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Seilriss an der Winde

In Günterode im Landkreis Eichsfeld ist am Mittwochabend, 25. August, ein Segelflugzeug notgelandet. Die Situation ging glücklicherweise glimpflich aus. Wie die Feuerwehr Günterode mitteilt, ereignete sich der Vorfall am Flugplatz Günterode. Laut Polizeiangaben wurde der Flieger mit einer Winde gestartet. Das Manöver lief leider nicht wie geplant. Wie der MDR schreibt, riss beim Windestart das Seil. Da der Segelflieger noch nicht die erforderliche Mindesthöhe erreicht hatte, musste er den geplanten Flug sofort abbrechen und notlanden. Dabei kam es zu Komplikationen. Beim Versuch, das Flugzeug sicher auf den Boden zu bringen, stieß das Luftfahrzeug mit einem Verkehrsschild zusammen. Die zweiköpfige Crew, die laut MDR-Angaben an Bord war, wurde aber nicht verletzt, allerdings entstand am Flugzeug erheblicher Schaden. Quelle: ‘Tag24.de‘.

Echter Teamsport

Sieben oder acht Alleinflüge hat Tim schon hinter sich. Gestern durfte er wieder alleine starten. Zumindest allein im Cockpit. So ganz alleine ist er dann allerdings doch nicht. Der Flugschüler ist auf seinem Segelflug immer im Blick- und Funkfeld seines Fluglehrers Fabian. Bevor es jedoch in die Lüfte geht – hochgezogen an der Winde, die ihn in buchstäblicher Windeseile in den Himmel zieht – geht er mit seinem Fluglehrer noch einmal alles Wichtige durch. Dann ist er auch schon startklar. Zwischen April und Oktober, an Wochenenden und Feiertagen, herrscht auf dem Flugplatz Meiersberg Flugroutine.

Segelfliegen, das ist Teamsport, auch wenn die Piloten wie Jungflieger Tim oft allein oder zu zweit im Cockpit sitzen, kümmert sich auf dem Boden eine ganze Crew um den reibungslosen und sicheren Ablauf der Flüge. Auch gestern. Ideal war die Thermik dazu am Vormittag zwar nicht, wie der erfahrene Flieger Michael Böhm erklärt, die Sonne ließ sich erst später blicken, aber für ein paar Platzrunden reichte es trotzdem.

Auch für die alten Hasen sind die Starts dabei immer wieder spannend anzuschauen. „Fliegen ist Passion“, weiß Böhm, der selbst 20 Jahre lang geflogen ist. Der Aero-Club Ratingen fliegt gemeinsam mit dem Sportfliegern Niederberg auf dem Flugplatz am Meiersberg. Und da das Gelände damit eine Sportstätte ist, war es im vergangenen Jahr aufgrund der Hygieneschutzverordnungen besonders reglementiert: Die Saison startete später, doch die Einschränkungen im Vereinsleben sind immer noch spürbar. „Das Vereinsleben, also alles, was das Menschliche ausmacht, ist immer noch stark eingeschränkt, das macht es schwierig“, sagt Böhm. Und das bedauert auch der Aero-Club-Vorsitzende Franz Lorry. „Versammlungen fallen weg, dafür treffen wir uns dann online.“ Er findet: Gerade der sportliche Aspekt im Flugsport leide besonders, all das, was man hier eben auch lerne, von der Technik bis zum sozialen Aspekt. Das habe sich dann noch einmal besonders im Winter gezeigt, wo eigentlich in den Hallen die Flieger gewartet werden und der Blick noch einmal auf der Technik liegt. „Wenn dann nur zwei Menschen in die Halle dürfen, dann werden die Arbeiten sehr kompliziert“, sagt Lorry.

Um für den Sport und dieses einzigartige Hobby zu begeistern, wirbt man auf dem Flugplatz immer mehr in den Sozialen Medien. Das übernimmt Frank Schneider. Er nimmt die Follower auch mal mit ins Cockpit und auf die Reisen. „Der Platzrekord bei den Segelfliegern liegt bei 900 Kilometern“, erzählt er.

Das macht immer wieder auch möglichen Interessenten dieses besondere Hobby schmackhaft. Gestern schaute sich zum Beispiel Tabea den Flugplatz an und hat ein klares Ziel: selbst fliegen. „Ich habe einen Film dazu geschaut und immer wieder gesehen, dass hier Flieger starten. Das Fliegen reizt mich sehr.“ Dank der NRW-Fördermittel soll nun auch der Flugplatz modernisiert werden, das Geld soll in die Hallen fließen. „Die Planungen dazu laufen“, weiß Schneider.

