Schlagwort-Archive: Meister

Hahnweide-Wettbewerb 2022

In der Standard-Klasse (20 Teilnehmer) gewann der Belgier Jeroen Jennen, in der Rennklasse (17 Teilnehmer) Sebastian Huhmann, die 18-m-Klasse (37 Teilnehmer) sah Wolfgang Janowitsch als Sieger, während bei den DoSi (15 Flugzeuge) das Team von Martin Theisinger und Yannick Frei und bei den Offenen (17 Teilnehmer) das Team von Uli Schwenk mit CoPi Matthew Scutter die Rangliste anführten. Quelle: ‘HWW22‘.

Locker 150 Meter im Rückwärtsflug gefallen

Interview mit Christian Syfrig, dem Schweizer Vizemeister im Segelkunstflug, über Rollen und Unendlichzeichen am Himmel sowie seine WM-Pläne. Er ist 2021 Vizemeister und im Jahr 2019 Schweizer Meister im Segelkunstflug geworden. Segelfliegen ist allerdings nur sein Hobby, hauptberuflich programmiert er. Früher hatte er darüber nachgedacht, Testpilot zu werden.

Herr Syfrig, wie und wann sind Sie zum Segelsport gekommen?
Syfrig: Ich habe mit 13 Jahren mit dem Modellflug begonnen und mich schon da schnell für den Kunstflug begeistert. Die Flieger wurden dann schnell größer und teurer, bis ich mir sagte, dass man für fast das gleiche Geld richtig Segelfliegen kann. Als ich 17 Jahre alt war, habe ich meinen Gleitschirmschein gemacht und bin dann 2009 zum Segelflug gekommen. Als angehender Segelkunstflieger muss man erst den normalen Segelflug sicher beherrschen. 2014 habe ich den Schein zum Segelkunstflug gemacht.

Welche Fähigkeiten braucht man als Segelkunstflieger?
Syfrig: Man darf keine Ressourcen verbrauchen, um das Flugzeug stabil zu starten, zu landen, geradeaus oder um eine Kurve zu fliegen, sodass man alle Aufmerksamkeit auf die Positionierung, die Geschwindigkeit, die strukturelle Belastung auf das Flugzeug und einen selbst, G-Last genannt, sowie auf fremde Flugzeuge und den Funk lenken kann.

Was begeistert Sie am meisten am Segelkunstflug?
Syfrig: Dass man sich mit seinem Segelflugzeug in einem dreidimensionalen Raum bewegt, und immer das Flugzeug unter Kontrolle zu haben. Ich habe gemerkt, dass ich, seit ich Kunstflug mache, viel gelassener im normalen Fliegen bin.

Was ist Ihre Lieblingsfigur?
Syfrig: Eine Vier-Zeiten-Rolle. Das ist eine Rolle, bei der alle 90 Grad eine kleine Pause in die Drehung eingebaut wird. Man kann sie schön präzise fliegen.

Was ist Ihre schwierigste Figur?
Syfrig: Eine Figur in der Form eines Unendlich-Zeichens, jedoch mit drei Schlaufen. Generell sind die Figuren am anspruchsvollsten, bei denen man senkrecht hoch fliegt bis zum absoluten Stillstand, um dann vorwärts oder rückwärts möglichst gezielt und ohne dass es einen verdreht, zu kippen und dann senkrecht runterzufliegen.

Bei welcher Figur haben Sie am meisten Punkte erzielt?
Syfrig: Das kann ich nicht genau sagen, dennes gibt folgendes Punktesystem: Jede Figur hat ihren eigenen Schwierigkeitsfaktor. Zum Beispiel hat Geradeausfliegen den K-Faktor zwei und die Vier-Zeiten-Rolle den Faktor K19. Für jede fünf Grad Abneigung von der vorgeschriebenen Route gibt es einen Minuspunkt. Während des Kunstfluges befinden wir uns in einem festgelegten Kubikkilometer. Wenn man seitlich aus diesem rausfliegt, bekommt man zwei Minuspunkte pro Sekunde und wenn man die Mindesthöhe unterschreitet, gibt es 70 Minuspunkte pro Figur unter dieser Höhe. Vor dem Kunstflug wird man mit einem Motorflugzeug auf eine passende Höhe geschleppt.

Welche Höhe ist das?
Syfrig: Wir fliegen, wie gesagt, während des Kunstfluges in einem Kubikkilometer, dieser geht in der Schweiz von 350 Meter bis 1350 Meter über dem Boden. Zudem bekommen wir 50 Meter, um uns für den Flug zu positionieren. Das macht 1400 Meter über dem Grund. Man fliegt dann für zirka drei Minuten im Kunstflug.

Welchen Belastungen und Geschwindigkeiten ist man ausgesetzt?
Syfrig: Maximal zwischen dem minus fünf- und plus achtfachen des Körpergewichts. Bei der Geschwindigkeit schöpft man das volle Spektrum aus, bis zur Maximalgeschwindigkeit von 280 Kilometern pro Stunde.

