Schlagwort-Archiv: Weltmeister

Zwei Erfolge für den AC Langenselbold

Am vergangenen Wochenende wurden auf dem Fluggelände Bienenfarm im Havelland die Weltmeisterschaften im Kunstflug für historische Flugzeuge ausgetragen. Bei den Vintage Aerobatic World Championships 2025 startete Fluglehrer Christoph Zahn mit einem besonderen Flugzeugtyp: dem „Habicht“. Dieser wurde 1936 von Hans Jakob konstruiert und im Jahr 2001 von Christoph gemeinsam mit seinem Vater originalgetreu als Holzflugzeug nachgebaut. Auf der Bienenfarm, wo der Verein Quax beheimatet ist und historische Luftfahrttechnik gepflegt wird, war der Rahmen für die Oldtimer-Kunstflugweltmeisterschaft ideal. In beiden Kunstflugkategorien konnte Christoph Zahn überzeugen und sich den Titel „Weltmeister im Oldtimerkunstflug“ sichern.

Christoph Zahn – Weltmeister im Oldtimerkunstflug

Parallel dazu fanden auf dem Flugplatz Burg Feuerstein die Qualifikations-Meisterschaften der Clubklasse zur Deutschen Meisterschaft statt. Trotz wetterbedingter Einschränkungen konnte an drei Tagen geflogen werden. Der Ausbildungsleiter des AC Langenselbold, Jan Schäfer, erreichte dort mit der Vereins-LS4 einen Podiumsplatz und gewann Bronze. Damit qualifizierte er sich für die Deutschen Meisterschaften 2026 und wurde zugleich für zwei Jahre in den hessischen D-Kader berufen.

39. FAI-Segelflug-Weltmeisterschaften in Tábor

Nach zehn spannenden Rennen unter wechselhaften Wetterbedingungen wurden bei den 39. FAI Segelflug-Weltmeisterschaften im tschechischen Tábor die neuen Weltmeister in den Klassen 15m, Standard und Club gekürt.

In der 15m-Klasse feierte Łukasz Grabowski (Polen) seinen ersten Weltmeistertitel. Mit einem achten Platz im abschließenden Rennen überholte er Tom Arscott (Großbritannien) knapp um 12 Punkte.

Resultate der15-m-Klasse

  • 1.Rang: POL – Łukasz Grabowski – Diana 2
  • 2.Rang: GBR – Tom Arscott – Ventus 2a
  • 3.Rang: FRA – Maximilian Seis – JS-MD

In der Standardklasse setzte sich der Belgier Jeroen Jennen durch. Jeremy Hood (Großbritannien) belegte Rang zwei, gefolgt von Jakub Barszcz (Polen) auf Platz drei. Im Team-Cup konnte sich jedoch Polen den Gesamtsieg sichern, vor Großbritannien und Deutschland.

Resultate der Standard-Klasse

  • 1.Rang: BEL – Jeroen Jennen – LS 8a
  • 2.Rang: GBR – Jeremy Hood – LS 8-18
  • 3.Rang: POL – Jakub Barszcz – LS 8-18

In der Clubklasse gelang Stefan Langer (Deutschland) mit seinem dritten WM-Titel ein besonderer Erfolg. Mit einem souveränen letzten Flug baute er seinen Vorsprung auf 183 Punkte aus. Alexandre Fierain (Frankreich) und Timothy Fletcher (Großbritannien) komplettierten das Podium.

Resultate der Club-Klasse

  • 1.Rang: GER – Stefan Langer – LS 3
  • 2.Rang: FRA – Alexandre Fierain – LS 7
  • 3.Rang: GBR – Timothy Fletcher – LS 7 wl

-> Gesamte Resultate und Ranglisten

-> Foto-Gallerie der WM 2025 in Tábor



Sebastian Kawa will Antarktis überfliegen

Der achtzehnfache Weltmeister hat ehrgeizigen Pläne angekündigt, die Antarktis zu überfliegen. Sollte ihm dies gelingen, wäre er der erste Mensch auf der Welt, dem dies gelingt. Sebastian Kawa fliegt seit 1988 Segelflugzeuge

In einem Interview mit dem polnischen Rundfunk sprach Kawa kürzlich über die idealen Bedingungen in der Antarktis, die es möglich machen, Flugrekorde zu brechen. „Der längste Flug mit einem Segelflugzeug ist 3’800 km lang“, sagte der polnische Pilot. „In einem Abschnitt wurde eine Strecke von 2550 km in gerader Linie über Argentinien geflogen. Das sind unglaubliche Möglichkeiten. Wenn wir einen neuen Weltrekord aufstellen wollen, dann muss das tagsüber geschehen. Auf dem von der argentinischen Luftwaffe verwalteten Stützpunkt Marambio an der Küste der antarktischen Halbinsel herrscht vom 15. November bis zum 15. Januar durchgehend Tageslicht. Wir wollen diese Bedingungen unbedingt nutzen“, betonte der Pilot.

