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Planungsanpassungen für Samedan und Payerne

Am 29. Oktober 2025 hat der (Schweizer) Bundesrat die angepassten SIL-Objektblätter für den Regionalflughafen Samedan (GR) und den zivil mitbenutzten Militärflugplatz Payerne (VD) genehmigt. Diese legen die Vorgaben für die Infrastruktur und den Betrieb der beiden Flugplätze im Sachplan Verkehr, Teil Infrastruktur Luftfahrt (SIL) fest.

Samedan: Modernisierung für den Kanton Graubünden

Der Flughafen Samedan ist eine wichtige Luftfahrtinfrastruktur für den Kanton Graubünden, sowohl für den touristischen als auch den Rettungs- und Arbeits-Flugverkehr. Da die bestehende Infrastruktur veraltet ist, soll mit der Anpassung des Objektblatts eine moderne Helikopterbasis für die Rega, Swiss Helicopter und Heli Bernina entstehen.

Payerne: Erweiterung für zivile Flüge

Der Militärflugplatz Payerne, Heimat der Schweizer Luftwaffe, öffnete 2013 für zivile Sicht- und Instrumentenflüge. Mit der Erweiterung der zivilen Betriebszeiten und Flugplatzgrenzen reagiert das SIL-Objektblatt auf die wachsende Nachfrage aus den Kantonen Freiburg und Waadt.

Beide Standortkantone und -gemeinden stimmten der Anpassung zu, während die Genehmigung für die Objektblätter Hasenstrick und Gsteigwiler aufgrund offener Fragen zurückgestellt wurde.

Über das SIL-Objektblatt

Das SIL-Objektblatt legt behördenverbindlich die Vorgaben für die künftige Entwicklung eines Flugplatzes fest, einschließlich Betrieb, Infrastruktur, Lärmschutz und Natur-Bewahrung. Es ist Voraussetzung für die Genehmigung von Betriebsreglementen und Flugplatzanlagen.

Die Erarbeitung der Objektblätter erfolgt in zwei Phasen: Eine Koordination mit den betroffenen Stellen und Gemeinden sowie ein Verfahren zur Anhörung der Behörden und Beteiligung der Bevölkerung. Quelle: ‘BAZL

Regionalflughafen Samedan wird erneuert

Die Oberengadiner Stimmbevölkerung hat dem Ersatzneubau des Regionalflughafens Samedan zugestimmt. Mit 54,36 Prozent Ja-Stimmen bewilligten die Stimmberechtigten einen Kredit von 38 Millionen Franken sowie Haftungsverpflichtungen von 20 Millionen Franken. Die Stimmbeteiligung lag bei 45,64 Prozent. Obwohl sechs der elf Gemeinden – darunter auch Samedan – das Projekt ablehnten, zählt das regionale Gesamtergebnis. Zugestimmt haben Celerina, Madulain, Sils, Silvaplana und St. Moritz.

Das Vorhaben sieht die Erneuerung der Infrastruktur bis 2031 vor, darunter neue Betriebszentren mit Hangar, die Sanierung der Vorfeldflächen, einen modernen Tower sowie einen Sicherheitszaun. Insgesamt kostet das Projekt 68,5 Millionen Franken, finanziert durch die Gemeinden, Bund, Kanton und Bankdarlehen. Die Rega (Schweizerische Rettungsflugwacht) erstellt parallel eine neue Basis auf eigene Kosten.

In einer zweiten Abstimmung hoben die Stimmberechtigten mit 74 Prozent Ja eine frühere Vorlage von 2017 auf. Diese war wegen Kostenüberschreitungen und mangelnder Transparenz stark umstritten. Mit dem Entscheid wird ein wichtiges Signal für Wirtschaft und Sicherheitsversorgung gesetzt.

Frühere Berichte über den Flugplatz Samedan in den flieger.news:

Gebirgsflugkurs in Samedan 2025

Nach vielen Jahren im Flachland reizte Guido von der Segelfluggruppe Cumulus (TG) das Abenteuer Gebirgsflug. Der Breitenförderungskurs des Schweizerischen Segelflugverbands in Samedan bot dafür die perfekte Gelegenheit. Mit dem Arcus „1C“ und der LS8-18 „7C“ im Gepäck reiste er ins Engadin.

Die Segelflieger neben den «Grossen»

Rasanter Einstieg

Schon am ersten Tag wich die Theorie rasch der Praxis. Nach dem Briefing folgte ein Windenstart mit mässiger Ausklink-Höhe. Guido stieg mit Fluglehrer Rolf König in engen Achten den Hang von Muottas Muragl hinauf. Zahlreiche Kommandos, stetige Korrekturen – und schliesslich lag die Bergstation unter ihnen.