Wie und wie lange trainieren Sie für ein Wettbewerb?
Syfrig: Die Positionierung und die Einprägung der Umgebung mache ich am Simulator. Für das Fluggefühl fliege ich zehn bis 15 Stunden im normalen Segelflug. Einen Modellhelikopter nehme ich, um die Reaktionstests durchzuführen. Am Schluss übe ich mit einem Kunstflugzeug die Kombination aus allen. Im Turnier sollte man dann eher konstant in den top Fünf sein, als einmal der Beste und dann nur noch Zehnter.

Was machen Sie, wenn etwas beim Kunstflug schiefläuft?
Syfrig: In der Grundausbildung lernt man die Notverfahren: Was muss man machen, für wie lange. Auf alle Fälle muss man ruhig und durchdacht agieren.

Waren Sie schon einmal in so einer Situation?
Syfrig: Ja, bei einer Übung, als ich rückwärts nach unten flog. In dem Fall kann man entweder am Höhenruder ziehen oder drücken. Ich habe mich für das Drücken entschieden, da man so mehr Kraft hat, um die Ruder zu blockieren, sodass ich nach einem längeren Rückwärtsfall schnell umklappte. Danach hatte ich eine ziemlich hohe Geschwindigkeit im Nachuntenfliegen, wobei ich extrem auf die G-Last aufpassen musste, um das Flugzeug nicht zu überlasten. Weder die Maschine noch ich haben Schaden genommen, aber ich bin locker 150 Meter im Rückwärtsflug gefallen.

Was spielt das Wetter beim Segelkunstflug für eine Rolle?
Syfrig: Bei niedriger Wolkenhöhe können wir natürlich nicht die ganzen 1000 Meter nutzen, das heißt von dem Programm werden nicht alle Figuren geflogen. Bei Wind passiert es leichter, dass man vom Kurs abweicht. Wenn es regnet, sinkt man schneller, da der Regen die Oberfläche der Tragfläche ein wenig verändert, was eine negative Auswirkung auf den Auftrieb und ein schnelleres Abreißen der Luftströmung am Flügel, die notwendig ist fürs Fliegen, zur Folge hat. Zudem gibt es bei Regen häufig Abwind, sodass man noch schneller sinkt.

Was ist Ihr Karriereziel? Syfrig: Die Weltmeisterschaft 2022. Quelle: ‘Badische Zeitung‘.

Hammelburger Nachwuchs holt Meistertitel

Mit großen Zielen war der Nachwuchs in die zurückliegende Saison gestartet – Jetzt gibt es einen besonderen Erfolg zu feiern. Im Vereinsheim der Flugsportgruppe Hammelburg hängt seit Kurzem eine ganz besondere Urkunde. Sie trägt die Aufschrift “Deutscher Meister 2020 – U25 Segelflug-Bundesliga”. Hinter dem etwas schlicht wirkenden Dokument verbirgt sich eine besondere sportliche Leistung, heißt es in einer Pressemitteilung der Flugsportgruppe Hammelburg.

Nicht zu beirren
2020 waren demnach drei junge Piloten mit dem klaren Ziel gestartet, den Titel nach Hammelburg zu holen. Es hatte laut Darstellung der Flugsportgruppe etwas von David gegen Goliath angesichts der mächtigen Konkurrenz. Segelflugvereine wie Oerlinghausen, Königsdorf und andere verfügen über ungleich mehr Ressourcen an Mensch und Maschine. Davon ließen sich die Hammelburger nicht beirren. “Für uns war das eher ein Ansporn, den Großen mal was vorzufliegen”, sagt Andreas Heil (25). Zusammen mit Eric Schneider (19) und Peter-Richard Wagner (19) trat er in der U25 gegen gleich 302 andere Vereine an. Wie in vielen anderen Sportarten fiel der Startschuss aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie relativ spät. Insgesamt gab es dreizehn Wertungsrunden. Nach dem ersten Wochenende im Mai lag man auf Platz 16 in der Tabelle, eine Woche später bereits auf Platz 4. Unaufhaltsam kämpften sich die drei Hammelburger nach vorne und standen ab der Hälfte der Wertungszeit permanent auf Platz 1.

Am Ende richtig knapp
Gegen Ende wurde es noch einmal richtig knapp, das Oerlinghausener Team war dicht auf den Fersen, fasst die Flugsportgruppe das Geschehen zusammen. Während der Saison war meistens vom heimatlichen Flugplatz aus gestartet worden. Für die letzte, entscheidende Runde Ende August traf man sich mit dem nordrhein-westfälischen Verein auf dem Flugplatz in Bückeburg am Wesergebirge. In freundschaftlicher Atmosphäre wurde noch einmal ein Wettstreit Auge in Auge mit dem schärfsten Gegner bei teilweise widrigen Wetterbedingungen ausgetragen. Es war ein Kampf um jeden Wertungspunkt. Die Hammelburger hätten ihren ersten Platz durchaus noch verlieren können, doch am Sonntagabend war klar: Man ist Deutscher Meister geworden.