Die Flugschüler der Jugendgruppe sind dabei vor kurzem erst von einem Fliegerlager wieder gekommen. Sie waren in Landau in der Pfalz und haben viel gelernt. „Das war ein schöner Platz und eine tolle Umgebung, und wir haben viele Fortschritte gemacht“, berichtet Max. Im vergangenen Jahr musste das Ferienlager für den Fliegernachwuchs zwar nicht ausfallen, aber eine weite Reise konnte nicht stattfinden, stattdessen campte man am Meiersberg. Etwa ein Viertel der 200 Vereinsmitglieder gehört zur Jugendgruppe. Immer mehr Flugschülerinnen, so wie bald vielleicht Tabea, sind dabei. Auch Felix Ehrlich hat hier schon mit 14 angefangen. Frank Schneider fasst es, sicherlich stellvertretend für viele Flieger, zusammen: „Fliegen wird einfach zur Sucht.“

Ehrenamtliche Lehrer bilden aus
Start: Einmal in der Luft wird ein Segelflugzeug von der Thermik, also dem Aufwind, der durch die Lufterwärmung über Sonnenstrahlen entsteht, in der Luft gehalten. In den Jugendabteilungen der beiden Flugvereine am Meiersberg kann man schon mit 14 Jahren die Ausbildung zum Segelflugschein machen. Die Ausbildung des Nachwuchses erfolgt durch ehrenamtliche Fluglehrer. Quelle: ‘RP-online.de‘.

Gelungener Saisonstart der Klippenecker Segelflieger

Pünktlich vor Ostern erreicht den Vorstand des Aero-Clubs Klippeneck eine E-Mail des baden-württembergischen Luftfahrtverbandes mit Richtlinien, nach denen ein Flugbetrieb unter den Bedingungen der derzeitigen Corona-Verordnung möglich ist. So organisierten die Segelflieger des Aero-Clubs bereits am Ostersamstag, einen Tag vor der regulären Diensteinteilung, den ersten Flugbetrieb auf dem Segelfluggelände Klippeneck.

Nachdem alle Flugzeuge über den Winter gewartet, gesäubert und poliert wurden, fieberten die Segelflieger dem Saisonstart entgegen. So organisierten die Segelflieger des Aero-Clubs bereits am Ostersamstag, einen Tag vor der regulären Diensteinteilung, den ersten Flugbetrieb auf dem Segelfluggelände Klippeneck. Die ersten Starts an der 330 PS starken Seilwinde, die ersten Schul- und Überprüfungsflüge der neuen Saison fanden am Samstag noch unter bedecktem Himmel und bei starkem Ostwind statt. Am Morgen des Ostersonntag herrschte bestes Flugwetter mit strahlend blauem Himmel und den ersten Quellwolken. Während einige Segelflieger schon die Einsitzer für die ersten Überlandflüge der Saison aufbauten, machte Fluglehrer Rüdiger Hahn mit der doppelsitzigen ASK 21 einige Flüge mit seinen Flugschülern. Gegen Nachmittag stieg Pilot Willi Eppler zu Hahn in den Flieger. Auf seiner Thermiksuche verschenkte Eppler so viele Höhenmeter, dass es unmöglich erschien, die Landebahn noch zu erreichen.

Die Modellflieger des MFC-Heuberg staunten nicht schlecht, als Eppler sich kurzerhand ihren Modellflugplatz als Landebahn für seine erste Außenlandung des Jahres aussuchte. Nach einer sauberen Landeeinteilung und mit einem versierten Fluglehrer als Backup auf dem hinteren Sitz, legte Eppler eine tadellose Landung auf dem Modellflugplatz hin. Quelle: ‘Schwarzwälder Bote‘.

Mehr Reichweite für E-Flieger

Ein unkonventioneller, aber nicht völlig absurder Vorschlag für einen geringeren Energieverbrauch in der Luftfahrt. Ich hätte da mal eine Idee völlig kostenlos und lizenzfrei abzugeben. Es geht um die Reichweite bei elektrischem Fliegen. Das Beschleunigen, Starten und Steigen macht zwar nur einen relativ kurzen Teil des Flugs aus, ist aber sehr energiehungrig und zehrt entsprechend an den Akkus. Eine Übersicht des Deutschen Aeroclubs beziffert den Energieverbrauch während der Steigphase – je nach Maschine – um den Faktor drei bis vier höher als in der Reisephase, und zwar sowohl bei Verbrennungs- als auch bei Elektromotoren.

Warum also versucht man nicht, die Energie für den Start möglichst von außen zuzuführen? Wie das funktionieren könnte, zeigt die Segelfliegerei: Dort werden die Maschinen meist mit einer stationären Seilwinde gestartet. In der Regel arbeiten diese mit alten Lastwagen-Dieseln, aber Elektrowinden sind bereits auf dem Markt. Warum also nicht den Windenstart auf kleine Motorflugzeuge oder gar auf kleine Passagiermaschinen [Nachtrag 26.11.] übertragen? Die erste Anschub-Energie könnte auf diese Weise vom Stromnetz kommen, erst danach müssten die bordeigenen Akkus zur Kasse gebeten werden. Und weil die Flugzeugantriebe beim Start nicht mehr soviel Spitzenleistung liefern müssten, könnten sie kleiner und leichter ausfallen, was den Energiebedarf weiter senken würde.

