Schlagwort-Archiv: Mont Blanc

Die Geschichte hinter dem Bild

Das Beitragsbild zeigt meine ASW-20-B über La Plagne auf einem Sommerflug in den französischen Hochalpen. Gestartet war ich in Vinon s/Verdon, mit dem Ziel, die Schweizer Grenze im Unterwallis zu erreichen. Aufgenommen hat das Bild Nicolas Caudrelier, ein französischer Fluglehrer, der in einem Janus in St.-Crépin mit einem Flugschüler gestartet ist und mit einer ASW 19 als „Wingman“ einen Ausflug zum Kleinen St. Bernhard gemacht hat. Etwa eine Viertelstunde sind wir gemeinsam bei guten thermischen Bedingungen südlich des Mont Blanc unterwegs gewesen und haben dabei fein säuberlich die Luftraumgrenzen des Vanoise-Nationalparks westlich umflogen. Irgendwann rutschte der Janus dann immer näher an meine Seite. Ich dachte mir damals, dass die Besatzung Fotos vielleicht machen wollte – kein Wunder bei den tollen Verhältnissen!

Während Wochen habe ich dann nicht mehr an diesen gemeinsamen Augenblick zwischen Erde und Wolken gedacht, bis mir auf meinem facebook-Account eine Nachricht aufgefallen ist. Nicolas hat dabei gefragt, ob ich der Pilot der HB-1798 sei – er hätte eine Menge Bilder gemacht – ob ich die wolle? Und ob! Man wird schliesslich nicht alle Tage auf 4’000 m ü. Meer am Mont Blanc fotografiert. Aus dem Austausch per Facebook ergab sich dann ein weiterer interessanter Zufall.

Nicolas Caudrelier

Nicolas stammt aus einer flugbegeisterten Familie und ist nicht nur Fluglehrer, sondern ist auch Mitglied der französischen Nationalmannschaft.

Auf einem unserer Wanderflüge sind wir vor ein paar Jahren einmal in der Nähe seines Wohnortes gelandet.

Nicolas arbeitet als Projektleiter und Ingenieur bei Int’Air Medical, einem französischen Hersteller u.a. von „Consumables“ für Beatmungsgeräte. Das sind Kunststoff-Schlauch-Systeme, die in äusserst sauberer Atmosphäre hergestellt und zusammengesetzt werden, damit sie später bei Patienten hygienisch einwandfrei (einmalig) verwendet werden können. Speziell ist, dass ich selber ebenfalls in derselben Branche arbeite, bei einem Schweizer Entwickler und Hersteller von Beatmungsgeräten, Gasfluss-Messgeräten und Lungen-Simulations-Systemen. Also, Zufälle gibt’s!

(Ernst Willi)

Nachts über den Alpen

Zehn Jahre dauerte es, bis Garrett Fisher seinen Traum verwirklichte: einen Nachtflug über die winterlichen Alpen im Licht des Vollmonds. Was als spontane Idee in Wyoming begann, entwickelte sich zu einem langjährigen Projekt voller technischer Aufrüstung, regulatorischer Hürden und logistischer Feinplanung.

Anfangs war ein Nachtflug mit seiner PA-11 ausgeschlossen – keine Beleuchtung, keine Infrastruktur, nichts davon legal. Erst Jahre später, inzwischen in Europa, erhielt das Flugzeug Navigation Lights sowie einen kleinen windgetriebenen Generator. Doch die komplexe Stromversorgung, die beheizte Ausrüstung für extreme Wintertemperaturen und die Besorgnis über die Zuverlässigkeit der Systeme machten den Weg in die Dunkelheit weiterhin unsicher. Dazu kamen die regulatorischen Fallstricke: widersprüchliche Vorgaben zwischen FAA- und EASA-Regularien, eingeschränkte Öffnungszeiten alpiner Flughäfen und bürokratische Sackgassen, die eine Nachtflugberechtigung zwar verlangten, sie aber kaum erwerbbar machten.

Erst eine seltene Kombination aus geografischen und gesetzlichen Definitionen schuf eine Nische, in der er legal fliegen und gleichzeitig die FAA-Anforderungen erfüllen konnte. In einer abgelegenen Ecke Europas absolvierte er schließlich die geforderten drei Starts und Landungen – und erhielt seine Nachtflugberechtigung per Post, als wäre nie ein Problem bestanden.

Der erste echte Nachtflug

Das Matterhorn in der späten Abenddämmerung.

Den eigentlichen Durchbruch brachte jedoch ein Winter, in dem der nächtliche Flugplan des Flughafens Sion für wenige Tage mit den Mondphasen, dem Wetter und seinem eigenen Kalender übereinstimmte. Die Bedingungen mussten stimmen: genügend Mondlicht, schneebedeckte Berge, stabile Winde – und ein Flughafen, der bereit war, überhaupt für VFR-Nacht offen zu bleiben.

Der Mont Blanc (4.810 m) im Licht des Vollmonds.

Als sich alles fügte, startete Fisher von Gstaad aus Richtung Matterhorn. Der Sonnenuntergang legte sich wie ein farbiger Schleier über die Gipfel, die Dämmerung dehnte sich über anderthalb Stunden wie ein langsam verlöschender Regenbogen. Über FL160 umrundete er Matterhorn und Dufourspitze, bevor sich vollmondhelle Alpen und die Lichter Mailands in der Ferne mischten. Nebel kroch – wie vorhergesagt – in die Täler, doch das Mondlicht gewann an Intensität und enthüllte Konturen, die bei Tag verborgen bleiben. Rund um den Mont Blanc flog er mehrere Kreise, fasziniert von einem Schauspiel, das er für unmöglich gehalten hatte.

