Da müssen die Schenkel, die man fliegt, entsprechend lang sein und das ist in Deutschland mit den unterschiedlichen Wetterlagen gar nicht so einfach.“

Josh Jaroschs Flug startet gut: „Ich bin schnell los gekommen und erst mal bis nach Marburg geflogen, bevor der erste Knackpunkt kam: Ich wollte eigentlich Richtung Thüringer Wald weiter, aber da stimmte am Morgen das Wetter noch nicht.“ Also umplanen. Weiter geht’s Richtung französische Grenze ins Saarland. Die Grenze überqueren allerdings dürfen Segelflieger nicht ohne weiteres. „Da braucht man spezielle Genehmigungen und die hatte ich in diesem Fall nicht.“ Weil aber die Thermik auf dem Weg nach Marpingen so gut ist, dreht Josh Jarosch und fliegt fast auf der identischen Strecke zurück und dann weiter nach Hessen, wo er nordöstlich von Kassel erneut dreht und Kurs Richtung Gießen nimmt. „Da waren es schon knapp 700 Kilometer. Ich war ganz gut in der Zeit, weil ich zuvor recht schnell unterwegs gewesen bin.“ Gerechnet werden nämlich etwa zehn Stunden für die 1000 Kilometer, also eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h. Von Gießen nach Lüdenscheid nämlich nimmt die Qualität der Thermik ab, Josh Jarosch wird langsamer.

„Das ist insofern schwierig, weil mit der untergehenden Sonne natürlich auch viel Thermik fehlt. Mann muss also möglichst viel Strecke bei Tageslicht schaffen.“ Von Lüdenscheid aus fliegt Jarosch weiter über den Rhein bis nach Aachen. Dabei hilft die Industrie im Kölner Raum – auch Kohlekraftwerke sorgen für eine gewisse Thermik. Die nutzt Jarosch, dreht schließlich in Aachen kurz vorm Dreiländereck und macht sich auf den Heimweg nach Radevormwald. Doch im Bergischen Land lässt die Thermik nach, Jarosch verliert an Höhe und muss schließlich auf dem Flugplatz Langenfeld-Wiescheid landen. Dort holt ihn ein Freund mit dem Schleppflugzeug ab. Doch es ist geschafft: elf Stunden höchste Konzentration, ständiges Umplanen und nicht der höchste Komfort: „Im Segelflieger sitzt man ein wenig wie in der Badewanne, nur minimal bequemer“, lacht Jarosch.

Nach Langeweile bei elf Stunden im Flieger gefragt, verneint der 26-Jährige umgehend. „Deshalb heißt es ja auch Segelflugsport. Man steht die ganze Zeit unter Anspannung, hat einen Puls von fast durchgehend 100 bis 120, muss immer konzentriert bleiben, sich auf die Gegebenheiten einlassen und entsprechend reagieren.“ Ohnehin kommt Langeweile für Josh Jarosch im Segelflieger nie auf. „Für mich ist Fliegen immer noch jedes Mal ein Event, ein Highlight. Es gibt kaum etwas Schöneres als Deutschland von oben zu sehen – insbesondere das bergige Sauerland – oder sich die Thermik mit einem kreisenden Bussard zu teilen.“ Quelle: ‚come-on.de‚. Foto: ‚Stefan Langer‚.

Förderflugzeuge Arcus und Discus beantragen

Der Förderverein Leistungssegelflug NRW e.V. öffnet bis 31. Oktober (Arcus T) und 11. November (Discus) auf seiner Webseite Anträge für seine Förderflugzeuge für die Flugsaison 2023.

Anmeldefrist für Förderflugzeug läuft aus

Die Bundeskommission Segelflug/Motorsegelflug schreibt zur Förderung von Junioren- Segelfliegerinnen und Segelfliegern die Nutzung eines Ventus 3T aus. Das Segelflugzeug ist für die gezielte Förderung der Junioren- sowie der Nachwuchs–Spitzensportlerinnen und -sportler vorgesehen.

