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LSV Sauerland auf „Zeitreise“

Bei seiner Jahresabschlussfahrt begab sich der Luftsportverein Sauerland e.V. mit insgesamt 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in diesem Jahr auf Zeitreise. Es ging zum Berg der Flieger, der Wasserkuppe, mit 950 Metern der höchste Berg der Rhön. Sie ist als „Wiege des Segelflugs“ bekannt – fanden hier schließlich bereits 1911 erste Segelflugversuche mit einigen erstaunlichen Fluggeräten statt. Auch die Flieger vom LSV Sauerland übten sich auf einem solchen Fluggerät und wagten bei bestem Wetter eine Zeitreise zurück ins Jahr 1938. Durch einen Fluglehrer vom Oldtimer Segelflugclub erhielten die Flieger eine Einweisung in das Flugzeug vom Typ Schulgleiter (SG38) konstruiert im Jahr 1936. Doch das wird nicht – wie die Segelflugzeuge am Flugplatz in Küntrop – mit einem Motorflugzeug in die Luft gezogen, sondern durch ein Gummiseil. Gemütlicher Flugbetrieb war also nicht angesagt, schließlich wird das Seil per Hand ausgezogen. V-förmig wird das Seil vor dem SG38 ausgelegt, an jeder Seite des Seils stehen mindestens sechs Läufer, früher auch „Gummihunde“ genannt. Hinter dem Flugzeug stehen noch einmal vier Personen – die Haltemannschaft. Auf Kommando des Fluglehrers rennen die Gummihunde dann den Hang hinunter, ist das Seil straff, lässt sie Haltemannschaft das Segelflugzeug los und für den Piloten beginnt dann ein kurzer, aber ganz besonderer Flug. Mehr Infos im Originalbericht im ‚lokalkompasse.de‚.

„Gummihunde“ lassen fliegen

Dieser Tage hat der Segelfliegerclub Hirzenhain wieder Gummiseilstarts auf dem Flugplatz absolviert, wie sie früher in den Anfangszeiten der Fliegerei üblich waren. Tobias Hermann, der Segelflugreferent des Vereins, hatte Kontakt mit dem Besitzer einer SG 38 aufgenommen, mit Marcus Diehl aus Nastätten. Diehl ist stolzer Besitzer eines flugfähigen Schulgleiters mit Baujahr 1954. Und diesen wollte er den Hirzenhainer und Hörbacher Fliegern einmal zur Verfügung stellen, um ihnen das Gefühl von Gummiseilstarts und des Fliegens mit viel Wind um die Nase zu ermöglichen. Der Aufbau eines solchen Oldtimers dauert deutlich länger als bei einem modernen Hochleistungssegelflugzeug, sprich eineinhalb Stunden im Gegensatz zu wenigen Minuten. Ein Start mit Gummiseilen ist um ein Vielfaches anstrengender für die Startmannschaft beziehungsweise Helfer als bei einem Winden- oder Flugzeugschleppstart, und es wird viel mehr Personal benötigt. Der Start erfolgt auf das Kommando „Ausziehen! Laufen! Los!“ Die sogenannten „Gummihunde“ nehmen in gleichmäßiger Stärke an den beiden Startseilenden Aufstellung und richten sich genau aus. Das Flugzeug ist dabei in Richtung gegen den Wind gestellt. Die Haltemannschaft am Rumpfende verschafft sich einen festen und sicheren Stand. Dem Startkommando voraus geht die Anfrage des Startleiters „Fertig?“, worauf Pilot, Haltemannschaft und „Gummihunde“ ihm ihre Bereitschaft mit „Fertig!“ zurufen. Auf „Ausziehen!“ gehen die „Gummihunde“ in gleichmäßigen, normalen Schritten vorwärts, bringen dabei das Startseil auf Vorspannung, um auf den Zuruf „Laufen!“ in kräftiges Lauftempo überzugehen. Das Kommando „Los!“ gilt nur für die Haltemannschaft. Die „Gummihunde“ dürfen ihren Laufschritt keineswegs vermindern, bevor das Startseil abgefallen ist. Auch darf das Startseil erst losgelassen werden, wenn sich dieses vom Flugzeug gelöst hat. Die Hüpfer der Segler ergaben Flugzeiten zwischen 2 und 13 Sekunden, die Flughöhen reichten bis auf etwa zweieinhalb Meter, die längste Flugstrecke gut 70 Meter. Quelle: ‚Mittelhessen.de‚.