Das Ganze ist natürlich mit gewissen praktischen Schwierigkeiten verbunden. So bin ich mir nicht sicher, ob ältere Maschinen überhaupt statisch stabil genug gebaut sind, dass man irgendwo eine Kupplung anbauen könnte, die einen entsprechenden Zug verkraftet. Zudem ist das ganze Handling des Seils ziemlich aufwendig – es verschleißt, braucht Platz und muss immer wieder zurück zum Startplatz gebracht werden. Und schließlich dürften viele Fluggäste es wenig goutieren, ähnlich vehement wie mit einem Segelflieger in den Himmel gerupft zu werden. (Beim Segelfliegen treffen gerne weitaus mehr als hundert Kilowatt der Winde auf wenige hundert Kilogramm des Fliegers. Die Beschleunigung entspricht der eines Formel-1-Wagens.)

Doch all das ließe sich technisch lösen. Neukonstruierte Maschinen müssten für eine entsprechende Kupplung vorbereitet werden, statt eines Seils wäre wahrscheinlich eine Art Katapult (wie auf einem Flugzeugträger) praktischer, und die Beschleunigung müsste (anders als auf einem Flugzeugträger) auf massenkompatible g-Werte begrenzt werden.

Alternativ zu einem Katapult-Start könnte man auch eine weitere bewährte Praxis aus der Segelfliegerei entlehnen – den Flugzeug-Schlepp. Dabei werden die Segelflugzeuge nicht von einer Winde, sondern von einem Motorflugzeug gestartet. Auf die Verkehrsfliegerei übertragen würde das so funktionieren: Eine kräftige elektrische Schleppmaschine bringt ein elektrisch oder fossil getriebenes Passagierflugzeug auf die gewünschte Höhe und landet dann wieder auf dem Heimatflughafen, wo es seine Akkus aufladen oder austauschen kann. Auf diese Weise spart der Passagierflieger Energie. Der Schlepper bräuchte zwar viel Leistung, aber wenig Reichweite, weil er kaum über die Platzrunde hinauskommt. All dies würde natürlich einen ziemlichen Umbau der ganzen Verkehrsfliegerei bedeuten und entsprechen hohe Investitionen. Aber, wie gesagt: Die Idee ist schon mal kostenlos. Quelle: Gregor Honsel in ‘Heise.de‘. Bild: LSV Grenzland.

Bern: Wieder mit der Winde in den Wind

Erstmals nach vielen Jahren führte die Segelfluggruppe Bern ihre Windentage im Belpmoos durch. Wie von Geisterhand gezogen setzt sich das Segelflugzeug in Bewegung. Es holpert über die Graspiste, wird immer schneller, kurz darauf hebt es ab und steigt steil in die Luft – mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Kilometern je Stunde. Auf etwa 250 Metern Höhe dreht es ab, macht einen Bogen über dem Belpmoos und setzt nach rund fünf Minuten schon wieder auf. Dieses Bild zeigte sich am Wochenende dutzendfach auf dem Flughafen Bern-Belp. Wieder einmal. Traditionell veranstaltet die Segelfluggruppe Bern am Bettagswochenende ihre Windentage. «In den letzten Jahren mussten wir jeweils auf einen anderen Flugplatz ausweichen», sagt Stefan Zlot, Präsident der Segelfluggruppe Bern. Zum Beispiel Yverdon. Wegen «betrieblicher Umstände» hätten sie in Bern jeweils keine Bewilligung erhalten. Nun aber, seit dem Grounding der Fluggesellschaft Skywork, herrscht nicht mehr viel Betrieb im Belpmoos. Und so konnte die Segelfluggruppe erstmals seit über fünfzehn Jahren wieder daheim ihre Winden­tage durchführen – auf der Piste vor dem eigenen Hangar und dem Clubhaus, der Villa Thermik. Die Winde wurde für dieses Wochenende aus Ambri im Tessin nach Belp transportiert. Zlot hofft, dass im Belpmoos künftig regelmässig Windentage durchgeführt werden können. Quelle: ‘Berner Zeitung‘.

Von 0 auf 100 in 3 sec.

Als würde man mit einer riesigen Gummizwille in den Himmel geschossen: Aus dem Stand auf 100 Kilometer pro Stunde in knapp drei Sekunden. Das schaffen sonst nur Spitzensportwagen wie der 640 PS starke Lamborghini Huracán. Am Ende der Strecke ist der Luxusschlitten jedoch nicht 400 Meter über dem Erdboden – das können nur Segelflugzeuge. Oben angekommen ist da kein Lärm, sondern nur das Rauschen des Windes, eine grandiose Aussicht und das Gefühl von Freiheit. Quelle: ‘Stern‘. Und hier finden Sie das Video mit dem Windenstart.