Antragsberechtigt sind:

  • alle Mitglieder des DAeC – C – Kaders, bevorzugt für die Nutzung in der Sportfördergruppe
  • die Mitglieder des DAeC – D/C Kaders, bevorzugt für die Nutzung in der Sportfördergruppe
  • Platz 1.-3. der Junioren DM (Std.- und Clubklasse)
  • die drei Junioren mit den punkthöchsten Einzelflügen in der DMSt.

Anträge sind schriftlich an das Büro der Bundeskommission Segelflug/Motorsegelflug

Deutscher Aero Club e.V.
Büro Bundeskommission Segelflug
Hermann-Blenk-Straße 28
38108 Braunschweig

zu richten.

Antragsschluss ist jeweils der 30. September (Posteingangsstempel) für die Nutzung in der darauf folgenden Flugsaison. Ein von der Bundeskommission Segelflug bestimmtes Kuratorium trifft die Entscheidung über die Vergabe.

OLC-Förderflugzeuge für Junioren/Juniorinnen

Der OLC vergibt jährlich zwei hochwertige Flugzeuge an förderwürdige Segelflug-Junioren. Weniger bekannt sind manchmal die Regeln, nach denen diese beiden Rennmaschinen vergeben werden und welche Voraussetzungen dafür gelten. Dabei geht es nicht ausschließlich um das „Gewinnen“ einer bestimmten Wertung. Um das Auswahlfeld der jeweiligen Vergabe-Jury groß zu halten, spielen auch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Wir wollen hier alle interessierten Junioren/Juniorinnen aufrufen, sich mit den Regeln und Kriterien vertraut zu machen. Es stehen noch genügend Flugtage bis zum Ende der Saison zur Verfügung, um sich in den engeren Kreis der Kandidaten für eines der Förderflugzeug zu fliegen. Quelle / Anforderungen / ganzer Artikel: „OLC, online contest„.

Im SBW-Förderdiscus unterwegs

Der nächste Morgen zeigte sich dann mit einem strahlend blauen Himmel und Temperaturen knapp über Null Grad. Leider zeigten die Prognosekarten einen späten Thermikbeginn für den Odenwald, erst um 10 Uhr sollten die ersten Wolken über dem Odenwald stehen, während der Osten bereits eine gute Stunde fliegbar sein wird. Um kurz nach 10 startete ich dann in einen blauen Himmel. Im F-Schlepp bildeten sich dann wie erhofft die ersten kleinen Flusen. Gut 2000 Meter konnten unter diesen Fetzen erreicht werden. Der Spessart lockte mit sehr gut entwickelten Wolken, jedoch war aus der Distanz unklar, ob diese im oder vor dem Frankfurter Luftraum stehen. Mit dem besten Gleiten begann ich dann den langen Gleitflug zu den Wolken. Mit jedem Kilometer, die ich dem Spessart näher kam, war klar, dass es richtig knapp werden würde.

Mit einer positiven Ankunftshöhe auf den Flugplatz Altenbachtal glitt ich in das ansteigende Gelände. In 500 Meter über Grund wurde es turbulent und wenige Sekunden später stand das Vario am Anschlag. Wirklich ein tolles Gefühl, wenn ein Plan funktioniert. Entlang des Frankfurter Luftraumes ging es dann zügig zur Rhön bis zum Thüringer. Dort sollte die Thermikgüte deutlich abnehmen. Tatsächlich zeigte sich der Bereich mit 7/8. Die Sonnenstrahlen, die vereinzelt den Boden erreichten, sorgten aber entgegen der Vorhersagemodelle für gute Steigwerte.

Ab dem Fichtelgebirge ging der Bedeckungsgrad auf 5/8 zurück und die Basis stieg auf 2500 Meter an. Die Schnittgeschwindigkeit ging im Stundenmittel auf 120 kmh hoch. Jede gut aussehende Wolke brachte das erwartete Steigen. So macht Segelfliegen spaß. Etwa 350 Kilometer entfernt vom Startplatz wendete ich um 15 Uhr. Südlich Nürnberg war das Wetter immernoch bombastisch gut. Irgendwo in diesem Bereich kalkulierte ich dann das erste mal, wie man mit den verbleibenden Schenkeln 1000km fliegen könnte. Ab Niederstetten trocknete der Himmel stark ab und die Bärte wurden unzuverlässiger. Mit etwas Glück konnte ich aber auch hier gute Steigwerte finden und kam schnell im Rheintal an. Westlich des Rheins wurde die Sicht deutlich schlechter und die Wolken verschwanden endgültig in einer milchigen Suppe.