Für den Flug ist die Genehmigung des argentinischen Militärs und der Behörden erforderlich. Sebastian Kawa hat bereits ein erstes Gespräch in der argentinischen Botschaft geführt. „Ich freue mich auf die positive Resonanz auf unser Vorhaben. Natürlich haben wir auch schon einige Kontakte mit dem Militär gehabt“, so der Rekord-Pilot.

Blick über die Schulter eines Weltmeisters

Buch-Autor Bert Schmelzer

Bert Schmelzers zweites Buch «Next Year of Gliding» lässt Sie als Segelflieger/-in, egal, wie erfahren Sie sind, auf seiner Schulter Platz nehmen und in sein Cockpit blicken, während er zehn Jahre lang rund um den Globus das segelfliegerische Universum entdeckt. Interessant ist, seine Gedanken teilen zu können, etwa während der Weltmeisterschaft in der Standard-Klasse 2014 in Rayskälä, wo er bei für die Region untypischen Wetterbedingungen als erster Belgier überhaupt eine bis zum letzten Flug spannende Weltmeisterschaft zuoberst auf dem Siegerpodest beenden konnte.

2014 erlebt Bert Schmelzer einen seiner grössten segelfliegerischen Erfolge und wird Weltmeister in der Standardklasse.

Wer selber in den Alpen fliegt, erkennt in den im grosszügig gestalteten Buch säuberlich aufgearbeiteten Bildern mit zahlreichen Hinweisen eine Fülle bekannter Flugregionen, darüber hinaus entführt uns der Autor aber nicht nur in die bekannten Fluggebiete wie in die Alpen oder nach Südfrankreich, sondern auch in für die den meisten Segelflieger/-innen unbekanntes Terrain wie nach Bosnien, den Atlas in Marokko, oder Tswalu in Südafrika. Bert Schmelzer erklärt darüber hinaus auch für „normale“ Segelflieger/-innen aussergewöhnliche Flüge wie jenen aus der Region Zürich nach Belgien (…) – und zurück oder einen kühnen Flug bei Nordweststau auf die Alpen-Südseite. Beides sind zurückhaltend formuliert „ungewöhnliche“ Flugrouten, die „eigentlich gar nicht gehen„.

Dass das Buch in Englisch und Deutsch gemischt gestaltet ist, stört beim Lesen nicht, abgesehen von der Gelegenheit, eine direkte Übersetzung lernen zu können, ist das Buch für das grafisch geschulte Auge trotz zahlreich verbauter gestalterischer Elemente ein vergnüglicher Anblick.

Die akribischen (theoretischen) Vorbereitungen auf einen 100-km-Rekordflug lassen erahnen, welche Energie Bert Schmelzer und seine Familie in diesen Sport stecken, um mit aller Konsequenz nicht nur die Welt zu entdecken, sondern sie auch in rekordschnellem Tempo und langen Distanzflügen zu erkunden.

Ich bin mir sicher, dass ich dieses Buch – wie andere Klassiker der Segelflug-Literatur – noch oft zur Hand nehmen werde, um in einer ruhigen Stunde Neues in diesem grossartigen Werk zu entdecken und von einem ungewöhnlich talentierten Piloten vielleicht etwas dazu zu lernen. (Ernst Willi).

„Next Year of Gliding“

  • Über 386 Seiten
  • Hardcover mit Druckveredelung
  • ca. 386 Buchseiten
  • 2,2 kg
  • Deutsch & English | zweisprachig / bilingual
  • Format 235 x 320 mm

>> Bert Schmelzers «Next Year of Gliding» ist HIER im Viento-Verlag erhältlich.

