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Hitze und Nullgrad-Grenzen-Rekorde

Das Sommerhalbjahr 2025 in den Alpen war geprägt von ausgeprägten Hitzephasen, ungewöhnlich hoch liegenden Nullgradgrenzen und stark schwankenden Niederschlags-Mengen. Das geht aus der aktuellen Ausgabe der Publikationsreihe „Alpenklima – Klimazustand in den Zentral- und Ostalpen“ von DWD, GeoSphere Austria und MeteoSchweiz hervor.

Nach einem kühlen Mai folgte ein heißer Juni, die Hitze kehrte nach einer kurzen Pause im Juli Mitte August zurück. Insgesamt lag das Sommerhalbjahr im Alpenraum um 0,7 bis 0,8 °C über dem Klimamittel 1991–2020 – bereits das vierte zu warme Sommer-Halbjahr in Folge. In mittleren Höhenlagen wurden bis zu 30 Prozent mehr Sommertage registriert, oberhalb von 1’000 Metern teils fast doppelt so viele wie üblich.

Anzahl Tage pro Sommer (Juni bis September, der Zeitraum mit den meisten Nullgradgrenzen über 4’000 Meter) mit maximaler Höhe der Nullgradgrenze über 4’000 (hellrot) und 5’000 m ü.M. (dunkelrot), hergeleitet aus den Radiosondierungen in Payerne (CH). Bild: DWD-Geosphere Austria-MeteoSchweiz

Besonders markant war die Nullgradgrenze: Sie stieg im Juni auf einen Monatsrekord von 5’125 Metern. Seit 2022 wurden jedes Jahr Werte über 5’000 Meter gemessen – ein klares Signal des fortschreitenden Klimawandels mit weitreichenden Folgen für Wasserhaushalt, Ökosysteme und Tourismus.

Beim Niederschlag zeigten sich starke Gegensätze: Der Juni verlief vielerorts sehr trocken, lokal mit Negativrekorden bei den Niederschlagstagen. Im Juli folgte das Gegenbild mit überdurchschnittlich vielen Regentagen, teils neuen Rekorden.

Die Ergebnisse unterstreichen, wie stark der Alpenraum vom Klimawandel betroffen ist – und wie wichtig eine kontinuierliche, grenzüberschreitende Beobachtung bleibt.

Alpenklima

Hohe Temperaturen in allen Höhenstufen, neue Rekordhöhen bei der Nullgradgrenze und extreme Niederschlagsereignisse – das waren die besonderen Kennzeichen des Klimas im Sommerhalbjahr 2023 in den Alpen. Dies berichten der Deutsche Wetterdienst (DWD), die Geosphere Austria (ehemals ZAMG) und das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz in der neuesten Ausgabe ihrer gemeinsamen Publikationsreihe „Alpenklima“.

Extreme Niederschläge mit großen Schäden
Anfang August fielen in Südösterreich und den angrenzenden Gebieten in Italien und Slowenien Rekordniederschläge. Statistisch treten solche Niederschlagsmengen seltener als einmal in 100 Jahren auf und sie führten in den betroffenen Gebieten zu schweren Überschwemmungen. Ende August gab es in den Ländern der D-A-C-H Region Deutschland, Österreich und der Schweiz weitere Starkniederschläge. Vor allem in der Schweiz wurden zwischen dem 26. und 29. August 2023 auch Jährlichkeiten von über 100 Jahren erreicht. In allen drei Ländern gab es aufgrund der großen Niederschlags-Mengen Überflutungen, Erdrutsche und umgestürzte Bäume. Lokal traten in diesem Zeitraum noch schwere Hagelereignisse mit bis zu Tennisball-großen Hagelkörnern auf, die zu großflächigen Schäden an Gebäuden und Infrastruktur führten. Die Niederschlagssummen im gesamten August waren örtlich mehr als doppelt so hoch wie im vieljährigen Durchschnitt.

Viele neue Temperaturrekorde im Sommerhalbjahr 2023
Nach einem kühlen Start des Sommerhalbjahres gab es ab Juli viele neue Tages- und Monatsrekorde bei der Temperatur, vor allem in den hohen Lagen. Die erste Hitzewelle wurde im Juli verzeichnet. Die Temperaturen am 3109 Meter hohen Sonnblick Observatorium (AT) knackten zum fünften Mal seit Messbeginn 1886 die 15°C-Marke. Ende August folgte eine spätsommerliche Hitzewelle mit neuen Rekordtemperaturen, z.B. in Sion (CH) mit 37,6°C. Der September war mit Abstand der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn, das Temperaturmittel an der Zugspitze lag 5°C über dem vieljährigen Septembermittel und 1,3°C über dem bisherigen Rekord aus dem Jahre 2006. Der Oktober rangierte lokal unter den Top 3. Die Hochdrucklage in der zweiten Augusthälfte führte sowohl bodennah, als auch in der mittleren und oberen Troposphäre zu ungewöhnlich hohen Temperaturen. In der Nacht vom 20. auf den 21. August 2023 erreichte die Nullgradgrenze in der freien Atmosphäre über der Schweiz die Rekordhöhe von 5298 m. Seit 1959 ist die Nullgradgrenze dort um gut 90 Meter pro Dekade gestiegen mit Auswirkungen unter anderem auf Wasserversorgung und Biodiversität.

Über die Publikationsreihe „Alpenklima“
Der Alpenraum ist von den Folgen des menschlichen Treibhausgasausstoßes stärker betroffen als andere Regionen oder Naturräume. In dieser hochsensiblen Region sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich sichtbar. Umso wichtiger sind Informationen und Analysen zum Klima in diesem einzigartigen Ökosystem. Mit der gemeinsamen Publikationsreihe „Alpenklima“ bieten der Deutsche Wetterdienst (DWD), die Geosphere Austria (ehemals ZAMG) und das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz grenzübergreifende Informationen zum Klimazustand der Alpen. Die Klimaentwicklung in den einzelnen Ländern wird so in einen größeren Kontext gestellt und genau beobachtet, um diesen wertvollen Natur-, Lebens- und Wirtschaftsraum vor den Auswirkungen des Klimawandels besser zu schützen. Quelle: ‚DWD, Deutscher Wetterdienst‚.