Entlang ganz schwach gezeichneter Dunstkappen war der Flugweg bis Kaiserslautern dennoch einigermaßen gut gezeichnet. In dem Moment, bei dem die Dreiecksstrecke auf 900 km umsprang wendete ich mit dem Ziel BASF. Diese lieferte einen guten Bart und die 1000km wurden greifbar. Der Flug in den Odenwald forderte dann höchste Konzentration um dem Tag die letzten Bärte zu entlocken. Mit dem Wissen aus den vergangenen Flügen konnte ich an den Hotspots für die letzten Bärte des Tages die fehlenden Höhenmeter gewinnen um nach gut 10 Stunden Flugzeit bei untergehender Sonne in Weinheim zu landen.

An dieser Stelle bleibt zu erwähnen, dass so ein Flug das Resultat von vielen Menschen ist. Danke an die Mitglieder aus meinem Verein, die die Position des Flugleiters, Schleppers und Rückholers wahrnehmen und damit die Basis für große Flüge bilden. Ohne dieses Engagement sind solche Flüge nämlich undenkbar! Quelle: ‚Matthias Arnold / OLC‚.

Förderflugzeug für junge Piloten

Ein neues Förderprogramm, bei dem es nicht darauf ankommt, wer die schnellste Schnittgeschwindigkeit, die meisten Punkte oder die beste thermische Ausgangssituation hat. Ein Förderprogramm das den Spaß am Streckenflug und die Faszination des „Abenteuers Segelfliegen“ wieder in den Vordergrund rücken soll. Ein Förderprogramm ohne langwierige Bewerbung und ohne komplexe Regeln. Wir dürfen euch vorstellen: Die #SteFlyChallenge 2021.

Der Gewinnerin/ dem Gewinner der #SteflyChallenge 2021, wird im kommenden Jahr das Förderflugzeug des FFS-SH e.V. – der Standard Cirrus „FoxSierra“ – kostenfrei für bis zu vier Wochen durchgängig zur Verfügung gestellt, um damit ihr/ sein eigenes Fliegerabenteuer 2022 verwirklichen zu können. Egal, ob Wandersegelflug, Wettbewerbe oder das Brechen persönlicher Rekorde. Bei der #SteFlyChallenge geht es darum euch bei dem zu unterstützen, was euch am meisten am Segelflug fasziniert, ganz unabhängig von Punkten, Ranglisten oder Leistungsabzeichen. Macht mit und zeigt uns eure Fluggeschichten! So einfach bist du dabei:

  • Teile dein Flugabenteuer auf WeGlide, berichte uns von deinen Flugerlebnissen und sei dabei kreativ. Überzeuge uns und die gesamte Segelflug-Community
  • Schreibe #SteFlyChallenge ins Kommentarfeld und wir wissen, dass du bei unserem Wettbewerb mitmachen möchtest
  • Teilnehmen können alle deutschen Junioren bis 25 Jahre

Die Vergabe: Am Ende der DMST-Saison 2021 sichten wir alle eingegangenen Flüge und wählen unsere und eure Favoriten. Sobald die Finalisten feststehen melden wir uns direkt bei euch, um zu hören, welche Pläne ihr bereits für die kommende Saison geschmiedet habt und wie wir euch mit der „FoxSierra“ dabei unterstützen können. Nachdem wir mit allen Finalistinnen und Finalisten reden konnten, geht es an die Abstimmung. Ein Gremium bestehend aus SteFly, WeGlide und FFS-SH e.V., wählt im Anschluss die Gewinnerin bzw. den Gewinner der #SteFlyChallenge 2021 und gibt sie/ ihn zum ersten November 2021 offiziell über WeGlide bekannt. Quelle: ‚myHeimat.de‚.