Segelflug-WM in Uvalde

Noch bis zum 31. August finden im texanischen Uvalde die Weltmeisterschaften in der 18-m-, der 20-m-Doppelsitzer- und in der Offenen Klasse statt. Hier finden Sie, was Sie zum spannenden Wettbewerb mit ausgezeichneter Ausgangslage für die Deutschen Teilnehmer wissen müssen:

-> facebook-Seite der Veranstalter.
-> laufend aktualisierte Resultate auf SoaringSpot.
-> online-Tracking.

Uwe Wahlig bereitet WM in Südafrika vor

Uwe Wahlig steckt mitten in den Vorbereitungen für eine Fernreise. Ziel für den Lorscher ist Südafrika. In der Nähe der berühmten Wüste Kalahari wird er erwartet. Der erfolgreiche Segelflieger, der 2021 den Weltmeistertitel in der Clubklasse holte, ist zu einer Challenge nach Tswalu eingeladen. Dort wird er unter anderem Vorträge für den interessierten Segelflieger-Nachwuchs halten und natürlich auch selbst fliegen. Er freut sich sehr auf neue Erfahrungen – auf der Erde wie über den Wolken.

„Dieser Kontinent fehlt mir noch“, sagt der Lorscher, der als international gefragter Sportler schon viel herumgekommen ist, aber eben bislang noch nicht in dieser fast 9500 Kilometer Luftlinie entfernten Region zu Besuch war. Besonderheit für Segelflieger: Man kann dort eine gewohnte Streckenlänge ungefähr doppelt so hoch fliegen wie hierzulande, bis man wieder Aufwind finden muss. In viertausend Meter Höhe will Uwe Wahlig dann unterwegs sein, wenn das Wetter, wie er hofft, gut ist.

Wissen über Wendepunkte
Mit der Luftraum-Struktur dort hat er sich bereits beschäftigt und den Wendepunkt-Katalog studiert. Das gehört für einen ambitionierten Segelflieger ebenso selbstverständlich zur nötigen Vorbereitung wie das Packen der Reisetasche, in die diesmal auch ein Mittel gegen Mücken kommt. Über die Meteorologie und die Thermik weiß er sowieso Bescheid. Gewinnen muss er bei dem Flugwettbewerb in Südafrika nichts, der Aufenthalt dient vor allem dem Sammeln von Flugerfahrung. Die sollen dem Lorscher im Dezember nützen. Dann will der amtierende Weltmeister nämlich seinen Titel verteidigen.

Die WM findet zum Jahresende in Australien statt. Die Voraussetzungen, was Wetterbedingungen und Landschaftsstruktur dort betrifft, seien vergleichbar mit der südafrikanischen Region, sagt Wahlig, der studierter Geologe ist und als Software-Entwickler bei einem großen, weltweit tätigen Konzert arbeitet. Der Lorscher startet seit Jahren für die Bensheimer Segelfluggruppe. Er hat seinem Verein den bislang höchsten und einzigen Weltmeister-Titel beschert. Wahlig ist Mitglied der Nationalmannschaft und für seinen Verein auch in der ersten Bundesliga mit von der Partie. Da wirke er aber mehr am Rande mit, sagt er.

Flugzeug sorgte für Furore
Nominiert für die Wahl zum Lorscher „Sportler des Jahres“ war Uwe Wahlig bereits mehrfach, sowohl in Bensheim wie in Lorsch. Dieses Mal ist er vorgeschlagen, weil er sich bei der Deutschen Meisterschaft im vorigen Jahr sehr gut geschlagen hat. Das Treppchen hat er zwar knapp verfehlt. Mit seinem vierten Platz aber hat er für großen Eindruck und „Furore“ bei vielen Piloten gesorgt. Uwe Wahlig startete nämlich in der 15-Meter-Klasse mit seinem rund 40 Jahre altem Flugzeug LS3.

Wahlig weiß natürlich, dass es längst drei modernere Generationen seines Modells gibt. Er hat mit seiner Teilnahme aber nicht zuletzt testen wollen, ob es tatsächlich immer das Neueste braucht. Er stellte fest: Wenn man siegen will, sollte man wohl nicht darauf verzichten. Wenn man aber ein sehr geübter Pilot ist, seine gute Maschine aus dem Effeff kennt, sie in Schuss hält, optimiert und mit allen ihren Besonderheiten vertraut ist, dann kann ein herausragender Sportler auch mit so einem betagten Flugzeug weit vorn landen. Quelle: ‚Bergsträsser-Anzeiger‚.