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Flugschule SAS insolvent

Die SAS Airways Aviation Academy in Montpellier (Frankreich) wird aufgrund eines Gerichtsbeschlusses am 23. Januar 2026 liquidiert. Ausschlaggebend war ein Brandanschlag im Mai 2025, bei dem 13 Flugzeuge und wichtige Betriebsmittel zerstört oder beschädigt wurden. Trotz umfangreicher Rettungsversuche scheiterte die Fortführung. Die Airways Aviation Group klagt nun gegen den Flughafen Montpellier auf Schadensersatz in Höhe von mehreren Millionen Euro und betont, dass die Liquidation keine Schwäche des Gesamtunternehmens widerspiegelt. Die anderen Standorte der Gruppe bleiben unbeeinflusst.

Hintergründe und Details

1. Ursache der Liquidation

  • Brandanschlag am 20. Mai 2025: Unbekannte drangen in den gesicherten Bereich des Flughafens Montpellier ein und zündeten 13 Flugzeuge (u. a. drei Diamond DA-42) an. Die Schäden waren verheerend.
  • Folgen: Betriebseinschränkungen, finanzielle Belastungen und Reputationsschäden führten trotz Rettungsversuchen zur Insolvenz.

2. Juristische Schritte

  • Klage gegen den Flughafen: Die Airways Aviation Group macht den Flughafen Montpellier für mangelnde Sicherheit verantwortlich und fordert Schadensersatz für:
    • Zerstörte Flugzeuge
    • Betriebsausfälle
    • Wertverlust des Unternehmens
    • Reputationsschäden
  • Verfahren läuft: Die Klage wird über Mediation oder französische Gerichte verhandelt.

3. Auswirkungen

  • Betroffene: Studierende, Mitarbeiter, Gläubiger und Partner stehen vor Unsicherheiten. Die Gruppe prüft Übergangslösungen für betroffene Auszubildende.
  • Globale Aktivitäten: Die Liquidation betrifft nur den Standort Montpellier. Andere Standorte der Airways Aviation Group operieren weiter.

Lilium: Hoffnung auf Neustart nach Insolvenz

Nachdem die Bundesregierung in der Vorwoche eine Kreditbürgschaft für den Flugtaxi-Entwickler Lilium abgelehnt hatte, droht dem Unternehmen nun unmittelbar die Zahlungsunfähigkeit. Man werde daher in Kürze Insolvenz beantragen, teilte Lilium am Donnerstag mit. Das endgültige Aus soll das aber nicht sein.

Lilium-Chef Klaus Roewe hofft, dass der Elektroflugzeug-Hersteller mit einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung „die Chance auf einen Neuanfang erhält“. Der Vorstand könnte das Unternehmen mit rund 1.000 Beschäftigten dann unter der Aufsicht eines Sachwalters weiterführen und hätte mehr Zeit, um neue Investoren zu gewinnen.

Lilium hat angekündigt, in den nächsten Tagen einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung beim Amtsgericht Weilheim zu stellen. Der Bund hatte kurz zuvor eine Bürgschaft für die Hälfte eines 100-Millionen-Euro-Kredits der KfW-Bank abgelehnt.

„Wir hatten uns bereits unter Vorbehalt zusätzliches privates Kapital gesichert, um das KfW-Darlehen zu ergänzen“, sagte Roewe. Gespräche über eine Bürgschaft Frankreichs für einen Kredit über 219 Millionen Euro zum Bau einer Batteriefabrik und einer Montagelinie im Südwesten Frankreichs seien fortgeschritten gewesen.

Das Start-up hat in den vergangenen Jahren ein elektrisch betriebenes Kleinflugzeug entwickelt. Nach vielen Testflügen war der erste bemannte Flug für das kommende Frühjahr, die erste Auslieferung an Kunden für 2026 geplant. Dafür braucht Lilium aber frisches Geld.

Das Unternehmen unter Leitung des früheren Airbus -Managers Roewe hat rund 700 Fest- und Vorbestellungen aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien und anderen Ländern. Kunden und Kapitalanleger haben in das an der US-Börse Nasdaq gelistete Unternehmen bereits 1,5 Milliarden Euro investiert.

Die Aktie der einst aufstrebenden Tech-Firma wurde 2021 zeitweise zu Kursen von mehr als 14 Dollar gehandelt. Anschließend ging es jedoch rapide bergab. Durch die Meldung über den bevorstehenden Insolvenzantrag ist der Kurs allein am Donnerstag um mehr als 60 Prozent eingebrochen. Am heutigen Freitag geht es unvermindert weiter abwärts – um 36 Prozent 0,13 Dollar. Auch wenn die Technik von Lilium weiterleben kann, ist für die Aktionäre mit dem Insolvenzantrag nun Endstation. Quelle: ‚Der Aktionär‚.