In der Thermik wurde es anspruchsvoll. Der Horizont blieb kaum stabil im Blick, zu komplex war die Topografie. Doch mit Geduld und präziser Steuerung erreichten sie die Wolkenbasis – und stiegen weiter in die Welle ein. Ruhig und gleichmässig kletterte der Arcus „C1“ bis auf 4800 Meter. Ein unvergesslicher Moment für Guido.

Der Tag endete mit einer sanften Landung auf der Hartbelagspiste – nach vier intensiven Stunden mit Hangflug, Thermik, Wellenaufstieg und Platzrunde unter realen Bedingungen. Ein fulminanter Auftakt.

Strukturierter Kurs mit Tiefgang

Jeder Kurstag begann mit einem Debriefing und einem theoretischen Teil. Themen wie Windverhalten, Sauerstoffbedarf, Ernährung, Funkdisziplin oder Luftraumüberwachung wurden direkt in der Praxis vertieft. Am Nachmittag stand jeweils das Fliegen im Zentrum.

Guido flog im Team mit verschiedenen Fluglehrern im Doppelsitzer. Jeder Flug brachte neue Impulse – etwa zum Erkennen von Aufwinden, zur Linienwahl am Hang oder zum Verhalten bei Seitenwind. Dabei blieb es selten ruhig in der Luft: Helikopter, Geschäftsreiseflugzeuge und sogar eine F/A-18 sorgten für Betrieb am Himmel über dem engen Engadinertal. Präzise Funkarbeit mit „Samedan Information“ war Pflicht.

Wachsendes Vertrauen

Nach wenigen Tagen wechselte Guido das Flugzeug und den Fluglehrer. Wieder erhielt er einen Arcus „W1“, diesmal aus Winterthur. Jeder Flug offenbarte neue Wetter-Phänomene, jedes Manöver vertiefte sein Verständnis. Bald wuchs der Wunsch, das Erlernte allein umzusetzen.

Hoch über der Bernina-Gruppe

Allein über den Piz Bernina

In der zweiten Woche übernahm Guido die vertraute LS8-18 „7C“. Sein Ziel: ein Flug über den Piz Bernina. Gleich beim ersten Start setzte er das Gelernte souverän um – vom Start an der Winde über Thermik und Hangaufwind bis zur Welle. Die Aussicht auf das vergletscherte Berninamassiv liess ihn ehrfürchtig werden. Ein Flugerlebnis, das unter die Haut ging.

Arcus „1C“ nach der Landung in Samedan

Fazit

Neun Flüge, 27 Stunden in der Luft – unser Autor Guido blickt auf eine eindrückliche Woche zurück. Der Kurs bot perfekte Bedingungen, exzellente Betreuung und einmalige Flugmomente. Er empfiehlt allen Segelflugpilotinnen und -piloten diese Erfahrung wärmstens.

Sein Dank gilt den Fluglehrern, dem Team in Samedan, den Mitfliegenden – und der SG Cumulus für das Vertrauen in die LS8-18 „7C“. Ein Kurs, der nicht nur fliegerisch, sondern auch menschlich Spuren hinterlässt.

St. Moritz stimmt noch nicht über Zusatzbeitrag zu Regionalflughafen ab

Der Gemeinderat St. Moritz hat mit 9:3 Stimmen entschieden, die Botschaft für einen Zusatzbeitrag von fünf Millionen Franken an den Regionalflughafen Samedan vorerst nicht zur Volksabstimmung weiterzuleiten. Grund ist Kritik an der ungleichen Verteilung von Stimmrechten: St. Moritz soll überproportional zahlen, erhält aber nicht mehr Mitspracherecht.

Die FDP- und SVP-Fraktionen fordern Klärung, ob der Betrag stattdessen als Darlehen gewährt werden könnte – etwa unter der Bedingung zusätzlicher Stimmrechte. Dafür wäre eine Gesetzesänderung in allen elf Trägergemeinden nötig und könnte das Projekt verzögern. Die Überarbeitung der Botschaft soll im Mai erneut traktandiert werden.

Von ersten Starts zur Millionen-Renovation

Am höchstgelegenen Flughafen in Europa finden jährlich 15’000 Flüge statt. Der Flughafen trägt dazu bei, dass St. Moritz als Top-Destination gilt. Ein Blick in die Vergangenheit und die aktuelle Situation des Flughafens.