Novum in der Vereinsgeschichte
Zeitgleich mit dem U25 Contest liefen die Qualifikationskämpfe für die 2. Segelflug-Bundesliga. Hier gibt es keine Altersgrenze nach oben. Mit Rolf Schneider (50), Matthias Gremer (53), Markus Daum (55), Alexander Hennrich (28), Alexander Oeding (29), Sebastian Oeding (25) und den drei Junioren hatten die Hammelburger einen größeren Kader zur Verfügung, um das Punktekonto zu füllen. s galt, sich gegen 463 andere Segelflugvereine in Deutschland zu behaupten. Ein ehrgeiziger Plan, denn nur die ersten sieben Plätze würden aufsteigen. Hartnäckig arbeitete sich die FSGH von anfangs Platz 141 hinauf in die Aufstiegsränge. Am Ende der Saison war mit Tabellenplatz 5 die Qualifikation für die 2. Bundesliga in trockenen Tüchern. In der Geschichte der FSGH ist das laut Verein ein Novum.

Durchhaltevermögen ist gefragt
Für den Erfolg braucht es Teamarbeit, Durchhaltevermögen, im Flug ein feines Gespür für Wind und Thermik und nicht zuletzt technisch einwandfreies Fluggerät. “Schlagkraft ist nicht nur eine Frage der Mannschaftsstärke”, bringt es Andreas Heil auf den Punkt. In nüchternen Zahlen betrachtet haben die Hammelburger an dreizehn Wochenenden in der Summe 556 Stunden in der Luft verbracht und dabei 43 000 Kilometer zurückgelegt und mit beständig hohen Leistungen den Lohn geerntet. Gesammelt werden die Daten beim Online Contest OLC. Auf der Internetpräsenz sind die Resultate für jedermann zugänglich. 2020 stand Eric Schneider durch Sponsorengelder eine LS8 neo zur Verfügung. In dieser Maschine konnte er mit einem Streckenflug über 1116 Kilometer erneut einen Vereinsrekord aufstellen. Für Rolf Schneider, Vorsitzender der Flugsportgruppe Hammelburg, sind der Meistertitel und der Aufstieg die Bestätigung, dass der Club auf dem richtigen Kurs ist.

Zwei neue Piloten
In den letzten beiden Jahren hat man sich verstärkt auf den Streckenflug und den sportlichen Wettkampf konzentriert. Dazu waren Anpassungen in der Flugzeugflotte notwendig. Mehrere Segelfluglehrer wurden in der vereinseigenen Flugschule neu ausgebildet. “Was wir hier machen, ist erfolgreiche Jugendförderung im Spitzensport”, sagt Rolf Schneider, der dankbar für einen städtischen Zuschuss ist. 2021 möchte man an die diesjährigen Erfolge anknüpfen. Zur Verstärkung der U25 stehen zwei neue Piloten in den Startlöchern, die ihre Saison Segelflugausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Quelle: Bernd Chittka in ‘InFranken.de‘.

Verdener holen Team-Landestitel

Der erste Sieg der Vereinsgeschichte in der Mannschaftswertung bei den Niedersächsischen Streckenflug-Meisterschaften: Dieser Erfolg ist nun Patrick Siemens, Bastian Kuls und Niklas Westermann vom Verdener Luftfahrt-Verein geglückt. Das Trio ist damit in der 15-Meter/Standardklasse die Nummer eins im Lande. In der Endabrechnung – die Bestleistungen der drei erfolgreichsten Piloten eines Vereins zählen – kamen die Verdener auf insgesamt 2664 Punkte. Der AC Braunschweig sammelte 2606 Zähler und wurde damit Zweiter, Platz drei ging mit 2564 Punkten an den LSV Burgdorf. Diese Ergebnisse gehen aus dem Zahlenwerk des Landesluftsport-Verbandes hervor, das zum Jahresende veröffentlicht wurde. Die Basis für den Mannschaftstriumph legte Bastian Kuls. Er startete Anfang Mai von Scharnhorst Richtung Lüneburger Heide, machte die erste Wende bei Güstrow, genoss kurz den Blick auf Ostsee sowie Mecklenburgische Seenplatte und segelte weiter über Stendal in der Altmark bis zur sächsischen Landesgrenze. Über Magdeburg, Wolfsburg und Celle steuerte er sein Segelflugzeug zurück nach Verden. Bei der Landung lag ein neunstündiger Nonstop-Flug hinter ihm, knapp 750 Kilometer hatte er allein mit den Kräften der Thermik zurückgelegt. Dies war der Top-Flug des Jahres und bescherte dem Verdener Luftfahrt-Verein rund 900 Punkte. Das bedeutete aber nicht gleichzeitig Platz eins in der Einzelwertung, denn dafür ist Konstanz vonnöten. Die drei weitesten Flüge jedes Piloten fließen in die Wertung ein. Auf Verdener Seite war Patrick Siemens der konstanteste Pilot. Er wurde in der 15-Meter-Klasse Dritter in Niedersachsen. Kuls folgte auf Rang vier. Quelle: ‘Weser-Kurier‘.