Bericht von Yves Schnetzer
Die Zeiten, in denen die (Schweizer) Segelfluggruppe Cumulus in grosser Zahl am Klippeneck antrat und Podestplätze sammelte, sind vorbei. Trotzdem zog es in diesem Jahr wieder eine kleine Delegation auf die Schwäbische Alb: Pascal in der 18-Meter-Klasse mit seiner ASG 29E, Michael und ich in der Offenen Klasse mit dem Nimbus 4DM.

Anreise und erste Tage
Am Schweizer Nationalfeiertag reisten wir entspannt an, bauten unser Camp mit Pavillon, Festbank und Schweizer Fahne auf und liessen uns von den Winterthurer und Oltener Kollegen Gesellschaft leisten. Beim Eröffnungsbriefing zeigte sich die internationale Strahlkraft des Wettbewerbs: 74 Piloten aus fünf Nationen waren am Start.
Das Wetter machte uns jedoch lange einen Strich durch die Rechnung. Am Samstag lag der Platz im Nebel, am Sonntag liessen wir den Nimbus zwar aufrüsten, doch nach einem Schauer wurden die Flüge neutralisiert. Wenigstens hatten wir das Grid-Prozedere geübt – und beim Raclette am Abend die deutschen Kollegen erfreut. Montag und Dienstag fielen ebenfalls dem Wetter zum Opfer, sodass wir Ausflüge in die Tuttlinger Wasserwelt und nach Rottweil unternahmen.

Endlich fliegbar
Am Mittwoch wurde es ernst: Nach viereinhalb Tagen Warten hob endlich die komplette Flotte ab – dank zehn Schleppmaschinen innert einer Stunde. Die Bedingungen waren anspruchsvoll, mit tiefer Basis und zäher Blauthermik. Wir kämpften uns mit 78 km/h Schnitt ins Ziel, Pascal musste kurz vor dem Platz den Motor bemühen. Am Ende bedeutete das für uns Rang zwei, für Pascal Platz acht.
Am Donnerstag wurden anspruchsvolle 290 Kilometer ausgeschrieben. Ein Tiefflugmanöver bei Reiselfingen kostete uns viel Zeit, trotzdem reichte es erneut für Rang zwei. Pascal schaffte Rang drei. Am Freitag passte dann alles: Mit 120 km/h flogen Michi und ich zum ersten Tagessieg, während Pascal diesmal auf Risiko setzte, das nicht belohnt wurde.

Grosses Finale
Der Samstag brachte perfekte Bedingungen: Basishöhen bis 3000 Meter, schöne Cumuli und eine spannende Aufgabe über 330 Kilometer. Nach langem Warten ging es am frühen Nachmittag doch noch los. Ein grosser Pulk schob sich über die Alb, die Wolken standen ideal. Mit einem 127er Schnitt erflogen wir einen würdigen Abschluss, Pascal sicherte sich mit 122 km/h nochmals einen Podestplatz.
So endete eine abwechslungsreiche Woche auf dem Klippeneck: mit Wetterkapriolen, spannenden Flügen, geselligen Abenden und einem starken Schlussspurt für unsere kleine Schweizer Delegation.