1909 markiert wahrscheinlich die Anfänge des Oberengadiner Flughafens. Dann sind die ersten Flugzeuge auf dem St.-Moritzer-See gelandet. Später ist der Flughafen in Samedan eingeweiht worden und während des zweiten Weltkriegs durch das Militär genutzt worden. Nach und nach sind der Flughafen und die Infrastruktur ausgebaut worden. 2004 kam es dann zu grösseren Veränderungen: Der Kanton Graubünden hat für 2,2 Millionen Franken Boden vom Militär gekauft und die Engadin Airport AG hat später die Leitung übernommen. An der Spitze ist seitdem Urs Schwarzenbach.

Im Oberengadin hat sich eine Diskussionen darum entfacht, ob der Flughafen vollständig von Privatpersonen gekauft werde. Auch der Kanton hätte gerne den Boden verkauft. Dagegen wehrten sich jedoch die Gemeinden und so wurde der Boden der Engadin Airport SA im Baurecht abgegeben. Danach wurde die INFRA, die für die Infrastruktur des Flughafens zuständig ist und die elf eingebundenen Gemeinden repräsentiert, gegründet.

Umstrittenes Renovationsprojekt

Im Jahre 2017 hat die Bevölkerung der beteiligten Gemeinden ein Renovationsprojekt von 22 Millionen Franken angenommen. Einige Jahre später war jedoch die Rede von einer Renovationssumme von 88 Millionen Franken, also das Vierfache. Das hat Diskussionen und Kritik ausgelöst, auch eine Petition wurde eingereicht. Nach erneuter Prüfung des Projekts stand eine reduzierte Variante für 35 Millionen Franken im Raum.

Da es noch nicht zu einer Renovation kam, hat die Rega, welche im Oberengadin eine Basis hat, Druck gemacht und gedroht, Samedan zu verlassen. 2024 hat ein Bericht verschiedene Mängel aufgezeigt. Seit 2023 wird zusammen mit Interessensgruppen das Sanierungs-Projekt überarbeitet. Das Projekt beläuft sich nun auf 68 Millionen Franken. Der zusätzliche Kredit kommt dieses Jahr vors Volk. Die Infrastruktur, namentlich die Piste sowie die Anlagen sind schon länger renovationsbedürftig.

Wichtigkeit für Region und Kanton

Insgesamt stehen rund 1’000 Jobs im Oberengadin mit dem Flughafen in Zusammenhang. Gemäss dem Handels und Gewerbeverband Samedan-Bever würde das Gewerbe der ganzen Region vom Tourismus des Flughafens profitieren – vom Restaurant bis zum Einkaufsladen. Der CEO von Engadin Tourismus Jan Steiner sagt, dass der Flughafen notwendig sei. Sonst wäre das Oberengadin so wie jede andere Destination.

Im Oberengadin werde jährlich ein Umsatz 200 Millionen Franken generiert, welcher direkt oder indirekt in Zusammenhang mit dem Flughafen stehe. Miteinbezogen ist der Gewinn des Flughafen, die Einnahmen von Tourismus und Wirtschaft durch Gäste und Arbeiten sowie Steuereinnahmen. Quelle:‘rtr.ch‚.

Kurs „Einführung in den Gebirgsflug“

Einmal hoch über den Alpen durch die Lüfte segeln: Diesen Wunsch erfüllt der Breiten-Förderungskurs „Einführung Gebirgsflug“, den der Segelflugverband der Schweiz in Zusammenarbeit mit dem DAeC vom 16. bis 27. Juni auf dem Flugplatz Samedan (LSZS) veranstaltet. Anmeldungen sind bis 28. Februar möglich.

Am Ende des Kurses sollen alle der maximal 20 Piloten und Pilotinnen die theoretischen und praktischen Grundlagen des sicheren Segelflugs im Gebirge kennen und anwenden können. Die Schulung richtet sich vor allem an Luftsporttreibende ohne oder mit begrenzter Erfahrung im Alpenflug.

Voraussetzungen für eine Teilnahme am Breitenförderungskurs „Einführung Gebirgsflug“:

  • EASA-Lizenz SPL (zum Zeitpunkt der Anmeldung)
  • Gültiges Medical
  • Mitgliedschaft im Segelflugverband der Schweiz (via Segelfluggruppe) oder im DAeC
  • Anwesenheit über die ganze Kursdauer

Anmeldung: per eMail an: registration[@]sfvs-fsvv.ch
Ausschreibung des SFVS.

Greenpeace blockiert WEF-Jets in Samedan

Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace International demonstrierten am Mittwoch, 22. Januar 2025 auf dem Flugplatz Samedan. Sie beklebten Privatjets mit Aufklebern mit dem Titel «Konfisziert – Es ist Zeit, die Superreichen zu besteuern» und «fesselten» einen der Jets mit einer gigantischen Spielzeug-Fussfessel. Wie Greenpeace International auf Instagram erklärt, soll die Aktion ein Bewusstsein dafür schaffen, dass viele Regierungen bisher keine Vermögenssteuer eingeführt hätten. Daher würden ihre Aktivisten selber als Steuereintreiber tätig und konfiszieren Privatjets „symbolisch“.

