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Flugverbot bei G7-Gipfel

Vom 25. bis 28. Juni ist im Grenzgebiet Bayern/Tirol ein grosszügiges Flugverbotsgebiet zum Schutz der G7-Gipfel-Besucher/innen eingerichtet. Hier finden Sie die Details zum österreichischen Teil und hier zum bayerischen Teil.

Ohlstadt wieder „mittendrin“

Noch rund vier Monate, dann kommt die Weltpolitik ein weiteres Mal in den Landkreis. Der G7-Gipfel auf Schloss Elmau steht an, Ende Juni. Und wie bereits 2015 ist auch diesmal die Gemeinde Ohlstadt voll involviert. Die Bundespolizei hat den Flugplatz in Pömetsried erneut als ihr Basislager angemietet. Für Christian Scheuerer ist die Lage klar: „Wir sind mal wieder mittendrin statt nur dabei“, betont Ohlstadts Bürgermeister. Was er damit meint? Den kommenden G7-Gipfel. Zwischen 26. und 28. Juni treibt dieser einmal mehr die Elite der Weltpolitik in den Landkreis. Denn wie bereits 2015 für Barack Obama, Angela Merkel, Francoise Holland und Co., geht es auch für Joe Biden und die weiteren sechs Staatschefs aus Deutschland, Italien, Frankreich, Kanada, Japan und Großbritannien heuer ins Schloss Elmau nach Krün. Und ebenso wie damals ist auch die Gemeinde Ohlstadt in das Großereignis involviert. Die Bundespolizei wird erneut ihr Basislager auf dem Flugplatz in Pömetsried aufschlagen.

Rund 30 Hubschrauber und über 500 Fachleute, egal ob Piloten, Techniker oder Logistiker, waren dort vor sieben Jahren für das Politikertreffen zusammengezogen worden. Der Kleinflughafen erhielt seinerzeit die Infrastruktur eines professionellen Hubschrauber-Betriebs. Mit Zelten und Containern, einem Mini-Tower sowie Tanklastzügen bis hin zu einer Mobilfunkanlage und einer Kantine samt Küche, die im Hangar der Segelflieger untergebracht war. Von der 900 Meter langen Start- und Landebahn in Pömetsried aus starteten die Einsatzkräfte schon Wochen vor dem Gipfel zu Trainings- und Aufklärungsflügen. Zudem diente der Standort während des Gipfels als Ausweichflugplatz für die Politiker. So wurde 2015 etwa Kanadas Premierminister Stephen Harper von Ohlstadt nach München geflogen. Schlechte Witterungsverhältnisse hatten einen Start am Schloss Elmau verhindert.

G7-Gipfel 2022: Alles soll nach dem Vorbild von 2015 geschehen
So oder so ähnlich wird es wohl auch in diesem Jahr laufen. „Bis jetzt haben wir von der Bundespolizei nur die Ansage bekommen, dass alles nach dem Vorbild von 2015 passieren soll“, sagt Bürgermeister Scheuerer. Genauere Pläne gebe es noch nicht. Zahlreiche Videokonferenzen werden in den kommenden Wochen wohl konkretere Erkenntnisse liefern. Mit sichtbaren Maßnahmen, wie etwa dem Aufbau eines Sicherheitszaunes, rechnet Scheuerer aber erst Anfang Juni. „Davor wird man als Außenstehender vermutlich noch nicht viel von der Sache mitbekommen.“

Er selbst steht dem erneuten Stell-dich-ein der Politikgrößen direkt vor der Haustüre zwiegespalten gegenüber. „Einerseits ist es natürlich wieder eine tolle Chance für die Region, sich der Weltöffentlichkeit als guter Gastgeber zu präsentieren“, betont er. Andererseits berge ein solches Großevent auch Risiken. Da wären in erster Linie die zu erwartenden Demonstranten und Proteste. 2015 gab es die freilich auch. Letztlich lief aber alles gewaltfrei und friedlich ab. In Ohlstadt etwa war von Ausschreitungen gar nichts zu spüren. „Da hatten wir großes Glück“, sagt Scheuerer. Ob es diesmal genauso entspannt bleibt, darf aber zumindest bezweifelt werden. Spätestens seit Beginn der Coronakrise hat sich der Ton in der Gesellschaft merklich verschärft, werden grundlegende Konflikte zwischen Teilen der Bevölkerung und der Regierung offenkundig. „Die gesamtpolitische Lage ist deutlich aggressiver als damals“, urteilt der Ohlstädter Rathauschef.

G7-Gipfel bringt verstärktes Sicherheitsaufgebot und Hubschrauber-Lärm mit sich
Für die knapp 3300 Einwohner der Gemeinde bedeutet der G7-Gipfel vor allem ein verstärktes Sicherheitsaufgebot innerhalb des Ortes. Auch der Lärm durch die vielen Starts und Landungen der Hubschrauber wird wie bereits 2015 eine Rolle spielen. Dass davon nicht jeder begeistert ist, kann Scheuerer nachvollziehen. „Das sind natürlich massive Einschnitte in den Alltag“, räumt er ein. So mancher Bürger habe sich bereits bei ihm deswegen gemeldet. „Der Tenor ist ein wenig: Brauch’ ma des jetzt auch noch zusätzlich zu Corona.“

Immerhin kann Scheuerer bereits mit einem ersten greifbaren Vorteil aufgrund der erneuten Gastgeber-Rolle aufwarten: Und zwar erhält die Feuerwehr in Ohlstadt schon jetzt ein neues Einsatzfahrzeug. Geplant war die Anschaffung eigentlich erst in fünf Jahren, doch sei die Förderung nun deutlich höher. „Geschenkt bekommen wir es immer noch nicht“, stellt der Bürgermeister klar. „Aber da unsere Feuerwehr auch dieses Mal den Brandschutz am Flugplatz sicherstellen soll, ging jetzt alles ein wenig einfacher.“

Bürgermeister Scheuerer möchte Bürger in Ohlstadt mit ins Boot holen
Bis Joe Biden und Co. das erste Mal Landkreisboden betreten, möchte Scheuerer seine Bürger so gut es geht mit ins Boot holen. Für Ende April, Anfang Mai hat er eine Bürgerversammlung geplant, bei der sämtliche Fragen rund um den G7-Gipfel und Ohlstadts Rolle dabei geklärt werden sollen. Vermutlich wird diese in Hybrid-Form stattfinden. „Wir wollen jedem die Möglichkeit geben, dabei zu sein“, unterstreicht Scheuerer. Denn eines steht für ihn fest: „Je mehr Informationen wir den Menschen geben können, desto höher ist die Akzeptanz.“ Quelle: ‘Merkur‘.