Am 12. Juni 2015 verunfallte ein Segelflugzeug vom Typ Discus CS bei einer Außenlandung in einem Maisfeld in Kärnten, Österreich. Der Pilot erlitt dabei schwere Verletzungen, und das Flugzeug wurde erheblich beschädigt.

Flugverlauf und Unfall
Der 28-jährige Pilot startete um ca. 08:23 Uhr UTC vom Flugplatz Nötsch (LOKN) zu einem geplanten Überlandflug. Die Route führte ihn zunächst Richtung Süden und dann westwärts, bevor er durch das Drautal den Rückflug antrat.
Im Raum Spittal an der Drau verschlechterten sich die Wetterbedingungen rapide. Stark böiger Wind und nachlassende Thermik führten zu einem erheblichen Höhenverlust. Da eine sichere Rückkehr zum Startflugplatz nicht mehr möglich war, entschied sich der Pilot korrekterweise für eine Außenlandung.
Als Landefeld wählte er ein Maisfeld südlich der Gemeinde Rothenthurn. Während des Endanflugs wurde das Segelflugzeug jedoch von einer Windböe erfasst. Die linke Tragfläche berührte den Boden, woraufhin das Flugzeug mit der Nase hart im Feld aufschlug, sich um 180 Grad drehte (ein sog, „Ringelpiez“) und der Rumpf brach.
Kurzdarstellung aus dem Bericht: „Dabei wurde das Segelflugzeug von einer Windböe erfasst, berührte mit der linken Tragfläche den Boden und verunfallte. Das Flugzeug wurde dabei erheblich beschädigt. Der Pilot erlitt schwere Verletzungen…“
Unfallursachen
Die Untersuchung ergab eine Kette von Faktoren, die zum Unfall führten. Es wurde kein technischer Mangel am Flugzeug festgestellt; es befand sich in einem lufttüchtigen Zustand.
Wetter als Hauptfaktor
Die entscheidende Rolle spielte das Wetter. Obwohl die Bedingungen am Vormittag günstig waren, hatten die Prognosen bereits eine Verschlechterung für den Nachmittag vorhergesagt. Die Untersuchung stellte fest:
- Optimistische Einschätzung: Der Pilot hatte bei seiner Flugvorbereitung die Wetter-Entwicklung tendenziell zu optimistisch eingeschätzt.
- Mangelnde Thermik und starker Wind: Die nachlassende Thermik in Verbindung mit starken Windböen und lokalen Verwirbelungen (Fallwinde) im Drautal machten einen Weiterflug in ausreichender Höhe unmöglich.
- Unvermeidbare Außenlandung: Die Entscheidung zur Außenlandung war unter diesen Umständen die einzig richtige und sicherheitsorientierte Option.
Der Landevorgang
Die eigentliche Unfallursache war die Destabilisierung des Flugzeugs kurz vor dem Aufsetzen. Wahrscheinliche Ursachen laut Bericht: „Bodenberührung mit der linken Tragfläche, gefolgt von einer Drehung um die Hochachse während einer Außenlandung…“
Als wahrscheinliche Faktoren, die dazu beitrugen, nennt der Bericht die starken Windböen und die mangelnde Thermik, die zur Notwendigkeit der Außenlandung führten.
Der Pilot
Der Pilot wird im Bericht als erfahren eingestuft. Er besaß alle gültigen Lizenzen und hatte eine erhebliche Flugerfahrung, auch auf dem Unfallmuster und im alpinen Gelände. Seine Entscheidung zur Außenlandung wird als sachgerecht und sicherheitsorientiert bewertet.

Fazit
Der Unfall ist auf eine Kombination aus sich rapide verschlechternden Wetter-Bedingungen und einer unkontrollierbaren Situation während der an sich korrekten Entscheidung zur Außenlandung zurückzuführen. Die Bodenberührung der Tragfläche durch eine Windböe in geringer Höhe war der unmittelbare Auslöser des Crashs.
| Merkmal | Detail |
| Datum & Zeit | 12. Juni 2015, ca. 13:35 Uhr UTC |
| Ort | Maisfeld bei Rothenthurn, Kärnten, Österreich |
| Luftfahrzeug | Segelflugzeug, Orlican a. s. Discus CS |
| Pilot | 28 Jahre, erfahren (444 Flugstunden) |
| Schäden | Pilot schwer verletzt, Flugzeug erheblich beschädigt |
| Unfallart | Verlust der Kontrolle bei Außenlandung |
| Wahrscheinliche Ursache | Bodenberührung der Tragfläche durch Windböe im Endanflug |
| Beitragende Faktore | Schlechte Wetterlage (mangelnde Thermik, böiger Wind), zu optimistische Wetterprognose durch den Piloten |
Die Zusammenfassung basiert auf dem Abschlussbericht der Sicherheits-Untersuchungs-Stelle des Bundes (GZ: 2025-0.896.689).