Protest gegen das WEF in Davos
Die Aktion steht laut Greenpeace im Zeichen des Davoser World Economic Forum (WEF). Greenpeace hält fest, dass bis 1’000 Privatjets ans WEF fliegen. Die Kantonspolizei Graubünden war im Einsatz, bestätigt Mediensprecher Markus Walser. Die Aktivistinnen und Aktivisten hätten sich aber friedlich verhalten. Der Flugverkehr sei durch die Aktion nicht gefährdet worden, alles habe sich im Bereich der Hangars abgespielt. Die Kantonspolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Quelle: „Südostschweiz“. Foto: Nina Fink / Greenpeace.

Ausbau von Samedan: Missmanagement und Filz

Beim Ausbau des Flugplatzes Samedan GR kam es zu massiven Kompetenz-Überschreitungen und mangelnder Kontrolle, wie ein Bericht bestätigt. 2017 beschloss das Oberengadin, den Flugplatz Samedan GR für 22 Millionen Franken zu erneuern. Doch die Planer verfolgten ehrgeizigere Ziele und veranschlagten ein Budget von 88 Millionen Franken. Ohne bauliche Fortschritte verschlangen Gutachten und Planungen bereits 5,5 Millionen Franken – Steuergelder, die wohl verloren sind. Der Flugplatz Samedan ist im Besitz der Engadiner Gemeinden. Lokale Politiker und Unternehmer planten den Ausbau und kontrollierten sich gegenseitig.

Kompetenzen «massiv» überschritten
Ein Bericht des Zürcher Anwalts Stefan Wehrenberg bestätigte vorhandene Bedenken. Er zeigte auf, dass die Planungskommission ihre Kompetenzen «massiv» überschritt und die Aufsicht durch die Gemeinden mangelhaft war. Es habe ebenfalls an Transparenz gefehlt: Wichtige Entscheidungen und Auftragsbeschlüsse seien nicht dokumentiert und Daten falsch abgelegt worden, Handelsregistereinträge seien fehlerhaft gewesen. Der Projektleiter habe ohne offizielles Mandat agiert und sei zugleich Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft gewesen – eine Konstellation, die effektive Führung und Kontrolle verhindert habe. Bemängelt werde auch die Geschäftsprüfungskommission, heisst es weiter. Sie habe ihren ersten Bericht erst sechs Jahre nach Projektbeginn eingereicht, was ihre Funktion infrage stelle. Die Verantwortlichen wollen Massnahmen ergreifen, um ähnliche Fehler zukünftig zu vermeiden.

Ziel verfehlt – neue Abstimmung 2025
Der Fall erinnert an das Baukartell im Engadin, wo Unternehmer sich jahrelang gegenseitig Aufträge zuschoben. Viele schauten weg. Der geplante Flughafen steht immer noch nicht. Das Ziel, ihn bis 2021 fertigzustellen, wurde verfehlt. Doch das Engadin hält an dem Projekt fest, da die Luxushotellerie des Tals auf den Flughafen angewiesen ist. 2025 soll eine neue Volksabstimmung über einen erhöhten Planungs-Kredit stattfinden. Quelle/vollständiger Bericht: ‚Blick‚.

Breitenförderungskurs Samedan 2023

Ein eingespieltes Team von Instruktorinnen und Instruktoren hat vom 17. Juni bis am 30. Juni 2023 in Samedan 15 Piloten im Alpenflug ausgebildet. Neben Theorieunterricht übten sich die Teilnehmenden im Windenstart, dem Hangflug und als Zückerchen gab es, dank passender meteorologischer Bedingungen, auch einmal die Möglichkeit in einer Welle bis über 5’500 m ü.M. zu steigen. Die SGBF hatte Fluglehrer und vereinseigene Flugzeuge im Einsatz und mehrere Mitglieder der SGBF besuchten den Kurs. Die Teilnehmenden danken dem Flugplatzteam Samedan und allen Instruktorinnen und Instruktoren sowie den Referierenden für ihren Einsatz. Quelle: ‚SG Basel-Fricktal‚.

Samedan: BFK Gebirgsflug beendet

Während der vergangenen zwei Wochen fand im Engadin auf dem Flugplatz von Samedan der jährliche Breitenförderungskurs Gebirgsflug statt. Dabei erlernten die TeilnehmerInnen das Grundhandwerk zum sicheren Fliegen im Gebirge. Einen kleinen Einblick ins Kursgeschehen findest Du in dieser Bildergalerie. Quelle: ‚SFVS‚.