Gemäss den jeweiligen Handbüchern sind sowohl Avgas als auch Mogas (bleifreies Superbenzin) für den Betrieb von Solo-Verbrennungsmotoren grundsätzlich zugelassen. Immer wieder stellt sich jedoch die Frage nach der bevorzugten Kraftstoffwahl.
Aus Hersteller-Sicht empfiehlt Schempp-Hirth klar den Einsatz von Avgas, insbesondere aus folgenden Gründen:
- höhere Motoroktanzahl (MOZ), dadurch geringere Neigung zur Dampfblasenbildung bei hohen Temperaturen
- luftfahrtspezifisch überwachte Qualitätsstandards
- kein störender Benzingeruch
- höhere chemische Stabilität und damit bessere biologische Beständigkeit
Mogas stellt zwar eine zulässige Alternative dar, handelt es sich dabei jedoch um einen für den Automobilbereich konzipierten Kraftstoff, dem teilweise Avgas-typische Additive fehlen. Zudem können – je nach Spezifikation – bis zu rund 1 % Ethanol enthalten sein. Dies kann insbesondere die Wasseraufnahme im Kraftstoffsystem begünstigen.
Noch deutlicher fallen die Unterschiede bei herkömmlichem Tankstellen-Superbenzin aus: Hier sind zunehmend höhere Ethanolanteile möglich, was die Wasserbindung weiter verstärkt. In Verbindung mit längerer Lagerung kann es zudem zur Bildung von Ablagerungen oder mikrobiellen Verunreinigungen kommen. Diese können Filter, Pumpen und Einspritzsysteme beeinträchtigen.
Vor diesem Hintergrund gilt: Wo immer verfügbar, ist Avgas klar zu bevorzugen. Mogas höherer Qualität kann als Ersatz dienen, während herkömmliches Tankstellenbenzin für den Einsatz in Flugmotoren vermieden werden sollte.