Abstieg nach Sion.

Nach dreieinhalb Stunden setzte er in Sion zur Landung an – ohne Zwischenfälle, aber erfüllt von Eindrücken, die sich unauslöschlich einprägten.

Der zweite Flug – und der endgültige Perspektivwechsel

Wenige Tage später folgte ein weiterer Versuch, diesmal über die Jungfrau. Eine fast vollmondhelle Nacht, klare Luft – eine Seltenheit im Berner Winter. Über dem Aletschgletscher sah er den Mond im Osten aufgehen, während der Westen noch glühte. Die stärker werdende Mondbeleuchtung erzeugte scharfe Kontraste zwischen Gletschern und Felsgraten, die alle Erwartungen übertrafen. Trotz vereinzelter Fallwinde war der Flug sicher, und der Anflug nach Bern verlief routiniert.

Dämmerung auf der Jungfrau.
Die Dämmerung schwindet und der Mond wird stärker. Das Wetterhorn (3.712 m) unterhalb mit den Lichtern von Grindelwald.
Grosser Aletschgletscher. Ein bisschen windig.

Und dann?

Nach zehn Jahren Sehnsucht und zwei Nächten voller Erfüllung stellte sich eine unerwartete Ruhe ein. Die jahrzehntelange Faszination wich einer neuen Perspektive: Wenn er heute an einem winterlichen Vollmondabend aus dem Fenster blickt, denkt er mit einem Schmunzeln daran, wie absurd es sei, bei solchem Wetter in einem Spornradflugzeug unterwegs sein zu wollen. Der Traum war erreicht – und hatte seinen Zauber damit auf eine neue Weise erfüllt. Text und Bilder: Garrett Fisher

-> Vollständiger Bericht

Zwischen Mont Blanc und Matterhorn

Chris und Ute starteten Ende Mai zu einem außergewöhnlichen Wandersegelflug quer durch die Westalpen. Vom Start in Unterwössen führte der Weg über Hohenems, Aspres und Barcelonnette bis nach Aosta – mit atemberaubenden Eindrücken zwischen Mont Blanc, Matterhorn und Ortler.

Blick vom Pic de Bure Richtung Grenoble

Trotz Wetterkapriolen und kanadischem Rauch in der Luft blieb die Reise ein fliegerisches Fest voller Begegnungen, Herausforderungen und unvergesslicher Ausblicke. Der krönende Abschluss: ein Traumflug über den Ortler zurück nach Hause.

-> vollständiger Bericht.

France: Surfing the Wave

By Garrett Fisher

On most days, when the forecast calls for 50-knot winds (57 mph, 92 km/h) in the mountains, I pass on the idea of flying. It is the logical choice, as the aircraft cruises at about 80 knots, which means one wouldn’t go very fast. There is also the matter of rotors and waves, as the winds get bent initially upward, then equally downward, with rotating tubes of air in between. A small aircraft cannot overpower these realities on engine power alone.

That is not to say that all wind is untenable. Conventional wisdom states a maximum of 20 knots, though that finds no reference in the law or in official regulations. 30 to 35 knots is a reasonable maximum if the conditions allow, though as mentioned before, anything more risks sitting still, “cruising” at 80 knots airspeed into the face of raging winds, going nowhere fast.

I will never really understand why, on some days, I look out the window, get a feeling, check the weather, and find the idea of 50 knots, not a problem. On the day in question, it was closer to 35 knots over the western Alps, with higher speeds toward Mont Blanc, owing to an interaction with the famous Mistral wind. Winds also at 10,000 feet were of much lower speed, so I could pop up into the current, surf a bit, and come back. A quick calculation of GPS speed into the wind and briefly with it behind me at 16,000 feet confirmed that it was indeed 50 knots at altitude.

The interesting factoid that materializes on this flight is that it was the first in the Super Cub to Mont Blanc. I owned the aircraft for a year before I bothered to take it to the summit, though I did take the PA-11 there multiple times in the intervening period. Sure, the fact that the Super Cub spent a fair amount of time outside of the Alps is part of the equation, though wouldn’t the presence of more heat, power, speed, and climb rate instill the necessary motivation to take the easier aircraft? I took the Super Cub to Morocco and Norway before I took it a short distance to Mont Blanc.

Anyhow, it was an interesting ride clearing the turbulence layer at 13,000 feet. Once I reached about 14,000, it was up like an elevator in the ascending wave, staying on the north side of the summit. Had I slinked over to the Italian side, well, things would not have gone well. Winds are smooth on the windward side and are what I call “Mr. Toad’s Wild Ride” on the other, where if one gets caught in it, he must take the “royal flush.” Once sucked over the ridge, expect severe turbulence, the loss of 3,000 feet or more, and a vain attempt to get back. It likely won’t work due to downdrafts….so one merely flies to Turin, Italy instead. Best not to toy with it… which I did not.

I would have gladly ridden the wave as high as it would go, though warnings about Class C airspace from my iPad and airliners overhead meant that ATC would not have allowed it there. That is for another day.

Haute Provence at its best

Video von Stefan Langer: „Awesome flying camp in Vinon-sur-Verdon!
At the beginning of September I joined the flying camp of the gliding club Ottengruener Heide in Vinon. It was a great pleasure for me to fly with motivated gliding students in the most beautiful landscape of the Alps. Gliding at the highest mountain of the Alps -the Mont Blanc – is just insane!“